Bundesliga 2001/2002, 22. Spieltag, Sonntag, 10.02.02 und 17:30 Uhr in der AOL Arena bei 8 Grad C

Hamburger SV - 1. FC Köln 4:0 (1:0)

Nachdem ich in die letzten Spiele meist mit einem eher unguten Gefühl gegangen bin, war ich mir diesmal ja wirklich recht sicher, daß wir gewinnen würden. Innerlich dachte ich dabei sogar vollmundig an ein 3:0 oder 4:0.

Einen großen Haken hatte das Ganze aber. Stefans Papa wollte nach langer Zeit mal wieder mit zum Spiel kommen. Und, man muß wissen, Stefans Vater hat noch nie einen HSV-Heimsieg gesehen. Bestenfalls mal ein Unentschieden war bei den 5 – 10 Spielen dabei. Seinen einzigen Live-HSV-Sieg hat er in Bremen gesehen....

Allerdings sollte ich dann doch bereits nach ganz wenigen Minuten das Gefühl bekommen, dass es heute eigentlich was werden müsste mit einer Premiere für Stefans Vater. Köln war ja so was von grottenschlecht. Da fallen mir gar keine Worte ein. Schon in den ersten Minuten zeigten sie haarsträubende Abspielfehler. Ich glaube, es hat bestimmt 15 Minuten gedauert, bis überhaupt mal ein Kölner den Ball in der HSV-Hälfte unter Kontrolle hatte.

Das einzige, was der HSV heute wirklich schlecht machte, war die Chancenverwertung. Es gab heute so viele Großchancen, dass ich die gar nicht alle zusammen bekomme. Neben den vier erzielten Toren kann ich mich an nahezu 100%ige Chancen erinnern von Barbarez, Romeo (beide mehrere), Hoogma und Präger.

Ohne überdreht wirken zu wollen: Wenn der HSV seine Chancen konsequenter genutzt hätte, wäre Köln hier heute mit 6 – 8 Gegentoren nach Hause gefahren. So viel erstklassige Chancen waren auf jeden Fall da und da sind noch nicht mal die „nur guten“ Chancen mit eingerechnet.

Da der HSV seine Chancen aber zunächst so mangelhaft vergab, beschlich mich schon langsam die Befürchtung, dass Köln irgendwann einmal nach vorne laufen würde und dann ein Tor erzielt. Und das wäre auch fast so passiert bei einem der höchst seltenen Kölner Angriffe.

Dann zeigte der HSV aber, dass man tatsächlich auch bei Ecken gefährlich sein kann. Eine gute Ecke von Hollerbach versenkte Fukal per knallharten Kopfball direkt unter die Latte. Dabei wurde er aber auch so gut wie gar nicht attackiert.

Mit diesem, für die Kölner schmeichelhaften Ergebnis, ging es in die Halbzeit.

Im Pausentee des HSV scheint sich ein 10 Minuten-Schlafmittel befunden zu haben. Anders ist es nicht zu  erklären, wie wir nach der Halbzeit zunächst „rumtorften“. Da hätte durchaus das 1:1 fallen können. In diesen 10 Minuten sah die Abwehr aus wie ein Hühnerhaufen.

Dann besann man sicher aber wieder darauf, lieber selbst Chancen zu vergeben, als dem Gegner dieses zu ermöglichen. Und was der HSV bei zig Chancen nicht schaffte, musste dann der Kölner Sichone erledigen: das 2:0.

Barbarez war links durch und hätte eigentlich selbst abschließen sollen. Stattdessen flankte er flach in die Mitte, wo Sichone den Ball deutlich vor Romeo erreichte. Allerdings legte sich der Kölner dabei auf den Allerwertesten und der Ball hoppelte ins Tor. 

Spätestens jetzt waren die Kölner vollkommen zerbrochen und das 3:0 durch Barbarez (nach Kopfball-Kracher Fukal) und 4:0 durch Romeo waren die logische Konsequenz.

Bei seinem Tor zeigte Romeo mir übrigens endlich mal, was ich mir wirklich unter einem Torjäger vorstelle. DIESE Chance war nämlich gar nicht soooo gut. Doch er ging in den 16er und traf flach ins lange Eck zum 4:0. Zuvor hatte ich mich allerdings schon einige Male wieder darüber aufgeregt, welch klarsten Torchancen er versiebt hatte.

