Bundesliga 2001/2002, 7. Spieltag, Samstag, 22.09.01 um 15:30 Uhr in der Hamburger AOL Arena bei 16 Grad C:

Hamburger SV - SV Werder Bremen 0:4 (0:2)
 
Ich weiß nun wirklich nicht, was ich zu diesem tristen Nachmittag schreiben soll. Pagelsdorf wurde 2 Tage nach dem letzten Spiel entlassen.
Den Aussagen von Hackmann zufolge allerdings nur wegen des öffentlichen Drucks....

Nun ist Hieronymus Interims-Teamchef und Reutershahn leitet (weiterhin) das Training.

Auf dem Platz heute sah man exakt die Aufstellung, die auch Pagelsdorf vermutlich gewählt hätte. Das Bester für den genesenen Barbarez weichen muß, wäre wohl auch Pagel eingefallen.

Was allerdings abgeliefert wurde, war noch einen Tick schlechter als letzte Woche. Es war ja nicht mal ein Aufbäumen zu sehen.

Schon die ganze Woche hatte ich irgendwie weder in der Presse noch bei den Fans irgendwann mal das Gefühl, daß jemand meinte, es würde nun etwas besser ohne Pagelsdorf.

Und heute war es richtig grausam. Gegen eine nun wahrlich nicht gute Bremer Elf eine 0:4-Klatsche abgeholt. Wenn der Gegner uns dabei wenigstens schwindelig gespielt hätte. Aber neee, ich würde sagen, Bremen war so schlecht, daß sie vermutlich gegen die meisten Gegner heute verloren hätten. Aber bei uns konnten sie trotzdem 4 Tore machen.

Das gibt mir sehr zu denken. Nach den heutigen Leistungen befürchte ich, daß wir uns dieses Saison noch wesentlich ernster mit dem Abstieg beschäftigen werden müssen als letzte Saison. 

Die Leistung war desolat. Von allen. Nicht mal EIN richtiger Hoffnungsschimmer. Einzig Marek Heinz fand ich ca. 15 Minuten ganz o.k. Aber das kann es wohl nicht sein. Ich sehe momentan schwarz. Tief-schwarz.
Nun wird auch ziemlich blind irgendein neuer Trainer auserkoren werden und da kann man wohl nur beten, daß der HSV-Vorstand wenigstens dabei ein glückliches Händchen hat. Wirkliche Reisser sind ja nicht auf dem Markt.

Eine genaue Spielerbenotung verkneife ich mir mal. Alle Spieler lagen so zwischen 4- und 6. Besonders nah an der 6 stand das gesamte Mittelfeld mit Albertz, Töfting und Groth.

Pieckenhagen hält zwar ordentlich, aber vielleicht sollte ihm mal jemand den Tipp geben, daß man mit der Mauer beim Freistoss versucht, den Weg ZUM Tor zu versperren. 2 mal so peinliche Freistösse in 2 Wochen, die gerade an der Mauer vorbei gehen und dann trotzdem in das „nicht-Torwarteck“ einschlagen. Auch nicht erbauend.

Der Schiri fiel nicht auf, was wohl o.k. ist.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Ailton (13.)
0:2 Marco Bode (34.)
0:3 Fabian Ernst (84.)
0:4 Paul Stalteri (86.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Stig Töfting (34.), Sergej Barbarez (40.), Roy Präger (60.) 
Werder Bremen:Frank Verlaat (77.)

SCHIEDSRICHTER :  Lutz Michael Fröhlich 
ZUSCHAUER :  43,014 
DATUM :  22.09.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG :
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Martin Groth, Ingo Hertzsch, Jörg Albertz, 
Erik Meijer, Stig Töfting, Sergej Barbarez, Collin Benjamin, Marcel Ketelaer

Werder Bremen: Frank Rost, Frank Verlaat, Victor Skripnik, Mladen Krstajic, Frank Baumann, Tim Borowski, Ailton, Razundara Tjikuzu, Krisztian Lisztes, Marco Bode, Torsten Frings

WECHSEL 
Hamburger SV: Roy Präger für Collin Benjamin (46.), Marek Heinz für Marcel Ketelaer (62.), 
Werder Bremen: Fabian Ernst für Tim Borowski (67.), Paul Stalteri für Ailton (79.), Ivan Klasnic für Marco Bode (88.)
 

