Bundesliga 2001/2002, 14. Spieltag, Samstag, 14.11.01 um 15:30 Uhr in der BayArena

TSV Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 4:1 (2:1)

Ich habe mir die Fahrt nach Leverkusen erspart; und das war vielleicht auch ganz gut so.

Im TV habe ich nur den kurzen ran-Bericht gesehen und möchte mir daher kein Urteil erlauben.

Nun kann es nur heißen, wenigsten noch ein paar Punkte zu holen und dann endlich die Winterpause zu erreichen.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Jörg Albertz (7.)
1:1 Michael Ballack (14.)
2:1 Oliver Neuville (27.)
3:1 Oliver Neuville (59.)
4:1 Oliver Neuville (63.)

GELBE KARTEN 
Bayer 04 Leverkusen
Hamburger SV: Roy Präger (13.), Marcel Maltritz (44.), Stig Töfting (85.)

SCHIEDSRICHTER :  Herbert Fandel 
ZUSCHAUER :  22,500 
DATUM :  24.11.01   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Bayer 04 Leverkusen: Jörg Butt, Ze Roberto, Ulf Kirsten, Yildiray Bastürk, Jens Nowotny, Michael Ballack, Diego Rodolfo Placente, Lucio, Zoltan Sebescen, Oliver Neuville, Carsten Ramelow

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Martin Groth, Marcel Maltritz, Jörg Albertz,
Roy Präger, Erik Meijer, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Tomas Ujfalusi

WECHSEL 
Bayer 04 Leverkusen: Jurica Vranjes für Yildiray Bastürk (73.), Boris Zivkovic für Diego Rodolfo Placente (80.), 
Thomas Brdaric für Oliver Neuville (84.)
Hamburger SV: Stig Töfting für Nico Jan Hoogma (22.), Andrej Panadic für Sergej Barbarez (72.)
 
 

Bayer feiert mit Sieg über HSV Bundesligarekord 

Kompliment: Bayer Leverkusen stellt mit dem 4:1 über den Hamburger SV einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Mit elf Siegen bei nur drei Unentschieden weist das Team von Trainer Toppmöller eine beinahe makellose Bilanz auf. Das gelang in der Bundesliga noch keiner anderen Mannschaft. 
 

"Alle wollen nur das Eine"
Die Werksmannschaft hat nach dem Unentschieden der Bayern als Tabellenführer nun schon vier Punkte Vorsprung auf den amtierenden Meister und meldet eindrucksvoll Ansprüche auf den Titel an. "Hier ist etwas zusammengewachsen, alle wollen nur das Eine", sagte Jens Nowotny im Hinblick auf den Titelkampf.

Bayer blieb auch im 14 Saisonspiel ohne Niederlage und verbuchte den siebten Sieg in Folge - Vereinsrekord. Und noch eine Superlative: Leverkusen baute einen weiteren Bundesliga-Rekord aus. Im fünften Spiel hintereinander drehten Nowotny und Co. einen Rückstand in einen Sieg um. Auch das gab es noch nie.

Bayer brennt Feuerwerk ab
"Wir sind spielerisch sehr gut beieinander und auch vom Kampf her macht die Mannschaft alles richtig im Moment", sagte Leverkusens Trainer Klaus Toppmöller. Er zeigte sich mit der phantastische Leistung seines Teams mehr als zufrieden. Und auch Teamchef Rudi Völler war beeindruckt: "Sie spielen tollen Fußball, sehr attraktiv und haben auch diesmal verdient gewonnen",

Vor 22.500 Zuschauern im der ausverkauften BayArena brannten die Hausherren 75 Minuten lang ein wahres Feuerwerk ab. Nach einem furiosen Auftakt der Leverkusener ging der Gast aus Hamburg zwar durch Jörg Albertz (7.) in Führung. Bayer zeigte sich aber unbeeindruckt und schlug eiskalt zurück.

