Bundesliga 2000/2001, 32. Spieltag, Samstag, 05.05.01 um 20:15 Uhr im Hamburger Volkspark bei anfangs 12, am Ende 9 Grad C

Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 1:1 (1:0)

Die wirklich allerbeste Meldung des Spieltages gleich vorneweg: Der HSV kann nun auch rechnerisch absolut nicht mehr absteigen. Leider wird es nach diesem Spieltag aber wohl auch nur schwerlich noch zu einem UI-CUP-Platz reichen. Trotzdem kann man mit der heute gezeigten Leistung zufrieden sein. Der HSV wurde bereits nach ca. 10 Minuten auf 10 Spieler dezimiert und mußte folglich fast das ganze Spiel in Unterzahl spielen. So gesehen kann man mit dem Unentschieden zufrieden sein.

Aber die Vorzeichen der Nachmittags-Spiele waren ja schon recht positiv, weil Rostock gegen Cottbus gewann und so auch bei einer Niederlage des HSV nur theoretisch noch der Abstieg möglich gewesen wäre.

Man konnte sich also mal ganz entspannt ins Stadion setzen und sich anschauen, was so passieren würde. Ich persönlich hoff(t)e ja immer noch auf einen UI-CUP-Platz, doch diese Hoffnung ist nach diesem Spieltag ebenfalls fast auf dem Nullpunkt. Mit der heutigen Leistung muß man aber weitestgehend zufrieden sein.

Beim Warmmachen wunderte ich mich etwas darüber, daß sich Fukal warm machte. Ich sah dann aber, daß Kovac fehlte, der sich im Training verletzt hatte. Der HSV spielte dann hinten wieder mit einer Viererkette. Rechts Fukal und links Hollerbach, die beide regelmäßig mit nach vorne gingen. In der Innenverteidigung Hoogma und Panadic. Davor spielen Töfting und Ujfalusi quasi nebeneinander und davor Marek Heinz hinter den drei Spitzen Barbarez, Mahdavikia und Präger.

Wie gesagt, spielte der HSV ca. 80 Minuten lang in Unterzahl. Barbarez hatte einen Zweikampf mit Schönberg direkt am Seitenaus. Barbarez sprang wieder auf und ging Richtung Schönberg, der auch schon motzte. Da ich die Fernsehbilder noch nicht gesehen habe, kann ich nur mutmaßen, denn wirklich 100 %ig sehen konnte ich es nicht. Jedenfalls gingen beide aufeinander zu und trafen sich mit den Köpfen. Dann gingen beide zu Boden. Schiri Krug gab Barbarez Rot und Schönberg Gelb. Grundsätzlich habe ich das auch so gesehen. Barbarez schien mir jedenfalls eindeutig zur „Kopfnuss“ auszuholen. Schönberg ging auch deutlich vor Barbarez zu Boden. Für mich sah es ein wenig so aus, als hätte sich Barbarez nur geistesschnell auch zu Boden sinken lassen, damit er nicht die rote Karte bekommt. Zweifel an meiner „Version“ bekam ich erst, als Barbarez nach langem Gezeter dann letztendlich vom Platz ging und dabei noch in einer Tour in Richtung Schönberg motzte. Hatte er ihn vielleicht doch gar nicht getroffen ? Naja, man wird es im TV wohl genau gesehen haben. Wenn es denn eine berechtigte rote Karte war, wird es auf jeden Fall das letzte Spiel von Barbarez in dieser Saison gewesen sein. Die Torschützenkanone wird er dann definitiv nicht mehr holen können.

Mit dieser roten Karte und einigen seltsamen Folgeentscheidungen stachelte Schiri Krug jedenfalls wunderbar das Publikum an, sodaß es eine unterhaltsame 1. Halbzeit wurde. Der HSV spielte zunächst mutig weiter und wurde mit dem 1:0 belohnt. 

Der heute nach langer Zeit erstmals wieder eingesetzte und toll kämpfende Fukal war auf den linken Flügel „geraten“ und spielte mit dem (falschen) linken Fuss eine wunderschöne Flanke in die Mitte. Roy Präger rauschte heran und drückte den Ball per Kopfball-„Torpedo“ ins Netz.

