Bundesliga 2000/2001, 14. Spieltag, Samstag, 25.11.00 um 20:15 Uhr auf der Baustelle des Rostocker Ostseestadions bei lausiger Kälte (vielleicht so ca. 5 Grad C)

FC Hansa Rostock - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Schon oft habe ich beim Spiel gedacht, daß ich nun gar nicht so recht wüßte, was ich schreiben soll. Diesmal ist es aber tatsächlich der Fall. Ich habe es mir ja abgewöhnt, Chancen genau zu beschreiben – vor allem die des Gegners. Da es diesmal aber fast ausschließlich Chancen des Gegners gab......

Dabei hätte es eigentlich ein schöner Tag werden können. Ich hatte mir nämlich eine ganz schöne (Tor-)Tour vorgenommen. Morgens um 07:00 Uhr ich von Lübeck nach Berlin gefahren, um dort meinen Vater nachträglich zum Geburtstag zu besuchen. In sensationellen 2:35 h schaffte ich es bis nach Berlin-Marienfeld (liegt im Äußersten Süd-Westen). Jaja, jetzt mußte ich einfach mal wieder mit angeben mit der Geschwindigkeit...

Der Besuch war auch o.k. und so fuhr ich um 17:00 Uhr wie weg aus Berlin nach Rostock. Stadion gegen 19:00 Uhr aus der ungewohnten Richtung gefunden und letztendlich auch einen Parkplatz am Straßenrand. Der einzige bezahlte Parkplatz, den ich da kannte, haben die jetzt netterweise zu einem VIP-Parkplatz umfunktioniert.

Dann kam der lange Marsch. Durch die Baumaßnahmen mußte ich fast ganz ums Stadion rumlaufen, weil man nicht wie gewohnt die Eingänge benutzen konnte. So konnte ich aber zumindest meinen Kumpel Kuno noch telefonisch einweisen, damit der sich darauf vorbereiten konnte. Der „Sack“ schaffte es dann natürlich, einen Parkplatz direkt neben dem neuen Eingang zu bekämmen. Arrrggghhhhh!

Tja, jetzt kommt wohl der Spielbericht .....

Es war einfach eine desolate Leistung des HSV. Einige Medien sprechen ja von einer guten Anfangsphase des HSV, aber nicht mal die habe ich gesehen. 

Wir haben aber auch wirklich nie ansatzweise zu unserem Spiel gefunden. Und das lag an der nicht im geringsten vorhandenen Laufbereitschaft. Das kommt natürlich das nicht mal 2 Tage zurückliegende Rom-Spiel wieder auf den Plan. Ich versuche innerlich alles darauf zu schieben, daß es eine unmöglich kurze Pause war, denn ansonsten bekomme ich grauenhafte Vorstellungen für die nahe Zukunft.

Allerdings fällt es mir schwer, alles auf Rom zu schieben, denn es haben ja auch Leute mitgespielt, die die Spiele vorher und auch in Rom entweder gar nicht oder nur teilweise bestritten haben. Da fallen mir insbesondere Bester und Heinz ein, von denen auch überhaupt nichts zu sehen war.

Naja, der HSV hatte 2 Chancen in den ganzen 90 Minuten. In der ersten Halbzeit so nach ca. 10 Minuten einen gefährlichen Kopfball von Hoogma. Der wurde dann aber im sonst sehr HSV-beschönigenden Bericht im ZDF-Sportstudio ganz unterschlagen, damit man behaupten konnte, daß der HSV seine erste Torchance in der 89. Minute hatte. Stimmt ja gar nicht ..... Das war nämllich schon die zweite. Da war es Roy Präger, der zuerst ein herrliches Luftloch schlug, um den dann versehentlich gestoppten Ball doch noch auf´s Tor zu bringen.

