Bundesliga 2000/2001, 25. Spieltag, Sonntag, 11.03.01 um 17:30 im Volkspark bei 12 Grad C

Hamburger SV - VfB Stuttgart 2:2 (2:1)

Das Spiel brachte leider fast genau das, was ich erwartet hatte. Ich habe nämlich schon vor dem Spiel befürchtet, daß die zwei Siege dem HSV nicht unbedingt gut tun würden. Und so schien es mir dann auch heute.

Es wurde längst nicht so viel gekäpft wie in den letzten beiden Spielen. Irgendwie war man wohl wieder der Meinung, daß es nun schon wieder seinen positiven Gang gehen würde.

Das ganze Spiel war von beiden Seiten nicht besonders schön geführt. Stuttgart stand aber zumindest in der Abwehr irgendwie sicherer und machte vor allem auch im Mittelfeld schon sehr gut die Räume dicht. Außerdem rückte die ganze Abwehr der Stuttgarter sehr weit auf. Das führte dazu, daß sich das ganze Spiel auf nur wenigen Metern im Mittelfeld abspielte.

Beim HSV führte das leider dazu, daß die Bälle reihenweise immer nur mehr oder weniger blind nach vorne geschlagen wurden. So kamen aber keine Spielzüge zustande.

Der HSV konnte dann aber trotzdem nach einer Ecke und Kopfball – von wem schon ? => Barbarez in Führung gehen. Allerdings fing man sich dann später auch das unnötige 1:1, als ein Stuttgarter ziemlich unbedrängt in den Strafraum eindringen durfte und auch nicht richtig von Kovac am Schuss gehindert wurde. Auch Butt sah mir nicht besonders gut aus (das muß ich mir aber erst noch im TV ansehen).

Der HSV konnte dann glücklicherweise kurz vor der Halbzeit sogar doch noch 2:1 erzielen. Und wieder war es Barbarez. Der Mann hat ect eine unglaubliche Abgebrühtheit vor dem Tor. Es wurde perfekt beim Konter in einer Gasse freigesepielt, lief in den 16er und schoß den Ball am TW vorbei an den linken Innenpfosten –Tor.

Allerdings war in dieser ganzen ersten Halbzeit in der Hintermannschaft viel Unruhe zu bemerken. Das wird vermutlich an den vielen taktischen Umstellungen im Vergleich zum letzten Spiel gelegen haben. Ujfalusi spielte zusammen mit Panadic Manndecker. Kovac mußte aus dem defensiven Mittelfeld in die Liberoposition. Töfting aus dem rechten Mittelfeld ins zentrale defensive und Fischer von der Manndeckerposition auf die rechte Abwehr/Mittelfeldseite. Da waren wirklich Unsicherheiten zu bemerken. Ich denke, daß man einiges hätte machen können – das wirklich schlechte war aber wohl, daß Kovac im defensiven Mittelfeld fehlte. So fehlte die Anspielstation und da Töfting leeider keinen guten Tag hatte und Cardoso ihm da in Nichts nachstand, wurden die Bälle zumeist blind aus der Abwehr nach vorne geprügelt.

Das ging in der zweiten Halbzeit dann auch genauso weiter; allerdings hatte ich das Gefühl, daß unsere Abwehr nun geordneter stand. Das Spiel plätscherte irgendwie so dahin und Stuttgart hatte glaube ich auch gar keine echten Torchancen, bis sie dann „endlich“ das 2:2 schossen.

Der HSV hätte seinerseits sogar die Chance gehabt, die Führung auszubauen. Allerdings waren diese Möglichkeiten doch rar gesäht. Einige m.E. dubiose Abseitsentscheidungen verhinderten Alleingänge auf das Tor.

Aber letztendlich haben wir es uns selbst zuzuschreiben, daß es nicht geklappt hat, denn außer Meijer waren da kaum Leute, die richtig gefightet haben. So vergab man die Chancen, sich recht weit vom Abstiegskampf zu entfernen. Das einzig Gute daran war vielleicht, daß die Spieler nun für das nächste Spiel am Samstag in Frankfurt wieder wissen, was die Stunde geschlagen hat, denn bei einer Niederlage sind wir wieder ganz tief im Abstiegssumpf.

