Bundesliga 2000/2001, 28. Spieltag, Samstag, 07.04.01 um 15:30 im Freiburger Dreisamstadion

SC Freiburg -  Hamburger SV 0:0 (0:0)

Um eines gleich mal vorwegzunehmen: Das Spiel des HSV war fast noch bescheidener als letzte Woche gegen Unterhaching. Eigentlich sogar noch schlechter, da der HSV diesmal gar nicht richtig versuchte, das Spiel für sich zu entscheiden. Aber im Endeffekt war es durch die anderen Ergebnisse doch ein Erfolg.

Mein persönliches Problem als unglaublich abergläubischer Mensch war mal wieder, daß ich einfach nicht weiß, was ich machen soll bei HSV-Spielen, die ich nicht live im Stadion sehe. Ich kann bei einem Freund alles auf premiere sehen, aber da kommt eben mein Aberglaube ins Spiel: Ich habe in dieser Saison nicht einen einzigen HSV-Sieg auf premiere gesehen. Fast immer nur Niederlagen oder bestenfalls unentschieden. Und so stand ich auch Samstag wieder vor dieser wichtigen Entscheidung ;-)  Leider verlieren „meine Jungs“ aber ebenso, wenn ich es nur im Radio höre bzw. im Internet-Radio live verfolge. Jedenfalls habe ich mich „natürlich“ trotzdem wieder für premiere entschieden, weil ich es einfach nicht schaffe, mich während eines HSV-Spiels mit etwas anderem zu beschäftigen, wenn ich genau weiß, daß ich auch das Spiel – zumindest im TV – sehen könnte.

Das Spiel des HSV war aber wirklich so grottig schlecht, wie es mir nicht viel schlimmer hätte ausmalen können. Der HSV war von Anfang an hauptsächlich darum bemüht, kein Gegentor zu fangen. Auch die Aufstellung mutete für mich doch etwas seltsam an. Da spielten hinten nicht überraschend Ujfalusi, Hoogma und Panadic (obwohl Hertzsch das wohl kaum schmecken dürfte). Im Mittelfeld und Sturm sah es dann aber doch sehr ungewöhnlich aus: Defensiv spielte plötzlich Kientz wieder. Links wie gewohnt Hollerbach und rechts völlig ungewohnt Kovac. Vor Kientz spielten Töfting und Barbarez und im Sturm spielten Meijer und Mahdavikia. Da Barbarez in Aufstellungsschaubildern zwar gerne als Linksaußen aufgeführt wird, aber dort eigentlich nur ganz selten anzutreffen ist, hat der HSV heute also eigentlich nur mit 2 Stürmern plus dem dahinter „hängenden“ Barbarez gespielt.

In der ersten Halbzeit wurde wenigstens noch hier und da nach vorne gespielt, aber in der 2. Halbzeit wurde fast überhaupt kein Versuch mehr gestartet. Nur ganz seltene Konter versprachen viel zu selten minimale Gefahr. Der HSV hätte zwar sowohl in Halbzeit 1 (als Abseits gepfiffen wurde, obwohl es „gleiche Höhe“ war) als auch in Halbzeit 2 (durch den am 16er sehr freistehenden Barbarez) Tore erzielen können, aber unter dem Strich wäre das wohl doch sehr ungerecht gewesen.

Wie gesagt zog sich der HSV fast das ganze Spiel über und insbesondere in der 2. Halbzeit total in seine Hälfte zurück. Allerdings waren die Freiburger auch äußerst ungefährlich. Obwohl sie fast ständig an unserem Strafraum standen, konnten Sie kaum einen Torschuss abgeben. So kann ich mich auch momentan nur an eine einzige Parade von Butt erinnern. Trotzdem hätte Freiburg dieses Spiel gewinnen müssen, aber diesmal stand ausnahmsweise mal Fortuna dem HSV zur Seite, obwohl das die ganze Saison über bisher nicht so war. 