Und dieses Tor habe ich niemandem mehr gegönnt als Roy Präger, der sich im letzten Spiel so viele Chancen erarbeitete und leider keine nutzen konnte. Ich hatte meinen Nachbarn auch schon vor dem Spiel erzählt, daß Roy heute auf jeden Fall treffen würde. 

Der HSV zog sich aber in Anschluß an dieses Tor zunehmend weiter zurück, sodaß ich spätestens ab der 40. Minute dachte, daß nun aber langsam die Halbzeit kommen könnte. In der zweiten Halbzeit wurde es dann noch defensiver. Meines Erachtens haben wir uns dabei sogar zu weit zurückgezogen, denn es konnten nur zu selten Entlastungsangriffe gefahren werden.

Die beste Chance hätten wir in der 2. Halbzeit haben können, als Mahdavikia links einmal nur noch einen Gegenspieler vor sich hatte und in der Mitte zwei Hamburger einigermaßen frei waren. Hier hätte nur der Paß zur Mitte kommen müssen, aber leider zog es „Kia“ vor, ins Dribbling zu gehen. Ansonsten hatte der HSV durch Fukal noch einmal eine Chance, als dieser direkt vor Koch stand, der den Ball nicht unter Kontrolle kam.

Der Rest war jedoch ein Verteidigen des eigenen Strafraumes. Man muß aber sagen, daß sich Kaiserlautern in der Überzahl ganz schlecht angestellt hat. Sie konnten nur ganz selten gute Chancen herausspielen und strahlten wirklich keine Torgefahr aus. Am besten gefielen mir noch einige Schüsse der Lauterer, die knapp neben das Tor gingen. Die Schüsse, die auf das Tor kamen, sahen allesamt nicht sehr gefährlich aus. Dabei sah unser recht unsicher aussehender Torhüter es aber trotzdem hier und da gefährlich aussehen.

Die Lauterer rannten also wesentlich eher schlecht als recht an und es sah trotzdem nicht nach einem Tor aus. Leider schafften sie es dann aber doch in der 84. Minute noch. Der Ball konnte nicht weit genug aus dem Strafraum abgewehrt werden und so kam ein Lauterer an der Strafraumgrenze zum Schuss. Der Ball landete leider im Tor. Die Lauterer feierten das Tor und die Fans skandierten „Auswärtssieg“. Das mutete doch eher etwas lächerlich an ob der gezeigten Leistungen in Überzahl.

Das Spiel ging dann so weiter bis zum Schluss und ich befürchtete noch ein Gegentor. Das bekamen die Pfälzer aber natürlich nicht mehr zu Stande und so ging das Spiel mit 1:1 zu Ende. Die Lauterer feieren diesen Punkt wie einen Sieg mit Ihren Fans, was mich wirklich wunderte. Wenn ein UEFA-CUP-Aspirant gegen einen Abstiegskandidaten in Überzahl so wenig bringt, würde mich das eher zum Nachdenken bringen.

Der HSV hat jedenfalls den letzten Punkt eingefahren, der unbedingt nötig war, um auch der theoretischen Chance des Abstiegs zu entgehen. Ich denke,  daß man sich etwas zu früh hinten reingestellt hat und damit den Pfälzern zu früh das Feld überließ. Die kämpferische Leistung war aber überzeugend.

In den noch folgenden 2 Spielen dieser Saison wird vermutlich nichts mehr zu holen sein. Um noch in den UICup kommen zu können, müßte man sicher beide Spiele gewinnen, was sich spätestens am letzten Spieltag gegen Bayern schwer gestalten dürfte.

Meine Spielerbewertung:

Butt: sogar ein heute mitgekommener Freund, der Butt gegenüber objektiv ist, stellte fest, daß der Mann mehr Unruhe ausstrahlt als alles andere. Einige Unsicherheiten und auch das 1:1 sah nicht wie eine Rakete in den Winkel aus: Note 4-

Hoogma: sehr unauffällig: Note 4

Panadic: ich befürchte, daß ich mich mit seiner Leistung überhaupt nicht mehr anfreunden können werde: Note 4

Fukal: Gutes Spiel mit viel Einsatz. Am Boden teilweise etwas ungeschickt. Dafür ragte er als Kopfturm in der Brandung heraus und gefiel im Spiel nach vorne: Note 2

