Bundesliga 2000/2001, 24. Spieltag, Sonntag, 04.03.01 um 17:30 im Schalker Parkstadion bei Temperaturen um ca 2 Grad C

FC Schalke 04 - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Eeeeeendlich !!! Endlich mal wieder auswärts gewonnen. Endlich auch mal wieder ein bisschen Glück gehabt. Endlich mal nicht kein Last-Minute-Tor bekommen sondern selbst eines geschossen.

Dabei hatte ich eigentlich ein ganz schlechtes Gefühl vor diesem Spiel. Das Gefühl wurde auch nicht viel besser als ich schon vor Hamburg mit Tempo 140 bei erlaubten 100 km/h geblitzt wurde. Und das aus einem fahrenden Auto. Die werden auch immer schlimmer....

Naja, da sind vielleicht meine ersten 3 Punkte drin. Aber die nehme ich dann wohl hin, da ja auch der HSV 3 Punkte eingefahren hat. War das dann eines dieser berühmten 6-Punkte-Spiele für mich ?? ;-)

Das Spiel ging für den HSV fantastisch los. Man hatte durch Kovac und Barbarez zwei hochprozentige Chancen. Dabei lief Kovac sogar von der Mittellinie allein auf den TW zu. Allerdings wurde er dann im 16er letztendlich doch noch eingeholt und entscheiden beim Schuss gestört. Aus meiner Sicht wurde er dabei sogar gefoult, aber das kann ich von der anderen Seite nicht so gut beurteilen. Und dann hatte Babsi noch eine sehr gute Schusschance in der Anfangsphase. Dabei setzte er den Ball von halblinker Position im Strafraum auf die Latte.

Dann wurde Schalke allerdings zusehends stärker und spielte sich einige hochkarätige Chancen heraus. Schalke hatte in der ersten so ca. 3 – 4 klarste Torchancen. Davon hätte man eigentlich jeden einzelnen reinmachen müssen, denn besser als aus 5 – 10 m frei vor dem Tor geht es wohl nicht. Aber Schalke konnte diese Topchancen nicht nutzen und so ging es mit 0:0 in die Halbzeit.

In der 2. Halbzeit war es, zumindest an Torchancen ein recht offenes Spiel. Schalke war zwar feldüberlegen, doch der HSV konnte mehrfach sehr gefährlich kontern. Ein richtiges „geiles“ Tor hätte fast Erik Meijer erzielt, als Reck so lange wartete bis sich Meijer in seinen Ball hineinwarf. Er schoß Erik in den Allerwertesten und den Abpraller hätte Erik fast reingemacht. Allerdings brauchte er zu lange, um zu sehen, wohin der Abpraller denn geflogen war. So konnte sich Reck auch auf den Weg machen und den Ball noch halten. Das wäre aber mal wieder eine Topszene für Pannen-Olli gewesen.

Danach hatte Mahdavikia noch eine hundertprozentige Chance. Er lief ganz allein halbrechts auf Reck zu. Aber statt in auszuspielen, was ihm dank seiner Geschwindigkeit eigentlich hätte gelingen müssen, schoß er bereits aus 16 m am herauslaufenden Reck vor- und damit auch ca. 5 klägliche Meter am Tor.

Schalke hatte in der zweiten Halbzeit längst nicht mehr so gute Chancen wie in der ersten Halbzeit. Allerdings haben Sie ein Tor erzielt, das nicht anerkannt wurde. Weshalb kann ich aus der Entfernung mal wieder nicht so gut sagen. Abseits ist eigentlich unmöglich. Ich denke, daß bereits die Flanke im Aus gewesen sein könnte oder auf TW-Behinderung entschieden wurde.

Ich hoffte eigentlich dann doch mehr und mehr, daß das Spiel einfach so zu Ende gehen würde und wir mit dem 0:0 nach Hause gehen. Aber dann gab es tatsächlich die große Erlösung für den HSV und seine Fans. Wir wurden für das Durchstehen der vielen dunklen Monate entlohnt (*schmacht*).

