Champions League 2000/2001, Hauptrunde, 4. Spieltag,  Mittwoch, 18.10.00 um 20:45 Uhr (21:45 Uhr Ortszeit) in Athen

Panathinaikos Athen - Hamburger SV 0:0 (0:0)

Ich habe das Spiel live auf premiere gesehen.

Sagen kann ich dazu trotzdem fast nichts. Das Spiel selbst fand ich grausam. Eigentlich hatten beide Mannschaften für das Gewürge nicht mal einen Punkt verdient.

Der HSV versuchte erst ca. 20 Minuten vor Spielende auch mal nach vorne zu spielen. Deutlich zu spät.

Es fehlt im Spiel nach vorne sehr an Bewegung. Allerdings sieht man sowas am TV.Bildschirm auch immer nur recht schlecht.

Jedenfalls bin ich nach dieser Partie doch der Meinung, daß ich lieber den Hurra-Fußball sehe, bei dem unsere Spiele dann 3:3 ausgehen.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:    HSV holt in einem schwachen Spiel einen Punkt

Schade, schade HSV: Das war es wohl für dieses Jahr mit der Champions League. Denn in einem schwachen Spiel trennten sich Athen und der HSV 0:0 - viel zu wenig aus deutscher Sicht. Somit haben die Hambuger nur zwei Punkte, rangieren weiterhin in der Gruppe E auf dem letzten Platz. 

Die Elf aus Norddeutschland tat viel zu wenig - die erste Halbzeit verschlief das Team vollkommen. Nicht eine Chance in den ersten 45 Minuten - so gewinnt man keine Spiele. Anthony Yeboah und Marek Heinz im Sturm waren bei der Athener-Hintermannschaft so gut wie abgemeldet, Sergej Barbarez und Nico Kovac fanden zu keinem Zeitpunkt ins Spiel. 

Gefährliche Griechen
Anders die Griechen: Karagounis hatte bei einem gefährlichen Weitschuss Pech (37.), Vlaovic verfehlte drei Minuten später sogar das leere Tor (40.). Athen kombinierte im Mittelfeld gut, besonders Kapitän Goumas arbeitete viel und schlug kluge Pässe. 

Erst als Pagelsdorf mitte der zweiten Halbzeit Roy Präger für Martin Groth brachte, kam ins HSV-Spiel frischer Wind. Der blonde Stürmer war es dann auch, der die erste echte Möglichkeit für Hamburg hatte: Er schoss eine Flanke von Barbarez direkt auf das Tor - jedoch knapp vorbei (64.). 

Ziel heißt Platz drei
Auch der zweite Einwechselspieler hätte die Führung erzielen können: Marinus Bester vergab allerdings aus aussichtsreicher Position per Kopf (85.). Für den HSV heißt es jetzt, in der Gruppe E Platz drei anzupeilen, der automatisch die Qualifikation für den UEFA-Cup bedeutet. Doch dafür muss schnellstens eine deutliche Leistungssteigerung her.

Daten
Fakten:
Noch ist alles drin 
Trotz des schwachen 0:0 bleiben die Hamburger im Rennen - haben weiterhin die Chance auf einen der ersten beiden Plätze. In Gruppe E haben alle vier Teams noch Chancen auf Rang 1 bis 4. Optimismus ist also angesagt...

HSV nach 1984 wieder 0:0 
Zum ersten Mal seit dem 19.September 1984 (erste Runde UEFA-Pokal, Hinspiel in Southampton) trennt sich der HSV wieder torlos im Europapokal - damit bleiben die Hamburger neben Sporting Lissabon das einzige sieglose Team in der diesjährigen Champions League.

Athen weiter ohne Heimsieg gegen deutsche Teams 
Panathinaikos gelingt auch im sechsten Europapokalheimspiel gegen eine deutsche Mannschaft kein Sieg – die einzigen beiden Erfolge gegen deutsche Mannschaften wurden auf deutschem Boden eingefahren. Im Champions-Cup traten die Athener zum dritten Mal zu Hause gegen ein deutsches Team an – zum dritten Mal endete die Partie dabei remis.

