Bundesliga 2000/2001, 20. Spieltag, Samstag, 03.02.01 um 15:30 Uhr im Bremer Weserstadion bei -3 Grad

SV Werder Bremen - Hamburger SV 3:1 (1:0)

Zum Spiel konnte ich leider wegen eines Hexenschusses (ja, ja, man wird alt) nicht fahren. Ich hätte aber noch die Möglichkeit gehabt, das Spiel bei meinem Kumpel auf premiere zu sehen.

Das tat ich wegen meines unbeschreiblichen Aberglaubens jedoch nicht, denn ich kann mich nicht erinnern, dort schon mal einen Sieg des HSV gesehen zu haben. Jedenfalls nicht diese Saison.

Und so blieb ich dann wegen meines Aberglaubens zu Hause und litt wie ein Hund (ehrlich!).
Ich habe es sogar geschafft, die ersten 35 Minuten nicht mal Radio oder PC einzuschalten. Dann ging es aber nicht mehr. Ich schaltete PC und Radio ein und prompt fiel das 1:0 für Werder.

Schönen Dank.

Naja, zum Spiel kann ich nicht viel sagen, weil ich es bislang nur in Ausschnitten gesehen habe. Ich hatte mir allerdings am Samstag bereits um 18:00 die Videoaufzeichnung abgeholt. Die werde ich mir nun auch noch ansehen....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

Telegramm 
TORE :   1:0 Claudio Pizarro (45.), 1:1 Marek Heinz (57.), 2:1 Ailton (71.), 3:1 Claudio Pizarro (90.)

GELBE KARTEN 
Werder Bremen: Marco Bode (15.), Dieter Eilts (31.), Frank Verlaat (52.), Frank Baumann (65.)
Hamburger SV: Niko Kovac (26.), Andrej Panadic (35.), Martin Groth (70.), Marek Heinz (87.)

SCHIEDSRICHTER :  Hermann Albrecht 
ZUSCHAUER :  31,526 
DATUM :  03.02.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Werder Bremen: Frank Rost, Frank Verlaat, Mladen Krstajic, Fabian Ernst, Frank Baumann, Dieter Eilts, Ailton, Marco Bode, Andreas Herzog, Torsten Frings, Claudio Pizarro

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Martin Groth, Andrej Panadic, Niko Kovac, Anthony Yeboah, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Marek Heinz, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
Werder Bremen: Bernhard Trares für Dieter Eilts (38.), Dong Gook Lee für Andreas Herzog (79.), Paul Stalteri für Torsten Frings (81.)
Hamburger SV: Mahmut Yilmaz für Bernd Hollerbach (71.), Erik Meijer für Martin Groth (77.), Milan Fukal für Andrej Panadic (77.)
 

Treueschwüre für Pagelsdorf
Immer diese Fragen: Was wird mit dem Trainer? Muss Frank Pagelsdorf gehen? Mit jeder Niederlage wurden die Fragen lauter. Sieben der letzten acht Bundesliga-Spiele hatten die Spieler des Hamburger SV verloren, jetzt mussten sie ein 1:3 (0:1) bei Werder Bremen einstecken. Die Fragen kamen wieder. Und die Hamburger fanden eine klare Antwort: Pagelsdorf bleibt. "Wir haben Vertrauen zu ihm", sagt Werner Hackmann, der Vorstandsvorsitzende des HSV. "Und wir sind sicher, dass wir uns aus der Abstiegszone befreien werden."

20 Partien, 21 Punkte
Klingt, als könne Mittelfeldspieler Sergej Barbarez beruhigt sein. Der nämlich hofft, dass die Vereinsführung dem Trainer "bis zum geht nicht mehr" vertraut. Der Punkt, an dem es nicht mehr geht, scheint noch längst nicht erreicht. Obwohl die Hamburger im Abstiegskampf stecken, mit 21 Punkten nach 20 Partien. Eine schwache Ausbeute für eine Mannschaft, die zu Beginn der Saison noch in der Champions League spielte.

