Bundesliga 2000/2001, 18. Spieltag, Samstag, 16.12.00 um 20:15 Uhr im Münchner Olympiastadion

TSV 1860 München - Hamburger SV 2:1 (1:0)

Ich habe das Spiel nur auf premiere gesehen.

Leider bot das Spiel genau das, was ich vom HSV befürchtete. Es war erneut eine sehr schlechte Leistung. Damit meine ich vor allem die Laufbereitschaft. Wer den Ball hat ist dieser Tage immer der Gearschte beim HSV !

Die schlechteste Phase hatte der HSV gleich zu Anfang des Spiels. Hier brachte man überhaupt nichts. Nicht ein konstruktiver Angriff. Die Löwen standen ständig in unserer Hälfte. Allerdings kamen sie dabei überhaupt nicht zu Torchancen.

Leider spielte auch wieder Butt im Tor. Doch ich war schon sehr verwundert, daß man bereits nach wenigen Spielminuten Mathias Schober beim Aufwärmen hinter dem Tor sah. Zuerst dachte ich, daß man ihn vielleicht eine Halbzeit lang spielen lassen wollte. Aber dem war nicht so. Butt war verletzt – irgendwas mit dem Rücken. Nach der ersten richtig guten Torchance der Löwen ging Butt dann auch raus und Schober kam zu seinem ersten Einsatz.

Diese erste gute Chance der Löwen war ein Freistoß von Häßler, der ziemlich genau ans Lattenkreuz ging. Das war bis dahin die einzige Chance und die nächste sollte dann auch das 1:0 sein. Dabei spielten Agostino und Bierofka einen doppelten Doppelpaß, bei dem sowohl Hertzsch als auch besonders Sandmann ganz schlecht aussahen. Bierofka stand dann schließlich von links ganz frei vor dem Torwart. Und dann hatte er wirklich unglaubliches Glück. Er traf den Ball nämlich überhaupt nicht richtig, aber trotzdem sprang das Mistding so an den Pfosten, das es genau in seinen Lauf zurückflog und dann trotzdem reinging.

Schön.... 0:1. Spätestens jetzt war der letzte Funke Hoffnung in mir gestorben.

Danach zog der Trainer dann Konsequenzen aus der wirklichen Sauleistung der Mannschaft. Er wechselte Ketelaer aus für Yilmaz. Warum es gerade Kette traf, verstand ich zunächst nicht, aber später wurde dann noch seine Statistik genannt. Immerhin NULL Zweikämpfe in 29 Minuten bestritten.....

Der HSV sollte sich in der ersten Halbzeit genau zwei Chancen erspielen. Ein Barbarez-Schuß vom linken Strafraumeck nach schönem Paß von Töfting und ein Schüsschen von Heinz. 

In der zweiten Halbzeit zogen sich die Löwen dann schließlich ganz zurück in Ihre Hälfte und lauerten nur auf Konter. Der HSV spielte nun natürlich offensiver, doch zwingend war das alles nicht.

1860 hingegen ist bei seinen Kontern immer gefährlich und Schober darf sich mehrmals auszeichnen. Irgendwann ist es dann auch soweit, daß einer dieser Angriffe zum 2:0 führt. Von halblinks steht wieder mal ein 60er frei im Strafraum und kann schießen. Den ersten Schuss kann Schober noch abwehren (allerdings ungünstig genau in die Mitte), aber der Nachschuß sitzt dann wieder.

Erst danach kommt der HSV mal wieder zu vernünftigen Chancen. Zunächst ein satter Fernschuß von Töfting, den Jentzsch pariert. Dann wird ENDLICH einmal Fußball gespielt und nach sehenswerten Doppelpaß steht Yilmaz vollkommen frei vorm Tor – und semmelt das Ding in Richtung Eckfahne. Das war wirklich unglaublich schlecht.

Schließlich soll es dann aber doch noch zum Anschlußtreffer reichen. Der eingewechselte Doll spielt auf Barbarez, der am 16er steht. Er dreht sich kurz nach links und schießt den Ball unhaltbar in Richtung Winkel.

