Bundesliga 2000/2001, Samstag, 30.09.00 um 15:30 Uhr in Hamburg  bei sonnigem Wetter und 21 Grad  C 

Hamburger SV - FC Schalke 04   2:0 (1:0)

Endlich ein Sieg. Mann, war das wichtig! Hätten wir nicht gewonnen, wäre das Krisengerede wieder in vollem Gange gewesen.

So richtig viel weiß ich gar nicht über den Spielverlauf zu schreiben, denn im Großen und Ganzen war es ein wirklich schlechtes Spiel. Beide Mannschaften waren spielerisch allerhöchstens Durchschnitt.

Unterdurchschnittlich war allerdings der Schiedsrichter heute. Er hatte allerdings eine klare Linie, doch die hat mir absolut nicht gefallen. Für meinen Geschmack war der Mann viel zu kleinlich. Es mußte wirklich nur ein Spieler fallen und schon blies der Schiri voller Wonne in´s Horn (bzw. Hörnchen). Jedenfalls trug der Schiri auch seinen Teil dazu bei, daß kein rechter Spielfluß aufkommen wollte.

An Chancen fällt mir auf beiden Seiten wirklich nur ganz bescheiden wenig ein. Wenn es richtige Chancen waren, waren es auf beiden Seiten auch gleich immer sehr hochkarätige.

So hatte Schalke in der 1. Halbzeit einen schönen Konter, bei dem Möller schließlich den Ball bekam. Der Winkel war dann aber doch so eng, daß er den Ball nur knapp am Tor vorbei schießen konnte. Gott sei Dank. Es hätte auch nicht sein dürfen, denn es wäre wieder Ingo Hertzsch gewesen, der den Ball im Mittelfeld durch einen schlechten Paß vertändelt hatte.

Die erste richtig gute Chance des HSV war dann auch gleich eine hundertprozentige. Yeboah hatte diese Chance, aber man kann ihm wohl letztendlich keinen Vorwurf machen, weil er sich diese Chance auch ganz alleine erarbeitet hatte. Der Ball kam mal wieder hoch und recht schlecht zu ihm geflogen und es standen gleich 3 Schalker in seiner Nähe. Er schaffte es tatsächlich, sich an den Schalkern vorbei in den Strafraum zu tanken und war dann auch schon an Reck vorbei. Er schoß den Ball auf´s Tor. Doch da schaffte es ein Schalker tatsächlich noch, sich in den Ball zu werfen und zur Ecke zu klären.

Nicht vergessen darf man allerdings auch, daß es zwei stark elfmeterverdächtige Szenen für die Schalker gab in der 1. Halbzeit. Zunächst flog einmal ein Ball hoch in den 16er und von meinem Platz aus, sah es schon seeeeehr deutlich nach einem Aufstützen von Fukal aus. Dann gab es noch eine Elfer-Szene für Heulsuse Möller. Er war fast an der Auslinie in den 16er eingedrungen und zog zum Tor. Dabei griff ihm doch tatsächlich wieder irgendso ein Tolpatsch an´s Trikot. Möller lief allerdings erst noch 2 Schritte und ließ sich dann erst fallen. Was Möller machte, war eine klare Schwalbe. Dennoch hätte man den Elfer meiner Meinung pfeifen können, denn der Griff zum Trikot schien vorher schon recht deutlich.

Dann aber erlöste uns Marek Heinz. Yeboah spielte den Ball von rechts flach in den Rüken der Abwehr in den 16er  und Marek Heinz zog auch ca. 14 m direkt ab. Da hatte Reck keine Chance.

Das Spiel ging dann mit 1:0 in die Halbzeit und in der 2. Halbzeit wurde es dann immer schlechter.

Herausragend schlecht war dann leider Stig Töfting, der die Bälle reihenweise blind nach vorne schlug und damit unsere Angriffe verhinderte.

Die mit Abstand beste Chance der 2. Halbzeit hatte dann der HSV. Das war eine 100%ige. Nein, um es genauer zu sagen: Es waren zwei 100%ige in nur einer Szene.