Meine Spielerbewertung:

Butt: so gut wie gar nicht geprüft. Beim 1. Gegentor sah er m.E. nicht gut aus.Note 4

Kovac: Auf der Libero-Position eindeutig verschenkt. Außerdem beim 1. Gegentor viel zu zögerlich: Note 4

Panadic: Habe ich fast überhaupt nicht gesehen. Allerdings auch nicht seinen Gegner: Note 3

Ujfalusi: War für mich der beste des HSV. Aber leider war er m.E. entscheidend am Ausgleich beteiligt. Zunächst kam der Pass auf die völlig freie linke HSV-Abwehrseite. Da beuaftragte Kovac Ujfi, dort hinzugehen. Der blieb aber in der Mitte, sodaß der Stürmer Meijer da links in die Abwehr rennen mußte. Als der Ball dann schließlich in die Mitte zu Ganea kam, hatte Ujfi aber auch diesen nicht eng genug gedeckt und er konnte einschieben. Ansonsten wäre es ´ne bessere Note geworden: Note 3

Töfting: überhaupt keine Impulse. Wo ist bloß der Töfting der Hinrunde geblieben ? Das 1:1 mit brutalem Fehlpaß eingeleitet: Note 5

Hollerbach: sehr unauffällig und ohne Aktionen nach vorne: Note 4

Fischer: Das Pendant zu Holler auf der rechten Seite. In der 2. Halbzeit defensiver und dort meist sehr gut: Note 3-

Cardoso: langsam könnte er mal wieder besser "rein" kommen und an bessere Tage anschließen. Vollkommen ohne Impulse. Noch ein Spiel in dieser Form und ich würde ihn rausnehmen: Note 5

Barbarez: Der Junge ist ja so dermaßen eiskalt. Macht fast jede Chance rein. Hätte er auch noch das 3. Ding geknipst, hätte man ihm wohl langsam zu Füßen liegen müssen. Allerdings heute aus dem Spiel heraus nicht so gut wie zuletzt: Note 3

Mahdavikia: Ecken und Freistöße o.k. Ansonsten nicht gesehen: Note 4

Meijer: Wieder vorbildlicher Einsatz und auch das 2. Barbarez-Tor schön aufgelegt.: Note 3

Schiri Janssen: Stand mit der Vorteilsregel auf Kriegsfuß und entschied sehr oft etwas seltsam. Allerdings meist zu Gunsten des HSV. Spielentscheidendes hatte er nicht zu entscheiden: Note 3
Anders allerdings der Linienrichter, der in der 2. Halbzeit mehrfach falsch Abseits des HSV anzeigte. Nach einer dieser falschen Fahnenschwenkereien, fiel übrigens direkt das 2:2 :-(

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 
Telegramm  
TORE: 1:0 Sergej Barbarez (11.), 1:1 Pablo Thiam (18.), 2:1 Sergej Barbarez (44.), 2:2 Ioan Viorel Ganea (81.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (25.), Sergej Barbarez (83.)
VfB Stuttgart: Adhemar (40.), Pablo Thiam (62.)

SCHIEDSRICHTER :  Jürgen Jansen 
ZUSCHAUER :  40,065 
DATUM :  11.03.01   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Tomas Ujfalusi, Niko Kovac, Stig Töfting, Andrej Panadic, Andreas Fischer, Erik Meijer, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso

VfB Stuttgart: Timo Hildebrand, Marcelo Jose Bordon, Timo Wenzel, Pablo Thiam, Rui Manuel Marques, Jens Todt, 
Sean Dundee, Krassimir Balakov, Andreas Hinkel, Jochen Seitz, Adhemar

WECHSEL 
Hamburger SV: Jochen Kientz für Rodolfo E. Cardoso (77.)
VfB Stuttgart: Ioan Viorel Ganea für Adhemar (68.), Kristijan Djordjevic für Andreas Hinkel (71.), Ahmed-Salah Hosny für Jochen Seitz (78.)
 

