Bundesliga 2001/2002, 4. Spieltag, Samstag, 18.08.01 um 15:30 Uhr in der Hamburger AOL-Arena bei sonnig warmen 26 Grad C

Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 2:3 (0:3)

Ich weiß diesmal gar nicht was ich schreiben soll. Ich bin wirklich total deprimiert. Nicht sauer, sondern einfach nur traurig. So richtig schön depressiv....

Wahrscheinlich weil ich einfach nicht Hoffnung hatte, daß wir heute einen positiven Lauf starten und die Saison nun gut für uns weiter geht. Aber leider alles Pustekuchen.

Der HSV fing gut an und konnte durch Meijer und Mahdavikia erste gute Chancen verbuchen. Doch dann wurde in 10 Minuten das Spiel verloren. Wir ließen uns wie Rinder zur Schlachtbank führen und ergaben uns praktisch ohne Gegenwehr. 3 Gegentore in ganz kurzer Zeit. Und diese Gegentore deckten auch schonungslos auf, woran es bei uns ganz stark hapert => An schnellen Abwehrspielern.

Töfting, Panadic, Hoogma standen alle rum bzw. ließen sich konsequent überlaufen. Dazu noch ein indisponierte Pieckenhagen beim 0:3. Unfaßbar, diese Scheisse.

Bis zur Pause wurde dieser Schock aber auch nicht so ganz verdaut, obwohl wir sogar den Anschlußtreffer zum 1:3 schafften, der aber wegen vermeintlicher Abseitsstellung  nicht gegeben wurde.

Nach der Pause riss sich das Team aber wirklich zusammen. Nachdem Ketelaer bereits in der 1. Halbeit für den angeschlagenen Hollerbach eingewechselt wurde, kam zur 2. Halbzeit dann auch noch Bester für Albertz. Das Bester kommen würde, war bereits in der Halbzeit beim Aufwärmen zu sehen und ich war davon überhaupt nicht angetan. Ich hoffte, daß zumindest der Stehgeiger Albertz dafür rausgenommen würde, was ich aber nicht glaubte. Insofern wurde ich doch positiv überrascht. Ali mußte zu Recht raus und Bester spielte eigentlich auch gut mit.

Insbesondere Meijer putschte Team und Publikum durch unermüdlichen Einsatz. So legte er auch das 1:3 auf und köpfte das 2:3 selbst. Wenn nur alle so viel Einsatz zeigen würden.

Da nach dem 2:3 noch reichlich Zeit zu spielen war, keimte schon noch Hoffnung auf zumindest einen Punkt, aber die wurde doch enttäuscht, weil in den letzten 15 Minuten ziemlich planlos gespielt wurde.

So verlor der HSV 2:3. Ich bin tief deprimiert. Allerdings muß ich schon sagen, daß man diesen Lauterer Sieg bestenfalls für Geschicklichkeit als verdient bezeichnen kann. Der HSV hatte zig gute Torchancen. 2 mal mußten Pfälzer Verteidiger auf der Linie klären.

Das Team hat in der 2. Halbzeit bewiesen, daß es intakt ist und nicht gegen den Trainer arbeitet. Trotzdem bin ich einfach ratlos. Warum können sie sich nicht von Anfang an konzentrieren ? Liegt es doch am Trainer ? Aber wer sollte zu uns kommen als Trainer ? Alles Fragen, auf die ich keine Antwort parat habe. Wenn wir in 3 Wochen (nach DFB-Pokal und Länderspielpause) das nächste Auswärtsspiel in Köln verlieren, wird die Luft wirklich sehr dünn für den Trainer.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Auszeichnen konnte er sich nicht, weil außer den Toren m.E. nur ein einziger weiterer Schuss aufs Tor kam. Außerdem zeigte er leider „Butt´sche“ Unentschlossenheit beim Rauslaufen: Note 5

Hertzsch: gefiel mir in der Verteidigung am besten. Note 3-

Panadic: Seine Tage sind gezählt. Menschlich scheinbar o.k., aber er ist definitiv zu unbeweglich: Note 5

Hoogma: Als Abwehrchef mindestens 10 Minuten total überfordert. Dafür zeigte er in der 2. Halbzeit Qualitäten im Spielaufbau: Note 3