HSV auf dem Weg nach unten 
Hamburgs-Abwehrchef Nico Jan Hoogma brachte es nach dem 0:4 (0:2)-Debakel gegen Werder Bremen auf den Punkt: "Das ist nicht bundesligatauglich. So kann es nicht weitergehen." 
Fünf Tage nach dem Rauswurf von Trainer Frank Pagelsdorf zeigte der HSV eine desolate Leistung im 75. Nordderby und verlor auch in dieser Höhe verdient. 
Der HSV zeigte sich anfangs stark. Marcel Ketelaer hatte das 1:0 auf dem Fuß (6.), aber danach war es mit der Herrlichkeit schon vorbei, und Werder Bremen nutzte seine Chancen konsequent. 
Ailton (13.) besorgte die Führung. Nationalspieler Marco Bode (34.) erhöhte mit einem herrlichen 25-Meter-Freistoß auf 2:0. Fabian Ernst (83.) und Paul Stalteri (87.) machten den Kantersieg für Werder perfekt.

Hamburger völlig verunsichert
Das 0:1 war für die Gastgeber der Anfang vom Ende. Völlig verunsichert agierte die Hieronymus-Elf. Von durchdachtem Spielaufbau oder zündenden Ideen war überhaupt nichts zu sehen.
Vor 43.014 Zuschauern in der AOL-Arena gab es immer dasselbe: Der Ball wurde immer hoch in die Mitte gedroschen und fand keinen Abnehmer. Die Verunsicherung war dem HSV anzumerken. Auch Hieronymus schien in der Ansprache vor dem Spiel nicht die richtigen Worte gefunden zu haben.

Interims-Trainer braucht Zeit
Auch der Interimstrainer war entsetzt: "Ich brauche Zeit, um das zu verdauen." Aber Zeit haben die Hamburger nicht. Ein Sieg aus sieben Spielen bedeutet Rang 15 nach dem siebten Spieltag und die Tendenz geht weiter nach unten. 
Bitter für den HSV: Die Fans, die nicht schon vor dem Abpfiff das Stadion verlassen hatten, riefen nach Pagelsdorf. Die meisten skandierten hinterher: "Wir haben die Schnauze voll."

Retter muss schnell gefunden werden
Die HSV-Verantwortlichen hatten sich von der Entlassung von Frank Pagelsdorf und dem Einsetzen von Hieronymus eine Initialzündung erhofft, aber das ging nach hinten los. 
Der Frust wurde deutlich, als Torhüter Martin Pieckenhagen nach dem Spiel seine Trinkflasche mit voller Wucht gegen die leere Bank seines Teams schleuderte.
Nach fast zehn Jahren gelang es den "Grün-Weißen" endlich mal wieder in Hamburg zu siegen. 

Werder zeigte, wie es geht
Vielleicht sollten die Hamburger sich die Bremer als Vorbild nehmen. Die Werderaner standen vor dem Spiel nicht besser da, zogen sich aber mit einer konzentrierten Leistung aus dem Schlamassel.
Damit ist die Diskussion um Trainer Thomas Schaaf an der Weser erst mal ad acta gelegt.

Viel Arbeit für den Neuen an der Elbe
Egal, ob der neue HSV-Trainer nun Osim, Keagan, Gross, Rapolder, Hrubesch oder Leekens heißt, es wartet viel Arbeit. Die Mannschaft ist verunsichert und ohne jegliches Selbstvertrauen.
So viel steht fest: Vor den Hamburgern liegt eine schwere Woche. So schnell wie möglich muss ein Neuer gefunden werden, damit es am nächsten Samstag in Nürnberg die Wende gibt. 

Fakten:
Bremen siegt im Nordderby 
Nach fast zehn Jahren (10.11.91, 1:0 Tor durch Weltmeister Herrmann, Trainer war Rehhagel) gewinnen die Bremer wieder in Hamburg und das mit Kantersieg: Erst einmal zuvor gewann Bremen mit 4:0 in Hamburg, vor über 35 Jahren, am 13.02.65. 

Hamburger Heimklatsche
Zuletzt verlor der HSV mit vier Toren Unterschied zuhause am 11.12.98, beim 0:4 gegen Hertha BSC Berlin. Damit ist der HSV seit vier Spielen sieglos. 