Und die HSV-Fortuna kleidete sich heute in das Gewand von Alexander Iaschvili und Schiri Markus Merk. Iaschvili hatte die mit Abstand beste Chance des SCF. Als einmal der HSV nicht so massiv im Strafraum stand, konnte er durch einen wunderschönen Hackentrick völlig frei im Strafraum an den Ball kommen. Doch anstatt den Ball eine Position weiter nach links zu einem völlig freitstehenden Freiburger zu spielen oder ihn einfach direkt reinzuschießen, geriet er scheinbar ein wenig in Panik durch den ihm entgegenstürzenden Butt und zog das Leder über das Tor. Das war richtig schlecht für einen, der sonst so perfekt mit der „Pille“ umgehen kann. Zum anderen müssen wir ganz brav „DANKE“ sagen bei Schiri Merk. Wenn ich den sonst auch gar nicht mag, hat er gestern beim HSV mindestens drei wichtige Fouls übersehen. Zum Einen verpaßte Hoogma dem Freiburger Sebastian Kehl nach einer kleinen Rangelei eine „Kopfnuss“ und wäre dafür normalerweise vom Feld gestellt worden. Aber dieses Foul sah Schiri Merk ebensowenig wie die m.E. zwei klaren Elfer, die die Freiburger hätten bekommen müssen. Einmal war es Panadic und einmal war er der zurzeit beste HSVer Ujfalusi, die jeweils einen Freiburger Stürmer recht deutlich am Trikot hielten. Beide Male sah es Zahnarzt Merk nicht. Allerdings hatte der Freiburger Sellimi vorher auch schon ein paar Schwalben im Strafraum hingelegt, was den Schiri ja auch nicht unbedingt dazu motiviert, einen Elfer zu geben.

Insgesamt konnte der HSV also diesmal wirklich sehr glücklich und zufrieden sein mit diesem einen Punkt. Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht mehr erwartet. Auch mir war es wichtig, daß wir dieses Spiel nicht verlieren. Nun sind es mittlerweile schon 6 Spiele, die der HSV ungeschlagen ist; davon aber leider zuletzt nur 4 Unentschieden. Hätte man zumindest zwei der vier unentschieden in Siege umgemünzt, könnten wir jetzt sogar wieder um den UEFA-CUP mitspielen. Aber auch so war dieser Spieltag für den HSV im Abstiegskampf gut. Keiner der direkten Konkurrenten konnte einen Sieg erzielen. Die meisten Mannschaften der 2. Tabellenhälfte verloren, sodaß der HSV sogar einige Plätze klettern konnte. 

Wenn man nun im nächsten Heimspiel am Ostersonntag gegen Köln endlich wieder einen Heimsieg einfährt, und die Gegner auf den letzten 3 – 5 Rängen uns nochmals den Gefallen tun zu verlieren, ist der HSV meiner Meinung nach dem Abstiegsstrudel entronnen. Wenn man sich die Punkte anschaut, darf man auch nicht vergessen, daß der HSV durch sein gutes Torverhältnis im Gegensatz zu den anderen Mannschaften ja fast noch einen Punkt mehr hat. Zumindest würde es keiner Mannschaft genügen, den HSV nach Punkten einzuholen. Sie müßten uns schon überholen, um an uns vorbeizukommen. Wenn der HSV es jedenfalls schafft, seinen Vorsprung auf dem 16. Platz am nächsten Spieltag auf 7 Punkte (also eigentlich 8 wegen des Torverhältnisses) auszubauen, denke ich, daß wir damit „durch“ sein dürften. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Mannschaften auf den noch schlechteren Plätzen dann in den letzten 6 Spielen diese 8 Punkte aufholen würden. Dazu haben sie selbst alle ein viel zu schweres Restprogramm.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

Telegramm 
TORE :  -

GELBE KARTEN 
SC Freiburg: Soumaila Coulibaly (17.), Tobias Willi (59.), Levan Kobiashvili (75.)
Hamburger SV: Stig Töfting (4.), Andrej Panadic (30.), Erik Meijer (43.), Bernd Hollerbach (55.)

SCHIEDSRICHTER :  Dr. Markus Merk 
ZUSCHAUER :  25,000 
DATUM :  07.04.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
SC Freiburg: Richard Golz, Boubacar Diarra, Andreas Zeyer, Sebastian Kehl, Daniel Schumann, Levan Kobiashvili, 
Adel Sellimi, Vladimir But, Tobias Willi, Soumaila Coulibaly, Alexander Iashvili,

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Andrej Panadic, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Jochen Kientz, Niko Kovac, Erik Meijer, Stig Töfting, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
SC Freiburg: Zoubaier Baya für Soumaila Coulibaly (70.), Ferydoon Zandi für Andreas Zeyer (78.)
Hamburger SV: Roy Präger für Niko Kovac (46.), Ingo Hertzsch für Bernd Hollerbach (63.), Marek Heinz für Mehdi Mahdavikia (71.)
 