VfB erkämpft sich einen Punkt

In einer kampfbetonten Partie trennten sich der Hamburger SV und der VfB Stuttgart 2:2. "Der Punkt ist ein Anfang, allerdings nur ein kleiner Schritt. Wir brauchen Siege, um da unten raus zu kommen", sagte Stuttgarts Trainer Magath.
Seine Mannschaft war einem Sieg allerdings wesentlich näher als die Gastgeber. Vor allem in der ersten Hälfte dominierten die Gäste das Spiel klar und zwangen die Truppe von Frank Pagelsdorf durch aggressives Pressing immer wieder zu Fehlern.

Unverdiente Pausenführung des HSV
Dennoch lag zur Pause die Truppe von Frank Pagelsdorf nach Toren von Sergej Barbarez (11., 44.) und dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Pablo Thiam (18.) in Front. Die Pausenführung war aufgrund der Spielanteile äußerst glücklich.
In der zweiten Halbzeit wurde der HSV zwar stärker, versäumte es allerdings, die Entscheidung zu erzielen. Barbarez gelang es nicht, den Ball über den herauslaufenden Timo Hildebrand ins leere Stuttgarter Tor zu köpfen (70.).

Verdienter Ausgleich in der Schlussphase
So fiel der Ausgleich durch Viorel Ganea (81.) letztlich verdient. Magath setzte nach dem Treffer des Rumänen noch einmal alles auf eine Karte und spielte auf Sieg.
Es sprang aber nichts Zählbares mehr heraus. "Ich bin mir nicht darüber im Klaren, ob ich über das Ergebnis glücklich oder unglücklich sein soll", sagte Magath ein wenig geknickt.

Der "Retter" wird seinem Ruf gerecht
Es war dennoch beeindruckend mit anzusehen, wie der VfB sich zweimal gegen den Rückstand aufbäumte. Die Schwaben kämpften und überzeugten durch Einsatz und Lauffreude.
 

Daten
Fakten:
VfB mit Felix glücklich 
Auch im dritten Spiel unter Felix Magath bleiben die Schwaben ungeschlagen (ein Sieg, zwei Unentschieden). Zuhause gewinnen, auswärts zumindest punkten - so könnte der Abstieg tatsächlich noch vermieden werden. 
 
HSV: Viel Saat, wenig Ernte 
Schon zum siebten Mal schoss der HSV in dieser Saison in einem Spiel mindestens zwei Tore, ohne die Partie letztlich auch zu gewinnen. Offensichtlicher können die Probleme eines Teams also gar nicht sein. Aber vielleicht findet Frank Pagelsdorf ja doch noch irgendwann eine Lösung des Abwehrproblems...
 
Auswärts schwächelt Stuttgart 
Der VfB ist das einzige Team der Liga, das immer noch auf den ersten Auswärtssieg der Saison wartet. 
 
Ein Barbarez allein reicht eben nicht (1) 
Zweimal schoss Sergej Barbarez seinen HSV in Führung, erzielte bereits seinen vierten Doppelpack der Saison. So oft doppelt traf sonst nur Michael Preetz von der Berliner Hertha. Die Schwaben scheinen Barbarez im übrigen zu liegen: Schon im Hinspiel überwand er Timo Hildebrand zweimal.

Schlaglichter:
Ein Barbarez allein reicht eben nicht (2) 
An Sergej Barbarez liegt es wahrlich nicht, dass der HSV nicht in die oberen Tabellenregionen kommt: Auch gegen Stuttgart war der Stürmer wieder brandgefährlich, erzielte seine Saisontreffer 16 und 17. Damit führt er jetzt zwar die Torjägerliste an - sein Verein allerdings krebst immer noch kurz vor den Abstiegsplätzen herum. 
 
68 Minuten heiß gefrustet 
Er kam, sah und schoss den für den VfB so wichtigen Ausgleich: Stuttgarts Stürmer Ioan Viorel Ganea war der Punktgarant seines Teams. Kein Zufall: Obwohl er erst in der 68. Minute eingewechselt wurde, gab Ganea die meisten Torschüsse aller Schwaben ab (vier). Das sollte eigentlich reichen, um beim nächsten Spiel wieder von Anfang an dabei zu sein. 
 
