Bundesliga 2001/2002, 8. Spieltag, Samstag, 29.09.01 um 15:30 Uhr in Nürnberger Frankenstadion:

1. Fc Nürnberg - Hamburger SV 0:0

Ich habe das Speil nur in einem sehr kurzen ran-Bericht gesehen. Danach kann man es natürlich nicht beurteilen.
Aber sowohl Radio- als auch Fernsehkommentatoren waren sich einig, daß es ein sehr schwaches Spiel war.

In der aktuellen Situation bin ICH allerdings mit dem Auswärtspunkt und keinem Gegentor zufrieden.
 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE  :  -  

GELBE KARTEN  :
1.FC Nürnberg: Marek Nikl (51.) , David Jarolim (55.) 
Hamburger SV: Sergej Barbarez (15.), Jörg Albertz (25.), Nico Jan Hoogma (76.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Uwe Kemmling  
ZUSCHAUER :  31,200 
DATUM :  29.09.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
1.FC Nürnberg: Darius Kampa, Frank Wiblishauser, Nils-Eric Johansson, Marek Nikl, Tomasz Kos, David Jarolim, 
Louis Gomis, Stefan Leitl, Lars Müller, Tony Sanneh, Martin Driller

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Milan Fukal, Marcel Maltritz, Tomas Ujfalusi, Erik Meijer, Jörg Albertz, Stig Töfting, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach
 
WECHSEL 
1.FC Nürnberg: Jacek Krzynowek für Stefan Leitl (70.), Pavel David für Martin Driller (77.), Kai Michalke für Louis Gomis (79.)
Hamburger SV: Martin Groth für Jörg Albertz (63.), Marek Heinz für Erik Meijer (76.), Anthony Yeboah für Sergej Barbarez (92.)

 
Nur die Hoffnung auf einen neuen Trainer stützt den HSV noch  
Den neuen Anspruch des Hamburger SV präsentierte hinterher Sergej Barbarez. Seelenruhig teilte er mit, man habe ein gutes Spiel abgeliefert.

Ein gutes Spiel. Na ja, um ehrlich zu sein, das 0:0 zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV war ein außerordentlich schlechtes Spiel. Und das lag besonders am HSV.
 
Die Angst vor einer neuerlichen Pleite lähmte den letztjährigen Champions-League-Teilnehmer am Samstag neunzig Minuten lang. Kein Tor kassieren, das war Hamburgs vorrangiges Ziel im Frankenstadion. Und das gegen einen Aufsteiger.

Hieronymus: "Müssen kleine Brötchen backen"
Die Hanseaten sind spätestens seit dem Rauswurf von Frank Pagelsdorf und dem folgenden 0:4 gegen Werder Bremen völlig verunsichert. Da ist man offenbar mit einem Remis gegen einen Abstiegskandidaten schon zufrieden.

"Der Einsatz war da, wir sind den Nürnbergern nicht ins offene Messer gelaufen. Ich bin natürlich nicht begeistert von der Leistung meiner Mannschaft, doch in der momentanen Situation müssen wir kleine Brötchen backen", sagte Interims-Trainer Holger Hieronymus.

Gespräche mit mehreren Trainerkandidaten
So sieht es aus: Für den HSV geht es längst nicht mehr um internationale Weihen, es geht gegen den Abstieg. Das dürfte mittlerweile jedem im Klub klar sein.

Nun hofft man beim Traditionsverein auf einen neuen Impulsgeber. "Wir brauchen dringend einen neuen Trainer", sagt der Vorstandsvorsitzende Werner Hackmann.

Der Vereins-Boss schickte hinterher, es gebe derzeit Gespräche mit mehreren Kandidaten. Nächste Woche wolle man den Neuen präsentieren, spätestens übernächste.

Hackmann: "Wir kommen da wieder raus"
Wer die Kandidaten sind, gab Hackmann natürlich nicht preis. Gehandelt wird aber vor allem Kurt Jara, Trainer des FC Tirol.

Hackmann ist optimistisch, dass der HSV mit einem neuen Trainer die Wende schafft: "Wir kommen da wieder raus."

 
Fakten:
Nürnbergs nächste Nullnummer
Bereits zum fünften Mal in dieser Saison bleibt der Club ohne Torerfolg - Saisonhöchstwert. Nur der Tabellenletzte St. Pauli erzielte weniger Tore als Nürnberg. Zum ersten Mal in dieser Saison spielten die Franken Remis. In der letzten Spielzeit (2. Liga) hatten die Nürnberger die wenigsten Unentschieden aller Teams auf dem Konto (fünf). 

Hamburg im Abstiegskampf
Der HSV holte zwar seinen zweiten Auswärtspunkt, schaffte aber nur einen Sieg in acht Spielen. Auch nach dem Trainerwechsel rutschen die Hamburger weiter in den Keller und sind nur auf Grund der Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz. 

Wenig attraktives Duell
In den letzten fünf Partien im Frankenstadion zwischen Nürnberg und Hamburg fielen nur sechs Tore. Für Hamburg war es das zweite Spiel ohne Tor in Folge - zuletzt passierte dies dem HSV im April 2000 (damals sogar vier Spiele ohne Tor). Hat Hieronymus keinen Offensiv-Geist? Immerhin blieben sie mal wieder ohne Gegentor, dies gelang den Hanseaten in den vorangegangenen 13 Spielen nur einmal. 

Hieronymus veränderte Team
Nachdem der Hamburger Interims-Trainer Hieronymus in seinem ersten Spiel nur den wiedergenesenen Barbarez ins Team nahm, änderte er gegen den Club seine Anfangsformation auf drei Positionen: Ketelaer, Benjamin und Groth setzte er auf die Bank, dafür durften Fukal, Maltritz und Hollerbach beginnen. Für Fukal und Maltritz war es in dieser Saison der erste Einsatz von Beginn an. 

Schlaglichter:
Torszenen Mangelware
Beide Teams lieferten Fußball-Magerkost und das auch noch ohne das Salz in der Suppe. Insgesamt nur 22 Torschüsse liegen weit unter dem Bundesligadurchschnitt von 31 Schüssen pro Spiel. Erschreckend allerdings, dass von diesen 22 überhaupt nur sieben auf das Tor kamen. Die Nullnummer spiegelt die Torungefährlichkeit beider Teams somit exakt wieder. 

Barbarez Alleinunterhalter
Der Bosnier Sergej Barbarez ist nach seinen zwei Verletzungspausen zwar noch nicht wieder ganz der alte, zeigte jedoch eine starke Leistung. Barbarez gab sechs der neun Hamburger Torschüsse ab und legte noch einmal für einen Mitspieler auf. Er hatte zudem die meisten Ballkontakte aller Stürmer auf dem Feld - für einen Treffer reichte es jedoch (noch) nicht. 

Albertz von der Rolle
Jörg Albertz lieferte eine desolate erste Halbzeit ab: nur einen Zweikampf gewonnen, an keinem Torschuss beteiligt, wenige Ballkontakte und fast 40% Fehlpässe. Da nach der Pause nur eine unwesentliche Steigerung zu erkennen war, folgte als logische Konsequenz in der 63. Minute die Auswechslung von Albertz. 

Jarolim weiter mit Aufwärtstrend
Nürnbergs Spielmacher David Jarolim zeigte nach seinem guten Spiel in Köln auch gegen den HSV eine ordentliche Partie. Der Tscheche war an fünf Torschüssen beteiligt, hatte viele Ballkontakte und gewann 55% seiner Zweikämpfe. Den Hamburger Abwehrriegel konnte aber auch er nicht knacken. 

Hieronymus` Igeltaktik
Die 0:4-Packung gegen Bremen veranlasste HSV-Trainer Hieronymus zu einer Mauertaktik. Vor seiner Dreier-Abwehr ließ er im Mittelfeld einen Fünfer-Riegel aufbauen und vorne stand das Sturm-Duo Barbarez/Meijer weitestgehend allein auf weiter Flur. Die Folge waren 59% Ballbesitz für den Club, der jedoch aus dieser optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen konnte. 

Trainer Klaus Augenthaler (1. FC Nürnberg): 
"Wir haben zwei Punkte verloren. In der ersten Halbzeit hatten wir noch zwei, drei gute Möglichkeiten, da hätten wir ein Tor schießen müssen. Aber das ist derzeit unser Manko. Man muss auch einmal mit einem 0:0 zufrieden sein, auch wenn's schwer fällt."    
 
