Bundesliga 2001/2002, 11. Spieltag, Sonntag, 28.10.01 um 17:30 Uhr in der Hamburger AOL Arena bei 13 Grad Celsius.

Hamburger SV  - FC Hansa Rostock 0:1 (0:1)

Nun stieg also das dritte Spiel unter dem neuen Trainer Kurt Jara und ich war eigentlich recht siegessicher; zumal auch Rostock nicht gerade eine Übermannschaft ist.

Barbarez war in letzter Minute doch noch wieder genesen und so konnte mit der erwarteten Aufstellung begonnen werden.

Allerdings spielte gleich nur eine Mannschaft keck nach vorne – und das war nicht der HSV. Die Rostocker wirbelten unsere Abwehr geradezu durcheinander. Riesige Löcher klafften da und es hatte schon etwas mit Glück, einem gut aufgelegten Pieckenhagen und einem sich in mehrere Schüsse gerade noch hineinwerfen könnenden Hertzsch zu tun, daß wir nicht ganz schnell in Rückstand lagen.

Trotzdem war mir nur ein wenig Bange und ich glaubte immer noch daran, daß wir nun irgendwann mal anfangen würden. Wir hatten auch zwischen den Rostocker Chancen auch einige Großchancen durch Kopfbälle von Maltritz und Meijer sowie einem Schuss durch Barbarez, aber Rostock konterte immer wieder gefährlich. 

Auch war da leider wieder die HSV-Krankheit zu sehen, daß sich keiner bewegt, wenn ein eigener Verteidiger / Mittelfeldspieler den Ball hat. Es bieten sich einfach keine Anspielstationen, was es dann dann noch schwerer macht.

Ein Totalausfall in der 1. Halbzeit war Ketelaer und auch zum Teil Benyamin. Auf den Flügel ging gar nichts. 

Schließlich schoß dann Rostock in der 42. Minute doch noch das 1:0. Natürlich unglücklich für uns so kurz vor der Pause, aber nicht wirklich unverdient. Allerdings dafür mal wieder sehr dämlich. Hoogma greift di Salvo außen nur zögerlich an, sodaß dieser einen flachen Paß in die Mitte spielen kann und Ujfalusi ist so torfig, den Fuss nicht vor das Schussbein des Rostockers Beierle zu bekommen, sodaß dieser aus kurzer Distanz zum 0:1 einschieben kann. Wie gesagt => nicht unverdient!

In der 2. Halbzeit erspielte sich der HSV dann deutlich mehr Chancen. Das lag auch zu einem guten Teil daran, daß die beiden harmlosen Außen Ketelaer und Benyamin nach 55 Minuten gegen Heinz und Präger ausgewechselt wurden. Der HSV war nun druckvoller, hat aber m.E. trotzdem eher nur recht bescheiden gespielt. Immerhin hatte man aber genügend Ausgleichschancen. Insbesondere Barbarez, Heinz und der für den verletzten Meijer eingewechselte Bester hatten fast 100 %ige Chancen.

Allerdings blieb auch Rostock stets gefährlich bei Kontern und konnte sogar spät noch das 2:0 erzielen, das aber wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht gegeben wurde. Im Stadion war ich mir sicher, daß es Abseits war. Am TV konnte man dann später sehen, daß es regulär war.

Auch wegen dieser Tatsache muß ich im Endeffekt sagen, daß Rostocks Sieg war glücklich, aber nicht mal unbedingt sooo unverdient war. Sie spielten jedenfalls frech und frisch auf in der AOL-Arena und konnten so Ihren zahlreichen Anhang begeistern.

Es ist schon wirklich schade, daß der HSV nicht das 3. Spiel in Folge gewinnen konnte. Einmal, weil man Anschluß nach oben und Abstand von unten gewonnen hätte und eben auch besonders, da jetzt die Klopperwochen kommen, in denen wir aufpassen müssen, daß wir uns nicht ganz schnell ganz unten wiederfinden....