Neuville Mann des Tages
Zunächst glich Michael Ballack (14.) nach einem Freistoß des überragenden Brasilianers Ze Roberto zum 1:1 aus und dann begann die Gala-Vorstellung des Oliver Neuville. Der Nationalspieler traf in der 27. Minute zur 2:1 Führung. Nach der Halbzeit war Neuville dann nicht mehr zu bremsen. Mit einem Doppelschlag in der 59. und 63. Minute sorgte er für den 4:1 Enstand. 

"Nach dem frühen Rückstand ist die Mannschaft sofort zurückgekommen und hat gezeigt, wer Herr im Haus ist. Ich glaube, das der HSV mit dem 4:1 noch gut bedient war", so Toppmöller freudestrahlend über die tolle Moral seiner Mannschaft.

HSV mitten im Abstiegsstrudel
Im Gegensatz zu Bayer zeigt die Leistungskurve beim HSV weiter nach unten. Das Team von Trainer Kurt Jara blieb auch im fünften Spiel in Folge ohne Sieg und befindet sich mitten im Abstiegskampf. Nur zwei Punkte trennen die Hamburger vom 16. Tabellenplatz.

Vor allem die Abwehr der Hanseaten zeigte eine desolate Vorstellung. Ingo Hertzsch und Marcel Maltritz bekamen Neuville und Ulf Kirsten nie in den Griff. Und auch Ze Roberto zeigte Martin Groth auf der rechten Seite immer wieder die Hacken.

"Es ist ja kurz vor Weinachten"
Hamburgs Stürmer Eric Meijer übte sich nach der schwachen Leistung der Hanseaten allerdings in Sarkasmus: "Es ist ja kurz vor Weinachten. Wir haben ein paar Geschenke verteilt. Wir haben uns zu viele Fehlpässe geleistet und Bayer braucht nur ein paar Chancen. Die nützen sie dann eiskalt."

Fakten:

 Weitere Paarungen 14. Spieltag 
Wolfsburg
Cottbus
B. München
Schalke
Leverkusen
Rostock
St. Pauli
Freiburg
Dortmund
 -
-
-
-
-
-
-
-
-
 M'gladbach
Stuttgart
Nürnberg
Bremen
Hamburg
Hertha BSC
1.FC Köln
1860 München
K'lautern
 3:1 (2:0) 
0:0 
0:0 
1:4 (0:2) 
4:1 (2:1) 
1:1 (0:0) 
1:2 (0:2) 
1:3 (1:2) 
3:0 (0:0) 
 
 

Bayer erfolgreichstes Bundesliga-Team
Noch nie hatte eine Mannschaft in der Bundesliga nach 14 Spieltagen eine so gute Bilanz wie Bayer: Elf Siege, drei Unentschieden! Nächster Rekord: Es gelang der fünfte Sieg nach 0:1-Rückstand in Folge. 

Trainerwechsel beflügelte HSV nur kurzfristig
Nach zwei Siegen unter Jara gab es nun vier Spiele keinen Sieg (drei Niederlagen, ein Remis). Somit gewann der HSV nur zwei der letzten zwölf Spiele. 

Leverkusen nicht zu schlagen
Leverkusen ist weiter als einzige Mannschaft nach 14 Spielen noch ungeschlagen. Das letzte Bundesligateam, das nach 14 Spieltagen noch nicht verloren hatte, war 1988 Bayern München (die Bayern verloren erst am 24. Spieltag und wurden am Ende mit fünf Punkten Vorsprung Meister). 

Ballack bester Torschütze
Michael Ballack erzielt seinen achten Saisontreffer und zieht mit dem Top-Torjäger Pizarro in der Torschützenliste gleich. 
 

Schlaglichter:

HSV nur kurzzeitig dran
Leverkusen war dem HSV in den ersten 30 Minuten klar überlegen: 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 7:2 Torschüsse und die 2:1-Führung dokumentierten dies. In der Viertelstunde vor der Pause drängte Hamburg auf den Ausgleich: 59 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüsse als Bayer und 60 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Ohne zählbaren Erfolg mit einem 1:2-Rückstand ging es in die Kabine. Nach der Pause hatte Hamburg nichts mehr zuzusetzen und Bayer war in allen Belangen (Tore, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe und Ballbesitz) überlegen. 