Das war´s dann aber auch. Danach kaum mehr torgefährliche Szenen des HSV. Schließlich bekommt Barbarez nachdem er gegen den TW der 60er springt, noch die gelb-rote Karte. Übertrieben für mein Empfinden.

So geht das Spiel zu Ende und ich habe mich schließlich beim anschließenden Gespräch mit beiden Trainern doch wirklich über Pagel geärgert, weil er nun immernoch nicht ENDLICH mal auf die Mannschaft eindrischt. Statt dessen redet er es schön und spricht von genügend Chancen für einen Sieg und so. Ich kann nur beten, daß er sowas wenigstens nicht in der Kabine sagt. Ich denke, daß die Mannschaft jetzt den „Knüppel“ braucht. 

Gott sei Dank ist jetzt Winterpause und man kann nur beten, daß die Mannschaft regeniert und dann auch mal wieder mit kompletten Kader angreifen kann.

Die Spielerbenotung entfällt wieder, da ich es im TV nicht so gut beurteilen kann.

Eindeutig bester Mann war heute (so seltsam das auch klingt) Sergej Barbarez für mich. Er war fast immer dran beteiligt, wenn es überhaupt mal gefährlich wurde bei HSV-Angriffen.

Richtig schlecht waren unsere beiden Innenverteidiger Hertzsch und Panadic.

Recht positiv fand ich dann auch noch Ujfalusi.

Schober gab einen durchwachsenen Einstand. Er wirkte schon etwas unsicher bei einigen Bällen.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Frank mailte mir folgenden Spielkommentar:

Tach Püstow,
 
also ich war in München und habe mir dieses elendige Gegurke unseres HSV angetan. Als spontane Frage gegenüber
unserem Trainer fällt mir eigentlich nur ein, weshalb er Ketelaer nach knapp 25 Minuten ausgewechselt hat. Kette wurde von der Mannschaft überhaupt nicht eingesetzt und einen jungen Spieler nach kurzer Zeit auszuwechseln, ohne ihm die Chance zu geben, den Turbo (den Ketelaer zweifelsohne anwerfen kann...) einzuschalten, spricht alles andere für´s Vertrauen in den Spieler.
Naja, Barbarez ...grottenschlecht war er nicht, aber seine spielweise ist nicht gerade berauschend. Aber nur er schießt momentan die Tore. Das Mittelfeld bestand eigentlich nur aus Stiiiiiiiiiiiig Töfting. Für mich der beste HSVer. Sicherlich hat er den Ball im zentralen Mittelfeld verloren, woraus dann das 0-2 resultierte, aber wer sich müht, kämpft und versucht das Spiel zu ordnen ist häufig dann auch noch der Dumme. Leider traf das gestern abend auf Töfting zu.  Momo Yilmaz kann auf seine Leistung größtenteils aufbauen, er war zufriedenstellend. 
Bezüglich der Leistung von Hertzscher und Panadic kann ich Dir nur zustimmen...leider. Heinz war zu verspielt, hat aber auch kaum den Ball behaupten können. Sein Zweikampfverhalten war nicht gerade ansehnlich. Mehdi ist platt gewesen, hat die Pause verdient. Wieso er durchgespielt hat, bleibt wohl Pagels Geheimnis. Thomas Doll brachte wieder Leben ins Spiel unserer Mannschaft. Seine Einwechslung war goldrichtig, vielleicht ein wenig zu spät. Sandmann mühte sich, er ist noch jung und Pagel wird aus ihm noch einen super Spieler machen - ganz sicher. Schober sollte öfter spielen, so bekommt er Sicherheit und kann sich weiterhin empfehlen (auch wenn er nur ausgeliehen ist). 
Fazit: Diese Zeilen tuen mir jetzt besonders weh. Der HSV hätte zu Null verlieren müssen. Nach diesem 1-2 wird sich nicht viel ändern. Der Verein bzw. der Trainer wird sagen, daß wichtige Leute wie Kovac und Cardoso gefehlt haben und somit wohl nicht mehr drin wahr. Auch wenn wir eine englische Woche hatten, Profi´s sollte es nicht allzuviel ausmachen zweimal in der Woche spielen zu müssen, dafür werden sie fürstlich bezahlt - und wir frieren uns in der Kurve sonstwas ab...Das gesamte Spiel war von beiden Teams eine Katastrophe. ´60 war schlecht, der HSV hat sich dem angepasst. Mittlerweile habe ich ernsthafte Zweifel ob die Spieler überhaupt gewinnen wollten, denn viel Überzeugendes haben sie nicht geboten. Der Trainer muß jetzt auf den Tisch hauen, den Spieler klar machen wo wir stehen, und wo wir hin gehören. Momentan spielt der HSV gegen den Abstieg !! Und das mit dem Kader. Hertha wird sich freuen, ende Januar 1 oder sogar 3 Punkte entführen zu dürfen. Liebe  HSVer, das wird nun eine Gurkensaison, und wir werden zwischen Rank 10 oder 13 landen. Wartet es ab - wir werden sehen.
Fragwürdig auch, was diese reiserei soll...wollten die etwa Meilen sammeln ??
 
