DFB-Pokal 2000/2001, 2. Runde,  Dienstag, 31.10.00 um 19:30 Uhr im Karlsruher Wildpark-Stadion

Karlsruher SC - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Ich habe nur eine kurze Zusammenfassung des Spiels gesehen.

Bis ich von der Aufstellung wußte, war ich eigentlich noch der Hoffnung, daß wir einen Regionalligisten rauswerfen könnten. Als ich dann aber die ganzen Verletzten sah und dann noch hören mußte, daß man Töfting und Hertzsch schont, da schwante mir das Übel schon.

Ich kann es nicht verstehen, weshalb man den DFB-Pokal so einfach wegschmeißt. Es ist die einfachste aller Möglichkeiten, wieder in den internationalen Wettbewerb zu gelangen.

Das einzig gute an dieser Niederlage (wenn man da überhaupt etwas finden kann) ist, daß die Reservisten nun wieder ganz kleinlaut sein müssen. Da hat sich wohl keiner für einen Stammplatz empfohlen.

Auf der anderen Seite ist das natürlich aber auch seeeehr traurig.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
sid meldet: Karlsruher SC - Hamburger SV 1:0 (0:0) - Nagorny im Wildpark Held des Tages 

Karlsruhe (sid). Der "Tanz auf drei Hochzeiten" ist für den Fußball-Bundesligist Hamburger SV zu Ende. Der stark ersatzgeschwächte Champions-League-Teilnehmer verlor in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligaspitzenreiter Karlsruher SC 0:1 (0:0) und verpasste den Sprung ins Achtelfinale. Der Treffer von Vitus Nagorny (70.) besiegelte das Aus den HSV, der damit weiterhin auf seinen vierten Pokal-Sieg nach 1963, 1976 und 1987 warten muss. 
Vor 25.000 Zuschauern im Wildparkstadion machte sich die personelle Notsituation der Hanseaten zunächst kaum bemerkbar. HSV-Trainer Frank Pagelsdorf musste gegen den aufstiegsambitionieren Drittligisten auf fünf verletzte Akteure - darunter auch Nico Kovac (Muskelfasserriss) - verzichten und schonte zudem leicht angeschlagene Spieler wie Ingo Hertzsch und der Sergej Barbarez. Seine zunächst klare Überlegenheit konnte der Bundesliga-Achte allerdings nicht in Tore ummünzen. Roy Präger (7./54.) und Marcel Ketelaer (11./28./42.) scheiterten freistehend am glänzend disponierten KSC-Keeper Thomas Walter oder am Pfosten. 

Erst Mitte der ersten Halbzeit kamen die von Ex-Europameister Stefan Kuntz trainierten Karlsruher besser ins Spiel und kauften dem HSV immer mehr den Schneid ab. "Das könnte das Sahnehäubchen auf diesen erfolgreichen Monat werden", hatte Kuntz vor dem Anpfiff geunkt. Erst am Sonntag hatte der Pokalfinalist von 1997 nach einer Siegesserie den Platz an der Sonne in der Regionalliga Süd erklommen. 

In der zweiten Halbzeit war von einem Klassenunterschied nicht mehr viel zu sehen. Der KSC, der in der ersten Runde den Zweitligisten Chemnitzer FC ausgeschaltet hatte, bestimmte sogar das Geschehen. Angeführt vom emsigen Aydin Cetin überzeugten die Gastgeber und wurden für ihre Vorstellung letztlich belohnt.

Bei Karlsruhe überzeugten Cetin und Nagorny. Präger sowie Ketelaer verdienten sich beim HSV noch die besten Noten.

Karlsruher SC: Walter - Rothenbach, Waterink, Grimm - Rus (81. Heinzen), Seitz, Weis, Birk, Boehnke - Cetin (72. Fengler), Nagorny (85. Fabus) 

Hamburg: Butt - Kientz, Hoogma, Kruse (71. Bester) - Ketelaer, Hollerbach, Doll (62. Hashemian), Maul, Spörl - Yeboah (62. Heinz), Präger 

Schiedsrichter: Sippel (München)

Tor: 1:0 Nagorny (70.)

Zuschauer: 25.000

Beste Spieler: Präger, Ketelaer

Gelbe Karten: Spörl, Kientz, Maul


 
ka-news: KSC triumphiert im Pokal. Nagorny erzielt goldenes Tor/Fußballfest vor 25.000 Zuschauern:

Der KSC ist wieder da - spätestens seit heute weiß auch der hohe Norden, das der KSC zu Hause wieder eine Macht ist. Nach einem 1:0 Sieg gegen den Bundesligisten und Championsleague-Teilnehmer Hamburger SV stehen die Badener in der dritten Runde des DFB-Pokals. Die Hamburger hatten noch vor Wochenfrist einen 3:1 Erfolg bei Juventus Turin gefeiert. 25.000 Zuschauer sahen im Wildparkstadion einen KSC, der immer mehr ins Spiel fand und den Sieg am Ende verdient hat.

Die erste Halbzeit verläuft so, wie man es erwarten konnte. Der KSC aufgeregt, der HSV abgeklärt. Die erste dicke Chance haben die Hanseaten in der 6. Minute. Roy Präger scheitert völlig freistehend an KSC-Keeper Thomas Walter. Kurz darauf eine hundertprozentige für die Badener, aber Nagorny ist von seiner Freiheit vor dem HSV-Tor wohl selbst am meisten überrascht und setzt seinen Kopfball aus 8 Metern freistehend über das Tor. 

Im Gegenzug scheitert dann der Hamburger Marcel Ketelaer am sensationellen Thomas Walter. Der KSC nimmt in der Folge mehr und mehr das Heft in die Hand, macht durch Tobias Weis und Aydin Cetin gehörig Druck über die Flügel. Der HSV besinnt sich jetzt auf Konterchancen, die jedes Mal brandgefährlich sind. Wie in der 28. Minute, als erneut Ketelaer Walter prüft und Kapitän Marco Grimm den Ball gerade noch rechtzeitig wegschlagen kann.
In der zweiten Hälfte steigt die Stimmung der KSC-Fans weiter an. Sie peitschten ihre Mannschaft immer stärker nach vorne. Auf der Haupttribüne hält es viele nicht mehr auf den Sitzen. Der KSC erarbeitet sich in dieser Phase ein Übergewicht und hat wieder Torchancen. So in der 63. Minute als Aydin Cetin auf Vorlage von Tobias Weis den Ball knapp neben das Tor setzt. Es folgt die Entscheidung in der 69. Minute nach einem Freistoß: Theo Rus flankt von rechts in die Mitte und Vitus Nagorny köpf unbedrängt vorbei an HSV-Torhüter Hans-Jörg Butt ins Hamburger Tor. Der HSV drängt in der Folgezeit mehr und mehr auf das KSC-Tor. Die gefährlichste Situation entsteht bei einem Eckball, als Thomas Walter erst den Ball verpasst und nach einigem Durcheinander dann doch noch zu fassen bekommt. Die Hamburger setzten danach alles auf eine Karte, doch die Karlsruher bleiben durch Konter gefährlich und können das Ergebnis über die Zeit retten.

HSV-Trainer Frank Pagelsdorf zeigt sich in der Pressekonferenz deutlich zugeknöpft, gratuliert dem KSC zum Sieg und nennt die Krankheitsausfälle von Madhavikia, Barbarez und Co. als Grund für die Niederlage. KSC-Trainer Stefan Kuntz hingegen freut sich darüber, dass die alten, erfolgreichen Zeiten in den Wildpark zurückgekehrt sind.