Hollerbach: verletzte sich in einem Zweikampf und ging bereits in der 1. Halbzeit raus. Davor war er auch nicht zu sehen: Note 4

Groth: Mann, Mann, Mann!!! Das soll der beste Flankengeber beim HSV sein... ?!?! Dann mal gute Nacht. In der 2. Halbzeit hat er mich wirklich aufgeregt. Da hatte er so oft Zeit, sich den Ball zum Flanken zurecht zu legen und dann reinzubringen. Und dann solche „Hilfsflanken“. Die könnte ich auch nicht schlechter schlagen: Note 5-

Töfting: Katastrophal in der 1. Halbzeit gegen Lincoln. Der Brasilianer zeigte dem Dänen seine Grenzen auf. In der 2. Halbzeit dann aber wieder konzentriert bei der Sache: Note 4-

Heinz: hatte heute einen schlechten Tag. Dazu kam dann auch noch, daß er seltsame Positionen spielte. Fing hinter den Spitzen an und ging dann doch auf Linksaußen. In der 2. Halbzeit mußte er hinter Heinz spielen und hatte selbst keine Abdeckung mehr. Da sah er dann ganz schlecht aus.: Note 5

Albertz: was für eine Granate....... Ich muß mich echt zusammennehmen, um nicht einen richtigen Hass für den zu entwickeln. Er leistet bisher im HSV-Trikot absolut null. Gott sei Dank wurde er in der Halbzeit auch mal konseqeuent ausgewechselt. Note 6

Mahdavikia: Wurde wieder etwas öfter auf dem Flügel geschickt und sieht dann auch ganz ordentliches aus. Aber dabei kommen dann auch zu selten ordentliche Flanken raus: Note 4

Meijer: vorbildlicher Einsatz. Unglaublich was der Junge gelaufen ist und gerackert hat. Ein Vorbild fürs Team, der die Mannschaft dann auch mal aus einem Loch holen kann. Dazu auch noch ein Tor mit vorbereitet und eines selbst erzielt. Note 1

Ketelaer (kam für Hollerbach): Auch er mit vorbildlichem Einsatz. Fügte sich sehr gut ins Team ein und sorgte für frischen Wind: Note 2

Bester (kam für Albertz): hat mir heute doch gezeigt, daß er gefährlich sein kann. Hatte Chancen und hätte am Ende fast noch das 3:3 erzielt. Note 3 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Lincoln (18.)
0:2 Lincoln (22.)
0:3 Jeff Strasser (28.)
1:3 Nico Jan Hoogma (56.)
2:3 Erik Meijer (64.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Nico Jan Hoogma (17.) , Martin Pieckenhagen (88.) 
1.FC Kaiserslautern: Miroslav Klose (80.)

SCHIEDSRICHTER :  Dr. Helmut Fleischer 
ZUSCHAUER :  42,073 
DATUM :  18.08.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Martin Groth, Andrej Panadic, Jörg Albertz, Mehdi Mahdavikia, Stig Töfting, Bernd Hollerbach, Marek Heinz, Erik Meijer

1.FC Kaiserslautern: Georg Koch, Thomas Hengen, Hany Ramzy, Jeff Strasser, Aleksander Knavs, Harry Koch, Jörgen Pettersson, Lincoln, Ratinho, Mario Basler, Vratislav Lokvenc

WECHSEL 
Hamburger SV: Marcel Ketelaer für Bernd Hollerbach (31.), Marinus Bester für Jörg Albertz (46.), Marcel Maltritz für Stig Töfting (89.)

1.FC Kaiserslautern: Thomas Riedl für Ratinho (57.), Tomasz Klos für Harry Koch (66.), Miroslav Klose für Jörgen Pettersson (72.)
 

FCK weiter auf Erfolgskurs 
Der Höhenflug des 1. FC Kaiserslautern in der Fußball-Bundesliga hält weiter an. Die Pfälzer gewannen am vierten Spieltag ihr viertes Spiel beim Hamburger SV 3:2 (3:0) und bleiben Tabellenführer Borussia Dortmund weiter auf den Fersen.

Der HSV, der im heimischen Stadion aufopferungsvoll kämpfte, den Halbzeit-Rückstand jedoch nicht wettmachen konnte, wurde seinen Ansprüchen auf einen Platz im internationalen Wettbewerb wiederum nicht gerecht.

