Bundesliga 2001/2002, 26. Spieltag, Sonntag, 10.03.02, 17:30 Uhr im Berliner Olympiastadion bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad C

Hertha BSC Berlin - Hamburger SV 6:0 (2:0)

Es ist mir einfach meine Zeit nicht wert, über so einen Scheiß auch noch etwas zu schreiben.

Nur soviel: Wer absolut nie versucht, nach vorne zu spielen, hat auch keine Chance!

Den Spielern würde ich (nicht aus Populismus) durchgehend eine 6 geben. Einzig Albertz würde ich vielleicht ein 7 zugedenken. Und Pieckenhagen ist wohl am unschuldigsten.

Nur noch eine Bemerkung: So beschissen wie im teilweise umgebauten Olympiastadion habe ich auch noch nicht gesessen. Nun bin ich ja sehr dick und daher gewohnt, daß ich mit den Nachbarn Probleme habe. Bisher hatte ich aber in überhaupt noch keinem Stadion das Problem, daß der Platz bis zum Vordermann nicht reicht. Wie gesagt: Bisher...
Der Berliner ansich ist wohl eher ein Pygmäe.... 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet:  

TORE  
1:0 Michael Preetz (41.)
2:0 Bart Goor (44.)
3:0 Marcelinho (54.)
4:0 Bart Goor (62.)
5:0 Bart Goor (85.)
6:0 Bart Goor (90.)
 
GELBE KARTEN  
Hertha BSC Berlin: Dick van Burik (50.) 
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (70.), Raphael Wicky (81.)
 
PLATZVERWEISE  
Hertha BSC Berlin: -    
Hamburger SV: Karte gelb/rot für Collin Benjamin (88.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Hartmut Strampe  
ZUSCHAUER :  36,238 
DATUM :  10.03.02   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hertha BSC Berlin: Gabor Kiraly, Dick van Burik, Alex Alves, Bart Goor, Denis Lapaczinski, Michael Preetz, Thorben Marx, , Josip Simunic, Pal Dardai, Stefan Beinlich, Marcelinho

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Jörg Albertz, Bernardo Romeo, Ingo Hertzsch, Milan Fukal, Raphael Wicky, Roda Antar, Bernd Hollerbach, Tomas Ujfalusi, Roy Präger
 
WECHSEL 
Hertha BSC Berlin: Kostas Konstantinidis für Thorben Marx (77.), Rene Tretschok für Stefan Beinlich (83.)
Hamburger SV: Collin Benjamin für Ingo Hertzsch (34.)
 
 

Hertha schenkt desolaten Hamburgern sechs Tore ein  

Hertha BSC Berlin hat den Hamburger SV mit 6.0 (2:0) geschlagen und damit einen großen Schritt hin zu einer erneuten Europapokal-Teilnahme gemacht. Vor 36.238 Zuschauern trafen Michael Preetz (41.), Marcelinho (54.) sowie der überragende Bart Goor mit einem Viererpack (44., 51., 85., 90.) für die Hertha. Für die auf ganzer Linie enttäuschenden Hamburger war es dagegen die höchste Saison-Niederlage.  
 
Es war eine Gala-Vorstellung der Berliner. Vom Anpfiff weg kam der HSV kaum einmal zum Luftholen. Die Tore waren eine logische Konsequenz. Bei besserer Chancenverwertung hätte selbst dieser Sieg noch höher ausfallen können. Dennoch war es für die Hertha der höchste Sieg der letzten 31 Jahre.

"Wichtig waren die beiden Tore kurz vor der Halbzeit", hatte Stefan Beinlich den Knackpunkt des Spiels treffend ausgemacht. Danach waren die Berliner unaufhaltsam, spielten sich in einen Rausch. "Man sieht, was Selbstvertrauen ausmacht, was Spielfreude bewirkt", befand Interimstrainer Falko Götz.