Ansonsten war nur Hansa zu sehen. Es grenzte wirklich schon an Unfähigkeit, was die Hansa-Kogge da teilweise für Chancen versiebte und so hatte ich mich doch schon ein wenig auf den einen Punkt gefreut. Mehr wäre auch eigentlich nie drin gewesen, denn wenn man sich gar nicht bemüht, nach vorne zu spielen, kann man auch kein Tor schießen.

Das Spiel war so richtig scheiße und insgesamt das schlimmste dieser Saison für mich, weil es wirklich überhaupt nie eine Phase im Spiel gab, wo man dachte, jetzt kommt der HSV. 

Nichts, gar nichts. Desolat.

Ein bißchen Spaß gab es dann auf dem Rückweg. „Wie üblich“ wurde man wieder im Gästeblock „eingekesselt“ und durfte diesen erst ca. 10 Minuten nach Abpfiff verlassen. Da ich das schon vermutete, wartete ich oben Block. Dadurch waren dann auch schon wirklich fast alle raus, als ich letztendlich den Weg zurück um die Baustelle auf mich nahm. Gaaaaanz allein, weit vor und hinter mir niemand zu sehen, kam ich langsam in Richtung der Hauptstraße. Und dann hatte ich wenigstens noch einen komischen Moment an diesem grausamen Abend. Zuerst sah ich so ca. 15 Polizisten am Wegesrand und mußte darüber schon in mich reinlächeln, denn es kam ja wie gesagt nur ich. Auch hinter kam weit und breit niemand und es war ja auch kaum mehr einer im Block, der da überhaupt noch hätte kommen können.

Alle nur für ich da ! Und dann kam ich schließlich auf den Weg, wo weitere ca. 15 Polizisten etlichen Hansa-Fans (vielleicht 30) den Weg versperrten, weil aus meiner Richtung ja die HSV-Fans kamen und die sich nicht begegnen sollten.

Tolle Abstimmung ! Da kam wie gesagt gar keiner hinter mir und vor mir war auch lange keiner. So beschimpften die die Polizisten auch nicht ganz zu Unrecht und natürlich kamen dann so Sätze wie „Haben wir jetzt nur auf den einen gewartet“. Ich beantwortete es freundlich mit „JA, da kommt auch keiner mehr weit und breit“. Das hielt die Polizisten aber nicht davon ab, die „Barriere“ weiterhin aufrecht zu erhalten. Ich hatte mich da ja schon auf mehr Gepöbel eingestellt, aber schließlich hatten sie ja gewonnen und keinen Grund, sich anderweitig zu ärgern. So gab es wenigstens noch ein bißchen Grund zum Schmunzeln bei mir an diesen lausig kalten und sportlichen-mistigen Abend.

Noten erspare ich mir mal. Es bekommen alle eine 5, weil sie auch nicht mal erahnen ließen, daß sie sich bemühen wollten. Ausnehmen davon kann ich nur Töfting, Sandmann und in der 2. HZ Yilmaz. Yilmaz bewegte sich, brachte auch GAR nichts. Töfting und Sandmann konnte man zumindest das Bemühen nicht absprechen, wenn es auch wenig brachte.

Sandmann lief so viel, daß ich ihn während des Spiels schon als „Kameradenschwein“ ausfindig machte. Das haben die anderen bestimmt gar nicht gerne gesehen, daß da einer so viel läuft, der doch auch die letzen beiden Spiele mitgemacht hat und davor wochenlang verletzt war .......

Ich flüchtete mich auch schon die ganze 2. Halbzeit in Sarkasmus, was mir selbst Angst macht. Das habe ich nämlich früher in unseren ganzen schlechten Jahren auch immer gemacht ............

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:   Hansa Rostock - Hamburger SV 1 : 0 (0 : 0) 

Telegramm 

TORE :  1:0 Magnus Arvidsson (86.)

GELBE KARTEN 
Hansa Rostock: Christian Brand (56.), Timo Lange (78.)
Hamburger SV: Stig Töfting (18.), Sergej Barbarez (71.)

