Bundesliga 2001/2002, Samstag, 28.07.01 um 15:30 Uhr im Cottbuser "Stadion der Freundschaft" bei offenbar sehr hohen Temperaturen 

FC Energie Cottbus - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Ich habe das Spiel nicht live im Stadion sondern nur im TV gesehen und möchte daher nicht zu viel dazu sagen.

Viel beschissener hätte die Saison allerdings auch gar nicht anfangen können. Es war zwar insgesamt von beiden Seiten ein schlechtes Spiel, aber besonders HSV enttäschte dabei. Man hat ja hohe Ziele.

Das es mit einem UEFA-Cup-Platz in dieser Saison sehr schwer werden dürfte, wird wohl nach diesem Spiel jeder Begriffen haben.

Es wurde ohne jeglichen Pepp nach vorne gespielt. Kein Angreifer wußte wirklich zu gefallen. Und als man sich dann auch schließlich gar nicht mehr bemühte, nach vorne zu spielen, kam die (wahrscheinlich verdiente) Strafe.
Natürlich in der 90. Minute gab es einen Elfer, den man u.U. nicht hätte geben MÜSSEN, aber es paßte eben zum Spiel. Cottbus spielte zwar nicht toll, aber bemühte sich zumindest bis zum Schluß um ein Tor und wurde dafür belohnt.

Am TV gefielen konnte mir vom HSV lediglich Töfting und Hertzsch gefallen. Richtig schlecht war Albertz, dem jeglichen Bindung zum Team fehlt.

Im nächsten Heimspiel gegen Stuttgart sollte das Team völlig anders auftreten, denn sonst gibt es bald einen richtigen Knall beim HSV.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:

TORE :   1:0 Vasile Miriuta (90.)

GELBE KARTEN 
FC Energie Cottbus: Andrzej Kobylanski (17.), Brasilia (83.)
Hamburger SV: Mehdi Mahdavikia (24.), Martin Pieckenhagen (90.)

SCHIEDSRICHTER :  Dr. Franz-Xaver Wack 
ZUSCHAUER :  17,781 
DATUM :  28.07.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
FC Energie Cottbus: Tomislav Piplica, Janos Matyus, Radoslav Kaluzny, Faruk Hujdurovic, Vilmos Sebök, Laurentiu-Aurelian Reghecampf, Franklin, Bruno Akrapovic, Vasile Miriuta, Antun Labak, Andrzej Kobylanski

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Martin Groth, Andrej Panadic, Jörg Albertz, Mehdi Mahdavikia, tig Töfting, Bernd Hollerbach, Marcel Ketelaer, Erik Meijer

WECHSEL 
FC Energie Cottbus: Brasilia für Franklin (62.), Marko Topic für Antun Labak (62.), Jörg Scherbe für Andrzej Kobylanski (89.)

Hamburger SV: Marek Heinz für Marcel Ketelaer (46.), Anthony Yeboah für Erik Meijer (61.)
 

"Torschlusspanik" in Hamburg 
Der HSV und seine „Neurose“. Den Hanseaten klebt in den letzten Spielminuten das Pech an den Fußballstiefeln. In der letzten Saison kassierten die Hamburger 18 Gegentreffer in der Schlussphase. Zum Bundesligastart ereilte das Team von Trainer Frank Pagelsdorf wieder dieses Schicksal. In der 90. Minute verwandelte Energies Spielmacher Vasile Miriuta vor 17.781 Zuschauern im Stadion der Freundschaft einen Foulelfmeter zum alles in allem glücklichen Sieg für Cottbus. Wunschstart für Cottbus-Fehlstart für den HSV. 

Zuvor hatte Miriuta Neuzugang Marko Topic bedient, der vom neuen HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen gefoult wurde. "Das Wichtigste war, die drei Punkte im eigenen Stadion zubehalten. Der Sieg war sicher glücklich, von den Chancenanteilen aber nicht unverdient. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen wäre", sagte Energie-Trainer Eduard Geyer.

HSV-Kollege Frank Pagelsdorf ärgerte sich über den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Franz-Xaver Wack aus Biberbach: "Das war nicht das erste Mal. Wir haben schon unsere Erfahrungen mit ihm gemacht. Mit unserer Leistung bin ich nicht zufrieden, weil wir uns zu wenige Torchancen erarbeitet haben."

