Bundesliga 2001/2002, 19. Spieltag, Samstag, 26.01.02 um 15:30 Uhr im Gottlieb-Daimler-Stadion

VfB Stuttgart - Hamburger SV 3:0 (2:0)

Im Nachhinein muß ich sagen "Gott sei Dank habe ich es mir doch noch anders überlegt und bin nicht nach Stuttgart gefahren."

So habe ich das Spiel nur auf premiere gesehen und möchte daher nicht zu intensiv beurteilen.

Ich habe aber bereits vor dem Spiel gesagt, daß uns dieses Spiel ganz eindeutig die Richtung für die HSV-Rückrunde anzeigen wird. Somit bin ich nun leider recht sicher, daß wir uns dieses Gewürge noch bis zum letzten Spieltag ansehen müssen. Und auch wenn Cottbus und St. Pauli ausnahmweise gewonnen haben, bin ich glücklich, daß da so einige Mannschaften unter uns stehen, die seeeehr regelmäßig verlieren.

Natürlich hätte das Spiel auf vollkommen anders laufen können, wenn Romeos erstem Bundesligator nach 3 Minuten nicht die Anerkennung verweigert worden wäre.
Aber ich denke, daß wir auch ansonsten viel zu wenig gezeigt haben. Da war für mich überhaupt kein Fußball-SPIEL zu erkennen.

Und wenn man sich dann 3 mal so dämlich anstellt, kann man wohl auch nichts erwarten. Schade für die HSV-Fans, die den weiten Weg auf sich genommen haben. 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
1:0 Ioan Viorel Ganea (28.)
2:0 Ingo Hertzsch (33.) Eigentor
3:0 Marcelo Jose Bordon (77.)

GELBE KARTEN 
VfB Stuttgart: Christian Tiffert (85.) 
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (22.), Milan Fukal (72.), Raphael Wicky (75.)

SCHIEDSRICHTER :  Hellmut Krug 
ZUSCHAUER :  26,000 
DATUM :  26.01.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
VfB Stuttgart: Timo Hildebrand, Timo Wenzel, Marcelo Jose Bordon, Fernando Meira, Andreas Hinkel, Silvio Meißner, Ioan Viorel Ganea, Krassimir Balakov, Aliaksandr Hleb, Jochen Seitz, Zvonimir Soldo

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Milan Fukal, Tomas Ujfalusi, Sergej Barbarez, Ingo Hertzsch, Bernd Hollerbach, Roy Präger, Raphael Wicky, Erik Meijer, Mehdi Mahdavikia, Bernardo Romeo

WECHSEL 
VfB Stuttgart:
Christian Tiffert für Aliaksandr Hleb (63.)
Jochen Endreß für Zvonimir Soldo (79.)
Heiko Gerber für Jochen Seitz (83.)

Hamburger SV:
Collin Benjamin für Mehdi Mahdavikia (58.)
Marcel Ketelaer für Erik Meijer (73.)
 
 

Romeos verhinderter Traumeinstand 
So paradox es klingt: Besser hätte die Premiere von Hamburgs teuerstem Einkauf der Vereinsgeschichte kaum beginnen können. Nach gerade einmal 150 Sekunden lupfte der Argentinier Bernardo Romeo bei seinem ersten Ballkontakt im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion den Ball gefühlvoll mit dem Außenrist über Torhüter Timo Hildebrand hinweg ins Tor des Vfb Stuttgart. 
Dumm nur, dass Schiedsrichter Hellmut Krug dem Treffer des 5,65-Millionen-Euro-Mannes die Anerkennung versagte, weil er glaubte, Stuttgarts Verteidiger Timo Wenzel hätte den Ball bei seiner Rettungsaktion noch rechtzeitig erwischt. 
Damit lag er allerdings daneben. "Der Ball war klar hinter der Linie", gab selbst Wenzel nach der Partie zu. Krug rechtfertigte sich damit, dass er sich auf seinen Assistenten an der Seitenlinie verlassen habe.