Hollerbach: Toller Einsatz und sehr geschickt in einigen brenzlichen Situationen im eigenen Strafraum: Note 2

Töfting: spielte zwar bis zu seiner Auswechslung in der 2. Halbzeit recht unauffällig; trotzdem konnte ich nicht verstehen, weshalb er für Hertzsch weichen mußte: Note 3

Hertzsch (kam in der 2. Halbzeit für Töfting): hatte einige unglückliche Szenen dabei. Trotzdem nervt es mich, wenn das ganze Publikum auch schon bei normalen Bällen mault: Note 4

Ujfalusi: bewies heute, daß er auch die Rolle im defensiven Mittelfeld hervorragend besetzen kann. Zusammen mit Heinz und Barbarez der Top-Einkauf der Saison. Vielleicht sogar der beste: Note 2

Heinz: So lange der HSV noch nach vorne spielte, gefiel er mir sehr gut. Da die Angriffsbemühungen aber zusehends nachließen, konnte er auch nur weniger Akzente setzen: Note 3+

Präger: Heute hatte er längst nicht so viele Chancen wie im letzen Spiel, aber gleich die erste konnte er nutzen. Das wird dem Jungen bestimmt gut tun: Note 3

Mahdavikia: stellte sich bei den Kontern wirklich teilweise schon fast zu dämlich an (Entschuldigung): Note 4-

Barbarez: wenn es denn eine berechtigte rote Karte war, hat er dafür Note 6 verdient, da er die Mannschaft nachhaltig schädigte und das Spiel total veränderte. Ansonsten ist er wegen der kurzen Einsatzzeit nicht zu bewerten.

Schiri Krug: hatte zwar einige seltsame Entscheidungen dabei, aber tendenziell hätte ich die meisten Sachen ebenso entschieden: Note 2 (auch wenns mir bei dem ..... schwerfällt)

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE : 1:0 Roy Präger (20.), 1:1 Silvio Adzic (84.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Nico Jan Hoogma (13.), Bernd Hollerbach (41.), Milan Fukal (72.)

1.FC Kaiserslautern: Michael Schjönberg (16.), Marian Hristov (29.), Andreas Buck (44.), Dimitrios Grammozis (61.), Rüdiger Ziehl (91.)

PLATZVERWEISE 
Hamburger SV: Karte rot für Sergej Barbarez (16.)
1.FC Kaiserslautern: -

SCHIEDSRICHTER :  Hellmut Krug 
ZUSCHAUER :  52,124 
DATUM :  05.05.01   20:15 Uhr 

AUFSTELLUNG
Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Milan Fukal, Andrej Panadic, Stig Töfting, Roy Präger, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Marek Heinz, Mehdi Mahdavikia

1.FC Kaiserslautern: Georg Koch, Michael Schjönberg, Slobodan Komljenovic, Harry Koch, Marian Hristov, Rüdiger Ziehl, Miroslav Klose, Dimitrios Grammozis, Andreas Buck, Jörgen Pettersson, Vratislav Lokvenc

WECHSEL 
Hamburger SV: Ingo Hertzsch für Stig Töfting (53.), Mahmut Yilmaz für Roy Präger (81.), Andreas Fischer für Mehdi Mahdavikia (89.)
1.FC Kaiserslautern: Silvio Adzic für Andreas Buck (60.), Nenad Bjelica für Marian Hristov (69.)
 

Hamburg sichert sich vorzeitig den Klassenerhalt
Nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage sicherte sich der Hamburger SV mit einem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern den Klassenerhalt. Vor 52.124 Zuschauern brachte Roy Präger mit einem sehenswerten Kopfballtreffer (20.) sein Team in Führung. Joker Silvio Adzic (84.) erzielte den Lauterer Ausgleich.
Mit nunmehr 40 Punkten beendete die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf das Zittern im Abstiegskampf. Kaiserslautern bleibt, zwei Spieltage vor Ende der Saison, auf einem UEFA-Cup-Platz.

Barbarez sah Rote Karte
"Wir haben nun 40 Punkte und haben mit dem Abstieg nichts mehr zu tun", meinte Bernd Hollerbach erleichtert. "Das Unentschieden geht in Ordnung."
Großer Aufreger des Spiels war die Rote Karte von Sergej Barbarez (16.). Schiedsrichter Hellmut Krug schickte zur allgemeinen Verwunderung nach einem Kopfstoß von Michael Schjönberg an Barbarez den Hamburger vom Platz.

"Eine klare Fehlentscheidung"
"Das war eine Frechheit, eine klare Fehlentscheidung", sagte ein empörter Frank Pagelsdorf nach dem Spiel. "Der Barbarez hat gar nichts gemacht." Und auch Kaiserslauterns Teamchef Andreas Brehme gab zu: "Ja, das war eine Fehlentscheidung."
Barbarez selbst, fand sich gar in "einer anderen Welt wieder", schließlich war er "unschuldig". Sündenbock Schjönberg meinte zu seiner Verteidigung: "Der Schiedsrichter hat es so gesehen. Er hätte auch zwei Gelbe Karten geben können." Zudem fügte der 34-jährige an: "Soll ich mich einfach umhauen lassen? Ich habe mich nur gewehrt."

Tolle Hamburger Moral
Am Ende gab es eine Punkteteilung, da die Hausherren eine tolle Moral zeigten und aufopferungsvoll kämpften. Die Lauterer hingegen konnten ihre Überzahl nicht entschlossen genug ausnutzen.
"Die Mannschaft hätte einen Sieg verdient gehabt", haderte Pagelsdorf, schließlich zeigte sie "eine tolle Moral und agierte taktisch gut". Immerhin ist nach einer turbulenten Saison, in der die Norddeutschen zwischen Champions League und Zweiter Liga pendelten, der Klassenerhalt vorzeitig perfekt

Daten
Fakten:
Auswärtspunkt für Lautern 
Nach zwei herben Schlappen (1:5 auf Schalke und 2:5 in Freiburg) gab es beim HSV für Lautern nur ein Gegentor und einen (verdienten)Punkt. Der Weg zur Besserung ist ein beschwerlicher... 

Klassenerhalt geschafft 
Nach dem Unentschieden gegen Lautern hat der HSV jetzt 40 Punkte auf dem Konto und sein Minimalziel erreicht: Den Klassenerhalt. 

Trauma beendet 
Zuvor lag Lautern auswärts sieben Mal 0:1 hinten und verlor alle diese Spiele. Beim HSV langte es nach dem frühen Rückstand immerhin zu einem Punkt.

Hamburg weiter ungeschlagen 
Der HSV ist jetzt seit zehn Spielen ungeschlagen und stellt damit den Saisonrekord des SC Freiburg ein. 

Schlaglichter:
Lautern verdiente sich das Remis 
Der HSV kam zwar besser ins Spiel, hatte nach dem Platzverweis für Sergej Barbarez aber nicht mehr viel zuzusetzen. Am Ende hatte Lautern deutlich mehr Torschüsse abgegeben als Hamburg (21 zu neun) und deutliche spielerische Vorteile (62% Ballbesitz). So eine schlechte Torschussbilanz hatte der HSV in dieser Saison im Volksparkstadion übrigens nie zuvor.

Dimitrios zeigte Flagge 
Lauterns talentierter Grieche Dimitrios Grammozis wollte es seinem alten Arbeitgeber offensichtlich so richtig zeigen: Er war an fast der Hälfte aller Torschüsse seines Teams direkt beteiligt (neun) und bestritt die meisten Zweikämpfe seines Teams (25). Zudem hatte er die zweitmeisten Ballkontakte aller Spieler - nur die Krönung seiner guten Leistung blieb ihm verwehrt. 

Unterschiedliche Arbeitsverteilung 
Georg Koch hatte einen Abend unter dem Motto "dumm gelaufen": Der einzige Torschuss, der auf sein Tor kam, landete hinter ihm im FCK-Netz. Anders, aber nicht weniger unglücklich verlief das Spiel für sein Gegenüber Hans-Jörg Butt. Der wehrte zwar tolle sechs Torschüsse ab - ließ allerdings den durchaus haltbar scheinenden Weitschuss von Silvio Adzic passieren. 