Zwei Treffer von Lincoln
Vor 42.073 Zuschauern in der AOL-Arena erzielten der Brasilianer Lincoln mit seinen ersten beiden Bundesliga-Toren (18. und 22.) und der Luxemburger Jeff Strasser (28.) die Tore für den FCK. Für die Hamburger konnten Nico-Jan Hoogma (56.) und Eric Meijer (64.) nur noch verkürzen.

Die Gastgeber begannen im heimischen Stadion offensiv und drängten die Kaiserslauterer zu Beginn in die eigene Hälfte. Die erste Tormöglichkeit vergab Meijer nach einem Doppelpass mit Mehdi Mahdavikia, als er nach vier Minuten nur über das Tor traf.

Lauterer Blitzstart
In der Folgezeit lösten sich die Gäste aus der Umklammerung und kamen ihrerseits gut ins Spiel. Lincoln erzielte nach einer feinen Einzelleistung, wobei er HSV-Mittelfeldspieler Stig Töfting sogar tunnelte, aus sieben Metern das 1:0.

Die Hamburger agierten darauf hin geschockt und mussten nur vier Minuten später erneut durch den starken Lincoln, der mit einer einzigen Körpertäuschung die gesamte HSV-Abwehr narrte und aus 14 Metern einschoss, das zweite Gegentor hinnehmen.

Herrlicher Treffer von Strasser
Das dritte Tor der Lauterer resultierte aus einer schönen Einzelleistung von Strasser, der sich auf dem linken Flügel durchspielte, eine Flanke andeutete, dann jedoch auf das Tor schoss und HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen verlud.

Die Hamburger steckten nach dem scheinbar aussichtslosen Rückstand jedoch nicht auf, kamen in der ersten Halbzeit jedoch zu keinen klaren Tormöglichkeiten mehr.

HSV-Hoffnung durch Hoogma
Nach dem Seitenwechsel begann der HSV furios. Meijer scheiterte mit einem Kopfball aus acht Metern nur an FCK-Libero Thomas Hengen, der für seinen bereits geschlagenen Torhüter Georg Koch auf der Linie klärte (48.). Gleiches tat FCK-Kapitän Mario Basler, als er zwei Minuten später einen Schuss des Hamburger Marinus Bester von der Linie kratzte.

Erstes Erfolgserlebnis hatten die niemals aufsteckenden Hanseaten nach 56 Spielminuten. Hoogma verwertete eine Hereingabe von Meijer per Kopf zum Anschlusstreffer.

Sturmlauf am Ende nicht belohnt
Nach 64 Minuten schien es gar so, als ob das Team von Trainer Frank Pagelsdorf die Partie noch einmal zu ihren Gunsten drehen könnte. Meijer erzielte ebenfalls per Kopf das 2:3.

Anschließend drängte der HSV auf den Ausgleich, versäumte es jedoch, sich vor dem Tor entscheidend in Szene zu setzen. Beim HSV gefielen vor allem Meijer und Hoogma. Bei Kaiserslautern waren Licoln und Strasser die besten Akteure.
 

Fakten:
FCK auf Rekordjagd
Die Pfälzer bleiben genau wie Borussia Dortmund auf Rekordjagd: Vier Siege zu Saisonbeginn gelangen in der Bundesligageschichte außer den Bayern (sechsmal) nur dem VfB Stuttgart, dem 1. FC Köln und Schalke 04 (jeweils einmal). 

Geschenk für Brehme
Nach zuletzt sechs Spielen ohne Erfolg (drei Remis, drei Niederlagen) siegten die Pfälzer endlich einmal wieder beim HSV und machten damit ihrem aus Hamburg stammenden Team-Chef Andreas Brehme eine besondere Freude. In der Heimat gewinnt man schließlich besonders gerne. 

Torgarantie
Seit nunmehr 20 Partien verließ der HSV das eigene Stadion nicht mehr, ohne mindestens einen Treffer erzielt zu haben. Kein anderes Team trifft zuhause so regelmäßig. Dennoch nützt dies nichts, wenn der Gegner einmal öfter trifft. 

