Bundesliga 2000/2001, Samstag, 09.09.00 um 15:30 Uhr im Bochumer Ruhrstadion bei trockenem Wetter mit vielleicht ca. 17 - 20 Grad  C 

VfL Bochum - Hamburger SV 0:4 (0:2)

Dieser Spielbericht ist nun auch für mich tatsächlich ein Novum. Bisher habe ich nämlich noch nie einen Spielbericht im Auto geschrieben. Aber nun. Habe extra mein Laptop mitgenommen, weil ich wußte, daß ich heute nicht fahren muß. Da dachte ich mir, daß ich die Zeit doch hervorragend nutzen kann, da mich der Spielbericht in der Regel schon immer 1 – 2 Stunden kostet. Allerdings habe ich natürlich zwangsweise keinen Spielbericht bisher im TV gesehen. Daher fehlen mit die Uhrzeiten und ich kann auch keine definitiven Aussagen zu Schiri-Entscheidungen machen. Nun aber zum Spielbericht:

Vor dem Spiel war mir tatsächlich etwas mulmig. Irgendwie glaubte ich nicht so recht an ein erfolgreiches Spiel, weil ich wohl auch befürchtete, daß die Spieler (wie auch ich ein bißchen) schon mit den Gedanken bei der CL sind.

Dann hatte ich auch noch Angst, daß wir es gar nicht pünktlich schaffen würden, weil mein Kumpel Stefan noch so lange arbeiten mußte, daß wir erst gegen 11:00 Uhr losfahren konnten. Dann auch noch ´ne Menge Stau und ich hatte doch Angst. Aber dann flutschte alles und wir kamen doch schon um 15:00 Uhr im Stadion an.

Der HSV legte gleich recht druckvoll los und ich wunderte mich, daß Bochum doch recht defensiv begann. Das Stadion war mit ca.20000 Zuschauern auch nicht gerade üppig gefüllt und das Spiel sorgte auch eher dafür, daß bei den Bochumern keine Stimmung aufkam. ABER bei uns. Ich weiß nicht genau wann, aber es muß so nach ca. 20 Minuten gewesen als wir mit 1:0 in Führung gingen. Eine Flanke von der linken Seite konnte Niko Kovac recht unbedrängt einköpfen. 

Auch danach wurde Bochum nicht druckvoller. Was Ihnen dann wohl das Genick brach, war die gelb-rote Karte für Peter Peschel. Uns das kam so: Bei einem (wirklich lächerlichen) Freistoß der Bochumer lief Peschel nach vorn und prallte dabei auf Hollerbach. Der sank dahin wie ein nasser Sack. Das ist ausnahmsweise nicht böse gemeint; ich glaube nur nicht, daß es ihm wirklich so weh getan hat. Die gelbe Karte für Peschel konnte ich gerade noch verstehen, denn zumindest war er ungestüm in Holler reingelaufen. Weshalb dann allerdings auch Holler in dieser Szene die gelbe Karte bekam, verstehe wer will. Ich zumindest nicht. Naja, jedenfalls bekam Peschel Minuten später die zweite gelbe Karte, als er Kovac am Trikot hielt, damit dieser nicht in den Strafraum eindringen konnte.

Im Nachhinein war das wohl der „Todesstoss“ für die Bochumer. Kurz darauf fiel dann das 2:0 für den HSV. Bei einem Angriff über rechts gab (so wurde mir gesagt) Groth denn Ball schön nach innen in den 16er zum freien Barbarez. Dieser hätte schon schießen können, aber der Winkel wäre nicht sehr günstig gewesen. So spielte er den Ball nur eine Position weiter in die Mitte zu Mahdavikia, der den Ball dann recht knapp genau ins linke Eck einschob. Nun hatte ich doch Hoffnung, daß dies ein schöner Nachmittag werden sollte und das sollte sich mehr als bestätigen. (Seit dem Spiel gegen WOB in der letzten Saison habe ich ja auch bei einem 2:0 immer noch etwas Angst).

Das 2:0 konnte ungefährdet in die Halbzeit gebracht werden. In der Halbzeit passierte dann auch noch etwas „nettes“ für mich, als mich ein fremder HSV-Fan ansprach und mir zu meiner Homepage gratulierte. Da freut man sich natürlich sehr ! Was ich aber bis zum jüngsten Tag wohl nicht verstehen werde: Wie hat der mich bloß erkennen können ??? ;-)

In der zweiten Halbzeit sollte es dann ein reines Freudenfest werden. Bochum stand in der Abwehr wirklich wie ein Hühnerhaufen; als ob sie gar keinen Bock mehr hätten.