Unglückliche Erfolgserlebnisse 
Sowohl für Roy Präger als auch für Milan Fukal verlief die Saison beim HSV alles andere als ideal. Umso schöner ihre Koproduktion zum 1:0-Führungstreffer, als Präger eine tolle Linksflanke Fukals mit dem Kopf verwandelte. Für den blonden Roy war es der erste Treffer seit Mitte November, Fukal gab erst seine zweite Torvorlage überhaupt. 

Topspieler: Andrej Panadic (Hamburger SV)
Der Hamburger Abwehrspieler lieferte eine Klasse-Partie ab. Zusammen mit seinem Abwehrverbund machte er geschickt die Räume eng und ließ nur wenig Torchancen der Pfälzer zu. Der Einsatz des 32-jährigen Kroaten und seiner Mitspieler wurde allerdings nur mit einem Punkt belohnt. Auch in der Offensive setzte Panadic Akzente: Immerhin zwei Torschüsse gab der Defensivspieler ab. 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Seit nunmehr zehn Spielen sind die Hanseaten unbesiegt. Mit einer tollen Moral und Einsatz konnte die Mannschaft von Frank Pagelsdorf die frühe Rote Karte von Barbarez ausgleichen. Am Ende stand lediglich wieder nur ein Remis. Immerhin sind jetzt die 40 Punkte erreicht, die für einen Klassenerhalt normalerweise nötig sind. Die Lauterer setzten besonders in der zweiten Hälfte Akzente und schnürten die Hanseaten förmlich ein. Das Powerplay wurde immerhin mit einem Punkt belohnt. Dennoch zeigte die Mannschaft von Andreas Brehme zu wenig in Überzahl. Mit einem Djorkaeff oder Basler wäre sicherlich mehr drin gewesen. Der Kampf um einen UEFA-Cup-Platz bleibt aus Pfälzer Sicht weiterhin spannend.
Andre Elsner 

Taktik:
Hamburger SV:
Vor Torwart Butt agierte eine Viererabwehrkette mit Hollerbach auf links, Hoogma und Panadic zentral und Fukal auf der rechten Seite. Halblinks sicherte Ujfalusi, halbrechts Töfting ab. Hinter den drei Spitzen Präger (links), Barbarez (zentral) und Mahdavikia (rechts), kurbelte Heinz das Offensivspiel an.
Nach der Roten Karte für Barbarez agierten Präger und Mahdavikia etwas defensiver. Hertzsch ersetzte Töfting und ging in die Viererkette auf rechts. Fukal ging auf die Töfting-Position. Yilmaz, für den Torschützen Präger eingewechselt, sollte bei Kontern für Entlastung sorgen, seine Einwechslung blieb allerdings ohne Effekt. Kurz vor Schluss verstärkte Fischer (für Mahdavikia) rechts den Abwehrriegel der Hanseaten.

1. FC Kaiserslautern:
Vor Georg Koch im Tor vertraute Brehme auf Komljenovic als Libero. Davor agierte eine Dreierabwehrkette: Links mit Grammozis, zentral Schjönberg, Ziehl auf rechts. Vor der Abwehr sicherte Koch ab. Im rechten offensiven Mittelfeld sollte Buck für Druck sorgen, halblinks Hristov. Hinter den Spitzen Klose und Lokvenc besetzte Pettersson die zentrale offensive Mittelfeldposition.
Ab der zweiten Halbzeit ging Grammozis verstärkt in die Offensive und band Hollerbach. Der für Buck eingewechselte Adzic kam über die rechte Seite. Bjelica ersetzte schließlich Hristov und ging ins zentrale offensive Mittelfeld, Pettersson wechselte auf links. 

Stimmen
Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
Ich finde es schade, dass meine Mannschaft nicht belohnt wurde, weil wir 75 Minuten mit nur zehn Mann spielen mussten. Zur Roten Karte: Eigentlich macht der Schjönberg den Kopfstoß und der Sergej macht gar nix. Deswegen ist es eine Frechheit, dass er vom Platz geflogen ist. 

Teammanager Andreas Brehme (1. FC Kaiserslautern): 
Wir wollten über außen spielen, das hat die Mannschaft aber in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gemacht. 


 
dpa meldet: HSV sichert mit 1:1 gegen Kaiserslautern Klassenverbleib

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat mit einem 1:1 (1:0)- Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Damit blieben die Hamburger auch im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen. Die Pfälzer müssen dagegen um ihren Platz im internationalen Geschäft bangen.

Vor 52 124 Zuschauern im Volksparkstadion brachte Roy Präger (19.) den HSV in Führung. Auch nach der umstrittenen Roten Karte für Sergej Barbarez in der 15. Minute fanden die überforderten Gäste zunächst keine Mittel gegen zehn Hamburger. Erst in der Schlussphase erzielte Silvio Adzic (84.) das verdiente Ausgleichstor.

Brehme war gezwungen, seine Abwehr komplett umzubauen. Ohne Hany Ramzy (Länderspiel für Ägypten), den Gelb-gesperrten Youri Djorkaeff und den verletzten Mario Basler fehlte den Gästen eine ordnende Hand in der Defensive. Mit drei Spitzen machten die Hanseaten von Beginn an Druck und stürmten ohne Pause auf das Tor von Georg Koch. Umso schmerzlicher war der Platzverweis für den quirligen Barbarez. Schiedsrichter Helmut Krug verwies den Bosnier wegen einer angeblichen Kopfnuss an Michael Schjönberg schon nach einer Viertelstunde des Feldes.

Doch die engagierten Gastgeber steckten nach der umstrittenen Entscheidung nicht auf und gingen vier Minuten später verdient in Führung. Nach Zuspiel von Tomas Ujfalusin köpfte Präger mit seinem fünften Saisontor unhaltbar für Koch ein. Die konzeptlos agierenden Lauterer konnten auch gegen nur zehn Hamburger wenig ausrichten, erst in der 27. Minute hatte Marian Hristow die erste gute Möglichkeit zum Ausgleich, doch Keeper Jörg Butt war zur Stelle. Mit zunehmender Spieldauer machte sich beim HSV jedoch das verletzungsbedingte Fehlen von Niko Kovac im Mittelfeld bemerkbar.

Aus der Kabine kamen die Pfälzer mit neuer Energie und machten Butt das Leben schwer. Dimitros Grammozis (49./51.) hatte zwei gute Chancen und auch Harry Koch (54.) sowie Jörgen Petterson (69.) nötigten den HSV-Torhüter zu Glanzparaden. Erst Präger ergriff wieder die Initiative für die Gastgeber und riss sein Team aus der Lethargie. Eine Großchance vergab Mehdi Mahdavikia (73.), als er das Gehäuse nur knapp verfehlte. Die auf den Ausgleich drängenden Pfälzer machten das 1:1 nach Flanke von Nenad Bjelica auf Adzic.


 
kicker meldet:

HSV-Trainer Frank Pagelsdorf musste seine Mannschaft gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Rostock nur auf einer Position umstellen. Kovac konnte auf Grund muskulärer Probleme nicht auflaufen, für ihn rückte Fukal ins Team. Ujfalusi nahm die Kovac-Position im Mittelfeld ein, Fukal spielte dafür in der Viererkette.

Im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz musste FCK-Coach Andreas Brehme gegenüber dem 0:1 gegen Bayer gewaltig experimentieren. Die vakante Libero-Position übernahm Komljenovic für Ramzy (Länderspiel), Basler (Muskelfaserriss) wurde auf der rechten Außenbahn von Buck vertreten. Für den Gelb-gesperrten Djorkaeff rückte überraschend Pettersson ins Team, und Amateur Ziehl begann für Strasser.

Der Hamburger SV begann die Partie sehr schwungvoll, hatte das Spiel in der Anfangsphase gut im Griff, die großen Tormöglichkeiten konnten sich die Hanseaten aber nicht erspielen. Nach einer Viertelstunde wurde es turbulent. Erst sah Spielmacher Barbarez nach einer Rangelei mit Schjönberg die Rote Karte (16.), dann wurde das beherzte Hamburger Spiel nach 20 Minuten belohnt. Die Trotzreaktion auf den Platzverweis gipfelte im Führungstreffer für die Heimelf durch Präger. Der kleine Stürmer war nach einer maßgeschneiderten Flanke von Fukal einen Schritt schneller als Bewacher Ziehl und köpfte zum 1:0 ein. Es dauerte eine halbe Stunde, ehe sich die Pfälzer etwas befreien konnten und ihre nummerische Überlegenheit auch auf dem Spielfeld deutlich machten. Über die Schaltstation Hristov wurden die Bälle verteilt und Harry Koch versuchte das Spiel des FCK von hinten heraus anzukurbeln. Doch die Viererkette der Pagelsdorf-Elf stand sicher, die Lauterer Spitzen Klose und Lokvenc kamen einfach nicht ins Spiel.