Goor mit überragender Partie
Vor Spielfreude sprühte vor allem einer: Bart Goor. Der Belgier erzielte als erster Spieler in dieser Saison vier Tore, darunter ein lupenreiner Hattrick. "Ich bin sehr stolz auf mich und meine Mannschaft", sagte er nach seinen Saisontoren fünf bis acht, dem ersten Viererpack in seinem Leben. Dazu verwehrte ihm das Lattenkreuz nach seinem 20-Meter-Schuss noch ein potentielles Tor des Monats - eine Super-Vorstellung.

Doch bei allem Berliner Glanz gab es auch einen tragischen Helden. Alex Alves, vor zwei Wochen gegen Kaiserslautern mit vier Vorlagen überragender Mann, spielte ausgesprochen unglücklich und vergab zudem noch zwei hochkarätige Möglichkeiten. Hatte er vielleicht Landsmann Luizao im Hinterkopf, an dem Hertha Interesse zeigt? Eine Verpflichtung dessen könnte Alves` Berliner Zeit beenden, munkelt man.

Hertha noch mit allen Chancen
Der Meisterschaftszug wird wohl schon abgefahren sein. Doch zumindest der Einzug in die Champions League scheint bei vier Punkten Rückstand auf Bayern München noch möglich. 13 Punkte aus fünf Spielen lautet die Bilanz unter Interimstrainer Götz. Und wenn die Hertha so weiterspielt - wer soll sie dann noch stoppen?
Wie man es nicht macht, zeigte der desolate HSV. Als zweitbeste Rückrundenmannschaft waren die Hanseaten angereist, als ratlose Verlierer verließen den Rasen des Olympiastadions. Colin Benjamins Gelb-Rote Karte (88.) war nur die Krönung einer nicht einmal zweitligareifen Leistung des HSV.

Ratlose Hamburger
Erklärungsversuche? "Wir waren viel zu passiv in der ersten Halbzeit", sagte Co-Trainer Armin Reutershahn. Lächelt und seid froh, es könnte schlimmer kommen. Und es kam schlimmer: "In der zweiten Halbzeit haben wir eine andere Strategie versucht, aber eindeutig die falsche erwischt", erkannte Kurt Jara messerscharf. "Wir haben alles falsch gemacht".
Dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen. "Gegen Wolfsburg muss wieder eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen", forderte der Hamburger Trainer. Fürwahr. Denn wenn der HSV an die desolate Vorstellung von Berlin anknüpft, könnten die Hamburger sich schneller wieder im Abstiegskampf befinden, als ihnen lieb sein dürfte.
 

Fakten:
Hertha siegte nur einmal höher
Hertha BSC hat seinen zweithöchsten Sieg in der Bundesliga überhaupt gefeiert. Nur einmal, am 18. April 1970, gab es ein höheres Ergebnis für die Berliner: 9:1 gegen Borussia Dortmund. 

HSV wie vor 15 Jahren
Der Hamburger SV hat zuletzt vor fast 15 Jahren (8. August 1987 bei Bayern München) in der Bundesliga so hoch verloren - ebenfalls mit 0:6. 

Berliner Heimserie
Hertha ist seit zwölf Spielen im Olympiastadion ungeschlagen (zehn Siege, zwei Unentschieden) das ist die längste Serie seit fast 24 Jahren (zwischen Mai 1977 und April 1978 gab es 18 Heimspiele in Folge ohne Niederlage). In diesen zwölf Heimspielen kassierte Hertha zudem nur einmal mehr als ein Gegentor (am 18. Dezember 2001 beim 2:2 gegen Pauli). 

Hamburg kein Auswärtsschreck
Der HSV hat nur eins der letzten acht Auswärtsspiele gewonnen und sechsmal verloren. Die Hanseaten haben nun auch vier der letzten fünf Vergleiche gegen die Hertha verloren und bleiben im Niemandsland der Tabelle. Zudem setzte es schon zum achten Mal in dieser Saison für den HSV mehr als zwei Gegentreffer. 

Schlaglichter:
Erster Viererpack seit neun Jahren
Zum ersten Mal seit 22. Mai 1993 hat ein Spieler wieder vier Tore in einem Bundesligaspiel erzielt: Vor Bart Goor war es seinerzeit Anthony Yeboah in Uerdingen. 

Der zweite Hattrick der Saison
Bart Goor erzielte den zweiten Hattrick der laufenden Saison nach Arie van Lent am 5. Februar 2002 gegen den 1. FC Köln (4:0). 

Fünf Torbeteiligungen sind Saisonrekord
Fünf Torbeteiligungen wie bei Bart Goor (vier Tore, eine Torvorlage) sind Saisonrekord (zuvor Alves, Neuville, Pizarro, Scholl und Salihamidzic je vier). 

Jubiläum für Preetz
Michael Preetz hat mit dem 1:0 sein 75. Bundesligator für Hertha erzielt - damit hat er Lorenz Horr eingeholt und ist Zweiter der ewigen Hertha-Torjägerliste hinter Erich Beer (83 Treffer). Außerdem war es das neunte Tor von Preetz in zehn Spielen gegen den HSV. 

Marcelinho wieder mit links
Marcelinho hat mit dem 3:0 gegen den HSV sein zwölftes Saisontor erzielt: Elf davon mit links! Der gefährlichste linke Fuß der Liga machte nur das 2:0 gegen den VfB Stuttgart mit rechts. 

HSV schläft am Ende
Der HSV kassierte mit dem 0:5 und 0:6 das 14. und 15. Gegentor in der Schlussviertelstunde (die meisten). Schon in der Vorsaison mussten die Hanseaten hinter den Absteigern Frankfurt und Bochum die meisten Treffer in dieser Phase hinnehmen. 

Falko Götz (Interimstrainer Hertha BSC Berlin):
"Man sieht das Selbstvertrauen und die Spielfreude, die in der Mannschaft stecken. Sie hat genau umgesetzt, was wir wollten. Schon vor den Toren hatten wir große Chancen, da sorgt man sich immer, dass sich so etwas rächt. Nach der Pause hat die Mannschaft dann sensationell schönen Fußball gespielt. Im Moment schwimmt die Mannschaft auf einer Welle des Selbstvertrauens."    

Kurt Jara (Trainer Hamburger SV):
"Wir haben einfach zu verhalten begonnen, nach vorne überhaupt kein Tempo gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir zwar eine andere Strategie versucht, aber eindeutig die falsche erwischt. Hertha hat die durch uns ermöglichten Chancen genutzt und verdient in dieser Höhe gewonnen. Es war heute nichts von den guten Fortschritten der vergangenen Runden zu sehen, es ist enttäuschend. Alles wurde in einem Spiel vernichtet, die hart erarbeitet Tordifferenz ist im Eimer. Jetzt wird es hart, aber wir dürfen nicht aufstecken, müssen jetzt die Ärmel aufkrempeln und in der kommenden Woche gute Aufbauarbeit leisten. Gegen Wolfsburg muss jetzt ein Erfolg her."  

Topspieler: Bart Goor (Hertha BSC Berlin)

Die ganze Hertha konnte voll überzeugen. Doch es war vor allem der Abend eines Mannes: Bart Goor. Zuerst das vorentscheidende 2:0, dann ein lupenreiner Hattrick in der zweiten Halbzeit. "Es war der erste Viererpack in meinem Leben. Ich bin sehr stolz auf mich und auf die Mannschaft", sagte der Belgier. Kann er auch sein. Nicht nur wegen seiner vier Tore. Er hatte auch noch Pech bei einem Pfostenschuss. Und einem sensationellen Distanzschuss, der vom Lattenkreuz zurückkam. Kein Spieler gab mehr Torschüsse ab als er (sieben, so oft wie der gesamte HSV). Und kein Herthaner wurde so oft unfair gestoppt wie er (viermal). Dazu kamen noch zwei Vorlagen zu Torschüssen, u.a. zum 1:0 durch Preetz. Nackte Zahlen einer absoluten Gala-Vorstellung.  

Spielwertung: 3 Bälle (von 4)
 
Kommentar:
Ein auch in dieser Höhe völlig verdienter Sieg der Hertha. Von der ersten Minute an drückten die Berliner den HSV in die eigene Hälfte. Die Tore waren nur eine Frage der Zeit. Und fielen zudem zu für die Hanseaten ungünstigen Zeitpunkten. Nach dem 3:0 steckten die Hamburger vollends auf und gingen unter. Während die Hertha sich zeitweise in einen Rausch spielte, bot der HSV insgesamt eine erschreckend schwache Leistung.
Christof Greiner  

 
Taktik:
Hertha BSC Berlin:
Vor Kiraly stand eine Dreierkette mit Simunic, van Burik und Lapaczinski (von links). Davor im defensiven Mittelfeld Dardai. Der Rest war mutige und geballte Offensive. Beinlich (83. Tretschok) im linken Mittelfeld, der junge Marx (77. Konstantinidis) über rechts. Hinter den Spitzen agierte der ständig rochierende Marcelinho. Vorne kam Goor über links und Alves über rechts, Preetz spielte als Mittelstürmer.

Hamburger SV:
Vor Pieckenhagen stand eine Viererkette mit Hollerbach, Hertzsch, Hoogma und Fukal (von links). Ujfalusi spielte im defensiven Mittelfeld, Albertz links und Wicky rechts. Antar spielte etwas vorgezogen rechts hinter den Spitzen Präger und Romeo. Hertzsch musste nach 34 Minuten verletzt ausscheiden, dafür rückte Ujfalusi in die Viererkette und der eingewechselte Benjamin sollte für offensive Akzente sorgen. Eine Maßnahme, die nicht aufging.  


 
kicker meldet: 
Chancenverhältnis: 13:3 
Eckenverhältnis: 11:2 
Schiedsrichter: Strampe (Handorf), Note 2,5 - leitete sicher, hätte nur Antar nach dem Foul an Dardai (37.) und Albertz an Preetz (50.) die Gelbe Karte zeigen müssen 
Zuschauer: 36238 
Spielnote: 2,5 
Spieler des Spiels:  
Goor - Seine beste Leistung bisher bei Hertha. Schoss vier Tore, bereitete die Führung vor und traf zudem noch die Latte und den Pfosten 
 
Analyse 
  
Personal: Bei Hertha BSC musste Trainer Götz im Vergleich zum 1:1 in Köln Rehmer (Außenbandabriss und Kapselriss im rechten Sprunggelenk) und Hartmann (Bruch des rechten Oberkiefers) ersetzen. Neu ins Team rutschten van Burik (nach Knie-Entzündung) und Marx. Beim HSV gab es zwei Veränderungen gegenüber dem 3:1 gegen Nürnberg. Hertzsch (Rotsperre) und Hoogma (Gelbsperre) kehrten zurück, dafür mussten Cardoso und Benjamin auf die Bank. 

Taktik: Trainer Götz stellte von 4-4-2 auf 3-4-3 um. Van Burik dirigierte als freier Mann die Abwehr, davor bekam es Beinlich meist mit Antar zu tun. Der HSV nicht wie zuletzt im 3-5-2, sondern im 4-4-2. Ujfalusi beschattete Marcelinho, Präger kam über links, Romeo zog oft nach innen, um dem vorrückenden Antar Platz zu machen. 

Spielverlauf: Nachdem Hertzsch raus musste (leichte Gehirnerschütterung), rückte Ujfalusi in die Abwehr, Wicky kümmerte sich um Marcelinho. Die Berliner waren von Anbeginn weitaus lauffreudiger als die Gäste und hätten frühzeitig in Führung gehen müssen, doch Alves (9.), Preetz (17.) und Marx (26.) vergaben Riesenchancen. Die Hamburger traten zu passiv und ohne Aggressivität auf, hielten den Ball nicht lange genug in den eigenen Reihen, um nachrücken zu können und zeigten Schwächen in der Hintermannschaft (linke Abwehrseite). Durch den Druck der Berliner fielen die Tore folgerichtig, vor allem beim 0:2 waren Fukal und Pieckenhagen viel zu unentschlossen. Nach der Pause war es ein einziger Sturmlauf der Hertha, die Hamburger waren hinten viel zu offen und irrten zeitweilig hilflos über den Platz. Glänzend herausgespielte Tore zeichneten das Spiel der Berliner aus. 

Fazit: Ein souverän herausgespielter Sieg der spielstarken Berliner gegen ein desolates Hamburger Team, dass sich in keiner Phase aufbäumte. 

Schlusspfiff
85. Minute: Keim eingewechselt bedient Tretschok den alles überragenden Gorr, der mit einem satten Linksschuss ins lange Eck Pieckenhagen keine Chance lässt. Es war Goors dritter Treffer.
79. Minute: Seit dem 4:0 lässt es die Hertha gemächlich angehen, ohne die Spielkontrolle zu verlieren. Der HSV hat sich aufgegeben und läuft seit Minuten nur noch dem Ball hinterher.
62. Minute: Goor zum Zweiten: Eine Kopfballstaffette über Preetz und Beinlich vollendet Goor mit einem satten Volleyschuss - 4:0 für Hertha.
55. Minute: Jetzt zaubert Marcelinho. Im Strafraum setzt sich der Brasilianer auf engstem Raum durch, zieht den Ball aufs lange Eck, wo Goor steht. Doch mit dem langen Beimkann dieser das Leder nur noch gegen den Pfosten lenken.
54. Minute: Der andere Brasilianer hat mehr Schussglück. Eine weite Flanke von Marx, an der die Hamburger Abwehr vorbeischlittert, nimmt Marcelinho direkt und tunnelt Pieckenhagen zum 3:0.
52. Minute: Perfektes Zuspiel von Marcelinho auf Alves, doch der Brasilianer scheitert erneut kläglich. Aus neun Metern schiebt er freistehend das Leder Pieckenhagen in die Arme.
Anpfiff 2. Halbzeit
Halbzeit
44. Minute: Goor hat Blut geleckt. Gerade noch an der Latte gescheitert, nimmt er nun einen weiten Pass von Lapaczinski auf, umkurvt Pieckenhagen und schießt den Ball zum 2:0 ein.
42. Minute: Was für ein Hammer von Bart Goor. Mit dem linken Fuß zieht der Belgier ab, Pieckenhagen blickt bewundernd der Kugel hinterher, doch diese kracht gegen das Lattenkreuz.
40. Minute: Mit der sechsten Chance netzen die Berliner ein. Marcelinho hat die Ecke nach innen gebracht, Goor köpft, Pieckenhagen wehrt ab und aus dem Gewühl heraus stochert Preetz das Leder über die Linie.
39. Minute: Wieder einmal die Hamburger: Flanke von Albertz, Romeo köpft und Kiraly bedankt sich mit einer Flugeinlage.
35. Minute: Hertzsch muss nach einem Zusammenprall mit Marcelinho mit einem Brummschädel ausgetauscht werden. Für ihn kommt Benjamin, HSV-Trainer Jara verstärkt also die Offensive, Ujfalusi rückt zurück in den Abwehrverbund.
25. Minute: Unglaubliche Lücken in der HSV-Abwehr. Youngster Marx stürmt alleine über den rechten Flügel alleine auf Pieckenhagen zu und hämmert das Leder aus spitzem Winkel an den Pfosten.
20. Minute: Erste Gefahr für das Hertha-Tor: Erst klärt Kiraly gegen den heranstürmenden Romeo per Hechtsprung, dann versucht Antar den Berliner Keeper im Nachschuss zu überlupfen, doch der Ungar ist zur Stelle.
17. Minute: Chance Nummer vier für die Hertha. Gegen den Hamburger Schwimm-Verein kann Preetz aus acht Metern abziehen, doch der Berliner Kapitän scheitert im Fallen, sein Schuss geht drüber.
11. Minute: Wieder ein gelungener Angriff über Alves, Preetz und Goor. Doch ehe der Belgier an den Ball kommt, klärt Fukal zur Ecke.
9. Minute: Marx überlistet mit einem feinen Steilpass die HSV-Abseitsfalle. Alves taucht alleine vor Pieckenhagen auf, doch der Brasilianer schiebt den Ball unbedrängt am langen Pfosten vorbei.
7. Minute: Erster Torschuss für die Berliner nach einer zefahrenen Anfangsphase: Preetz zieht aus der Drehung vom Strafraum ab, doch das Leder trudelt am Tor der Hanseaten vorbei.
Anpfiff


 
dpa meldet: Hertha 6:0 gegen desolaten HSV 
  
Berlin (dpa) - Mit einer eindrucksvollen Leistung und einem überragenden Bart Goor hat Hertha BSC seinen Weg Richtung UEFA-Pokal-Plätze fortgesetzt. Der Belgier erzielte vier Treffer beim 6:0 (2:0) der Berliner gegen den desolaten Hamburger SV. 

Hertha feierte damit seinen zweithöchsten Sieg in seiner Budnesliga-Geschichte und kam im fünften Bundesligaspiel unter ihrem Interimstrainer Falko Götz zum vierten Sieg und zeigte sich eine Woche nach dem enttäuschenden Remis beim Tabellenletzten 1. FC Köln wieder von ihrer besten Seite. Die Hamburger kassierten indes ihre höchste Niederlage in der laufenden Spielzeit.

Überragender Spieler war der Belgier Goor, der erstmals in seiner Bundesliga-Zeit vier Treffer (44., 61., 85., 90.) in einem Spiel erzielte. Die weiteren Tore steuerten vor 36 238 Zuschauern Michael Preetz (40.) und Marcelinho (54.) bei. Die Berliner nahmen mit dem Sieg auch Revanche für das 0:4 in der Hinrunde in Hamburg. Trotz des Erfolgs blieben die Berliner mit 46 Punkten auf dem sechsten Platz vor, dagegen ist der Hamburger SV weiter nur Mittelmaß. Die Hanseaten verloren zudem Benjamin in der 83. Minute mit einer Gelb-Roten Karte wegen wiederholten Foulspiels.

«Man sieht, was Selbstvertrauen ausmacht, was Spielfreude bewirkt», sagte Hertha-Trainer Götz nach der eindrucksvollen Vorstellung. «Die Mannschaft hat gezeigt, was in ihr steckt.» HSV-Coach Kurt Jara gestand ein: «Die Niederlage war auch in der Höhe verdient. Wir haben kein Tempo nach vorn gemacht und die Berliner eingeladen, ihr Spiel zu machen.»

Herthas Trainer Götz musste weiter auf den dauerverletzten Mittelfeld-Regisseur Sebastian Deisler sowie die in Köln angeschlagenen Marko Rehmer und Andreas Hartmann verzichten. Stattdessen brachte er den erst 20-jährigen Thorben Marx ins Spiel. Sein HSV-Kollege Kurt Jara ließ den argentinischen Spielmacher Rodolfo Cardoso auf der Bank.

Den Berlinern war der Ausfall ihrer Stammkräfte überhaupt nicht anzumerken. Von Beginn an setzten sie die Gäste unter Druck und erspielten sich gegen die unsichere HSV-Deckung zahlreiche Torchancen. Der Brasilianer Alves (9.), Preetz (17.) und der starke Marx (26.) ließen zunächst die besten Gelegenheiten aus.

Doch in der 40. Minute eröffnete der Kapitän höchstpersönlich den Torreigen: Preetz war nach dem vierten Eckball aus kurzer Entfernung erfolgreich und markierte zugleich sein zehntes Saisontor und seinen 75. Treffer in der Bundesliga. Drei Minuten später hatte Goor Pech, als er mit einem fulminanten Schuss nur das Lattenkreuz traf. Wenig später hatte der überragende Belgier mehr Glück. Nach einem Pass von Denis Lapaczinski umspielte Goor HSV-Keeper Martin Pieckenhagen und verwandelte sicher.

Nach der Pause schienen die Hanseaten endlich aufzuwachen und begannen, aggressiver in die Zweikämpfe zu gehen. Doch es war nur ein kurzes Aufbäumen. Nach einer weiteren vergebenen Chance des unglücklich agierenden Alves (52.) machte es sein Landsmann Marcelinho (54.) bei dessen 12. Saisontor besser. Danach schlug die Stunde von Goor, der mit seinen Treffern in der 61., 85. und 90. den Hattrick perfekt machte.