HSV enttäuschte
Der HSV enttäuschte auf der ganzen Linie. Zwischen den Anspruchsdenken, Platz eins bis fünf, und der Realität klafften Welten. Der Eurpapokalsieger von 1983 übte in der Anfangsphase zwar unheimlichen Druck aus. Doch das Team aus dem hohen Norden ließ mit zunehmender Spieldauer immer mehr nach. Die Hamburger ließen den unbedingten Siegeswillen vermissen - von Einsatzwillen fehlte in der zweiten Halbzeit jede Spur.
Von Hoffnungsträger Albertz war nach einer Viertelstunde kaum noch etwas zu sehen. "The Hammer" wurde von Cottbus’ Neuzugang Radoslav Kalusny praktisch über 90 Minuten abgemeldet. Der Pole zeigte im defensiven Mittelfeld zusammen mit Bruno Akrapovic eine glänzende Partie.

Geyer beweist glückliches Händchen
In der 62. Minute bewies Eduard Geyer ein glückliches Händchen. Mit Topic und Neuzugang Brasilia brachte Energies Trainer zwei neue Stürmer, die für frischen Wind im Angriff sorgten. Topic war es auch, der an der spielentscheidenden Szene beteiligt war, die zum Elfmeter führte.
Die Lausitzer überzeugten vor allem durch ihren Einsatwillen und enorme Kampfkraft. In dieser Form sind die Cottbuser sicher kein Abstiegskandidat.
 

Fakten:
Cottbus siegt 
Nach zwei Siegen zum Abschluss der Vorsaison gelingt Energie auch zum Beginn der neuen Spielzeit ein voller Erfolg. Drei Siege in Folge – das ist Rekord für die Lausitzer. 

Energie mit Höhenluft
Nach dem zweiten Sieg innerhalb von zweieinhalb Monaten gegen den HSV stehen die Lausitzer zum ersten Mal überhaupt in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga. 

Wieder kein HSV-Sieg
Zum achten Mal in Folge bleibt der HSV zum Bundesligastart ohne Sieg. 

Pagelsdorf als schlechter Starter
Auch in seiner siebten Bundesligasaison als Trainer gelingt Frank Pagelsdorf zum Auftakt kein Sieg (fünf Remis, zwei Niederlagen). 

Schlaglichter:
Cottbus das aktivere Team am Schluss
Mit Energie setzte sich am Ende das in der Offensive aktivere Team durch. 15:7 lautete die Torschussbilanz nach 90 Minuten – vor allem in der Schlussviertelstunde machten die Gastgeber noch einmal Druck. Beleg dafür: Vier Cottbusser Torschüssen nach der 75. Minute steht kein einziger des HSV gegenüber. 

Miriuta wie immer der Mittelpunkt
Vasile Miriuta war wie in der Vorsaison der Mittelpunkt des Lausitzer Spiels: Er hatte die meisten Ballkontakte aller FCE-Kicker und war an zehn von 15 Torschüssen direkt beteiligt. So auch am entscheidenden – wie am 33. Spieltag der Vorsaison verwandelte er gegen den HSV einen Strafstoß. Damit geht wie auch im abgelaufenen Spieljahr das erste Saisontor von Energie auf das Konto der "Glatze". 

Topic sorgte für Belebung
Marko Topic musste bis zur 62. Minute auf sein Bundesligadebüt warten, dann ersetzte er im Duett mit dem weiteren Neuzugang Brasilia das alte Sturmduo Labak/Franklin. Damit bewies Trainer Ede Geyer das richtige Händchen – Topic allein sorgte in der verbleibenden Zeit für mehr Wirbel als alle anderen Stürmer vorher zusammen. Zwei Einschussmöglichkeiten hatte er selbst, kurz vor Schluss holte er dann den entscheidenden Elfmeter heraus. Insgesamt wurde er dreimal unfair gestoppt, kein anderer Cottbusser wurde häufiger gefoult. 

Panadic meist zweiter Sieger
Andrej Panadic erwischte in Cottbus nicht seinen besten Tag, speziell im Zweikampfverhalten offenbarte er einige Schwächen. Mit gerade einmal 23% gewonnenen Duellen war er deutlich der zweikampfschwächste Spieler auf dem Platz. Gegen den nicht gerade als „Zweikampftier“ bekannten Antun Labak behielt er nur ein einziges Mal die Oberhand. 