Ich will mich ja nicht selbst loben (wenn ich genauer überlege, will ich es doch ;-)), aber ich hatte schon nach dem Werder-Spiel gesagt, daß Barbarez meiner Meinung nach auch als Mittelstürmer auflaufen könnte, wenn Yeboah mal nicht spielen kann oder soll. Heute jedenfalls spielte Tony nicht und Barbarez bewies, daß er auch als Torjäger agieren kann. Er präsentierte sich in der zweiten Halbzeit als echter Torjäger und konnte das 3:0 und 4:0 beisteuern. Beim 3:0 bekam er einen tiefen Pass von Super-Ingo und vollstreckte eiskalt. Auch beim 4:0 bekam er glaube ich wieder einen Pass aus der Tiefe, aber die Szene bekomme ich einfach nicht mehr zusammen. Jedenfalls lief er von der Mitte nach links in den Strafraum, ging noch an einem Verteidiger und schließlich dem Torwart vorbei und schob den Ball aus kurzer Entfernung und spitzem Winkel ein.

Nun war der schöne Samstag-Nachmittag perfekt und die Bochumer brachen vollends ein. Ich bin mir ganz sicher, daß Bochum in dieser Verfassung gaaaanz große Probleme in der Bundesliga haben wird. Auch wenn Sie einen Großteil der Spielzeit in Unterzahl spielen mußten, so haben sie sich einem nun auch nicht unbedingt überragendem HSV meines Erachtens zu schnell hingegeben. Quasi als Opferlamm !

Nach dem 0:4 prasselte es jedenfalls eine Zeit lang noch Chancen im Minutentakt. Und allesamt hochprozentig. Ich bekomme die ganzen guten Chancen gar nicht mehr zusammen. Die besten, die mir momentan einfällt: Nach einem Freistoß aus ca. 20 m leicht links der Mitte machte Töfting einen wunderschönen Pfostenschuß. Den hat er wirklich sehr schön an der Mauer vorbeigebracht. Der Ball schlug unten an den kurzen Pfosten und prallte von dort zu Sergej Barbarez, der den Ball direkt nahm und dann an den langen Pfosten schlug. Das sah schon wirklich beeindruckend aus und hätte auch spätestens mit dem Nachschuß ein Tor werden müssen. Wenn wir nicht schon so hoch geführt hätten, hätte ich jedenfalls nicht so darüber lächeln können wir jetzt. Außerdem fallen mir noch zwei weitere sehr gute Chancen ein, die der für Cardoso eingewechselte Präger hatte. Beide mal wurde er mit weiten Pässen auf der rechten Seite steil geschickt und drang in den Strafraum ein. Einmal schoß er direkt, aber leider über das Tor und beim zweiten mal legte er quer in die Mitte. Darauf hätten der Bochumer Torwart und ein Abwehrspieler fast ein Eigentor fabriziert. Auch Barbarez grätsche noch zu dem vorm Tor liegenden Ball, aber dann konnte ihn ein Bochumer doch zur Ecke klären. 

Der HSV hatte wirklich noch etliche Torchancen und ich übertreibe glaube ich nicht, wenn ich behaupte, daß es bei konsequenterer Ausnutzung auch ein 6,7 oder 8:0 möglich gewesen wäre. Eine der schönsten Chancen hatte noch der für Holler eingewechselte Töfting, der mir übrigens sehr gut gefiel. Töfting war in der Mitte in ca. 30 m Torentfernung in Schußposition gekommen und zog ab. Der Ball nahm seine Laufbahn in Richtung Torwinkel; doch leider konnte der TW diesen Ball halten.

In den letzten 15 Minuten schaltete der HSV dann doch einen Gang zurück. Man beherrschte die Bochumer allerdings immer klar und demütigte sie schon fast mit Passkombinationen über das ganze Feld. Quintessenz: Ein wirklich nicht überragender HSV spielte die Bochumer total in´n Dutt ;-)  Bochum war für den HSV genau der richtige Gegner, um Selbstvertrauen zu tanken für die kommenden schweren Aufgaben.