Mit einem wunderschönen Paß von Barabrez in die Tiefe wurde Mahdavikia ab der Mittellinie auf die Reise geschickt. Durch seine Schnelligkeit lief er alleine auf Reck zu. Aber leider hat er nicht die nötige Cleverness bewiesen. Anstatt Reck einfach zu umlaufen, was bei seiner Schnelligkeit und dem Schwung, den er ohnehin schon hatte, bestimmt möglich gewesen wäre, schoß er den Schalker Keeper nur an. Doch dann wurde es fast noch schlimmer. Der Ball trudelte zu  Yeboah, der jetzt nur im 16er unbedängt stand und den Ball nur noch an dem einzig mitgelaufenen Schalker vorbeischieben mußte. Doch diesem schoß er an den Kopf. Dieser Angriff hätte eigentlich für 2 Tore gereicht, doch führte zu gar nichts. Unglaublich !

Ich sagte mir selbst nur immer, daß ich mich nicht über dieses verfehlte Tor noch ärgern müssen will.

Mußte ich dann letztendlich auch nicht, weil Schalke wirklich sehr blind anrann. Der größte Fehler der Schalker war wohl, daß sie immer wieder nur durch die Mitte kamen. Und dabei erspielten sie sich in der 2. Halbzeit nun wirklich fast gar keine guten Chancen.

Der HSV konnte dann tatsächlich kurz vor Schluß noch das 2:0 erzielen. Der eingewechselte Fischer spielte nach außen zu Töfting und der flankte, fast an der Grundlinie stehend, schön in die Mitte zu Mahdavikia, der nach Yeboahs und Heinz´ Auswechslung nun Mittelstürmer spielte. Mahdavikia schaffte es noch, den Ball zuerst wieder nicht an Reck vorbeizubringen. Er stand direkt vor Reck und tunnelte ihn (wohl eher aus Versehen). Der Ball ging von Rechs Fuß an den Innenpfosten und trudelte dann auf der Linie entlang, bis ihn Mahdavikia noch direkt vor Recks händen reinstochern konnte.

Das 2:0 war dann der endgültige Todesstoß für die Schalker und wir haben dieses wirklich wichtige Spiel gewonnen und damit nun wieder etwas Luft nach unten. Das Krisengerede wird jetzt hoffentlich erstmal aufhören, denn in der nun 2 wöchigen Bundesligapause wäre das Krisengeschrei der Presse wieder laut gewesen, wenn der HSV nicht gewonnen hätte.

Naja, so haben wir dieses wirklich nicht sehr ansehnliche Spiel aber zumindest endlich mal wieder für uns entscheiden können.

Meine Spielerbewertung:
Butt: Tadellos. Hatte allerdings auch nur wenig zu tun. Durfte hier und da mal eine der schlechten Schalker Flanken abfangen: Note 3

Hertzsch: Fast hätte er schon wieder ein Gegentor verursacht durch einen schlechten Paß im Aufbauspiel. Allerdings bot er in der Abwehr eine sehr gute Leistung. Nach 60 Minuten war sein Gegenspieler Asamoah verschlissen und wurde ausgewechselt: Note 3

Hoogma: Fels in der Brandung. Gefiel mir sehr gut. Auch sein Spiel von hinten heraus. Note 2+

Fukal: scheint sich langsam eingewöhnt zu haben. Ist in das Team integriert und bot eine gute Leistung: Note 2

Kovac: klasse kämpferische Leistung. Hat sich den Ball oft erobert. Leider hat er dann nur manchmal nicht den rechten Moment zum Abspiel beim Konter gefunden: Note 2

Hollerbach: heute mal völlig unauffällig: Note 3

Töfting: in der ersten Halbzeit unauffällig. In der zweiten Halbzeit erstickte er dann aber fast jede Konterchance durch ungenaue Abspiele. Obwohl er dann letztendlich noch die Vorlage zum 2:0 gab, war es aufgrund einer furchtbaren 2. Halbzeit: Note 5

Barbarez: war heute sehr fleißig. Er spielte auch nicht direkt hinter den Spitzen, sondern ließ sich oft fallen. Cardoso kann er zwar trotzdem nicht ersetzen, aber es hat mich gefreut, wie sehr er im Mittelfeld geackert hat: Note 3+

Heinz: das Tor war auch schon wirklich seine einzig auffällige Szene. Konnte seine Technik wirklich nie in´s Spiel einbringen. Vielleicht geht das auch nicht bei dem Scheiss-Rasen: Note 3-