Ein Fluch des Kommerzes?
Nach zuletzt neun Spielen ohne Niederlage im heimischen Stadion gab es für die Hamburger gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder eine Pleite. Es war für den HSV die erste Heimniederlage seit dem 28. Januar, damals verloren die Hanseaten gegen Hertha BSC mit 1:2. Ob es an der Umbenennung des Volksparkstadions in AOL-Arena lag? 

Schlaglichter:
Umsonst angerannt
Zur Pause war das Torschussverhältnis zwischen dem HSV und Kaiserslautern noch ausgeglichen (elf zu elf), doch dann drehten die Hamburger auf und hätten die eigentlich schon verlorene Partie fast noch umgebogen: 21 Torschüsse gaben Meijer und Co. nach dem Wechsel ab, der FCK lediglich sechs. Am Ende standen für den HSV 62 Prozent Ballkontakte und 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe zu Buche. Dass es dennoch nicht zum Remis reichte, verdankt der HSV der zehnminütigen Auszeit in der ersten Halbzeit, in der er den Pfälzern drei Treffer gestattete. 

Kämpfen, rackern, Meijer
An Erik Meijer lag es am wenigsten, dass der HSV gegen Kaiserslautern unterlag. Ein Tor erzielte er selbst, zu Hoogmas Treffer leistete er die Vorarbeit. Insgesamt gab er sechs Torschüsse ab und bereitete sieben weitere vor. Nicht weniger wichtig war jedoch der Kampfeswille, mit dem er sein Team immer wieder mitriss und der dafür sorgte, dass die Hamburger ein fast schon verlorenes Spiel um ein Haar noch hätten egalisieren können: 50 Prozent seiner Zweikämpfe, eine für einen Stürmer starke Quote, entschied der Holländer für sich. 

Wer ist Djorkaeff?
Kaiserslauterns Neuzugang von Atlético Mineiro war nicht nur wegen seines Doppelpacks der überragende Mann auf dem Platz. Der Brasilianer war an zwölf von 17 FCK-Torschüssen beteiligt: Acht gab er selbst ab (mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz), zu vier weiteren leistete er die Vorarbeit. Darüber hinaus führte er die meisten Zweikämpfe aller Akteure (38) und gewann – angesichts seiner eher schmächtigen Statur – erstaunliche 53%. Nach dieser Partie dürfte Youri Djorkaeff noch weniger denn zuvor vermisst werden. 

Bademeister Hengen
Vor der Partie beim HSV war Thomas Hengen der zweikampfstärkste Spieler der Liga (80 Prozent gewonnen). In Hamburg konnte er an diese Form jedoch nie anknüpfen und entschied nur 35 Prozent seiner Duelle für sich. Zu keiner Zeit gelang es ihm, seiner Abwehr beim Sturmlauf der Hanseaten in der zweiten Halbzeit die nötige Sicherheit zu verleihen. Die Verteidigung der Pfälzer schwamm ein ums andere Mal. Zudem muss Kaiserslauterns Kapitän den Treffer zum 2:3, als er das Kopfballduell gegen Erik Meijer aufgrund eines Stellungsfehlers verlor, auf seine Kappe nehmen. 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV):
"Die Mannschaft weiß, wie schwach sie in der ersten Halbzeit gespielt hat. Ich denke aber, wir hatten am Ende genug Torchancen, um dieses Spiel noch zu drehen. Vor dem Tor waren wir aber einfach nicht konzentriert genug." 

Teammanager Andreas Brehme (1. FC Kaiserslautern):
"Wenn man den Gegner so beherrscht und 3:0 führt, dann darf man nicht mehr in Schwierigkeiten kommen. Wir freuen uns über diesen Sieg, müssen in unserem Spiel aber noch viele Fehler abbauen. In der ersten Halbzeit war die Leistung meiner Mannschaft absolute Weltklasse. Lincoln war überragend. In der zweiten Halbzeit haben wir uns viel zu weit hinten rein drängen lassen." 

