Champions League 2000/2001 Vorrunde 6. Spieltag, Mittwoch, 08.11.00 um 20:45 Uhr im Volkspark

Hamburger SV - Deportivo La Coruna 1:1 (1:0)

Das Spiel gegen La Coruna habe ich auch wieder nur im Türkei-Urlaub vom Hotel-Zimmer aus verfolgen können. Aber letztendlich war ich ja schon mal sehr glücklich, daß es im Hotelzimmer überhaupt RTL zu empfangen gab. Das war übrigens auch das erste, was ich geprüft hatte, als ich ins Hotel-Zimmer kam. Als ich RTL und Sat1 fand, schien der Urlaub schon gelungen.

Naja, nun stand mittwochs das Spiel an und ich war dann kurz vor Spielbeginn doch recht nervös. Wir haben zu sechst bei uns auf dem Zimmer geguckt, wobei drei HSV-Fans dabei waren und drei, die nur so mitgeguckt haben, sich aber nicht wirklich für den HSV interessieren. Die mußte ich auch hier und da mal barsch zur Ordnung rufen, als sie während des Spiels anfingen, sich über irgendwelchen „Unsinn“ zu unterhalten ;-)

Das Spiel ging von HSV-Seiten hervorragend los. Wir erspielten uns in den ersten 10 Minuten reihenweise Möglichkeiten und setzten die Spanier sehr unter Druck. Schließlich konnte Mahdavikia eine Chance in der 10. Minute zum 1:0 nutzen, nachdem sich Kovac wunderschön auf dem linken Flügel durchgespielt hatte. Mahdavikia schoß im 16er einen Spanier an und der Ball machte eine schöne Bogenlampe ins Tor.

Dann kam jedoch schon bald der große Bruch im Spiel. Leider mußte Niko Kovac verletzt ausgewechselt werden. Er war ja nach nur 2 Wochen nach seinem Muskelfaserriss wieder eingesetzt worden. Die medinzinische Abteilung des HSV hatte keine Bedenken und dem Vernehmen nach hat die erneute Verletzung wohl auch nichts mit der alten Verletzung zu tun. Für Kovac wurde der wohl sehr saure Hertzsch eingewechselt, der zur Verwunderung aller nicht von Beginn an zum Einsatz kam. Für ihn spielte zunächst Kientz in der Dreierkette. Nach Hertzsch Einwechslung rückte Ingo in die Dreierkette und Kientz wechselte ins defensive Mittelfed auf die Kovac-Position. 

Eine Zeit lang funktionierte es noch ganz gut, doch dann verfllachte das Spiel des HSV immer mehr. Nach der Pause war es dann schließlich so, als würde der HSV quasi um den Ausgleich betteln. Es gab überhaupt keine vernünftigen Aktionen mehr nach vorne und schließlich wurde das „Flehen“ des HSV auch mit dem Gegentreffer zum 1:1 „belohnt“. Dabei stand nach einer Flanke von rechts ein Spanier in der Mitte völlig frei und köpfte den Ball auf´s Tor. Den ersten konnte Butt per Fuß abwehren, den zweiten Nachschuß konnte er ebenfalls noch einmal per Fuß abwehren, doch dann wurde der Ball schließlich ins Netz gedroschen.

Danach wurde der HSV dann wieder etwas besser, wobei man nie sehr druckvoll spielte. 

Leider wermeldete RTL nicht mehr den Zwischenstand aus dem parallel laufenden Spiel in Athen, sodaß man nicht genau wußte, woran man war. Bei einem HSV-Sieg wäre ein Unentschieden im Spiel Athen – Juventus für uns der Einzug in die zweite Runde der CL gewesen. Wenn es jedoch bei uns unentschieden ausging, wäre ein Unentschieden im anderen Spiel unser gänzliches Aus gewesen. Dann mußte im anderen Spiel einer (egal wer) gewinnen, damit wir wenigstens noch den dritten Platz erreichen konnte, der zur Teilnahme an der 3. Runde des UEFA-Cups berechtigt.