Frank
HSV-Fanclub Rothosen Nahetal
Bad Kreuznach
Leider traf das gestern abend auf Töfting zu. 


 
 
Sport1 meldet:   TSV 1860 München - Hamburger SV 2 : 1 (1 : 0) 

Telegramm 
TORE :   1:0 Daniel Bierofka (23.), 2:0 Paul Agostino (64.), 2:1 Sergej Barbarez (74.)

GELBE KARTEN 
TSV 1860 München:
Hamburger SV: Andrej Panadic (48.), Sergej Barbarez (56.), Stig Töfting (64.)

PLATZVERWEISE 
TSV 1860 München:-
Hamburger SV: Karte gelb/rot für Sergej Barbarez (84.)

SCHIEDSRICHTER :  Dr. Markus Merk 
ZUSCHAUER :  19,700 
DATUM :  16.12.00   20:15 Uhr 

AUFSTELLUNG 
TSV 1860 München: Simon Jentzsch, Marco Kurz, Martin Stranzl, Uwe Ehlers, Ned Zelic, Thomas Häßler, Paul Agostino, Harald Cerny, Daniel Bierofka, Vidar Riseth, Martin Max

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Andrej Panadic, Sergej Barbarez,
Marcel Ketelaer, Jan Sandmann, Stig Töfting, Marek Heinz, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
TSV 1860 München: Marcus Pürk für Harald Cerny (57.), Roman Tyce für Paul Agostino (79.), Thomas Riedl für Thomas Häßler (88.)

Hamburger SV: Mathias Schober für Hans-Jörg Butt (13.), Mahmut Yilmaz für Marcel Ketelaer (29.), Thomas Doll für Andrej Panadic (71.)
 
 

Löwen gehen beruhigt in Winterpause

Vor 19.000 Zuschauern im Olympiastadion gewannen die Münchner Löwen vollkommen verdient mit 2:1 gegen den Hamburger SV. Damit hielten die Serien beider Mannschaften: 1860 gewann das dritte Spiel in Folge, die Hanseaten verloren acht der letzten neun Pflichtspiele.

Damit überwintern die Hamburger mit 21 Punkten auf einem enttäuschenden elften Platz. Die Münchner liegen mit 24 Punkten über dem Soll und gehen als Zehnter in die Weihnachtsferien.

Häßler prüfte das Aluminium
Von Beginn an spielte mit dem TSV 1860 München nur eine Mannschaft. Immer wieder angetrieben von Thomas Häßler im zentralen und Daniel Bierofka im linken Mittelfeld, kamen die Hausherren vor das Hamburger Gehäuse.

Nachdem "Icke" in der 13. Minute einen Freistoß gefühlvoll über die Mauer hob und nur den Pfosten traf, mussten die Hanseaten überraschend auswechseln: Für den am Rücken verletzten Hans-Jörg Butt ging die Schalker Leihgabe Mathias Schober in den Kasten.

Schwach erste HSV-Hälfte
In der 23. Minute traf Daniel Bierofka zum 1:0, nach schönem Doppelpass mit Paul Agostino. Der erste Saisontreffer für den Mittelfeldspieler. Er traf allerdings erst beim zweiten Versuch, als er den vom Pfosten zurückspringenden Ball einschob.