Gegen den HSV will es nicht klappen

Die Freiburger schaffen es einfach nicht: Wieder konnten die Breisgauer gegen den Hamburger SV nicht gewinnen. 0:0 hieß es am Ende. Kurios: Seit zehn Spielen warten die Freiburger schon auf einen Sieg gegen die Hanseaten. Und nicht nur das: Sie treffen gegen den Hamburger SV einfach nicht.
Im fünften Heimspiel hintereinander gelang den Freiburgern im Dreisamstadion gegen die Norddeutschen kein Tor. Diese Bilanz lässt keinen Zweifel daran, dass der Hamburger SV die Bezeichnung "Angstgegner" wirklich verdient.

Höchste Niederlage
Zwei Punkte und 0:9 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Doch damit nicht genug. Freiburgs höchste Bundesliga-Niederlage hat ebenfalls der HSV zu verantworten. Im Hinspiel dieser Saison kam der SC mit 0:5 unter die Räder.
Die Revanche war möglich. Besonders in den letzten 20 Minuten des Spiels gab es für die Gastgeber Chancen, die Negativ-Serie zu brechen. Der eingewechselte Zoubaier Baya vergab dabei die größte. 

Mit Baya kam Schwung ins Spiel
Mit einem schönen Volley-Schuss prüfte er Hans-Jörg Butt, der den Ball nur mit den Fäusten abwehren konnte (72.). Alexander Iashvili hatte sowohl in der 80. Minute als auch kurz vor Schluss die Chance zum Siegtor.
Die Hamburger spielten in den ersten 45 Minuten sehr defensiv und überließen den Hausherren das Spiel. Nur gelegentlich suchten sie den Weg Richtung Freiburger Tor. 

Kein Drang zum Tor
Seit sechs Spielen nun sind die Spieler von Trainer Frank Pagelsdorf ohne Niederlage. Aber: Die vergangenen vier Spiele gingen jeweils nur unentschieden aus. Geht das so weiter, dann werden die Hamburger die Abstiegszone nicht so schnell verlassen. 
Freiburgs Trainer Volker Finke hätte gerne gewonnen: "Dann wäre der HSV dafür bestraft worden, wie er gespielt hat." 

Daten
Fakten:
Freiburger "Torlos-Könige" 
Nur Freiburg spielte in dieser Saison bereits sechsmal 0:0. Insgesamt trennte sich Freiburg bereits zum zehnten Mal Remis in dieser Saison (Rekord mit den "Wölfen").

Remis ohne Ende beim HSV? 
Zum vierten Mal in Folge nach dem 2:2 gegen Stuttgart und dem 1:1 in Frankfurt und gegen Unterhaching teilte der HSV die Punkte. Viermal Remis in Folge spielte der HSV zuletzt vor fünfeinhalb Jahren.

Freiburgs Negativserie hielt 
Auch im zehnten Spiel nacheinander hat der SC Freiburg nicht gegen den Hamburger SV gewonnen. In der aktuellen Saison gewannen die Freiburger nur eins der vergangenen sechs Spiele (27. Spieltag, 5:2 gegen Frankfurt).

HSV mit Miniserie 
Zum dritten Mal in Folge blieb der HSV auswärts ungeschlagen. Dies gelang den Hanseaten erst einmal in dieser Saison (vierter bis achter Spieltag). Seit nunmehr sechs Spielen ist der HSV ohne Niederlage. Zum ersten Mal in dieser Saison schafft der HSV eine solche Serie.

Schlaglichter:
Überlegen - ohne effektiv zu sein 
Nichts nutzte dem SC Freiburg seine Feldüberlegenheit: 62% Ballbesitz und 55% gewonnene Zweikämpfe sprechen für den SC Freiburg. Vor dem Tor sah das wiederum anders aus: 14 zu 13 lautete die Torschussbilanz für den HSV.