In der zweiten Halbzeit übernahm Kaiserslautern das Kommando. Hamburg zog sich zurück und versuchte die Räume geschickt eng zu machen. Kaiserslautern hatte nun ein klares optisches Übergewicht, fand jedoch kein Mittel die kompakte, aufopferungsvoll kämpfende HSV-Defensive zu knacken. Es dauerte bis zur 84. Minute bis die Brehme-Elf den zu diesem Zeitpunkt dann verdienten Ausgleich erzielte. Nach einer Ecke wehrte Hollerbach den Ball mit dem Kopf vor die Füße des eingewechselten Adzic ab, der legte sich den Ball noch einmal quer und traf dann zum 1:1. Hollerbach fälschte leicht ab, Butt sah den Ball zu spät um reagieren zu können. Am Schluss war Kaiserslautern dem Siegtreffer näher, doch es blieb beim gerechten Unentschieden.

In einem emotionsgeladenen Duell trennten sich der Hamburger SV und der 1. FC Kaiserslautern am Ende mit einem leistungsgerechten Remis. 
 

Chancenverhältnis: 5:7 
Eckenverhältnis: 4:5 
Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen), Note 4,5 - Fehlentscheidung bei Rot gegen Barbarez, allerdings macht eine Kamera-Perspektive auch Krugs Wahrnehmung nachvollziehbar. Ansonsten souverän in einer schwierigen Partie. 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Adzic - Der etatmäßige Oberliga-Spieler sorgte nach seiner Einwechslung für Belebung auf der rechten Seite und rettete dem FCK mit einem Sonntagsschuss das Remis. 
 
Analyse 

Personal: Beim HSV rückte sechs Tage nach dem 2:1 gegen Rostock Fukal für den verletzten Kovac in die Anfangself. Auf Lauterer Seite gleich vier Änderungen gegenüber der 0:1-Niederlage gegen Von Hans-Günter Klemm und Thiemo Müller Leverkusen: Basler, Strasser (beide verletzt), Djorkaeff (Gelb- gesperrt) und Ramzy (Länderspielreise) fehlten, im Team dafür Komljenovic, Pettersson, Ziehl und Buck.

Taktik: Klose und Lokvenc bildeten Lauterns Doppelspitze, Buck und Pettersson eine offensiv ausgerichtete Flügelzange. HSV- Trainer Pagelsdorf reagierte wie schon zuletzt gegen Rostock mit einer Vierer-Abwehrkette, zudem kümmerte sich Ujfalusi um Lokvenc, sobald dieser sich ins Mittelfeld zurückfallen ließ. Auf der Gegenseite übernahm Komljenovic die Rolle des freien Mannes. Davor kümmerten sich Grammozis (gegen Mahdavikia), Schjönberg (Barbarez) und Ziehl (Präger) in starrer Zuordnung um die HSV-Stürmer. In Folge des Feldverweises gegen Barbarez spielten Hoogma und Panadic später ohne Absicherung gegen Klose und Lokvenc, Grammozis wurde zusehends offensiver.

Spielverlauf: Durch die ungerechte frühe Dezimierung zusätzlich motiviert, drückten zunächst die Hamburger der Partie ihren Stempel auf. Erst nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Pfälzer ein optisches Übergewicht, ließen gegen die massierte HSV-Deckung jedoch mit Ausnahme von Grammozis Ideen und Esprit vermissen. Lokvenc vergab die beiden einzigen glasklaren Chancen. Hilflosigkeit auch auf der Lauterer Bank, die zu spät mit Auswechslungen reagierte. Einen "Wechselfehler" leistete sich freilich auch der HSV: Der matte, gerade in der Defensiv-Arbeit überforderte, Mahdavikia hätte viel eher vom Feld genommen werden müssen als Töfting und Präger. Trotzdem gerieten die Hamburger erst nach Adzics glücklich zustande gekommenem Ausgleich ernsthaft ins Wanken.