Die Hamburger präsentierten sich zunächst ideen-, kraft- und mutlos. Lediglich Mittelfeldspieler Stig Töfting erreichte in der ersten Halbzeit Normalform.

Ketelaer völlig von der Rolle
Hamburgs Trainer Frank Pagelsdorf reagierte und brachte nach nur 29 Minuten für den desolaten Marcel Ketelaer (kein einziger gewonnener Zweikampf!)den U21-Nationalspieler Mahmut Yilmaz. Doch den Schwung, den der junge Spieler ins Spiel brachte, verpuffte schnell.

Paul Agostino brachte die Gastgeber in der 64. Minute 2:0 in Führung. Einen Vidar Riseth-Schuss klatschte Schober nur ab, der Australier vollendete zu seinem elften Saisontreffer.

Sieg war nie ernsthaft gefährdet
Mit dem eingewechselten "Oldie" Thomas Doll ging ein kleiner Ruck durch die Hamburger Mannschaft, der mit dem Anschlusstreffer durch Sergej Barbarez (74.) belohnt wurde.

In einer überharten Schlussphase sah Torschütze Barbarez nach einer Attacke gegen Jentzsch Gelb-Rot (84.). In Überzahl brachten die Löwen den knappen Vorsprung sicher über die Zeit.

Daten
Fakten:
Dritter Löwen Sieg in Folge 
Rostock, Cottbus und Hamburg wurden hintereinander besiegt - die Löwen schossen sich mit drei Siegen innerhalb von acht Tagen aus der Krise. So gut waren die 60er zuletzt vor über zwei Jahren, damals hatte Lorants Elf sogar fünf Siege in Folge für sich verbuchen können.

HSV = Hamburger Super Verlierer 
Seit der HSV in der Champions League ausgeschieden ist, hagelt es Niederlagen: Von neun Pflichspielen haben die Hanseaten acht verloren! Lediglich gegen Cottbus langte es zu einem mühsamen 2:1 Erfolg. Mit Doppelbelastung war der HSV irgendwie erfolgreicher...

Endlich ein Löwen-Sieg gegen den HSV 
Seit über drei Jahren gab es mal wieder einen Sieg für den TSV 1860 München gegen den Hamburger SV. Am 25.10.97 gewannen die Löwen damals mit 2:1 im Volksparkstadion. 

Hamburg vor allem auswärts katastrophal 
Der HSV hat die letzten sechs Auswärtsspiele in der Bundesliga allesamt verloren, ist seit acht Gastspielen sieglos. So eine schwarze Serie gab es zuletzt Anfang der 70er Jahre: Vom 11.12.71 bis zum 7.10.72 verlor Hamburg damals sogar zwölf Gastspiele hintereinander. 

Schlaglichter:
Freude im Hause Bierofka 
Der letzte Torjubel in der Familie Bierofka lag schon ein ganzes Weilchen zurück: Vor über 23 Jahren (am 31.8.77) hatte Vater Wilhelm bei der 2:3 Heimniederlage der Löwen gegen Hertha BSC den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2 erzielt. Jetzt trat Sohnemann Daniel in seine Fußstapfen, erzielte mit der 1:0-Führung sein erstes Bundesligator überhaupt. 

Debüt für Schober 
Als Hans-Jörg Butt in der 13. Minute wegen Rückenbeschwerden ausgewechselt wurde, kam Ersatztorwart Mathias Schober endlich zu seinem ersten Einsatz im Trikot des HSV. Überzeugen konnte er allerdings noch nicht - bei beiden Gegentoren machte er eine unglückliche Figur, griff zudem bei einigen Flanken daneben. Aber vom Bank drücken hat auch noch kein Keeper Souveränität erhalten. 

Immer wieder Agostino 
Paul Agostino, von der Löwen-Führung abwechselnd als "unverkäuflich" oder "30-Millionen-teuer" bezeichnet, unterstrich gegen den HSV jedenfalls seinen Wert für die Löwen. Er erzielte das siegbringende zweite Tor, war in den 18 Spielen der laufenden Saison jetzt schon elfmal erfolgreich. Zum Vergleich: In seinen drei Spielzeiten zuvor traf der Australier insgesamt nur achtmal!

Von wegen "Enter Sandmann" 
Wenn diese Leistung mal nicht zum "Exit" für Hamburgs Jan Sandmann wird: Nur 21 Prozent seiner Duelle gewann er, war damit schlechtester Zweikämpfer auf dem Platz. Dazu kein Torschuss, keine Torschussvorlage - was waren das noch für Zeiten, als Martin Groth auf der rechten Außenbahn wirbelte! 

Ketelaer: Der den Zweikampf scheut 
Nach 28 Minuten wurde Marcel Ketelaer ausgewechselt - eine Verletzung war nicht zu erkennen. Wohl aber das mangelnde Engagement des 23-Jährigen: Nicht einen einzigen Zweikampf hatte er bestritten - auch eine Art von Leistung... 
 

Stimmen
Trainer Werner Lorant (TSV 1860 München):
"In den letzten Spielen waren nur Siege Pflicht, keine Schönspielerei mehr. Wir haben schon viele Spiele hier bitter verloren. Das Gegentor war ein Fehler von Marcus Pürk. Er muss wissen, wie der Linksfuß Barbarez sich dreht. Ich bin froh, dass wir vor der Winterpause noch die neun Punkte gemacht haben." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"In der ersten Halbzeit haben wir sehr nervös und zu zaghaft gespielt. Es kam kein guter Spielfluss zustande. Obwohl wir etliche Tormöglichkeiten hatten, hat 1860 das Tor gemacht. Dann mussten wir offensiver werden und München konnte kontern. Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu gewinnen." 


 
dpa meldet: «Löwen» setzen Erfolgskurs fort

München (dpa) - Die «Löwen» klettern weiter nach oben, mit dem Hamburger SV geht es nur noch abwärts - der TSV 1860 München setzte mit dem 2:1 (1:0)-Erfolg im ersten Rückrundenspiel der Fußball- Bundesliga seinen Aufwärtstrend fort und schoss den HSV der Abstiegszone entgegen.

Daniel Bierofka in der 23. Minute und Torjäger Paul Agostino (63.) mit seinem elften Saisontreffer machten vor 19700 am Samstag im Olympiastadion den dritten «Löwen»-Sieg in Folge perfekt und verschärften die Auswärtskrise der Hanseaten, die seit dem 4:0 in Bochum am 9. September bereits zum sechsten Mal in Serie auf fremden Platz keinen Punkt mehr holten. Sergej Barbarez, der sechs Minuten vor Spielende wegenn wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah, gelang in der 74. Minute mit seinem zwölften Tor lediglich der Ehrentreffer für die in der Offensive enttäuschenden Hamburger.

Die größten «Aufreger» gab es zunächst vor der Partie. Simon Jentzsch, zuletzt beim 0:2 gegen Unterhaching am 26. November im «Löwen»- Tor, musste kurzfristig zwischen die Pfosten, weil sich Michael Hofmann beim Aufwärmen eine Zerrung zugzog. Aus taktischen Gründen nahm Trainer Werner Lorant eine weitere Änderung vor und stellte Heinz Ehlers für den zuerst nominierten Achim Pfuderer in die Abwehr. HSV-Coach Frank Pagelsdorf, der erneut auf den angeschlagenen Rodolfo Cardoss verzichten musste, brachte mit Jan Sandmann, Marcel Ketelaer und Marek Heinz drei neue Spieler gegenüber dem Mittwochspiel beim FC Bayern (1:2.)

Schon nach 13 Minute war Pagelsdorf zu einem weiteren Wechsel gezwungen, als Schlussmann Hans-Jörg Butt verletzt vom Platz ging und von Mathias Schober ersetzt wurde. Unmittelbar zuvor hatte 1860- Spielmacher mit einem 20-Meter-Freistoß nur den Pfosten getroffen. Zehn Minuten später belohnte Daniel Bierofka mit seinem ersten Saisontor den Einsatz der Münchner, als er nach Doppelpaß mit Paul Agostino zunächst nur den Pfosten traf und dann mit der Brust den Ball ins HSV-Tor bugsierte. Die Hanseaten überzeugten bis dahin mit gutem Spielaufbau und gefälligen Kombination, waren im Angriff ohne Durchschlagskraft.