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: hervorragend. Hielt alles, was möglich war. Vor allem hält er auch die schweren Aufsetzer stets sicher und ließ sie nie prallen: Note 1-

Hoogma: Wollte heute wieder den Spielmacher geben, aber öffnete dabei die Abwehr zu sehr. Trotzdem ist er etwas offensiver besser aufgehoben als hinter der Abwehr: Note 4

Ujfalusi: fiel wie immer kaum auf. Hatte seinen Gegner meist im Griff. Beim Gegentor fand ich es aber ungenügend, daß er nicht den Schuss verhindern konnte: Note 4

Hertzsch: Wie immer mit Licht und Schatten. Hat aber durch beherztes Attackieren in der Anfangsphase zwei Gegentore verhindert. Beim 0:1 wurde er an der Außenlinie allerdings auch schön überlaufen: Note 3-

Töfting: konnte kaum zerstören und nach vorne ging wirklich nicht viel: Note 5

Maltritz: heute habe ich ihn wenigstens erstmals auch richtig gesehen. Ganz Anständig: Note 3-

Hollerbach: war so gut wie gar nicht zu sehen: Note 4

Benyamin: Sein bisher schwächstes Spiel im HSV-Profi-Trikot: Note 5

(später) Präger: brachte frischen Wind auf die rechte Seite, auch wenn er sich nur selten gut durchsetzen kann: Note 3-

Barbarez: für mich wieder mal der beste HSVer. Es erinnerte mich ein wenig an den Kovac vor 2 Jahren, dem ich auch immer irgendwie ansah, daß er einfach eine Klasse besser ist als seine Mitspieler. Ohne Barbarez gäbe es beim HSV kaum Torchancen: Note 2

Ketelaer: Das war heute wieder mal so eine Leistung, bei der ich mir schon vorstellen kann, weshalb er unter Pagel nicht oft berücksichtigt wurde. Gar nichts war das: Note 6

(später) Heinz: endlich hat er mal seine Angst abgelegt und traute sich auch was zu. Hätte allerdings klar den Ausgleich erzielen müssen. Aus 15 m kann man auch mal am TW vorbeischießen und nicht gleich am ganzen Tor: Note 4+

Meijer: mehr Kämpfer als Stürmer. Vielleicht sollte man ihn mal im defensiven Mittelfeld einsetzen ;-)))  Für einen Stürmer ist mir das aber zu wenig: Note 5

(später) Bester: Ich habe mich schon gefragt, wieso man nicht mal Yeboah einwechselt. Bei Bester ist ja bekannt, daß man ihn ausschließlich per Kopfball einsetzen kann. Das hat er auch wieder gezeigt. Note 4

Schiri Albrecht: Er hat keine entscheidenden Fehler gemacht, aber ich fand ihn in vielen Entscheidungen wirklich lächerlich: Note 4 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Markus Beierle (42.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Marcel Maltritz (61.) , Roy Präger (71.) , Bernd Hollerbach (78.) , Stig Töfting (81.) 
Hansa Rostock:Antonio Di Salvo (71.)

SCHIEDSRICHTER :  Hermann Albrecht 
ZUSCHAUER :  46,169 
DATUM :  28.10.01   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Tomas Ujfalusi, Stig Töfting, Ingo Hertzsch, Sergej Barbarez, Erik Meijer, Bernd Hollerbach, Collin Benjamin, Marcel Maltritz, Marcel Ketelaer

Hansa Rostock: Mathias Schober, Rayk Schröder, Ronald Maul, Rene Rydlewicz, Andreas Jakobsson, Yasser, Antonio Di Salvo, Marcus Lantz, Dietmar Hirsch, Peter Wibran, Markus Beierle

WECHSEL 
Hamburger SV: Roy Präger für Collin Benjamin (55.), Marek Heinz für Marcel Ketelaer (55.), Marinus Bester für Erik Meijer (69.)

Hansa Rostock: Bachirou Salou für Antonio Di Salvo (76.), Kai Oswald für Ronald Maul (78.), Sven Benken für Marcus Lantz (88.)
 

Hansa stoppt Jara-Siegesserie 

Ausgerechnet im Nordderby gegen Hansa Rostock hat der Hamburger SV die erste Niederlage unter Trainer Kurt Jara kassiert. Mit seinem vierten Saisontor zum 1:0 bescherte Markus Beierle (42.) den Rostockern den zweiten Auswärtssieg nach dem 1:0 beim FC St. Pauli. Auch dort hatte Beierle getroffen. Dank des Sieges vor 46.169 Zuschauern in der AOL-Arena setzte sich Hansa von den Abstiegsrängen ab und zog nach Punkten (12) mit dem HSV gleich. 
"Es sollte heute einfach nicht sein. Die Niederlage ist traurig, aber uns braucht nicht bange zu sein", meinte Jara nach dem Rückschlag.

Hoogma agierte oft vor der Abwehr
Die Hamburger begannen schwungvoll und hatten im gesamten Verlauf der abwechslungsreichen Partie optische Vorteile. Von der zuletzt gelobten Spielkultur war allerdings kaum etwas zu sehen, zu viel blieb Stückwerk.

Die besseren Chancen erarbeiteten sich die Gäste, die bei weitem nicht so defensiv wie erwartet agierten. Rostock profitierte bei seinen schnell vorgetragenen Angriffen davon, dass der etatmäßige HSV-Libero Nico-Jan Hoogma oft vor der Abwehr agierte.

Jara bemängelte Zweikampfverhalten
Durch die offensive Ausrichtung des Niederländers ergaben sich immer wieder Lücken in der Hamburger Deckung. "Wir sind überhaupt nicht in Zweikämpfe gekommen", kritisierte Jara den Auftritt seiner Elf vor der Pause.

Ganz anders die Gäste: Nach einer knappen Viertelstunde hatte Beierle die Führung auf dem Fuß, wurde von Ingo Hertzsch aber gerade noch abgeblockt. Peter Wibran scheiterte wenig später an Martin Pieckenhagen.

Schober rettete mit Glanzparaden den Sieg
Pieckenhagen, der vor der Saison aus Rostock gekommene Schlussmann hatte kurz vor der Pause dann aber doch das Nachsehen, als Beierle eine Eingabe von Antonio di Salvo aus kurzer Distanz ins Netz bugsierte. "Die Mannschaft ist belohnt worden für ihr tolles Spiel", freute sich Hansa-Trainer Friedhelm Funkel.

Auf der Gegenseite konnte sich Frank Schober, der im letzten Jahr noch in HSV-Diensten stand, vor allem nach dem Wechsel auszeichnen. Der Hansa-Torwart, der in der Anfangsphase bei einem Kopfball von Marcel Maltritz und einem Schuss von Sergej Barbarez auf dem Posten war, rettete den Gästen mit einigen Glanzparaden die drei Punkte.

Schiedsrichter gab reguläres Tor nicht
Seine größten Taten vollbrachte Schober mit einer Fußabwehr gegen den durchgebrochenen Barbarez (66.) und bei einem Schuss von Roy Präger (83.). "Ich bin natürlich sehr zufrieden", freute sich Schober.

Auch Pieckenhagen rückte öfter in den Mittelpunkt und vereitelte gegen Andreas Jacobsson und erneut Beierle einen höheren Rückstand. Ein reguläres Tor von Beierle fand wegen angeblicher Abseitsstellung des Stürmers keine Anerkennung.

Hamburg schnürte Hansa zum Schluss ein
In der mit zunehmender Spielzeit hitziger werdenden Auseinandersetzung mobilisierte der HSV alle Reserven und schnürte die Gäste in deren Hälfte ein. Gegen die geschickt und massiv stehenden Rostocker blieben Chancen jedoch Mangelware, so dass der Hansa-Sieg am Ende verdient war.

"Wir sind natürlich enttäuscht nach zuletzt zwei Siegen, aber es geht weiter. Wir müssen das Spiel schnell abhaken", gab Barbarez die Devise für den HSV aus, der am nächsten Wochenende zum Meister FC Bayern muss. 
 

Fakten:
AOL-Arena kein Garant für Punkte
Jedes zweite Heimspiel hat der HSV in dieser Saison verloren. Insgesamt gewannen die Hamburger nur drei der letzten zwölf Begegnungen im eigenen Stadion. Unter Kurt Jara gab es im dritten Spiel die erste Niederlage. 