Meine Spielerbewertung:

Butt: bekam gar keine richtige Chance, sich mal auszuzeichnen: Note 3

Panadic: durfte nun doch wieder für Fukal ran und löste seine Aufgabe souverän, da es auch kaum gefährliche Bochumer Vorstöße gab: Note 3

Hoogma: auch er sehr souverän. Nicht gefordert: Note 3

Hertzsch: wahrscheinlich sehe ich ihn nur durch meine rosa-rote Brille, aber er gefiel mir noch etwas besser als die beiden anderen Verteidiger, weil er oft versuchte, sich mit nach vorne einzuschalten. Er wirkt seit den letzten Wochen mit Länderspiel-Nominierung und erstem Bundesliga-Tor wirklich wesentlich selbstbewußter: Note 2

Kovac: Heute durfte er wieder zusammen mit Cardoso auflaufen und es lief für ihn auch gleich besser. Das Tor wird ihm auch gut tun: Note 3

Groth: Ich merke schon, wie ich mich innerlich langsam auf ihn „einschieße“, aber es mißfällt mir wirklich sehr, daß er nie die rechte Seite hält und immer zur Mitte zieht. Bemerkenswert fand ich daher auch eine Szene im Spiel, als ihn Panadic mit Handzeichen endlich auf die rechte Außenbahn schickte. Insgesamt konnte aber auch Groth bei dem schwachen Gegner nicht abfallen: Note 3 -

Hollerbach: spielte schnörkel- und fehlerlos auf seiner Seite. Wegen der (meiner Meinung nach unberechtigten) gelben Karte wurde er wohl zur 2. Halbzeit ausgewechselt: Note 3

Töfting (ab 2. Halbzeit für Holler): Töfting hat mir wirklich sehr gut gefallen. Bissig im Zweikampf und auch mit schönem Zug nach vorn. Allerdings hatte er natürlich im Gegensatz zu Holler auf die Halbzeit spielen dürfen, in der Bochum noch wesentlich schlechter war.  Das tat er aber sehr gut: Note 2

Cardoso: konnte besonders in der ersten Halbzeit noch nicht so ganz an seine gute Form des letzten Jahres anknüpfen. Dennoch verleiht er dem Spiel sehr viel Ruhe und in der zweiten Halbzeit konnte er auch schon wieder mehr glänzen: Note 3+

Präger (kam in der zweiten Halbzeit für Cardoso): Dem klebt beim Schuss wirklich das Pech an en Füßen. Dabei war es doch eigentlich selten so leicht, ein Tor zu schießen wie heute: Note 4

Ketelaer: sehr unauffällig. Eigentlich schon zu unauffällig, wenn man bedenkt, wie offensiv der HSV war: Note 3-

Mahdavikia: Normalform. Wirkte bei einigen Angriffen sehr gut mit und hätte auch in der zweiten Halbzeit ein Tor erzielen können: Note 3

Barbarez: hat heute echte Goalgetter-Qualitäten bewiesen. Er wirkt zwar manchmal etwas behäbig, aber er ist sehr stark im Kopfball und weiß scheinbar auch am Boden, was er mit dem Ball anfangen soll. Mehr kann man von einem Yeboah-Ersatz nicht erwarten: Note 1

Schiri: Der Schiri ist mir eigentlich kaum aufgefallen. Hier und da war er etwas kleinlich, aber insgesamt würde ich  mich freuen, wenn ich mir öfter so wenig Gedanken über einen Schiri zu machen bräuchte: Note 2+

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:
Telegramm 
TORE :   0:1 Niko Kovac (24.), 0:2 Mehdi Mahdavikia (32.), 0:3 Sergej Barbarez (56.), 0:4 Sergej Barbarez (60.)

GELBE KARTEN 
VfL Bochum: Peter Peschel (21.)
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (21.) ,Niko Kovac (41.)

PLATZVERWEISE 
VfL Bochum: Karte gelb/rot für Peter Peschel (28.)
Hamburger SV: -

SCHIEDSRICHTER :   Jörg Keßler 
ZUSCHAUER :   20.534 
DATUM :   09.09.00   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
VfL Bochum: Rein van Duijnhoven, Martin Meichelbeck, Thomas Stickroth, Zoran Mamic, Samir Toplak, 
Mirko Dickhaut, Achim Weber, Peter Peschel, Sebastian Schindzielorz, Yildiray Bastürk, Paul Freier

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Martin Groth, Andrej Panadic, Niko Kovac, Marcel Ketelaer, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
VfL Bochum: Hilko Ristau für Zoran Mamic (57.), Marijo Maric für Achim Weber (60.)