Nach diesem Sieg und der Miniserie von 3 Spielen ohne Niederlage kann man das Abstiegsgespenst weitestgehend aus den Köpfen vertreiben. St. Pauli und Köln scheinen bereits abgestiegen und die anderen Teams hinter uns werden sich hoffentlich um den 3. Absteigsplatz „kloppen“.

Meine Spielerbewertung:
Pieckenhagen: Heute weitestgehend beschäftigungslos. Bei den wenigen Aktionen wirkte er allerdings etwas unsicher. Note 4

Hertzsch: Ohne Fehl und Tadel. Durfte heute allerdings auch auf der rechten Abwehrseite spielen, was ihm mehr als links liegt: Note 3

Hoogma: auch er hatte wenig zu tun und machte keine Fehler: Note 3

Ujfalusi: den fand ich heute ungewohnt schlecht. Er leistete sich einige Zweikampfschwächen und schlechte Abspiele. Ich würde ihn wieder nach rechts stellen, weil er mit dem linken Fuss wirklich gar nichts kann. Da kann Hertzsch die Bälle mit dem linken noch eher rausballern: Note 4

Fukal: Heute wurde m.E. nicht mit einer 4er sondern 3er Kette Hertzsch-Hoogma-Ujfalusi gespielt. Fukal war praktisch rechter Mittelfeldspieler. Seine Pässe im Aufbauspiel gefallen mir nicht. Allerdings sind ein Tor und ein „halbes“ ein sehr gutes Argument: Note 3+

Hollerbach: spielte heute für meinen Geschmack zu mittig. Ich denke, dass er die Position mit Ujfalusi getauscht hatte; also er im defensiven Mittelfeld mit Wicky. Er gefällt mir auf der linken Außenbahn aber besser: Note 3-

Wicky: sehr emsig. Holte sich viele Bälle und macht wenig Fehler 3+

Cardoso: etwas blasser als beim letzten Heimspiel. Allerdings wurde er heute auch nicht so benötigt im Spielaufbau gegen die konfusen Kölner. Allerdings wird er bei mir bei seinen stets gefährlichen Freitstößen die Frage auf, weshalb die anderen nicht in der Lage sind, solche Freistöße zu spielen: Note 3+

Präger: war heute eher unauffällig. Note 3-

Barbarez: hatte heute so einige Abspielfehler dabei. Allerdings mal wieder mit sehr vielen gefährlichen Aktionen und an fast jeder Torchance beteiligt. Note 2-

Romeo: Da scheidet sich momentan mein Geist. 4 Tore (davon das 1. in Stuttgart vom Schiri nicht gegeben) in 4 Spielen sind natürlich ein Super-Ergebnis! Wie aber schon beim 1. Heimspiel gegen 1860 hätte er auch diesmal schon viel früher treffen müssen. Er braucht für meinen Geschmack zu viele Super-Chancen bis er trifft. Aber trotzdem ist er eine ganze große HSV-Hoffnung für mich: Note 3+

Schiri Meyer: bei dem Spiel konnte er nicht viel falsch machen. Die Vergabe der gelben Karten sowie die Nicht-Auslegung der Vorteilsregel fand ich etwas seltsam. Ansonsten fiel er kaum auf: Note 3-

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
1:0 Milan Fukal (34.)
2:0 Moses Sichone (63.) Eigentor
3:0 Sergej Barbarez (67.)
4:0 Bernardo Romeo (83.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (3.) , Roy Präger (31.) , Raphael Wicky (53.)
1.FC Köln: Miroslav Baranek (13.), Matthias Scherz (41.), Jörg Reeb (55.)

PLATZVERWEISE 
Hamburger SV:- 
1.FC Köln: Karte rot für Lilian Laslandes (88.)

SCHIEDSRICHTER :  Florian Meyer 
ZUSCHAUER :  38,719 
DATUM :  10.02.02   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Milan Fukal, Tomas Ujfalusi, Ingo Hertzsch, Sergej Barbarez, Roy Präger, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso, Raphael Wicky, Bernardo Romeo

1.FC Köln: Markus Pröll, Marc Zellweger, Thomas Cichon, Jörg Reeb, Moses Sichone, Matthias Scherz, Lilian Laslandes, Markus Kreuz, Hanno Balitsch, Christian Springer, Miroslav Baranek, 

WECHSEL 
Hamburger SV: Roda Antar für Rodolfo E. Cardoso (61.), Mehdi Mahdavikia für Roy Präger (72.), Marek Heinz für Milan Fukal (84.)
1.FC Köln: Efangelios Nessou für Matthias Scherz (60.), Alexander Voigt für Markus Kreuz (73.), Marco Reich für Jörg Reeb (74.)
 

Köln weiter im freien Fall 
Beim 1. FC Köln gehen bereits vor dem Ende der "tollen Tage" die Lichter aus. Mit einem 0:4 (0:1) beim Hamburger SV kassierten die "Geißböcke" die vierte Niederlage im vierten Spiel nach der Winterpause und warten seit nunmehr 779 Spielminuten in der Fußball-Bundesliga auf einen Torerfolg. 

Während die Rheinländer als Schlusslicht weiter sechs Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz trennen, setzte der HSV durch Treffer von Milan Fukal (34.), Sergej Barbarez (67.), Bernardo Romeo (83.) sowie einem Eigentor von Moses Sichone (63.) seinen Aufwärtstrend mit dem dritten Heimsieg in Folge fort. 

Rot für Laslandes
FC-Stürmer Lilian Laslandes sah zu allem Überfluss in der 88. Minute nach grobem Foulspiel auch noch die Rote Karte.

Auch eine Reihe personeller Veränderungen konnte den freien Fall der Mannschaft von Interimscoach Christoph John nicht stoppen. Vor 38.719 Zuschauern in der AOL-Arena ließen die gebeutelten Kölner lange Zeit jedes Aufbäumen gegen den drohenden Abstieg vermissen. 

Gastgeber mit viel Druck
So entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf ein Tor, in dem die Platzherren zunächst gute Chancen ausließen. Nach einem glänzenden Pass von Fukal scheiterte erst Barbarez aus zehn Metern an FC-Torwart Markus Pröll und im Nachschuss Romeo an Sichone (14. ). 

Kurz darauf konnte sich Pröll erneut auszeichnen, als er einen gefährlichen Heber von Raphael Wicky vor den heranstürmenden Romeo und Roy Präger entschärfte. 

Führung nach Standardsituation
Besser machte es nach einer guten halben Stunde Fukal: Nach einer Ecke von Bernd Hollerbach köpfte der Abwehrspieler den Ball unhaltbar für Pröll in den Torwinkel. 
Kurz vor der Pause hätte Barbarez sogar fast auf 2:0 erhöht, doch sein Kopfball nach Freistoß-Flanke von Rodolfo Cardoso ging nur an die Latte (43.). 

Entscheidung in Kölner Drangphase
Nach dem Seitenwechsel flackerte bei den Gästen ein kurzes Strohfeuer auf, wobei Lilian Laslandes sogar ein reguläres Tor wegen vermeindlicher Abseitsstellung verweigert wurde (58.). 
Vier Minuten später hätte Romeo schon sein drittes Tor für den HSV erzielen müssen, doch auch sein Kopfball traf aus kürzester Distanz nur die Latte. 
Was dem HSV-Stürmer nicht gelang, besorgte nach einer guten Stunde Sichone, der eine Flanke von Barbarez unglücklich ins eigene Tor ablenkte. Barbarez selbst erhöhte kurz darauf auf 3:0, ehe Romeo den 4:0-Endstand herstellte.

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Wir haben heute eine gute Leistung des HSV gesehen. Nach dem 2:0 war das Spiel gelaufen. Die weiteren Tore waren Zugabe, aber ich freue mich natürlich auch über die Höhe des Sieges." 

Interimstrainer Christoph John (1. FC Köln): 
"Ich hatte vor dem Spiel das Gefühl, dass die Mannschaft an sich glaubt. Man kann ihr sicherlich nicht vorwerfen, dass 
sie nicht gekämpft hätte. Das gibt mir Hoffnung, dass wir da unten rauskommen." 

