Bundesliga 2001/2002, DFB-Pokal in der AOL-Arena bei 2 Grad C

Hamburger SV - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Im Grund genommen ist jedes Wort über dieses Elendsgegurke eines zuviel. Es war ein bitterkalter Abend und das Spiel ließ es einen dann noch mehr frösteln.

Schon vor dem Spiel sagte ich zu meinem Kumpel, daß ich irgendwie gar nicht so recht wüßte, wie wir das Spiel heute abend gewinnen sollten.

Der HSV begann einigermaßen konzentriert und Stuttgart ließ bei mir die Frage aufkommen, wie man mit dieser Spielausrichtung zuletzt so viele Spiele gewinnen konnte. Stuttgart bemühte sich gar nicht richtig nach vorne.

So wäre es für den wirklich nicht gut spielenden HSV aber sogar durch Ketelaer einmal möglich und einmal 100 % NÖTIG gewesen, in Führung zu gehen. Bei der 100% igen lief Kette allein auf den Torwart zu und hob den Ball über den Keeper - und auch das Tor.

Ferner war auch noch ein Fallrückzieher von Meijer zu verzeichnen, der das Gehäuse nur knapp verfehlte.

Stuttgart nutze die HSV-Schwächen überhaupt nicht aus und konnte in der 1. Halbzeit ziemlich zu Beginn eine Chance erspielen. Und dann noch eine am Ende, die eigentlich gar keine war, aber trotzdem zum 1:0 führte. Einen eigentlich lächerlichen Schuss lenkte ein Abwehrspieler ab und so bekam Piecke ihn nicht.

0:1 und wenig Hoffnung. In der 2. Halbzeit wurde das Spiel von HSV-Seite aus dann noch viel schlimmer. Jetzt war Stuttgart auch bei den Kontern gefährlich und erzielte das 2:0. Weitere Tore wären möglich gewesen.

Ein ganz bescheidener Abend.

Ich sehe auch überhaupt kein Land. Am Sonntag gegen St. Pauli kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, wie wir gewinnen wollen. Da kann uns nur ein noch desolaterer Gegner helfen.
Momentan hilft wohl nur noch beten.

Ich befürchte aber, daß wir es noch schaffen, bis zur Winterpause einen Abstiegsplatz einzunehmen....

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

Hamburger SV:
Pieckenhagen - Hertzsch (53. Barbarez), Schneider, Ujfalusi,- Benjamin, Albertz, Töfting, Ketelaer (60. Bester),
Hollerbach - Präger, Meijer   

VfB Stuttgart:
Hildebrand - Hinkel, Marques, Carnell (47.Tiffert), Wenzel - Soldo, Meißner - Hleb, Balakow, Seitz - Ganea (61.
Dundee)

Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren) - Zuschauer: 19 025
Tore: 0:1 Seitz (41.), 0:2 Ganea (56.)
Gelbe Karten: Hertzsch, Meijer 
HSV gerät immer tiefer in die Krise
 
 

Ausgerechnet der VfB Stuttgart mit dem ehemaligen Hamburger Felix Magath auf der Trainerbank hat die Krise des HSV weiter verschärft.

Durch die verdiente 0:2 (0:1)-Heimniederlage in der 2. Runde des DFB-Pokalwettbewerbs blieben die Hanseaten auch im fünften Pflichtspiel hintereinander ohne Sieg.

Minus-Kulisse

Vor der Saison-Minuskulisse von 19.025 Zuschauern erzielten am Dienstagabend der frühere HSV-Profi Jochen Seitz (41.) und Ioan Viorel Ganea (56.) die Treffer für den VfB, der den HSV zum dritten Mal nach 1984 und 1997 aus dem DFB-Pokal warf.

Die kriselnden Hanseaten bemühten sich zunächst ohne den auf der Bank schmorenden Torjäger Sergej Barbarez, aber mit Neuzugang Rene Schneider als Vertreter für den verletzten Abwehrchef Nico-Jan Hoogma um ein konstruktives Offensiv-Spiel, verzettelten sich aber meist in Einzelaktionen.

Ketelaer vergibt HSV-Führung

Mehr als ein Fallrückzieher durch Eric Meijer (11.), der am Tor vorbeistrich, sprang nicht heraus. Auf der Gegenseite zielte Ganea (14.) neben das Tor. Als dann Marcel Ketelaer frei vor Timo Hildebrand auftauchte, schien das 1:0 fällig, doch der Stürmer hob das Leder über den VfB-Torhüter - und auch über den Kasten (29).

Die Führung gelang dafür Seitz, der gegen die schläfrige Abwehr zu einem Solo ansetzte und mit einem von Tomas Ujfalusi noch abgefälschten 18-m-Schuss traf.

Ganea setzt Schlusspunkt

Nach dem Wechsel brachte Coach Kurt Jara dann doch noch Barbarez (53.), doch der Erfolg stellte sich nicht ein. Im Gegenteil: Ganea, der kurz zuvor nur die Latte getroffen hatte (50.), vollendete einen Traumpass von Krassimir Balakov eiskalt zum zweiten Treffer.

Erneut halfen die Norddeutschen ungewollt mit: Der Ball wurde im Mittelfeld vertändelt und in der Hintermannschaft fühlte sich niemand für den Torschützen zuständig.

In der Schlussphase rannten die Gastgeber dann gegen die kompakt und clever agierenden Schwaben dem Rückstand ideenlos hinterher und hätten durch Balakov (82.) beinahe noch das 0:3 kassiert. Die Fans verließen daraufhin in Scharen das Stadion.


 
kicker meldet: 
Mit einer stark veränderten Formation ging der HSV in das Duell zweier Erstligisten. Ujfalusi ersetzte den am Fuß verletzten Hoogma im Abwehrverbund, Töfting, Ketelaer und Benjamin standen in der Startelf. Der von Hansa Rostock an die Alster gewechselte Ex-Nationalspieler René Schneider feierte sein Comeback. Dafür verzichtete Kurt Jara auf Torjäger Sergej Barbarez. Beim VfB musste der an der Leiste lädierte Bordon passen, für ihn rückte Carnell in die erste Elf, Wenzel spielte im Abwehrzentrum.

Vor der Pause entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit einem leichten Chancenplus für die Hanseaten. Meijer (11.) und Ketelaer (27.) vergaben die besten Einschussmöglichkeiten für den HSV, der vor der Minuskulisse von 19.025 Zuschauern in der AOL-Arena spielen musste. Vier Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte ging die Magath-Elf etwas überraschend durch Jochen Seitz in Führung. Sein 18-Meter-Schuss wurde von Ujfalusi unhaltbar abgefälscht.

Nach dem Wechsel kam Barbarez und später auch Bester, um den HSV-Sturm zu beleben. Der Schuss ging nach hinten los. Balakov passte steil auf Ganea, und der ließ sich die Chance nicht entgehen - 0:2 (58.). In der Folgezeit hätten die Gäste das Ergebnis noch mehrfach aufstocken müssen, waren weiterhin die klar bessere Mannschaft. Der HSV enttäuschte auf der ganzen Linie und kann das Saisonziel "Internationaler Wettbewerb" nun wohl abschreiben. Am Wochenende geht es vielmehr im Stadtduell gegen St. Pauli um wichtige Punkte im Abstiegskampf.