Hamburger SV: Stig Töfting für Bernd Hollerbach (46.), Roy Präger für Rodolfo E. Cardoso (61.), Harald Spörl für Marcel Ketelaer (79.)
 

HSV: "Juve" kann kommen!
Der Hamburger SV ist bereit für das "Spiel des Jahres" - "Juve" kann kommen! Fünf Tage vor ihrer Champions-League-Premiere feierten die Hanseaten einen eindrucksvollen 4:0-Erfolg bei Aufsteiger VfL Bochum und verbesserten sich nach dem zweiten Sieg in Folge in der Tabelle auf Rang vier. Die Westfalen kassierten die dritte Niederlage in Serie und warten seit 298 Minuten auf ein Bundesliga-Tor. 

In der völlig einseitigen Partie sorgten Niko Kovac (24.) und der Ex-Bochumer Mehdi Mahdavikia (32.) vor 20.534 Zuschauern mit ihren Treffern schon vor der Pause für die Vorentscheidung. Bochum verlor außerdem bereits nach 28 Minuten Peter Peschel durch eine Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. Nach der Pause stellte Sergej Barbarez (56., 60.) mit seinen Saisontreffern zwei und drei den Endstand her. 

Gelb-Rot für Peschel 

Spätestens nach dem Platzverweis von Peschel war der VfL überfordert. Die ohnehin unsichere Deckung der Platzherren geriet gegen die starke HSV-Offensive fast unter Dauerbeschuss. 

Zwei Minuten vor dem 2:0 traf der überragende Kovac nur die Latte, nach der Pause vergaben Barbarez (50.), Ketelaer (52.), Töfting (66.) und Ketelaer (70.) noch die besten der zahlreichen HSV-Möglichkeiten. 

Keine einzige Bochum-Chance 

Bochum blieb gegen einen übermächtigen Gegner einen Nachweis seiner Klasse schuldig. Die Elf von Trainer Ralf Zumdick kam in der gesamten Spielzeit zu keiner einzigen echten Chance, Nationaltorwart Hans-Jörg Butt blieb beinahe beschäftigungslos 

Daten
Fakten:
Höchster HSV-Auswärtssieg seit drei Jahren 
Der HSV feierte seinen höchsten Auswärtssieg seit dreieinhalb Jahren. Am 21.02.97 siegten die Hamburger ebenfalls mit 4:0 beim SC Freiburg. In Bochum gewann der HSV übrigens noch nie zuvor höher.

Keßler bringt Bochum Pech 
Zum vierten Mal pfiff Schiedsrichter Jörg Keßler eine Partie der Bochumer - alle vier Spiele gingen verloren.

Erinnerungen bei Mahdavikia 
Mehdi Mahdavikia traf gegen seinen Ex-Verein Bochum zum 2:0. Seinen ersten Treffer in der Bundesliga hatte der Iraner übrigens am 16.03.99 erzielt. Es war ebenfalls ein 2:0 bei einer Auseinandersetzung Bochum - HSV, damals allerdings spielte Mahdavikia noch im Bochumer Trikot.

Barbarez trifft wieder 
Mit seinem vierten Bundesliga-Doppelpack hat Sergej Barbarez schon nach vier Spieltagen mehr Treffer auf seinem Konto als nach der gesamten Saison 99/00 - da hatte er nur zweimal für Borussia Dortmund getroffen.

Schlaglichter:
HSV spielte Katz und Maus 
Vom VfL Bochum war in der Offensive während der gesamten Partie kaum etwas zu sehen. Mit 60 Prozent Ballbesitz und einer Torschuss-Bilanz von 24:4 spielte der HSV "Katze" Zumdicks Truppe über die gesamte Spielzeit an die Wand. Bis zur 75. Minute sollte es dauern, bis Bochum in Person von Paul Freier zum einzigen Torschuss im gegnerischen Strafraum kam. Zugleich war es der einzige Bochumer Torschuss nach dem Seitenwechsel.

Ein Bochumer wehrte sich 
Ganz Bochum wurde vom Hamburger SV beherrscht. Ganz Bochum? Nein, auf der linken Seite hielt in Martin Meichelbeck einer dagegen, an dem vor Saisonbeginn auch der HSV Interesse gehabt hatte. 78 Prozent seiner Zweikämpfe gewann der Ex-Fürther und war damit der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz.