Barbarez bleibt Alleinunterhalter 
Sergej Barbarez, mit 18 Treffern Toptorjäger der Liga, war auch in Freiburg in der Hamburger Offensive der einzige Lichtblick: Er gab er die meisten Torschüsse auf dem Platz ab (sechs), dreimal legte er für die Kollegen auf, insgesamt war er an neun der 14 Hamburger Torschüsse direkt beteilgt. Zudem hatte Barbarez die meisten Ballkontakte beim HSV - eher ungewöhnlich für einen Stürmer. Tja, wo ständen die Hanseaten ohne Barbarez...

Foul - Iashvili 
Lediglich einmal schoss Alexander Iashvili während der 90 Minuten gegen den HSV aufs gegnerische Gehäuse, schwache Bilanz für einen Stürmer. Dagegen fiel der Georgier auf andere Weise immer wieder auf: Insgesamt zehnmal wurde Iashvili gefoult - über ein Drittel der Hamburger Foulspiele wurden am quirligen Stürmer verübt, der damit einige aussichtsreiche Freistosspositionen herausholte. Auch eine Möglichkeit, die Stürmerrolle zu interpretieren.

Zweikampfstarker Schumann 
Daniel Schumann zeigte eine starke Leistung in der Freiburger Abwehr. 15 seiner 22 Zweikämpfe entschied der 24-Jährige für sich, meldete dabei vor allem den an sich zweikampfstärksten Stürmer der Liga, Erik Meijer, ab. Gegen ihn gewann er acht von zehn Duellen. Schumann beteiligte sich darüber hinaus aktiv am Freiburger Spielaufbau und hatte die drittmeisten Ballkontakte auf dem Platz.

Topspieler: Zoubaier Baya (SC Freiburg)
Der Mittelfeldspieler wurde in der 70. Minute für Soumaila Coulibaly eingewechselt und sorgte sofort frischen Schwung in der Mannschaft. Er wirbelte viel und war ein ständiger Unruheherd. In den letzten 20 Minuten kamen die Freiburger zu sechs Torschüssen: Davon schoss Baya zweimal selbst und zweimal legte er vor. Es hatte den Anschein, als wollte der Tunesier Trainer Volker Finke noch einmal zeigen, wen er da gehen lässt. 
 

Spielwertung:1 Ball (von 4 möglichen)

Kommentar:
Der Hamburger SV wollte beim SC Freiburg nicht verlieren. Darauf konzentrierten die Hanseaten ihre ganze Kraft. Der Kampf gegen den Abstieg steckte den Spielern in den Knochen und hemmte das Spiel nach vorne. Das Mittelfeld rückte kaum nach vorne nach, die Defensivaufgaben der Spieler standen im Vordergrund. Die Freiburger erhöhten erst in der zweiten Halbzeit den Druck. In der letzten Viertelstunde spielten sich die Hausherren einige gute Möglichkeiten heraus, ließen aber eine konsequente Chancenverwertung wie schon so oft vermissen. Die Punkteteilung ist für den HSV schmeichelhaft. 
Daniel Saulich 

Stimmen
Trainer Volker Finke (SC Freiburg)
"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber der Fußball-Gott hat nicht immer mitgespielt. Ich bin schlecht gelaunt, die Verlierer des Spiels waren die Zuschauer." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Wir haben es nicht geschafft, konstruktiv nach vorne zu spielen. Aufgrund der Situation müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen." 

Taktik:
SC Freiburg
Golz stand im Tor. Schumann verteidigte rechts, Diarra links. Davor spielte Kehl den Libero. Auf der rechten Außenbahn kam Willi zum Einsatz, auf der linken Kobiashvili. But und Coulibaly spielten im offensiven Mittelfeld. Zeyer spielte dahinter und hielt den beiden den Rücken frei. Sellimi und Iashvili bildeten die Spitzen. In der 70. Minute kam Baya für Coulibaly und in der 77. Zandi für Zeyer, die die Positionen jeweils übernahmen.