SCHIEDSRICHTER :  Jürgen Jansen 
ZUSCHAUER :  14,500 
DATUM :  25.11.00   20:15 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hansa Rostock: Martin Pieckenhagen, Rene Rydlewicz, Yasser, Marcus Lantz, Mohamed Emara, Andreas Jakobsson, Victor Agali, Rayk Schröder, Christian Brand, Peter Wibran, Magnus Arvidsson

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Jan Sandmann, Andrej Panadic, Stig Töfting, Marinus Bester, Sergej Barbarez, Marek Heinz, Mehdi Mahdavikia, Roy Präger

WECHSEL 
Hansa Rostock: Timo Lange für Yasser (75.), Steffen Baumgart für Christian Brand (77.), Kai Oswald für Magnus Arvidsson (91.)

Hamburger SV: Mahmut Yilmaz für Marek Heinz (46.), Jochen Kientz für Mehdi Mahdavikia (62.), Benjamin Kruse für Jan Sandmann (70.)
 

Arvidsson beendet Rostocks schwarze Serie 

Der Hamburger SV kann einfach nicht mehr gewinnen. 48 Stunden nach der 0:1-Niederlage im Uefa-Pokal beim AS Rom verloren die Hamburger auch in der Bundesliga bei Hansa Rostock mit demselben Ergebnis. Der Schütze des entscheidenden Tores für die Gastgeber war Magnus Arvidsson.

Der Schwede beendete in der 86. Minute einen fast 75 Minuten lang währende Abwehrschlacht der Hamburger. Das Team von Frank Pagelsdorf verzeichnete lediglich drei Torschüsse in den ersten 15 Minuten und eine Chance durch Roy Präger in der letzten Spielminute. Ansonsten herrschte Funkstille.

Rostock beendet schwarze Serie
Seit fünf Pflichtspielen sind die Hamburger ohne Sieg. Bei nur 18 Punkten versinkt der Champions-League-Teilnehmer im Mittelfeld. Rostock, das vor dem Spiel gegen den HSV nur eines der vorigen sechs Spiele gewonnen hatte, zog nach Punkten mit dem HSV gleich.

Völlig verdient zudem. Die Gastgeber setzen ihren Gegner ständig unter Druck. Trotzdem schien alles auf ein Unentschieden hinauszulaufen.

Hansa ratlos im Abschluss
Zeitweilig guten Kombinationen im Mittelfeld, schnell und präzise in Szene gesetzten Angriffszügen, folgte nur allzu oft die Ratlosigkeit vor dem Tor bei Hansa Rostock. "Wir müssen unsere Torchancen besser ausnutzen", hatte Funkel schon zur Halbzeit gefordert.

"Wir wurden belohnt für die wirkliche Fußball-Arbeit, die wir geleistet haben", sagte Rostocks Torhüter Pieckenhagen. Er ordnete das Spiel richtig ein. Kampf bestimmte über 90 Minuten das Spiel, aber den zeigte Hansa reichlich.

HSV erzürnt
Die Hamburger litten sichtlich unter der Beanspruchung der letzten Wochen. Zwar redeten sich die Spieler nicht auf den engen Terminkalender heraus. Aber es war ihnen anzusehen, dass sie müde und ausgepumt waren.

"Das kann so nicht weiter gehen", sagte HSV-Sportchef Holger Hieronymus: "Für die kommende Saison müssen wir uns etwas überlegen. Die Belastung ist nicht mehr zumutbar."

Brand wirkungsvoll
Hansa Rostock machte sich die Gunst der Nutze. Ständig wurde der HSV, der Tony Yeboah nur auf die Tribüne gesetzt hatte, unter Druck gesetzt.

Wirkungsvoll spielte insbesondere Christian Brand. Er wurde zwar gegen Ende des Spiels ausgewechselt, weil Funkel in Steffen Baumgart einen dritten Stürmer einwechselte. Aber Brand verzeichnete bis dahin die Höchste Quote im Ballbesitz aller Akteure.