Verdienter Punkt für den VfB 
Das Remis für Stuttgart war verdient. Die Schützlinge von Trainer Felix Magath gestalteten die Partie nicht nur offen (49% Ballbesitz), sondern suchten häufig den Abschluss: 17 zu 13 für den VfB lautete die Torschussbilanz nach 90 Minuten. 
 
Kovac mit durchwachsenem Spiel als Libero 
Ganz starke 89% seiner Duelle gewann Hamburgs Neu-Libero Niko Kovac, war damit bester Zweikämpfer auf dem Platz. Trotzdem wird er nicht freudestrahlend eingeschlafen sein: Vor dem 1:1 ließ er Pablo Thiam gewähren, und in der 89. Minute setzte er einen Kopfball freistehend aus fünf Metern über das Tor. Statt Freude über den Siegtreffer blieb nur Frust über eine vergebene Großchance.
 
Stimmen
Frank Pagelsdorf (Trainer Hamburger SV)
"Wir haben heute nicht so flüssig nach vorne gespielt und unsere Chancen nicht genutzt. Es war kein gutes Spiel, daher war das Unentschieden die logische Konsequenz. Es ist nichts passiert, der Abstand zu Stuttgart ist gleich geblieben."    
 
Felix Magath (Trainer VfB Stuttgart)
"Ich bin mir selbst nicht darüber im Klaren, ob ich über das Ergebnis glücklich oder unglücklich sein soll. Nach der ersten Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass hier mehr drin ist. Ein Punkt beim HSV ist aber ein Anfang, allerdings nur ein kleiner Schritt. Wir brauchen Siege, um da unten heraus zu kommen."  
 
Topspieler des Tages: Viorel Ganea (VfB Stuttgart)
Der Rumäne wurde erst in der 68. Minute eingewechselt. Doch am Punktgewinn des VfB hatte er maßgeblichen Anteil. Ganea schoss den Ausgleich (81.) und gab trotz seines nur 22-minütigen Einsatzes beachtliche vier Torschüsse ab.  
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)
 
Kommentar:
Dank einer tollen Moral konnte der VfB Stuttgart zweimal einen Rückstand egalisieren. Im Vergleich zu den bisherigen Auswärtsauftritten waren die Stuttgarter kaum wiederzuerkennen. Keineswegs ängstlich, sondern vielmehr aggressiv und offensiv trat der VfB in Hamburg auf. Die Mannschaft präsentierte sich als Einheit, jeder war bereit, für den anderen zu laufen. Die clevere Elf war aber der HSV. Nur zwei Möglichkeiten hatten die Gastegeber in der ersten Hälfte, zwei Tore machten sie daraus. In der zweiten Halbzeit waren die Hamburger dann zwar die bessere Mannschaft. Dennoch ist die Punkteteilung letztendlich verdient.
Philipp Würz 
 
Taktik:
Hamburger SV: 
Vor Torwart Butt spielte Kovac einen klassischen Libero. Als linker Manndecker fungierte Panadic, als rechter Ujfalusi. Im zentralen defensiven Mittelfeld spielte Töfting. Im linken Mittelfeld agierte Hollerbach, im rechten Fischer. Im zentralen offensiven Mittelfeld zog Cardoso hinter den Spitzen die Fäden. Trainer Pagelsdorf vertraute auf einen Drei-Mann-Sturm mit den Außen Barbarez auf links, Mahdavikia auf rechts und mit Meijer im Sturmzentrum. 13 Minuten vor Schluss kam Kientz für Cardoso. Kientz ließ sich etwas weiter zurückfallen und verstärkte somit die Defensive.