Barbarez und Kovac im Gleichschritt 
Hervorstechende Figuren des Hamburger Offensivspiels waren Sergej Barbarez und Niko Kovac, die zusammen mit Mehdi Mahdavikia am häufigsten an den zahlreichen Torschüssen (je siebenmal) beteiligt waren. Sowohl Barbarez als auch Kovac kamen zu fünf Torschüssen und legten ihren Kollegen je zwei Torschüsse auf.

Offensivmisere 
Das ganze Bochumer Dilemma wurde an Torjäger Achim Weber deutlich. Der Stürmer hatte die wenigsten Ballkontakte (24) aller Spieler und kam nicht einmal zum Torschuss. Der für ihn eingewechselte Marijo Maric hatte allerdings keine besseren Werte.
 

Stimmen
Trainer Ralf Zumdick (VfL Bochum):
"Es fällt mir sehr schwer, zu dem Spiel etwas zu sagen. Der HSV redet über Champions League - wie weit wir davon entfernt sind, hat man heute gesehen. Wir müssen uns auf die Bundesliga konzentrieren, und allein das wird schon sehr schwer. Wir haben uns heute nicht sehr gut angestellt." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Wir wollten nach dem Heimsieg gegen Bremen möglichst einen Anschluss haben, weil wir zu Beginn der Saison ein ähnliches Erlebnis wie die Bochumer heute gegen uns in Berlin hatten. Nach der Gelb-Roten Karte für Peschel hatten es die Bochumer natürlich auch schwer, weil wir gut gestanden haben. Bis zum Spiel gegen Juventus ist noch viel Zeit. Da werde ich mir noch Einiges überlegen." 
 

Kommentar: 
Topspieler:
Niko Kovac zeigte im Ruhrstadion seine mit Abstand beste Saisonleistung. Der kroatische Nationalspieler machte den ersten HSV-Treffer selber und war danach nicht nur auf seinem angestammten Platz im defensiven Mittelfeld zu finden. Der 28-Jährige schaltete sich immer wieder effektiv in die Offensive ein und war im Zweikampf kaum zu bezwingen. Falls Trainer Pagelsdorf am Mittwoch gegen Juventus Turin einen Manndecker für Zinedine Zidane sucht - Kovac ist sein Mann! 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Der HSV darf sich von diesem 4:0-Sieg nicht blenden lassen. Der VfL Bochum war am Samstag einfach zu schwach, als dass ein Rückschluss auf die eigene Leistung gerechtfertigt wäre. Die Hanseaten werden genau wissen: Bochum ist nicht "Juve"! Der augenscheinlich überzeugende Auftritt war nicht mehr als ein Aufgalopp zum ersten Champions-League-Spiel in der HSV-Geschichte. 
In Bochum ist nach dem 1:0-Sieg in Kaiserslautern längst der triste Alltag eingekehrt. Elf Tore in drei Spielen kassiert und keins geschossen - das sagt eigentlich alles. Alarmierend ist allerdings, dass das größte VfL-Problem nicht im Sturm zu suchen ist. Die Defensive um die beiden zentralen Kräfte Stickroth und Mamic präsentierte sich im dritten Spiel in Folge als absolut untauglich für die Bundesliga. 
Jörg Mebus 

Taktik:
Der Platzverweis gegen Peschel (28.) warf Bochums Anfangstaktik über den Haufen. Aus der Vierer- wurde eine Dreikette, Stickroth rückte etwas vor die Abwehr. Die starke HSV-Offensive drängte den Bochumer Routinier aber immer wieder zurück. Paul Freier, der auf rechts ein "Tandem" mit Peschel bilden sollte, hing genauso in der Luft wie Achim Weber als einzige "echte" Spitze. 
Die HSV-Dreierkette mit Panadic, Hoogma und Hertzsch (von rechts) geriet nie unter Druck. Dementsprechend konnten sich auch Hollerbach, Groth und vor allem Kovac aus dem defensiven Mittelfeld immer wieder nach vorne orientieren. Sergej Barbarez war mehr Mittelstürmer als Vorbereiter. 


 
dpa meldet: HSV erreichte im Schongang klaren 4:0-Erfolg in Bochum 
Von Ulli Brünger, dpa 
Bochum (dpa) - Der Hamburger SV ist für sein Debüt in der Champions- League gerüstet. Vier Tage vor der "Kür" gegen Juventus Turin am Mittwoch erledigten die Hanseaten am Samstag ihre Pflicht gegen den VfL Bochum in der Fußball- Bundesliga souverän und besiegten den Aufsteiger mühelos mit 4:0 (2:0). 