Bei der Niederlage in Bremen fielen zwei der drei Gegentore nach Standardsituationen. Situationen, in denen man machtlos ist. "Das ist symptomatisch für unsere Situation", sagte Pagelsdorf. Claudio Pizarro traf mit einem Freistoß (45.); Ailton verwandelte einen Elfmeter, nachdem Martin Groth Bremens Marco Bode am Trikot gezupft hatte (71.). Den dritten Bremer Treffer erzielte wieder Pizarro (90.), das zwischenzeitliche 1:1 hatte Marek Heinz besorgt (57.). Die Hamburger kämpften, sie mühten sich, doch allein Heinz vergab drei gute Chancen (8./36./62.).

Ein flottes, ansehnliches Spiel
Es war ein flottes, ansehnliches Spiel. Auch die Bremer hatten ihre Möglichkeiten - und nach der Partie hatte Thomas Schaaf einen kleinen Rekord. Fünf Partien in Folge hat sein Team jetzt im Weserstadion gewonnen, das hat seit Otto Rehhagel kein Trainer mehr geschafft.

Siegesserien. Davon sind die Hamburger weit entfernt. Bis zum nächsten Spiel will Trainer Pagelsdorf "die Jungs wieder aufzubauen". An seinen Fähigkeiten als Psychologe scheint Pagelsdorf nicht zu zweifeln. "Jetzt geht's erst richtig los", sagt er. Und grinst. Wie es drinnen aussieht, nach all den Fragen, geht keinen etwas an. 
 

Daten
Fakten:
Heimstarke Bremer 
Die Spieler von Trainer Schaaf sind im heimischen Weserstadion wieder eine Macht. Mit dem Sieg über den HSV feierten sie schon den fünften Heimsieg in Folge. Dies gelang ihnen zuletzt vor über sechs Jahren, noch unter Otto Rehhagel. 

Auswärts nichts zu holen 
Die Hamburger kassierten die siebte Auswärtsniederlage hintereinander. Unter Trainer Pagelsdorf beklagen sie erstmals eine solche Negativserie. Überhaupt verloren vor Pagelsdorf erst zwei HSV-Trainer sieben Mal in Folge auf fremden Plätzen. Zuletzt passierte das vor über 28 Jahren, damals hieß der Coach Klaus-Dieter Ochs. 

Was ist bloß mit der Abwehr los? 
Auch wenn die Hamburger in Bremen sehr unglückliche Treffer einstecken mussten, bei denen man der Abwehr nicht unbedingt einen Vorwurf machen kann: Insgesamt haben die Hanseaten mittlerweile 39 Gegentore kassiert - so viele wie in der gesamten letzten Saison. 

Südamerikanisches Traumduo 
Das Bremer Sturmduo Pizarro und Ailton entwickelt sich wieder zum Traumduo. Die letzten sieben Bremer Treffer erzielten die beiden Südamerikaner. Insgesamt erzielten sie jetzt 16 der 28 Bremer Tore. Dabei ist der Brasilianer (neun Treffer) bisher ein wenig erfolgreicher als der Peruaner Pizarro (sieben Tore). 

Schlaglichter:
Hamburger Drangperiode 
Nach dem Gegentreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff entwickelten die Hamburger in der zweiten Hälfte enormen Druck. Sie waren in dieser Phase nicht nur wesentlich zweikampfstärker (55% gewonnen), sondern gaben auch deutlich mehr Torschüsse als die Bremer ab (zehn, Bremen kam nur noch sechsmal zum Abschluss). Besonders über die Außenbahnen erspielte sich der HSV mehr Chancen als Bremen. Was aber zählt: Die Werderaner erzielten in der zweiten Hälfte zwei Tore, der HSV nur eins. 

Starker Heinz 
Bei seinem siebten Einsatz von Beginn an machte Marek Heinz auf der linken Außenstürmerposition eine gute Partie. Dem Tschechen gelang nicht nur der zwischenzeitliche Ausgleich (sein drittes Saisontor), er gab auch die meisten Hamburger Torschüsse ab. Immer wieder tanzte der trickreiche Heinz seine Gegenspieler aus. Nur seine vergebene Großchance, die den Hamburgern den Ausgleich hätte bescheren können, trübte dieses gute Bild. 

Doppelpack von Pizarro 
Mit seinem zweiten Bundesliga-Doppelpack besiegelte der Peruaner die Hamburger Niederlage. Er traf dabei erstmals mit einem direkt verwandelten Freistoß, den er unhaltbar für Butt in den Winkel zirkelte. Pizarro kommt immer besser in Schwung. Vier der letzten sieben Bremer Tore erzielte er. Gegen den HSV zeigte sich der einsatzfreudige Pizarro sehr effektiv. Für seine zwei Tore benötigte er nur vier Torschüsse. 