Mahdavikia: auch er konnte fast nur durch sein Tor am Ende auffallen. Hätte schon bei seinem Konter das 2:0 machen müssen!: Note 3

Yeboah: auch er hatte zwei 100%ige Torchancen, die er letztendlich vergab. Die erste kann ich ihm nicht vorwerfen, die zweite schon: Note 3-

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Fuxi mailte mir seine Spielerbewertung zum Spiel:
Die HSV-Spieler in der Einzelkritik:

Butt: Nur einmal gefordert, nämlich bei der einzigen Chancen von Asamoah per Kopf, und selbst da stand er sicher. Note 2.

Hertzsch: Holte sich früh eine gelbe Karte ab und hatte auch ansonsten mit Asamoah viel zu tun, wurde aber immer sicherer. Note 3+.

Hoogma: Hatte seine Abwehr meist im Griff. Besonders in Halbzeit zwei Chef im dichten Abwehrverband, der nur eine Schalker Chance zuließ. Note 2-.

Fukal: Anfangs mit Problemen gegen Sand und zuviel offensiver Ausrichtung, besann sich aber auf seine Kernaufgabe und erledigte sie immer besser. Note 3.

Hollerbach: Unermüdlich auf der linken Seite und im defensiven Mittelfeld. Von Kamphuis nichts zu sehen. Nur das Tor per Rechtshammer war ihm als Krönung nicht vergönnt. Note 2-.

Kovac: Endlich wieder der alte. Andreas Möller fiel nur einmal auf, dann auch als Spielgestalter abgemeldet. Note 2.

Tøfting: Erkämpfte sich viele Bälle und harmonierte gut mit Mahdavikia. Holte den Ball zum 1:0, flankte zum 2:0. Böhmes verzweifelter Schuß ans Außennetz aus spitzem Winkel symbolisch für Tøftings Arbeit. Note 3+.

Barbarez: Defensiv stark, nach vorn nur mit langen Bällen. Kein Spielmacher heute, keine Torgefahr. Aber gegen drängende Schalker das richtige Mittel. Note 3+.

Heinz: Wirkt immer noch etwas müde vom Australien-Trip. Auf diesem Geläuf war technisch nichts möglich. Dafür stand er beim 1:0 goldrichtig und haute einfach mutig drauf. Als Mittelstürmer später überfordert. Note 3-.

Yeboah: Was ist bloß los? Wieder einmal eine Durststrecke mit vielen vergebenen Chancen wie schon 1998. Aber er hat es damals geschafft und schafft es auch wieder. Immerhin bereitete er das 1:0 vor und arbeitete wie ein Ackergaul. Note 2.

Mahdavikia: Ausgerechnet im Formhoch fehlt er für vier Wochen. Im Spielaufbau fiel er selten auf, wurde aber in der zweiten Hälfte torgefährlich, als Schalke die Räume aufmachte. Sein angelernter Torriecher brachte das 2:0. Ohne ihn wird der Oktober schwer. Note 2-.

Einwechselspieler:
Ketelaer: Fiel kaum auf, rannte aber gewohnt viel. Note 3-.

Fischer: Er rackerte in den letzten 10 Minuten im Mittelfeld, rieb sich nochmal auf und erfüllte seine Zeitschinderaufgabe exzellent. Bereitete das 2:0 mit vor und sorgte für van Kerckhovens Ampelkarte. Note 3.

Bester: Durfte sich die Siegprämie abholen. Ohne Ballkontakt in den letzten 45 Sekunden. Ohne Note.

Fuxi


 
Sport1 meldet:   Hamburger SV - FC Schalke 04 2 : 0 (1 : 0) 

Telegramm 
TORE :   1:0 Marek Heinz (35.), 2:0 Mehdi Mahdavikia (83.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Ingo Hertzsch (12.), Andreas Fischer (87.)

FC Schalke 04: Tomasz Hajto (58.), Nico van Kerckhoven (67.)

PLATZVERWEISE 
Hamburger SV: -
FC Schalke 04: Karte gelb/rot für Nico van Kerckhoven (87.)

SCHIEDSRICHTER :   Lutz Wagner 
ZUSCHAUER :   51.366 
DATUM :  30.09.00   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Bernd Hollerbach, Niko Kovac, Sergej Barbarez, Anthony Yeboah, Stig Töfting, 
Marek Heinz, Nico Jan Hoogma, Ingo Hertzsch, Mehdi Mahdavikia, Milan Fukal

FC Schalke 04: Oliver Reck, Olaf Thon, Jörg Böhme, Radoslav Latal, Andreas Möller, Tomasz Waldoch, Niels Oude Kamphuis, Tomasz Hajto, Ebbe Sand, Nico van Kerckhoven, Gerald Asamoah

WECHSEL 
Hamburger SV: Marcel Ketelaer für Anthony Yeboah (61.), Andreas Fischer für Marek Heinz (78.), Marinus Bester für Mehdi Mahdavikia (90.)

FC Schalke 04: Jiri Nemec für Olaf Thon (33.), Youri Mulder für Gerald Asamoah (64.)
 
 

Hamburg beendet Schalker Sturmlauf

Schalke 04 muss sich erstmals in der laufenden Saison geschlagen geben. In Hamburg verloren die Königsblauen mit 0:2 und konnten nun seit fast acht Jahren nicht mehr im Volkspark gewinnen. 

Diese Negativ-Serie wollte Schalke 04 heute unbedingt beenden und war trotz des Ausfalls von Stürmer-Star Emile Mpenza offensiv eingestellt. Doch die erste Chance hatte der HSV durch Sergej Barbarez bereits in der 8. Minute - der Bosnier vergab aus elf Metern freistehend. 

Schalke vergab zwingende Chancen
Zwei Minuten später hatte dann Mpenza-Ersatz Gerald Asamoah die Führung auf dem Fuß. Fünf Meter vor dem Tor wurde er allerdings von Milan Fukal und Ingo Hertzsch entscheidend gestört und traf den Ball nicht. 

Die Gäste wurden immer stärker, der HSV ruhte sich zunächst von den Champions League-Strapazen aus. Andreas Möller vergab zwei dicke Chancen zur Führung (20., 25.). 

Verdiente Führung für den HSV
Das rächte sich. Der HSV tat mehr für das Spiel und wurde belohnt. In der 35. Minute legte Anthony Yeboah schön auf Marek Heinz ab, der völlig frei in den Strafraum der Gäste spazierte. Ein satter Schuss aus elf Metern genau ins rechte Eck machte die Führung für die Gastgeber perfekt. Oliver Reck im Tor der Schalker hatte keine Chance. 

In der zweiten Hälfte das selbe Bild: Schalke machte Druck, die Hamburger blieben cool und glänzten vor allem in der Defensive. Das machte es den Gästen unmöglich, Chancen zu erspielen. Beleg: Nur magere fünf Torschüsse brachten die Königsblauen auf das Tor von Hans-Jörg Butt. Beim HSV war es sogar einer weniger. 

Schalker Abwehr zu zaghaft
Doch die Gastgeber trafen wenigstens. Die 83. Minute: Flanke von Stig Töfting, und Mehdi Mahdavikia - nicht entscheidend gestört - schob Reck zunächst den Ball durch die Beine: Pfosten. Im Nachsetzen brachte der Iraner den Ball dann im Tor unter. 2:0 - die Entscheidung. 

Der HSV klettert dank des Sieges auf Rang 7, Schalke bleibt Zweiter, doch der Sturmlauf ist vorerst gestoppt. Zusätzliches Pech für die Königsblauen: Olaf Thon musste in der 33. Minute mit Außenbandriss ausgetauscht werden und fällt erst einmal aus. Zudem sah Nico van Kerckhoven drei Minuten vor Schluss wegen eines Gerangels mit Andreas Fischer die Gelb-Rote Karte. 

Daten
Fakten:
Schalkes erste Saisonniederlage 
Schalke kassierte im Volksparkstadion die erste Niederlage dieser Saison - vorher waren die Knappen als einzige Mannschaft noch unbesiegt.

Starke Ausbeute gegen Schalke 
Schalke ist ein Lieblingsgegner des HSV - die letzten acht Spiele gegen die Knappen gingen nicht verloren, die letzten vier wurden sogar gewonnen.

Heinz startet und trifft 
Erstmals in dieser Saison war Marek Heinz in der Bundesliga in der Startformation des HSV zu finden. Damit bewies Frank Pagelsdorf ein glückliches Händchen, denn der Tscheche erzielte sein erstes Bundesligator.

Premiere für van Kerckhoven 
Erstmals in der Bundesliga wurde der Belgier des Feldes verwiesen, van Kerckhoven sah kurz vor Spielende die Ampelkarte.

Schlaglichter:
Schalke mit mehr Druck 
Nicht nur das Torschussverhältnis von 14:13 für Schalke belegte die offensive Spielweise der Knappen. Die versteckten sich als Auswärtsmannschaft zu keiner Phase des Spiels, erarbeiteten sich 55% Ballbesitz und zehn zu fünf Ecken - gute Werte ohne Auswirkung.

HSV nach einer halben Stunde aufgewacht 
Nachdem der HSV bis zur 30. Spielminute nur einen Torschuss zustande brachte, gaben die Hamburger danach Gas. Sechs Torschüsse folgten bis zur Pause, die Führung durch Heinz war die Konsequenz. Schalke hingegen nutzte vor dem Seitenwechsel zehn Torschüsse nicht zum Torerfolg.

Der lange Weg zum (Tor-)Erfolg 
Wieder einmal war Mehdi Mahdavikia einer der stärksten Offensivspieler auf dem Platz. An sieben der 13 HSV-Torschüsse war der Iraner beteiligt, musste auf seinen Treffer allerdings lange warten. Erst mit der letzten Torschussbeteiligung in der 83. Minute traf er, nachdem er zuvor schon einmal alleine auf Oliver Reck zulaufend versagte. Bezeichnend, dass Mahdavikia auch für seinen Treffer zwei Torschüsse direkt hintereinander benötigte.

Agiler Asamoah 
Mangelnde Arbeitseinstellung kann Gerald Asamoah niemand vorhalten. Der eingedeutschte Ghanaer führte bis zu seiner Auswechselung nach 64 Minuten mit 30 die meisten Zweikämpfe aller Spieler und gab mit vier die meisten Torschüsse aller Akteure ab. Insgesamt war Asamoah zu diesem Zeitpunkt an sechs der zwölf Schalker Torschüsse beteiligt.
 

Stimmen
Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV)
"Es war für beide Mannschaften auf diesem Platz sehr schwierig. Doppelpässe und präzise Flanken waren schwer möglich. Wenn man wie wir Großchancen auslässt, die jeweils auf der Linie geklärt werden, rächt sich das normalerweise. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie es trotzdem weiter versucht hat. Dafür sind wir belohnt worden. Bei einem Schalke-Sieg wäre der Abstand nach oben schon sehr groß gewesen." 

Trainer Huub Stevens (Schalke 04)
"Es war insgesamt kein gutes Spiel. Das war auf diesem Platz aber auch nicht möglich. Dafür war die Partie sehr kampfbetont. In der ersten Halbzeit hatten wir spielerische Vorteile, in der zweiten dann der HSV. Wir haben versucht, mit Druck zu spielen, aber es ist uns nicht gelungen, die HSV-Abwehr zu knacken." 

Topspieler: Mehdi Mahdavikia
Mehdi Mahdavika mausert sich zu Frank Pagelsdorfs Lieblingsstürmer. An immerhin elf der letzten 17 HSV-Tore war der Iraner beteiligt. Auch heute ackerte Mahdavikia wieder fleißig für seine Mannschaft. Sieben von 13 Torschüssen gab der Iraner ab - der letzte saß. In der 83. Minute krönte der 23-Jährige seine Leistung mit dem 2:0-Siegtreffer. 
 

Spielwertung: 2Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
"Die Null muss stehen", gab HSV-Coach Frank Pagelsdorf vor dem Spiel gegen Schalke als Parole aus. 14 Gegentreffer in sechs Spielen - die Abwehr der Hanseaten stand in der Pflicht. Und lieferte endlich eine überzeugende Leistung ab. Denn die Schalker kämpften, kamen aber kaum gefährlich vor das Tor von Hans-Jörg Butt. Deshalb geht der Sieg der Hamburger in Ordnung, da sie zudem - neben der überzeugenden Defensivarbeit - ihre wenigen Chancen konsequent ausnutzten. Dabei kam ihnen zugute, dass die Hintermannschaft der "Königsblauen" einen rabenschwarzen Tag erwischte. 
Christoph Blahowetz 

Taktik:
Hamburger SV:
Vor Keeper Hans-Jörg Butt war eine Dreierkette - bestehend aus Hertzsch (links), Hoogma (zentral) und Fukal (rechts) - postiert. Davor agierte wie gewohnt die Hamburger Mittelfeldraute: Kovac spielte defensiv vor der Abwehr, Hollerbach kam über links, Töfting über rechts und Barbarez bediente die Spitzen Heinz (links), Yeboah (zentral) und Mahdavikia. 

Schalke 04:
Auch Huub Stevens wartete in der Defensive mit seiner Dreierkette auf. Van Kerckhoven agierte links, Haijto rechts und Waldoch zentral. Im Mittelfeld kamen Böhme über die linke und Latal über die rechte Außenbahn. Kamphuis spielte zentral defensiv und Möller zentral offensiv hinter den Spitzen Asamoah und Sand. Thon war im zentralen Mittelfeld postiert, nach seiner Verletzung in der 33. Minute übernahm Nemec diese Position. 


 
dpa meldet: HSV bringt Schalke mit 2:0 Saisonniederlage bei

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat den Höhenflug des FC Schalke 04 beendet. Die seit insgesamt fünf Spielen in Champions League und Bundesliga sieglosen Hamburger bezwangen am Samstag den bislang ungeschlagenen Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen mit 2:0 (1:0) und verhinderten damit einen Absturz ins graue Mittelmaß.

Vor der Rekordkulisse von 51 366 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion erzielten Marek Heinz (35.) und Mehdi Mahdavikia (83.) die Tore. Nach vier Siegen und zwei Unentschieden war es die erste Saisonniederlage für Schalke.

Ohne Emile Mpenza, der wegen einer Oberschenkelzerrung pausieren musste, lief der mit bisher zwölf Toren äußerst treffsichere «Wundersturm» der Schalker auf Sparflamme. Der als Ersatz aufgebotene Gerald Asamoah hatte an der Seite des sechsfachen Torschützen Ebbe Sand einen schweren Stand. HSV-Abwehrspieler Heiko Hertzsch ließ Asamoah nicht zur Entfaltung kommen. Schalke-Trainer Huub Stevens reagierte in der zweiten Halbzeit und brachte Youri Moulder für den erfolglosen Stürmer. Bei den Hamburgern fehlte der kroatische Verteidiger Andrej Panadic wegen eines ausgerenkten Halswirbels. Sein Vertreter Milan Fukal zog sich gegen Sand achtbar aus der Affäre.

Nach eklatanten Abwehrpatzern in der Vergangenheit bewiesen die Hamburger diesmal größere Disziplin in der Defensive. Die zweitschlechteste Abwehr der Bundesliga behauptete sich souverän gegen den zweitbesten Angriff. Beide Teams spielten in den ersten 20 Minuten allerdings verhalten. Das erste Achtungssignal setzte der Schalker Andreas Möller bei einem Konter. Sein Distanzschuss strich nur knapp am rechten Pfosten vorbei (20.).

Nur zehn Minuten später hatte Anthony Yeboah die Führung für den HSV auf dem Fuß. Der Ghanaer dribbelte geschickt durch den Schalker Strafraum, hatte neben drei Gegenspielern auch schon Torwart Oliver Reck ausgeschaltet, doch Tomasz Hajto klärte unmittelbar vor der Torlinie. Yeboah war es auch, der das Führungstor mit einem Flachpass in den Strafraum vorbereitete. Heinz jagte den Ball aus 14 Metern zu seinem ersten Saisontor in die Maschen.

Neben dem schmerzlich vermissten Mpenza mussten die Schalker mit einem weiteren Handicap fertig werden. Spielgestalter Olaf Thon schied in der 33. Minute mit Verdacht auf Innenbandriss aus und wurde durch Jiri Nemec ersetzt. Erst in der zweiten Halbzeit wurden die Gäste munterer, setzten das HSV-Tor nun verstärkt unter Druck. Die sich nun bietenden Räume nutzten die Hamburger zu Kontern. Sieben Minuten vor Spielschluss hatten sie damit Erfolg. Über die Stationen Fischer und Töftig kam der Ball zu Mahdavikia. Der Iraner setzte den Ball zunächst an den Pfosten und drückte ihn im Nachsetzen über die Linie. 


 
kicker meldet: Erste Saisonniederlage für Schalke 04 

Schalke 04 bis auf eine Änderung mit der Elf, die am letzten Spieltag bei Borussia Dortmund erfolgreich war: Für den verletzten Mpenza spielte Asamoah im Sturm. Bei den Gastgebern kehrten gegenüber dem Champions-League-Auftritt Fukal und Hertzsch in die Abwehr zurück, Yeboah spielte von Beginn an neben Heinz und Mahdavikia im Angriff.

Der HSV begann die Partie eher verhalten und mit einer defensiven Grundhaltung. Schalke trat mit viel Selbstbewußtsein auf, versuchte Ball und Gegner zu kontrollieren. Trotz dieser eher abwartenden Spielweise gab es genügend Möglichkeiten zum Führungstreffer, da sich die Abwehrreihen auf beiden Seiten etliche Schnitzer erlaubten. Asamoah, Möller und Sand vergaben auf Schalker Seite, für den HSV machte es Marek Heinz in der 35. Minute besser: Nach schönen Pass von Yeboah zog der Tscheche aus gut 12 Metern aus vollen Lauf ab, sein Ball schlug unhaltbar für Reck im Schalker Gehäuse ein.

Nach der Pause verlagerte sich der HSV auf Konter, überließ den Gästen das Spielfeld. Schalke dominierte fast die gesamte zweite Halbzeit, die besseren Chancen hatten aber die Gastgeber: Nach einem Solo scheiterte Mahdavikia völlig freistehend an Reck, beim Nachschuss traf Yeboah lediglich den Kopf von Waldoch. Schalke fehlten die Ideen, um das HSV-Abwehrbollwerk zu überwinden. In der 83. Minute erzielte Mehdi Mahdavikia nach einen der wenigen gelungenen Konter das erlösende 2:0 für den HSV.

Fazit: Der HSV holte sich dank einer konzentrierten Defensivleistung verdient drei wichtige Punkte. Schalke konnte aus seiner Feldüberlegenheit kein Kapital schlagen, und musste sich zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen geben. 

Analyse  
Personal: Drei Umstellungen beim HSV gegenüber dem Champions-League-Auftritt gegen Athen: Fukal und Hertzsch ersetzten in der Abwehr Panadic (Halswirbel ausgerenkt) und Kientz (Bank). Yeboah begann in der Sturmmitte, so dass Barbarez von dort aus auf den Platz Cardosos (Muskelfaserriss) wechseln konnte. Im Schalker Angriff spielte Asamoah für den verletzten Mpenza - die einzige Änderung zum Spiel in Dortmund.

Taktik: Der HSV wartete mit einer neuen, defensiveren Ausrichtung auf. Hinten agierten Hertzsch und Fukal direkt gegen die Schalker Angreifer, behielten dabei allerdings ihre Seiten bei. Hoogma spielte mal dazwischen, mal davor, meistens aber etwas dahinter die Rolle des freien Mannes im Abwehrverbund. In der Mitte kümmerte sich Kovac um Möller, Barbarez ließ sich weit zurückfallen, nahm dann Thon (später Nemec) oder Oude Kamphuis bei deren Vorstößen auf. Vorne die gewohnte Formation mit Stoßstürmer (Yeboah) und zwei Flügeln (Mahdavikia, Heinz). Schalke behielt die erfolgreiche Grundordnung mit Möller hinter den Spitzen bei. Thon agierte bis zu seinem Ausscheiden aus der Tiefe, achtete zudem auf Kovac' Vorstöße. Oude Kamphuis nahm Barbarez auf, hinten verteidigten Hajto, Waldoch und Van Kerckhoven auf einer Linie.