Ungewohnte Nulldiät 
Zuletzt ohne Tor vor eigenem Publikum blieb der HSV im April letzten Jahres (30.4.00 beim 0:2 gg. Leverkusen) – seitdem gab es 21 Heimspiele mit mindestens einem Treffer für die Hanseaten. 

Ungewohnte Torlawine:
In der letzten Saison gelangen Werder nie mehr als drei Treffer (wie sonst nur 1860). Das letzte Mal erzielte Bremen am 13.5.2000 beim 4:0 gegen Duisburg mehr als drei Tore. Dazwischen lagen bis heute 41 Bundesliga-Spiele. 

Schlaglichter:
Desolater HSV
Der Trainerwechsel blieb ohne Erfolg, im Gegenteil: Ohne kämpferischen Einsatz, der HSV gewann als Heimmannschaft gerade einmal die Hälfte der Zweikämpfe, ging die Truppe von Interimstrainer Hieronymus zu Werke. Da nutzte auch die Feldüberlegenheit und 59% Ballbesitz nichts. Und die wenigen Chancen, die sich der HSV erspielte, vereitelte Frank Rost im Bremer Tor. Dazu die Unsicherheit in der Abwehr mit einem Ballverlust vor dem 0:1 (Benjamin) und einem überflüssigen Foul vor dem 0:2 (Töfting) in Strafraumnähe. Bremen sagte in Person von Marco Bode danke. Die Kontertore gegen Ende der Partie waren da nur noch Kunstfehler. 

Bode is back
Mit dem 2:0 gegen den HSV erzielte Marco Bode seit über fünf Monaten wieder einen Treffer (zuletzt am 31.03. beim 3:2 Sieg in München). Darüber hinaus bereitete er mit seiner Übersicht in der Schlussphase die Treffer von Ernst und Stalteri zum Endstand von 4:0 vor. Insgesamt war Bode mit acht an über der Hälfte der 15 Bremer Torschüsse in Hamburg direkt beteiligt. 

Starker Rückhalt Rost
Vor allem im zweiten Spielabschnitt bewahrte der Bremer Keeper seine Mannschaft mehrfach vor einem Gegentor: Insgesamt wehrte er neun Hamburger Torschüsse ab und gab der Bremer Abwehr durch sein souveränes Auftreten die nötige Sicherheit um das Hamburger Anrennen schadlos zu überstehen. 

Borowski durchsetzungsstark
Tim Borowski legte eine starke Partie in Hamburg hin: So energisch wie er beim Pressschlag mit Groth agierte und damit Ailton die Chance zum Führungstreffer ermöglichte, spielte er die gesamte Partie. Insgesamt 62% seiner Zweikämpfe entschied der Youngster für sich und ließ die HSV-Zentrale um Töfting nie zur Entfaltung kommen. 

Töfting neben der Spur
Als Kämpfer ist Stig Töfting bekannt, gegen Bremen kämpfte er mehr mit sich selbst als mit dem Gegner. Nur 27% der Zweikämpfe gewann der Däne, eine miserable Quote und der schwächste Wert aller Hamburger. Mit seinem Foul an Ailton eröffnete er Bode die Freistoßchance zum 2:0 (wie schon am letzten Spieltag. gegen Gladbach, als er Korzynietz foulte und Münch den Freistoß zum Gladbacher Anschlusstreffer nutzte). Auch nach vorne setzte er kaum Impulse, lediglich mit einem Weitschuss in der zweiten Hälfte sorgte er für Gefahr. 

Interims-Trainer Holger Hieronymus (Hamburger SV): 
"Die Mannschaft hat in der vergangenen Woche sehr gut gearbeitet. Wir haben versucht, nach vorne zu spielen. Mit ein bisschen Glück, was wir jetzt auch mal brauchen, können wir auch in Führung gehen. Durch das Gegentor haben wir dann alles, was wir uns vorgenommen haben, wieder aus den Augen verloren. Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen viel zu tun haben." 

Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): 
"Wir haben hinten sehr sicher gestanden. Das frühe Erfolgserlebnis hat der Mannschaft Sicherheit gegeben. In der zweiten Halbzeit hat der HSV mehr Druck gemacht. Insgesamt hat sich meine Mannschaft heute sehr gut präsentiert und sehr engagiert gespielt." 

