Bundesliga 2001/2002, 10. Spieltag, Sonntag, 21.10.01 um 17:30 Uhr in Wolfsburg bei ca. 10 - 15 Grad und Regen.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Der erste Sieg in Wolfsburg ist perfekt. Allerdings wurde er nicht perfekt herausgespielt, sondern vielleicht doch ein bißchen glücklich. Vielleicht hat uns Jara noch keinen perfekten Fussball eingeimpft, aber ich glaube man kann sagen, daß er uns zumindest das Glück zurückgebracht hat.

Der HSV begann in der Aufstellung für mich recht überraschend mit Präger im Sturm statt Meijer. Ob das nun darin begründet liegt, daß Meijer nicht so gut war oder Roy so stark oder man sich vielleicht einen an alter Wirkungsstätte besonders motivierten Präger vorgestellt hatte, vermag ich nicht zu sagen.

Roy spielte mittelmäßig und hätte doch schon rechtzeitiger den Sieg perfekt machen können. 

Der HSV begann die ersten Minuten ganz schwungvoll, aber dann verflachte das Spiel doch mehr und mehr. Das lag aber nicht an guten Wolfsburgern. Die brachten auch kaum Szenen zu Stande, in denen man Angst entwickeln mußte. Das Spiel schleppte sich dann so bis zur Halbzeit.
Wirklich wesentlich besser wurde es allerdings auch nicht in der 2. Halbzeit. Aber nach einem Eckstoß konnten wir dann doch mit 1:0 in Führung gehen. Kapitän Nico-Jan Hoogma besorgte es per Kopf. 

Dann verfiel man aber leider doch wieder in den Fehler, den wir unter Trainer Pagelsdorf schon oft genug sehen mußte: Man zog sich viel zu sehr in die eigene Hälfte zurück und fuhr auch zu selten richtige Konter. Meist wurde der Ball sinnlos nach vorne gedroschen. Ein paar Mal wurden die Konter aber auch ordentlich ausgespielt und bei einem dieser Konter hätte Präger eben auch das entscheidende 2:0 machen können, ... oder müssen.
Nach Hereingabe von rechts durch  Barbarez stand Roy vollkommen frei vor dem Tor. Und schoß den Torwart an. Da hätte er sich wirklich die Ecke aussuchen können und hätte das Tor machen müssen.

Gerade beim HSV zieht so etwas meist eine „Strafe“ in Form von Gegentoren nach sich, aber diesmal meinte es der Fussballgott gut mit uns. Und er hatte in Pieckenhagen heute auch einen irdischen Helfer. Piecke hielt alle Flachschüsse sicher, obwohl das auf dem nassen Boden bestimmt nicht immer einfach war. Und seine größte Tat ermöglichte ihm dann Bernd Hollerbach, der einen VW-Städter im Strafraum zu Fall brachte. Ob es 100%ig ein Elfer war, kann ich nicht sagen, aber es sah schon etwas seltsam aus, wie Holler in diesen Zweikampf ging.
Jedenfalls hielt Pieckenhagen diesen Elfer und sicherte uns damit den Sieg.

Nach diesem Elfer spielte der HSV dann auch nicht mehr nur hinten drin sondern konterte auch mal wieder, wobei Marek Heinz noch zwei Torchancen hatte.

Letztendlich konnte auch der sehr bescheidene Schiedsrichter Wack dann nicht mehr umhin, dem HSV um 19:18 Uhr den ersten Auswärtssieg der Saison durch den Schlußpfiff zu bescheren. Das war aber auch einer der wenigen positiven Pfiffe von Herrn Wack.

Insgesamt kein dolles Spiel, aber schon der zweite Sieg für Kurt Jara. Damit hat er dann auch schon den Trainer-Einstandsrekord der HSV-Geschichte eingestellt. Da nun Rostock kommt, hege ich doch die Hoffnung, daß er auch noch alleiniger Rekordhalter werden könnte.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Er hat absolut keinen Fehler gemacht (außer vielleicht einem schlechten Abwurf). Alles richtig gut gehalten und dann sogar noch einen Elfer pariert. Mehr kann man wohl nicht erwarten: Note 1