Bei fast allen Angriffen der Rostocker war er beteiligt. Bei allen Ecken und Freistößen war Brand in der Nähe des Balles und sorgte für Gefahr vor dem HSV-Team.
 

Topspieler Christian Brand (Hansa Rostock)
Rechts oder links, bei Fristößen oder Eckbällen - Christian Brand war immer dort zu finden, wo es galt, das Spiel der Rostocker schnell zu machen. Der Mittelfeldspieler verzeichnete die beste Quote im Ballbesitz, er sorgte immer wieder für Gefahr und setzte seine Mitspieler meist gut in Szene. Außerdem verzeichnete er in der ersten Halbzeit auch noch zwei gute Einschussmöglichkeiten. Vielleicht sein einziges Manko an diesem Abend im Ostseestadion: die Chancenauswertung. 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar
Die Gastgeber überzeugten durch nie nachlassenden Kampfgeist. Obwohl fast alles auf ein Unentschieden hindeutete, versuchten sie ständig noch zum Torerfolg zu kommen. Neben Brand zeigte auch der Schwede Peter Wibran eine gute Leistung. Er verstand es, seinen Landsmann Magnus Arvidsson ein ums andere Mal gut in Szene zu setzen. Belohnt wurde dessen Bemühungen durch den entscheidenden Treffer. Negativ schlug die Chancenauswertung zu Buche. Insbesondere Agali hatte durchaus die Möglichkeit, seine Mannschaft früher in Führung zu bringen.

Der Hamburger SV ergab sich in sein Schicksal. Nachdem die Mannschaft 15 Minuten versucht hatte, eigene Akzente zu setzen, verlegte sie sich auf ihre Abwehrkünste. Anscheinend fehlten die Kräfte nach der Beanspruchung der letzten Wochen. Trotz fünf in der Anfangsformation stehender Offensivkräfte, war im Spiel nach vorne vom HSV nichts zu sehen. Auch die Abwehr leistete sich einige Schnitzer, wobei dies bei dem starken Druck der Rostocker verständlich ist. Nur einen Fehler erlaubte sich Torhüter Butt - der allerdings blieb folgenlos.
Gerd Graus 

Taktik
Hansa Rostock
Pieckenhagen im Tor beschäftigungslos, auch die Abwehr um Jakobsson und Emara hatte wenig zu tun. Im Mittelfeld wirkten Wibran und Lantz defensiv, während Rydlewicz und Brandt die Akzente im Angriffsspiel setzen. Agali und Arvidsson waren als Sturmspitzen aufgeboten.

Hamburger SV
Ohne Tony Yeboah traten die Gäste an. Der Ghanaer saß auf der Tribüne. Im Sturm waren Mahdavikia, Bester und Heinz aufgeboten, dazu als offensive Mittelfeldspieler Barbarez und Präger. Von Angriffsgeist war dennoch nichts zu sehen. Das defensive Mittelfeld um Töfting und die Abwehrreihe mit Hertzsch, Hoogma und Panadic offenbarte einige Schwächen. 

Stimmen
Hansa-Coach Friedhelm Funkel
"Wir standen heute wegen des blamablen Spiels in Köln unter Druck. Butt hat heute sehr gut gehalten und unsere Stürmer haben einige Chancen vergeben, dennoch habe ich manchmal Angst gehabt, dass wir das Spiel verlieren." 