Neuville nicht zu stoppen
Der Nationalspieler zeigte gegen den HSV eine vorzügliche Partie und war an allen vier Bayer-Toren direkt beteiligt. Dreimal traf Neuville selbst und zu Ballacks Treffer leistete er mit einem Freistoß die Vorlage. Der Stürmer gab die meisten Torschüsse ab (5) und gewann für einen Stürmer überragende 62% seiner Zweikämpfe. Sein dritter Treffer war der 25. im Dress von Bayer Leverkusen, zudem traf Neuville noch 22-mal für Hansa Rostock. 

Ze Roberto Top-Vorbereiter
Ze Roberto war der Wegbereiter des Bayer-Sieges: Er bereitete alle drei Tore von Oliver Neuville vor. Der 27-Jährige ist nun der beste Vorbereiter der Liga acht Torvorlagen. Zudem war der Brasilianer nach Nowotny zweikampfstärkster Spieler bei Leverkusen. 

Barbarez von der Rolle
Der Torschützenkönig der vergangenen Saison brachte gegen Bayer keinen Fuß auf den Boden. Er sollte die Spitzen Meijer und Präger in Szene setzen, bereitete jedoch keinen einzigen Torschuss für einen Mitspieler vor. Der Bosnier präsentierte sich zweikampfschwach und trabte in der zweiten Halbzeit völlig lustlos über den Platz. Seine Auswechslung in der 72. Minute war deshalb nur konsequent und längst überfällig. 

Hertzsch läuft hinterher
Der mit Bayer in Verhandlungen stehende Hamburger Ingo Hetzsch konnte beim Vorspielen in der BayArena nicht überzeugen. Hertzsch gewann bereits im bisherigen Saisonverlauf unterdurchschnittlich viele Zweikämpfe und unterbot dies gegen Bayer noch: Nur für einen Abwehrspieler ganz schwache 47 Prozent seiner direkten Duelle gestaltete er siegreich. Zudem war Hertzsch an zwei Gegentoren unmittelbar beteiligt. Zuerst ließ er Ballack ungehindert einschießen und bei einem Treffer von Neuville lief er brav nebenher. 

Zu Beginn schläfrig, nach der Pause hellwach
Leverkusen musste ein Drittel seiner Gegentore in der Anfangsviertelstunde hinnehmen (fünf von 15). Zum fünften Mal in Folge lag Bayer mit 0:1 in Rückstand. Der Toppmöller-Elf gelang der achte Treffer in der Viertelstunde nach der Pause - Ligaspitze. 

Trainer Klaus Toppmöller (Bayer Leverkusen): 
"Wir waren heute frischer als in den letzten Wochen, die Jungs waren heiß auf dieses Spiel. Der HSV war mit dem 4:1 noch gut bedient. Oliver Neuville hatte ich vorher aufgefordert, verstärkt Zweikampfsituationen zu suchen. Mit seinen drei Toren ist er dafür heute belohnt worden" 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Wir haben uns zu viele ungezwungene Fehler erlaubt. Das Offensivspiel hat in der ersten Halbzeit gut geklappt. Aber uns hat die Konsequenz im Zweikampf gefehlt. Das darf man sich gegen eine Mannschaft wie Bayer Leverkusen nicht erlauben." 
 

Topspieler: Oliver Neuville (Bayer Leverkusen)
Der Nationalspieler zeigte gegen den Hamburger SV eine wahre Galavorstellung. Mit seinen drei Toren in der 27., 59. und 63. Minute zerlegte Neuville die Hanseaten praktisch im Alleingang. Zudem legte er das den Ausgleichstreffer durch Michael Ballack mit einem Freistoß auf. Aber damit nicht genug. Die HSV-Abwehr bekam den 28-Jährigen nie in den Griff und konnte sich bei Torhüter Pickenhagen bedanken, der drei weitere hochkarätige Chancen des Stürmers entschärfte. Insgesamt eine Weltklasse-Leistung von Neuville. 