Topspieler: Cassio de Souza Soares "Lincoln" (Kaiserslautern)
Der Brasilianer erzielte seine ersten beiden Tore in der Bundesliga. Sein Tor nach einem Beinschuss gegen Töfting (18.) leitete den Sieg der Pfälzer ein. Der 22 Jahre alte Neuzugang von Atletico Mineiro traf nur vier Minuten später zum 2:0. Insgesamt war der Mittelfeldspieler an zwölf von 17 Torschüssen des FCK beteiligt, schoss selbst acht Mal auf das Tor des HSV und spielte auch sonst stark. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4)

Kommentar:
Kaiserslautern nutzte die Schwächen des Hamburger SV eiskalt aus. Nachdem die Hanseaten schwungvoll begonnen hatten, ließen sie den Pfälzern im Mittelfeld zu viel Raum. Begünstigt wurden die drei Treffer des FCK durch Abspielfehler im Mittelfeld. Einer sehr schlechten ersten Hälfte des HSV folgte in den zweiten 45 Minuten ein Aufbäumen, das jedoch nicht mehr zu einem Punktgewinn reichte. Den Gästen stand zwei Mal das Glück zur Seite, Hengen und Basler retteten auf der Linie, der Sieg der Kaiserslauterer war am Ende schmeichelhaft. Die vielen Torchancen der Hamburger zeigten, dass die Mannschaft von Teamchef Andreas Brehme in der Defensive noch nicht gefestigt ist. Torwart Georg Koch rettete den Sieg. Sein Hamburger Gegenüber Pieckenhagen hatte Glück, dass er in der 88. Minute nach einem Foul an Lincoln nur die Gelbe Karte sah. 
Thorsten Mesch 

Taktik:
Hamburg:
Vor Torhüter Pieckenhagen spielte die Abwehr-Dreierkette Panadic, Hoogma und Hertzsch. Zentral im defensiven Mittelfeld agierte Töfting. Groth (rechts) und Hollerbach (links) besetzten die Außenbahnen. Heinz (zentral offensiv) und Albertz (links)vervollständgten das Mittelfeld. Den Angriff bildeten Meijer (zentral) und Mahdavikia (rechts). Ketelaer ersetzte auf der linken Außenbahn den verletzten Hollerbach, Bester kam nach der Pause für Albertz und rückte in den Angrifdf vor. Kurz vor Schluss kam noch Maltritz für Töfting ins Spiel.

Kaiserslautern:
Vor Torwart Georg Koch spielten Knavs, Hengen und Harry Koch in einer Dreier-Abwehrkette, davor Ramzy im zentralen defensiven Mittelfeld. Strasser kam immer wieder gefährlich über die linke Außenbahn, Basler agierte auf der rechten Mittelfeldseite. Die beiden Brasilianer Ratinho und Lincoln begannen hinter den Spitzen Lokvenc und Pettersson. Lincoln war allerdings sehr offensiv. Riedl ersetzte Ratinho, Klos kam für den verletzten Koch. Klose ersetzte Pettersson, bildete den Angriff mit Lokvenc. 


 
dpa meldet: HSV-Aufholjagd nicht von Erfolg gekrönt

Hamburg (dpa) - Der 1. FC Kaiserslautern hat seinen Sturmlauf in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und dem Hamburger SV die erste Heimniederlage zugefügt.

Vor 42 073 Zuschauern in der AOL-Arena bezwangen die Pfälzer den HSV mit 3:2 (3:0) und feierten damit ihren vierten Sieg in Folge. Die brasilianische Neuverpflichtung Lincoln legte mit einem Doppelschlag binnen vier Minuten (18., 22.) den Grundstein für den Erfolg der Lauterer. Der Luxemburger Jeff Strasser baute die Führung in der 28. Minute auf 3:0 aus. Für den HSV verkürzten Nico Jan Hoogma (56.) und Erik Meijer (64.). In der langen Historie von Spielen beider Mannschaften mussten die Hamburger erst die fünfte Niederlage im 38. Heimspiel hinnehmen.

Die mit großem Engagement ins Spiel gestarteten Hamburger hatten zunächst die besseren Szenen. Mit schnellem Kombinationsfußball überliefen sie die Abwehr der Pfälzer, konnten den Ball aber nicht im Lauterer Tor unterbringen. Meijer (4.) und Mehdi Mahdavikia (9.) verpassten nur knapp. Doch der HSV beging den Fehler, den Gästen im Mittelfeld zu viel Raum zu lassen. Insbesondere das brasilianische Techniker-Doppel Ratinho und Lincoln nutzte diesen weidlich.

Die 15 Minuten recht zurückhaltend agierenden Lauterer rissen die Gastgeber dann brutal aus allen Träumen. Mit gelungenen technischen Finessen düpierte Lincoln die HSV-Verteidigung. Zunächst spielte er Bewacher Stig Töfting den Ball durch die Beine und ließ Schlussmann Martin Pieckenhagen keine Chance, dann versetzte er mit gekonnter Körpertäuschung die gesamte Abwehr der Hamburger und schob eiskalt zum 2:0 ein. Die Gastgeber waren nun vollends von der Rolle. Selbst dem stellungssicheren Torwart Pieckenhagen unterlief ein kapitaler Schnitzer, als er Strassers haltbaren Schuss aus spitzem Winkel zum 0:3 ins Netz passieren ließ.

Nach dem Seitenwechsel entfachten die Hamburger jedoch einen begeisternden Sturmlauf aufs Lauterer Tor. Trainer Frank Pagelsdorf hatte mit der Einwechslung von Marcel Ketelaer für Bernd Hollerbach und Marinus Bester für den enttäuschenden Jörg Albertz das richtige Signal gesetzt. Die Pfälzer hatten Mühe, in der Dauerbelagerung ihres Tores die Übersicht zu behalten. Kapitän Thomas Hengen (48.) und Mario Basler (50.) mussten für ihren bereits geschlagenen Torhüter Georg Koch Schüsse von Meijer (48.) und Bester (50.) auf der Linie parieren. Gegen die Kopfbälle von Hoogma (56.) und Meijer (64.) war aber die gesamte FCK-Abwehr machtlos. Doch der letzlich verdiente Ausgleich blieb den Gastgebern versagt: Hoogma (89.) und Bester (90.) hatten die letzten großen Möglichkeiten, scheiterten aber.


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 10:6 
Eckenverhältnis: 4:3 

Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Ulm), Note 3 - Sicher und fast fehlerfrei, lag bei nur Gelb für Pieckenhagens Check gegen Riedl richtig, da Töfting letzter Mann war, konnte Ketelaers Schlag gegen H. Koch im Laufduell nicht sehen. 
Spielnote: 2 

Spieler des Spiels: Lincoln - Ein Beinschuss, eine Körpertäuschung zwei Zaubertreffer des Brasilianers. Avancierte zu Lauterns Matchwinner. 
 
 
Analyse 
  
Personal: Beim HSV kam im Vergleich zum 1:1 bei 1860 München Heinz für den verletzten Yeboah (Oberschenkelzerrung). Lautern mit der Elf, die zuletzt Köln 2:1 besiegt hatte. Auch Hengen spielte, dessen Einsatz wegen einer Oberschenkelverhärtung lange fraglich gewesen war.

Taktik: Die Norddeutschen operierten mit der gewohnten 3-4-3-Grundordnung. Die Besonderheit diesmal war, dass Albertz und Heinz häufig die Plätze tauschten. Auch die Pfälzer vertrauten ihrem zuletzt praktizierten System. Hengen agierte als freier Mann auf einer Linie mit den Verteidigern Knavs und H. Koch. War Hamburg am Ball, zog sich Strasser zurück und aus der Dreier- wurde eine Viererkette. Eine Sonderaufgabe erhielt Ramzy im defensiven Mittelfeld gegen Albertz.

Analyse: Nach ansprechendem Beginn verlor der HSV die Linie und schon nach kurzer Zeit das Match. Zwei tolle Szenen von Lauterns Lincoln, der Töfting wie einen Anfänger aussehen ließ, entschieden die Partie. Die Hanseaten in dieser Phase ohne Mumm und Mut, ohne Einstellung und Engagement, dafür mit Lücken in der Abwehr, bedingt auch durch unzureichende Abschirmarbeit im Mittelfeld. Dazu Fehlanzeige in der Offensive. Es fehlte ein Denker und Lenker, weil Albertz ein Ausfall war.