Vor 20 534 Zuschauern im Ruhrstadion trafen Niko Kovac (24.), Mehdi Mahdavikia (32.) sowie Sergej Barbarez (56./60.) für den in allen Belangen überlegenen HSV, der seinen Marsch in die obere Tabellen- Region fortsetzte. Bochums Peter Peschel sah in der 28. Minute die Gelb- Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. Für die Elf von Ralf Zumdick war es nach dem 0:3 gegen Bayern München und dem 0:4 in Berlin die dritte deftige Niederlage in Folge.

HSV- Trainer Frank Pagelsdorf veränderte seine Mannschaft auf einigen Positionen. So kehrte Spielmacher Rodolfo Cardoso ins Team zurück, Mahdavikia kam für Roy Präger und Andrej Panadic ersetzte Milan Fukal. Dafür blieb Stürmer Anthony Yeboah zunächst auf der Bank. Von Beginn an übernahmen die Hanseaten das Kommando und kamen durch einen 16- m- Schuss von Kovac zur ersten guten Möglichkeit (18.). Nur sechs Minuten später nutzte der kroatische Nationalspieler eine Freistoß- Flanke des Iraners Mahdavikia per Kopf zur Führung. Bochums Schlussmann Rein van Duijnhoven machte bei dem Treffer nicht die glücklichste Figur, weil er auf der Linie verharrte.

Kurz darauf schwächte sich der Gastgeber selbst. Peschel sah Gelb- Rot, da er Kovac am Trikot gezupft hatte. Spätestens nach dem 2:0 durch Mahdavikia schien die Partie zu Gunsten der Gäste entschieden, zumal der Aufsteiger noch eine Stunde in Unterzahl agieren musste. So war es kein Wunder, dass die Revier- Elf bis zur Pause keine nennenswerte Torchance besaß. Mit einem Doppelschlag kurz nach dem Wechsel versetzte Barbarez den Bochumern, die in jeder Phase des Spiels ihre Erstliga- Reife vermissen ließen, den endgültigen K.o.

Vier Tage vor dem ersten Champions- League- Spiel gegen Juventus Turin konnte der HSV vor allem in der zweiten Hälfte Kräfte schonen, weil die Partie nicht mehr als ein besseres Trainingsspiel war. Für den VfL Bochum, bei den allein der junge Paul Freier durch seine Unbekümmerheit gefiel, brechen nach der dritten Niederlage in Serie schwere Zeiten an. 


 
kicker meldet: Alles klar nach Peschels Platzverweis 

Ein wahres Heimdebakel erlitt der VfL Bochum im Ruhrstadion gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Hamburg. Beim 0:4 (0:2) waren Kovac, Mahdavikia und Barbarez (2) für den HSV erfolgreich, der durch den Sieg mittlerweile wieder im Vorderfeld der Tabelle angekommen ist. Bochum bleibt nach dem Auftaktsieg in Kaiserslautern punkt- und torlos.

Der VfL war erstmals ohne seinen Olympioniken Delron Buckley angetreten. Trainer Ralf Zumdick wählte gegen die drei Hamburger Spitzen zudem eine defensive Variante und bot mit Mamic einen klassischen Libero auf. HSV-Coach Frank Pagelsdorf verzichtete im Hinblick auf das Juve-Spiel zunächst auf Präger und Yeboah.

Nach einer vom Gast kontrollierten Anfangsphase ohne Höhepunkte war es ausgerechnet Schiedsrichter Keßler, der für Aufregung sorgte. Nach einem Mahdavikia-Solo wusste sich Toplak im Strafraum nur durch einen Griff ans Trikot des Iraners zu helfen. Der Pfiff des Referees blieb aus (19.). In dieser Szene hatte der VfL noch Glück, doch in den folgenden 13 Minuten brach dann das Unheil über die Westfalen herein. Zunächst schlief die gesamte Hintermannschaft der Bochumer bei einer Freistoßflanke von Mahdavikia und ließ den nur 176 Zentimeter großen Niko Kovac zum 0:1 einköpfen (23.). Fünf Minuten später musste Peter Peschel nach seinem zweiten Foul den Platz in Richtung Umkleide verlassen (28.). Wiederum vier Minuten danach spielte der HSV seine Überzahl erstmals clever aus. Über den rechten Flügel leitete Groth einen Konter ein. Barbarez passte maßgenau auf den völlig vernachlässigten Mehdi Mahdavikia, der sich kaltschnäutzig mit dem 0:2 (32.) bedankte. Der HSV schaltete mit der sicheren Führung im Rücken einen Gang zurück, doch die Hausherren konnten davon nicht profitieren. Lediglich bei einer Hereingabe von Weber roch es nach einem Bochumer Treffer. Ketelaer klärte für seinen Keeper Butt (34.).

Die Ereignisse der ersten Hälfte hatten die Zumdick-Elf offensichtlich in einen Schockzustand versetzt. Ein Aufbäumen gegen die drohende Niederlage blieb nach dem Wiederanpfiff aus. Im Gegenteil: Der HSV hatte Chancen im Zwei-Minuten-Takt. Barbarez (50.), Ketelaer (52.) und Mahdavikia (54.) scheiterten noch, doch Sergej Barbarez traf dann in der 56. Minute nach einem sehenswerten Pass von Ingo Hertzsch. Gegen die konsternierten Bochumer legte der Ex-Dortmunder nach einer Stunde nach und traf gegen eine praktisch nicht mehr vorhandene Bochumer Abwehr zum 0:4. Ein noch höheres Debakel verhinderte zwei Mal die Torumrandung bei Schüssen von Töfting und Groth (66.). 

Die Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
81. Minute: Weiterhin schulmäßige Angriffe der Pagelsdorf-Elf. Präger ist alleine durch, passt frei vor van Duijnhoven nach innen, doch Ristau kann vor dem leeren Tor noch klären.
71. Minute: Doppelpass zwischen Töfting und Präger. Der Schuss des Dänen wird jedoch eine Beute des VfL-Keepers.
66. Minute: Zwei Mal Aluminium: Freistoß Töfting an den rechten Pfosten, der Nachschuss von Groth prallt vom linken Torgestänge ins Feld zurück.
60. Minute: 0:4! Beinahe eine Kopie des dritten Treffers. Wieder ist der Ex-Dortmunder auf und davon, läßt van Duijnhoven aussteigen und schiebt mit links ein.
56. Minute: 0:3! Der dritte Treffer der Hanseaten war längst überfällig. Ein Steilpass von Hertzsch erreicht Barbarez, der Meichelbeck enteilt ist und unbedrängt einschießt.
54. Minute: Mahdavikia tanzt seinen Gegenspieler Meichelbeck im Strafraum aus. Van Duijnhoven kann im letzten Moment das 0:3 verhindern.
52. Minute: Auch ein Volleyschuss von Ketelaer verfehlt sein Ziel nur knapp.
50. Minute: Der HSV ist weiterhin aktiver. Ein Linksschuss von Barbarez geht nur knapp am rechten Pfosten vorbei.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
34. Minute: Erste Chance für den VfL. Nach einer flachen Hereingabe von Weber muss Ketelaer im Torraum für Butt retten.
32. Minute: 0:2! Der HSV nutzt die Überzahl kaltschnäutzig aus. Angriff über rechts. Groth bedient Barbarez, der den Ball direkt nach innen weiterleitet. Dort steht Mahdavikia völlig allein und läßt van Duijnhoven nicht den Hauch einer Chance.
30. Minute: HSV-Regisseur Cardoso flankt von rechts und Bochums Schindzielorz lenkt den Ball an den eigenen Querbalken.
28. Minute: Bochum nur noch zu zehnt. Peschel reißt Kovac um und wird von Schiedsrichter Keßler zum Duschen geschickt.
23. Minute: 0:1! Nach einer Freistoßflanke von Mahdavikia kann ausgerechnet der kleine Niko Kovac aus sechs Metern unbedrängt einköpfen.
19. Minute: Glück für Bochum: Mahdavikia wird von Toplak im Strafraum klar umgerissen, doch Schiedsrichter Keßler läßt weiterspielen.
16. Minute: Nach einer Viertelstunde ist die Abtastphase im Ruhrstadion noch immer nicht beendet. Hamburg kontrolliert, Bochum riskiert noch nichts.
Anpfiff