VfB Stuttgart: 
Vor Hildebrand im Tor spielte Stuttgart mit einer Vierer-Abwehrkette mit von links nach rechts Wenzel, Marques, Bordon und Hinkel. Im defensiven Mittelfeld agierten auf halbrechts Thiam, auf halblinks Todt. Balakov führte im zentralen offensiven Mittelfeld Regie. Neben ihm auf der rechten Seite spielte Seitz. Adhemar fungierte als hängende Spitze auf halblinks. Im Sturmzentrum spielte Dundee als einzige echte Sturmspitze. In der 68. Minute kam Ganea für Adhemar. Der Rumäne fungierte als zweite Sturmspitze. In der 71. Minute brachte Magath für Hinkel Djordjevic, der die Position von Seitz übernahm. Seitz rückte auf die linke Seite. In der 78. Minute kam Hosny für Seitz, der dessen Position einnahm.  


 
dpa meldet: 
Hamburger SV trotz Top-Torjäger Barbarez nur 2:2 
 
Hamburg/dpa Trotz ihres jüngsten Aufschwungs taten sich die Hanseaten gegen die ohne mehrere Leistungsträger angetretene und mit den «Nobodies» Timo Wenzel und Andreas Hinkel aufgefüllte VfB-Mannschaft schwer. Selbst die frühe Führung, bei der Barbarez nach einem Mahdavikia- Eckball eine Tiefschlafphase in der Abwehr des Gegners eiskalt per Kopf ausnutzte, machte der HSV den Fehler, den Gästen das Mittelfeld zu sehr zu überlassen. Das rächte sich schon acht Minuten später. Nach einem bösen Patzer des Dänen Stig Töfting, der das Leder den Schwaben auflegte, markierte der starke Thiam fast ungestört das 1:1. 

Nun verloren die Norddeutschen, bei denen Nationalspieler Ingo Hertzsch den Anpfiff nur auf der Reservebank erlebte und Regisseur Rodolfo Cardoso das Spiel nicht in den Griff bekam, total den Faden. Und sie hatten großes Glück, denn bei einem Kopfball von Jens Todt klärte Bernd Hollerbach auf der Linie und verhinderte somit den sicheren Rückstand. Stattdessen stellte auf der Gegenseite der Bosnier Barbarez, der schon beim 3:3 im Hinspiel zwei Mal getroffen hatte, den Spielverlauf beinahe auf den Kopf. Er verwertete das gute Zuspiel Erik Meijers mit einem präzisen Schuss an den Innenpfosten. 

Nach dem Wechsel wurde das Niveau der Begegnung noch schlechter. Während die Gäste nach dem Rückstand Probleme hatte, weiter munter daruflos zu spielen, wartete der HSV auf Konter. Chancen blieben lange Zeit Mangelware. Hollerbach (56.) und der überragende Barbarez (70.) hatten das 3:1 (56.) auf dem Fuß, scheiterten aber knapp. Der eingewechselte Ganea machte dann den HSV-Traum vom dritten Sieg in Folge zunichte.


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 5:4 
Eckenverhältnis: 3:4 
Schiedsrichter: Jansen (Essen), Note 5 - ohne spielentscheidende Fehler, jedoch große Probleme bei Freistoß-, Vorteils- und Abseits-Entscheidungen 
Zuschauer: 40065 
Spielnote: 4 
Spieler des Spiels: Barbarez - Mit seinen Saisontoren Nummer 16 und 17 sicherte er dem HSV das Unentschieden. 
 
Analyse 
  
Personal: Nur ein Wechsel beim HSV gegenüber dem 1:0-Sieg bei Schalke 04: Panadic spielte für Hoogma (Leistenverletzung). Felix Magath wechselte im Vergleich zum 2:1 über Wolfsburg gleich auf sechs Positionen: Für Soldo (Gelb-Sperre), Schneider, Meißner und Blank (alle Muskelzerrung) sowie Djordjevic und Ganea (beide auf der Bank) kamen Marques, Todt, Seitz, Dundee, Hinkel und Wenzel. Gerber fiel kurzfristig wegen einer Grip- pe aus der Anfangsformation.

Taktik: Frank Pagelsdorf baute seine Abwehr um, beorderte Nico Kovac aus dem defensiven Mittelfeld zurück und machte ihn zum Libero. Zugleich nahm der HSV Abschied von der Raumdeckung: Die Manndecker Panadic (gegen Dundee) und Ujfalusi (gegen Adhemar) folgten ihren Gegenspielern auf Schritt und Tritt, dazu heftete sich Töfting, der vom rechten ins zentrale Mittelfeld rückte, auf die Fersen Balakovs. Der VfB, bislang unter Magath stets mit Dreier-Abwehrkette angetreten, stellte dem Hamburger Drei-Mann-Sturm eine von Bordon organisierte Viererkette entgegen. Balakov, im offensiven Mittelfeld mit allen Freiheiten ausgestattet, wurde von zwei defensiven Spielern auf den Halbpositionen abgesichert.