Nach dem Wechsel umgekehrte Verhältnisse: Lautern war nun zu fahrlässig und nur noch aufs Verteidigen bedacht. Dazu kam Unordnung in der Abwehr. Leitfiguren wie Lincoln ließen nun nach. Hamburg mit einem stärker werdenden Töfting und der überragenden Kämpfernatur Meijer brillierte nun mit Volldampf-Fußball. Doch vier Großchancen durch Meijer und Bester wurden vergeben.

Fazit: Zwei verschiedene Halbzeiten mit einem im Endeffekt glücklichen Sieger. Der HSV noch nicht gefestigt, Lautern längst keine Spitzenelf.
 
 

Hamburgs Trainer Frank Pagelsdorf nahm gegenüber dem vergangenen Spieltag (1:1 bei 1860 München) nur eine Personaländerung vor: Für den verletzten Yeboah (Oberschenkelzerrung) spielte der Tscheche Marek Heinz im Sturm. Andreas Brehme, Teammanager des 1. FC Kaiserslautern, vertraute jenen elf Spielern, die beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln am vergangenen Spieltag begannen.

Beide Teams spielten in ähnlicher Formation. Vor einer Dreier-Kette im Defensivbereich agierte beim HSV Töfting als “Abräumer”, bei Kaiserslautern übernahm Ramzy diesen Part. Im Offensivbereich spielte Meijer zentrale Spitze beim HSV, unterstützt wurde der Niederländer auf den Flügeln von Heinz und Mahdavikia, bei den Pfälzern waren Lokvenc die Sturmspitze, Pettersson und Lincoln die Helfer.

Kaiserslautern sah zur Pause dank einer bärenstarken Vorstellung in der ersten Hälfte wie der sichere Sieger aus. Klug und schnell wurde im ersten Abschnitt das Mittelfeld überbrückt und die Stürmer immer wieder aussichtsreich in Position gebracht. Beim HSV stimmte die Raumaufteilung nicht, die “Roten Teufel” konnten nahezu ungestört ihre Angriffe aufbauen. Viel zu weit standen die HSV-Akteure von ihren Gegenspielern weg, zudem mangelte es an Einsatz- und Laufbereitschaft. Bereits in der sechsten Minute tauchte Lokvenc alleine vor Pieckenhagen auf, doch der HSV-Keeper blieb diesmal noch Sieger.

Nach 18 Minuten gelang Kaiserslautern die Führung. Eine Hereingabe von Harry Koch erreichte Lincoln. Der junge Brasilianer tunnelte Töfting und überwandt Pieckenhagen mit einem überlegten Schlenzer ins lange Eck. Kaum hatte sich der HSV wieder gefangen, schlug Kaiserslautern ein zweites Mal zu. Lincoln umkurvte nach einem weiten Abschlag von Georg Koch mit einem energischen Antritt Hertzsch und Hoogma und schob den Ball an Pieckenhagen vorbei zum 0:2 ins rechte untere Toreck (22.).

Gegen nun geschockte Hamburger erzielte nur sechs Minuten später Strasser mit einem Schuss aus spitzem Winkel das 0:3. Pieckenhagen machte bei diesem Treffer keine gute Figur, der HSV-Keeper machte in Erwartung einer Flanke den einen entscheidenden Schritt nach vorne.

Die zweite Halbzeit bot ein komplett verändertes Bild. HSV-Trainer Frank Pagesldorf setzte auf Offensive und brachte Stürmer Bester für Albertz, nachdem kurz vor dem Pausentee (38.) bereits Ketelaer für Hollerbach kam.

Der HSV wirkte wie verwandelt, mit einer enormen Lauf- und Kampfbereitschaft drückten die Hanseaten die Pfälzer in die eigene Hälfte. Furios der Start: Zwei Mal mussten FCK-Spieler Bälle von der Linie schlagen, zunächst vereitelte Hengen gegen Meijer das 1:3 (48.) und nur wenig später rettete Basler auf der Linie gegen Bester. Nach 56 Minuten gelang dem HSV das erste Tor. Groth konnte aus rund sechs Metern eine Hereingabe von Meijer per Kopfball zum 1:3 verwandeln. Und acht Minuten später kochte die AOL-Arena: Meijer köpfte eine Mahdavikia-Flanke energisch zum Anschlusstreffer in die Maschen (64.).

