Bundesliga 2000/2001, Samstag, 28.10.00 um 15:30 Uhr im Unterhachinger "Sportpark".

SpVgg Unterhaching - Hamburger SV 2:1 (0:1)

Ich habe das Spiel "nur" auf premiere gesehen. Dabei muß ich sagen, daß mir die anwesenden HSV-Fans wirklich leid tun. Auch wenn wir gewonnen hätten, wäre es ja ein Scheiß-Spiel gewesen, aber in den letzten Minuten aus einem Sieg eine Niederlage zu machen, setzt einem bis dahin schon sehr bescheidenen Spiel natürlich die Krone auf.

Das Spiel war von Anfang bis Ende eigentlich unattraktiv und langweilig.

Der HSV wußte, daß Haching auch zu Hause nur auf Konter lauert und wollte eben in diese Falle nicht laufen. Daher spielte man selbst betont defensiv und schob sich in der Abwehr die Bälle zu, um die Hachinger rauszulocken.

In der 12. Minute wurde diese Taktik bereits belohnt. Der HSV machte auch seiner ersten Torchance das 1:0. Nach einer Ecke des HSV lag der Ball einen moment "herrenlos" im 5m-Raum. Kientz nutzte die Chance und schoß den Ball ins Tor.

Wirklich von verdient kann man da wohl eigentlich nicht sprechen, aber es war irgendwie clever. Den Rest der 1. Halbzeit ließ man praktisch keine Chance der Hachinger zu. Allerdings erspielte man selbst auch kaum noch Chancen.

Diese Taktik wollte man wohl auch in der 2. Halbzeit spielen. Jetzt ließ man sich aber von den nun wahrlich nicht überragenden Vorort-Münchnern zu weit in die eigene Hälfte drängen. Das eigene Mittelfeld wurde quasi aufgegeben und so ergaben sich doch Chancen für die Hachinger. Darunter allerdings auch nur 1 - 2 höherprozentige.

Dann verletzte sich auch noch Panadic mit einer Platzwunde am Kopf. Für ihn kam Kruse, was die etwas seltsame Aufstellung dieses Spieltages komplettierte. Es spielte nämlich (ich glaube erstmals) Präger als Mittelstürmer anstatt Yeboah. Im defensiven Mittelfeld spielte Kientz für den verletzten Kovac und konnte seine Position durch das 1:0 ja auch stärken. Kurz nach der Halbzeit war bereits Maul für Präger gekommen. Barbarez rückte auf die Mittelstürmer -Position, Maul dahinter. Und dann eben auch noch Kruse mit seinem ersten Bundesliga-Einsatz für den verletzten Panadic.

Naja, das Spiel verlagerte sich, wie gesagt, mehr und mehr in die Hälfte des HSV. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn dann irgendwann das 1:1 gefallen wäre.

Da Haching aber trotzdem auch eher unfähig spielte, dachte ich so ab der 80. Minute, daß es nun aber doch ärgerlich wäre, noch ein Gegentor zu bekommen.

Naja, damit ließen wir uns ja auch noch ein paar Minuten Zeit. 

In der 87. Minute war es dann "endlich" soweit !!!

Bis dahin hätte ich noch durchaus von einer geschickten taktischen Leistung des HSV gesprochen. Man hat eigentlich so "abgewichst" gespielt wie es sonst große Mannschaften machen. 

Am Ende haben wir dann aber (wie schon mehrmals diese Saison) gezeigt, daß wir eben doch noch kein Topteam sind. Dann hätten wir es nämlich nicht "vollbracht", dieses Spiel in den letzten Minuten tatsächlich noch zu verlieren.

Ich denke, daß es taktisch durchaus in Ordnung war, die Hachinger kommen zu lassen und selbst nicht offensiv zu spielen. Aber dann darf man sich nicht so weit hinten reindrängen lassen.

Schließlich fiel das in der 87. Minute der Ausgleich. Nach einer Ecke flog der Ball an Freund und Feind vorbei durch den ganzen Strafraum. Letztendlich kam am Ende Straube (NATÜRLICH wieder einmal ein Ex-HSVer) an den Ball und zog direkt ab. Der Ball wurde von Hertzsch unhaltbar ins kurze Eck abgefälscht.