Kleines Jubiläum 
Im 30. Europapokalduell zwischen einer griechischen und einer deutschen Mannschaft gab es zum sechsten Mal ein Remis. Die Deutschen haben mit 18 Siegen bei nur sechs Niederlagen weiterhin klar die Nase vorn.

Schlaglichter:
HSV mit wenig Offensivdrang 
Der Offensivdrang des HSV hielt sich sehr in Grenzen – ganze vier Torschüsse brachten die Hanseaten in 90 Minuten zustande, zu wenig für den ersten Champions League-Sieg in dieser Saison.

Emsiger Karagounis 
Giorgios Karagounis war der Aktivposten auf Seiten der Athener. Seine 110 Ballkontakte waren mit Abstand die meisten aller Akteure auf dem Platz (die zweitmeisten hatte Henriksen mit 82!). Von allen Panathinaikos-Spielern absolvierte er die meisten Zweikämpfe, seine Gewinnbilanz ist dabei mit 58% mehr als beachtlich für einen Offensivspieler. Mit vier eigenen Torschüssen und drei Vorlagen war er zudem an sieben der zwölf Athener Torschüsse beteiligt.

Abgeklärter Hoogma 
Nico Jan Hoogma spielte einen sicheren Part als Abwehrchef – mit 73% gewonnenen Duellen war er zweikampfstärkster Hamburger, von allen HSV-Spielern leistete er sich die wenigsten Fehlpässe.

Yeboah ohne Bindung 
Es war nicht der Tag des Tony Yeboah, von seinen Mitspielern wurde er viel zu selten ins Spiel eingebunden. Dafür spricht, dass er von allen Feldspielern (die zu Beginn aufliefen) die wenigsten Ballkontakte hatte. Ein einziger Torschuss steht für ihn zu Buche, zudem war er mit nur 29% gewonnenen Duellen zweikampfschwächster Hamburger.

Top-Spieler: Roy Präger
In einer insgesamt schwachen Hamburger Mannschaft war Roy Präger, als er kam, einer der wenigen Lichtblicke. Der blonde Stürmer brachte gleich nach seiner Einwechslung frischen Wind ins Spiel. Auch die erste echte HSV-Chance hatte er. Weiterhin sorgte Präger auf der rechten Seite für viel Unruhe, seine Flankenläufe brachten immer wieder in die lange Zeit wenig geforderte Athen-Abwehr enorme Unordnung. 

Spielwertung: 1 Ball (von 4 möglichen)

Kommentar:
Nein, so wird das in der Champions League mit dem HSV in diesem Jahr nichts mehr. Die als das große Endspiel stilisierte Partie gegen Athen ließ aus deutscher Sicht vieles vermissen. Wenig Kampf, noch weniger Torchancen und HSV-Spieler, von denen einige weit unter Form spielten. So lautet das nüchterne Fazit. Die Norddeutschen müssen jetzt gehörig aufpassen, dass sie in der Gruppe E Platz noch drei erreichen, denn der bedeutet automatisch die Teilnahme am UEFA-Cup. Klappt das nicht, steht der HSV mit leeren Händen da.
Oliver Grothmann 

Taktik
Der HSV begann mit Yeboah und Heinz als Doppelspitze, dahinter sollte Barbarez das Duo unterstützen. Kovac spielte nicht ganz so offensiv wie in der Bundesliga, der wiedergenesene Groth sicherte nach hinten ab. Töfting kam wie gewohnt über rechts, Hollerbach über links. In der Abwehr spielten neben Hoogma wieder Hertzsch und Panadic - das Trio stand relativ sicher. 
In der zweiten Halbzeit brachte Pagelsdorf noch die Stürmer Präger, Ketelear und Bester für Groth, Hollerbach und den enttäuschenden Yeboah. Besonders Präger überzeugte. 


 
dpa meldet: Hamburger SV verspielte in Athen mit 0:0 fast alle Chancen
Athen (dpa) - Mit einer Nullnummer hat der Hamburger SV an der Stätte seines größten Triumphes den Abschied aus der Champions League vorbereitet. Der Bundesliga-Fünfte bot beim 0:0 gegen Panathinaikos Athen eine enttäuschende Leistung und hat nach dem vierten Gruppenspiel ohne Sieg nur noch theoretische Chancen auf den Einzug in die Zwischenrunde.