Topspieler: Sergej Barbarez (Hamburger SV):
Der Bosnier überzeugte durch unbändigen Einsatzwillen. Über die gesamten 90 Minuten trieb er sein Team an und war an fast jeder gefährlichen Situation der Hanseaten beteiligt. Mit seinem ersten Kopfballtor der Saison sorgte er die entgültige Enscheidung. Insgesamt gab Barbarez vier Torschüsse ab und bereitete weitere vier vor. Mit dieser Leistung knüpfte der Stürmer an seine hervorragenden Vorstellungen aus der vergangenen Saison an. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4)

Kommentar:
Der 1. FC Köln ist kaum noch zu retten. Mit sechs Punkten Rückstand auf den rettenden 15 Platz und einer Leistung, die der Bundesliga nicht würdig war, müssen die Geißböcke wohl den Gang in die Zweite Liga antreten. Dabei zeigten die Domstädter in Hamburg eine völlig desolate Leistung. Das ganze Debakel lässt sich an der Abwehr, die einen Fehlpass nach dem anderen produzierte, festmachen. Vor allem Sichone stand völlig neben sich und krönte seine desolate Leistung noch mit einem Eigentor. Der Verteidiger spielte neun Fehlpässe und gewann nur 50 Prozent seiner Zweikämpfe. Neben ihm "glänzte" Zellweger mit 13 misslungenen Zuspielen und nur 40 Prozent gewonnener Duelle. Ganz anders der HSV, der durch viel Spielwitz und Zweikampfstärke überzeugte. Die Hanseaten agiereten wie entfesselt und hätten noch deutlich höher gewinnen können. Mit dieser Leistung brauchen sich die "Rothosen" keine Gedanken über den Klassenerhalt machen.
Sebastian Palm 

Taktik:
Hamburger SV:
Vor Torhüter Pieckenhagen agierte mit Fukal (rechts), Hertzsch, Hoogma und Ujfalusi eine Viererkette. Wicky und Hollerbach spielten im defensiven Mittelfeld. Cardoso setzte die drei Spitzen Barbarez, Präger und Romeo glänzend in Szene.

1.FC Köln
Vor Pröll im Tor spielten Cichon, Zellweger, Sichone in einer Dreierkette. Baranek beackerte die linke Seite, Scherz kam über rechts. Reeb und Springer sicherten nach hinten ab. Balitsch spielte hinter den Spitzen Laslandes und Kreuz. 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 13:2 
Eckenverhältnis: 5:4 
Schiedsrichter: Meyer (Braunschweig), Note 4 - viele Ungenauigkeiten, fragwürdige Ecke vor dem 1:0 
Zuschauer: 38719 
Rote Karten: Laslandes (87., grobes Foulspiel) 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Fukal - Stand defensiv sicher, mit seiner überragenden Kopfballstärke an zwei Toren beteiligt. Wurde verletzungsbedingt ausgewechselt. 

Analyse 

Personal: HSV-Trainer Jara änderte seine Mannschaft nach dem 2:2 von Kaiserslautern auf zwei Positionen: Für Antar und Töfting kamen Cardoso und der zuletzt gelb-gesperrte Präger. Das 0:4 von Mönchengladbach hatte bei Köln gravierende personelle Konsequenzen. Interimscoach John brachte Sichone, Scherz, Kreuz, Springer, Cichon und Baranek für Lottner, Keller (beide Gelb-Sperre), Timm (verletzt), Kurth, Voigt und Cullmann. 

Taktik: Der HSV mit einer Viererkette und im Mittelfeld mit Wicky als defensivem und Carsdoso als offensivem Mann. Präger und Hollerbach waren auf den Außenbahnen klar nach vorne orientiert. Dies band Springer und Scherz, der allerdings in der etwas linkslastigen Kölner Grundordnung auf rechts auch in Sachen Angriff tätig werden sollte. Balitsch kümmerte sich um Wicky oder einen über seine Seite nach vorne stoßenden Abwehrspieler. Die rochierenden Romeo und Barbarez wurden im Raum von Sichone und Zellweger attackiert. 