Hoogma: Gefiel mir heute nach vielen schlechten Wochen mal wieder richtig gut. Das kann aber auch daran liegen, daß er nicht mehr so tief hinten drin steht, sondern auch mal das Spiel mit ankurbelt. Mit zwei konstanten Manndeckern klappt das gut: Note 2

Ujfalusi: Auf den habe ich heute mal mehr geachtet und er hat mir herausragend gut gefallen. Seine Gegenspeiler haben keinen Stich gesehen. Er gewinnt auch fast jedes Kopfballduell: Note 1

Hertzsch: Auch „Inge“ gefiel mir heute wieder gut. Er erledigte seine Abwehraufgaben souverän: Note 2

Hollerbach: gefiel mir eigentlich ganz gut, auch wenn es insgesamt wohl eher nur eine durchschnittliche Leistung war: Note 3

Maltritz: Der fällt mir im Spiel immer kaum auf. Auch heute war das nicht anders. Er arbeitet auf jeden Fall mehr als Zerstörer denn als Aufbauspieler: Note 4

Töfting: Licht und Schatten. Er hatte heute aber auch das Problem, daß sich die Leute oft nicht freiliefen, als er den Ball hatte. Note 4

Benyamin: War wieder sehr bemüht und konnte sich einige Male auch durchsetzen auf der rechten Bahn. Insgesamt aber ohne viele Impulse: Note 4

Ketelaer: Nach der guten Vorstellung gegen Berlin heute wesentlich farbloser: Note 4

Barbarez: Ließ heute erstmals mit seinen vielen Fehlpässen einen Gedanken „Formschwäche“ bei mir aufkommen. Er hatte aber auch ein paar Chancen. Im Mittelfeld aber zu „schlusig“: Note 4

Schiri: Herr Wack war heute für mich wirklich brutal schlecht. Zuerst schien er sich für den Friedens Nobel-Preis bewerben zu wollen, indem er überhaupt keine gelben Karten verteilte und dann entschied er zunehmend gegen den HSV. Allerdings nichts spielentscheidendes (wobei ich mal davon ausgehe, daß es wirklich ein Elfer war): Note 4--

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:  

TORE  :  0:1 Nico Jan Hoogma (58.)

GELBE KARTEN  
VfL Wolfsburg: Tobias Rau (50.) , Stefan Schnoor (62.) , Robson Ponte (86.) 
Hamburger SV: Nico Jan Hoogma (51.), Ingo Hertzsch (79.), Bernd Hollerbach (81.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Dr. Franz-Xaver Wack  
ZUSCHAUER :  19,080 
DATUM :  21.10.01   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
VfL Wolfsburg: Claus Reitmaier, Andrzej Juskowiak, Dorinel Munteanu, Tobias Rau, Frank Greiner, Martin Petrov, Maik Franz, Sven Müller, Charles Akonnor, Stefan Schnoor, Miroslav Karhan

Hamburger SV:
Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Marcel Ketelaer, Marcel Maltritz, Stig Töfting, Collin Benjamin, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Tomas Ujfalusi, Roy Präger
 
WECHSEL 
VfL Wolfsburg: Robson Ponte für Andrzej Juskowiak (58.), Jürgen Rische für Sven Müller (65.), Patrick Weiser für Tobias Rau (74.)

Hamburger SV: Martin Groth für Roy Präger (77.), Marek Heinz für Marcel Ketelaer (85.), 
 

HSV: Spaß am Fußball ist zurück  
Er stand an der Seitenlinie wie das berühmte HB-Männchen. Kurt Jara, Trainer des Hamburger SV hüpfte, zitterte und bangte sichtlich mit, ehe der 1:0-Sieg seiner Mannschaft beim VfL Wolfsburg unter Dach und Fach war. 

Der Trainer scheint sich bereits voll mit seinem neuen Arbeitgeber zu identifizieren. Die Hanseaten freut's: Durch den Sieg haben die Hamburger den Sprung ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle geschafft.  

Wer vor dem Spiel ein ähnliches Torfestival erwartet hatte wie in den beiden Spielzeiten zuvor, als die Duelle jeweils 4:4 endeten, der hatte eines nicht mitbekommen: Beim VfL und dem HSV ist in den vergangenen Wochen wieder Disziplin eingekehrt. 