Als ob es noch nicht genug gewesen wäre, fiel dann auch noch das 2:1. Ingo Hertzsch ließ sich dabei an der Ecke des Strafraumes/Grundlinie zuerst auspielen und beging dann den Kardinalfehler, nicht mal hinterherzugehen. Der Hachinger zog einige Meter zur in den Strafraum und schoß dann rechts oben in den langen Winkel.

Gaaanz toll ! 

Wieder einmal hat sich der HSV selbst geschlagen. Da müssen wir eben noch lernen.

Wie anfangs bereits gesagt, taten mir die anwesenden HSV-Fans besonders leid, denn dieser Nachmittag war bestimmt nicht besonders erbaulich.

Noten gebe ich ja prinzipiell nicht gerne, wenn ich es nur im TV gesehen habe. Heute hätten wohl so und so alle ne 4 bekommen und  Hertzsch für sein Versagen beim letzten Tor ´ne 5.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:  

Telegramm  
TORE :   0:1 Jochen Kientz (12.), 1:1 Oliver Straube (87.), 2:1 Miroslaw Spizak (90.)

GELBE KARTEN 
SpVgg Unterhaching: Miroslaw Spizak (91.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Florian Meyer 
ZUSCHAUER :   12.000 
DATUM :  28.10.00   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
SpVgg Unterhaching: Gerhard Tremmel, Hendrik Herzog, Jörg Bergen, Ralf Bucher, Marco Haber, Altin Rraklli, Alexander Strehmel, Oliver Straube, Matthias Zimmermann, Danny Schwarz, Miroslaw Spizak

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Bernd Hollerbach, Sergej Barbarez, Roy Präger, Jochen Kientz, Stig Töfting,
Mehdi Mahdavikia, Nico Jan Hoogma, Andrej Panadic, Marcel Ketelaer, Ingo Hertzsch

WECHSEL 
SpVgg Unterhaching: David Zdrilic für Jörg Bergen (37.), Djoni Novak für Ralf Bucher (75.), Markus Oberleitner für Altin Rraklli (76.)
Hamburger SV: Marek Heinz für Marcel Ketelaer (46.), Ronald Maul für Roy Präger (54.), Benjamin Kruse für Andrej Panadic (63.)
 

Hamburgs Fluch der Schlussphase

Die Hachinger halten den Anschluss ans Mittelfeld. Vor 10.000 Zuschauern im Sportpark gewann die Spielvereinigung mit 2:1 gegen den Hamburger SV. Die Hanseaten kassierten die entscheidenden Gegentore wieder einmal in der Schlussphase.

Zu Beginn der Partie waren die Hausherren viel zu passiv und igelten sich in der eigenen Hälfte ein. Die Hanseaten hatten mehr Ballbesitz, beschränkten sich allerdings auf Ballkontrolle und spielten viel hinten herum.

Kientz traf zum 0:1

Die 1:0-Führung der Hamburger entstand nach einer Hachinger Unachtsamkeit. Nach einem weiten Einwurf von Stig Töfting von der rechten Seite kam der Ball aus dem Gewühl heraus zum aufgerückten Jochen Kientz. Der völlig freistehende Manndecker schoss in der 12. Minute aus sechs Metern zur Führung ein.

In der Folgezeit spielten beide Mannschaften keine zwingenden Torchancen heraus. Bezeichnend war, dass die Teams bis kurz vor Ende der zweiten Hälfte lediglich einen Torschuss abgaben. Die größte Chance auf Seiten der Hausherren besaß Danny Schwarz in der 45. Minute, er bekam den Ball jedoch nicht unter Kontrolle.

Panadic-Verletzung der Wendepunkt

Nach der Pause wirkten beide Mannschaften spielfreudiger. Die Hamburger wollten das zweite Tor erzielen, den Hachingern boten sich dadurch mehr Räume. In der 50. Minute köpfte David Zdrilic nach schöner Flanke von rechts durch Altin Rraklli knapp am Hamburger Gehäuse vorbei. Besonders Zdrilic sorgte für viel Unruhe in der Hamburger Hintermannschaft.