Kovac zweikampfschwach 
Niko Kovac fand nach seiner Verletzung noch nicht zu alter Form. Zwar hatte der Kroate die meisten Ballkontakte auf dem Platz, er gewann jedoch nur schwache 35% seiner Zweikämpfe. Der eigentlich sehr torgefährliche Mittelfeldspieler war auch nur an einem Torschuss beteiligt und kam selbst gar nicht zum Abschluss. 

Stimmen
Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): 
"Ich bin sehr zufrieden, dass wir gewonnnen haben. Die Zuschauer haben ein tolles Spiel gesehen, meine Mannschaft hat eine gute Leistung gebracht. Wir hätten nach der Führung nur konzentrierter spielen und nach hinten absichern müssen. So wurde es noch einmal eng." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Ich denke, wir haben ein sehr gutes Nordderby gesehen. Beide Mannschaften haben versucht, nach vorn zu spielen. Wir haben leider unsere großen Torchancen nicht genutzt und dann, für uns in letzter Zeit symptomatisch, die Gegentore durch Standardsituation bekommen. Ich denke aber dennoch, dass das Positive heute überwiegt, auch wenn wir die drei Punkte verpasst haben. Jetzt gilt es, die Jungs wieder aufzubauen." 

Top-Spieler: Claudio Pizarro (SV Werder Bremen)
Kalt war es in Bremen am Samstag und es schneite. Kein Wetter eigentlich, bei dem Südamerikaner vor Begeisterung Luftsprünge machen. Claudio Pizarro störte sich im Spiel gegen den HSV wenig an den unwirtlichen Bedingungen. Zwei Tore erzielte der Peruaner - und stockte seine Saisonbilanz auf sieben Treffer auf. Außer Pizarro traf Ailton für die Bremer, noch ein Südamerikaner. Trotz Schnee. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Was erwartet man von einem guten Derby? Spannung, Chancen, Tempo, Tore? Dann haben Werder Bremen und der HSV ein sehr gutes Derby abgeliefert. Dass die Gastgeber am Ende gewannen, war verdient. Sie bestimmten längere Abschnitte des Spiels als die Gäste. Spielentscheidend waren die formstarken Bremer Stürmer Pizarro und Ailton. 
Andreas Lesch 

Taktik:
Werder Bremen
Vor Torhüter Rost dirigierte Verlaat die Viererkette. Neben ihm im Zentrum spielte Baumann, auf den Außenpositionen agierten Krstajic (links) und Frings (rechts). Im defensiven Mittelfeld standen Ernst und Eilts, links spielte Bode. Hinter den Spitzen Ailton und Pizarro wirbelte Herzog. Sieben Minuten vor der Pause kam Trares für den verletzten Eilts, später brachte Trainer Schaaf noch Lee für Herzog und Stalteri für Frings. 

Hamburger SV
Trainer Pagelsdorf kehrte zum bewährten 3-4-3-System zurück. Vor Torhüter Butt stellte er eine Dreierkette mit Ujfalusi links, Hoogma zentral und Panadic rechts. Im zentralen defensiven Mittelfeld spielte Kovac, links daneben Hollerbach, rechts Groth. Barbarez tummelte sich hinter den Spitzen. Im Angriff agierten links Heinz, rechts Mahdavikia und in der Mitte Yeboah. In der Schlussphase brachte Pagelsdorf Fukal, Meijer und Yilmaz für Panadic, Groth und Hollerbach. 


 
dpa meldet: Glückloser HSV verliert in Bremen mit 1:3 
Von Hans-Joachim Zwingmann, dpa Bremen (dpa)