Spielverlauf: Die Kölner Abwehr brach relativ schnell auseinander, hatte besonders bei langen Bällen und Standards Probleme. Sichone war ein permanenter Schwachpunkt. Kreuz und Baranek gelang es zu selten, die Bälle zu halten, geschweige denn sie gefährlich zu verarbeiten. So war Laslandes in der Spitze praktisch von der Versorgung abgeschnitten. Der HSV entwickelte über die Außenpositionen, auf denen Fukal und Ujfalusi den besonders aggressiven Präger und Hollerbach effektiv unterstützten, sehr viel Druck. Reeb konnte Cardoso noch weitgehend in Schach halten, doch dahinter stieß Wicky häufig gefährlich nach vorne. Nach der Pause wurden die Kölner vorübergehend etwas agiler, der HSV musste phasenweise bangen. Die Unzulänglichkeiten in der Abwehr des FC führten aber wieder zu dem gewohnten Bild. 

Fazit: Köln wie ein Absteiger, der HSV hätte höher gewinnen können. 

Schlusspfiff
88. Minute: Laslandes hat richtig Frust. Der Neuzugang ist noch ohne Tor. Jetzt hat er immerhin schon einen Platzverweis in seinem Spielersteckbrief. Grund: Ein haarsträubendes Foul von hinten gegen Barbarez.
83. Minute: 4:0! Jetzt wird es richtig bitter für Köln. Mahdavikia schön auf Romeo, der legt sich den Ball mit der Brust am Gegenspieler vorbei und schießt mit rechts flach ein.
75. Minute: Barbarez tankt sich gegen Zellweger durch. 13-Meter-Schuss mit links aufs lange Eck. Knapp vorbei.
67. Minute: 3:0! Auflösungserscheinungen beim FC. Flanke Hollerbach, Kopf Fukal. Glanztat Pröll, doch Barbarez steht goldrichtig, nickt aus einem Meter ein. Die Entscheidung.
63. Minute: 2:0. Barbarez marschiert allein aufs Tor zu, müsste eigentlich selbst schießen. Dann: Schlampiger Pass in die Mitte. Sichon grätscht dazwischen und bugsiert das Leder ins eigene Netz. Sichone ist untröstlich...
59. Minute: Turbulente Szene im Kölner Strafraum. Prägers Versuch aus acht Metern wird abgeblockt.
57. Minute: Scherz mit der Chance für Köln. Doch er zögert einfach zu lange, die HSV-Abwehr kann klären.
52. Minute: Wieder Lattentreffer. Maßflanke Barbarez, Romeo schraubt sich hoch und setzt das Leder per Kopf an die Unterkante. Der Ball springt ins Feld zurück.
47. Minute: Laslandes bringt den Ball im HSV-Netz unter, doch zuvor Abseits. Eine enge Entscheidung, aber wohl richtig.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
45. Minute: Beste Chance für Köln. Baranek auf Kreuz, dessen Schuss Pieckenhagen zur Ecke lenkt.
43. Minute: Die Latte bewahrt den FC vor dem 2:0. Langer Pass Cardoso, Cichon lässt Barbarez völlig frei. Der setzt den Kopfball ans Gebälk, Romeo bringt den Nachschuss nicht mehr aufs Tor.
34. Minute: 1:0! Verdient geht die Jara-Elf in Führung. Ecke Hollerbach - Kopf Fukal - Tor.
33. Minute: Glänzender Pass von Cardoso auf Romeo. Sichone schläft bei diesem argentinischen Zusammenspiel. Der Schuss von Romeo geht drüber.
28. Minute: Köln mit einem Konter. Baranek flankt von links. Laslandes kommt angestürmt, köpft aber fünf Meter rechts vorbei.
25. Minute: Weiter Konfusion in der Kölner Abwehr. Zunächst kommt Hoogma frei zum Kopfball, Sekunden später bringt Präger - bedrängt von Springer - den Ball nicht im leeren Tor unter. Doppeltes Glück für den FC.
16. Minute: Wieder Fukal. Flachschuss aus halbrechter Position, 23 Meter. Pröll sicher.
14. Minute: Schöner Pass von Fukal in die Tiefe. Barbarez startet durch, zieht aus 17 Metern ab. Pröll ist unten, lässt abprallen, Romeo mit dem Nachschuss aus der Drehung, Sichone wirft sich dazwischen und klärt. Ein erster Aufreger in Hamburg.
2. Minute: Die Kölner sind hypernervös. Mehrere haarsträubende Fehlpässe prägen das Spiel der "Geißböcke" gleich in den ersten Minuten. Der HSV kann noch keinen Vorteil daraus ziehen.
Anpfiff


 
dpa meldet:
HSV klarer Sieger - Köln weiter im freien Fall 

Mit dem klarsten Saisonsieg hat der Hamburger SV seinen Aufwärtstrend bestätigt und den 1. FC Köln noch tiefer ins Elend gestürzt. 

Der unter Ex-Trainer Frank Pagelsdorf fast schon ausgemusterte Milan Fukal (34.), ein Eigentor von Moses Sichone (63.), Sergej Barbarez (67.) und Bernardo Romeo (83.) sicherten den Hanseaten das hoch verdiente 4:0 (1:0) gegen das Tabellen- Schlusslicht der Fußball-Bundesliga. Köln befindet sich damit weiter im freien Fall in Richtung 2. Liga, ist nunmehr acht Spiele in Serie seit 24. November ohne Sieg und sage und schreibe 779 Spielminuten ohne eigenes Tor. 

«Nach dem 2:0 waren wir chancenlos. Im Abwehrbereich waren wir völlig verunsichert und haben mit eigenen Fehlern die Niederlage eingeleitet», beklagte Manager Hannes Linssen.

Es kam noch dicker für die Kölner: Lilian Laslandes sah in der 88. Minute nach einem groben Foul die Rote Karte, Miroslav Baranek, in Hamburg noch der beste FC-Spieler, und Matthias Scherz kassieren die fünfte Gelbe Karte und sind damit im nächsten Spiel gegen Werder Bremen ebenfalls gesperrt.

Vor 38 719 Zuschauern war der HSV gegen die «Schießbude» Köln von Beginn an Herr im eigenen Haus und hätte aus einer Fülle hochkarätiger Chancen durchaus noch mehr Kapital schlagen können. «Ich freue mich sehr über die Höhe des Sieges. Wir waren von Anfang an sehr wach und haben Köln unter Druck gesetzt», meinte Trainer Kurt Jara. Und Manager Holger Hieronymus frohlockte nach längerer Durststrecke: Wir sind auf dem besten Weg, uns verloren gegangene Sympathien zurück zu holen.»

Zu den Höhepunkten zählten auch Kopfball-Lattentreffer von Barbarez (42.) auf Vorlage von Rodolfo Cardoso und Romeo (52.) nach einer Maßflanke von Barbarez. Die Tore demonstrierten die besondere Anfälligkeit der Kölner bei hohen Bällen, bei Standardsituationen und schnellen Vorstößen. Mit seinem dritten Saisontreffer sorgte Fukal nach Ecke von Hollerbach per Kopf für die Führung. Sichone grätschte noch einem Flankenlauf von Barbarez den Ball zum vorentscheidenden 0:2 ins eigene Tor. 

Vier Minuten später markierte der Torschützenkönig der vergangenen Saison nach einer weiteren Ecke von Hollerbach per Kopf seinen vierten Treffer in dieser Serie. Danach ließ der Argentinier Romeo im vierten Einsatz sein viertes Tor folgen, wobei seinem Debüt-Treffer in Stuttgart aber bekanntlich die Anerkennung versagt geblieben war.

Lienen-Nachfolger Christoph John, dessen vernichtende Bilanz aus drei Bundesliga-Spielen nun auf 0 Punkte und 0:9 Tore wuchs, sah in der ersten Halbzeit eine FC-Mannschaft ohne Mut und Selbstvertrauen. Nach der Pause blieb es beim Ansatz, engagierter nach vorn spielen zu wollen. Die Hamburger schlugen clever zu, bei den Kölnern brachen alle Dämme. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Ich gebe die Hoffnung nicht auf», bemühte John nach dem Desaster Durchhalteparolen.