Der Wendepunkt dann in der 63. Minute: Nachdem Andrej Panadic bei einem Kopfball von Marco Haber und Hendrik Herzog in die Zange genommen wurde, musste er mit einer Kopfverletzung vom Platz. Für ihn kam der junge Benjamin Kruse.

Von nun an spielten die Hamburger immer nervöser und ließen sich immer mehr in die eigene Hälfte zurück drängen. Es kam wie es kommen musste: Die Münchener Vorstädter drehten das Spiel durch Tore von Oliver Straube (87.)und Miroslaw Spizak (90.)in den Schlussminuten noch um 
 

Daten
Fakten:
Haching kann kämpfen 
Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison drehte Unterhaching im Sportpark ein Spiel nach 0:1-Rückstand (zuvor beim 5:2 gegen Hertha am sechsten Spieltag).

Miniserie beendet 
Nach vier Spielen ohne Niederlage ging der HSV wieder punktlos aus einer Bundesligapartie.
 
Viele Gegentore kurz vor Ende 
Der HSV kassierte in Unterhaching die Gegentore Nummer fünf und sechs in der Schlussviertelstunde - ligaweit die meisten.
 
Debütantenball 
Sowohl Benjamin Kruse beim Hamburger SV als auch Djoni Novak seitens der Hachinger feierten per Einwechslung ihr Bundesligadebüt.

Schlaglichter:
Torschussarme erste Spielhälfte 
Ganze sechs Torschüsse gab es für die Zuschauer im Sportpark vor der Pause zu beobachten – damit wurde der Saisonminusrekord aus der Partie Bremen - Leverkusen am achten Spieltag eingestellt. Mit dem HSV ging die Mannschaft in Führung, die mit vier Torschüssen und 57% Ballbesitz in den ersten 45 Minuten mehr Engagement zeigte.
 
Haching und Spizak drehten auf 
Den beiden Torschüssen der ersten Spielhälfte folgten immerhin 16 Hachinger Torschüsse nach dem Seitenwechsel. Aktivster Hachinger war Miroslaw Spizak, der die meisten Torschüsse (vier) abgab, die meisten Zweikämpfe (33) führte und mit seinem zweiten Saisontreffer den dreifachen Punktgewinn sicherte.
 
Straube zeigte es den Ex-Kollegen 
Oliver Straube zeigte seinem Ex-Verein HSV, wo es lang geht: Kein Hachinger hatte mehr Ballkontakte als Straube (73), kein Hachinger hatte eine bessere Zweikampfbilanz (69% gewonnene Duelle) als der Linksfuß und mit seinem einzigen Torschuss traf er nicht nur, sondern leitete die Wende ein.
 
Fair geht vor 
Trotz des lange Zeit frustrierenden Ergebnisses blieb Unterhaching fair. Ganze sieben Fouls leistete sich der Abstiegskandidat (der HSV beging 19 Fouls) und wurde nur einmal verwarnt: Miroslaw Spizak entledigte sich seines Trikot, nachdem er den Siegtreffer erzielte.

Topspieler: Oliver Straube (SpVgg Unterhaching)
Der Hachinger Oliver Straube zeigte es seinem Ex-Club. Von allen Spielern seiner Mannschaft wies der Mittelfeldspieler mit 73 die meisten Ballkontakte auf. Zudem ging er bei 69 Prozent seiner Zweikämpfe als Sieger hervor, was wieder einen Spitzenwert seines Teams darstellte. Schließlich glänzte er als Torschütze zum wichtigen 1:1-Ausgleich und bereitete zwei weitere Torschüsse der Münchener Vorstädter vor.  
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)
 
Kommentar:
Die Hachinger gewannen glücklich durch zwei Tore in den letzten drei Minuten. Nach der ersten Halbzeit, als die Mannen von Köstner lediglich einen Torschuss auf das Tor von Hans-Jörg Butt abgaben, war mit einem Sieg nicht zu rechnen. Den Wendepunkt der Partie stellte die verletzungsbedingte Auswechslung des Abwehrrecken Andrej Panadic dar. Die Hanseaten wirkten in der Folgezeit verunsichert und die Konzentration ließ mit zunehmender Spieldauer nach. Die Strafe ereilte die Hamburger in den letzten drei Minuten, als die Entscheidung fiel. Es bleibt abzuwarten, wie schwer die Verletzung des Abwehrreckens ist, aber für die anstehenden Aufgaben (Champions League, DFB-Pokal) muss Pagelsdorf, vor allem in der durch Verletzungen arg gebeutelten Defensive improvisieren.
Andre Elsner  

Taktik:
SpVgg Unterhaching
Vor Tremmel agierte Strehmel als klassischer Libero. Davor spielte eine Dreierabwehrkette mit Neuzugang Herzog in der Mitte, flankiert von Bergen links und Bucher rechts. Im Mittelfeld spielten von rechts nach links Straube, Schwarz, Zimmermann und Haber. Etwas offensiver über die halblinke Seite kam Spizak. Die einzige Sturmspitze stellte Rraklli dar.
Mit der Einwechslung des Stürmers Zdrilic für Bergen wurde der Libero für eine zweite Spitze geopfert. In der Folgezeit agierte Schwarz defensiver.

Hamburger SV
Die Hamburger spielten mit ihrer üblichen Formation: Vor Butt spielte die Dreierabwehrkette mit Panadic, Hoogma und Hertzsch. Die zentrale defensive Rolle des verletzten Kovac nahm Kientz ein. Auf der linken Mittelfeldseite beackerte Hollerbach das Feld, sein Pendant auf rechts war der dänische Internationale Töfting. Zentral hinter den Spitzen zog Barbarez die Fäden. Den Dreiersturm bildeten von links nach rechts Ketelaer, Präger und Mahdavikia.
Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Panadic kam Kruse ins Spiel. Von da an fehlte es an der Abstimmung auf Seiten der Hamburger.  


 
dpa meldet: Glückliche Unterhachinger: 2:1 gegen HSV
Von Gerd Münster, dpa
Unterhaching (dpa) - Die SpVgg Unterhaching hat ein schon verloren geglaubtes Spiel in den letzten drei Minuten noch umgedreht. Durch zwei Treffer von Miroslaw Spizak (90.) und Oliver Straube (87.) holte der Tabellenletzte der Fußball- Bundesliga am zehnten Spieltag gegen den Hamburger SV einen nicht mehr für möglich gehaltenen 2:1 (0:1) - Heimsieg. 
Der HSV, der durch ein Tor von Jochen Kientz (12.) bis kurz vor Schluss auf der Siegerstraße war, hat den fünften Saisonerfolg wieder einmal förmlich verschenkt und damit Boden auf die führenden Teams verloren.

Für die Münchner Vorstädter, die in der letzten Saison nur zwei Heimspiele verloren hatten (gegen den FC Bayern München und 1. FC Kaiserslautern), war es vor 12 000 Zuschauern erst der zweite Saison- und auch Heimsieg. Trotz des Sieges boten die Gastgeber hauptsächlich in der ersten Halbzeit für die erste Liga eine indiskutable Leistung.

Bei den Unterhachingern, bei denen der von Hertha BSC gekommene Hendrik Herzog sein Debüt gab, lief anfangs kaum etwas zusammen. Zudem hatte Trainer Lorenz- Günther Köstner die Defensive überbetont, so dass Jörg Bergen bis zur 38. Minute als Libero fungierte und Alexander Strehmel, der etatmäßige Libero, als zusätzlicher Vorstopper. Erst die Einwechslung des Australiers David Allen Zdrilic (38.) für Bergen und die Rückkehr von Strehmel auf die angestammte Position brachte leichte Verbesserungen ins diffuse Spiel der Unterhachinger. Zudem wurden sie durch die frühe HSV- Führung nach einem Einwurf von Stig Töfting, den Kientz aus kurzer Entfernung nur ein zu schieben brauchte, gleich am Anfang geschockt.

Die Hamburger passten sich in der zweiten Halbzeit dem schwachen Niveau der Unterhachinger an, boten nur das Nötigste, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Nur ein Schuss von Matthias Zimmermann (85.) und zwei Kopfball- Chancen boten sich den Münchner Vorstädtern durch Zdrilic (50.) und Altin Rraklli (66.). Drei Mal ging der Ball über das Tor von Hans- Jörg Butt, der bis zur Schlussphase einen gemütlichen Nachmittag verbrachte.

Doch dann hatten die Unterhachinger das Glück des Tüchtigen. Der Pole Spizak sicherte in den letzten Sekunden nach einer Ecke von Marco Haber mit einem 20- m- Schuss den Erfolg, nach dem drei Minuten zuvor Straube zum 1:1 erfolgreich war. Beide Male stand Butt auf verlorenem Posten. Die Hanseaten, bei denen Andrej Panadic nach einem Zusammenprall mit Marco Haber in einer Klinik am Kopf genäht wurde, hatten allerdings zuvor Chancen zum 2:0, doch waren sie an ihrer Unkonzentrierheit und Schwäche im Abschluss gescheitert.


 
kicker meldet:  

Unterhaching gibt die Rote Laterne ab! Beim 2:1 gegen den Hamburger SV sicherten Straube (87.) und Spizak mit einem Traumtor (90.) in letzter Minute nicht unverdient drei wichtige Zähler im Abstiegskampf. Der HSV sah lange Zeit nach einem Kientz-Treffer (12.) wie der sichere Sieger aus, doch wieder einmal wurde den Hanseaten die Schlussphase zum Verhängnis.

Beim Tabellenletzten aus Unterhaching sollte Neuzugang Herzog als Abräumer vor der Abwehr Sicherheit in die hinteren Regionen bringen. Der andere Neue, Novak, saß zunächst nur auf der Bank. Für den in Stuttgart unglücklich agierenden Hirsch begann Bucher das erste Mal in dieser Saison von Anfang an.

Trainer Frank Pagelsdorf veränderte die erfolgreiche „Turin-Elf“ (3:1) nur auf zwei Positionen, das 3-4-3-System wurde beibehalten. Für den verletzten Kovac spielte Hollerbach, für Yeboah stürmte Mahdavikia von Anfang an. Kientz konnte nach seiner Gehirnerschütterung nach dem Zidane-Kopfstoß doch auflaufen.

Der Beginn im Sportpark war sehr zerfahren und verhalten. Beide Teams tasteten sich ab, versuchten in erster Linie, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Die Aktionen spielten sich vorwiegend um die Mittellinie ab. Nach 12 Minuten führte dann die erste Möglichkeit des Spiels überhaupt gleich zum 0:1. Nach einem weiten Einwurf von Töfting gelangte der Ball zu Kientz, der mit seinem Schuss aus der Drehung Tremmel im Hachinger Tor keine Chance ließ. Unterhaching wirkte geschockt. Mutlos, ohne Aggressivität und ohne erkennbares Konzept ergab sich der Tabellenletzte zunächst seinem Schicksal. Im Spiel nach vorne ging gar nichts. Die einzige Spitze Rraklli war zu wenig gegen eine kompakte HSV-Abwehr. Die Angriffsbemühungen der Heimelf wurden schon im Keim erstickt. Bezeichnend für das Spiel der Münchner Vorstädter, dass sie in der ersten Halbzeit keine einzige nennenswerte Torchance besaßen. 

Unterhaching kam dann wie verwandelt aus der Kabine. Die Aktionen wurden konkreter, die Zweikämpfe aggressiver geführt. Der HSV wurde zeitweise in die eigene Hälfte geschnürt, die Kräfte schienen bei den Hanseaten nach dem Mittwoch-Spiel gegen Juventus Turin zu schwinden. Frank Pagelsdorf reagierte und nahm mit Präger einen Stürmer vom Feld und brachte Maul für die Defensive. Die Norddeutschen verlegten sich immer mehr aufs Kontern, die SpVgg zeigte sich bemüht, aber im Sturm fehlte die Durchschlagskraft.

Dann die turbulente Schlussphase. Erst gelang Straube in der 87. Minute der längst fällige Ausgleich, nachdem er eine Ecke von Haber, die an Freund und Feind vorbei ging, ins Tor hämmerte. Butt hatte bei diesem abgefälschten Schuss keine Abwehrchance. Und in der 90. Minute kannte der Jubel im Sportpark keine Grenzen. Zdrilic legte den Ball im Strafraum zurück auf Spizak, der den Ball aus halblinker Position in den rechten Torwinkel zirkelte. 

Fazit: Der HSV verpasste es, frühzeitig den Sack zu zu machen und wurde zu Recht von den in der ersten Hälfte schwachen, aber in der zweiten Halbzeit aggressiven Hachingern bestraft.
 

Höhepunkte des Spiels:

Schlusspfiff
90. Minute: 2:1 für Haching! Zdrilic legt den Ball ab auf Spizak, der mit einem Traumtor Butt im HSV-Gehäuse keine Chance lässt. Der junge Pole zirkelt den Ball aus halblinker Position gekonnt ins rechte Tordreieck.
87. Minute: Der verdiente Ausgleich im Sportpark. Nach einer Ecke von Haber kommt der Ball zu Straube, der mit einem strammen Schuss aus 16 Metern das 1:1 erzielt. Keine Abwehr-Möglichkeit für Butt.
84. Minute: Die hachinger Bemühungen werden nicht belohnt. Spizak legt zurück auf Zimmermann, doch der schießt aus 12 Metern bedrängt von Kruse knapp über das Tor.
81. Minute: Glück für den HSV! Straube setzt sich auf links durch. Seinen Schuss kann Butt nicht festhalten, aber es ist kein Unterhachinger da um den Abpraller im Netz unter zu bringen.
80. Minute: Auf der Gegenseite hat Mahdavikia die Möglichkeit das Spiel zu entscheiden. Er geht alleine auf Tremmel zu, wird jedoch im letzten Moment von einem Hachinger gestoppt.
78. Minute: Aufregung im HSV-Strafraum. Zwei Mal kommt ein Hachinger zu Fall, doch die Pfeife des Unparteiischen bleibt wohl zu Recht stumm.
74. Minute: Hamburg kontert. Hertzsch geht auf rechts durch, doch Tremmel reagiert hervorragend.
73. Minute: Unterhaching probierts mit Einzelaktionen. Zimmermann setzt sich auf links durch, doch sein Schuss ist zu schwach um Butt ernsthaft in Gefahr zu bringen.
68. Minute: Endlich wieder eine Offensivszene des HSV. Hollerbach setzt sich auf links durch. Mahdavikia spritzt in seine scharfe Flanke, kann den Ball aber bedrängt von einem Hachinger Abwehrspieler nicht im Tor unterbringen.
66. Minute: Nach einer weiten Flanke von Haber verschätzt sich der eingewechselte Kruse, doch Rraklli war zu überrascht und kann den Ball aus 5 Metern nur noch über das Tor köpfen.
59. Minute: Schwarz setzt sich gegen zwei HSV-Spieler durch und schießt von der Strafraumgrenze. Sein Schuss geht links am Tor vorbei.
50. Minute: Haching sucht den Anschluss. Die Aktionen werden langsam konkreter. Eine Flanke von Rraklli köpft Zdrilic am HSV-Gehäuse vorbei.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Haching mit der ersten kleinen Chance und das nach 45 Minuten. Nach einer Flanke von haber setzt sich Schwarz im Strafraum gegen zwei Hamburger durch, verstolpert aber dann frei vor Butt den Ball.
42. Minute: Präger nimmt ein Zuspiel von Mahdavikia geschickt an, dreht sich und schießt aus 11 Metern, doch Tremmel kann den Ball sicher halten.
36. Minute: Im Sportpark tut sich nichts. Der HSV kontrolliert das Spiel, Haching ist nicht aggressiv genug um die Führung des HSV ernsthaft in Gefahr bringen zu können.
21. Minute: Der HSV hat die Möglichkeit zu erhöhen. Präger bekommt den Ball im Strafraum nach einem Fehler in der Hachinger Hintermannschaft vor die Füße, doch Straube kann ihn im letzten Moment am Einschuss hintern.
12. Minute: Die erste Möglichkeit des Spiels führt gleich zum 0:1. Nach einem weiten Einwurf von Töfting geht der Ball an Freund und Feind vorbei und landet bei Kientz, der mit seinem Schuss aus 5 Metern Tremmel im Hachinger Tor keine Chance läßt.
6. Minute: Die Partie im Sportpark beginnt sehr zerfahren. Beide Teams suchen noch ihre Linie.
Anpfiff