Fazit: Trotz der zweifelsfreien Überlegenheit im zweiten Abschnitt eine immer noch schmeichelhafte Punkteteilung für die insgesamt enttäuschenden Gäste. 

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
86. Minute: Lokvenc scheitert mit einem Kopfball an Butt.
84. Minute: Der Ausgleich in Hamburg! Nach einer Ecke köpft Hollerbach den Ball direkt vor die Füße von Adzic, der legt sich den Ball noch zurecht und trifft aus 20 Metern ins Tor. Der Ball wurde von Hollerbach noch leicht abgefälscht.
76. Minute: Grammozis nimmt einen Ball im Strafraum des HSV volley, doch der Knaller geht knapp am rechten Pfosten vorbei.
73. Minute: Der Hamburger SV kann sich etwas befreien. Präger spielt am Strafraum quer auf Mahdavikia, doch der Iraner bringt den Ball nicht im Gehäuse von Kaiserslautern unter. Der Ball geht rechts am Tor vorbei.
71. Minute: Nach einer Flanke von der rechten Seite verlängert Schjönberg unfreiwillig über Harry Koch hinweg auf Fukal, doch Georg Koch hat aufgepasst und kann vor dem Tschechen klären.
66. Minute: Bei einem Pass von Harry Koch spielt die HSV-Abwehr auf Abseits, Lokvenc kommt dadurch frei vor Butt an den Ball. Der Tscheche nimmt das Leder volley und drischt es über das Tor.
55. Minute: Wieder setzt sich Klose auf der rechten Seite durch und flankt in den Lauf von Harry Koch, doch der Abwehrrecke trifft den Ball nicht richtig und scheitert aus neun Metern an HSV-Keeper Butt.
48. Minute: Klose düpiert die HSV-Abwehr und spielt den Ball auf Hristov. Der legt im Strafraum zurück auf Harry Koch, doch der Franke schießt den Ball aus 18 Metern über das Tor.
 Anpfiff 2. Halbzeit
46. Minute: Kaiserslautern kommt entschlossen aus der Kabine. Pettersson prüft den in der ersten Hälfte "arbeitslosen" Butt mit einem Schuss aus 20 Metern, doch der HSV-Keeper hat aufgepasst.
 Halbzeit
40. Minute: Nach einer Flanke von Buck gewinnt Lokvenc das Kopfballduell gegen Töfting, aber der Ball geht am Tor der Hanseaten vorbei.
36. Minute: Grammozis probiert es mit einem Schuss vom linken Strafraumeck, doch der Ball landet am Außennetz des HSV-Tores.
29. Minute: Nach knapp einer halben Stunde hat nun auch Lautern seine erste Möglichkeit. Hristov wird im Strafraum frei gespielt und dreht sich um Fukal, doch sein Schuss aus elf Metern halblinker Position geht am Tor der Hanseaten vorbei.
24. Minute: Der HSV spielt auch mit einem Mann weniger beherzt nach vorne. Ujfalusi verzieht einen Schuss aus 18 Metern nur knapp.
20. Minute: Fukal wird auf der linken Außenbahn frei gespielt, seine gut getimte Flanke verwertet Präger, der einen Schritt schneller ist als Ziehl, mit dem Kopf.
16. Minute: Das ist bitter für den HSV! Nach einer Rangelei mit Schjönberg sieht der Hamburger Spielmacher die Rote Karte. Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Krug.
14. Minute: Der FCK kann sich ab und zu vom Druck der Hamburger befreien und kommt so zu Möglichkeiten. Pettersson spielt Hristov frei, doch ein HSV Akteur kann gerade noch klären.
10. Minute: Der HSV macht Druck und hat das Spiel im Griff. Die großen Tormöglichkeiten fehlen aber noch bei den Hanseaten.
1. Minute: Die Partie beginnt schwungvoll. Nach einer Freistoßflanke von Hollerbach steigt Heinz hoch, der Tscheche setzt den Ball aber über das Gehäuse des FCK.
Anpfiff