Hoogmas Lobeshymne
Vor allem der HSV unter seinem neuen Trainer Kurt Jara hat den Weg zurück zu gepflegtem, spielerisch überzeugendem und erfolgreichem Fußball gefunden. So war es auch kein Wunder, dass Kapitän Nico-Jan Hoogma seinen Trainer nach dem Spiel mit Lob überhäufte. 

"Wir haben wieder Spaß am Fußball, vor allem spielen wir wieder richtigen Fußball. Der Trainer gibt uns ein System vor und setzt die Spieler dementsprechend ein", sagte Hoogma, dessen Kopfballtor in der 58. Minute der spielentscheidende Treffer war.

Das Glück passt ins Bild
Doch nicht nur er wusste zu überzeugen, sondern die gesamte Hamburger Mannschaft. Deshalb verteilte Jara auch verbale Streicheleinheiten an sein Team.

"Die Mannschaft hat heute sensationell gekämpft und hervorragend gespielt. Wir müssen in Zukunft jedes Spiel so angehen wie heute", freute sich Jara. 

Dass den Hamburgern bei Pieckenhagens pariertem Elfmeter kurz vor Schluss auch ein wenig das Glück zur Seite stand, passt ins Bild. Kein Wunder, dass Jara nach Spielende mit einem Augenzwinkern davon sprach, "nur die positiven Dinge aus dem Spiel" herausstellen zu wollen. 

"Wölfe" zu ängstlich
Wolfsburg dagegen befindet sich wieder mitten im Abstiegskampf. "Es war vor dem Spiel klar, dass der Verlierer des heutigen Tages wieder unten mit dabei sein würde. Und der Verlierer waren wir", sagte Trainer Wolfgang Wolf enttäuscht. 

Für den "Wölfe"-Coach war die Nervosität seiner Spieler entscheidend für die Pleite. "Angesichts der Ausgangslage war bei dem einen oder anderen Spieler vielleicht ein bisschen Angst dabei." Was nicht gerade für die Mannschaft spricht, wenn sie dem Druck eines eventuellen Rückschlags nicht gewachsen ist.
 

Fakten:
HSV-Erfolgsgarant Kurt Jara
Es war der zweite Sieg im zweiten Spiel mit Jara, zugleich der erste HSV-Sieg in Wolfsburg im fünften Anlauf. Nach acht sieglosen Spielen in der Fremde gab es endlich wieder einen Dreier für den HSV. Zum dritten Mal hintereinander blieb der HSV nun ohne Gegentor, das hatte es seit über eineinhalb Jahren nicht gegeben (im März und April 2000 waren es sogar vier Spiele in Folge). 

Schlechtester Wolfsburger Start 
Noch nie zuvor hatten die Wolfsburger nach zehn Spielen so wenige Punkte. In dieser Saison sind es neun, bislang waren es immer mindestens elf. 

Präger von Anfang an dabei
Roy Präger, der in der laufenden Spielzeit erst drei Mal eingewechselt worden war und dabei 81 Minuten gespielt hatte, durfte gegen seinen ehemaligen Klub VfL Wolfsburg zum ersten Mal in dieser Saison von Anfang an spielen. Beim Meisterschaftsfinale gegen Bayern München am 19. Mai stand Präger zuletzt in der Anfangself des HSV. 

Meijer nur auf der Bank
Erik Meijer, der in Wolfsburg für Roy Präger weichen musste, saß zum ersten Mal in dieser Saison beim Anpfiff auf der Bank. Zum letzten Mal widerfuhr ihm dieses Schicksal am 17. Februar 2001 in Dortmund (4:2 für den BVB), 90 Minuten auf der Bank verbrachte er zuletzt in einem Bundesligaspiel am 15. Mai 1999 für Leverkusen in Duisburg (0:0) – nun in Wolfsburg wieder. 

Schlaglichter:
Hoogma souverän
Nico Jan Hoogma war nicht nur auf Grund des Siegtores eine der auffälligsten Figuren auf dem Platz. Er hatte beim HSV die meisten Ballkontakte (81), gewann 13 seiner 20 Zweikämpfe und ließ in der Abwehr nie etwas anbrennen. 

Munteanu unermüdlich
Als Kopf des kreativen Wolfsburger Spiels überzeugte gegen den HSV Dorinel Munteanu zumindest phasenweise. Er wurde von seinen Mitspielern immer wieder gesucht, hatte mit großem Abstand die meisten Ballkontakte (92, die nächsten Wolfsburger hatten 54!), legte zu sieben Torschüssen auf, schlug sechs Flanken und gewann immerhin 13 seiner 28 Zweikämpfe. 

Präger äußerst agil
Die überraschende Hereinnahme von Roy Präger machte sich für den HSV in Wolfsburg bezahlt. Der Stürmer zeigte als einer der wenigen in einer lange Zeit schwachen Partie Zug zum Tor, gab selbst sechs Torschüsse ab, gewann sogar mehr als die Hälfte der Zweikämpfe (elf von 21) und war häufig (fünf Mal) nur durch Fouls zu stoppen. 

Leichtes Übergewicht des HSV
Der HSV hatte auf Grund der besseren Anfangsphase in beiden Halbzeiten am Ende ein Übergewicht bei den Spielanteilen. 55 zu 45 Prozent der Ballkontakte lagen bei den Hanseaten und 52 zu 48 Prozent der Zweikämpfe konnten die Gäste für sich entscheiden. Nur bei den Torschüssen (17:13 für Wolfsburg) und den Flanken (15:7, davon allein fünf der Hamburger von Ketelaer) hatten die Gastgeber am Ende ein Plus. 

Petrov auffällig und unglücklich
Der Bulgare Martin Petrov, nach seinen zwei Toren in Köln zuletzt im Aufwind, gab allein neun der 17 Wolfsburger Torschüsse ab. Zwei weitere bereitete er vor, doch der Ausgleich gelang ihm, trotz eines Elfmeters, nicht. Für einen Stürmer gewann er ordentliche 41 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte mit42 überdurchschnittlich viele Ballkontakte. 

Hollerbach auf Jakobs’ Spuren
Bernd Hollerbach war in einigen Szenen in Wolfsburg überfordert und musste insgesamt sechs Mal zu unfairen Mitteln greifen. Dabei verursachte er einen Elfmeter und handelte sich eine Gelbe Karte ein. Es war seine 52. im HSV-Dress, das bedeutet eine Einstellung des Vereinsrekords von Ditmar Jakobs. 

Wolfgang Wolf (VfL Wolfsburg):
"Es war vorher klar, dass die Mannschaft, die heute verliert, wieder unten mit dabei ist. So war das Spiel auch geprägt. Es war abzusehen, dass die Mannschaft verliert, die den ersten Fehler macht. Das waren leider wir. Den Elfmeter hätten wir natürlich verwerten müssen. Es war vorher abgemacht, dass Martin Petrov schießen soll. Aber er wurde gefoult, vielleicht hätte er besser jemand anderen schießen lassen sollen."    
 

Kurt Jara (Hamburger SV):
"Meine Mannschaft hat heute hervorragend gekämpft und auch hervorragend gespielt. Das war insgesamt ein guter Anfang, aber wir hätten das Spiel heute schon früher entscheiden müssen. Die Mannschaft arbeitet hervorragend mit, sie ist wieder eine Einheit."  

Topspieler: Nico-Jan Hoogma (Hamburger SV)
Mit seinem dritten Saisontor bescherte der holländische Abwehrchef des HSV seinem Trainer Kurt Jara auch eine erfolgreiche Auswärtspremiere in der Bundesliga. Der Kapitän, ein Paradebeispiel für Konstanz und professionelle Einstellung auch in fußballerisch schlechten Zeiten, bestach in Wolfsburg durch seine Führungsqualitäten. Bestechend auch seine statistischen Werte: Er gewann 65 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte zudem die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft. Was Hoogma anpackte, hatte Hand und Fuß: Der 32-Jährige gab einen Torschuss ab - und der war drin.  