Der Hamburger SV hat die angestrebte Kurs-Korrektur in der Fußball-Bundesliga verpasst. Trotz großer Moral und einer deutlichen Leistungssteigerung verlor das Team von Trainer Frank Pagelsdorf am Samstag das 74. Nordderby beim SV Werder Bremen unglücklich mit 1:3 (0:1). Nach der siebten Auswärtsniederlage stecken die Hamburger mehr denn je in Abstiegsnöten. Vor 31 526 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Weserstadion erzielten die südamerikanischen Stürmer Claudio Pizarro (45./89.) und Ailton (71.) mit einem umstrittenen Foulelfmeter die Tore zum fünften Bremer Heimsieg in Serie. Für den HSV traf Marek Heinz (56.) zum 1:1. 
«Das war ein Zaubertor. Von mir aus hätte nach 45 Minuten Schluss sein können», kommentierte Bremens Clubchef Jürgen L. Born das Führungstor von Pizarro. HSV-Schlussmann Jörg Butt war gegen den direkt verwandelten Freistoß in den Winkel machtlos. «Den hätte kein Torwart der Welt gehalten», meinte DFB-Teamchef Rudi Völler. Er sah bei widrigen Witterungsverhältnissen ein packendes Nachbarschafts- Duell. Beide Mannschaften gingen ein hohes Tempo und überzeugten durch großen kämpferischen Einsatz. 

Die Bremer hatten im ersten Durchgang optische Vorteile. Sie überbrückten das Mittelfeld etwas schneller als die Hamburger, bei denen der gesperrte Regisseur Rodolfo Cardoso fehlte. Ailton (26.) scheiterte mit der besten Chance an Butt. Auf der Gegenseite kam Heinz (36.) nach einem Solo-Lauf und Flanke von Mehdi Mahdavikia um einen Schritt zu spät. 

Der Unterhaltungswert der rassigen Partie erhöhte sich im zweiten Durchgang noch mehr. Der HSV wurde stärker, der Ausgleich durch Heinz war eine logische Konsequenz der Hamburger Überlegenheit. Der Tscheche, stärkster der drei von Trainer Pagelsdorf aufgestellten Stürmer, traf in der 62. Minute nur die Latte und zwang zehn Minuten vor Schluss Frank Rost im Werder-Tor zu einer Glanzparade. Die Entscheidung fiel durch den Elfmeter von Ailton. Schiedsrichter Albrecht (Kaufbeuren) zeigte nach einer Rangelei von Martin Groth mit Werder-Profi Marco Bode auf den Punkt. «Es war ein Foul», sagte Bode. Die Bremer mussten bereits in der ersten Halbzeit auf Dieter Eilts verzichten. Er schied mit einer Kapselverletzung im Knie aus. Frank Baumann ist nach der fünften Gelben Karte eine Partie gesperrt. 


 
kicker meldet: 
Werder-Coach Thomas Schaaf änderte sein Team gegenüber dem 2:0-Heimerfolg gegen 1860 München auf zwei Positionen: Baumann vertrat Barten in der Abwehr, Bode spielte nach überstandener Oberschenkelverletzung auf der linken Seite. Frank Pagelsdorf, Trainer des Hamburger SV, wählte nach der 1:2-Heimpleite gegen Hertha BSC eine offensivere Variante: Mit Mahdavikia, Yeboah und Heinz kehrte er zum bewährten System mit drei Spitzen zurück, Barbarez vertrat den gesperrten Cardoso auf der Spielmacher-Position, Kovac spielte im defensiven Mittelfeld zentral vor der Abwehr.
Nach fünfminütiger Abtastphase entwickelte sich im ersten Abschnitt eine ausgeglichene und abwechslungsreiche Partie, die von beiden Teams mit offenem Visier geführt wurde. Sowohl Bremen als auch Hamburg war das Bemühen um drei Punkte anzumerken. Bremen hatte dabei leichte Vorteile im Mittelfeld, insbesondere der schnelle Ailton wurde mehrfach gut in Schussposition gebracht. Doch die größte Chance in Hälfte eins hatte der HSV nach 36 Minuten: Kovac setzte auf der rechten Seite Mahdavikia gut in Szene, der passte flach in den Strafraum, am zweiten Pfosten rutschte Heinz in den Ball, verfehlte aber das leere Tor. Sekunden vor dem Pausentee dann die Führung für Bremen: Pizarro zirkelte einen Freistoß aus gut 20 Metern genau an die Unterkante der Latte, von dort fand der Ball seinen Weg ins Netz (45.). Keine Abwehrmöglichkeit für HSV-Keeper Butt.

Temporeich ging es im zweiten Abschnitt weiter, der HSV drückte auf den Ausgleich, Bremen verlegte sich aufs Kontern. In der 56. Minute hatten die Bemühungen des HSV Erfolg: Verlaat unterlief eine Flanke, Barbarez legte auf Heinz zurück, der mit einem strammen Schuss aus acht Metern Werder-Keeper Rost keine Chance ließ und das 1:1 erzielte. Die Hamburger witterten nun Morgenluft, Mahdavikia hatte in der 59. Minute die Riesenmöglichkeit zur Führung, doch der Iraner scheiterte aus fünf Metern am glänzend reagierenden Rost. Die Partie jetzt auf des Messers Schneide, Bremen kämpfte sich ins Spiel zurück, hatte durch Ailton eine Möglichkeit, doch Butt behielt die Nerven und konnte klären (61.). Praktisch im Gegenzug traf Heinz, der durch seinen Treffer Selbstvertrauen tankte, mit einem Drehschuss nur die Latte.

In der 71. Minute dann der Schock für den HSV: Bode kam im Strafraum im Duell mit Groth zu Fall, Schiedsrichter Albrecht entschied auf Elfmeter, den Ailton sicher zur 2:1-Führung für Bremen verwandelte. HSV-Trainer Pagelsdorf reagierte sofort, brachte mit Yilmaz und Meijer zwei zusätzliche Offensivkräfte, um noch den Ausgleich zu erzielen.

Hamburg warf alles nach vorne, erhöhte nochmals den Druck. In der 80. Minute hätte Heinz seinen zweiten Treffer erzielen müssen, doch Rost behielt mit einer Glanzparade die Oberhand. Eine Minute vor Spielende sorgte Pizarro mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung (89.).

Bremen war in einem packenden Nord-Derby ein verdienter, aber glücklicher Sieger, weil die Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Albrecht zumindest für Diskussionen auf beiden Seiten sorgen dürfte. Hamburg scheiterte trotz klarer Leistungssteigerung gegenüber den letzten Spielen an der mangelnden Chancenverwertung.
 
 

Chancenverhältnis: 7:7 
Eckenverhältnis: 4:7 
Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren), Note 4,5 - unsicher, bevorteilte Werder latent, fragwürdige Elfmeter-Entscheidung 
Spielnote: 2 
Spieler des Spiels: Rost - Rettete Werders Sieg mit Glanzparaden gegen Heinz und Mahdavikia. 
 
Analyse 
Personal: Werder mit zwei Änderungen: Baumann und Bode wieder für den verletzten Barten und Stalteri im Team. Gleich vier Wechsel beim HSV: Kovac (nach Verletzung) und Barbarez (nach Sperre) kehrten zurück, dazu die Außenstürmer Mahdavikia und Heinz. Dafür fehlten neben dem gesperrten Cardoso zunächst Meijer, Töfting und Präger.

Taktik: Auf beiden Seiten fand eine Umstellung des Systems statt. Schaaf änderte seine Defensive: Im Gegensatz zur zuletzt praktizierten Dreierkette diesmal drei Verteidiger vor dem freien Mann Verlaat. Zudem erhielt Baumann den Sonderauftrag, Hamburgs offensiven Mittelfeldspieler Barbarez zu bewachen. Wenn man so will, ergab sich phasenweise dies: Wenn Barbarez vorrückte, wich Baumann zurück, wodurch sich mit dem häufig auf einer Linie mit den restlichen Abwehrspielern agierenden Verlaat eine Fünferkette ergab. Pagelsdorf gruppierte seine Offensive um: Statt der Doppelspitze Yeboah/Meijer diesmal wieder ein dreiköpfiger Angriff mit echten Außen. Barbarez als Spielmacher dahinter. Also das alte Rautensystem an Stelle des 3-5-2 gegen Hertha BSC Berlin.

Spielverlauf: Ein hochklassiges Nord-Derby, brisant und spektakulär vor allem nach der Pause. Im ersten Abschnitt ausgeglichen: Werder mit optischen Vorteilen, der HSV mit einem Chancenplus. Unverdient somit die Führung durch Pizarros Freistoß-Kracher zur Halbzeit. Danach die Hausherren kurzzeitig überlegen, bevor die Gäste sich Vorteile erwarben, ehe der Strafstoßpfiff die Partie kippte.