Spielverlauf: Der VfB begann konzentriert und aggressiv. Die Schwaben standen kompakt in der Defensive, machten die Räu- me eng und schalteten schneller als der Gegner von Abwehr auf Angriff um. Thiam sorgte aus dem defensiven Mittelfeld heraus für viele Impulse, ebenso Seitz, der früh von links auf die rechte Seite wechselte, um dort den offensiv starken Hollerbach zu binden.

Der HSV fand kaum zu einem geordneten Aufbauspiel: Töfting hatte mit Balakov zu tun, Cardoso stand einmal mehr neben sich. Vorteile hatte der HSV allein in der Chancenverwertung: Die beiden ersten Möglichkeiten münzte der starke Barbarez in eine 2:1- Halbzeitführung um. Nach der Pause baute der VfB kräftemäßig ab, konnte kaum noch Akzente nach vorne setzen. Das Chancenplus lag nun beim HSV, doch das Tor machte der VfB: Der eingewechselte Ganea rettete den Schwaben den dritten Auswärtspunkt der Saison.

Fazit: Verdienter Punktgewinn einer Stuttgarter Rumpfelf gegen einen nicht überzeugenden HSV.

Höhepunkte des Spiels: 
Schlusspfiff
90. Minute: Ganea zieht aus 25m ab. Butt kann halten.
90. Minute: Wieder ein hoher Freistoss in die Mitte des Stuttgarter Strafraums. Kovac kommt völlig allein zum Kopfball, doch der Ball streicht über die Latte.
81. Minute: Ausgleich für Stuttgart ! Thiam flankt scharf in die Mitte. Kientz und Dundee bekommen den Ball nicht unter Kontrolle. Nutzniesser ist Ganea, dem der Ball auf den Fuß springt und der Butt aus 10m keine Chance läßt.
79. Minute: Mahdavikia hebt einen Freistoss in den 16m Raum. Meijer steigt zum Kopfball hoch, doch neben das Tor.
70. Minute: Hohe Flanke in den Stuttgarter Strafraum. Barbarez taucht 10m vor dem Tor völlig frei auf und nimmt den Kopfball. Doch der Ball streicht am links am Tor vorbei.
57. Minute: Mahdavikia spielt auf der rechten Seite Barbarez frei. Dieser legt an der Strafraumgrenze auf Hollerbach quer. Doch dessen Linksschuss geht neben das Tor.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Vor der Pause noch die Führung für den HSV ! Barbarez wird von Meijer steil geschickt und zieht aus 16 m ab. Der Flachschuss springt vom linken Torpfosten ins Netz.
43. Minute: Mahdavikia spielt Cardoso frei, doch dessen Schuss aus 25m geht über das Tor.
38. Minute: Jens Todt fliegt in einen Eckball von Adhemar, doch Hollerbach kann für den bereits geschlagenen Butt auf der Linie klären.
19. Minute: Töfting verliert den Ball im Mittelfeld. Der VfB schaltet schnell. Marques schickt Thiam mit Steilpass Richtung HSV Tor. Dieser lässt den zögerlich agieren Kovac aussteigen und schiesst aus 15 m ein.
15. Minute: Ecke von Cardoso von der rechten Seite. Wieder kommt ein Hamburger frei zum Kopfball. Doch Panadics Ball streicht über das Tor.
11. Minute: Nach einer Ecke von Mahdavikia kommt Barbarez aus 7m frei zum Kopfball. Torwart Hildebrand hat keine Chance.
3. Minute: Balakov tritt einen Freistoss vom rechten Strafraumeck hoch vor das HSV Tor. Bordon kommt frei zum Kopfball - doch der Ball streicht links vorbei.
Anpfiff