Pagelsdorf reagierte und wechselte Mahmut Yilmaz (29.) für den enttäuschenden Ketelaer ein, nachdem zuvor Torjäger Sergej Barbarez (28.) mit einem Flachschuss erstmals für Gefahr vor des Gegners Tor sorgte. Nach der Pause verstärkte der immer besser werdende HSV seine Bemühungen um den Ausgleich, scheiterte aber zunächst an seiner Abschlussschwäche. Die zusehends in die Defensive gedrängte Lorant- Elf verlegte sich aufs Kontern. Der fleißige Häßler (59.) scheiterte mit einem Drehschuss an Schober, eine Minute später vergab Agostino die mögliche Vorentscheidung. Drei Minuten später stand der Australier goldrichtig und staubte zum 2:0 ab, nachdem Schober einen Schuss des Norwegers Vidar Riseth abprallen ließ. Der ansonsten schwache Barbarez setzte mit einem herrlicher Schuss in den Torwinkel den Schlusspunkt.


 
kicker meldet: 

Mit dem dritten Sieg in Serie hat der TSV 1860 München der verkorksten Vorrunde doch noch ein versöhnliches Ende angefügt. Sechs Punkte trennen die Lorant-Elf nun von einem Abstiegsplatz. Der HSV wachte erst nach dem 0:2 durch Agostino (63.) und mit der Einwechslung seines Routiniers Thomas Doll auf , der dem bis dahin ideen- und weitgehend harmlosen Spiel der Hanseaten einige Akzente verleihen konnte. Torschütze Barbarez sah kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte.

Mit den drei Spitzen Ketelaer, Heinz und Mahdavikia sowie Torjäger Barbarez dahinter wollte Trainer Frank Pagelsdorf noch einen versöhnlichen Abschluss nach der unbefriedigenden Vorrunde schaffen. Auf den erkrankten Neuzugang Erik Meijer (Magen-Darm-Infektion) musste der HSV verzichten, ebenso auf Kovac und Hollerbach. 

Kurzfristig gab es auch bei 1860 eine Änderung. Torwart Michael Hofmann verletzte sich beim Aufwärmen und wurde durch Simon Jentzsch ersetzt. Des Weiteren musste der verletzte Erik Mykland passen, der durch einen offensiver agierenden Libero Zelic vertreten wurde.

Kurz nach dem Anpfiff musste auch HSV-Schlussmann Hans-Jörg Butt wegen Rückenproblemen passen. Für ihn kam der Ex-Schalker Matthias Schober erstmals im HSV-Trikot zum Einsatz (13.). Kurz zuvor wäre Butt bei einem raffinierten Freistoß von Thomas Häßler ans Lattenkreuz noch machtlos gewesen. Ansonsten kamen die Akteure im beinahe leeren Olympiastadion nur schwer in die Gänge. In der 23. Minute wurden dann jedoch die passiveren Hamburger bestraft, als Bierofka mit Agostino überraschend Doppelpass spielte und somit die gesamte Abwehr aushebelte. Im zweiten Versuch traf das Löwen-Talent ins Netz, nachdem sein erster Schuss noch vom Pfosten abgeprallt war. Pagelsdorf reagierte prompt und ersetzte Marcel Ketelaer durch Mehmet Yilmaz. Den ersten sehenswerten HSV-Angriff konnte Barbarez nach einer halben Stunde mit Pech nicht verwerten – sein Schrägschuss strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Bis kurz vor dem Pausenpfiff agierten die Gäste dann wieder saft- und kraftlos. Wenigstens der eingewechselte Yilmaz startete in der 45. Minute zu einem energischen Solo. Er bediente Heinz im Strafraum, doch der Tscheche konnte mit einem unplatzierten Schuss Simon Jentzsch nicht gefährden.