Vor 37 600 Zuschauern im Olympiastadion Spiros Louis, in dem der HSV vor 17 Jahren den Europapokal der Landesmeister gewann, taten die Norddeutschen in der Offensive viel zu wenig, um zum ersten Erfolg zu kommen. Damit ist selbst der dritte Platz in der Gruppe E, der wenigstens noch zum Weitermachen im UEFA-Cup berechtigt, für den sieglosen Tabellenletzten nur noch schwer zu realisieren.

Obwohl der HSV zum Siegen verdammt war, entschloss sich Trainer Frank Pagelsdorf für eine zurückhaltende Ausrichtung. Anstelle von Roy Präger als dritten Stürmer berief er Defensivkraft Martin Groth in die Anfangself. «Das ist das richtige Rezept. Wir haben zuletzt mit unserem Hurra-Stil genügend Spiele verloren», verteidigte Sportchef Holger Hieronymus die Sicherheits-Variante.

Kapitän Groth, der sich vor einem Monat beim 4:4 gegen Juventus Turin einen Rippenbruch zugezogen hatte, präsentierte sich bei seinem Comeback als der erhoffte Stabilitätsfaktor. Das Sicherheitsdenken aber ging zu sehr auf Kosten der Kreativität. Dem Spiel der Hanseaten fehlte es an Bewegung und an Ideen, zumal die Mittelfeldspieler Sergej Barbarez und Niko Kovac völlig untertauchten und auch Mittelstürmer Tony Yeboah indisponiert war. Stattdessen prägten jede Menge Fehlpässe im Aufbau das Geschehen des HSV, der bezeichnender weise in der ersten Halbzeit kein einziges Mal auf das gegnerische Tor schoss.

Die 21-malige griechische Meister war in seinen Angriffsbemühungen kaum einfallsreicher als die Gäste, war aber insgesamt feldüberlegen und erspielte sich in der ersten Halbzeit wenigstens zwei Möglichkeiten zur Führung. In der 6. Minute scheiterte Angelos Bassinas am glänzend reagierenden Hans-Jörg Butt. In der 39. Minute wurde der HSV-Keeper zwar von Goran Vlaovic ausgespielt, doch dann traf der Kroate aus spitzem Winkel das Tor nicht.

In der zweiten Halbzeit änderte sich weder etwas am dürftigen Spielniveau noch an der Hamburger Defensiv-Ausrichtung. Im Gegenteil, der HSV verlor mehr und mehr auch im Defensiv-Verbund die Übersicht und die Zweikämpfe und geriet phasenweise bedrohlich unter Druck. In der 51. Minute misslang der Versuch einer Abseitsfalle, doch Nikos Liberopoulos, schoss freis vor Butt am Tor vorbei.

Nach gut einer Stunde gab Pagelsdorf mit der Hereinnahme von Präger und Marcus Ketelaer für Groth und Bernd Hollerbach das überfällige Signal zur Offensive. Fast wäre die Maßnahme belohnt worden. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung hatte Präger in der 64. Minute die erste und einzige Hamburger Chance, doch der Blondschopf traf nach einer Flanke von Barbarez den Ball nicht richtig und am Pfosten vorbei. Kurz vor Schluss hatte auch noch der für Yeboah eingewechselte Marinus Bester die Chance zur Führung, sein Kopfball aber fing Torhüter Kostas Chalkias ab.


 
kicker meldet: Nullnummer in Griechenland

Panathinaikos Athen: Chalkias (3) - Henriksen (3), Gumas (3), Vokolos (4) - Basinas (3), Galetto (3,5), Fissas (4) - Olivares (4) - Karagunis (2) - Vlaovic (3), Liberopulos (3) - Trainer: Anastasiadis

Hamburger SV: Butt (3) - Hertzsch (4,5), Hoogma (3), Panadic (4,5) - Groth (5), Töfting (4,5), N. Kovac (4), Hollerbach (4) - Barbarez (5) - Yeboah (5), Heinz (3) - Trainer: Pagelsdorf