Interims-Trainer Holger Hieronymus (Hamburger SV): 
"Der Einsatz war da, wir wollten die Räume eng machen und den Nürnbergern nicht ins offene Messer laufen. Das ist uns gelungen. Ich war von dem Spiel natürlich nicht begeistert, aber in unsere Situation kommt's nicht drauf an, einen Schönheitspreis zu gewinnen. `  

Topspieler:
Das Prädikat "Topspieler" hat sich bei dieser Partie keiner der Akteure verdient. Zwei Spieler haben sich am Samstagnachmittag im Frankenstadion aber zumindest hervorgetan: Auf Hamburgs Seite Verteidiger Tomas Ujfalusi (im Bild rechts), der 68 Prozent seiner Zweikämpfe gewann und damit großen Anteil daran hatte, dass die Hanseaten diesmal ohne Gegentor blieben. Auf Nürnbergs Seite fiel Lars Müller auf. Elf Flanken schickte er Richtung HSV-Tor, die meisten davon waren durchaus gefahrbringend.  

Spielwertung: 1 Ball (von 4)
 
Kommentar:
Dass der letztjährige Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV bei einem Aufsteiger mit einem 0:0 zufrieden war, sagt schon alles über den derzeitigen Zustand des HSV. Die Mannschaft agierte im Frankenstadion von Anfang an voller Angst vor einem Rückstand. Das herbe 0:4 gegen Bremen aus der Vorwoche steckte noch in den Köpfen, kein Wunder. Dass die Hamburger diesmal schadlos davongekommen sind, lag einzig und allein an der Abschluss-Schwäche der Nürnberger. Fazit: Interims-Trainer Holger Hieronymus muss so schnell wie möglich einen neuen Coach für den HSV finden.
Michael Gerhäußer  

 
Taktik:
1. FC Nürnberg:
Vor Torwart Kampa spielte die übliche Viererkette mit Kos, Wiblishauser, Johansson und Sanneh. Vor der Abwehr räumte Nikl ab. Leitl und Müller sollten die beiden Stürmer Gomis und Driller mit Flanken versorgen. Jarolim war zentraler Passgeber der Nürnberger.

Hamburger SV:
Pieckenhagen stand wie immer im Tor. Davor dirigierte Hoogma die Abwehr. Um Nürnbergs Stürmer kümmerten sich Ujfalusi und Hertzsch. Das Mittelfeld bestand aus vier vorwiegend defensiv orientierten Spielern: Hollerbach, Töfting, Maltritz und Fukal. Albertz agierte im halblinken offensiven Mittelfeld. Barbarez und Meijer bildeten den HSV-Sturm.  


 
kicker meldet: 
Spielbericht 
  
Der 1. FC Nürnberg trat im Vergleich zum jüngsten 2:1-Erfolg beim 1. FC Köln auf einer Position verändert an: Im Angriff bekam Gomis von Trainer Klaus Augenthaler den Vorzug vor Michalke. Driller, der sich am Mittwoch im Training eine Wadenprellung zuzog, wurde rechtzeitig wieder fit. Nach der 0:4-Schlappe auf eigenem Platz gegen den Erzrivalen Werder Bremen stellte HSV-Coach Holger Hieronymus wie folgt um: Fukal, Maltritz und Hollerbach standen an Stelle von Groth, Benjamin und Ketelaer in der Startelf. Defensivspieler Hoogma absolvierte sein 100. Bundesligaspiel.

Die Nürnberger kontrollierten von Anbeginn die ruhige Partie. Sie zeigten einen geordneten Spielaufbau aus der Vierer-Abwehrkette heraus, zogen das Spiel meist in die Breite. Der größere Druck wurde über die linke Seite mit Wiblishauser und Müller erzielt. Dabei streuten die Franken ihre Angriffsvariationen. Entweder wurde bis Strafraumhöhe durchkombiniert und dann geflankt oder aber aus dem Halbfeld heraus die Stürmer Driller und Gomis mit weiten Bällen gesucht. So und so kam der FCN zu Chancen, doch sowohl Gomis (per Schuss und per Kopf) als auch Driller (Kopf) vergaben. Es war kein Feuerwerk, das der Club abbrannte, und dennoch war er Spiel bestimmend und der Führung näher. Der HSV nämlich agierte zu verhalten, teils verunsichert und ohne Durchschlagskraft gegen die sicher stehende FCN-Defensive. Die Aktionen waren zu behäbig und leicht durchschaubar, so dass es für die Hanseaten bis auf ein Schüsschen von Barberez zu keinen Chancen kam. Priorität besaß für den HSV, keine Fehler in der Defensive zu machen, hinten dicht zu stehen. Der Club verpasste es, mit mehr Mut zum Risiko, die Schwächen in der vielbeinigen HSV-Abwehr auszunutzen. Immer wieder boten sich Kopfballchancen. In der Schlussminute der ersten Halbzeit hätte sich dies fast gerächt, als Meijer nach Flanke von Barbarez an den rechten Außenpfosten köpfte. Im direkten Gegenzug schoss Driller nach Rückgabe von Leitl aus 14 Metern nur ganz knapp drüber.

Beide Teams kamen personell unverändert aus der Kabine, und genauso unverändert niedrig blieb das Tempo der Partie. Der Club hatte weiterhin mehr Spielanteile, jedoch fehlte es im Angriff an den nötigen Überraschungsmomenten. Die Hamburger Innenverteidigung hatte sich nun besser auf die Flanken eingestellt. Erst nach einer knappen Stunde kam etwas mehr Betriebsamkeit ins Spiel, die Aktionen waren nicht mehr so schematisch. Allerdings fehlte dadurch bei beiden Mannschaften auch des Öfteren die Präzision im Abspiel. Nürnberg, nach wie vor mit deutlich mehr Ballbesitz, hatte mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr Angst, sich einen Konter einzufangen. Das Niveau wurde immer schlechter. Der HSV blieb weiterhin äußerst ungefährlich und leistete sich zu viele Abspielfehler. Nach hinten beteiligten sich fast alle Hamburger, die teils zu zehnt am eigenen Strafraum standen. Gegen dieses Bollwerk rannte der Club zu ideenlos an. Torchancen waren daher extrem rar.

Ein glücklicher Punktgewinn für den Hamburger SV in einer mit zunehmender Spielzeit immer schlechter werdenden Partie. Angst essen Seele auf - das galt zumindest in der Schlussphase auch für den überlegenen Club.
 

Das Spiel im Ticker:
Schlusspfiff
74. Minute: Drillers Kopfball nach Flanke von Müller ist zu schwach und stellt Keeper Pieckenhagen vor keine Probleme.
68. Minute: Meijer jagt Leitl den Ball ab und spielt sofort weit und steil auf Barbarez, der schneller als Johannson ist, doch Kampa rettet gegen den HSV-Stürmer.
57. Minute: Hollerbach flankt gefühlvoll von links auf Barbarez, doch der Stürmer trifft den Ball aus sechs Metern nicht richtig, sein Kopfball geht rechts vorbei.
47. Minute: Jarolim schießt einen direkten Freistoß aus 19 Metern knapp rechts vorbei.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Leitl legt von der rechten Grundlinie zurück, aber Drillers Direktabnahme aus 14 Metern streicht knapp über die Latte.
45. Minute: Barbarez flankt von links auf Meijer, dessen Kopfball aus zwei Metern aus spitzem Winkel an den Außenpfosten klatscht.
41. Minute: Jarolim probierts mit rechts aus 18 Metern, doch Pieckenhagen hält den Aufsetzer sicher.
34. Minute: Gomis köpft eine Flanke von Wiblishauser aus zwölf Metern drüber. Eine Minute später flankt der Stürmer selbst, Pieckenhagen kann Müllers Kopfball aber parieren.
29. Minute: Barbarez zieht von der Mittellinie los, deckt den Ball gut ab und kommt nach einem kurzen Sprint aus 17 Metern halblinker Position mit links zum Schuss. Kampa hält den flachen Ball sicher.
26. Minute: Jarolim flankt vom rechten Strafraumeck, in der Mitte steigt Gomis völlig unbedrängt hoch, köpft aber aus 10 Metern links vorbei.
18. Minute: Wiblishauser flankt von links weit auf den zweiten Pfosten, dort legt Driller per Kopf zurück auf Jarolim, dessen Direktschuss aus elf Metern jedoch abgeblockt wird.
10. Minute: Müller kann von links unbedrängt auf Driller flanken, dessen scharfer Kopfball vom Elfmeterpunkt knapp links vorbeigeht.
4. Minute: Gomis, der den Vorzug vor Michalke bekam, zieht mit rechts aus 16 Metern halbrechter Position ab, doch sein Flachschuss geht haarscharf links vorbei.
Anpfiff


 
dpa meldet: Spiel der Schwachen: 1. FC Nürnberg und HSV mit Nullnummer
Nürnberg (dpa) - Der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV haben im direkten Kellerduell eine in jeder Hinsicht enttäuschende «Nullnummer» hingelegt. In einer schwachen Partie des achten Spieltages der Fußball-Bundesliga mussten die Franken am Samstag mit einem 0:0 gegen die Norddeutschen zufrieden sein. 

 Der auswärts noch sieglose HSV, der nach der Entlassung von Frank Pagelsdorf von Interimscoach und Sportchef Holger Hieronymus betreut wird, agierte ängstlich und zeigte vor 31 200 Zuschauern im Frankenstadion eine erschreckend schwache Vorstellung. In der Abschlussschwäche seiner Mannschaft sah Nürnbergs Trainer Klaus Augenthaler nach dem Spiel das «Manko». «Wir haben leider zwei Punkte abgegeben. Das Positivste war noch, dass wir nicht verloren haben», meinte der Weltmeister von 1990. 

Hieronymus zeigte sich nach der wenig berauschenden Vorstellung seiner Kicker zu Recht bescheiden. «Der Einsatz war da, wir sind den Nürnbergern nicht ins offene Messer gelaufen. Ich bin natürlich nicht begeistert von der Leistung meiner Mannschaft, doch in der momentanen Situation müssen wir kleine Brötchen backen», sagte er. 

Die mit einer 3/5/2-Defensivtaktik angetretenen Hamburger überstanden das Spiel ohne Gegentor dank der Abschlussschwäche der Nürnberger, die zwar spielerisch auch keine Bäume ausrissen, doch im Angriff wenigstens für einige brenzlige Situationen vor dem HSV-Tor sorgten. Martin Driller setzte einen Kopfball in der 9. Minute knapp am Tor vorbei, Louis Gomis (25.) vergab danach ebenso wie David Jarolim (41.) aus 16 m. Zudem scheiterte Driller in der 45. Minute mit einem 14-m-Volleyschuss an der Querlatte. Der Niederländer Erik Meijer sorgte für die einzige brenzlige Szene auf der Gegenseite, als er den Ball nach einer Ecke von Sergej Barbarez an den Pfosten des Nürnberger Tores setzte. 

In den zweiten 45 Minuten bot sich das gleiche Bild. Die verloren wirkenden Hamburger, bei denen Milan Fukal, Marcel Maltritz und Bernd Hollerbach erstmals in der Anfangsformation standen, kamen kaum aus der eigenen Hälfte heraus und zeigten sich in vielen Situationen überfordert. Auch war bei den Hamburgern kein Wille für Gegenangriffe zu sehen. Meist in die Verteidigung gedrängt, hofften die Norddeutschen, die noch vor einem Jahr in der Champions League gespielt hatten, wenigstens einen Zähler aus Nürnberg zu entführen. 

Trotzdem hätten die Hamburger sogar in Führung gehen können, nachdem die Franken kein Mittel fanden, Torhüter Martin Pieckenhagen zu überwinden. Nach einem Steilpass von Meijer scheiterte Barbarez (67.) aus zehn Metern an Torhüter Darius Kampa, der das Leder um den Pfosten lenkte. Fazit dieses erschreckend schwaches Spieles, das die Zuschauer mit Pfiffen quittierten: Aufsteiger Nürnberg spielerisch wirkungslos, die nun seit sechs Spielen sieglosen Hamburger von der Rolle.