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)

Kommentar:
Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, was ein Trainerwechsel bewirken kann. Beispiel Hamburger SV: Bei den Norddeutschen herrschten noch vor drei Wochen chaosähnliche Zustände. Damals wurde pomadiger, emotionsloser und, vor allem, erfolgloser Fußball gespielt. Es wäre zu einfach, Ex-Trainer Frank Pagelsdorf die alleinige Verantwortung dafür zu geben. Vielmehr dürften nach seiner langen Amtszeit schlicht und einfach Abnutzungserscheinung aufgetreten sein. So wie sie bei jedem Verein vorkommen. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Dann kam Kurt Jara. Und mittlerweile zeigt der HSV wieder Herz, Kampfgeist und Spielkultur. 
Gregory Straub  

Taktik:
VfL Wolfsburg
Nichts Neues im Tor: Reitmaier hütete wieder einmal den Kasten der "Wölfe". Davor verteidigten Greiner (rechts), Franz, Schnoor und Rau. Das defensive Mittelfeld bildeten Akonnor (links), Karhan und Müller. Davor agierte Munteanu leicht links versetzt, hinter den Spitzen Juskowiak und Petrov. 

Hamburger SV
Vor Torhüter Pieckenhagen spielte eine Dreierkette mit Hertzsch (rechts), Hoogma und Ujfalusi. Das kompakte Mittelfeld bildeten zentral Töfting, links Hollerbach und halbrechts Benjamin. Maltritz sollte sich auf der rechten Seite um Munteanu kümmern. Ketelaer (links) und Präger agierten als hängende Spitzen, die Barbarez mit Flanken versorgen sollten.  


 
kicker meldet: 
Chancenverhältnis: 4:7 
Eckenverhältnis: 7:6 
Schiedsrichter: Wack, Dr. (Biberbach), Note 3 - nur kleinere Fehler in einer leicht zu leitenden Partie 
Zuschauer: 19080 
Bes. Vorkommnisse: Pieckenhagen hält Foulelfmeter von Petrov (81.)
 
Spielnote: 3,5 
Spieler des Spiels:  Hoogma - Ein umsichtiger Abwehrchef, der sich zudem immer wieder in den Angriff einschaltete. Krönte seine Leistung mit einem Tor. 
  
Analyse 
  
Personal: Ein Stürmer rein, ein Stürmer raus - so sah es auf beiden Seiten im Vergleich zur Vorwoche aus. Von den elf Wolfsburgern, die beim 4:0 in Köln begannen, musste nur Ponte auf die Bank, für ihn kam Juskowiak. Beim HSV begann im Gegensatz zum 4:0 über Berlin Präger anstelle von Meijer.

Taktik: Die Wolfsburger agierten mit der gewohnten Vierer-Abwehrkette, in der Franz einen klassischen Manndecker (gegen Barbarez) abgab. Akonnor kümmerte sich als zentraler Abfangjäger meist um Präger. Vor ihm waren Karhan und Munteanu für den Spielaufbau verantwortlich. Der HSV vertraute einem 3-3-2-2-System. Die Abwehrspieler hielten ihre Seiten, Maltritz kümmerte sich im defensiven Mittelfeld um Munteanu. Töfting und Präger agierten als Halbstürmer und sollten die Spitzen Ketelaer und Barbarez immer wieder unterstützen.

Analyse: Schachbrettfußball prägte die erste Halbzeit. Nach munteren Anfangsminuten fanden sich hüben wie drüben die Päärchen, es wurde das Duell zweier äußerst disziplinierter Mannschaften. Beide Abwehrreihen standen sicher, ließen den Gegner kaum in den eigenen Strafraum, im Mittelfeld wurden die Räume eng gemacht. Gefährlich wurde es deshalb nur bei wenigen Weitschüssen oder Standardsituationen. Das Lob an die Defensivabteilungen ist freilich zugleich eine Kritik an den Aufbauspielern, die kaum für Überraschungsmomente sorgten.

Nach dem Wechsel schien es genau so weiterzugehen - bis Hoogma das 0:1 köpfte. Nach einer Standardsituation, logisch, bei der die Zuordnung in der Wolfsburger Abwehr nicht stimmte. Der VfL verstärkte mit den Einwechslungen von Ponte und Rische die Offensive, vernachlässigte dafür aber die Abwehrarbeit. Dem HSV ergaben sich somit Konterchancen, die Präger jedoch leichtfertig vergab. Wolfsburg zu hektisch und nervös, um noch mal etwas zu bewegen. Außerdem war da ja noch Elfmeterkiller Martin Pieckenhagen.

Fazit: Aufgrund des Chancenplus ein nicht unverdienter Erfolg für den HSV.


 
dpa meldet: