Bundesliga 2001/2002, 3. Spieltag, Samstag, 11.08.01 um 15:30 Uhr im Münchner Olympiastadion

TSV 1860 München - Hamburger SV 1:1 (0:1)

Ich habe das Spiel nur auf premiere gesehen. Und dabei habe ich vorher noch lange überlegt, ob ich es mir überhaupt auf premiere ansehe, denn ich sehe auf premiere ja nie Siege des HSV.

So sollte es dann auch heute wieder bleiben. 

Dabei habe ich mich richtig über unser Team aufgelegt. Nachdem wir nach kurzer Zeit schon 1:0 zurückliegen hätten können, nahmen wir das Spiel danach in die Hand. In der 10.Minute konnte Hoogma frei vor den Torwart kommen und umspielte auch noch diesen souverän und lochte schließlich locker zum 0:1 ein. Ermöglicht hatte ihm dies Erik Meijer, der einen tollen Hacken-Pass in den freien Raum gab und so den Doppelpass mit Hoogma vollendete.

Danach hatte der HSV nur noch wenige hochkarätige Chancen, aber ließ auch keine der Münchner zu.

In der 2. Halbzeit wurde dann noch kurz aufgedreht und es hätte das 0:2 erzielt werden können. Doch dann zog man sich leider wieder einmal viel zu weit zurück. Der Gegner wurde praktisch erst kurz vor dem eigenen 16er angegriffen und man bettelte um den Ausgleich.

Die Sechziger taten und dann den "Gefallen". Bei so viel ungehinderten Flanken, findet auch ein blindes Huhn irgendwann ein Korn. 

Ein paar Minuten nach dem 1:1 habe ich es dann noch ausgehalten, doch dann dachte ich mir, daß ich heute nicht wieder die Niederlage miterleben will und bin deshalb vom TV bei meinem Freund weggegangen. 

Wenigstens der eine Punkt ist uns geblieben, da in den letzten 20 Minuten kein Gegentor mehr fiel. Ich kann aber absolut nicht zufrieden sein mit diesem Ergebnis. 1860 war ein angeschlagener Boxer und hätte nur den Knockout gebraucht. Warum man dann diese schlecht spielende Mannschaft aufbaut, indem man sich an den eigenen 16m-Raum zurückzieht, wird sich mir wohl nie erschließen.

Da haben wir gaaanz dumm 2 Punkte verschenkt!

Die einzelnen Spieler kann man im TV nur schwer beurteilen.

Pieckenhagen konnte beim Tor nichts machen. Bei der ersten Chance war er hellwach und danach gab es wenig zu tun.

Hoogma und Panadic fielen kaum auf. Hertzsch da schon wieder mehr mit sehr gutem Zweikampfverhalten.

Im Mittelfeld überragte m.E. zumindest in der ersten Halbzeit Töfting. Hollerbach fiel links kaum auf und Groth rechts wieder eher ab.

Albertz war überhaupt nicht zu sehen das ganze Spiel über. Mehdi ist gut gelaufen, aber hat wieder schlecht geflankt und geschossen.

Yeboah behauptete fast jeden Ball, hat aber keinen Zug zum Tor und Erik Meijer hat hervorragend aufgelegt; ich kann mir aber nicht vorstellen, daß die Rolle hinter Yeboah wirklich die richtige ist für ihn.

Der Schiri ist mir wirklich überhaupt nicht negativ aufgefallen.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Nico Jan Hoogma (6.)
1:1 Paul Agostino (67.)

GELBE KARTEN 
TSV 1860 München:
Hamburger SV:Erik Meijer (8.)

SCHIEDSRICHTER :  Edgar Steinborn 
ZUSCHAUER :  25,500 
DATUM :  11.08.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
TSV 1860 München: Simon Jentzsch, Torben Hoffmann, Vidar Riseth, Thomas Häßler, Achim Pfuderer, Michael Wiesinger, Paul Agostino, Daniel Borimirov, Markus Weissenberger, Didier Dheedene, Martin Max

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Martin Groth, Andrej Panadic, Jörg Albertz, Anthony Yeboah, Stig Töfting, Bernd Hollerbach, Erik Meijer, Mehdi Mahdavikia

WECHSEL 
TSV 1860 München: Daniel Bierofka für Thomas Häßler (53.), Markus Schroth für Michael Wiesinger (58.)
Hamburger SV: Marcel Maltritz für Bernd Hollerbach (74.), Marek Heinz für Jörg Albertz (74.), Roda Antar für Erik Meijer (86.)
 
 
 

Häßler-Ausraster überschattet ersten Punktgewinn der Löwen 

Es läuft die 53. Spielminute im Münchner Olympiastadion. Der TSV 1860 München liegt mit 0:1 im Rückstand, Trainer Werner Lorant ist zum Handeln gezwungen. Die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel droht. Doch dann die Überraschung: Rot schimmert die Nummer zehn auf der Auswechseltafel, Kapitän Thomas Häßler muss den Platz verlassen. Wut schnaubend verlässt der kleine Spielmacher den Platz und verschwindet grußlos in den Katakomben.

Agostino rettet 1860 den ersten Punkt
Hätten die Münchner Löwen nicht in der 67. Minute durch das Tor von Paul Agostino noch den Ausgleich markiert, wäre Trainer Lorant durch seine mutige Auswechslung wahrscheinlich noch mehr in die Kritik geraten. Doch so hat der umstrittene "Löwen-Dompteur" alles richtig gemacht.

Denn nach Häßlers Feierabend lief das lahmende Angriffspiel der Münchner plötzlich besser. Markus Weissenberger führte gut Regie und auf einmal waren die Löwen im Spiel. Durch Chancen von Markus Schroth, der nur den Pfosten traf (71.), und Agostino, der über das Tor zielte (78.), hätten die Münchner die lange überlegenen Hamburgern beinahe noch besiegt.

Hoogma bringt den HSV in Führung
Das wäre des Guten allerdings zuviel gewesen. "Nach dem frühen Rückstand war es schwer. Ich bin froh, dass wir den Ausgleich noch geschafft haben. Die Mannschaft hat alles gegeben", gestand Lorant seine Erleichterung über den Punktgewinn offen ein. Zu überlegen agierten die Hanseaten über weite Strecken des Spiels.

Schon in der sechsten Minute war es Jan Nico Hoogma, der den HSV nach herrlichem Hackentrick-Doppelpass mit Erik Meijer in Führung brachte. Danach kontrollierten die Hamburger Ball und Gegner, versäumten es allerdings bei Chancen von Mehdi Mahdavikia (47./57), Jörg Albertz (53.) und Meijer (52.) das vorentscheidende 2:0 zu markieren. 

"Wir haben uns dumm angestellt und zwei Punkte verschenkt", gestand Hamburgs überragender Mittelfeld-Motor Stig Töfting, der sich zusammen mit Abwehrchef Hoogma die Best-Noten verdiente.

Lorant zeigt sich gnädig nach Häßler-Ausraster
Keine gute Note gab Löwen-Coach Lorant seinem Spielmacher Thomas Häßler. "Sein Spiel ist heute nicht gelaufen. Wenn einer schlechte Tagesform hat, muss er ausgewechselt werden", begründete er seine mutige Entscheidung. Dass Häßler beim Verlassen des Spielfelds die Nerven verlor und eine Werbe-Box umtrat, wollte Lorant nicht überbewerten.

"Er ist durchgegangen, weil er mit sich selbst unzufrieden war. Das gestehe ich ihm zu", zeigte sich Lorant nach dem verweigerten Handschlag gnädig. Doch Häßler verabschiedete sich nach Beobachtung seiner Mitspieler "stinksauer" und ohne Worte in den Abend. So wie immer, wenn der Weltmeister von 1990 mit seiner Leistung nicht zufrieden ist.
 

Fakten:
Löwen-Heimserie gegen den HSV hält
Auch nach drei Spieltagen warten die Löwen noch auf den ersten Saisonsieg. Immerhin blieben sie im neunten Heimspiel in Folge gegen den HSV ungeschlagen. Auch für den HSV nichts Neues, so starteten sie erneut, wie auch in der vergangenen Saison, mit vier Punkten aus den ersten drei Spielen. 

Unveränderter HSV
Zum ersten Mal seit dem 21.10.2000 (2:0-Sieg gegen die Eintracht), lief der HSV mit der gleichen Startaufstellung wie in der Vorwoche auf. "Never change a winning Team", dachte sich wohl Trainer Frank Pagelsdorf nach dem Sieg am letzten Wochenende gegen Stuttgart. 

Erster Libanese in der Bundesliga
Der erste Bundesliga-Einsatz des Hamburgers Roda Antar, wenn auch nur für bescheidene vier Minuten, geht als erster Einsatz eines Libanesen in die Bundesliga-Geschichtsbücher ein. 

Die Löwen ohne Glück
Zum ditten Mal in dieser Saison trafen die Löwen nur Aluminium. Wenn sie so weiter machen, übertreffen sie mühelos die Marke von 18 Pfostentreffern in der Vorsaison, als sie hinter dem VfL Wolfsburg die zweit-unglücklichsten Schützen waren. 

Schlaglichter:
Agostino bissigster Löwe
Paul Agostino, der auch schon letzte Saison treffsicherster Schütze der Löwen war (zwölf Treffer), beendete die Durststrecke seiner Mannschaft nach 443 torlosen Minuten und schoss das erste Saisontor von 1860. Außerdem mausert sich der Australier langsam zum Kopfballspezialisten, hat er jetzt bereits ein Drittel seiner 21 Bundesliga-Treffer mit dem Kopf erzielt. Sein direkter Gegenspieler Ingo Hertzsch gewann gegen ihn nur die Hälfte der gemeinsamen Zweikämpfe und konnte ihn auch bei seinem Tor nicht entscheidend stören. 

Hindernis Häßler?
Obwohl die Sechziger mit dem Rücken zur Wand stehen und Werner Lorants Stuhl heftig wackelt, spielten die Löwen nicht mit dem letzten Einsatz, was die schlechte Zweikampfbilanz von 45 Prozent gewonnener Duelle belegt. Ein Aufbäumen war erst in der letzten halben Stunde erkennbar, nachdem ihr Kapitän Thomas Häßler enttäuscht das Feld verlassen hatte. Danach schossen die Löwen zwölfmal auf des Gegners Gehäuse, während sie in den vorangegangen 60 Minuten mit Häßler, nur achtmal den Versuch unternahmen, ihr Torekonto aufzubessern. 

Nico Jan Hoogma Mann des Spiels
Der Hamburger Kapitän war auffälligster Spieler auf dem Platz. Hoogma erzielte in bester Stürmermanier, als er elegant Löwen-Torwart Simon Jentzsch umspielte, das Führungstor. Er besaß zudem die beste Zweikampfbilanz auf dem Feld (77 Prozent) und trug maßgeblich dazu bei, dass der ehemalige Torschützen-König Martin Max nicht zur Entfaltung kam. 
 

Topspieler: Jan Nico Hoogma (Hamburger SV):
Es war das Spiel des Jan Nico Hoogma. Der Hamburger Abwehr-Chef gewann 77 Prozent seiner Duelle Mann gegen Mann und war damit zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz. Mit seinem einzigen Torschuss markierte der 32-jährige Niederländer zudem die Hamburger Führung. Daneben organisierte er umsichtig seine Abwehr und verlor bei elf Zweikämpfen gegen die Löwen-Stürmer Martin Max, Markus Schroth und Paul Agostino nur ein Duell. 
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)

Kommentar:
"Das Ergebnis spielt keine Rolle. Werner Lorant bleibt unser Trainer." Mit diesen Worten stellte sich Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser schon vor dem Spiel demonstrativ hinter seinen Trainer.
Doch was passiert wäre, wenn Paul Agostino nicht mit dem ersten Tor der Münchner in der laufenden Saison den ersten Punktgewinn gerettet hätte, weiß keiner. Nach dem grußlosen Abgang von Thomas Häßler nach seiner Auswechslung steht dem "Löwen-Dompteur" schon die nächste Bewährungsprobe ins Haus.
Mark Unseld 
 

Taktik:
TSV 1860 München: 
Vor Torwart Jentzsch agierte Riseth als klassischer Ausputzer hinter seinen Manndeckern Hoffmann und Pfuderer. Im Mittelfeld übernahmen Dheedene (halblinks) und Borimirov (halbrechts) den defensiven Part, Weissenberger (links) und Wiesinger (rechts) besetzten die Außenbahnen und Thomas Häßler sollte die Spitzen Agostino und Max in Szene setzen. Nach Häßlers Auswechslung rückte Weissenberger in die Spielmacherposition. 

Hamburger SV:
Butt hütete das Tor, Kapitän Hoogma organisierte die Dreierkette mit Panadic und Hertzsch. Im defensiven Mittelfeld spielten Hollerbach, Töfting und Groth (v.l.) auf einer Linie. Davor teilten sich Albertz (halblinks) und Mahdavikia (halbrechts) die Spielmacherposition. Im Sturm agierte Mejer neben Yebvoah als hängende Spitze. 
 

Häßler-Ausraster überschattet ersten Punktgewinn der Löwen 
Trainer Werner Lorant (1860 München): 
"Wir haben sehr gut angefangen und nach drei Minuten eine Riesenchance vergeben. Danach hat Hamburg sehr gut aus der Defensive aufgebaut, wir waren in der Abwehr zu weit weg. Dazu kam die Angst. Nach dem Rückstand war es schwer, aber in der letzten halben Stunde hat die Mannschaft Druck gemacht. Ich bin froh, dass wir noch den Ausgleich geschafft haben. Die Mannschaft hat alles gegeben." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Ich bin etwas enttäuscht. Wir haben 60 Minuten lang ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und klar dominiert. Kurioserweise sind wir durch die kurze Verletzungspause von Ingo Hertzsch aus dem Rhythmus gekommen. Leider haben wir es nicht geschafft, aus der Vielzahl von Chancen das zweite Tor zu machen." 


 
dpa meldet: 
Erster Punkt für schwache «Löwen»

München (dpa) - Mit einem dürftigen Punktgewinn hat der TSV 1860 München auch am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht den Weg aus der Krise gefunden.

Das 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen den Hamburger SV dürfte die Diskussion um Trainer Werner Lorant angesichts einer über weite Strecken kläglichen Leistung nicht beendet haben. Zwar beendete Paul Agostino mit dem Ausgleichs- Treffer (66.) die lange Torflaute der Münchner nach insgesamt 435 Minuten. Doch der zunächst dominierende HSV war durch ein Tor von Nico-Jan Hoogma (6.) in Führung gegangen. Die Hamburger warten nun seit 22 Jahren auf den ersten Sieg bei den «Löwen».

Vor 25 500 Zuschauern im Münchner Olympiastadion hatte Lorant seine Mannschaft im Vergleich zum letzten Spiel beim 1. FC Köln (0:2) auf vier Positionen verändert. HSV-Coach Frank Pagelsdorf brachte die gleiche Formation wie beim 2:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart und hatte umgehend Erfolg: Schon nach sechs Minuten schockte Hoogma die Münchner Fans mit dem 1:0 für Hamburg. Der Niederländer überwand die 1860-Abwehr nach Doppelpass mit seinem Landsmann Erik Meijer und spielte «Löwen»-Torhüter Simon Jentzsch gekonnt aus.

Das frühe Gegentor verunsicherte die Münchner völlig. Die «Löwen» präsentierten sich nicht mehr als Mannschaft, sondern eher wie eine Zufalls-Gemeinschaft. Eine spielerische Linie war nicht zu erkennen, die einzelnen Mannschaftsteile griffen nicht ineinander. Dennoch gab es in der ersten Halbzeit Torchancen. Didier Dheedene (3.) köpfte nach einem Freistoß von Thomas Häßler frei in Richtung Tor, scheiterte aber an der Reaktion von HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Später verfehlte Martin Max (33.) aus kurzer Distanz.

Die Hamburger hatten zunächst leichtes Spiel mit den Hausherren, kontrollierten das Geschehen und konnten den Ball ungehindert teilweise über 14 Stationen laufen lassen. Den Ausgleich durch Agostino (66.), der nach einer Flanke von Daniel Borimirow ins HSV- Gehäuse köpfte, hatten sie sich durch eigene Passivität selbst zuzuschreiben. Der Treffer wirkte befreiend auf die «Löwen», bei denen Käpitän Häßler nach 53. Minuten verärgert ausgewechselt worden war. Sie fingen sich und kamen zu mehreren Torchancen. Zum ersten Saisonsieg reichte es aber nicht mehr.


 
kicker meldet: 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Töfting - Meldete Häßler ab und bestimmte das Tempo. War immer anspielbar, stark im Zweikampf und spielte viele gute Pässe. 
 
Analyse 
  
Personal: Während der Hamburger SV gegenüber dem 2:0 über Stuttgart unverändert antrat, änderte "Löwen"-Trainer Werner Lorant nach dem 0:2 in Köln sein Team auf vier Positionen. Für Schroth stürmte Agostino, an Tyces Stelle kam Weissenberger über links, für die Verletzten Mykland und Greilich durften Pfuderer und Dheedene ran.

Taktik: Hamburg wie gewohnt offensiv ausgerichtet, mit einem Stoßstürmer (Yeboah), zwei hängenden auf den Flügeln (Albertz und Mahdavikia) und Meijer, der oft genug in vorderster Front zu finden war, im offensiven Zentrum. Danach richtete 1860 sein Spiel aus. Pfuderer (gegen Meijer), Dheedene (gegen Mahdavikia), Hoffmann (gegen Yeboah) und Borimirov (gegen Albertz lange Zeit in eine Verteidigerrolle gedrängt) blieben wie gewohnt am Mann. Hoogma schaltete sich oft nach vorne ein, schaffte dadurch Überzahl im Mittelfeld, in dem Töfting nach Belieben Schalten und Walten konnte.

Analyse: Nach dem für 1860 unglücklichen Auftakt (Pieckenhagen entschärfte Dheedenes Kopfball, Hoogma verwandelte die erste HSV-Chance) waren die Münchner wie paralysiert. Der HSV beherrschte Ball und Gegner, führte mehrfach Ballstafetten über zehn und mehr Stationen durch und ließ die Gastgeber in dieser Phase wie ein unterklassiges Team aussehen. 1860 reagierte nur, und auch das wegen der totalen Verunsicherung nur schlecht. Weil Hamburg aber den Fangschuss verpasste, reichte den Münchnern die letzte halbe Stunde, um das Spiel noch zu retten.

Ohne den ausgewechselten Häßler wurden die Aktionen des TSV wesentlich schneller vorgetragen, schwang sich der bis dahin blasse Weissenberger hinter den Spitzen noch zu einer ordentlichen Leistung auf, auch weil Lorant auf drei Stürmer setzte und Borimirov jetzt über rechts enormen Druck machte. Der HSV ließ sich das Heft aus der Hand nehmen, hatte aber auch eine Stunde lang kräftemäßig überdreht.

Fazit: Der HSV hätte zur Pause die Punkte längst im Sack haben müssen, fühlte sich wohl zu sicher. Obwohl die immer stärker werdenden Münchner am Ende durchaus auch gewinnen hätten können, war der Ärger über die verpasste Chance beim HSV zu verstehen.
 