Spielwertung: 4 Bälle (von 4)

Kommentar:
Bayer Leverkusen zeigte gegen den HSV eine phantastische, beinahe fehlerlose Partie. Unbeeindruckt von Rückständen oder Betriebsausflügen nach Turin glänzte das Team von Trainer Klaus Toppmöller mit spielerischer Eleganz und Zweikampfstärke. Das 4:1 über den HSV gibt nur einen Teil der Bayer-Dominanz wieder. Das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen müssen. Bei der Werkself war vom Verteidiger bis zum Stürmer jeder in Bewegung. Der HSV wurde teilweise schwindelig gespielt. In dieser Form ist Leverkusen Titelkandidat Nummer eins. Im Gegensatz dazu war die Vorstellung des HSV absolut desolat. Die Abwehr stand völlig neben sich und auch in der Offensive lief nach dem Tor nur wenig zusammenm. In dieser Verfassung muss das Team von Trainer Kurt Jara um den Klassenerhalt bangen.
Sebastian Palm 

Taktik:
Bayer Leverkusen:
Vor Torhüter Butt spielte mit Placente, Nowotny, Lucio und Sebescen eine klassische Viererkette. Ramelow beackerte das defensive Mittelfeld. Ballack agierte zentral und Ze Roberto kam über die linke Seite. Bastürk bemühte sich hinter den herausragenden Spitzen Kirtsen und Neuville.

Hamburger SV:
Im Tor stand Martin Pieckenhagen. Vor ihm agierte mit Ujfalusi, Hoogma und Hertzsch eine Dreierkette. Davor bot Trainer Jara mit Hollerbach, Maltritz und Groth eine defensive Mittelfeldkette auf. Auch im offensiven Bereich spielten Albertz, Barbarez und Präger auf einer Linie. Zentral im Sturm kam Meijer kaum zum Zug. 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 11:5 
Eckenverhältnis: 9:3 
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg), Note 1 - Ließ sich auch durch einige Hamburger Nickligkeiten (Töfting) nie aus dem Konzept bringen, hervorragende Leistung. 
Spielnote: 2 
Spieler des Spiels: Neuville - Schnell, kaltschnäuzig, technisch stark - Oliver Neuville drückte diesem Spiel seinen Stempel eindrucksvoll auf. 

Analyse 

Personal: Leverkusen im Vergleich zum 2:1 in Köln mit Sebescen für den verletzten Schneider (Zerrung), Hamburg nach dem 0:0 gegen Schalke mit zwei Änderungen: Panadic und Töfting raus, Groth und Präger rein.

Taktik: Bayer wie gehabt: Vor der Viererkette Ramelow als Abräumer, Ballack als Einfädler, Bastürk hinter dem Sturmduo. Zé Roberto hatte links offensiv die Aufgabe, Hamburgs Abwehr über den Flügel aufzureißen. Der HSV agierte mit einer Dreierkette und einem Fünferblock im Mittelfeld, in dem nur Albertz und Barbarez hauptsächlich offensive Aufgaben hatten, Groth und Hollerbach sollten vornehmlich die Seiten zumachen und aus dieser Position bei Ballbesitz nach vorne stoßen. Barbarez spielte hinter den Spitzen.

Analyse: Bayer ließ sich von der frühen Hamburger Führung nur kurze Zeit irritieren und dominierte schließlich fast nach Belieben. Der HSV sah sich einem starken Pressing ausgesetzt, produzierte unter diesem Druck teilweise haarsträubende Fehler (Hertzsch, Groth, Hoogma). Der frühe Ausfall Hoogmas bedingte zudem eine Umstellung: Maltritz rückte aus dem defensiven Mittelfeld in die Abwehrreihe, Töfting übernahm seine Position gegen Bastürk.