Eingewechselt:  62. Pflipsen für Olivares, 72. Warzycha für Galetto, 82. Nassiopoulos für Vlaovic - 62. Präger für Groth, 72. Ketelaer für Hollerbach, 78. Bester für Yeboah

Tore: 
Chancenverhältnis: 6:2
Eckenverhältnis: 6:4
Schiedsrichter: Irvine (Nordirland), Note 4 - zu großzügig
Zuschauer: 37680
Gelbe Karten: Töfting
Spielnote: 4
Spieler des Spiels: Karagunis - Der feine Techniker war der einzige Spieler auf dem Platz, von dem Ideen und Gefahrenmomente ausgingen.

Personal: Der Hamburger SV begann mit einer - überraschenden - Änderung gegenüber dem 3:3 von Stuttgart: Für Stürmer Präger kam Mittelfeldmann Groth zum Zug. Cardoso (verletzt) und Mahdavikia (Nationalmannschaft) waren naturgemäß nicht dabei.

Ebenfalls eine Änderung bei Athen gegenüber dem Hinspiel. Vlaovic stand statt Nassiopoulos in der Anfangsformation. Auf der Bank saß zunächst der Ex-Gladbacher Pflipsen. Villa und Paulo Sousa fanden keine Berücksichtigung.

Taktik: HSV-Trainer Pagelsdorf ging vom gewohnten 3-4-3 ab. Vor der Dreierkette machte eine defensiv orientierte Viererreihe die Räume dicht, hinter den beiden Spitzen Heinz und Yeboah gab Barbarez den Spielgestalter.

Auch Athen verteidigte mit drei Mann, praktizierte praktisch das spiegelgleiche Grundschema. Bei Bedarf ließen sich der Ex-Nürnberger Olivares, der Hollerbach oft weit nach hinten drängte, oder Fissas auf den Außenpositionen zurückfallen. Da Hamburg aber mit zwei Spielern angriff, war dies eher die Ausnahme.

Spielverlauf: Obwohl es um Alles oder Nichts ging, fehlte den Hamburgern in Athen die Courage. Durch die Umstellung stand die Mannschaft lange weitgehend sicher. Die erste große Chance für die Griechen ließ bis zur 39. Minute auf sich warten, als Vlaovic Torhüter Butt schon umkurvt hatte, aber anschließend nur das Außennetz traf.

Doch so souverän der HSV verteidigte, so zaghaft griff er auch an. Weder Yeboah noch Barbarez setzten Akzente und auch von der defensiven Viererkette im Mittelfeld, wo auch der zuletzt so agile Kovac keine Zeichen setzen konnte, gingen keine Impulse aus. Zu langsam wurde von Abwehr auf Angriff umgeschaltet, zu umständlich liefen die Kombinationen, zu hoch war die Fehlerquote jedes einzelnen Spielers. Lediglich Heinz sorgte ab und an für einen Farbtupfer. Bezeichnend: Die einzige, zarte, Torgelegenheit war lange ein Distanzschuss von Kovac nach einem doppelten Fehlpass in der Abwehr der Griechen.

Mit Präger kam ein klein wenig mehr Zug in die Aktionen, obwohl er die gleiche taktische Rolle wie Groth innehatte und nicht wie gewohnt auf den Flügel ging. Erst mit Ketelaer ging Pagelsdorf mehr Risiko ein. Doch diese Maßnahme kam viel zu spät, um den Spiel noch die eigentlich dringend benötigte Wende zu geben.

Fazit: Verdientes Unentschieden, das für einen sehr schwachen HSV schmeichelhaft war. 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): “Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Wir haben in der Defensive sehr gut gestanden. In den letzten 20 bis 25 Minuten haben wir das Risiko erhöht, sind dafür aber nicht belohnt worden. Es ging uns primär darum, Sicherheit im Defensiv-Verhalten zu finden, das ist uns gelungen. Wir können immer noch auf acht Punkte kommen, und ich denke, damit steht man am Ende nicht schlecht da.“