Kurzbericht 
Löwen-Trainer Werner Lorant baute sein Team auf gleich vier Positionen um: Neben dem knieverletzten Mykland verzichtete er auf Greilich, Tyce, Schroth. Dafür rückten Pfuderer, Dheedene, Weissenberger und Agostino ins Team. Frank Pagelsdorf dagegen nahm keine Änderung vor und vertraute dem Team, das schon in Stuttgart erfolgreich war. 
Das Spiel begann aus Sicht der Gastgeber vielversprechend: Dheedene hatte mit einem Kopfball die Chance zum 1:0 für die Löwen. Doch schon kurze Zeit später der herbe Rückschlag für die Löwen: Nach einem tollen Hackentrick von Meijer lief Hoogma alleine auf Jentzsch zu und vollendete ganz souverän zur Hamburger Führung. Die Löwen wirkten zunächst geschockt. In der Folgezeit bemühten sie sich zwar über den Kampf wieder ins Spiel zu kommen, doch es fehlten ihnen die Mittel, den HSV ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte der HSV die Akzente. Mahdavikia (47., 57.) und Yeboah (52.) vergaben weitere gute Möglichkeiten, ehe Werner Lorant mit der Einwechslung von Bierofka und Schroth für Häßler und Wiesinger mit drei Stürmern das Blatt noch zu wenden versuchte. Und er hatte Erfolg: Die Löwen gingen nun wesentlich aggressiver zu Werke und wurde in der 67. Minute mit dem Kopfballtreffer durch Agostino belohnt. Die Münchener drängten nun auf den Siegtreffer: Schroth hatte in der 71. Minute nach Querpass von Borimirov das 2:1 auf dem Fuß, traf jedoch nur den Außenpfosten. Trotz einiger weiterer Chancen blieb es jedoch am Ende beim 1:1-Remis. 
1860 ließ sich zu lange von dem Rückstand beeindrucken und hielt erst nach rund einer Stunde dagegen. Der Ausgleich von Agostino sorgte noch einmal für Belebung im Spiel der Münchener, eine kurze Sturm- und Drangphase war jedoch am heutigen Tag zu wenig, um den ersten Saisonsieg einzufahren.

Schlusspfiff
88. Minute: Weissenberger versucht es noch einmal mit einem Schuss aus 20 Metern ohne aber den HSV-Keeper ernsthaft herauszufordern.
82. Minute: Freistoß für den HSV: Töfting hält aus etwa 30 Metern aufs Tor. Doch Jentzsch kann den gefährlichen Schuss mit einer guten Parade halten.
78. Minute: Agostino kämpft sich auf rechts durch und haut aus etwa 20 Metern drauf, doch der Ball trifft das Ziel nicht.
71. Minute: Wieder ist es Borimirov, der die HSV-Abwehr in Bedrängnis bringt. Sein Querpass kann aber von Schroth nicht im Kasten des HSV untergebracht werden.
70. Minute: Max versucht Pieckenhagen mit einem Heber zu überlisten, doch es bleibt beim Versuch.
67. Minute: Wieder eine Flanke von rechts von Borimirov. In der Mitte köpft Agostino unhaltbar für Pieckenhagen aus fünf Metern ein.
60. Minute: Nun kommen die Löwen: Nach einer Bierofka-Flanke verzieht Schroth knapp mit dem Kopf. Kurz später ist es Pfuderer der knapp am HSV-Tor vorbei köpft.
57. Minute: Mahdavikia lässt Dheedene im Strafraum aussteigen und schießt dann aus halblinker Postion. Jentzsch kann die Chance mit einer tollen Parade vereiteln.
52. Minute: Der HSV ist weiter gefährlich: Mahdavikia setzt sich auf rechts durch, passt schön in die Mitte, doch Yeboah kommt einen Schritt zu spät.
47. Minute: Der HSV ist gleich wieder gefählich. Nach einer Albertz-Flanke kommt Mahdavikia zum Schuss, kann aber den Ball aus aussichtreicher Position nicht versenken.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
40. Minute: Häßler-Freistoß aus 20 Metern. Der Ball senkt sich aber erst hinter dem HSV-Gehäuse.
33. Minute: Toller Pass von Max auf Häßler, der aus halblinker Position direkt abzieht, das Tor aber verfehlt.
30. Minute: Yeboah versucht sich im Strafraum durchzusetzen, bleibt aber an seinem Gegenspieler hängen.
24. Minute: Die Löwen werden wieder stärker. Agostino schießt aus 16 Metern aufs HSV-Tor, aber der Ball fliegt weit drüber.
15. Minute: Freistoß für den HSV von der Strafraumkante: Hollerbach zieht direkt ab, doch direkt aufJentzsch, der den Ball sicher hält.
6. Minute: Nach einem tollen Pass mit der Hacke von Meijer läuft Hoogma allein auf Jentzsch zu, umkurvt diesen elegant und schiebt den Ball mit links ins leere Tor.
3. Minute: Die Löwen beginnen stürmisch. Häßler flankt von links, doch der HSV-Keeper kann den gefährlichen Kopfball von Dheedene parieren.
Anpfiff