Kaluzny als Herr der Lüfte
Schon im ersten Spiel bewies Radoslav Kaluzny, warum er als einziger Neuzugang zur Startformation gehörte. Mit drei Torschüssen bewies der polnische Nationalspieler seine Offensivqualitäten, überragend war vor allem sein Kopfballspiel: Kaluzny doppelt so viele Kopfballduelle (16) wie jeder andere Akteur, dabei setzte er sich in 75% der Fälle durch. Mit insgesamt 73% gewonnenen Zweikämpfen war er in dieser Hinsicht deutlich der stärkste Cottbusser. 

Trainer Eduard Geyer (Energie Cottbus):
"Das Wichtigste ist, dass wir die Punkte geholt haben. Das ist gerade für uns wichtig, am Anfang der Saison etwas auf die Habenseite zu bekommen, auch wenn der Sieg etwas glücklich gewesen ist. Das Spiel sah eigentlich so aus, als würde es 0:0 enden." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Jeder kann sich vorstellen, dass man nach so einer Schlussminute mehr als enttäuscht ist. Es ist bitter, auf diese Art und Weise ein Spiel zu verlieren. Aber wir haben schon mehrfach ähnliche Erfahrung mit diesem Schiedsrichter gemacht." 

Topspieler: Vasile Miriuta (Energie Cottbus)
Energies Spielmacher war zwar in der ersten Hälfte von Stig Töfting weitgehend abgemeldet, aber in der zweiten Halbzeit zeigte Miriuta sein ganzes Können. Der Ungar war bester Mann auf dem Platz. Jede gefährliche Situation ging von dem Spielmacher aus. Mit klugen Pässen setzte setzte er die beiden Stürmer immer wieder in Szene. Sein "Zucker-Pass" in die Spitze auf Stürmer Marko Topic leitete die entscheidende Szene, die zum Elfmeter führte, ein. Der Kapitän verwandelte den fälligen Strafstoß und krönte seine gute Leistung mit dem spielentscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg in der 90. Minute. 

Spielwertung: 2Bälle (von 4 Möglichen)

Kommentar:
Beim HSV klaffen Welten zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wenn man, wie die Hanseaten vorgeben, ein Platz unter den ersten fünf Mannschaften der Liga anpeilt, muss sich die Elf in Cottbus anders präsentieren. Bei den Hamburgern fehlte der Wille alles aus sich herauszuholen. Jörg Albertz, auf dem in Hamburg viele Hoffnungen ruhen, enttäuschte auf der ganzen Linie. Ganz anders der Gastgeber aus Cottbus: Das Team von Trainer Eduard Geyer überzeugte vor allem durch unbändigen Einsatzwillen und mannschaftliche Geschlossenheit. Der Sieg ging letztlich vollauf in Ordnung. 
Sebastian Palm 

Taktik:

Energie Cottbus:
Vor Torhüter Tomislav Piplica agierte mit dem Ungarn Sebök ein waschechter Libero. Als Manndecker brachte Eduard Geyer den Bosnier Faruk Hujdurovic und Janos Matyus. Im defensiver Mittelfeld harmonierten Bruno Akrapovic und Neuzugang Radoslav Kaluzny. Im rechten Mittelfeld bestimmte Reghecampf das Tempo und links stört Kobylanski die Kreise von Madhavikia. Spielmacher Miriuta setzte im offensiven Mittelfeld die beiden Spitzen Franklin und Labak ein.

Hamburger SV:
Torhüter Martin Pickenhagen hatte mit Hoogma, Panadic und Hertzsch eine Dreier-Abwehrkette vor sich. Im Vierer-Mittelfeld agierte Stig Töfting zentral defensiv, Albertz offensiv, Groth sicherte die rechte Seite und Hollerbach spielte auf der linken Seite. Die Dreier-Angriffskette bildeten Erik Meijer (zentral), Madhavikia (rechts) und über die linke Seite stürmte Marcel Ketelaer. 


 
dpa meldet: Cottbus siegt in Schluss-Sekunde

Cottbus (dpa) - Mit einem verwandelten Foulelfmeter in der letzten Minute hat Vasile Miriuta dem FC Energie Cottbus den Wunsch-Start in die Fußball-Bundesliga beschert.