Nun stand es bei uns also 1:1 und ich fing so langsam an zu beten, daß doch wohl in dem anderen Spiel einer führen möge. Spätestens 5 Minuten vor Spielende wurde so langsam klar, daß wohl eine Mannschaft beim anderen Spiel führen mußte, denn nun stellte der HSV vollends jegliche Offensiv-Bemühung ein und man schob sich nur noch in der eigenen Hälfte den Ball zu. Wir waren uns sicher, daß das doch nur angehen könne, wenn das andere Spiel entschieden sei, denn ansonsten hätte man alle Spieler für die Arbeitsverweigerung auspeitschen müssen.

Naja, später erfuhren wir dann, daß Athen bereits mit 3:1 führte und Turin auch nur noch mit 9 Mann spielte; dieses Spiel war also bereits mitte der zweiten Halbzeit entschieden und da hätte der HSV auch noch 10:1 gewinnen können – es hätte nichts genutzt.

Bei einer Niederlage wäre man allerdings ganz aus dem internationalen Wettbewerb gewesen und so war die Spielweise doch sehr verständlich. Im Stadion soll es ebenfalls einige Unruhe gegeben haben, weil das andere Ergebnis nicht durchgesagt wurde und wohl auch nicht alle Zuschauer richtig über die Konstellation vor diesem Spiel informiert waren.

Das Spiel endete dann 1:1 und ich bin mit dem Erreichen des dritten Platzes in unser CL-Gruppe durchaus zufrieden. Schließlich haben wir Juventus Turin hinter uns gelassen, die damit ganz aus dem internationalen Wettbewerb ausscheiden.

Allerdings muß man natürlich auch zugeben, daß der HSV mit etwas mehr Geschick auch gut und gerne hätte weiterkommen können. Zu Hause gegen Turin und in Coruna vergab man erst in letzter Sekunde die Punkte. Letztendlich sind wir aber gegen Athen gescheitert, gegen die wir zu Hause nicht gewinnen konnten. 

Trotzdem ist mein Fazit der ersten CL-Beteiligung des HSV sehr positiv, denn ich hatte vor dem ersten Spiel schon Angst, daß uns Mannschaften wie Turin und der spanische Meister La Coruna auch „abschlachten“ könnten. Wir haben aber gezeigt, daß wir uns vor keiner anderen Mannschaft verstecken müssen und haben insbesondere gegen Turin zwei echte Highlights erlebt.

Der HSV hatte in den Heimspielen gegen Turin und La Coruna ausverkauftes Haus und gegen Panathinaikis waren es auch   über 40000 Zuschauer. Finanziell war es also wunderbar für den HSV, der lt. Zeitungsmeldungen in der CL brutto ca. 40 Mio DEM eingenommen haben soll, wovon nach allen Abzügen so ca. 50 – 60 % übrigbleiben sollen.

Jetzt steht noch mindestens eine Runde im UEFA-CUP an, in der uns AS Rom als Gegner beschert wurde. Da ist also das nächste Highlight und ausverkauftes Haus drin. Jedenfalls ein Top-Gegner, der einem wieder Hoffnung auf ein internationales Festival macht.

Der HSV und auch wir Fans konnten jedenfalls viel lernen in der CL und da ich nur 3 von 6 Spielen (2 x Heim , 1 x Auswärts) live sehen konnte, wäre es natürlich schön, wenn wir nächstes Jahr wieder da mitspielen dürften oder jetzt noch einige Runden überstehen. Aber das wird beides nicht so einfach...  

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

Champions League ade: Der HSV steht im UEFA-Cup
Es hat nicht sollen sein: Der HSV zieht nach dem 1:1 vor 48.500 Zuschauern im Volksparkstadion gegen La Coruna nicht in die Zwischenrunde der Champions League ein. Dennoch brauchen die Spieler um Trainer Frank Pagelsdorf nicht die Köpfe hängen zu lassen: Immerhin spielt das Team im UEFA-Cup - bedingt durch die gleichzeitige 1:3-Niederlage von Juventus Turin bei Panathinaikos Athen.

Hamburg begann stark. Von der ersten Minute an entwickelten die Hanseaten viel Druck - besonders über die linke Seite durch Nico Kovac und Mehdi Mahdavikia. Chancen im Minutentakt: Bereits nach sechs Minuten scheiterten erst Sergej Barbarez und dann Mahdavikia an Schlussmann José Molina. In der zehnten Minute war es dann so weit: Der fleißige Iraner erzielte die HSV-Führung. 

Starke erste Halbzeit des HSV
In der 30. Minute war es wiederum Barbarez, der den Ball nicht im Tor unterbrachte. Die größte Möglichkeit vergab allerdings Nico-Jan Hoogma. Er traf nur den Innenpfosten (31.). Die HSV-Führung zur Halbzeit war hoch verdient. 

Mit Anpfiff der zweiten 45 Minuten änderte sich das Bild schlagartig. La Coruna bestimmte fortan das Spiel, drückte den Gastgeber zeitweise in die eigene Hälfte. In der 58. Minute war es der Niederländer Roy Makaay, der alle HSV-Hoffnungen auf die Champions-League-Zwischenrunde zerstörte. Er schob aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. 

Schwache Schlussphase
In der Schlussphase des Spiels tat sich nicht mehr viel. Besonders La Coruna zog sich zurück und ließ den HSV im Mittelfeld gewähren. Doch auch der hielt sich zurück, beide Teams fanden sich vielmehr mit dem Unentschieden ab.

Daten
Fakten:
La Coruna mit Minimalismus zum Erfolg 
Sechs Tore in sechs Spielen reichen den Spaniern genau wie Panathinaikos, um sich in Gruppe E durchzusetzen.

HSV erreicht UEFA-Cup 
Für die zweite Gruppenphase reicht es zwar nicht, dank des Vorteils im direkten Vergleich mit Juventus Turin ziehen die Hamburger jedoch in den UEFA-Cup ein. Immerhin Rang drei also für die Hanseaten - und das ohne Heimsieg in der Champions League.

La Coruna als einziges Team ungeschlagen 
Deportivo La Coruna behält auch nach dem letzten Spieltag der ersten Gruppenphase seine weiße Weste - der Champions-Cup-Neuling übersteht die sechs Partien als einziges Team ohne Niederlage.

HSV bleibt daheim ungeschlagen gegen Spanier 
Auch im siebten Europapokal-Heimspiel gegen ein spanisches Team bleiben die Hamburger ungeschlagen - nur auf den Champions-Cup bezogen ist es allerdings nach bisher drei Siegen der erste Punktverlust gegen die Iberer im heimischen Stadion.

Schlaglichter:
HSV baut nach stürmischem Beginn ab 
Zu Spielbeginn schienen die Hamburger die Spanier überrollen zu wollen - 7:0 lautete das Torschussverhältnis nach den ersten 15 Minuten, mehr als das Führungstor durch Mahdavikia sprang jedoch nicht heraus. Spätestens ab der 30. Minute waren die Hanseaten jedoch wie gelähmt - in der Viertelstunde direkt vor und nach der Pause hatte La Coruna klare Vorteile, 7:1 Torschüsse in dieser Phase sowie 58 Prozent Ballbesitz für Deportivo verdeutlichen das. Gegen Ende fing sich der HSV wieder, war mit dem Remis jedoch gut bedient.

Gelungenes Debüt für Makaay 
Der holländische Nationalspieler Roy Makaay kam in Hamburg zu seinem ersten Champions-League-Einsatz überhaupt. Seine Premiere hätte er sich kaum besser vorstellen können: Als Joker zur zweiten Hälfte ins Spiel gekommen, gab er drei Torschüsse ab und sorgte mit einem davon für den Ausgleichstreffer. 

Mahdavikia am aktivsten 
Mehdi Mahdavikia war als Schütze für das 1:0 verantwortlich, an sechs der neun HSV-Tore in der Champions League war er direkt beteiligt. Aber nicht nur deswegen war der Iraner deutlich der aktivste Hamburger: Insgesamt drei Torschüsse und sieben Torschussvorlagen standen für ihn am Spielende zu Buche, damit war Mahdavikia an zehn der 15 HSV-Torschüsse gegen La Coruna beteiligt. Fünf Flanken waren ebenfalls die meisten aller HSV-Akteure. Nur im Zweikampfverhalten offenbarte er Schwächen - in der ersten Halbzeit gewann er kein einziges Duell, am Ende lag seine Gewinnquote bei nur 28 Prozent.