Auch nach dem Wechsel verliefen die Angriffsbemühungen der Gäste zumeist im Sand. Die seltenen Torszenen spielten sich vor dem Tor von Matthias Schober ab, der in der 59. Minute gegen Häßler und Sekunden später gegen Agostino gut parierte. In der 63. Minute erhöhten die Löwen verdient auf 2:0, nachdem Riseth die hanseatische Hintermannschaft alt aussehen ließ. Schober konnte gegen den Norweger noch parieren, doch Agostino staubte ab. Es war das elfte Saisontor des Australiers. Erst danach kam der HSV besser ins Spiel, nicht zuletzt, weil die Lorant-Elf im Gefühl des sicheren Sieges nachließ. Nach 66 Minuten musste Jentzsch bei einem Fernschuss von Töfting eingreifen. Die beste Chance, dem Spiel noch einmal Spannnung zu verleihen, versiebte dann zunächst Yilmaz (70.). Wenig später hieß es aber doch 2:1, nachdem der eingewechselte Doll, der dem HSV-Spiel einige spielerische Elemente verleihen konnte, Sergej Barbarez am Strafraum freigespielt hatte. Der Bosnier traf mit einem Schlenzer genau ins rechte Tordreieck (74.). Gut zehn Minuten später sah der Torschütze der Gäste die Gelb-Rote Karte nach einer ungestümen Attacke gegen Jentzsch. Nicht zuletzt deshalb brachten die Münchner den knappen Vorsprung über die Zeit.

Höhepinkte des Spiels:
Schlusspfiff
90. Minute: Noch zwei Mal hat Max die Chance, das Ergebnis aufstocken. Doch beide Schussversuche finden nicht ihr Ziel.
89. Minute: Konter 1860: Max frei vor Schober, der den Lupfer des Ex-Schalker jedoch abblocken kann.
85. Minute: Nach einer zu harten Attacke gegen Torwart Jentzsch muss der Torschütze vom Platz.
74. Minute: 2:1! Jetzt ist es so weit. Doll auf Barbarez, der Jentzsch mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumgrenze keine Chance lässt.
73. Minute: Wieder Yilmaz, diesmal per Kopf nach Freistoß Doll. Der Ball geht knapp am rechten Pfosten vorbei.
70. Minute: Da wäre es beinahe noch einmal spannend geworden. Yilmaz vergibt frei aus acht Metern, nach einem schönen Zuspiel von Heinz.
66. Minute: Fernschuss Töfting aus 22 Metern. Jentzsch ist zur Stelle.
63. Minute: 2:0! Ganz schlecht sieht es nun aus für den HSV. Agostino trifft per Abstauber, nachdem Schober gegen Riseth noch parieren konnte.
60. Minute: Agostino versetzt einmal mehr Hertzsch, schießt aus spitzem Winkel. Schober pariert erneut.
59. Minute: Schöner Direktschuss von Häßler aus der Drehung. Schober klärt zur Ecke.
50. Minute: Ecke Häßler - Max verlängert und Stranzl kommt bedrängt im Torraum zum Schuss. Die HSV-Abwehr kann die Situation bereinigen.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Yilmaz lässt vier Münchner stehen, spielt Heinz an, doch dessen Abschluss aus zwölf Metern kann nur als kläglich bezeichnet werden.
28. Minute: Jetzt zeigt sich auch der HSV einmal. Töfting schickt Barbarez, doch der Torjäger verzieht aus 14 Metern knapp.
23. Minute: 1:0! Verdient gehen die aktiveren Münchner in Führung. Bierofka spielt gekonnt Doppelpass mit Agostino. Das Löwen-Talent steht plötzlich allein vor Schober, trifft zunächst den Pfosten, verwertet dann jedoch den Abpraller problemlos.
13. Minute: Nachdem Löwen-Keeper Michael Hofmann sich beim Aufwärmen verletzte, muss nun auch HSV-Schlussmann Hans-Jörg Butt wegen Rückenproblemen passen. Matthias Schober feiert Premiere im Hamburger Dress.
13. Minute: Erstes Highlight im Olympiastadion nach flauem Beginn. Thomas Häßler zirkelt einen Freistoß über die Mauer ans Lattenkreuz.
Anpfiff