Standardergebnis
Zum achten Mal im 15. Spiel gab es zwischen den beiden Nord-Klubs ein 1:0. Hansa gewann zum dritten Mal, der HSV hatte zuvor schon fünf Siege mit nur einem Treffer gefeiert. Die Rostocker erzielten in jedem ihrer sechs Auswärtsspiele genau ein Tor – nur Leverkusen traf ebenfalls in jedem Gastspiel! 

Mini-Serie für Rostock
Zweiter Auswärtssieg der Saison für Hansa – zum zweiten Mal in Hamburg. Am dritten Spieltag gab es ebenfalls ein 1:0 in St. Pauli. Nach dem 3:0 gegen Köln war es der zweite Zu-Null-Sieg in Folge für die Ostsee-Kicker – das gab es zuletzt vor über einem Jahr (September 2000). 

„Pieckes“ Serie vorbei
In seinem 125. Bundesliga-Spiel musste der Ex-Rostocker nach über fünf Stunden (316 Minuten) wieder hinter sich greifen. Zuvor blieb er drei Spiele in Folge ohne Gegentor – das gelang ihm in seiner Bundesliga-Karriere noch nie! 

Schlaglichter:
Kaltschnäuzige Rostocker
Der HSV münzte seine Überlegenheit (57% Ballbesitz) nicht in einen Erfolg um. 21:16 lautete die Torschussbilanz, aber die Rostocker waren präziser: Zehn der 16 Torversuche kamen aufs Gehäuse von Pieckenhagen. Außerdem war die Funkel-Elf das robustere von zwei engagierten Teams: 53% der Zweikämpfe entschieden sie für sich. 

Matchwinner Beierle
Markus Beierle sorgte für den zweiten Auswärtssieg (auch in St. Pauli schoss er das einzige Tor). Zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere „knipste“ er in drei aufeinanderfolgenden Spielen je einmal. Den Erfolg erarbeite er sich: er schoss in seinem Team am häufigsten aufs Tor (dreimal) und bestritt auf dem Platz mit Abstand die meisten Zweikämpfe (42 – für einen Stürmer gute 45% davon gewann er). 

Torschuss-Festival
Der Torschuss-Schnitt lag vor dem elften Spieltag bei 31 pro Bundesliga-Partie. Rostock und der Hamburg trugen dazu maßgeblich bei: In Begegnungen mit HSV- bzw. Hansa-Beteiligung gab es die meisten Torschüsse. Da lag der 1:0-Sieg der Funkel-Elf voll im Trend, es gab 37 Torschüsse – überdurchschnittlich viele! 

Unglücklicher Barbarez
Lange war sein Einsatz fraglich, doch gegen seinen Ex-Klub lief der Bosnier Sergej Barbarez auf. Er war bemüht aber glücklos. Er gab die meisten Torschüsse auf dem Platz ab (fünf), bestritt beim HSV die meisten Zweikämpfe (30) und gewann ordentliche 50% davon. 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Wir haben in der ersten Halbzeit zu weit vom Gegener weg gestanden und waren zu ungeduldig in den Zweikämpfen. Wir wollten zu viel, das ging nach hinten los. In der zweiten Halbzeit konnten wir mehr Druck erzeugen, hatten aber im Angriff kein Glück." 

Trainer Friedhelm Funkel (Hansa Rostock):
"Die Mannschaft ist für ihren unglaublichen Kampfgeist belohnt worden. Wir haben sehr früh in der gegnerischen Hälfte gestört und große Laufbereitschaft gezeigt. In der Halbzeit haben sich die Jungs so heiß gemacht, damit sie diesmal das 1:0 auch halten können." 

Topspieler: Mathias Schober (Hansa Rostock)
In der AOL-Arena, wo durch die von Schober aufgenommene Rückgabe (Schober war damals noch beim HSV) im Sommer die Deutsche Meisterschaft entschieden wurde, glänzte der Rückkehrer für seinen neuen Verein Hansa Rostock. Dank Schobers acht Paraden konnte Hansa nach dem 1:0-Sieg bei St. Pauli auch beim zweiten Hamburger Verein mit 1:0 triumphieren. Insbesondere in der Schlussphase war Schober der Garant des Rostocker Auswärtssieges. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4)

Kommentar:
So schnell kann es gehen. Durch die zwei Siege gegen Hertha und Wolfsburg auf der Euphoriewelle, dachten die Hamburger es läuft wie am Schnürchen und der Sieg gegen Hansa wäre reine Formsache. Da hatten sich die Mannen von Kurt Jara aber geschnitten. In der ersten Hälfte spielten die Hoogma, Hertzsch und Co. in der Defensive wie zu alten (schlechten) Zeiten. Erst nach einer einer Stunde besannen sich die Hamburger auf die neuen Tugenden und lieferten einen Sturmlauf auf das Tor der Rostocker ab. Daran müssen sie anknüpfen, wollen sie wieder erfolgreichere Zeiten erleben. Die Rostocker beeindruckten vor allem durch die wieselflinken Beierle und di Salvo. Mit solchen Konter-Leistungen können die Jungs von Friedhelm Funkel noch für so manche Überraschung sorgen.
André Elsner 
 

Taktik:

Hamburger SV
Vor Pieckenhagen im Tor spielte eine Dreierkette (von links nach rechts): Ujfalusi, Hoogma, Hertzsch. Im halblinken Mittelfeld sicherte Maltritz, halbrechts Töfting ab. Barbarez besetzte das kreative Mittelfeld hinter der einzigen Spitze Meijer. Im linken Mittelfeld sicherte Hollerbach den offensiven Ketelaer ab. Rechts offensiv kam Benjamin zum Einsatz.
Für die schwachen Außen Ketelaer und Benjamin wurden Präger und Heinz eingewechselt. Meijer musste mit einer Verletzung ausgewechselt werden. Für ihn kam Bester in den Sturm.

Hansa Rostock
Schober hütete das Rostocker Tor. Jakobsson agierte als klassischer Libero vor einer Dreierkette mit Hirsch links, Yasser zentral und Schröder auf rechts. Maul kam im linken Mittelfeld zum Einsatz, sein Pendant auf rechts war Kapitän Rydlewicz. Im halblinken Mittelfeld sicherte Wibran, halbrechts Lantz ab. Im Sturm vertraute Funkel auf die schnellen di Salvo und Beierle.
Im Laufe der zweiten Hälfte ersetzte Salou den erschöpften di Salvo im Sturm. Mit den Einwechslungen von Oswald (für Maul) und Benken (für Lantz) verstärkte Funkel in der Schlussphase die Defensive. 


 
kicker meldet: 
Chancenverhältnis: 7:6 
Eckenverhältnis: 7:6 
Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren), Note 5 - Total überfordert in einer hektischen Partie. Schlechte Zweikampfbeurteilung, griff viel zu spät durch. 

Spielnote: 2,5 
Spieler des Spiels:  Rydlewicz - Auffällig auf der rechten Seite. Emsig, großes Laufpensum und häufig am Ball, Initiator zahlreicher Konter der Rostocker. 

Analyse 

Personal: Kurt Jara nahm den angekündigten Wechsel vor: Meijer ersetzte Präger und gab den Mittelstürmer. Barbarez, zuletzt beim 1:0-Sieg in Wolfsburg in dieser Rolle, spielte hinter den Spitzen. Zwei Wechsel bei den Rostockern: Für Hill und Emara kamen überraschend Yasser und Hirsch ins Team. Salou stand nach dreiwöchiger Pause wegen zuvor schlechter Leistungen erstmals wieder im Aufgebot und wurde später eingewechselt.

Taktik: Der HSV mit der gleichen Grundordnung, die Jara zu zwei Siegen verhalf: eine Dreierkette in der Abwehr und ein kompaktes, gestaffeltes Mittelfeld mit Hollerbach als Absicherung hinter Ketelaer. Barbarez, hinter der Doppelspitze platziert, erweiterte diese durch seinen großen Aktionsradius oft zum Dreiersturm. Auch Rostock mit der gewohnten Formation, wobei Trainer Funkel diesmal mit Schröder und Yasser zwei neue Manndecker einbaute. Hirsch sollte die Kreise von Barbarez stören, Rydlewicz, sehr offensiv ausgerichtet, drückte Hollerbach weit in die Defensive.

Analyse: Ein ansprechendes und sehr temporeiches Spiel, in dem Rostock sehr selbst- und ballsicher auftrat. Die Gäste versteckten sich keineswegs, agierten sehr offensiv und waren mit schnellen Kontern, durch Ungenauigkeiten in der HSV-Defensive eingeleitet, immer gefährlich. Nachdem Beierle (14.) und Wibran (19.) hochkarätige Chancen ausgelassen hatten, erntete Hansa kurz vor der Pauseden Lohn für die ansehnliche Darbietung. Allerdings waren Beierles Tor Fehler von Benjamin, Hoogma (gegen Vorbereiter di Salvo) und Ujfalusi (gegen den Torschützen) vorausgegangen.

Die Hamburger hatten in der ausgeglichenen Partie sogar leichte Feldvorteile, erzeugten durch den immens fleißigen Barbarez Druck, brachten sich selbst aber immer wieder durch Nachlässigkeiten ins Hintertreffen. Nach dem Wechsel erhöhten die Hamburger durch die Einwechslungen von Präger und Heinz den Druck, doch Barbarez (2), Heinz und Bester vergaben dickste Chancen.

Fazit: Rostock trat überhaupt nicht wie ein Absteiger auf und gewann nicht einmal unverdient. 

Höhepunkte des Spiels:
Schlusspfiff
90.+1. Minute: Ein Schuss aus der Distanz von Schröder kann Pieckenhagen gerade noch zur Ecke abwehren.
83. Minute: Gleich drei Einschussmöglichkeiten verhindert Schober mit sehr guten Reflexen.
74. Minute: Bester hat die Möglichkeit zum Ausgleich, doch vergibt über das Tor. Das Nordderby wird jetzt noch hektischer.
66. Minute: Klasse Parade von Schober, der nach einem Schuss von Barbarez mit einem Reflex den Ball mit dem Fuß noch zur Ecke klären kann.
63. Minute: Zwei Chancen hintereinander: Zuerst legt sich Barbarez den Ball zu weit vor und danach kann der eingewechselte Heinz den Hansa-Schlussmann mit einem Schuss aus der Drehung nicht überwinden.
56. Minute: Hirsch kann im letzten Moment einen Schuss von Barbarez auf das Hansa-Tor verhindern.
52. Minute: Wieder ist es Jakobsson, der diesmal mit einem Kopfball versucht, Pieckenhagen zu überwinden.
50. Minute: Erstes Achtungszeichen in der zweiten Halbzeit von Hansa durch einen Distanzschuss von Jakobsson.
 Anpfiff 2. Halbzeit
 Halbzeit
42. Minute: Endlich nutzt der FC Hansa eine seiner vielen Konterchancen zum lange verdienten Führungstreffer durch Beierle.
40. Minute: Nach Ketelaer Zuspiel schiesst Töfting den Ball links neben das Tor.
34. Minute: Benjamin vergibt eine Chance für den HSV durch einen Volleyschuss aus 12 Metern über das Tor.
25. Minute: Mit einem Schuss aus der Drehung scheitert Barbarez an Schober.
19. Minute: Wieder eine Chance für Rostock durch Wibran. Rostock hätte zu diesem Zeitpunkt schon hoch führen müssen, da die HSV-Abwehr alles andere als souverän wirkt.
16. Minute: Schönes Zusammenspiel von Töfting und Meijer, doch Meijer setzt den Kopfball links neben das Tor.
13. Minute: Dritte Chance von Rostock durch Beierle, doch Hertzsch kann im letzten Moment noch dazwischen gehen.
12. Minute: Nächste Möglichkeit durch Rostock: Diesmal versucht es di Salvo alleine und scheitert am HSV-Schlussmann. Die Partie ist seit Beginn an hektisch.
9. Minute: Riesenkonterchance für Rostock, doch Wibran kann den entscheidenden Pass zu di Salvo nicht spielen.
5. Minute: Erste Möglichkeit für den HSV durch einen Kopfball von Ketelaer, den aber der Rostocker Schlussmann Schober ohne Probleme halten kann.
Anpfiff


 
dpa meldet: Hansa stoppt HSV-Siegesserie unter Jara 

Hamburg (dpa) - Ausgerechnet im Nordderby gegen Hansa Rostock hat der Hamburger SV die erste Niederlage unter Trainer Kurt Jara kassiert. Mit seinem vierten Saisontor zum 1:0 bescherte Markus Beierle (42.) den Rostockern den zweiten Auswärtssieg nach dem 1:0 beim FC St. Pauli. Auch dort hatte Beierle getroffen. 

Dank des Sieges vor 46 169 Zuschauern in der AOL-Arena setzte sich Hansa von den Abstiegsrängen ab und zog nach Punkten (12) mit dem HSV gleich. «Es sollte heute einfach nicht sein. Die Niederlage ist traurig, aber uns braucht nicht bange zu sein», meinte Jara nach dem Rückschlag.

Die Hamburger begannen schwungvoll und hatten im gesamten Verlauf der abwechslungsreichen Partie optische Vorteile. Von der zuletzt gelobten Spielkultur war allerdings kaum etwas zu sehen, zu viel blieb Stückwerk. Die besseren Chancen erarbeiteten sich die Gäste, die bei weitem nicht so defensiv wie erwartet agierten. Rostock profitierte bei seinen schnell vorgetragenen Angriffen davon, dass der etatmäßige HSV-Libero Nico-Jan Hoogma oft vor der Abwehr agierte. Durch die offensive Ausrichtung des Niederländers ergaben sich immer wieder Lücken in der Hamburger Deckung. «Wir sind überhaupt nicht in Zweikämpfe gekommen», kritisierte Jara den Auftritt seiner Elf vor der Pause.

Ganz anders die Gäste: Nach einer knappen Viertelstunde hatte Beierle die Führung auf dem Fuß, wurde von Ingo Hertzsch aber gerade noch abgeblockt. Peter Wibran scheiterte wenig später an Martin Pieckenhagen. Der vor der Saison aus Rostock gekommene Schlussmann hatte kurz vor der Pause dann aber doch das Nachsehen, als Beierle eine Eingabe von Antonio di Salvo aus kurzer Distanz ins Netz bugsierte. «Die Mannschaft ist belohnt worden für ihr tolles Spiel», freute sich Hansa-Trainer Friedhelm Funkel.

Auf der Gegenseite konnte sich Frank Schober, der im letzten Jahr noch in HSV-Diensten stand, vor allem nach dem Wechsel auszeichnen. Der Hansa-Torwart, der in der Anfangsphase bei einem Kopfball von Marcel Maltritz und einem Schuss von Sergej Barbarez auf dem Posten war, rettete den Gästen mit einigen Glanzparaden die drei Punkte. Seine größten Taten vollbrachte Schober mit einer Fußabwehr gegen den durchgebrochenen Barbarez (66.) und bei einem Schuss von Roy Präger (83.). «Ich bin natürlich sehr zufrieden», freute sich Schober.

Auch Pieckenhagen rückte öfter in den Mittelpunkt und vereitelte gegen Andreas Jacobsson und erneut Beierle einen höheren Rückstand. Ein reguläres Tor von Beierle fand wegen angeblicher Abseitsstellung des Stürmers keine Anerkennung. In der mit zunehmender Spielzeit hitziger werdenden Auseinandersetzung mobilisierte der HSV alle Reserven und schnürte die Gäste in deren Hälfte ein. Gegen die geschickt und massiv stehenden Rostocker blieben Chancen jedoch Mangelware, so dass der Hansa-Sieg am Ende verdient war. «Wir sind natürlich enttäuscht nach zuletzt zwei Siegen, aber es geht weiter. Wir müssen das Spiel schnell abhaken», gab Barbarez die Devise für den HSV aus, der am nächsten Wochenende zum Meister FC Bayern muss.