Tospieler: Marco Bode (SV Werder Bremen)
Nach schwachen Wochen hat Marco Bode wohl seine Form wiedergefunden. Die Bremer Nummer 17 spielte überragend in der AOL-Arena. An drei der vier Bremer Tore war Bode direkt beteiligt. Der herrliche Freistoß zum 2:0 war sein erster Saisontreffer. Das 3:0 und 4:0 bereitete er vor. Fünf Torschüsse gab er selbst ab und drei legte er auf. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Krstajic (l.) und Borowski (M.) bedanken sich beim Spieler des Spiels (r.). 

Spielwertung: 3 Bälle ( von 4)

Kommentar:
Der Hamburger SV geht schweren Zeiten entgegen. Die Gastgeber begannen stark, aber schon nach zehn Minuten hatten sie ihr Pulver verschossen. Einfallslos und ohne ersichtliches Konzept spielten sie in der AOL-Arena. Ganz anders Werder. Sicher standen die Kicker von der Weser in der Abwehr und vorne wirkten sie abgeklärt. Ailton nutzte die erste richtige Chance zur Führung. Von da ab hatten nur noch die Bremer gute Gelegenheiten. Der 4:0-Sieg geht für die Schaaf-Elf deswegen in Ordnung. Der HSV muss schnell einen Trainer finden, der den Elbekickern wieder zeigt, wie man richtig Fußball spielt. 
Frihtjof Bublitz 

Taktik
Hamburg:
Der HSV spielte mit einem 3-4-3-System. Hoogma als Abwehrchef, rechts Hertzsch und links Ujfalusi. Im Mittelfeld ließ Interimstrainer Hieronymus Groth, Töfting und Albertz auflaufen. Davor sollte Barbarez die Offensive beleben. Im Sturm spielte links Ketelaer, in der Mitte Meijer und rechts Benjamin. Präger kam in der 46. Minute für Benjamin und Heinz (61.) für Ketelaer. Dadurch änderte sich in der taktischen Aufstellung aber nichts. 

Bremen:
Vor Rost schenkte Trainer Schaaf Baumann, Verlaat, Krstajic das Vertrauen. Davor standen im defensiven Mittelfeld Tjikuzu und Krstajic. Davor in der Zentrale Frings und Borowski. Als Spielmacher boten die Bremer diesmal Lisztes auf. Im Sturm rochierten Ailton und Bode. Die Einwechselungen von Ernst für Borowski (67.), Stalteri für Ailton (79.) und Klasnic für Bode (88.) brachten keine Veränderungen. 


 
kicker meldet: 
Holger Hieronymus, Teamchef beim Hamburger SV, nahm nur eine personelle Änderung gegenüber dem 3:3 gegen Mönchengladbach vor: Meijer rückte vom Mittelfeld für Bester in den Sturm, Barbarez nahm den freien Platz ein. Bei Werder Bremen gab es zwei Wechsel. Trainer Thomas Schaaf nahm Banovic und Stalteri aus der Startelf und vertraute Lisztes und Krstajic von Beginn an.

Das erste Spiel nach der Ära Pagelsdorf begann der HSV in einer offensiven Aufstellung. Hinter den drei Spitzen Benjamin, Ketelaer und Meijer sollte Barbarez im Mittelfeld die Fäden ziehen, Albertz (li.) und Groth (re.) auf den Außenbahnen zusätzlich für Druck sorgen. Bei Bremen rückte Krstajic in die Abwehr-Kette, Skripnik rutschte auf die linke Außenbahn vor. Das Spiel lenken sollte diesmal Lisztes, Herzog erhielt trotz seiner starken Leistung gegen Köln (1:1) keine Chance von Beginn an.

Im ersten Abschnitt bot der HSV eine ganz schwache Leistung, die Verunsicherung war den Spielern deutlich anzumerken. Ohne Biss in den Zweikämpfen, ohne Laufbereitschaft und ohne Ideen präsentierten sich die Hamburger. Den Bremern genügte eine disziplinierte Defensivleistung (Baumann nahm Barbarez aus dem Spiel), um den HSV in Schach zu halten.