HSV-Trainer Frank Pagelsdorf
"Wir haben es nicht verstanden, den Ball laufen zu lassen. Ein Unentschieden hätte mir heute gereicht. Ich habe keine Zweifel an den Qualitäten von Butt. Das 1:0 war ein klarer Fehler der Abwehr. Der Schuss war für Butt unhaltbar." 


 
dpa meldet:  Talfahrt des Hamburger SV hält an 
Von Gert Glaner, dpa Rostock (dpa) 

Beim Hamburger SV geht die Talfahrt der letzten Wochen nach der 0:1 (0:0)-Niederlage am Samstagabend bei Hansa Rostock weiter. Den Treffer zum verdienten Rostocker Sieg erzielte Magnus Arvidsson vor 14 500 Zuschauern in der 86. Minute. Der HSV ist nach der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Folge nunmehr im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga angelangt. Dagegen kann Hansa nach dem erst zweiten Heimsieg dieser Saison wieder etwas beruhigter in die Zukunft schauen. 

Der Rostocker Sieg war hoch verdient. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und nassem Rasen mussten die gegenüber dem Europapokalspiel 48 Stunden zuvor beim AS Rom auf drei Positionen umformierten Hamburger froh sein, nicht schon zur Pause in Rückstand zu liegen. Ohne die beiden Stürmer Anthony Yeboah und Marcel Ketelaer gelang zwar ein ansehnlicher Auftakt mit einer verheißungsvollen Kopfball-Chance, bei der Marinus Bester seinen Meister in Hansa- Keeper Martin Pieckenhagen fand (11.). Damit hatte sich die Hamburger Angriffsherrlichkeit vor dem Wechsel aber bereits erschöpft. 

Die nach der 2:5-Schlappe in Köln defensiver agierenden Rostocker, bei denen Andreas Jakobsson erstmals in dieser Saison hinter drei Manndeckern agierte, brachten die zuletzt unsichere HSV-Abwehr um Torhüter Jörg Butt immer wieder in Verlegenheit und kam zu mindestens sechs glasklaren Möglichkeiten. Die beste vergab Christian Brand, der in der 35. Minute nach einer Musterkombination über die agilen Magnus Arvidsson und Victor Agali knapp am rechten Pfosten vorbei schoss. 

In der zweiten Halbzeit nahm der Druck der Rostocker, die ihre Heimmisere unbedingt beenden wollten, weiter zu. Das Resultat blieb aber das Gleiche. Die torschwächste Mannschaft der Liga übte sich einmal mehr im Vergeben von Torchancen. Erst Arvidsson erlöste die Zuschauer, als diese schon nicht mehr an den Sieg glauben mochten. 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 9:3 
Eckenverhältnis: 10:3 
Schiedsrichter: Jansen (Essen), Note 3,5 - lange Zeit ohne Mühe, konnte aber in der Schlussphase die aufkommende Hektik nicht sofort eindämmen; korrekt, dass er keinen Elfmeter für Arvidsson gab (76., Zweikampf mit Hertzsch), hätte den Schweden allerdings für dessen Faller verwarnen müssen. 
Spielnote: 3,5 
Spieler des Spiels: Arvidsson - Dribbelstark, immer anspielbar, Torschütze: Seinen tollen Auftritt trübte der Schwede nur durch überflüssige Flugeinlagen im HSV-Strafraum. 
 

Hansa Rostock gewinnt das Nordderby gegen den Hamburger SV nach einem Treffer von Arvidsson in der 86. Minute verdient mit 1:0.

Beide Trainer rotierten kräftig im Aufeinandertreffen der Hanseaten. Friedhelm Funkel reagierte auf die 2:5-Niederlage in Köln und ließ für die schwachen Benken und Lange Yasser und Emara auflaufen. Für den Gelb-Rotgesperrten Majak war Rostocks Hoffnungsträger Rydlewicz nach seiner Gelb-Sperre wieder dabei.

HSV-Trainer Pagelsdorf schickte mit Heinz und Bester eine neue Sturmformation für Yeboah und Ketelaer (die nur auf der Tribüne saßen) aufs Feld, Barbarez sollte nach seiner von Pagelsdorf für Rom verordneten Spielpause wieder die Fäden hinter den Spitzen ziehen. 

