Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 31. Spieltag, Samstag, 22.04.06, 15:30 Uhr in der Hamburger AOL Arena bei 10 Grad C

Hamburger SV - TSV Bayer 04 Leverkusen 0:2 (0:1)

Mensch, das war ja wirklich ein unglaubliches Spiel. Und ich muß ganz ehrlich sagen, dass er mir fast besser gefallen hat als die letzten Spiele zuvor – obwohl die alle erfolgreicher waren!

Ich bin aber wirklich kein großer Fan des bajuwarischen Zweckfußballs, der dann vielleicht ach so erfolgreich ist, aber dem Fan dann doch so wenig bietet. Und ich finde, davon haben wir in letzter Zeit viel zu viel gesehen. Die Spiele zu Hause gegen Gladbach und in Duisburg waren für mich persönlich eher Fußball zum Abgewöhnen. 

Da bin ich deutlich eher der Freund von „Hurra-Fußball“, der eben auch mal nach hinten losgeht. Und so ist es heute nun mal geschehen. Wobei das ja gar nicht richtig zutrifft, denn wir haben gegen Leverkusen ja wirklich haufenweise beste Chancen gehabt und den Gegner eigentlich immer im Griff – bis eben leider auf die 8. Minute. (na ja, ein paar weitere Chancen hatten die Gäste auch noch).

Es ist schon unglaublich, dass wir bereits bis zur 8. Minute ich glaube 3 hochprozentige Chancen vergeben hatten. Und dann kommt Leverkusen erstmals nach vorne, spielt einen wirklich perfekten (und auch echt fußballerisch wunderschönen) Angriff und erzielt direkt das erste Tor. Boah, echt unfassbar. 

Und so ging es dann auch weiter. Wir hatten Chance auf Chance, aber vergaben munter weiter alles. Besonders tat sich Ailton hervor, der glaube ich so ca. 4 hunterprozentige Chancen im Spiel hatte. Benny Lauth hatte dann die nächstbeste und dann gab es noch eine reihe weiterer guter Chancen.

Insgesamt jedenfalls unglaublich, dass man so ein Spiel dann mit 0:2 verliert. Wobei bei mir so zwischen der 60. und 70. Minute auch wirklich so langsam die Hoffnungen schwanden, dass wir das Spiel noch rumdrehen würden. 

Irgendwann fingen wir uns dann ja noch das 0:2, aber das machte ja auch nichts mehr aus. So viele gute Chancen und vor allem so ein gutes HSV-Spiel habe ich schon wochenlang nicht mehr gesehen. Und daher bin ich auch wirklich nicht böse über diese Niederlage, sondern eben nur ein wenig traurig.

Besonders heftig ist es natürlich, dann am Folgetag zu sehen, dass man mit einem Sieg sogar noch näher an die Bayern rangerückt wäre, weil diese in Mainz nur zu einem Unentschieden kamen. Aber glücklicherweise kam auch Werder nicht über ein Unentschieden gegen Schalke nicht hinaus, sodaß auch im Kampf um Platz 2 nicht viel verloren wurde. 

Schade, war es trotzdem. Wobei die Bayern ja bei einem HSV-Sieg vielleicht auch noch mehr Gas gegeben hätten. Das kann man ja immer schlecht so ausrechnen. 

Ich finde jedenfalls, dass der HSV gegen Leverkusen tollen Fußball geboten hat und mir ist diese Art des Spiels – selbst bei einer Niederlage – wesentlich lieber als der abgewichste Erfolgsfußball, den wir leider auch schon teilweise spielen.

Für Spielernoten ist es jetzt (3 Tage nach dem Spiel) schon etwas spät, denn so ganz perfekt habe ich das alles nicht mehr im Kopf. 

Als besten Spieler des Spiels würde ich Guy Demel benennen, der mir im defensiven Mittelfeld wirklich herausragend gefiel. 
Auch Sergej Barbarez machte hinter den Spitzen (wegen erneuten Ausfalls van der Vaarts) ein sehr gutes Spiel. 

Außerdem gefielen mir Mehdi Mahdavikia, der angeschlagene David Jarolim und trotz Tor-Versagens Ailton und mit Abstrichen auch Benny Lauth sehr gut. 

Der Defensive war o.k., aber eigentlich auch nicht so oft gefordert.

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Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 

 
dpa: 

 
sport1: