Bundesliga 2001/2002, 25. Spieltag, Samstag, 02.03.02, 15:30 Uhr in der Hamburger AOL Arena bei klarem Wetter und kalten 5 Grad C

Ich wills mal so sagen: Solche bescheidenen Spiele muß man eben auch mal gewinnen. Was uns heute geboten wurde, war wirklich nicht berauschend. Besser gesagt: Es war wirklich absolute Magerkost des HSV. 

Die Aufstellung mutete allerdings auch schon etwas seltsam an. Quasi 3 Spielmacher liefen mit Albertz, Cardoso und Antar auf. In der Abwehr spielte eine Viererkette, in der erstmals Wicky agierte, da Hoogma und Hertzsch gesperrt waren. Und als Rechtsaußen lief nach längeren Wochen mal wieder Benyamin auf.

Eigentlich könnte ich den Bericht damit schon schließen, denn spielerisch passierte ja kaum etwas. In der 1. Halbzeit war der HSV aber zumindest dominant; allerdings mit nur sehr wenigen Torchancen. Nürnberg hingegen hatte allerdings über eine halbe Stunde lang gar keine zählbare Chance.

In der 22. Minute sind wir durch Präger in Führung gegangen. Allerdings müßte man als Torschützen wohl eigentlich nicht Präger sonder Kampa nennen. Prägers Flanke war ja gar nicht auf dem Weg ins Tor, als Kampa den Ball durch die Hände gleiten ließ und ihn auch noch ins eigene Tor abfälschte. Als der HSV auch noch das 2:0 durch eine Fukal-Kopfball nach Ecke Hollerbach schoß, schienen wir uns langsam einzuschießen. Das wurde allerdings spätestens mit 1:2 Anschlußtreffer der Nürnberger gestoppt. Dieser Treffer ermunterte die Nürnberger zur 2. Halbzeit offensichtlich und wir sind einmal mehr in unseren alten Fehler verfallen, uns in die Defensive zu stellen. Und das gegen einen Gegner, der nun alles andere als übermächtig war. Aber wenn man sie so kommen läßt, kommt natürlich auch Nürnberg zwangsweise zu Chancen.

Die bemerkenswerteste Chance hatte Cacau, der plötzlich vollkommen frei vorm Torwart stand. Den ersten Schuß parierte Pieckenhagen glänzend und brachte Cacau im Nachschuß das Kunststück fertig, den Ball an den Pfosten zu setzen. An den gleichen Pfosten köpfte kurz vor Schluß und direkt vom dem erlösenden 3:1 dann auch noch Collinn Benyamin. Wohlgemerkt an den Pfosten unseres Tores!

Davor hatte Nürnberg noch einige ordentliche bis gute Chancen, die Pieckenhagen sämtlichst entschärfte. Durch unsere total defensive Spielweise bekamen wir natürlich ab und zu Konterchancen, die wir zumeist durch Abseits (meist durch Romeo) und teilweise auch durch peinliche Abschlüsse (hier wußte Antar zu „begeistern“) vergaben. 

Die 2 hundertprozentigen, die wir bei diesen Chancen hatten, konnten wir zu 50 % nutzen. Zunächst lief Romeo völlig frei und unbedrängt mit dem Ball auf Gegners Torwart zu und vergab kläglich durch einen Schuß direkt auf den Torwart. Und dann – als ich mir schon längst sicher war, daß höchstens Nürnberg noch ein Tor machen würde, schoß tatsächlich Antar noch das 3:1. Das war übrigens seltsamerweise das 1. Tor des HSV an diesem Tag, bei dem ich aufgestanden bin zum Jubeln. Irgendwie war mich vorher nicht danach. Und jetzt, so direkt nach dem Spiel fühle ich mich auch nicht wie nach einem Sieg sondern eher wir nach einem Unentschieden.

Aber wie eingangs schon gesagt: Auch soche beschissenen Spiele muß man eben einfach mal gewinnen. Da fast alle Mannschaften, die direkt hinter uns standen, dies auch getan haben, war es auch wirklich wichtig.

So können wir immer gelassener auf die Hammerspiele warten, die wir in einigen Wochen beginnen. Durch den Sieg sind wir auf jeden Fall weiterhin die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde. Und die bis zu diesem Spieltag drittbeste Mannschaft haben wir ja immerhin geschlagen. Von den Abstiegskandidaten, die nun wohl alle schon in der AOL Arena vorstellig waren, war Nürnberg zumindest die Spielstärkste. Ich denke, daß die schon noch eine Chance haben, sich zu retten. Besser als Köln und Pauli waren Sie allemal.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Mein Kumpel Kuno meinte zur Halbzeit, daß in unserem Managerspiel (der Fuxx von sport1.de) Pieckenhagen diesmal wohl nur schlecht abschneiden könnte, weil quasi der einzige Torschuß auch wirklich in Tor ging. In der 2. Halbzeit tat die Mannschaften dann allerdings Piecke den „Gefallen“, ihm die Chance zu geben, sich noch mehrfach auszuzeichnen. Und Piecke hielt wirklich fehlerlos alles, was auf den Kasten kam. Wie schon Bremen, kann ich ihm da nur ein(e)s geben: Note 1

Fukal: Sein Tor war sehr wichtig. Er ist mir im Spiel kaum aufgefallen. Ich hatte ja vorher befürchtet, daß er durch seine Langsamkeit oft düpiert und überlaufen würde. Dem war aber nicht so: Note 3

Ujfalusi: War der beste Verteidiger heute für mich. Oft einen Schritt schneller als der Gegner. Beschränkt sich aber zunehmend nur noch auf seine Defensivaufgaben. Heute war das ja auch o.k. Ansonsten könnte er sich allerdings ruhig öfter mal in das Aufbauspiel einschalten: Note 2

Wicky: auf der für ihn ungewohnten Rolle in der Viererkette spielte er gut mit. Note 3

Hollerbach: Heute nur sehr selten offensiv zu sehen. Und in der Defensive liefen doch mehr Angriffe des Gegners über die rechte Abwehrseite: Note 4

Antar: Licht und Schatten heute bei ihm. Allerdings wohl doch etwas mehr Schatten. Vielleicht waren 3 Spiellenker aber auch zu viel auf dem Feld. Besonders in der 2. Halbzeit fiel er oft durch ungeschicktes Verhalten bei den Kontern auf. Trotz seines Tores und den Hoffnungen, die ich insgesamt in ihn setze, mag ich ihm für dieses Spiel nicht mehr geben als: Note 4-

Cardoso: der einzige, der auch in brenzligen Situationen die Übersicht behält und einen schönen öffnenden Pass spielt. Wohl der beste Hamburger Offensivspieler heute: Note 2

Albertz: Nur ein Schatten auf dem Spielfeld. Für einen offensiven Spieler viel zu wenig Ballkontakte. Und herausgekommen ist dabei auch nichts: Note 5

Benyamin: In der 1. Halbzeit top und in der 2. Halbzeit ganz mau. Insgesamt reicht das nicht, um sich in die Stammformation zu spielen: Note 4

Präger: In der ersten Halbzeit noch sehr emsig und bemüht und durch Super-Einstellung für das 1:0 gesorgt, war er in der 2. Halbzeit wie Benyamin überhaupt nicht mehr zu sehen. Nicht mal bei den Kontern: Note 4

Romeo: Hmm, tja... Also heute komme ich wirklich nicht umhin zu sagen, daß er fast der schlechteste HSV-Spieler für mich war. Er sorgte für schätzungsweise 10 – 15 Abseitsentscheidungen und als er seine einzige perfekte Chance hatte, versagte er kläglich. Das einzige, was man ihm zu gute halten kann ist, daß der HSV sich insgesamt viel zu wenig Chancen erspielte und somit auch er eben kaum Chancen bekam. Note 5

Schiri Merk: Das ich über den mal Positives schreiben „muss“ hätte ich nicht gedacht. Auf jeden Fall hat er heute oft eher für den HSV als gegen ihn entschieden in zweifelhaften Szenen. Richtig spielentscheidendes gab es aber auch nicht zu pfeifen: Note 2 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
1:0 Darius Kampa (22.) Eigentor
2:0 Milan Fukal (39.)
2:1 Jacek Krzynowek (41.)
3:1 Roda Antar (86.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Roy Präger (48.) , Roda Antar (56.) 
1.FC Nürnberg: David Jarolim (42.), Tomasz Kos (75.)

SCHIEDSRICHTER :  Dr. Markus Merk 
ZUSCHAUER :  35,033 
DATUM :  02.03.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Tomas Ujfalusi, Jörg Albertz, Roda Antar, Milan Fukal, Bernd Hollerbach, Roy Präger, Rodolfo E. Cardoso, Collin Benjamin, Raphael Wicky, Bernardo Romeo

1.FC Nürnberg: Darius Kampa, Marek Nikl, Stephan Paßlack, David Jarolim, Tomasz Kos, Jacek Krzynowek, Paulo Rink, Rajko Tavcar, Tony Sanneh, Tommy Svindal Larsen, Cacau

WECHSEL 
Hamburger SV:
Marcel Maltritz für Rodolfo E. Cardoso (66.)
Martin Groth für Roy Präger (85.)

1.FC Nürnberg:
Kai Michalke für Stephan Paßlack (75.)
Louis Gomis für Paulo Rink (79.)
Jesus Junior für Cacau (85.)
 

Kampa leitet Hamburger Sieg ein 
Roy Prägers verunglückte Flanke hätte Nürnbergs Darius Kampa fausten können. Mit etwas Glück hätte der Nürnberger Schlussmann diesen Ball sogar gefangen. Doch Kampa entschied sich für die ungünstigste Variante. Der völlig verunsicherte Torhüter haute sich den Ball ins eigene Netz. Was für ein Blackout! Die Reaktion des deprimierten Kampa: "Ich war mir sicher, das ich den Ball habe. Das war mein Ding. Damit muss ich leben." Der Patzer bescherte den überraschten Hamburgern das 1:0 (22.). 

Der HSV, der nach Schalke die zweitbeste Rückrundenmannschaft ist, konnte beim 3:1 (2:1) in der heimischen AOL-Arena nicht überzeugen. Die Tore der Hausherren fielen mehr durch Zufall, als durch durchdachte, taktische Meisterleistungen. So auch das 2:0 (39.). 

Milan Fukal köpfte den Ball nach einer Ecke von Cardoso ins gegnerische Tor. Dieses Mal traf Kampa keine Schuld, chancenlos musste er den Ball passieren lassen. Köpfe hängen lassen zählte jetzt nicht, und so kamen die Gäste nur zwei Minuten später zum Anschlusstreffer. 

Treffer durch Krzynowek
Cacau präsentierte sich in einer ungewohnten Rolle: als Vorbereiter. Der Brasilianer bewies, dass der Club ihn nicht nur für´s Toreschießen bezahlt: 
Uneigennützig legte er den Ball auf Krzynowek, der mit seinem schwachen linken Fuß vollstreckte. Unhaltbar für Martin Pieckenhagen zappelte der Ball im Netz (41.). Nur noch 2:1. Der Pausenpfiff ertönte - Zeit für Jara, seine Elf zurechtzustutzen. 

Pieckhagen überzeugte im HSV-Tor
Der Anschlusstreffer war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient. So sah es auch Hamburgs Pieckhagen, der seine Mannschaft durch Glanztaten in beiden Durchgängen vor Schlimmeren bewahrte. 
"Wir hatten heute Glück. Nach dem 2:0 ging bei uns die Ordnung verloren. Wir haben von den Gegenspielern zu weit weg gestanden, kamen nicht in die Zweikämpfe", lautete das selbstkritische Resümee des Schlussmanns.

Antar im dritten Anlauf
Durch gelegentliche Konter wollte der HSV vor allem zum Ende der zweiten Halbzeit zum erlösenden 3:1 kommen. Das sollte den Hausherren auch gelingen: Nicht beim ersten Versuch, auch nicht beim zweiten, sondern erst beim dritten.
Roda Antar, so der Name des Spätzünders. Romeo, der ihn als Vorbereiter bediente, durfte nach zwei verpassten Chancen dann doch noch jubeln. Sein Pass wusste Antar zu nutzen und erzielte den 3:1 Endstand (86.) 

Augenthaler sichtlich enttäuscht
"Wir haben verdient verloren, weil wir nicht in der Lage sind, spielerische Überlegenheit auszunutzen und uns die Tore sogar selbst reinmachen", haderte Nürnbergs Trainer Klaus Augenthaler.
Ein kleines Lob für seine Elf, die über große Strecken dem HSV das Leben mehr als schwer machte, hatte der Coach dann doch noch: "Wir waren die bessere Mannschaft. Aber uns fehlt auswärts die Cleverness."

Nürnberg wieder in Gefahr
HSV-Coach Jara zeigte sich erleichtert nach dem glanzlosen Sieg seiner Mannen: "Abhaken und die drei Punkte mitnehmen. Wir haben Riesenglück gehabt. Jetzt haben wir uns aus dem Abstiegskampf verabschiedet." 
Dafür sind die Nürnberger nun wieder mittendrin. Nach zuletzt 16 Punkten aus fünf Spielen, sind die Franken nach der Niederlage in Hamburg nun auf den 15. Tabellenplatz abgerutscht. 
 

Fakten:
HSV mit toller Heimserie
Es war der vierte Heimsieg in Folge für den HSV – innerhalb einer Spielzeit feierte man zuletzt vor sechs Jahren so viele Heimerfolge in Serie. Trainer damals: Felix Magath. 

Nürnberger Auswärtsschwäche
Der Club hat nun neun von zwölf Auswärtsspielen verloren – kein anderes Team musste in der Fremde mehr Niederlagen einstecken. Nürnberg verlor damit insgesamt zum 14. Mal in dieser Saison: Nur der 1. FC Köln hat mehr Niederlagen auf seinem Konto. 

Antar und Cardoso erstmals gemeinsam
Beim HSV standen Roda Antar und Rodolfo Cardoso erstmals gemeinsam in der Anfangself. Nur am letzten Wochenende beim 1:0 in Bremen waren sie für die letzten drei Minuten zusammen auf dem Feld - zuvor spielte immer höchstens einer der beiden. 

Elf Jahre Hollerbach in der Bundesliga
Bernd Hollerbach kam zu seinem 177. Einsatz in der Bundesliga - genau elf Jahre nach seinem Debüt (am 2. März 1991 für den FC St. Pauli mit einem 1:0 beim FC Bayern München). 

Schlaglichter:
Hamburg nutzte die wenigen Chancen
Der HSV kam in 90 Minuten nur zu elf Torschüssen und stellte damit den Vereins-Negativrekord für Heimspiele in dieser Saison ein: Am 17. November 2001 hatte es gegen Schalke auch nur elf Torschüsse, aber eben keine Tore gegeben, diesmal machten die Hanseaten aus den wenigen Möglichkeiten dank gütiger Mithilfe der Franken drei Tore. Nürnberg hatte zwar 56 Prozent der Ballkontakte, zwei Pfostentreffer und erzielte das schönste Tor, aber individuelle Fehler und Schwächen in den Zweikämpfen (Nikl und Larsen gewannen nur 40 Prozent ihrer Duelle, Krzynowek gar nur 29 Prozent) entschieden das Spiel. 

Kampas Riesenpatzer leitete die Club-Niederlage ein
Darius Kampa, der sich in der Rückrunde bislang sehr solide präsentierte, leitete mit einem Blackout die Niederlage in Hamburg ein: Roy Prägers harmlose Flanke warf er sich selbst in den Kasten. Da half es dann auch nicht mehr, dass er anschließend gegen den allein auf ihn zulaufenden Romeo gut hielt. Beim 1:3 von Antar war Kampa noch am Ball, wie achtmal zuvor bei Gegentoren in dieser Saison: Kein anderer Torwart agiert bei Gegentreffern so unglücklich. 

Cardoso kampfstark und effektiv
Cardoso überzeugte gegen Nürnberg vor allem auf einem Gebiet, das gemeinhin nicht als seine Stärke gilt: Der Argentinier gewann 68 Prozent seiner Duelle und lag damit nur knapp hinter Mitspieler Ujfalusi als zweikampfstärkster Mann auf dem Platz. Nach vorne zeigte sich der Spielmacher hinter den Spitzen sehr effektiv: Die Torvorlage per Eckball zu Fukals 2:0 war Cardosos einzige Torschussbeteiligung in diesem Spiel. 

Kos orientierungslos
Als Einleitung zu Kampas Eigentor zum 0:1 leistete sich Club-Kapitän Tomasz Kos einen leichtsinnigen Ballverlust gegen Präger am eigenen Strafraum, beim 0:2 organisierte der Abwehrchef seine Mitstreiter beim Eckball ungenügend, so dass Fukal einköpfen konnte, und vor dem 1:3 rannte er Mitspieler Rajko Tavcar über den Haufen: Es war nicht der Tag des Polen, der zudem für ihn unterdurchschnittliche 59 Prozent seiner Zweikämpfe gewann und nach vorne nichts brachte (keine Beteiligung an einem Torschuss). 

HSV mit Abseitsrekord
Der HSV lief zehn Mal gegen Nürnberg ins Abseits und hat damit den eigenen Vereinsrekord für diese Saison (sieben Mal am 18. August 2001 gegen Kaiserslautern beim 2:3) übertroffen. 

Club mit Pfosten-Pech
Beim Stande von 2:1 gab es zwei Nürnberger Pfostentreffer - den 14. und 15. für den Club in dieser Saison, kein anderer Verein hat mehr. Allein in der Rückrunde traf Nürnberg zehn Mal Aluminium: Höchstwert. 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Wir haben 40 Minuten das Spiel gemacht und hatten Nürnberg im Griff. Nach der 2:0-Führung haben wir die Ordnung verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere großen Konterchancen nicht genutzt und hatten vor dem eigenen Tor Riesenglück. Aber es hat schon Spiele gegeben, wo wir besser waren und nicht gewinnen konnten." 

Trainer Klaus Augenthaler (1. FC Nürnberg): 
"Es ist wie an jedem Auswärtswochenende. Man bescheinigt uns, gut gespielt zu haben, aber als guter Gast überlassen wir die Punkte. Wir hatten 65 Prozent der Spielanteile, aber immer wieder passieren individuelle Aussetzer." 

Topspieler: Roda Antar (Hamburger SV)
In seinem achten Bundesligaspiel kam der offensive Mittefeldspieler zu seinem ersten Saisontor. Der Libanese drehte zum Ende der zweiten Halbzeit auf und kam nach Vorlagen durch Romeo zu drei Torschüssen. Damit war er im Abschluss der auffälligste HSV-Akteur. 

Spielwertung: 1 Ball (von 4)

Kommentar:
Nürnberg spielte wie ein Absteiger und brachte den Hamburger SV durch ein Eigentor von Kampa in Führung. Die Franken hatten es in der Hand, der Partie doch noch den entscheidenen Dreh zu geben. Die Chancen-Ausbeute der Franken war nicht bundesligatauglich, so wird das nichts mit dem Klassenerhalt. Anders bei den Hamburgern. Die Chancen, die sie hatten, haben sie größtenteils auch gemacht. Nicht umsonst sind sie die zweitbeste Rückrundenmannschaft.
Mariska Bär 

Taktik:
Hamburger SV 
Im Tor des HSV stand Pieckenhagen, vor ihm agierten Ujifalusi, Wicky und Fukal (v.l.). Im defensiven Mittefeld spielten Hollerbach (l.) und Benjamin vor den Offensiv-Kräften Albertz (l.) und Antar. Cardoso unterstützte als hängende Spitze Romeo (l.) und Präger. Ausgewchselt wurden Cardoso und Präger. Für die beiden Offensiv-Kräfte kamen Maltritz und Groh neu ins Spiel.

1. FC Nürnberg
Im Tor der Franken stand Kampa. Vor dem Schlussmann agierte die Viererabwehrkette mit Tavcar, Nikl, Kos und Sanneh (v.l.). Im Mittelfeld spielten Krzynowek, Larsen und Paßlack (v.l.). Jaolim als hängende Spitze unterstützte die beiden Stürmer Romeo (l.) und Rink. Trainer Augenthaler wechselte dreimal aus. Für Paßlach kam Michalke, Gomis für Rink und Cacau musste für Junior Platz machen. 


 
kicker meldet: 

Spielbericht 
Rund 35.000 Zuschauer wollten in der Hamburger AOL-Arena das Gastspiel des 1. FC Nürnberg sehen. Hamburgs Trainer Kurt Jara musste dabei auf den verletzten Torjäger Barbarez und Abwehrchef Hoogma verzichten. Dafür rückte Hollerbach in die Defensive. Cardoso übernahm die Regie im Mittelfeld, und Benjamin rückte als dritte Spitze ins Team. Klaus Augenthaler auf Seiten des 1. FC Nürnberg vertraute der gleichen Formation, die am vergangenen Samstag den 1. FC Köln 2:0 bezwang.

Lange Zeit kam das Spiel aus der Phase des Abtastens nicht heraus. Beide Mannschaften waren bedacht, Ruhe in ihre Abwehrreihen zu bekommen. Das Spiel plätscherte nur so dahin, bis die Nürnberger den ersten Fehler in Person von Kos und Kampa machten. Kos verlor den Ball in der Nähe der Eckfahne gegen Präger, der kurz vor der Auslinie versuchte zu flanken. Kampa im Nürnberger Tor boxte sich beim Versuch, den Ball zu fangen das Leder selbst in das Tor. Der Club war geschockt, und der HSV versuchte nachzulegen, was in der 39. Minute auch von Erfolg gekrönt wurde. Eine Ecke von Cardoso köpfte Fukal unhaltbar ins Nürnberger Tor. Dabei war der tschechische Verteidiger im Nürnberger Strafraum völlig ohne Gegenspieler. Doch der Club raffte sich noch einmal vor der Pause auf und konnte den Anschlusstreffer erzielen. Einen schönen Angriff über die rechte Seite schloss Krzynowek, der zuvor Cardoso ausgespielt hatte, mit einem satten Schuß unter die Latte ab. Nürnberg musste nicht ohne Hoffnung in die Kabine gehen.

In der zweiten Halbzeit spielte zunächst nur der 1. FC Nürnberg. Minutenlang wurde der HSV in der eigenen Hälfte festgenagelt. Die Hamburger verlegten sich nur noch auf gelegentliche Konter. Doch Nürnberg hatte in Person von Cacau die Riesenchancen, doch dieser scheiterte drei Mal unbedrängt an Pieckenhagen oder dem Pfosten. Erst in den letzten zehn Minuten bekam der HSV die Nürnberger wieder etwas besser in Griff. Doch kurz vor Schluss überschlugen sich die Ereignisse. In der 87. Minute stiegen Benjamin und Gomis nach einer Michalke-Flanke zum Kopfball hoch. Benjamin erwischte den Ball mit dem Kopf und beförderte ihn Richtung Tor. Doch er hatte Glück. Der Ball sprang vom Pfosten zurück. Der aus dieser Situation resultierende Befreiungsschlag sorgte für Verwirrung. Zwei Nürnberger Verteidiger standen sich offenbar selbst im Weg und ließen Antar mit dem Ball ziehen. Dieser überwand Kampa, der sogar noch am Ball war, und entschied damit das Spiel.
 

Schlusspfiff
87. Minute: Nach einem Hamburger Befreiungsschlag stehen sich zwei Nürnberger Verteidiger gegenseitig im Weg. Antar bekommt den Ball von Romeo. Unbedrängt kann er einschiessen.
86. Minute: Michalke flankt vor das HSV-Tor, Gomis und Benjamin schraubent sich hoch. Der HSV-Mittelfeldspieler erwischt den Ball und köpft gegen den Pfosten des eigenen Tores.
81. Minute: Wieder legt Romeo auf für Antar, doch dieser schießt wieder über das Tor.
79. Minute: Romeo legt per Kopf für Antar auf, der aus 15 Metern direkt abzieht. Doch der Schuß geht über das Tor.
73. Minute: Romeo läuft durch die gesamte Hälfte des 1. FC Nürnberg alleine mit dem Ball auf Kampa zu. Der Nürnberger Keeper bleibt lange stehen und den Ball von Romeo halten.
69. Minute: Krzynowek spielt Cacau an der Strafraumgrenze an. Cacau dreht sich flink und steht allein vor Pieckenhagen. Doch dieser kann Cacaus Schuß festhalten.
60. Minute: Cacau scheitert zwei Mal in fünf Sekunden. Von Rink im Strafraum freigespielt schiesst er zunächst aus kurzer Distanz Pieckenhagen an um dann den zurückspringenden Ball an den Pfosten zu schiessen.
46. Minute: Romeo wird im Nürnberger Strafraum gestoppt, doch der Ball wird zu kurz abgewehrt. Albertz zieht aus 23 Metern ab, doch Kampa kann problemlos klären.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
41. Minute: Schöne Ballstaffete der Nürnberger ! Jarolim spielt in die Mitte, wo Rink den Ball auf Cacau durchlässt. Der spielt Krzynowek in halblinker Position an. Krzynowek umspielt Cardoso und hämmert den Ball unhaltbar unter die Latte.
39. Minute: Eine Ecke von Cardoso kann Fukal, unbedrängt im Nürnberger Strafraum,ohne Mühe in die lange Ecke köpfen.
22. Minute: Kurioser Treffer in der AOL-Arena. An der Eckfahne verliert Kos den Ball gegen Präger. Der zieht von der Torauslinie ab und FCN-Torhüter Kampa boxt sich den Ball ins eigene Netz.
16. Minute: Eine Ecke von Krzynowek köpft Nikl weit über das Tor.
13. Minute: Cardoso zieht eine Ecke auf den ersten Pfosten, wo Präger ungedeckt steht. Doch er bekommt den Ball nicht richtig unter Kontrolle. Der Ball geht ins aus.
11. Minute: Beide Mannschaften beginnen das Spiel vorsichtig.
Anpfiff


 
dpa meldet: