Bundesliga 2000/2001, Samstag, 14.10.00 um 20:15 Uhr in Stuttgart

VfB Stuttgart - Hamburger SV 3:3 (2:2)

Ich habe das Spiel "nur" live auf premiere gesehen. Eine richtige Spielbewertung erlaube ich mir daher lieber nicht.

Sehr deutlich wurde einmal mehr die leider in dieser Saison vorhandene Denfensivschwäche. Eklatante persönliche Fehler ermöglichen es dem Gegner immer wieder, zu eigentlich unmöglichen Toren zu kommen.

Diesmal fiel dabei leider wieder besonders mein Liebling Ingo Hertzsch mit erneut katastrophalem Paß auf. Aber auch der sonst souveräne Hoogma sah bei einem Gegentreffer ganz alt aus.

So richtig gut konnte mir eigentlich gar kein gefallen. Doch ! Einer fällt mir ein. Niko Kovac hat mir ohne Einschränkungen gefallen. Und Barbarez bleibt natürlich beeindruckend bei seiner Trefferausbeute. Dennoch kann er keinesfalls Cardoso ersetzen, der dem Team immer wieder deutlich fehlt.

Marek Heinz hat mir z.B. eigentlich kaum gefallen. Trotzdem hat er aber zwei Tore vorbereitet, was natürlich sehr für ihn spricht.

Jedenfalls mußte ich feststellen, daß mein Nervenkostüm vor dem TV irgendwie noch mehr leidet als wenn ich live dabei gewesen wäre. Die letzten 10 - 20 Minuten war pures Zittern. Bei jedem Angriff der Schwaben füllte sich meine Hose zusehends. Besonders natürlich bei den Freistößen von Balakov. Entsetzen als er einen verwandelte und unglaubliche Freude als der Schiri den Treffer nicht gab, weil er den Freistoß noch nicht freigegeben hatte.

Ich denke, daß das Unentschieden dem Spiel gerecht wird. Beide Mannschaften hätten sogar noch mehr Tore machen können. Auswärts muß man mit einem Unentschieden insgesamt wohl auch zufrieden sein. Wenn wir doch nur die haarsträubenden Abwehr-Schnitzer abstellen könnten....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:    VfB Stuttgart - Hamburger SV 3 : 3 (2 : 2) 

Telegramm 
TORE :   0:1 Niko Kovac (17.), 1:1 Krisztian Lisztes (21.), 2:1 Sean Dundee (29.), 2:2 Sergej Barbarez (31.), 3:2 Sean Dundee (46.), 3:3 Sergej Barbarez (59.)

GELBE KARTEN 
VfB Stuttgart: Pablo Thiam (46.), Jens Todt (52.), Krisztian Lisztes (95.)
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (9.), Sergej Barbarez (33.), Andrej Panadic (91.)

SCHIEDSRICHTER :  Jürgen Aust 
ZUSCHAUER :  35.000 
DATUM :  14.10.00   20:15 Uhr 

AUFSTELLUNG 
VfB Stuttgart: Timo Hildebrand, Marcelo Jose Bordon, Thomas Schneider, Pablo Thiam, Silvio Meißner, Jens Todt,
Sean Dundee, Krassimir Balakov, Heiko Gerber, Krisztian Lisztes, Jochen Seitz

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Niko Kovac, Andrej Panadic, Stig Töfting, Roy Präger, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Marek Heinz, Anthony Yeboah

WECHSEL 
VfB Stuttgart: Ahmed-Salah Hosny für Thomas Schneider (46.), Roberto Pinto für Jochen Seitz (77.), Ioan Viorel Ganea für Ahmed-Salah Hosny (86.)
Hamburger SV: Andreas Fischer für Bernd Hollerbach (21.)
 

Attraktives 3:3 im Daimlerstadion

Stuttgarts Trainer Ralf Ragnick versprach ein tolles Spiel. Und er behielt Recht. In einer sehr unterhaltsamen Partie trennten sich der VfB Stuttgart und der Hamburger SV 3:3-Unentschieden.

Es ging gleich flott los. Krassimir Balakov traf in der 13. Minute mit einem herrlichen Freistoß das Aluminium der Hamburger Latte.

Hamburger gingen überraschend in Führung

Dann die überraschende 1:0-Führung der Hanseaten. Der tschechische U21-Nationalspieler Marek Heinz nutzte eine Unsicherheit zwischen Marcelo Bordon und Jens Todt und passte auf Nico Kovac. Der riskierte das Dribbling, ging rechts an Timo Hildebrand vorbei und schoss aus kurzer Distanz ins Tor.

Nur vier Minuten später der Ausgleich: Jochen Seitz zog drei Gegenspieler auf sich und spielte an der Strafraumgrenze quer zu Krisztian Lisztes. Der Ungar fackelte nicht lange und versenkte den Ball mit einem trockenen Schuss aus 15 Metern ins rechte untere Eck. Hamburgs Keeper Hans-Jörg Butt hatte keine Chance.

Dundee tunnelt Butt

Der sehr bewegliche Sean Dundee traf in der 28. Minute zur 2:1-Führung der Hausherren. Obwohl ihn der Hamburger Abwehrorganisator Nico-Jan Hoogma hart bedrängte, drehte sich der Stürmer um ihn herum und kam zum Schuss. Der Ball rollte durch die Beine des unglücklich aussehenden Butts.

Die Führung währte nicht lange: Sergej Barbarez spitzelte den Ball zum 2:2 ins Tor (31.)aus vier Metern. Heinz hatte scharf und flach von der linken Seite geflankt.

Barbarez mit Doppelschlag

Das muntere Toreschießen ging nach der Halbzeitpause weiter. Der Ägypter Ahmed-Salah Hosny, der für Thomas Schneider gekommen war, leitete die erneute VfB-Führung ein. Er gewann ein Kopfballduell und verlängerte den Ball an der Hamburger Strafraumlinie auf Dundee. Der nahm sich ein Herz und versenkte den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß in die rechte untere Ecke.

Kovac, der im Hamburger Mittelfeld mit Stig Töfting die Fäden zog, setzte sich vor dem 3:3 sehr schön gegen mehrere Stuttgarter Gegenspieler durch: Der Kroate flankte von der linken Seite, Anthony Yeboah irritierte die Stuttgarter Hintermannschaft - und wieder war es der Bosnier Barbarez, der das Tor für die Hamburger erzielte (59.).

Pagelsdorf und Reutershahn auf die Tribüne

In der Folgezeit entwickelte sich eine spannende Partie, mit Chancen auf beiden Seiten. Aufregung gab es in der 63. Minute, als der Schiedsrichter Jürgen Aust ein Freistoß-Tor von Balakov nicht anerkannte, da er den Ball noch nicht freigegeben hatte.

Die letzten Minuten der Begegnung mussten sich Trainer Frank Pagelsdorf und sein Co-Trainer Armin Reutershahn vom Eingang des Spielertunnels angucken. Der Unparteiische hatte beide auf die Tribüne geschickt - ein Novum in der Bundesliga-Geschichte.

Die Trainer waren unzufrieden mit den den schwachen Defensivleistungen ihrer Mannschaften. So ganz Recht behielt Rangnick übrigens nicht. Er tippte vor dem Spiel auf ein 4:3-Sieg seiner Mannschaft...

Daten
Fakten:
Tore ohne Ende beim HSV 
Keine Mannschaft schoss an den ersten acht Spieltagen mehr Tore als der HSV (19) und keine kassierte mehr Gegentore (17). 36 Treffer in acht Spielen - was will der Fan mehr?

Stuttgarter Plus und Minus 
Ralf Rangnick holte erstmals in der Bundesliga gegen den HSV einen Punkt und ist damit in dieser Saison zu Hause noch ungeschlagen. Dennoch: Erstmals seit 1977 steht Stuttgart nach acht Spieltagen im unteren Tabellendrittel.

Pagel auf die Tribüne 
Zum zweiten Mal nach der Partie im letzten November in Bremen muss Frank Pagelsdorf in der Bundesliga auf die Tribüne - damals schoss er ein Hütchen auf den Platz.

Doppelter Doppelpack 
Zum dritten Mal in dieser Saison traf Barbarez doppelt - das gelang keinem anderen Spieler so häufig wie dem aktuellen Topp-Torjäger der Liga (sieben Treffer). Sean Dundee schnürte erstmals im Jahr 2000 einen Doppelpack - zuletzt hatte er am 17. Spieltag der letzten Saison beim 2:1-Sieg in Bielefeld (17.12.1999) doppelt getroffen.

Schlaglichter:
Balakov und Listzes als Aktivposten 
Balakov und Lisztes wirbelten im offensiven Mittelfeld: Lisztes war an den ersten beiden Toren beteiligt und gewann starke 62% seiner Zweikämpfe. Balakov war mit fünf Torschüssen und acht Torschussvorlagen die zentrale Figur der VfB-Offensive.

Hoogma, Hertzsch & Panadic mit Problemen 
Die Parade-Abwehr des HSV steht momentan nicht sicher: Nico Jan Hoogma, der beim 2:1 von Dundee zu spät kam, und Ingo Hertzsch, der vor dem 1:1 einen Fehlpass spielte, gewannen nicht einmal über die Hälfte ihrer Zweikämpfe. Panadic gewann zwar über 70% seiner Duelle, allerdings gelang es ihm aufgrund von Stellungsfehlern einige Male nicht, im richtigen Moment in die Zweikämpfe zu kommen.

Yeboah wartet weiter 
Anthony Yeboah fuhr sicher mit einiger Hoffnung nach Stuttgart, erzielte er doch im Gottlieb-Daimler-Stadion im Februar seine letzten Bundesligatore. Allerdings klappte es auch in seinem 6. Saisonspiel nicht mit einem Treffer, nur ein Torschuss und 33% gewonnene Zweikämpfe sind auch keine guten Werte für den HSV-Sturmführer.

HSV mit guter Trefferquote 
Mit 39 gab es in der Partie exakt so viele Torschüsse wie Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg am vergangenen Freitag alleine abfeuerte. Die Trefferquote war gerade bei den Hamburgern, die 13-mal abzogen, gut. Stuttgart erreichte mit 3 Toren bei 26 Torschüssen eine normale Chancenverwertung. Übrigens: Dortmund erzielte bei allem Geballere genau einen Treffer - der reichte aber für drei Punkte.

Hosny und Heinz effektiv 
Ahmed Hosny gab mit seinem ersten Ballkontakt im Spiel die Torvorlage zum 3:2. Marek Heinz war vor diesem Spiel noch ohne Torvorlage, jetzt assistierte er in einer Spielhälfte gleich zu zwei Treffern.
 

Stimmen
Trainer Ralf Rangnick (VfB Stuttgart): "Das Ergebnis sagt alles aus. Beide Mannschaften waren vorne stark und hinten schwach. Wir hatten klare Möglichkeiten und hätten daher gewinnen müssen." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): "Die Zuschauer haben ein tolles Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten gesehen. Ein gerechtes Ergebnis. Wir müssen an unserer Defensivschwäche arbeiten." 

Topspieler:
Der Hamburger Sergej Barbarez brachte seine Mannschaft immer wieder ins Spiel zurück. Er zeichnete sich als Unruheherd aus und glänzte wieder einmal mit zwei Toren, die das Unendschieden bei den Stuttgartern sicherte. Nach dem Spiel waren die Hamburger zwar enttäuscht, dass es nicht zu einem Sieg gereicht hat. Die Offensive zeigte allerdings Klasse und der Bosnier unterstrich seine Vollstreckerqualitäten erneut. 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Beide Mannschaften zeigten eine spannende Partie. Frischer Offensivfußball auf beiden Seiten und sechs Tore. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt allerdings hängen: Waren die Offensivreihen glänzend aufgelegt, so schlecht waren die Leistungen der Defensivreihen beider Mannschaften. Besonders auf Seiten der Hamburger fielen sowohl viele individuelle Fehler, als auch Abstimmungsprobleme der vielgerühmten Hamburger Abwehrspieler auf. Es patzten Hertzsch vor dem 1:0 mit einem Fehlpass und der sonst sehr souverän spielende Hoogma ließ sich von Dundee mehrmals ausspielen. Für die anstehenden Aufgaben, vor allem in der Champions-League läßt dieser Auftritt keine guten Perspektiven erahnen. Frank Pagelsdorf wird viel zu tun haben, eine auch in der Defensive überzeugende Truppe zu präsentieren.
Andre Elsner 