Überragend die Werder-Torfabrik Pizarro/Ailton. Gefestigt die Defensivabteilung mit einem überragenden Rost, dem Sieggaranten, und einem tadellosen Yeboach-Bewacher Krstajic. Auch Frings mit einem Aufwärtstrend, vornehmlich zu Beginn, später mit Problemen gegen einen sich steigernden Heinz. Der Tscheche, mit Barbarez Hamburgs Antreiber, während Kovac weitgehend blass blieb, hätte indes den Lokalkampf zu Gunsten des HSV entscheiden müssen.

Fazit: Glücklicher Erfolg der Bremer, die gegen eine nicht schlechtere HSV-Elf ihre Möglichkeiten konsequenter nutze und vom zweifelhaften Straßstoßpfiff profitierte. 
 

Höhepunkte des Spiels: 
Schlusspfiff
89. Minute: Die Entscheidung: Fehler in der HSV-Abwehr, Trares passt auf Pizarro, der keine Mühe hat das 3:1 zu erzielen.
88. Minute: Barbarez mit einem Distanzschuss, der rechts vorbei geht.
82. Minute: Butt rettet gegen Ailton.
80. Minute: Rost hält den Sieg fest: Riesenparade gegen Heinz.
71. Minute: Aufregung pur: Bode kommt im Strafraum im Duell mit Groth zu Fall, Schiri Albrecht pfeift zur Überraschung vieler Elfmeter, den Ailton sicher zur 2:1-Führung für Bremen verwandelt.
62. Minute: Chancen im Minutentakt: Torschütze Heinz trifft diesmal die Latte.
61. Minute: Das Spiel geht hin und her: Butt muss nun gegen Ailton klären.
60. Minute: Schwerarbeit ist jetzt für Werder-Keeper Rost angesagt: Er muss sich lang machen um einen Yeboah-Kopfball zu entschärfen.
59. Minute: Die Bremer Abwehr schwimmt jetzt: Flanke von Barbarez von links, Mahdavikia steht völlig frei, Rost kann mit einem tollen Reflex seinen Schuss abwehren.
56. Minute: Der Ausgleich: Eine Flanke kann die Werder-Abwehr nocht wegschlagen, Barbarez legt auf Heinz zurück, der mit einem strammen Schuss aus acht Metern Rost keine Chance lässt.
53. Minute: Die Möglichkeit zum 2:0: Konter der Bemer, Ernst spielt zu Pizarro, dessen Schuss wird jedoch abgeblockt.
48. Minute: Ailton mit einem wunderschönen Drehschuss von der Strafraumgrenze, doch der Ball geht knapp daneben.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Die Führung für Werder: Barbarez produziert ein Foul an der linken Strafraumgrenze. Beim fälligen Freistoß nimmt Pizarro genau Maß, sein Schuß geht von der Unterkante des HSV-Gehäuses ins Netz. Keine Chance für Butt.
45. Minute: Kontermöglichkeit für den HSV, doch Yeboahs Steilpass auf Barbarez wird eine Beute der Bremer Abwehr.
36. Minute: Die Chance für den HSV: Kovac spielt Mahdavikia auf der rechten Seite frei, der schlägt eine flache Hereingabe auf den langen Pfosten, Heinz grätscht herein, erwischt den Ball aber nicht mehr richtig um ihn ins leere Tor zu befördern.
33. Minute: Ernst-Flanke auf den Kopf von Pizarro, der jedoch keinen Druck hinter den Ball bekommt, so dass Butt keine Mühe hat, die Situation zu klären.
30. Minute: Barbarez kommt nach einem Freistoß zum Kopfball, zielt aber links am Tor vorbei.
27. Minute: Klasse Pass von Herzog in den Lauf von Ailton, Butt kann dessen Schuss aber festhalten.
22. Minute: Bode kann sich auf rechts durchsetzen, doch seine flache Hereingabe findet keinen Abnehmer.
14. Minute: Fernschuss von Verlaat, der sich noch gefährlich aufs HSV-Tor senkt, aber im oberen Außennetz landet.
7. Minute: Der HSV macht Druck: Kovac kann sich auf der rechten Seite durchsetzen, seine Flanke nimmt Heinz volley, der Ball geht knapp links vorbei.
6. Minute: Schönes Zusammenspiel von Pizarro und Ailton, doch dem Brasilianer springt der Ball vom Fuß.
4. Minute: Erste Möglichkeit für Yeboah, doch Bode kann mit dem Kopf zur Ecke klären.
Anpfiff