Rotation bei La Coruna 
Die bereits feststehende Qualifikation für die zweite Gruppenphase eröffnete bei La Coruna den Reservisten eine Chance - gegenüber dem letzten Spiel gegen Panathinaikos begannen die Spanier mit sechs Veränderungen. Neu im Team waren Cesar, Scaloni, Capdevilla, Valeron, Helder und Fernando - fünf dieser sechs standen zum ersten Mal in der Startelf, nur Scaloni gehörte vorher schon einmal zu den ersten Elf.

Top-Spieler:
Mehdi Mahdavikia sorgte immer wieder für Gefahr über die linke Seite. Der Iraner gewann zahlreiche Zweikämpfe, lief viel und erzielte den Führungstreffer der Hanseaten. Auch wenn sein Tor nicht ganz für die Zwischenrunde zur Champions League reichte, spielte er sehr gut. 
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Wenn der HSV die zweite Halbzeit so bestritten hätte wie die erste, wäre das Team als Sieger vom Platz gegangen. Aber die ersten 45 Minuten haben Kraft gekostet. Kraft, die in der zweiten Halbzeit fehlte. Aber auch wenn Hamburg gewonnen hätte, wäre die Elf von Trainer Frank Pagelsdorf nicht in die Zwischenrunde der Champions League eingezogen. Grund: Athen schlug Juventus mit 3:1. Dennoch hat sich der HSV gut verkauft, spielt immerhin im UEFA-Cup.
Oliver Grothmann 

Taktik:
Der HSV begann mit Butt im Tor, davor spielten Kientz (ab der 66. Minute kam für ihn Ketelear), Hoogma und Panadic in der Abwehr. Im Mittelfeld stellte Trainer Pagelsdorf Töfting, Kovac (ab der 17. Minute brachte Pagelsdorf Hertzsch) und Hollerbach auf, hinter den Spitzen agierte Barbarez. Im Sturm standen Mahdavikia, Yeboah (für ihn spielte ab der 55. Minute Bester) und Präger. 

Stimmen
Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Ich wurde immer informiert, wie es in Athen steht. Selbst ein Sieg hätte uns nicht mehr geholfen. Wir wollten mit viel Tempo spielen, das ist uns besonders in der ersten Hälfte gelungen. Wir wollten das zweite oder dritte Tor machen, aber nach der Auswechslung von Niko Kovac ist die Linie etwas verloren gegangen. Beim Gegentor hatten wir im Strafraum eine Überzahlsituation, insofern darf der Treffer nicht fallen. Schade, dass wir nicht mehr belohnt worden sind. Besonders die 0:1-Niederlage zu Hause gegen Athen hat uns einen Champions-League-Platz gekostet." 

Trainer Javier Irureta (Deportivo La Coruna): 
"Wir sind sehr zufrieden mit dem 1:1 und glücklich darüber, dass wir bei unserem ersten Auftritt in der Champions League gleich die Gruppe gewonnen haben. Es war ein schweres Spiel für uns. In der ersten Halbzeit war ich mit meiner Mannschaft nicht zufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert und gut gespielt." 

Jörg Butt (Hamburger SV): 
"Ich weiß noch nicht, ob wir uns freuen oder ärgern sollen. Wir haben in den ersten drei Spielen in den letzten Minuten Punkte abgegeben, uns in den sechs Spielen aber insgesamt gut verkauft." 

Marinus Bester (Hamburger SV): 
"La Coruna ist spanischer Meister, da kann man nicht so Hau-Ruck-Fußball spielen wie gegen Freiburg. Unser Ziel war es, uns nicht abschlachten zu lassen und weiter international vertreten zu sein. Das haben wir erreicht." 

Roy Präger (Hamburger SV): 
"Der UEFA-Cup ist okay." 


 
 
dpa meldet: 
Trostpflaster UEFA-Cup für starken HSV
Von Volker Gundrum, dpa
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat sich erhobenen Hauptes aus Europas Königsklasse verabschiedet und sich das Trostpflaster UEFA- Cup redlich verdient. Durch ein 1:1 (1:0) gegen den spanischen Fußball- Meister Deportivo La Coruna verpassten die Hanseaten im letzten Spiel der Gruppe E zwar den Einzug in die Champions- League- Zwischenrunde, aber gefeiert wurde trotzdem. 
Denn in Athen gelang Panathinaikos ein Sieg gegen Juventus Turin, das mit hängenden Köpfen und leeren Händen den Platz verließ. Punktgleich mit den Hamburgern schieden die Italiener sensationell aus dem europäischen Millionen- Geschäft aus. Mehdi Mahdavikia (10. Minute) brachte den HSV in Führung; Roy Makaay (58.) sorgte vor 48 500 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion für den Ausgleich.

Fast 30 Millionen Mark haben die Hanseaten bei ihrer Champions- League- Premiere eingenommen. Weitere Millionen winken nun im "Cup der Verlierer". Ein warmer Geldregen, den der HSV angesichts der Probleme mit den Steuerbehörden gut gebrauchen kann. Aus den Jahren 1992 bis 1997 drohen Nachzahlungen von mehreren Millionen Mark. "Wir werden versuchen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen", sagte Clubchef Werner Hackmann.

Der HSV begann wie die Feuerwehr. Angriff auf Angriff lief auf das Tor der Spanier und schon nach zehn Minuten war der Bann gebrochen. Ein Heber des Iraners Mahdavikia wurde abgefälscht und segelte für La Corunias Keeper Jose Molina unerreichbar ins Tor. Als knapp 20 Minuten später in Athen der Ausgleich fiel, war der HSV vorübergehend in der Zwischenrunde - die Spieler erfuhren davon gleichwohl nichts.

Dennoch ließ der Elan der Gastgeber nach einem runden Dutzend großer Chancen merklich nach. Nico- Jan Hogmas Pfostenschuss (31.) war der letzte Höhepunkt der ersten Hälfte. Auf der anderen Seite musste Andrej Panadic nach einem Alleingang von Joan Capdevila für seinen Torhüter Hans- Jörg Butt auf der Linie klären.

Überraschend hatte Trainer Frank Pagelsdorf zunächst auf den gegen Freiburg überragenden Marinus Bester - für ihn spielte bis zur 55. Minute Anthony Yeboah - und Ingo Hertzsch verzichtet. Für den Nationalspieler durfte Panadic von Beginn an spielen. Nach 17 Minuten musste Hertzsch allerdings für den gerade erst von einer Zerrung genesenen Niko Kovac einspringen. Der Oberschenkel hatte wieder gezwickt; doch die alte Verletzung war es nicht, wie Hermann Rieger aus der medizinischen Abteilung des HSV betonte.

La Corunas "zweite Wahl" trumpfte nach der Pause stärker auf. "Wir sind nicht hierher gekommen, um zu verlieren", hatte Trainer Javier Irueta angekündigt. "Uns fehlen zwar viele Spieler, aber ein B- Team ist das nicht. Wir sind stark genug, den HSV zu schlagen." In der 58. Minute ließ Makay den Worten seines Coaches Taten folgen. Den ersten Schuss des ebenfalls eingewechselten Cesar Sampaio konnte Butt noch abwehren, aber Makaays Kracher musste er passieren lassen. Sechs Minuten später bewahrte der Keeper sein Team dann wiederum gegen den Stürmer aus den Niederlanden vor dem Rückstand.


 
kicker meldet: Hamburger SV - Deportivo La Coruna 1:1 (1:0) 

Hamburger SV: Butt (2,5) - Kientz (4), Panadic (3) - Hoogma (2,5) - N. Kovac - Töfting (3), Hollerbach (4) - Barbarez (3) - Mahdavikia (2,5), Präger (2), Yeboah (4,5) - Trainer: Pagelsdorf 