Nach einer guten Möglichkeit für Ketelaer in der Anfangsphase (6.) verlor der HSV komplett den Faden und geriet durch individuelle Fehler in der Abwehr in Rückstand. Zunächst nutzte Ailton die Lücke aus, die eine zu weit aufgerückte HSV-Abwehr ihm bot, und schob den Ball an Pieckenhagen vorbei zum 0:1 ein (13.). Beim 0:2 durch Bode (35.) nach einem indirekten Freistoß aus rund 20 Metern gab Groth in der HSV-Mauer unfreiwillig Schützenhilfe, als er den Weg für den Ball freimachte.

Nach dem Wechsel brachte Hieronymus Geburtstagskind Präger (der ehemalige Wolfsburger wurde 30) für Benjamin. Bremen zog sich nun weit zurück, überließ dem HSV das Spielfeld und wartete auf Kontermöglichkeiten. Der HSV nun optisch überlegen, doch den spielerischen Faden fanden die Hamburger auch im zweiten Abschnitt nicht. Meistens wurden die Bälle aus dem Halbfeld hoch in den Bremer Strafraum geschlagen, wo sie eine Beute der sicheren Werder-Deckung wurden. Zunächst hatten sogar die Schützlinge von Thomas Schaaf bei ihren Kontern die besseren Möglichkeiten, doch Bode verpasste zwei Mal (57., 61.) um Haaresbreite.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit nahm der HSV mehr Tempo auf und entwickelte endlich Druck. Insbesondere die eingewechselten Präger und Heinz (kam in der 62. Minute für Ketelaer) sorgten für Belebung. Doch ein Meijer-Kopfball (67.) ging knapp am Tor vorbei und Heinz scheiterte aus aussichtsreicher Distanz an Rost (77.).

Bremen blieb durch Konter immer gefährlich. Zunächst ließen die Werderaner etliche Möglichkeiten ungenutzt, doch in der Schlussphase sorgten die eingewechselten Ernst (84.) und Stalteri (86.) gegen resignierte Hamburger für den 4:0-Endstand.

Bremen feierte gegen eine völlig verunsicherte HSV-Mannschaft einen auch in der Höhe verdienten 4:0-Erfolg. Hamburg steckt nach der teilweise desolaten Vorstellung nun mitten im Abstiegskampf.

Schlusspfiff
86. Minute: Gegen resignierte Hamburger erhöht Stalteri nach Bode-Pass auf 0:4.
84. Minute: Die Entscheidung! Ernst wird von Bode im Mittelfeld angespielt, der ehemalige HSV-Spieler nimmt gekonnt den Ball mit und überwindet Pieckenhagen zum 0:3.
78. Minute: Lisztes scheitert aus kurzer Distanz an Pieckenhagen.
77. Minute: Heinz scheitert mit einem strammen Linksschuss an Rost.
71. Minute: Einen zu kurz abgwehrten Ball schießt Töfting aus der Distanz aufs Tor, der Ball geht knapp rechts vorbei.
67. Minute: Ein Meijer-Kopfball geht knapp am Tor vorbei.
65. Minute: Meijer kann sich gegen Krstaijc durchsetzen, doch Barbarez verpasst die Hereingabe des Niederländers.
61. Minute: Jetzt spielt nur noch Bremen. Borowski legt den Ball mit der Hacke auf Bode ab, der von der Strafraumgrenze abzieht, aber knapp am rechten Pfosten vorbei zielt.
57. Minute: Ein Kopfball von Bode streicht um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.
56. Minute: Nochmal ein Konter der Werderaner. Tjikuzu wird auf rechts freigespielt, in der Mitte ist Ailton völlig frei, doch der Pass von Tjikuzu ist zu steil.
52. Minute: Konter der Bremer über Ailton und Bode, doch der Brasilianer schlenzt den Ball über das Tor.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
40. Minute: Distanzschuss von Ketelaer, Rost taucht runter und kann den Ball festhalten.
35. Minute: Bremen erhöht auf 0:2!! Töfting foult Ailton, es gibt Freistoß aus rund 20 Metern. Lisztes tippt den Ball kurz an, Bode zieht mit links ab und trifft ins rechte untere Toreck. Pieckenhagen ist ohne Chance.
25. Minute: Tjikuzu kann nahezu ungehindert über den halben Platz marschieren, Pieckenhagen lenkt seinen Schuss von der Strafraumgrenze zur Ecke.
20. Minute: Ausgleichschance für Hamburg nach einem Eckball. Zunächst klärt Rost glänzend gegen einen Albertz-Kopfball, den Nachschuss setzt Meijer ans Außennetz.
13. Minute: Bremen geht in Führung! Ailton kommt nach einem Zweikampf im Mittelfeld eher zufällig an den Ball und kann frei aufs HSV-Tor zulaufen. Der Brasilianer schiebt den Ball mit links überlegt an Pieckenhagen zum 0:1 ins Netz.
6. Minute: Gleich eine Möglichkeit für den HSV. Barbarez wird auf links angespielt, seine genaue Hereingabe findet Ketelaer, der aus elf Metern halblinker Position abzieht, doch Werder-Keeper Rost kann mit einem Blitzreflex den Schuss abwehren.
Anpfiff


 
dpa meldet: 
HSV erlebt Debakel gegen Bremen

Hamburg (dpa) - Nach der historischen Heimpleite gegen Werder Bremen redete der Kapitän des Hamburger SV Klartext. «Das ist nicht bundesligatauglich. So kann es nicht weitergehen», meinte Nico Hoogma nach dem 0:4 (0:2) im 75. Nordderby der Fußball-Bundesliga. 

Fünf Tage nach der Entlassung von Trainer Frank Pagelsdorf präsentierte sich der letztjährige Champions-League-Teilnehmer bei der zweiten Heimniederlage am 8. Spieltag in erschreckend schwacher Verfassung. «Ich brauche Zeit, um das zu verdauen», rang der neue Teamchef Holger Hieronymus nach Worten.

Vor 43 014 Zuschauern in der AOL-Arena verschafften die Gäste ihrem an der Weser ebenfalls in der Kritik stehenden Trainer Thomas Schaaf durch den ersten Auswärtssieg der Saison und den höchsten Erfolg aller Zeiten beim Nordrivalen eine Atempause. «Meine Mannschaft hat das sehr gut gemacht», freute sich der Trainer.

Ailton (13.) mit einem feinen Solo, Nationalspieler Marco Bode (34.) per Freistoß, der frühere HSV-Profi Fabian Ernst (84.) und der eingewechselte Kanadier Paul Stalteri (87.) erzielten die Treffer für die in allen Belangen überlegenen Bremer, die letztmals vor zehn Jahren beim Nachbarn gewonnen hatten. Vielleicht feierten die HSV-Fans auch deshalb ihren gefeuerten Trainer mit Sprechchören: «Pagelsdorf, Pagelsdorf.»

Die Trainerentlassung erhitzt noch immer die Gemüter. «Wir haben keine besonders glückliche Figur gemacht», räumte HSV-Chef Werner Hackmann vor dem Anpfiff ein und stellte fest: «Wir suchen selbstverständlich einen neuen Cheftrainer.» Hackmann, der vor einer Woche nach dem 3:3 des HSV gegen Gladbach versprochen hatte, dass Pagelsdorf auch gegen Bremen auf der Bank sitzen wird, will den Nachfolger schon «in Bälde» präsentieren. Auf den neuen HSV-Trainer wartet viel Arbeit.

Wie der Blitz aus heiterem Himmel kamen die Bremer zum Führungstor. Ein Schnitzer von Ex-Kapitän Martin Groth ließ Ailton im Mittelfeld in Ballbesitz kommen. Der Brasilianer vollendete sein Solo mit «Beinschuss» gegen Torhüter Martin Pieckenhagen, der eine höhere Niederlage verhinderte. Auch das 2:0 war ein Geschenk: Der Däne Stig Töfting ließ in der schlecht postierten Abwehrmauer das Leder passieren, Pieckenhagen war diesmal ohne Chance.

HSV-Idol Uwe Seeler blickte betrübt von der Tribüne. Hieronymus und Reutershahn brachten nach der Pause den drei Monate verletzt gewesenen Roy Präger, später auch noch den Tschechen Marek Heinz, doch all das nutzte nichts. «Ruhe bewahren, weiter nach vorne spielen», gab Reutershahn als Marschrichtung für die 2. Halbzeit aus. Doch Ernst sorgte mit seinem Tor für Ernüchterung und Stalteri für Entsetzen auf den Tribünen. Ein Transparent sagte viel über die Gefühlslage der HSV-Fans: «Danke Frank Pagelsdorf».