Spielverlauf: Die Gäste fanden auf dem schwierigen Boden schneller ins Spiel und kombinierten klug von hinten heraus. Yeboahs Großchance (gegen ihn hatte Waldoch Probleme) nach einer halben Stunde sowie Thons Verletzung leiteten die Hamburger Druckphase vor der Pause ein. Die Führung des HSV bis dahin etwas glücklich. Nach dem Wechsel lagen die Feldvorteile fast durchweg bei Schalke, das allerdings in Tornähe zu ungefährlich blieb, Durchschlagskraft vermissen ließ. Hamburg massierte die eigene Deckung, stand dort sicher und verlegte sich - später mit Heinz in der Spitze und Ketelaer auf der linken Seite - auf Konter. Asamoah vergab von den wenigen Gelsenkirchener Möglichkeiten die beste, Mulder konnte sich nicht entscheidend einbringen.

Fazit: Ein Arbeitssieg des HSV, der die Chancen besser nutzte und daher verdient gewann. Schalke kam nur vor der Pause für einen Sieg in Frage, fand letztlich kein Mittel gegen das HSV-Bollwerk.
 

Die Höhepunkte des Spiels:
83. Minute: Die Erlösung für den HSV: Mahdavikia kommt aus kurzer Distanz nach Töfting-Flanke zum Schuss, trifft zunächst nur den Pfosten, drückt den Nachschuss aber zum 2:0 über die Linie.
76. Minute: Kopfball-Vorlage von Sand in den Fünfmeterraum, aber keiner seiner Kollegen ist mitgelaufen.
66. Minute: Lange Flanke von Böhme aus dem Mittelfeld in den Strafraum, aber Hoogma kann vor Sand klären.
55. Minute: Langer Einwurf von Hajto, Asamoah zieht von der Strafraumgrenze ab, der Ball wird zur Ecke abgewehrt.
52. Minute: Riesenchancen für den HSV: Mahdavikia läuft von der Mittellinie alleine auf das Gäste-Tor zu, scheitert aber an Reck, den Nachschuss von Yeboah kann Waldoch mit dem Kopf abwehren.
51. Minute: Mahdavikia zieht von der rechten Strafraumecke ab, Reck kann abwehren.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
44. Minute: Kurz vor der Pause meldet sich Schalke-Torjäger Sand zum ersten Mal: Sein Schuss aus halblinker Position geht knapp am Pfosten vorbei.
43. Minute: Knifflige Situation im HSV-Strafraum: Nach Pass von Asamoah dringt Möller in den Strafraum ein, kommt im Zweikampf mit Hollerbach zu Fall, Schiri Wagner entscheidet auf Schwalbe.
37. Minute: Ausgleichsmöglichkeit fürSchalke: Nach einer Latal-Flanke kommt Asamoah zum Kopfball, Butt muss sein ganzes Können aufbieten, um den Ball zur Ecke zu lenken.
35. Minute: 1:0 für den HSV: Yeboah erobert sich an der rechten Strafraumecke den Ball, passt flach nach innen, wo Heinz den Ball aus vollen Lauf nimmt, sein Schuss schlägt unhaltbar für Reck zum Führungstreffer im Schaker Gehäuse ein.
30. Minute: Riesenchance für den HSV: Nach einem langen Ball kann sich Yeboah im Kopfball gegen zwei Schalker durchsetzen, kommt aus halblinker Position frei zum Schuss, Gäste-Keeper Reck ist geschlagen, aber Hajto klärt kurz vor der Linie.
20. Minute: Gute Möglichkeit für Schalke: Nach einem Fehler von Hertzsch passt Asamoah auf den freien Möller, der aus halblinker Position knapp am rechten Pfosten des HSV-Gehäuses vorbei zielt.
18. Minute: Oude Kamphuis produziert mit einem Kopfball im Fünfmeterraum einen Querschläger, Heinz grätscht in den Ball, aber Hajto ist einen Tick schneller.
11. Minute: Weiter Einwurf von Hajto: Asamoah und Fukal kommen fünf Meter vor dem Tor im Zweikampf zu Fall, Schiri Wagner entscheidet auf Freistoss für den HSV.
8. Minute: Möglichkeit für die Gastgeber: Mahdavikia kann sich auf der rechten Seite durchsetzen, wird von Oude Kamphuis aber abgegrätscht, die Nachschusschance vergibt Barbarez.
4. Minute: Erste Chance des Spiels für Schalke 04: Nach einem Fehler in der HSV-Abwehr zieht van Kerckhoven aus knapp 14 Metern ab, sein Schuss wird aber abgeblockt.
Anpfiff