Deportivo La Coruna: Molina (2,5) - Manuel Pablo (4,5), Villar (3), RODRIGUES (3,5), Capdevila (4) - M. Emerson (2,5), Donato (4) - Scaloni (2,5), Fernando (3) - Valeron (4,5) - Pandiani (4) - Trainer: Irureta 

Tore:  1:0 Mahdavikia (10., Rechtsschuß, Vorarbeit N. Kovac), 1:1 Makaay (58., Linksschuß, Cesar Sampaio) 

Eingewechselt:  17. Hertzsch (3,5) für N. Kovac, 56. Bester (4) für Yeboah, 66. Ketelaer für Kientz - 46. Cesar Sampaio (3) für Donato, 46. Makaay (2,5) für Pandiani, 76. Ramis für M. Emerson 

Chancenverhältnis: 6:4 
Eckenverhältnis: 7:7 
Schiedsrichter: Frisk, Anders (Schweden), Note 3,5 - leichte Abstimmungsschwierigkeiten im Gespann, nicht souverän 
Zuschauer: 48500 (ausverkauft) 
Gelbe Karten: M. Emerson, Pandiani 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Präger - leistete ein enormes Pensum, zuerst druckvoll im Angriff, später sogar defensiv wirkungsvoll 

Analyse 
Personal: Gegenüber dem 5:0-Sieg gegen Freiburg gab es etliche Veränderungen beim HSV: In die Abwehrkette kehrte Panadic zurück, für ihn musste überraschend Hertzsch und nicht Kientz weichen. 
Im defensiven Mittelfeld stand Kovac wieder zur Verfügung, Töfting rückte deshalb auf die rechte Seite und Präger von dort in die linke Angriffsposition. Als zentrale Spitze wurde Yeboah an Stelle von Bester aufgeboten. Wechselspiele auch bei La Coruna. Gleich sechs Akteure aus dem Hinspiel waren diesmal nicht dabei, darunter die Stammspieler Naybet, Djalminha, Diego Tristan und Turu Flores. Neu im Team: Helder, Cesar, Capdevila (Defensive), Scaloni, Valeron und Fernando (Offensive).

Taktik: Der HSV im bewährten 3-4-3-System. Hoogma agierte allerdings vor den beiden Manndeckern, die sich abwechselnd um La Corunas einzige Spitze Pandiani (später Makaay) kümmerten. Offensiv ausgerichtet waren die Außenbahnen links mit Hollerbach und rechts mit Töfting und vorne bildeten Präger und Mahdavikia eine rochierende Flügelzange für Yeboah. Der Stoßstürmer wurde durch Barbarez im Rücken unterstützt. La Coruna mit einer Viererabwehrkette, in der Cesar zumeist auf Yeboah traf. Emerson und Donato stießen aus dem defensiven Mittelfeld mit nach vorne und wurden dann von Kovac, später Kientz, übernommen. Davor hatte Valeron (beschirmt von Hoogma) alle taktischen Freiheiten.

Spielverlauf: Kurioser Beginn des HSV mit druckvollen und dennoch durchdachten Aktionen. Bestechend: der schnelle Raumgewinn durch die agilen Außen Präger und Mahdavikia. Nach seiner tollen Vorarbeit zum 1:0 musste Kovac mit erneuten Muskelproblemen früh passen. Seinen Platz nahm der aufrückende Kientz ein, den Hertzsch in der Abwehr ersetzte. La Coruna zeigte sich nach dem Rückstand offensiver. Scaloni und Fernando schoben über die Außen nach vorne. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Mit dem Vorsprung im Rücken agierte der HSV zunehmend zurückhaltender. Aber mit Unsicherheiten, von denen der starke Makaay eine zum Ausgleich nutzte.