Hackmann beschimpft die Schiedsrichter
So bekamen dann auch alle drei Unparteiischen den Zorn von Werner Hackmann ab: "Das Tor nicht zu geben war eine Frechheit des Schiedsrichter-Gespanns", sagte der HSV-Präsident wütend. Romeo trat nach der dritten Spielminute übrigens nur noch ein Mal in Erscheinung. 
Beim Stande von 2:0 für den VfB setzte er einen platzierten Kopfball ins rechte Toreck. Hildebrand war wieder geschlagen, doch diesmal stand Krassimir Balakov auf der Torlinie und bugsierte die Kugel aus der Gefahrenzone. Ansonsten war Hamburg nicht vorhanden.

Jaras Taktik griff nicht
Die offensive Aufstellung von Trainer Kurt Jara mit Sergej Barbarez als Spielmacher hinter den beiden Spitzen Erik Meijer und Romeo war ein Flop. Von den beiden offensiven Außenspielern Roy Präger und Mehdi Mahdavikia war überhaupt nichts zu sehen. Jara hatte das anders gesehen.
"Wir haben Fortschritte im Spiel nach vorne gemacht", meinte der HSV-Coach. Die schlugen sich allerdings nicht in Zahlen nieder. Das 0:3 von Stuttgart bedeutete die vierte Auswärtsniederlage der Hanseaten in Serie, gar das 13. Bundesligaspiel hintereinander ohne Sieg auf fremdem Platz. 

Vorne lau und hinten mau
Die Gründe sind offensichtlich: Zum einen produzierten die Hamburger in dieser Spielzeit gerade einmal vier Tore in des Gegners Stadien. Zum anderen nimmt sich die HSV-Deckung dort in schöner Regelmäßigkeit ihre Auszeiten. 
Besonders augenfällig wurde das beim VfB, denn alle drei Tore der Schwaben waren deckungsgleich: Nach einer Freistoßvariante von Stuttgarts Balakov und Jochen Seitz flog der Ball in den Hamburger Strafraum, wo sich immer jemand fand, um die Kugel im Tor von Martin Pieckenhagen zu versenken.

HSV-Abwehr fehlte die Konzentration
Sei es Ioan Viorel Ganea (28. Minute) mit dem Fuß, Marcelo Bordon mit dem Kopf (77.) oder zu allem Überfluss HSV-Verteidiger Ingo Hertzsch mit dem Knie zum Eigentor (33.). "Wir hatten diese Variante vorher besprochen.Da muss man einfach viel konzentrierter sein", sagte Jara kritisch. 
Allerdings "hätte das Spiel auch für uns laufen können, wenn wir 1:0 in Führung gegangen wären." 

Eitel Sonnenschein in Stuttgart
Beim VfB war man rundum zufrieden mit dem Auftakt zur Rückserie. Das 3:0 war der erste Stuttgarter Erfolg nach fünf sieglosen Spielen. Trainer Magath hatte auch ein gutes Debüt von Neuzugang Fernando Meira gesehen. 
"Er hat ein starkes Spiel von hinten heraus geboten", so Magath. Die Schwaben haben trotz anderslautender Prognosen zu Saisonbeginn nichts mit dem Thema Abstieg zu tun. Im Gegenteil: Die "Youngsters" vom Neckar schicken sich an, bei der Vergabe der internationalen Startplätze noch ein Wörtchen mitzusprechen. 

Fakten:
HSV mit Fehlstart
Nichts Neues an der Elbe: Der HSV hat die vergangenen vier Auswärtsspiele alle verloren und dabei nur ein Tor erzielt. Zum sechsten Mal in Folge konnten die Hamburger ihr Jahresauftaktspiel nicht gewinnen. 

Wichtiger Sieg für Stuttgart
Der VfB kann nach diesem Start aufatmen: Es wird nicht wieder eine Zittersaison geben. Die Stuttgarter landeten gegen den HSV ihren siebten Saisonsieg. Den gab es in der vergangenen Spielzeit erst am 29. Spieltag. 