Erst danach erkämpfte sich Kaiserslautern wieder etwas mehr Spielanteile, doch der HSV blieb weiterhin am Drücker, auch wenn die Kräfte bei den Hanseaten merklich nachließen. Der HSV wollte mindestens noch einen Punkt, doch dem stand Georg Koch im Weg. Zunächst faustete der FCK-Keeper einen Hoogma-Freistoß aus dem Torwinkel (88.) und in der Schlussminute rettete er gegen den allein vor ihm auftauchenden Bester.

Hamburg verlor das Spiel in der ersten Hälfte. Dank der Leistungssteigerung wäre ein Remis verdient gewesen, doch der FCk brachte mit Glück und Geschick den Sieg über die Zeit.

Schlusspfiff
90. Minute: G. Koch hält den Sieg gegen Bester fest, der frei vor dem FCK-Keeper zum Schuss kommt.
88. Minute: G. Koch faustet einen Freisstoß-Nachschuss von Hoogma aus dem linken Torwinkel.
83. Minute: Lincol hat die Entscheidung auf dem Fuß, doch der zweifache Torschütze vergibt die Chance nach Doppelpass mit Lokvenc.
70. Minute: Strasser legt im eigenen Strafraum Meijer den Ball vor die Füße, doch der Niederländer kann die überraschende Chance nicht nutzen.
64. Minute: Jetzt wirds nochmal spannend in der AOL-Arena!! Eine Flanke von Mahdavikia wuchtet Meijer per Kopf zum Anschlusstreffer in die Maschen.
59. Minute: Ein Kopfball-Aufsetzer von Bester streicht um Haaresbreite über die Querlatte des FCK-Tores.
56. Minute: Einen langen Ball erwischt Meijer mit letztem Einsatz vor der linken Grundlinie, seine Flanke kann der aufgerückte Kapitän Hoogma unbedrängt aus rund sechs Metern einköpfen.
51. Minute: Der HSV jetzt im Pech: Ein Schuss des eingewechselten Bester wird von Basler von der Torlinie geköpft.
48. Minute: Ein Schuss von Meijer nach einer Groth-Flanke wird von Hengen von der Torlinie geschlagen.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
38. Minute: Lincoln tanzt erneut Töfting aus, doch diesmal kann Pieckenhagen den Schuss des Brasilianers abwehren.
37. Minute: Hoogma zieht aus rund 25 Metern zentraler Position ab, Knavs fälscht gefährlich ab, doch FCK-Keeper Georg Koch kann den Ball mit den Fingerspitzen zum Eckball lenken.
28. Minute: Kaiserslautern ist nicht zu bremsen! Ratinho spielt einen Pass auf die linke Seite auf Strasser. Der dringt in den Strafraum ein und lässt Pieckenhagen mit seinem Knaller aus elf Metern keine Chance.
22. Minute: Der FCK legt ein Tor nach, und wieder ist es Lincoln, der auf 0:2 erhöht. Der junge Brasilianer lässt mit einem energischen Antritt Hertzsch und Hoogma stehen, läuft alleine auf Pieckenhagen zu und schiebt den Ball ins rechte Toreck.
18. Minute: Führung für Kaiserslautern!! Nach einer Hereingabe von Harry Koch kommt Lincoln an den Ball, spielt den Ball Töfting durch die Beine und schiebt den Ball aus rund sieben Metern halbrechter Position zum 0:1 ins lange Eck.
14. Minute: Hoogma lässt gegen Lincoln kurz vor dem Strafraum das Bein stehen. Der folgende Freistoß von Basler wird von der HSV-Mauer zum Eckball abgewehrt.
9. Minute: Meijer legt den Ball für Mahdavikia auf, doch der wird zu weit nach links abgedrängt, so dass sein Schuss aus kurzer Distanz ans Außennetz geht.
6. Minute: Kaiserslautern setzt ein erstes Ausrufezeichen. Lokvenc kann sich schön gegen Panadic durchsetzen und zieht aus rund 13 Metern unbedrängt ab, doch sein Schuss ist zu unplatziert, HSV-Keeper Pieckenhagen kann klären.
4. Minute: Doppelpass zwischen Mahdavikia und Meijer, der Niederländer zieht von der Strafraumgrenze ab, doch sein strammer Schuss geht knapp drüber.
Anpfiff