Fazit: Leistungsgerechtes Unentschieden, mit dem sich der HSV trotz Leistungsabfall im zweiten Durchgang die weitere internationale Präsenz (UEFA-Cup) gesichert hat. Roy Präger leistete ein enormes Pensum, zuerst druckvoll im Angriff, später sogar defensiv wirkungsvoll

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
89. Minute: Pfiffe von den Rängen im Volksparkstadion. Der HSV spielt sich den Ball nur noch in den eigenen Reihen zu, La Coruna macht keine Anstalten die Hanseaten zu stören.
85. Minute: Gelungene Kombination des HSV über Barbarez und Ketelaer. Barbarez kann aber die Flanke von Ketelaer nicht mit dem Kopf im Coruna-Gehäuse unterbringen.
74. Minute: Der HSV wird wieder stärker und hat Pech, das ein Schussversuch von Hogma am Arm von Helder abprallt.
71. Minute: Die Spanier kontern nun geschickt. Die Heimelf hat Glück, das Emerson bei seinem Vorstoß nicht seine besser postierten Mitspieler in der Mitte anspielt sondern selbst den Torabschluss sucht. Butt hat keine Mühe mit dem Ball.
64. Minute: Der HSV im Glück. Wieder war es Makaay, der alleine vor Butt auftaucht aber am glänzend reagierenden HSV-Keeper scheitert. Die HSV-Abwehr ist im Moment alles andere als stabil und hat erhebliche Probleme mit dem eingewechselten Makaay.
59. Minute: Der verdiente Ausgleich im Volksparkstadion. Einen Kopfball von Cesar Sampaio kann Butt noch mit dem Fuß klären, doch Makaay steht bereit und schießt über den HSV-Keeper ins Tor.
51. Minute: La Coruna kommt druckvoll aus der Kabine. Der HSV übernervös mit vielen Fehlern und im Glück, weil Makaay bei seinem Schuss ins Tor im Abseits stand.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
42. Minute: Nach einer Ecke klärt Kientz zu kurz direkt vor die Füsse von Valeron. Dessen Schuss geht aber über die Querlatte des Hanseaten.
32. Minute: Im Gegenzug hat die Heimelf mächtig Glück. Bei einen Schuss von Donato kann Panadic gerade noch für seinen schon geschlagenen Keeper Butt auf der Linie klären.
31. Minute: Hoogma schießt aus 20 Metern aufs Tor. Sein Schuss wird noch von Barabrez abgefälscht, landet aber am Innenpfosten und springt zurück ins Feld. Pech für den HSV.
30. Minute: Einen weiten Freistoß aus der eigenen Abwehr verlängert Mahdavikia mit dem Kopf auf Barbarez, der völlig frei vor Molina auftaucht, aber den Ball nicht am Gäste-Torwart vorbeibringt.
23. Minute: Barbarez hat die Möglichkeit zu erhöhen, doch er schießt den Ball nach einem herrlichen Zuspiel von Mahdavikia aus halblinker Position rechts am Tor vorbei.
19. Minute: La Coruna kann sich vom Anfangsdruck der Hanseaten etwas befreien. HSV-Keeper Butt muss nach einem Schuss von Fernando das erste Mal in diesem Spiel eingreifen.
16. Minute: Die Gäste aus Coruna haben die erste Möglichkeit. Nach einem weiten Flankenball gewinnt Fernando das Kopfballduell gegen Präger, doch der Ball geht über das Tor.
10. Minute: Tor für den HSV! Kovac setzt sich auf rechts energisch durch und passt im Strafraum quer auf Mahdavikia. Sein Schuss wird noch von einem Coruna-Spieler abgefälscht und geht über Torwart Molina ins Tor.
8. Minute: Der HSV sucht gleich zu Beginn die Entscheidung. Nach einem Mahdavikia-Freistoß von links kann der aufgerückte Kientz den Ball mit dem Kopf aber nicht im Tor unterbringen.
6. Minute: Nach einer schwachen Kopfballabwehr zieht Mahdavikia aus 14 Metern ab, doch Molina reagiert glänzend. Auch den Nachschuss von Barbarez pariert der Coruna-Keeper.
3. Minute: Der HSV beginnt das "Finale" druckvoll. Yeboah passt auf Präger, der aus halblinker Position auf das Tor von Molina schießt.
Anpfiff