Bayers Sieg basierte einerseits auf der kompakten Mannschaftsleistung (Pressing, Laufbereitschaft, Kombinationssicherheit), andererseits auf der größeren Klasse der Einzelkönner wie Zé Roberto (bereitete drei Tore vor), Ballack oder Neuville, dessen Leistung an diesem Tag alles und jeden überstrahlte. Der Spitzenreiter durfte sich dank einer konzentrierten und über Phasen hervorragenden Leistung in der letzten halben Stunde erlauben, auf Ergebnissicherung zu spielen und Kraft zu sparen für die anstehende Aufgabe in der Champions League.

Fazit: Ein hochverdienter Sieg für einen bärenstarken Spitzenreiter, der als Makel lediglich das frühe Gegentor nach einem Abwehrfehler (Ballack, Zé Roberto) trägt. Hamburg chancenlos.
 

Schlusspfiff
89. Minute: Ballack zielt mit einem Schuss von der Strafraumgrenze um einen halben Meter zu hoch.
79. Minute: Leverkusen schaltet einen Gang zurück. Die Partie ist entschieden, was beiden Teams deutlich anzumerken ist.
65. Minute: Albertz prüft Butt mit einem Scharfschuss von der linken Strafraumkante.
63. Minute: Erneut das Traumduo im Einsatz. Zé Roberto auf den wieder einmal völlig freien Neuville, der aus elf Metern halbrechter Position Pieckenhagen keine Chance läßt.
58. Minute: Maltritz spielt aus der eigenen Abwehr Zé Roberto den Ball in die Füße. Der Brasilianer setzt Neuville ein, der sich am Strafraum im Laufduell gegen Hertzsch durchsetzt und aus zwölf Metern flach ins lange Eck einschießt.
53. Minute: Schneller Konter von Bayer. Ballack auf Neuville, der aus spitzem Winkel Pieckenhagen auf den Plan ruft.
51. Minute: Lucios Flachschuss aus 20 Metern streicht drei Meter links am Tor vorbei.
 Anpfiff 2. Halbzeit
46. Minute: Fast das 3:1, doch Kirsten kommt nach Ballacks Kopfball wenige Zentimeter vor dem nicht mehr ganz an den Ball.
Halbzeit
45. Minute: Ballack mit einem Traumpass auf Bastürk, der frei vor Pieckenhagen aus 15 Metern am glänzend reagierenden Keeper scheitert.
40. Minute: Groth zielt bei einem Freistoß aus 20 Metern zu hoch. Der Ball fliegt über den Querbalken.
38. Minute: Barbarez köpft nach Groth-Hereingabe aufs Tor, Butt kann die Kugel nicht festhalten. Meijer versucht den Ball einen Meter vor dem Tor mit dem Kopf über die Linie zu drücken, verfehlt diesen aber um Haaresbreite.
36. Minute: Riesentat von Butt! Albertz tritt einen Freistoß aus 30 Metern durch die Mauer. Der fulminante Schuss fliegt aufs rechte Eck, Butt lenkt das Leder gerade noch um den Pfosten.
30. Minute: Barbarez mit einem Fehlpass am eigenen Sechzehner. Neuville auf Kirsten, der bringt aus 16 Metern aber zu wenig Druck hinter seinen Schuss, so dass Pieckenhagen halten kann.
27. Minute: Die Führung für Leverkusen. Placente und Zé Roberto spielen die HSV-Deckung auf dem linken Flügel aus. Der Brasilianer flankt nach innen, Neuville steht völlig frei und erzielt aus sieben Metern das 2:1.
21. Minute: Schöner Angriffszug von Bayer. Ramelow auf Ballack, der von der linken Seite flach auf Kirsten spielt, Der Torjäger kommt vor Ujfalusi an den Ball, zielt aber hoch über den Querbalken.
14. Minute: Das 1:1! Neuville tritt einen Freistoß von der linken Seite an den Fünf-Meter-Raum, Ballack verlängert mit dem rechten Fuß unhaltbar für Pieckenhagen ins Tor.
12. Minute: Meijer scheitert mit einem Kopfball an Butt.
11. Minute: Lucio flankt auf Kirsten, doch dessen Kopfstoß aus elf Metern geht am Tor vorbei. Auf der Gegenseite rettet Butt nach einer verunglückten Hollerbach-Flanke.
7. Minute: Die überraschende Führung für den HSV. Meijer bedient Groth auf rechts, der scharf nach innen flankt. Der Ball prallt von Butts Fuß in die Mitte, wo Albertz aus zehn Metern nur noch den Fuß hinzuhalten braucht.
3. Minute: Erste Chance für Bayer. Ballack setzt Neuville ein, der Hertzsch an der Strafraumgrenze austanzt, aber dann aus 13 Metern an Pieckenhagen scheitert. Kurz darauf kommt Kirsten gegen den HSV-Keeper einen Schritt zu spät.
Anpfiff


 
dpa meldet: 
Leverkusen in Meisterform:

Der Siegeszug von Bayer 04 Leverkusen in der Fußball-Bundesliga hält an. Beim 4:1 (2:1)-Erfolg über den Hamburger SV am Samstag wurde der Tabellenführer seiner Favoritenrolle in souveräner Manier gerecht und blieb damit auch im 14. Saisonspiel ohne Niederlage. 

Unbeeindruckt von den unliebsamen Begleiterscheinungen der vergeblichen Champions-League-Reise nach Turin, wo starker Nebel das Duell mit Juventus verhindert hatte, demonstrierte das Team von Klaus Toppmöller einmal mehr beachtliche Spielkunst und kam vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena zum verdienten 11. Saisonsieg. Zum Mann des Tages avancierte Oliver Neuville mit drei Treffern (27./59./63.). Für die weiteren Tore in einer unterhaltsamen Bundesliga-Partie sorgten Leverkusens Michael Ballack (14.) und der Hamburger Jörg Albertz (7.).

Ein offener Schlagabtausch

Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Auch ohne den verletzten Nationalspieler Bernd Schneider suchte Leverkusen sein Glück in der Offensive und verpasste bei Torchancen von Neuville (3.) und Nowotny (4.) die frühe Führung. Der forsche Beginn der Gastgeber wurde indes nicht belohnt: Nach einer Ballstafette über Erik Meijer und Martin Groth sowie einer Fußabwehr von Bayer-Torhüter Jörg Butt erzielte HSV-Neuzugang Albertz das 1:0 für seine Mannschaft. Doch wie so oft in dieser Saison reagierte die Toppmöller-Elf im Stile eines Spitzenteams: Eine Freistoß-Flanke von Neuville nutzte Nationalspieler Ballack per Volleyschuss zum 1:1 und seinem bereits achten Saisontreffer.

Damit nicht genug: Mit sehenswertem Hochgeschwindigkeits-Fußball setzten die Leverkusener den nun zumeist in die Defensive gedrängten Gast weiter unter Druck. Einen Abwehrfehler von Groth nutzte Bayer- Mittelfeldspieler Ze Roberto zu einer Flanke auf Neuville, der mit seinem vierten Saisontreffer die 2:1-Führung markierte. Bis zur Pause übernahm in der Folge allerdings der HSV überraschender Weise die Regie. So parierte Bayer-Torhüter Butt in der 36. Minute einen Freistoß von Albertz und Torjäger Ulf Kirsten klärte nach einem Kopfball von Sergej Barbarez auf der Linie (36.).

Doch die kurze Drangphase der Hamburger erwies sich lediglich als kleines Zwischenhoch. Nach Wiederanpfiff forcierte der Spitzenreiter die Gangart und kam durch einen Doppelschlag von Neuville, der binnen vier Minuten seine Saisontreffer fünf und sechs markieren konnte, zum standesgemäßen Erfolg. Für den Hamburger SV war es das vierte sieglose Spiel in Folge.