Die Zuschauer im Ostseestadion sahen eine sehr zerfahrene erste Halbzeit mit vielen kleinen Unterbrechungen, die keinen rechten Spielfluß aufkommen ließen. Die wenigen Chancen wurden entweder eine sichere Beute der beiden Torhüter oder kläglich vergeben (Brand in der 35. Minute, als er sieben Meter vor dem Tor den Ball nicht verwerten konnte). Beide Mannschaften taten sich im Spielaufbau schwer, Abspielfehler waren an der Tagesordnung. Hamburg bestimmte trotz der kurzen Regenerationszeit von nur 46 Stunden nach dem Rom-Spiel vom Donnerstag zunächst das Spiel, doch nach 20 Minuten legte Hansa die Anfangsnervosität ab und setzte den HSV unter Druck. Nach individuellen Fehlern von Panadic und Präger hatte Rostock durch Rydlewicz (12.) und Agali (27.) zwei gute Möglichkeiten, doch es blieb beim 0:0.

Rostock kam entschlossen aus der Kabine und bestimmte weiter das Spiel. Die Pagelsdorf-Elf kam zeitweise gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte und hatte Glück, dass die Heimelf die sich nun zahlreich bietenden Möglichkeiten nicht verwerten konnte. Nach gut einer Stunde reagierte Pagelsdorf und verstärkte die Abwehr. Er brachte Kientz für den offensiven Mahdavikia, doch auch diese Maßnahme zeigte keine Wirkung. Hansa fand immer wieder Löcher in der HSV-Deckung, ohne jedoch Kapital daraus schlagen zu können. In der letzten Viertelstunde wurde die Partie ruppiger. Der HSV versuchte mit allen Mitteln das Remis über die Zeit zu retten, doch in der 86. Minute fiel dann doch noch das längst überfällige 1:0 für Rostock. Die Hamburger Deckung ließ sich von Arvidsson düpieren, der nach einem tollen Solo mit seinem Schuss aus dreizehn Metern ins linke untere Eck HSV-Keeper Butt keine Abwehrmöglichkeit gab. 

Hansa Rostock siegte aufgrund einer engagierten Leistung verdient im Nordderby gegen die zuletzt arg gebeutelten Gäste aus Hamburg und konnte somit den ersten Heimdreier seit dem 24.9.2000 (1:0 gegen den FCK) verbuchen.

Analyse 
  
Personal: Im Vergleich zur 2:5-Blamage von Köln pausierten drei Hansa-Akteure: Majak (Gelb- Rot-Sperre) notgedrungen, Lange und Benken mussten auf die Bank. Rydlewicz (nach abgesessener Gelb-Sperre), Yasser und Emara waren neu im Team. Drei Änderungen auch beim HSV gegenüber der 0:1-Niederlage beim AS Rom im UEFA-Pokal: Ketelaer (Muskelfaserriss in der Wade), Yeboah (ausgelaugt) und Kientz (zunächst auf der Bank) fehlten, stattdessen begannen Heinz, Bester und Barbarez.

Taktik: Hansa-Trainer Funkel warf seine Dreierkette über den Haufen und reagierte auf die drei HSV-Stürmer wie folgt: Vor Libero Jakobsson nahm Schröder Hamburgs zentrale Spitze Bester in Empfang, die Seiten dichteten die nominellen Mittelfeldspieler Emara (links gegen Mahdavikia) und Yasser (rechts gegen Heinz) ab. Wibrans Spezialauftrag im defensiven Mittelfeld bestand darin, Barbarez auszuschalten. Vornehmlich Brand und Rydlewicz (beide mit großer Laufbereitschaft) fiel die Aufgabe zu, das Offensiv-Schwungrad zu drehen und die beiden Spitzen Agali (fleißig, aber glücklos im Abschluss) und Arvidsson einzusetzen. Der HSV mit einer Dreierabwehrkette, in der Hertzsch und Panadic ihre Seiten hielten. Töfting (anfangs mit Akzenten, tauchte später ab) verfolgte Brand, die drei Spitzen litten unter der mangelnden Zuarbeit.

Spielverlauf: Nach 20 passablen Minuten verlor der HSV völlig den Faden. Leichte Ballverluste sowie die fehlende Frische hemmten die Hamburger. Rostock war aggressiver, baute konsequent Druck auf, ohne die eigene Deckung zu vernachlässigen. Das große Manko war der Abschluss (Brand, Agali). Lediglich Arvidsson, bei dessen Tor vor allem Barbarez und Hoogma schlecht aussahen, hatte Erfolg. Der HSV - nach 62 Minuten mit Kientz gegen Rydlewicz, Präger rückte als Rechtsaußen in den Angriff - war in der zweiten Halbzeit ein Ausbund an Harmlosigkeit.

Fazit: Hochverdienter Sieg für die Rostocker, die das beste Heimspiel der Saison ablieferten. Der HSV: saft-, kraft- und ideenlos. 
 

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
90. Minute: Fast der Ausgleich für den HSV. Präger kommt im Strafraum zum Schuss, doch Pieckenhagen klärt bravourös.
86. Minute: Tor für Rostock. Arvidsson tanzt die gesamte HSV-Abwehr aus und läßt Butt im HSV-Tor mit seinem Schuss aus 13 Metern ins linke untere Eck keine Abwehrmöglichkeit.
74. Minute: Nach einer Flanke von Yasser setzt sich Agali im Kopfballduell gegen Pandic durch, doch der Ball geht am Tor vorbei.
64. Minute: Der Führungstreffer für Hansa liegt in der Luft. Agali steigt nach einem Wibran-Freistoß aus halblinker Position hoch, doch sein wuchtiger Kopfstoß streicht über die Querlatte.
60. Minute: Der HSV wird in die eigene Hälfte geschnürt. Brand setzt sich gegen Sandmann durch, doch seinen Schuss lenkt Butt über die Querlatte zur Ecke.
52. Minute: Ein Patzer von Butt bringt Hansa fast in Führung. An einem angeschnittenen Freistoß aus halbrechter Position durch Brand fliegt Butt vorbei, doch Hertzsch rettet in höchster Not gegen Arvidsson.
50. Minute: Rostock kommt gut aus der Kabine. Arvidsson tanzt Panadic im Strafraum aus, doch sein Schuss geht rechts knapp am Tor des HSV vorbei.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
35. Minute: Die größte Möglichkeit des Spiels. Arvidsson flankt, Agali läßt geschickt durch, doch Brand kann völlig frei vor Butt nicht vollenden. Er schießt aus sieben Metern an Butt und am rechten Pfosten vorbei und vergibt die Chance kläglich.
27. Minute: Der HSV kommt unter Druck. Yasser flankt, Präger tritt über den Ball, doch Agali kommt bedrängt von Panadic nicht zum Tor-Abschluss.
24. Minute: Glück für Hansa! Barbarez setzt sich auf der linken Seite durch, doch seinen Querpass im Strafraum kann ein Rostocker Abwehrspieler gerade noch vor dem einschussbereiten Bester abfangen.
12. Minute: Rostock antwortet umgehend. Nach einer Flanke von Brand kommt Rydlewicz nach einem Fehler von Panadic 13 Meter vor dem HSV-Gehäuse frei zum Schuss, doch Butt rettet mit einem tollen Reflex.
11. Minute: Chance für den HSV. Nach einer Ecke von Mahdavikia kann Pieckenhagen mit einer Glanztat einen Kopfball von Hoogma entschärfen.
9. Minute: Rostock versucht ins Spiel zu finden. Agali schießt, nachdem kein Mittelfeldspieler nachgerückt ist, aus 25 Metern neben das Tor.
6. Minute: Im hanseatischen Duell beginnen beide Teams sehr verhalten, wobei der HSV zielstrebiger den Weg nach vorne sucht.
Anpfiff