Freistoß gegen den HSV = Tor 
Hamburg fing alle drei Gegentreffer nach Standards, kein anderes Team wurde im Saisonverlauf so oft nach ruhenden Bällen bezwungen. Allein zwölf HSV-Gegentore fielen nach Freistößen heute alle drei. 

Ganea treffsicher
Viorel Ganea war ungewohnt effektiv: Mit seinem einzigen Torschuss traf er. Damit ist er der erste reguläre Torschütze des Jahres 2002 (zuvor gab es nur ein Eigentor durch St. Paulis Kientz). 

Schlaglichter:
Der Sieg fiel zu hoch aus
Der HSV begann gut und gab die ersten drei Torschüsse des Spieles ab. Von der siebten bis zur 40. Minute war dann allerdings Sendepause bei der Hamburger Offensive. Stuttgart nutzte in dieser Phase zwei von vier Torschüssen (einen im Umweg über Hertzsch) zu Toren. Danach war die Partie entschieden, die Jara-Elf hatte nicht den Biss, das Spiel nach der Pause noch umzudrehen. So reichte Stuttgart eine Durchschnittsleistung zum Sieg, der etwas zu hoch ausfiel. 

Bordon überragte wieder einmal
Wie so oft in dieser Saison zeigte Marcelo Bordon ein Top-Spiel: Er behielt in 15 von 18 Zweikämpfen die Oberhand und war hinten eine sichere Bank. Vorne krönte er seine Leistung mit dem 3:0, dabei setzte er sich im Kopfballduell gegen Milan Fukal durch und der HSV-Tscheche ist immerhin einer der kopfballstärksten Spieler der Bundesliga, gewinnt sonst über 70 Prozent seiner Zweikämpfe in der Luft. 

Durchwachsene Debüts für Meira und Romeo
Die beiden Debütanten Fernando Meira (VfB) und Bernardo Romeo (HSV) agierten recht zurückhaltend: Sie waren die Spieler mit den wenigsten Ballkontakten auf dem Platz. Meira hatte in der Anfangsphase noch Probleme im Stellungsspiel, auch seine Zweikampfbilanz (46 Prozent gewonnen) ist verbesserungsfähig. Romeo deutete gleich mit seinem ersten Ballkontakt in der Bundesliga überhaupt seine Torgefährlichkeit an und erzielte einen Treffer, der allerdings von Hellmut Krug nicht anerkannt wurde. 

Spielmacher Barbarez
Sergej Barbarez agierte über weite Strecken zurückhängend als Ballverteiler und machte seine Sache nicht schlecht. Romeos regulären Treffer bereitete er mit einem clever und schnell ausgeführten Einwurf vor, kurz danach schlug er einen Traumpass auf Präger. Insgesamt kam bei sechs der elf HSV-Torschüsse die Vorarbeit vom "neuen" Sergej Barbarez, der früher fast immer selbst den Abschluss suchte. 

Trainer Felix Magath (VfB Stuttgart): 
"Nach unserem nervösen Beginn sind wir immer besser ins Spiel gekommen und haben am Ende auch verdient gewonnen. Ich war beeindruckt von der Leistung meiner Mannschaft und gehe zuversichtlich in die Partie gegen Bremen. Mit dem Debüt von Meira war ich sehr zufrieden." 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Das war heute eine äußerst bittere Niederlage für uns, weil wir drei Standards verschlafen haben, die alle zu Gegentreffern führten. Wir hatten selbst genügend Chancen, um in Führung zu gehen, ein 1:0 im Rücken wäre uns sicherlich hilfreich gewesen." 

Topspieler: Marcelo Bordon (VfB Stuttgart)
Der Brasilianer ist neben Zvonimir Soldo der Fixpunkt schlechthin in der Stuttgarter Hintermannschaft. An ihm gab es auch im Spiel gegen Hamburg selten ein Vorbeikommen. Von 15 Zweikämpfen entschied Bordon zwölf für sich. Das entspricht einer hervorragenden Quote von 85 Prozent. Am Ende stand das zehnte "Zu-Null-Spiel" des VfB in dieser Spielzeit. Ganz nebenbei schaltete sich der Suttgarter Abwehrchef auch noch erfolgreich ins Offensivspiel ein. Der Kopfball zum 3:0 rundete seine vollauf gelungene Vorstellung ab. 