Der wieder einmal entscheidende Regisseur traf unmittelbar vor dem Abpfiff zum 1:0 (0:0) gegen den Hamburger SV. Zuvor hatte Miriuta Neuzugang Brasilia bedient, der vom neuen HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen gefoult wurde. Der Treffer versöhnte 17 781 Zuschauer im Stadion der Freundschaft, die lange Zeit ein langweiliges Spiel sahen.

Auch bedingt durch zahlreiche Ausfälle hatte Energie-Trainer Eduard Geyer zum zweiten Mal in der Bundesliga-Geschichte zu Beginn nur ausländische Profis auflaufen lassen. Erstmals hatte Geyer dies in der vorigen Saison beim 0:0 gegen den VfL Wolfsburg am 6. April getan. Als einziger Neuzugang durfte wie erwartet der Pole Radoslaw Kaluzny beginnen, der sich meist um HSV-Rückkehrer Jörg Albertz kümmerte. Der mit zehn Millionen Mark teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte konnte allerdings nur selten Impulse geben.

Unter sengender Sonne waren Torszenen auf beiden Seiten selten. Die Gastgeber boten die etwas besseren Ansätze. Nach Vorstößen über die Außenpositionen fehlte aber stets das genaue Zuspiel. Gegen die nicht immer sicher wirkende Energie-Abwehr konnten sich die drei HSV- Angreifer Mehdi Mahdavikia, Erik Meijer und Marcel Ketelaer kaum durchsetzen. Gefahr entstand fast nur bei hohen Flanken. Der Ausfall des verletzten Sergej Barbarez machte sich an allen Ecken und Enden bemerkbar.

Sowohl Geyer als auch HSV-Trainer Frank Pagelsdorf wechselten ihr Offensivpersonal aus. Bei Cottbus kamen Marko Topic und Brasilia zu ihren Einständen, auf Seiten der Hanseaten versuchten sich Marek Heinz und Anthony Yeboah. Die erste große Chance der Partie leitete aber Energie-Torhüter Tomislav Piplica mit einem unmotivierten Ausflug ein, doch nach Zuspiel von Albertz brachte Bernd Hollerbach den Ball nicht im leeren Tor unter (65.). Topic köpfte sechs Minuten später frei stehend daneben, dann scheiterte Yeboah im Gewühl (72.). Eine frühere Entscheidung vergab Brasilia, der ebenfalls einen Kopfball allein vor dem Tor verzog (86.).

Beim HSV, der Mitte der zweite Hälfte etwas stärker wurde, gefielen Mittelfeldspieler Bernd Hollerbach und lange auch der Däne Stig Töfting als Bewacher Miriutas. Neben Neuzugang Kaluzny hob sich noch Defensivmann Bruno Akrapovic bei Cottbus ab. 


 
kicker meldet: 

Spielnote: 4,5 

Spieler des Spiels: Sebök - Der Cottbuser Libero organisierte umsichtig die Abwehr und unterstützte mit Vorstößen die Offensive. 
 
Analyse 
 
Personal: Bei den Cottbusern waren Beeck, Vata, Latoundji und Helbig nicht einsatzbereit. In der Abwehr erhielten Hujdurovic und Matyus den Vorzug vor da Silva, im Angriff Labak und Franklin vor Brasilia und Topic. Beim HSV fehlten Barbarez, Präger, Cardoso, Fukal und Ujfalusi. Trainer Pagelsdorf entschied sich für die Variante mit Albertz in der Zentrale und Hollerbach auf der linken Außenbahn, dadurch saß Heinz zu Beginn draußen.

Taktik: Sebök spielte hinter den beiden Manndeckern, von denen sich Matyus um die einzige echte HSV-Spitze Meijer kümmerte und Hujdurovic auf Ketelaer wartete. Kaluzny und Akrapovic agierten zentral defensiv gegen Albertz und den oft aufrückenden Groth. Miriuta operierte hinter den Spitzen. In der Dreier-Abwehrkette der Hamburger war Hoogma der freie Mann, Hertzsch und Panadic übergaben die Spitzen. Töfting übernahm vorwiegend Miriuta. Weil Groth nach innen rückte, musste Mahdavikia allein die rechte Seite beackern.

Analyse: Den Cottbusern glückte nur durch einen Foulelfmeter der Sieg, doch zuvor hatten Topic (gleich zwei Mal) und vor allem Brasilia die Chance zum Tor. Geyers Wechselspiel zahlte sich aus. Die erschöpften Labak und Franklin wurden durch Brasilia und Topic ersetzt, und sofort wackelte die ermüdete HSV-Abwehr. Auch wenn Miriutas Pässen oft die Genauigkeit fehlte, der wichtigste auf Topic sorgte für die Entscheidung. Auch Pagelsdorf wollte sein unzureichendes Angriffs-Spiel beleben, aber die Einwechslungen von Heinz und Yeboah änderten so gut wie nichts. Gegen die Cottbuser Abwehr konnten sich die Angreifer nicht durchsetzen, der Nachschub aus den hinteren Reihen durch Töfting, Groth und Albertz war zu langatmig und ohne Ideen. Die HSV konnte nur auf ein Remis hoffen, mehr auch nicht.

Fazit: Der Sieg der Cottbuser war glücklich, aber durchaus verdient, weil sie mehr Chancen erspielten, in den letzten zehn Minuten zulegten und um den Sieg fighteten.
 

Kurzbericht:
Bei annähernd tropischen Temperaturen fanden 18.000 Zuschauer zur Saisoneröffnung den Weg ins Stadion der Freundschaft. Energie-Trainer Eduard Geyer verzichtete in seiner Anfangsformation sowohl auf Experimente als auch auf deutsche Spieler. Mit Kaluzny bot Cottbus nur einen Neuzugang auf. In der Abwehr mussten die Lausitzer zudem auf Stamm-Libero Vata verletzungsbedingt verzichten. Nicht ohne Probleme in der Aufstellung kam auch HSV-Trainer Frank Pagelsdorf aus. Sowohl Verteidiger Ujfalusi als auch der Top-Torjäger der letzten Saison, Barbarez mussten ersetzt werden. Dafür übernahm Stareinkauf Albertz von Beginn an die Mittelfeldzentrale, und Ketelaer, Meijer und Mahdavikia bildeten das Sturmtrio.

Beide Mannschaften waren vom Anpfiff an zunächst um die Sicherung des eigenen Tores bemüht. Beim Hamburger SV versuchte Albertz das Spiel zu machen und brachte immer wieder beide Flügel ins Spiel, die vor das Tor von Cottbus flanken sollten. Doch Torhüter Piplica und die Verteidigung der Lausitzer blieben in der ersten Halbzeit jederzeit Herr der Lage. Cottbus hingegen versuchte mit Spiel über Miriuta zum Erfolg zu kommen. Mit Doppelpass-Spiel und einigen guten Zuspielen des Regisseurs kam Cottbus auch zu einigen gefährlichen Szenen. Doch nur bei einem Freistoß aus 18 Metern durch Miriuta erstarb der Torschrei den Zuschauern auf den Lippen. Nur ganz knapp hatte der Ungar den Ball in der 43.Minute über das Tor gejagt. Anschließend gingen beide Teams von der Hitze ausgepumpt in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Wechsel änderte sich an diesem Bild nichts. Beide Teams waren darauf aus, zunächst das eigene Tor zu sichern und den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Dem trugen auch beide Trainer Rechnung. Indem sie jeweils zwei Stürmer auswechselten. Beim HSV kamen Heinz für Ketelaer und Yeboah für Meijer, während Eduard Geyer nach gut einer Stunde die beiden Neuerwerbungen Topic und Brasilia für Labak und Franklin brachte. Die erste Torchance der zweiten 45 Minuten resultierte allerdings aus einem gewagten Ausflug von Energie-Keeper Piplica. 25 Meter vor dem eigenen Tor verlor er den Ball an Albertz, der kurz auf Hollerbach quer legte, doch dessen Heber aus 25 Meter strich über das leere Cottbuser Tor. Diese Szene läutete dann aber eine starke Schlussphase der Cottbuser ein. Von Miriuta immer wieder glänzend in Szene gesetzt scheiterten Topic, Kaluzny, Brasilia und Kobylanski allerdings reihenweise an der HSV-Deckung, Pieckenhagen oder sich selbst. Der HSV schien in der Schlussphase nur noch bemüht, das 0:0 über die Zeit zu bringen. In der Nachspielzeit brachte dann Pieckenhagen den Cottbuser Stürmer Topic im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Dr. Wack zögerte keine Sekunde und zeigte auf den ominösen Punkt. Miriuta trat zum Elfmeter an und verwandelte sicher. Danach pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab, ohne dem HSV noch einmal die Möglichkeit zu einem Angriff zu geben.

Alles in allem verdiente sich Energie Cottbus den Sieg durch eine engagierte Leistung am Ende der zweiten Halbzeit, als der HSV nur noch das 0:0 über die Zeit retten wollte, während die Lausitzer immer an ihre Siegchance glaubten. 

Das Spiel im Liveticker:
Schlusspfiff
88. Minute: Traumhafter Konter von Energie Cottbus über Brasilia und Topic. Dieser legt zurück auf Miriuta, der den inzwischen freigelaufenen Brasilia bedient, der völlig frei 7 m vor dem Tor zum Kopfball kommt. - daneben
83. Minute: Topic spielt sich durch die ganze HSV-Defensive, kommt aber nicht richtig zum Schuss. Sein Roller mit dem linken Aussenrist ist kein Problem für Pieckenhagen.
82. Minute: Wieder ein Freistoss von Miriuta auf den Kopf von Kaluzny, doch die vielbeinige HSV-Abwehr kann klären.
73. Minute: Miriuta auf Rechtsaussenposition setzt Reghecampf in Szene, der unbedrängt flanken kann. Topic springt in die Flanke, doch der Ball streicht am Hamburger Tor vorbei.
67. Minute: Piplica verliert bei einem gewagten Ausflug 25m vor seinem Tor den Ball. Hollerbach versucht einen Heber auf das leere Cottbuser Tor, doch knapp über die Latte.
65. Minute: Topic flankt von links und Kaluzny versucht eine schwierige Direktabnahme. - Neben das Tor.
61. Minute: Kobylanski spielt Reghecampf im Strafraum der Hamburger frei, doch der steht zu weit aussen und muss scharf in die Mitte flanken. Alles fliegt am Ball vorbei.
55. Minute: Meijer legt ab für Albertz, doch dessen Schuß aus 16 Metern geht weit am Tor vorbei.
50. Minute: Hollerbach nimmt eine Hereingabe von Mahdavikia direkt mit dem linken Fuß. Der schuss streicht knapp am Tor vorbei.
49. Minute: Miriuta hebt einen Freistoss von rechts in den Hamburger Strafraum, doch Matyus kommt mit dem Kopf nicht richtig an den Ball. Neben das Tor.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Eine Flanke von Reghecampf verlängert Labak mit dem Kopf zum langen Pfosten. Doch Kaluzny kommt zu spät und Pieckenhagen kann klären.
43. Minute: Freistoss Miriuta aus 18 Metern. - Der raffiniert angeschnittene Ball streicht nur Millimeter über das rechte obere Toreck. Pieckenhagen wäre ohne Chance gewesen.
36. Minute: Groth hebt einen Freistoss in den Cottbuser Strafraum, doch Panadic´s Kopfball geht am Tor vorbei.
35. Minute: Schöner Doppelpass zwischen Reghecampf und Miriuta, doch Miriutas letzte Hereingabe ist zu scharf und Reghecampf rutscht am Ball vorbei.
23. Minute: Hohe Flanke von Ketelaer auf Meijer im Strafraum der Cottbuser. Doch Piplica schraubt sich hoch und kann klären.
16. Minute: Ein an sich harmloser 18m Schuss von Mahdavikia springt vor Piplica so unglücklich auf, dass dieser erst im Nachfassen klären kann.
7. Minute: Miriuta hebt einen Freistoss in den Hamburger Strafraum, doch Kalutnys Kopfball streicht am linken Pfosten vorbei.
5. Minute: Albertz mit einem gefühlvollen Freistoss aus 25m. Doch der angeschnittene Ball streicht über das kurze Eck des Cottbuser Tors.
Anpfiff