Zu verdanken haben wir das alles meinem Kumpel Stefan. Der meinte nämlich, daß man doch jetzt mal einen frischen Mann für den Sturm bringen könnte und prompt stand Marek Heinz im Trikot an der Seitenlinie. Und letztendlich hatte Heinz dann die entscheidende Szene, die zum Tor führte. Heinz bekam links den Ball, zog in den 16er und flankte dann perfekt auf den langen Pfosten. Im ersten Moment dachte ich noch, was für ein beschissener Schuss das doch sei, um dann auf der rechten Seite den vollkommen freien Erik Meijer zu erspähen. Der drosch den Ball ins Netz und weckte unverhoffte Sieg-Ambitionen bei einem Auswärtsspiel. Die letzten Minuten standen wir dann auch noch zitternd durch, wobei mir das Herz dabei mehrfach in die Hose rutschte, aber richtig hochprozentige Chancen der Schalker gab es gar nicht mehr. Allerdings ein Freistoß aus ca. 20 m in letzter Minute.  Einige Stoßgebete konnten aber helfen, sodaß der Schuss in der Mauer landete und die 3 Punkte bei uns.

Der Sieg war insgesamt wohl glücklich. Beide Mannschaften hatten ausreichend Chancen, damit es ein typisches HSV-Spiel mit 3:2, 4:3 oder so hätte werden können. Da Schalke aber deutlich mehr hochprozentige Chance hatte, war der HSV-Sieg dann wohl doch recht glücklich. Trotzdem muß man sagen, daß der HSV immer versucht hat, nach vorne zu spielen und wohl auch nicht alle Gegner so viele gute Torchancen auf Schalke erarbeiten wie es der HSV heute getan hat. 

Auf Drängen von meinem Kumpel Kuno muß ich auch noch erwähnen, daß er fast unmenschliche Qualen auf sich genommen hat für diesen Sieg. Der ist nämlich genauso bescheuert abergläubisch wie ich und läßt in dieser Hinsicht nie etwas unversucht. Da er der Meinung war, daß das Essen im Stadion nur Pech  bringen würde, darbte er während wir uns lecker Frikadellen- und Schni-Brö reinzogen (Wann gibt das endlich wieder in Hamburg?). Außerdem hat er sich extra kein Buch von zu Hause genommen, weil das beim letzten Spiel in Dortmund eine Niederlage eingebracht hatte. Ich muß schon zugeben: Aberglauben kann einen ganz schön beeinträchtigen.

Ich bin jedenfalls überglücklich, daß wir endlich mal wieder ein Auswärtsspiel gewonnen haben und auch, daß wir nun zwei Spiele hintereinander im Abstiegskampf gewonnen haben. Wenn wir es nun noch schaffen, das wichtige Spiel nächste Woche gegen Stuttgart zu Hause zu gewinnen, dann sind wir wirklich aus dem gröbsten heraus.

Meine Kumpel fingen ja durchaus gleich mit der Bemerkung an, daß wir nun auch noch in den UEFA-CUP kommen könnten. Bei den wenigen Punkten die alle auseinander sind, wäre das rechnerisch sogar ohne weiteres möglich, aber an sowas mag ich jetzt noch gar nicht wieder denken. Erstmal gegen Stuttgart gewnnen, dann kann man vielleicht wirklich nochmal mit einem ganz kleinen Auge nach oben schielen. Wenn es jedenfalls noch so einen Spieltag gibt, an dem alle unteren Tabellenplätze gewinnen, werden sich plötzlich sehr viele Mannschaften mit dem Abstiegskampf beschäftigen müssen.