Hamburger SV
Das Tor hütete Butt. Hoogma spielte Libero, flankiert von Panadic (rechts) und Ujfalusi (links). Davor spielte Kientz, der die Defensive verstärken sollte. Kovac spielte im rechten Mittelfeld, Hollerbach im linken. Töfting und Barbarez spielten hinter den beiden Spitzen Meijer und Mahdavikia. Präger ersetzte in der Halbzeit den angeschlagenen Kovac. In der 63. Minute kam Hertzsch für Hollerbach und Heinz für Mahdavikia (71.). 


 
dpa meldet: 

HSV verpasst in Freiburg Befreiungsschlag

Freiburg (dpa) - Nach einer spielerisch enttäuschenden Nullnummer beim SC Freiburg wartet der Hamburger SV weiter auf den ersehnten Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Die Hanseaten blieben durch das 0:0 zwar im sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage, haben mit 34 Punkten aber weiter nur ein dünnes Polster zu den Abstiegsrängen.

Die Freiburger warten seit dem 14. Oktober 1994 auf einen Heimtreffer gegen die Hanseaten. Mit 40 Punkten haben sie allerdings ihr Saisonziel bereits am 28. Spieltag erreicht und orientieren sich in Richtung UI-Cup.

Beim HSV kehrte Nico-Jan Hoogma nach seiner Leistenoperation auf die Liberoposition zurück. Zudem bot Trainer Frank Pagelsdorf überraschend den bereits ausgemusterten Jochen Kientz im Mittelfeld auf. Nach zuletzt drei Unentschieden gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf hatten die Hamburger zu Beginn der Partie die größeren Spielanteile. Mit konsequentem Zweikampfverhalten versuchten sie, das gefürchtete Freiburger Kurzpass-Spiel im Ansatz zu unterbinden.

Trotzdem kamen die Gastgeber zur ersten Chance, als Adel Sellimi (7.) nach Vorlage von Wladimir But aus kurzer Distanz an HSV-Torwart Hans-Jörg Butt scheiterte. Für den HSV vergaben Stig Töfting (16.) und Erik Meijer (18.) kurz nacheinander die besten Chancen der ersten Halbzeit. Anschließend beherrschten die Freiburger Ball und Gegner, ohne jedoch Butt ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Die beste Szene hatte Wladimir But (39.), dessen Schuss aus 20 Metern knapp über die Querlatte flog. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) eine Tätlichkeit von Hoogma gegen Freiburgs Sebastian Kehl nicht geahndet.

Auch in der zweiten Halbzeit konnten beide Mannschaften ihre verkrampfte Spielweise zunächst nicht ablegen. Freiburg hatte durch Sellimi (50.) noch eine gute Möglichkeit. Anschließend behakten sich die Teams im Mittelfeld. Spielerische Glanzpunkte waren die absolute Ausnahme. Der HSV tauchte erst nach 78 Minuten vor dem Freiburger Tor auf. Der Schuss von Sergej Barbarez ging jedoch über das Tor.

Freiburg, das deutlich mehr Spielanteile hatte, drehte in der Schlussphase nochmal auf. Alexander Iaschwili (80.) bot sich nach einem der wenigen gelungenem Angriffe die große Möglichkeit zum Siegtreffer. Der Georgier konnte jedoch freistehend aus zwölf Metern den Ball nicht im Tor unterbringen. Eine Minute zuvor hatte Sellimi eine Hereingabe des eingewechselten Zoubaier Baya verpasst. In der Nachspielzeit schoss Iaschwili aus spitzem Winkel knapp vorbei. 


 
kicker meldet:

Chancenverhältnis: 5:2 
Eckenverhältnis: 7:2 
Schiedsrichter: Merk, Dr. (Kaiserslautern), Note 2,5 - Blieb konsequent in seinen Entscheidungen, einzig die Tätlichkeit von Hoogma an Kehl sah er nicht. 
Spielnote: 3,5 
Spieler des Spiels: Panadic - Überzeugte mit einer sicheren Manndecker-Leistung, ließ kaum eine Chance zu. 
 
Analyse 
Personal: Bei Freiburg konnte der gegen Frankfurt gelb-gesperrte Zeyer Zkitischwili ersetzen. HSV- Trainer Pagelsdorf veränderte seine Mannschaft im Gegensatz zum Unterhaching-Spiel auf drei Positionen. Töfting, Kientz und der wiedergenesene Hoogma kamen für Groth (Wadenprellung), Hertzsch und Heinz.

Taktik: Hamburg spielte mit Meijer als klassischer Spitze und Barbarez im linken offensiven Mittelfeld dahinter. Diese beiden wurden von Diarra und Schumann übernommen. Kobiaschwili rückte bei Bedarf nach innen ein und deckte Mahdavikia. Willi kümmerte sich auf der anderen Seite um Hollerbach bei dessen seltenen Vorstößen. Der HSV verteidigte mit einer Dreierabwehr, wobei Panadic und Ujfalusi sich raumübergreifend um Sellimi und Iaschwili kümmerten. Töfting war im Mittelfeld der erste Prellbock für den wie üblich weit vor seinen Manndeckern spielenden Kehl. Dahinter sicherte Kientz vor der Abwehr.

Spielverlauf: Hamburg verschanzte sich von Anfang an in der eigenen Hälfte und ließ dem Gegner in der Spitze sehr wenig Raum. Der SC kombinierte schnell im Mittelfeld, ließ mit Willi und Kobiaschwili ein Flügelspiel erkennen. Kehl, Zeyer und But schalteten sich oft in die Freiburger Offensive ein, doch der letzte Pass war in der Regel nicht präzise genug. Dazu gewannen Panadic, Hoogma und Ujfalusi in tornahen Bereichen nahezu alle Zweikämpfe.

Wenn Hamburg offensiv agierte, dann meist über rechts mit Mahdavikia, der Barbarez und Meijer mit Pässen fütterte. Beide wurden von Diarra und Schumann gut abgeschirmt. Töfting - zentral hinter den Hamburger Stürmern - war mehr "Zerstörer" als Passgeber. Nach Kovacs Ausfall übernahm Präger diese Position, gab dem Hamburger Spiel aber auch keine entscheidenden Impulse. Töfting zog sich in die rechte Defensive zurück. Auf der Gegenseite belebte der eingewechselte Baya (70.) das Spiel, übertrieb aber die langen Bälle auf den nicht gerade sprintstarken Sellimi. Iaschwili übersah bei der größten Chance des Spiels (80.) den noch besser postierten But.

Fazit: Ein Spiel ohne große Höhepunkte, in dem Freiburg im Mittelfeld die Akzente setzte, aber in der Spitze an der guten Hamburger Abwehr scheiterte.
 
 

Um die 40-Punkte Mauer zu durchbrechen musste der SC Freiburg gegen den „Verlierer der Saison“, den Hamburger SV punkten. Bei der Finke-Elf lief im Vergleich zum 5:2-Kantersieg gegen Frankfurt für den verletzten Zkitischwili (Bänderriss) Zeyer auf. HSV-Coach Frank Pagelsdorf reagierte auf das Remis gegen Unterhaching in der letzten Woche mit drei personellen Änderungen: Für den Kapitän Groth, der sich eine Wadenprellung zuzog, rückte Töfting ins Team, der diesmal die Spielmacherposition einnahm. Die Spielführerbinde trug Hoogma, der für Hertzsch in der Anfangself stand. Für den Tschechen Heinz spielte Kientz. Damit war Barbarez der dritte Stürmer, und Kientz lief als zusätzliche Absicherung auf.

25000 Zuschauer sahen in der Anfangsphase im Dreisamstadion zwei sehr bemühte Mannschaften. Da Töfting die Fäden im Hamburger Mittelfeld ziehen sollte, schien das taktische Konzept klar: Mit Kampf den Gegner schlagen. Dabei sollte Mittelstürmer Meijer mit hohen Bällen bedient werden. Aber es blieb nur bei Versuchen, denn die Breisgauer standen hinten gut. Spielerische Mittel sollten zum Erfolg führen, doch dieser blieb aus. Es kam zu einem taktischen Geplänkel, bei dem von beiden Mannschaften der finale Pass vermisst wurde. Folglich gab es kaum Torchancen. Lediglich ein Schuss von Barbarez (33.) und auf der anderen Seite ein Weitschuss von But (39.) waren die erwähnenswerten Höhepunkte. Ab der 25. Minute erspielten sich die Hausherren eine optische Überlegenheit, doch dies konnte nicht einmal in Torchancen umgemünzt werden. In Folge versuchten es die Nordlichter mit Kontern, fielen aber eher durch ihre harte Spielweise auf. 

Nach dem Pausentee kam für Niko Kovac (Achillessehnenprobleme) Roy Präger. Damit rückte Barbarez in die Spielmacherposition zurück, Töfting agierte auf links. Dieser Wechsel brachte keine Wende, es blieb beim selben Bild wie in der ersten Halbzeit: Freiburg stürmte, Hamburg konterte. Doch die Qualität des Spiels ließ nach. Viele Abspielfehler und Unkonzentriertheiten prägten die Partie. Coulibaly, Barbarez, Töfting und Kehl versuchten es aus der zweiten Reihe, doch sie trafen nicht einmal den Kasten. Erst die Einwechslung von Baya brachte frischen Wind ins Offensivspiel des Sportclubs. Der Tunesier leitete die einzige große Chance in der 80. Minute ein: Mit einer Bananenflanke schaltete er die Hamburger Abwehr aus, doch Sellimi verfehlte den Ball völlig freistehend aus fünf Metern. Die Schlussoffensive hielt an und nur eine Minute später war es Iaschwili, der durch Sellimis Hackentrick in Szene gesetzt wurde, den Ball aber verzog.

Die Hamburger holten sich durch Kampf und gutes Defensivverhalten einen Punkt in Freiburg. Der SC konnte seine optische Überlegenheit nicht in zählbare Tore ummünzen. Die Breisgauer scheiterten nicht nur am Abschluss, sondern auch am fehlenden finalen Pass. Der HSV kann mit dem Ergebnis zufrieden sein, die Freiburger haben zwei Punkte verloren. Damit bleibt die HSV-Serie erhalten: Die Hanseaten verloren die letzten sechs Spiele beim Sportclub nicht (vier Siege und zwei Unentschieden).

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
85. Minute: Kehl spielt das Leder hoch in den Strafraum. Sellimi fällt im Zweikampf. Der Elfmeterpfiff von Schiri Dr. Merk bleibt aus.
81. Minute: Zweite Großchance für Freiburg. Sellimi legt per Hackentrick auf Iaschwili auf. Der Georgier setzt sich gegen einen Hanseaten durch und verzieht aus zehn Metern.
80. Minute: Baya schaltet mit einer Bananenflanke die Hamburger Abwehr aus, doch Sellimi verfehlt den Ball völlig freistehend aus fünf Meter.
78. Minute: Diarra spitzelt im Strafraum den Ball vom Fuß eines Hanseatens. Das Leder erreicht Barbarez, der erneut von der Strafraumgrenze über den Kasten schießt.
72. Minute: But schießt von halblinker Position, aber ein Hamburger stellt sich in den Schuss. Den Abpraller nimmt der eingewechselte Baya direkt. Butt klärt gerade noch den Schuss aus zwölf Metern.
68. Minute: Auf beiden Seiten ein Weitschuss. Töfting und Kehl schießen jedoch über das Gehäuse.
61. Minute: Barbarez probiert es mit einem Distanzschuss. Das Schüsschen ist für Torwart Golz kein Problem
56. Minute: Coulibaly hämmert bei einem Freistoss drauf. Die Kugel verfehlt ihr Ziel um zwei Meter.
50. Minute: Iaschwili spielt gefährlich quer in den Strafraum auf Sellimi, doch der Tunesier verpasst den Ball.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
39. Minute: But zieht aus 25 Metern ab. Der Schuss geht knapp über die Latte.
33. Minute: Bei einem Konter läuft Barbarez von der linken Seite in den Strafraum. Aus spitzem Winkel bedient er nicht seine mitgelaufenden Mannschaftskollegen sondern versucht es selber. Der Zehn-Meter-Schuss landet am Außennetz.
30. Minute: Iaschwili passt in den Strafraum der Hanseaten. Als Sellimi an den Ball will, wird er zu Boden gerissen. Schiri Dr. Merk lässt das Spiel weiterlaufen.
19. Minute: Erste Möglichkeit für die Hamburger. Nach einer hohen Herreingabe verpasst Meijer nur knapp den Ball.
10. Minute: Nach zehn Minuten im Dreisamstadion ist die Gelbe Karte von Töfting der bisher einzige Höhepunkt.
Anpfiff