Spielwertung: 2 Bälle ( von 4)

Kommentar:
Bei aller Liebe: Es gehört schon ein gehöriges Maß an Ignoranz dazu, gleich drei Mal auf beinahe identische Freistoßvarianten hereinzufallen, ohne spätestens beim zweiten Gegentor seine Lehren daraus zu ziehen. Doch davon hat man beim Hamburger SV offenbar mehr als genug. So stellte man das nicht gegebene Tor des neuen Superstars Romeo als ausschlaggebend für die Niederlage und das Schiedsrichtergespann um Hellmut Krug als Sündenböcke hin. Die eigene schwache Gesamtleistung wurde dazu noch schön geredet. Ob das dazu beiträgt, dass der HSV in dieser Saison vielleicht doch noch ein Auswärtsspiel gewinnt, darf bezweifelt werden.
Martin van de Flierdt 

Taktik
VfB Stuttgart:
Trainer Magath vetraute vor Torwart Hildebrand der Viererkette mit Hinkel rechts, Wenzel links und den zentralen Verteidigern Meira und Bordon. Meißner und Soldo hielten im defensiven Mittelfeld Spielmacher Balakov den Rücken frei. Die Außenspieler Hleb (rechts) und Seitz unterstützten die einzige Spitze Ganea. Tiffert ersetzte Hleb ab der 62. Minute, Endress kam in der 74. Minute für Soldo. Gerber übernahm schließlich nach 83 Minuten den Part von Seitz. 

Hamburger SV:
Vor Torwart Pieckenhagen stand mit Hollerbach, Hertzsch, Ujfalusi und Fukal eine Vierer-Defensivreihe. Wicky spielte den Schattenmann für Barbarez, der im zentralen offensiven Mittelfeld agierte. Präger (links) und Mahdavikia sollten über die Flügel die beiden Spitzen Romeo und Meijer mit Flanken versorgen. Benjamin kam nach einer Stunde für Mahdavikia. Ketelaer fungierte nach seiner Einwechslung (73. Minute) als zweite Spitze. 


 
kicker meldet: 

Eckenverhältnis: 4:9 
Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen), Note 4,5 - eine an sich gute Leistung, die jedoch durch das zu Unrecht verweigerte Hamburger Tor (3., Romeo) stark getrübt wurde 
Zuschauer: 23000 
Gelbe Karten: Tiffert - Hollerbach, Fukal, Wicky 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels:  
Bordon - Wie so oft ein spiel-, zweikampf- und kopfballstarker Abwehrorganisator - und Torschütze. 
 
Analyse 
Personal: Der VfB mit der Stammformation der ersten Saisonphase. Lediglich Neuzugang Meira verteidigte für Marques (Leistenoperation). Beim HSV fehlten die verletzten Albertz und Hoogma, im Sturm wirkte erstmals Einkauf Romeo.

Taktik: Stuttgart mit dem bewährten 4-2-3-1-System. Vor der Viererabwehr sicherten Soldo und Meißner ab, eine offensive Dreierreihe um Balakov unterstützte Stoßstürmer Ganea. Der HSV wechselte vom zuletzt angewandten 4-3-3- zu einem 4-4-2-System. Die Viererabwehrkette blieb bestehen, davor stand allerdings nur noch Wicky (ohne Albertz) hinter dem offensiven Barbarez. Aus dem Dreiersturm wurde eine Doppelspitze, in dem Präger und Mahdavikia auf den Flügeln nach hinten rückten und Romeo neben Meijer angriff.

Spielverlauf: Der HSV startete gut, erspielte sich gegen einen unkonzentrierten und schlecht organisierten VfB ein leichtes Übergewicht. Präger mit guten Dribblings und Barbarez mit ein paar langen Pässen in die Schnittstellen der Innenverteidigung - wo Meira anfangs Abstimmungsschwierigkeiten offenbarte - sorgten für Gefahr. Pech, dass Romeos Treffer (3., siehe Story) nicht gegeben wurde, Präger (7.) und nochmal Romeo (22.) später am sicheren Hildebrand scheiterten. Der VfB fand nach rund 15 Minuten besser ins Spiel, wurde aggressiver und ballsicherer. Das 1:0 kippte die Partie. Der VfB bekam mehr Spielanteile, Hinkel und Wenzel machten außen, Bordon die Mitte dicht. Soldo ließ Barbarez immer weniger Raum zu Entfaltung, Balakov kurbelte das VfB-Spiel an - ohne aber zu Chancen aus dem Spiel heraus zu kommen. Die Tore fielen alle nach Standardsituationen, als die Hamburger, sonst gut organisiert, die Zuordnung vermissen ließen. Während die Defensive gut stand, verlor die Offensive um Barbarez zu viele Zweikämpfe, Präger und Mahdavikia fielen ab, Romeo und Meijer blieben ohne Anspiele.

Fazit: Ein verdienter Sieg des VfB, der konzentriert seine Torchancen nutzte und den größeren Siegeswillen bewies.

Vor 26.000 Zuschauern im Gottlieb Daimler Stadion starteten der VfB Stuttgart und der Hamburger SV in das Jahr 2002. Im Brennpunkt des Interesses standen dabei vor allem die Neuerwerbungen der beiden Vereine. Stuttgarts Trainer Felix Magath bot erstmals mit den portugiesischen Nationalspieler Meira in der Anfangsformation auf. Der andere Portugiese, Marques, verlor dafür seinen Stammplatz. Ansonsten änderte der VfB-Coach nichts am erfolgreichen System der Vorrunde. HSV-Trainer Kurt Jara bot natürlich Star-Einkauf Romeo von Beginn an auf. Auch Wicky spielte von Anfang an im defensiven Mittelfeld, den verletzten Albertz ersetzte Präger.
Ohne großes Abtasten begannen beide Mannschaften das Spiel. Bereits nach drei Minuten kam es zur ersten großen Aufregung. Bei einem Einwurf von Barbarez in der Nähe der Eckfahne befand sich die Stuttgarter Abwehr offenbar noch im Winterschlaf. Romeo kam kurz vor dem Tor völlig freistehend an den Ball und hob ihn über den völlig verdutzten Torhüter Hildebrand. Der Heber sprang hinter der Linie auf, bevor Wenzel mit einem Befreiungsschlag klären konnte. Doch sowohl Schiedrichter Krug, als auch seinem Assistenten war wohl die Sicht versperrt. Der Treffer fand keine Anerkennung. Doch der HSV ließ sich davon nicht schocken. Aus einer gefestigten Abwehr heraus ließen die Hamburger den VfB Stuttgart kaum zur Entfaltung kommen und blieben mit langen Pässen auf Präger und Romeo stets gefährlich. Nach 27 Minuten drehte der VfB das Spiel um. Ein Freistoß von Seitz kam zu Ganea, der seinem Gegenspieler Hertzsch entschlüpft war. Der Rumäne fackelte nicht lange und schob den Ball ins lange Eck. Fünf Minuten später wurde Hertzsch endgültig zum Unglücksvogel der Partie. Balakov hatte einen Freistoß von rechts über die gesamte HSV-Abwehr gezogen. Im Rücken der Verteidigung nahm Wenzel den Ball direkt. HSV-Torwart Pieckenhagen konnte den Ball nur mit Mühe abwehren. Der Abpraller traf Hertzsch am rechten Knie und sprang von dort ins eigene Netz. Von diesem Zeitpunkt an änderte sich das Spiel. Der HSV spielte nach Vorne, und Stuttgart verlegte sich aufs Kontern. Der HSV kam noch zu zwei Chancen durch Romeo und Meijer, msste jedoch mit einem 0:2-Rückstand in die Pause gehen.
Auch in der zweiten Hälfte änderte sich an diesem Gesamtbild wenig. Der HSV war immer bemüht, das Spiel zu machen und hatte auch die größeren Spielanteile, doch selbst bei den besten Chancen wollte der Ball nicht ins Tor. So hatte Romeo in der 64. Minute Hildebrand mit einem Kopfball bereits überwunden, doch Balakov köpfte den Ball von der Linie. Ein weiterer Freistoß der Stuttgarter entschied in der 77. Minute die Partie dann endgültig. Seitz hob den Ball in den HSV-Strafraum, wo sich scheinbar alle Verteidiger im Tiefschlaf befanden. Bordon sprang unbedrängt in die Flanke und köpfte links unten ein. Beide Mannschaften waren in der Folgezeit nur noch damit beschäftigt, das Spiel mit Anstand zum Ende zu bringen, Torchancen waren keine mehr zu sehen.
Während bei den Stuttgartern die Abwehr gut stand und Balakov klug Regie führte, muss man auf der Seite des Hamburger SV vor allem die Abwehrschwäche bei Freistößen und mangelnde Chancenverwertung als Gründe für die Niederlage anführen. 

Höhepunkte des Spiels:
77. Minute: Der dritte Freistoß, das dritte Tor für den VfB ! Seitz tritt den Freistoß in der nähe der Eckfahne, die HSV-Abwehr befindet sich im Tiefschlaf und Bordon köpft unbedrängt ins rechte untere Toreck. Keine Chance für Pieckenhagen.
71. Minute: Tiffert spielt Seitz auf der rechten Seite frei und der zieht aus spitzem Winkel ab. - Doch am Tor vorbei.
64. Minute: Riesenchance für den HSV! Hollerbach legt mit dem Kops für Romeo auf. Der kann mit seinem Kopfball zwar Hildebrand überwinden, doch Balakov köpft den Ball von der Linie.
57. Minute: Seitz lässt zwei Hamburger stehen und zieht von der Strafraumgrenze aus ab. Pieckenhagen taucht den Ball aus dem kurzen Eck.
53. Minute: Hollerbach lässt Wenzel auf der linken Seite stehen, doch sein Schuss aus spitzem Winkel geht über das Tor.
51. Minute: Bordon springt in eine Balakov-Ecke, doch Pieckenhagen kann den unplatzierten Kopfball halten.
44. Minute: Turbulente Szene im VfB-Strafraum. Nach mehreren Kopfballduell legt Präger ab für Meijer, der aus dem Gewühl abzieht. Doch der Ball streicht am rechten Pfosten vorbei.
40. Minute: Mahdavikia zieht einen Freistoss von links direkt auf das Tor. Doch Hildebrand kann mühelos halten.
32. Minute: Das zweite Tor für den VfB ! Diesmal zieht Balakov einen Freistossl über den gesamten HSV-Strafraum. Wenzel nimmt den Ball direkt. Pieckenhagens Abwehrversuch trifft Hertzsch und von dessen Knie springt der Ball ins Tor.
27. Minute: Die erste echte Torchance für den VfB und es steht 1:0 ! Seitz schießt einen Freistoss von der Auslinie in den Strafraum, Ganea entwischt seinem Bewacher Hertzsch und der Rumäne schiebt den Ball ins lange Eck.
7. Minute: Barbarez mit einem langen Pass auf Präger. Der nimmt den Ball direkt aus der Luft, doch Hildebrand kann mit letztem Einsatz klären.
3. Minute: Blackout in der Stuttgarter Verteidigung. Ein Einwurf von Barbarez kommt zu dem völlig frei stehenden Romeo. Der lupft ihn über Torwart Hildebrand. Der Ball pralltzwar hinter der Linie auf, doch kein Tor.


 
dpa meldet:
VfB schlägt HSV 3:0 

Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart hat einen glänzenden Start nach der Winterpause hingelegt. Der schwäbische Bundesligist bezwang den Hamburger SV mit 3:0 (2:0). Die Stuttgarter beendeten mit ihrem fünften Heimsieg zugleich eine Negativ-Serie von fünf Punktspielen ohne «Dreier» und festigten ihre gute Position im gesicherten Mittelfeld.

Viorel Ganea mit seinem sechsten Saisontreffer (27.), HSV-Verteidiger Ingo Hertzsch per Eigentor (32.) und der überragende Abwehrchef Marcelo Bordon (77.) waren für den VfB im Duell der Tabellen-Nachbarn erfolgreich. «Wir hatten nur zu Beginn der Partie Schwierigkeiten. Da wirkten wir teilweise desorientiert», lobte VfB-Trainer Felix Magath seine Schützlinge. «Wir sind wieder auf dem Weg, uns weiter zu steigern.» Sein Gegenüber Kurt Jara sprach von «einer bitteren Niederlage». Der HSV habe gezeigt, dass er Fußball spielen könne. «Wir hätten hier punkten können, wenn wir bei Standardsituationen nicht geschlafen hätten», kritisierte der Coach die Fehler seiner Hintermannschaft.

Das Duell der beiden teuersten Bundesliga-Neuzugänge in der Winterpause endete mit Stuttgarter Vorteilen. Der 7,5 Millionen Euro kostende Fernando Meira überzeugte auf VfB-Seite als Innenverteidiger. Gemeinsam mit Bordon verlieh der 23 Jahre alte portugiesische Nationalspieler der Viererkette viel Stabilität. «Ich bin mit Meiras Debüt sehr zufrieden. Er lieferte ein starkes Spiel von hinten heraus», lobte Magath den dynamischen Defensivmann.

Bernardo Romeo, Hamburgs mit 5,65 Millionen Euro ebenfalls teuerster Neuling in der Vereinsgeschichte, konnte dagegen bei seiner Premiere kaum Akzente setzen. Allerdings verweigerte Schiedsrichter Hellmut Krug (Gelsenkirchen) einem klaren Treffer des argentinischen Torjägers (3.) die Anerkennung. Als Timo Wenzel klären konnte, hatte der Ball die Torlinie schon überschritten. «Der Ball war klar hinter der Linie», gab der VfB-Verteidiger nach Studium der TV-Bilder zu.

Die Norddeutschen präsentierten sich trotz des Ausfalls von vier Akteuren im Daimlerstadion vor etwa 23000 Zuschauern bei fast frühlingshaftem Wetter zunächst selbstsicher und offensiv. Roy Präger (3./7.) hatte weitere gute Chancen zur HSV-Führung. Die Platzherren fanden erst spät ins Spiel und hatten lange große Mühe mit dem frischen Angriffsfußball des Tabellen-Elften. Krug stand nochmals im Mittelpunkt, als er nach einem Foul von Sergej Barbarez an Ganea dem rumänischen VfB-Stürmer einen Elfmeter verweigerte.

Aber auch so kamen die Stuttgarter zu Toren, wenn auch etwas überraschend. Nach einem Freistoß von Jochen Seitz schoss Ganea aus sechs Metern zum 1:0 ein (27.). Fünf Minuten später fälschte Hertzsch einen scharfen Schuss Wenzels nach einem weitem Pass von Regisseur Krassimir Balakow ins eigene Netz. Erik Meijer verpasste kurz vor der Pause knapp den Anschluss (44.). Auch nach dem Seitenwechsel steckten die Hanseaten nie auf, konnten sich jedoch nur noch selten zwingend in Szene setzen. Die größte Chance hatte Romeo, doch Balakow köpfte den Kopfball des Südamerikaners von der Linie. Auf der Gegenseite scheiterte Andreas Hinkel mit einem präzisen Flachschuss an HSV- Schlussmann Martin Pieckenhagen (57.). Der Brasilianer Bordon krönte seine souveräne Leistung mit einem wuchtigen Kopfballtreffer zum 3:0.