Meine Spielerbewertung:

Butt: fiel mir nicht besonders auf – weder positiv noch negativ: Note 3

Ujfalusi: war sehr aufmerksam im Zweikampf. Von Gegenspieler Sand nichts zu sehen. Note 2

Hoogma: spielte nur eine Halbzeit und in der fiel er mir absolut nie auf: Note 4

Fischer: spielte überraschend für den kurzfristig verletzten Hertzsch Manndecker und machte das gegen den schnellen Mpenza hervorragend: Note 2

Kovac: Nach vorne mit wenig Akzenten. War aber hauptsächlich damit beschäftigt, Möller auszuschalten: Note 3-

Hollerbach: sein Gegenspieler Asamoah hatte mehrere hundertprozentige Torchancen: Note 4

Töfting: völlig blaß und über seine Seite liefen die meisten vielversprechenden Schalker Angriffe: Note 4-

Cardoso: braucht noch mehr Spielpraxis. Ein Spielmacher ist er momentan leider noch nicht wieder. Note 4

Barbarez: Auffälligster Hamburger auf dem Platz. Ließ die Schalker Gegenspieler reihenweise wie Slalomstangen stehen: Note 2

Meijer: kämpfte und wurde trotz ansonsten blassen Spiels mit einem Tor belohnt: Note 3

Mahdavikia: war fast nie zu sehen außer bei einer 100 %igen Chance, die er hätte verwandeln müssen. Note 4-

Kientz( kam für Hoogma): erledigte seinen Job als Abwehrorganisator sehr gut. In der zweiten Hälfte brannte es selsten licherloh: Note 3

Schiri: ich war zwar nicht gerade mit allen Entscheidungen einverstanden, aber ich habe auch keine groben Fehler gesehen. Note 3

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

Telegramm  
TORE :  0:1 Erik Meijer (87.)

GELBE KARTEN :
FC Schalke 04: Sven Kmetsch (28.), Ebbe Sand (29.)
Hamburger SV: Niko Kovac (52.), Erik Meijer (56.), Tomas Ujfalusi (77.)

SCHIEDSRICHTER :  Jörg Keßler 
ZUSCHAUER :  37,421 
DATUM :  04.03.01   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
FC Schalke 04: Oliver Reck, Tomasz Waldoch, Markus Happe, Sven Kmetsch, Tomasz Hajto, Andreas Möller, Emile Mpenza, Jörg Böhme, Michael Büskens, Ebbe Sand, Gerald Asamoah

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Tomas Ujfalusi, Niko Kovac, Stig Töfting, Nico Jan Hoogma, Andreas Fischer, Erik Meijer, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
FC Schalke 04: Radoslav Latal für Gerald Asamoah (79.), Youri Mulder für Ebbe Sand (83.), Christian Mikolajczak für Jörg Böhme (86.)
Hamburger SV: Jochen Kientz für Nico Jan Hoogma (46.), Marek Heinz für Rodolfo E. Cardoso (81.), Mahmut Yilmaz für Mehdi Mahdavikia (90.)
 
 

Waldoch-Patzer kostet Heimnimbus
Erik Meijer brachte dem FC Schalke mit seinem Treffer in der 87. Minute die erste Heimniederlage der Saison bei und beendete die Durststrecke seines HSV. Zuletzt hatten die Hamburger acht Mal in Folge auswärts verloren. 
Der überraschend wieder genesene Schalker Kapitän Tomasz Waldoch trug mit einem Patzer entscheidend zum einzigen Tor des Abends bei. Der Pole war erst 30 Minuten vor Spielbeginn in die erste Elf gerutscht. 

HSV bleibt Angstgegner
Zwei Serien endeten im Gelsenkirchener Parkstadion, eine hat dagegen weiter Bestand: Die Hanseaten bleiben der Angstgegner von Schalke 04. Sie gewannen die letzten fünf Aufeinandertreffen und blieben jetzt neun Mal in Folge gegen die Knappen ungeschlagen. Die Gastgeber verpassten mit der Niederlage den Sprung an die Tabellenspitze. 
Die Platzherren hatten mehrfach die Gelegenheit, der Statistik zu trotzen, doch beste Chancen blieben ungenutzt. Nach einer starken Anfangsviertelstunde des HSV, in der Nico Kovac an Keeper Oliver Reck und Sergej Barbarez an der Schalker Querlatte scheiterten, diktierte Schalke das Spiel. 