Taktik:
VfB Stuttgart:
Vor Hildebrand im Tor agierten Meißner, Bordon, Todt und Schneider in einer Viererabwehrkette. Thiam sicherte ab. Balakov auf halblinker Position und der Ungar Lisztes auf rechts kurbelten die Offensive an. Dundee als Sturmführer wurde auf links flankiert von Gerber, sein Pendant war Seitz.
Nach der Einwechslung von Hosny wechselte Gerber zurück in die linke Abwehrkette, von wo aus er für viel Gefahr sorgte. Hosny bereitete zudem die zwischenzeitliche 3:2-Führung der Stuttgarter vor.
Hamburger SV:
Die Hamburger reagierten auf den Stuttgarter Drei-Mann-Sturm: Vor Torwart Butt spielten sie mit Panadic, Hertzsch, Hoogma und Hollerbach. Als Absicherung davor agierte Kovac. Im halbrechten Mittelfeld machte Töfting die Seite zu. Barbarez kurbelte das Spiel von Halblinks an. Neben Yeboah in der Sturmmitte sorgten Heinz auf links und Präger auf rechts für Wirbel.
Nach der Einwechslung von Fischer für Hollerbach wechselte Hertzsch auf links und Fischer auf rechts.


 
dpa meldet: Sechs Tore und kein Sieger: VfB - HSV 3:3
Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart und der Hamburger SV lieferten sich am Samstagabend in der Fußball- Bundesliga beim 3:3 (2:2) einen sehenswerten Schlagabtausch.

Die 35 000 Zuschauer machten ein Wechselbad der Gefühle durch. Jeweils zwei Mal trafen dabei Sean Dundee (29. und 46.) für den VfB und Sergej Barbarez (31. und 59.) für den HSV. Krisztian Lisztes (22.) hatte die Hamburger 1:0-Führung von Nico Kovac (18.) ausgeglichen.

Beide Mannschaften lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch, wobei die Ersatz geschwächten Hamburger auf fremdem Platz erstaunlich offensiv agierten. In den ersten zehn Minuten stellte der HSV denn auch die Ton angebende Mannschaft. Doch dann nach elf Spielminuten der erste Warnschuss von Dundee, doch Hans-Jörg Butt im Hamburger Tor parierte. In der 13. Minute traf Krassimir Balakow mit einem seiner gefürchteten Freistöße nur die Unterkannte der Latte.

Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Als Kovac die Gäste aus Hamburg nach 18 Spielminuten mit 1:0 in Führung brachte, waren die VfB-Fans entsetzt. Doch Lisztez ließ die Stuttgarter nur vier Minuten später mit seinem Ausgleichtreffer aufatmen. Schlecht sah HSV- Schlussmann Butt aus, als ihm Dundee in der 29. Minute den Ball zur Stuttgarter Führung durch die Beine spielte. Die VfB-Fans waren wieder obenauf. Aber die kühlen Norddeutschen ließen sich nicht beirren. Barbarez konterte zwei Minuten später zum 2:2.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte. Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff traf Dundee zur erneuten Stuttgarter Führung. Butt hatte keine Chance. Doch als die Stuttgarter sich auf dem Weg zum sicheren Sieg wähnten, holte sie Barbarez mit seinem insgesamt siebten Saison-Treffer in der 59. Minute aus allen Träumen. Danach hatten beide Mannschaften noch gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. HSV-Coach Frank Pagelsdorf wurde in der Schlussphase vom Schiedsrichter von der Bank verwiesen. Danach auch sein Assistent.