Asamoah verpasste die Führung
Die Platzherren machten viel Druck über die Flügel, allerdings stand die HSV-Abwehr bei hohen Flanken sicher. Ebbe Sand und Emile Mpenza waren kaum zu sehen. Pechvogel des Tages war Gerald Asamoah, der zwei glasklare Chancen vergab.
Nach der Pause wurde die Partie hektischer, der Spielfluss ging verloren, Schalke war zwar überlegen, erzwang aber kaum noch Torchancen. Die hatte der HSV. In den Mittelpunkt des Geschehens rückte dabei Schalke-Kapitän Waldoch, der nach einer vierwöchigen Verletzungspause überraschend in der Anfangsformation stand. 

Waldoch patzte zweimal
Zunächst verlor der Pole ein Duell mit Mehdi Mahdavikia, der allein auf das Schalker Tor zulief, aber an Reck scheiterte. Drei Minuten vor Schluss gab Waldoch einen Ball an Meijer ab, der einen Doppelpass mit Marek Heinz spielte und zum Siegtreffer abschloss. 
Unglücksrabe Waldoch war nach der Partie sichtlich niedergeschlagen und musste von Manager Rudi Assauer getröstet werden. Zu einer Aussage war er nicht bereit. Trainer Huub Stevens stellte sich allerdings demonstrativ vor seinen Kapitän: "Wir wussten, dass der Einsatz von Waldoch ein Risiko war, aber ich bin zufrieden, dass er wieder gespielt hat." 

Stevens nahm Waldoch in Schutz
Das Tor mochte Stevens seinem Libero nicht ankreiden. "Ich mache Waldoch keinen Vorwurf, Meijer hat gut gestört." Gleichzeitig räumte er ein: "Wir wissen, dass wir derzeit einige Probleme haben." 
Die kämpferisch starken Gäste waren dagegen obenauf. Bernd Hollerbach wagte gar die Prognose: "Wenn wir so spielen wie heute, können wir jeden Gegner schlagen." Dennoch blieb er auf dem Teppich: Jetzt müssen wir gegen Stuttgart nachlegen, sonst bringt dieser Sieg nichts." 
Oliver Brandt 
 

Daten
Fakten:
HSV: Lieblingsgegner Schalke 
Schalke bleibt der Lieblingsgegner des HSV, die Hamburger sind nun neun Spiele in Folge gegen Schalke ungeschlagen, die letzten fünf Partien haben sie sogar in Folge gewonnen (13:3 Tore).
 
HSV: Erfolg in der Fremde 
In Gelsenkirchen errangen die Hamburger ihren Auswärtssieg nach zuvor zehn Pflichtspiel-Auswärts-Niederlagen in Folge. Zuvor hatte man zuletzt bei Juventus Turin gewonnen. 
 
Schalke verliert daheim 
Als letztes Team hat es auch Schalke erwischt: Für die Königsblauen war es die erste Heimniederlage in der laufenden Saison.
 
Kovac mit der Binde 
In seinem 47. Spiel für den HSV durfte Niko Kovac zum ersten Mal in einem Spiel der Hamburger die Kapitänsbinde am linken Arm tragen.

Schlaglichter:
Unnötige Niederlage 
Der alte Spruch „Wer seine Chancen nicht nutzt, wird am Ende bestraft“, passt genau zum Auftritt der Schalker gegen den HSV. Die Königsblauen ließen, allen voran Gerald Asamoah, die besten Torchancen aus und hatten auch deutlich mehr Spielanteile. Am Ende reichten 23:16 Torschüsse und 59 zu 41% Ballbesitz nicht zum Sieg.
 
Meijer erlöst den HSV 
Erik Meijer war in der ersten Halbzeit nicht zu sehen, doch am Ende erlöste er seinen HSV mit dem goldenen Treffer und bescherte Schalke die erste Heimniederlage. Von allen Hamburgern gab er die meisten Torschüsse ab (vier). Zudem konnte der bullige Angreifer für einen Stürmer gute 63% seiner Zweikämpfe für sich entscheiden. 
 
Waldoch noch nicht der Alte 
Tomasz Waldoch merkte man an, dass er nach seiner Verletzungspause Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu finden. Im Spiel gegen den HSV gewann er nur sehr schwache 33% seiner Zweikämpfe.
 
Möller im Pech? 
Kein anderer Spieler auf dem Platz gab mehr Torschüsse ab als Andreas Möller (fünf). Er war auch der Spieler mit den meisten Ballkontakten im Spiel. 91-mal berührte er das Spielgerät. Nur bei einem Torschuss in der ersten Halbzeit versagte er kläglich, als er völlig frei vor Butt neben das Tor schoss.

Stimmen
Trainer Huub Stevens (Schalke 04)
"Wir hatten unsere Chancen, aber der HSV ebenfalls. Doch das nötige Quäntchen Glück fehlte uns. Wir haben um jeden Meter gekämpft, doch wir haben unsere Chancen nicht genutzt."    
 
Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV)
"Wir haben mit diesen drei Auswärtspunkten nicht unbedingt gerechnet. Wir haben die ersten 20 Minuten gut gespielt und haben den Rest der ersten Halbzeit laufen lassen. Über das nicht gegebene Tor kann ich nicht sagen, ob der Ball wirklich im Aus war."  
 

Topspieler: Erik Meijer (Hamburger SV)
Der Holländer verkörpert das, was der HSV derzeit am dringensten braucht: Kampfgeist und unbändigen Einsatzwillen. Mit 63% gewonnenen Zweikämpfen erzielte er einen für Angreifer überragenden Wert. Der Stürmer steckte im Parkstadion nie auf, holte Chancen selbst heraus - wie bei einem Patzer von Schalke-Keeper Reck in der zweiten Halbzeit - und wurde kurz vor Schluss belohnt. Auch das Tor des Tages leitete er selbst ein, als er Waldoch den Ball abluchste. Sein dritter Saisontreffer war der verdiente Lohn für eine überzeugende Vorstellung. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4 möglichen)
 
Kommentar:
Die Zuschauer im Parkstadion sahen ein gutes Bundesligaspiel, das vom Kampf geprägt war, aber auch eine Reihe guter Torchancen bot. Der Sieg für die Gäste kam glücklich zu Stande, war aber nicht unverdient. Die Spielanteile wechselten, über 90 Minuten war die Partie ausgeglichen: Zunächst war der HSV dominierend, im Laufe der ersten Halbzeit sowie nach dem Wechsel war Schalke leicht überlegen. Am Ende waren die Hamburger einmal beim Verwerten ihrer Tormöglichkeiten cleverer als die Platzherren. 
Oliver Brandt 
 
Taktik
FC Schalke 04:
Vor Reck spielte eine Dreierkette mit Happe, Waldoch und Hajto (von limks). Defensiv auf den Außenbahnen links Büskens und rechts Kmetsch, davor das offensive Mittelfeld mit Böhme, Möller und Asamoah, der auf der rechten Seite als hängender Stürmer operierte. Sein Ersatzmann Latal war etwas defensiver eingestellt. Im Sturm spielten Mpenza und Sand, dessen Position Mulder später übernahm. Mikolajczak kam kurz vor dem Ende für Böhme. 

Hamburger SV:
Im Tor stand Butt, davor eine Dreierkette mit Hoogma, der im Gegensatz zu vergangenen Spielen hinter den beiden Manndeckern Ujfalusi und Fischer agierte. Die Dreier-Mittelfeld-Reihe bildeten (von links) Hollerbach, etwas zurückgezogen Kovac und Töfting. Hinter dem Sturm mit Barbarez links, Meijer und Mahdavikia fungierte Cardoso als Spielmacher. 
In der zweiten Halbzeit übernahm Kientz die Libero-Rolle von Hoogma. Heinz kam für Cardoso, dessen Rolle Barbarez übernahm, während der neue Mann auf den linken Flügel auswich. Yilmaz kam kurz vor Schluss für Mahdavikia. 


 
dpa meldet: 
Schalke - HSV 0:1 
Meijer traf kurz vor Schluss

Mit der ersten Saison-Heimpleite hat Schalke 04 den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga erneut verpasst. Die Gelsenkirchener unterlagen am Sonntag dem Hamburger SV durch ein spätes Tor von Erik Meijer in der 87. Minute mit 0:1 (0:0) und rangieren hinter Borussia Dortmund (44) und Bayern München (43) weiter auf Platz drei.

"Die Niederlage tut sehr weh, aber wir sind so gefestigt, dass wir sie wegstecken werden", erklärte Schalkes Mittelfeldlenker Andreas Möller. Seit Oktober 1996 haben die Gelsenkirchener in nunmehr neun Partien gegen den HSV nicht mehr gewonnen. "Wir haben nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder auswärts gewonnen und uns als Mannschaft präsentiert", freute sich Niko Kovac. 

Beide Teams suchten von Beginn an die Offensive und lieferten sich einen packenden Schlagabtausch. Die Hausherren benötigten 20 Minuten, um die Vorherrschaft im Mittelfeld zu erlangen. Gleich dreimal tauchten sie frei vor dem HSV-Tor auf, doch Gerald Asamoah (31., 36.) und Möller (38.) verzogen jeweils knapp. 

Nach dem Wechsel sorgte Reck zunächst für eine Schrecksekunde, als er Meijer mit einem katastrophalen Fehlpass bediente, seinen Fehler mit einer Fußparade aber umgehend ausbügeln konnte. Auf der anderen Seite gab Schiedsrichter Keßler einen regulären Treffer von Emile Mpenza (58.) nicht, weil sein Assistent an der Linie den Ball bei der vorangegangenen Flanke von Möller im Aus gesehen hatte.

"Das war eine Fehlentscheidung", kritisierte Möller. Das Spiel entschied schließlich Erik Meijer, der einen Konter über Marek Heinz erfolgreich abschloss. 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 4:5 
Eckenverhältnis: 7:4 
Schiedsrichter: Keßler (Höhenkirchen), Note 4,5 - machte vor allem in der Beurteilung von Zweikämpfen sehr viele Fehler 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Ujfalusi - Hatte Ebbe Sand sicher im Griff, eine wichtige Stütze in der HSV-Deckung. 

Analyse 

Personal: Drei Änderungen beim FC Schalke gegenüber dem 0:0 gegen Dortmund: Es fehlten Van Hoogdalem, Nemec (beide gesperrt) und Latal (Bank), dafür rückten Waldoch, Happe und Asamoah ins Team. Ein Wechsel beim HSV: In der Abwehr kam Fischer für Hertzsch (verletzt) zum Zug.

Taktik: Schalke wechselte zwar das Personal, nicht aber die Ausrichtung der Dreier-Kette. Hajto spielte gegen Barbarez, Waldoch gegen Meijer und Happe gegen Mahdavikia. Kmetsch war abgestellt, die Kreise von Cardoso einzuengen. Im Gegensatz zu den Schalkern setzte der HSV auf die Zusatzsicherung eines Liberos (Hoogma).

Die Schalker Angreifer Mpenza, Sand und der auf der rechten Seite etwas zurückhängende Asamoah wurden von Fischer, Ujfalusi und Hollerbach übernommen. Davor begegnete Kovac den Regie-Versuchen von Möller. Töfting hatte die Aufgabe, die linke Schalker Seite dicht zu machen, die mit Böhme permanent besetzt war und immer wieder durch den freien Büskens verstärkt wurde. In der Defensive schirmte Büskens die Vorstöße von Kovac ab.

Spielverlauf: Der HSV begann sehr couragiert und druckvoll, vergab in den ersten Minuten durch Kovac und Barbarez zwei exzellente Chancen. Schalke hatte zunächst einige Mühe, ins Spiel zu finden, weil Böhme und Asamoah sich auf den Flügeln zunächst nicht behaupten konnten oder zu ungenau agierten. In erster Linie mit Hilfe von Andreas Möller, der im Mittelfeld immer mehr Akzente setzte, wurde der Gastgeber zunehmend gefährlicher. Vor allem wenn schnell über links gespielt wurde, Büskens im Zusammenspiel mit Böhme eine Überzahl herstellte.

Mahdavikia und Töfting konnten nicht immer folgen. Folge: Vier erstklassige Schalker Gelegenheiten, alle über links eingeleitet. Die Hamburger leisteten sich im Spielaufbau zu viele Fehler, um optisch zu dominieren. Schalke war in den Zweikämpfen aggressiver. Auch in der zweiten Halbzeit, aber die Platzherren agierten in den entscheidenden Momenten häufig zu kopflos. Der HSV verlegte sich aufs Kontern, war darin sehr geschickt, erzielte so auch den Siegtreffer.

Fazit: Schalke hatte mehr Spielanteile, der HSV mehr gute Chancen. Deshalb geht der Sieg letztlich in Ordnung. Tomas Ujfalusi Hatte Ebbe Sand sicher im Griff, eine wichtige Stütze in der HSV- Deckung. 

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
87. Minute: Die Führung für Hamburg! Meijer erkämpft sich den Ball, passt auf die linke Seite auf Heinz, der wiederum in den Lauf auf Meijer zurücklegt, der Niederländer hat keine Mühe, Reck aus sieben Metern zu überwinden.
79. Minute: Eckball von Möller auf Kmetsch, der freistehend an der Strafraumgrenze wartet. Der Ex-Hamburger nimmt den Ball volley, doch der Schuss geht rechts am Tor vorbei.
74. Minute: Ein Möller-Freistoß aus halblinker Position wird eine sichere Beute von HSV-Keeper Butt.
73. Minute: Konter der Hamburger durch Mahdavikia, der sich gegen Waldoch durchsetzen kann, doch den Ball sowohl an Reck, als auch am Tor vorbei schiebt.
63. Minute: Die Hanseaten fordern Elfmeter nachdem Mahdavikia gegen Waldoch im Strafraum zu Fall kam.
51. Minute: Fehler von Reck, der einen Ball gegen Meijer vertändelt, doch der Keeper kann seinen Fehler wieder gutmachen.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
38. Minute: Schalke vergibt seine Chancen: büskens kann sich auf der linken Seite gegen Töfting durchsetzen, doch Möller bringt die Hereingabe aus acht Metern nicht im Kasten unter.
36. Minute: Nochmals Asamoah, der nach einem abgeblockten Schuss von Sand freistehend aus fünf Metern an den Ball kommt, doch sein Schuss aus der Drehung geht links vorbei.
31. Minute: Schöner Doppelpass zwischen Möller und Böhme, Böhme legt von der Grundlinie zurück in den Strafraum auf Asamoah, doch der Stürmer verfehlt aus sechs Metern das Tor.
29. Minute: Schalke handelt sich im Mittelfeld völlig unnötig zwei Gelbe Karten durch Kmetsch und Sand ein.
27. Minute: Kopfballchance für Möller vom Elfmeterpunkt, doch der Schalker zielt links vorbei.
21. Minute: Nach einem Foulspiel von Böhme geraten mehrere Spieler beider Seiten aneinander, doch Schiedsrichter Keßler bringt die Situation unter Kontrolle.
17. Minute: Flanke von Böhme, doch sowohl Sand als auch Asamoah verpassen.
7. Minute: Schalke im Glück: Barbarez kann sich auf der linken Seite schön durchsetzen, der Kroate versuchts mit einem Schlenzer, doch der Ball klatscht gegen die Latte.
6. Minute: Chance für Hamburg: Barbarez schickt Kovac steil, doch S04-Keeper Reck kann den Schuss des auf ihn zustürmenden Hamburgers abwehren.
3. Minute: Erste Möglichkeit für Schalke: Fischer verliert den Ball an Mpenza, der Belgier spielt auf Böhme der von der Strafraumgrenze abzieht, doch der Schuss streicht knapp über die Querlatte des HSV-Gehäuses.
Anpfiff