 
kicker meldet: 

Doppelpacks von Barbarez und Dundee 

Die Nachlässigkeiten zweier Abwehrreihen sorgten für ein ansehnliches Spiel, das am Ende keinen Sieger verdient hatte. Der VfB trennt sich vom HSV mit 3:3. Für die Stuttgarter trafen Lisztes und zwei Mal Dundee. Zweifacher Torschütze bei den Hamburgern war Barbarez, die Führung für den HSV markierte Kovac. In der hektischen Schlussphase mussten beide Trainer des HSV, Frank Pagelsdorf und Armin Reutershahn, auf die Tribüne.

Die Stuttgarter, die im Vergleich zum Spiel in Wolfsburg auf vier Positionen verändert begannen, bemühten sich von Beginn an, Druck zu entwickeln. Im Mittelfeld zogen Balakov und Lisztes gekonnt die Fäden und im Sturm war Dundee ein ständiger Unruheherd. Der Hamburger SV musste sich in dieser Phase fast ausnahmslos mit Defensivarbeit begnügen. 

Nach knapp 15 Minuten konnte sich die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf etwas aus der Umklammerung lösen und kam über den starken Kovac besser ins Spiel. Der kroatische Mittelfeldspieler war es auch, der die Hanseaten überraschend in Führung schoss, nachdem der Viererkette des VfB ein Stellungsfehler unterlief. 

Doch der VfB war keineswegs geschockt und kam postwendend zum Ausgleich durch Lisztes und nur kurz später zum Führungstreffer durch Dundee, der sich stark gegen Hoogma durchsetzte.

Allerdings passte es zum Abwehrverhalten beider Teams, dass die Führung des VfB nur kurz Bestand hatte. Schneider ließ Heinz auf der linken Seite mutterseelen allein stehen und dessen Zuspiel verwertete Barbarez zum 2:2-Halbzeitstand.

Kaum hatte Schiedsrichter Aust die zweite Halbzeit wieder angepfiffen, lag der VfB erneut in Front. Wieder hatte "Crocodile Dundee" zugeschlagen, nachdem die Hintermannschaft des HSV einen Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte. 

Nun bauten die Hamburger spielerisch ab, brachten minutenlang keine flüssigen Kombinationen zu Stande. Deswegen war der erneute Ausgleich durch Barbarez' zweiten Treffer recht überraschend.

Danach konnten beide Mannschaften nicht mehr den entscheidenden Vorstoß setzen, so dass das Remis letzten Endes verdient war. 

Besonderes:Aust schickt HSV-Trainer Pagelsdorf (82.) und dessen Assistent Reutershahn (90.) wegen Schiedsrichter-Beleidigung auf die Tribüne.

Personal: VfB-Trainer Rangnick musste kurzfristig Kapitän Soldo und Carnell ersetzen; für sie spielten Todt und Meißner. Beim HSV fielen Mahdavikia (Asien-Spiele) und Fukal (Bänderriss) aus; Panadic und Präger kehrten in die Mannschaft zurück. 

Taktik: Der VfB begann mit Vierer-Abwehrkette, Thiam als zentralem defensiven Mittelfeldspieler sowie Lisztes (halbrechts) und Balakov (halblinks) als offensiven Kreativspielern hinter der Spitze Dundee. Der HSV, der zuletzt gegen Schalke in Hoogma einen Libero hinter zwei Manndeckern aufgeboten hatte, kehrte zu seiner Dreierkette zurück. Töfting kümmerte sich um Balakov, Barbarez genoss alle Freiheiten im offensiven Mittelfeld; Präger, Yeboah und Heinz bildeten eine Dreier-Angriffsreihe.

Spielverlauf: Der HSV wurde seinem Ruf als Mannschaft, die für attraktive Spiele steht, von Anfang an gerecht. Einem zielstrebigen, meist über die herausragenden Kovac und Barbarez nach vorne getragenen schnellen Angriffsspiel standen haarsträubende Abwehrfehler gegenüber. Ein Beispiel: Das 0:1, das Kovac nach herrlichem Direktpass von Heinz mit der ersten HSV-Chance erzielte, beantwortete Hertzsch mit einem groben Fehlpass auf Seitz, der Lisztes zum 1:1 auflegte. Auch als Pagelsdorf schon früh den bereits verwarnten Hollerbach auswechselte, Fischer brachte und Hertzsch auf die linke Seite beorderte, änderte sich nichts.

Überraschend, dass auch der VfB seine Stärken diesmal im Offensivspiel hatte. Die beiden "Zehner" Lisztes und Balakov, dazu die schnellen Antritte der Außenbahnspieler Seitz und Gerber sorgten immer wieder für Wirbel vor Butts Tor. Andererseits machte sich das Fehlen zweier Spieler aus der eingespielten Vierer-Abwehrkette negativ bemerkbar. Vor allem Meißner ließ sich ein ums andere Mal überlaufen.

Fazit: Herausragende Offensivleistungen + kapitale Abwehrfehler auf beiden Seiten = packendes, attraktives Spiel mit vielen Torszenen und gerechtem Ausgang.

Die Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
79. Minute: Dundee setzt sich zum wiederholten Male gegen Hoogma durch, doch Butt kann aus kürzester Distanz mit dem Fuß klären.
75. Minute: Heinz zieht aus 20 Metern mit links ab und Hildebrand pariert den Schuss mit einer Glanzparade.
59. Minute: Kovac spielt sich auf dem linken Flügel durch und bringt den Ball in die Mitte. Dort steht Barbarez sträflich ungedeckt, der bei seinem zweiten Treffer nur abzustauben braucht.
46. Minute: Die HSV-Abwehr kann einen hohen Ball nicht klären. Der gerade erst eingewechselte Hosny setzt sich im Luftduell gegen Hoogma durch und legt so für Dundee auf. Der gebürtige Südafrikaner vollstreckt mit links ins untere rechte Eck.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Gerber kommt über links, legt den Ball nach innen und prüft Butt aus 14 Metern, doch der HSV-Torwart dreht den Ball um den langen Pfosten.
37. Minute: Balakov wechselt die Seite und bringt Gerber in Schussposition. Der Linksfuß hat aus 16 Metern freie Bahn, doch Butt rettet per Faustabwehr.
31. Minute: Auf der linken Seite kommt Heinz frei zum Flanken. Seine flache Hereingabe drückt Barbarez mit der Fußspitze über die Linie.
28. Minute: Lisztes spielt Dundee mit dem Rücken zum Tor an. Der Stürmer dreht sich in Hoogma rein und zieht aus 10 Metern verdeckt ab. Der Ball rutscht Butt durch die Beine zum 2:1 für den VfB.
20. Minute: Seitz setzt sich nach einem Fehlpass von Hertzsch gegen zwei Hamburger durch und bedient Lisztes, der aus 15 Metern mit seinem schwächeren Rechten vollstreckt. Butt ist gegen den Flachschuss ins kurze Eck machtlos.
17. Minute: Kovac tritt im Mittelfeld an. Über Töfting und Heinz landet der Ball beim Kroaten, der alleine vor Hildebrand auftaucht. Der Mittelfeldspieler tanzt den Keeper aus und schiebt zum 1:0 für den HSV ein.
13. Minute: Freistoß für den VfB: Balakov zirkelt den Ball aus 22 Metern an die Unterkante der Latte, von wo der Ball vor die Linie springt. Butt konnte nur staunen.
10. Minute: Thiam bedient Dundee im Strafraum. Der Stürmer zieht sofort ab, doch Butt entschärft den Flachschuss.
2. Minute: Stuttgart sucht gleich den Weg nach vorne. Schneider kommt nach einem Balakov-Freistoß zum Kopfball, der allerdings eine sichere Beute von HSV-Keeper Butt wird.
Anpfiff