Saisonrückblick 2001/2002

Ich sitze hier so rum, am Pfingstsonntag 2002, habe tierische Langeweile und eigentlich nicht die geringste Lust, jetzt wirklich mit dem Saisonrückblick anzufangen. Andererseits ist es für mich ja irgendwie ein „Muss“ und ich will in fernen Jahren, mir das ja mal durchlesen und dann darüber schmunzeln können. So nach dem Motto „Guck mal, so wenig Erfolg hatte der HSV auch mal....“.

Irgendwie hatte die Saison schon etwas Deprimierendes an sich. Schon früh war dem objektiven Zuschauer wohl klar, daß es für den HSV in diesem Jahr nur um die goldene Zitrone gehen wird. Ich selbst kann mich ja immer ziemlich gut belügen und habe manchmal doch noch Hoffnung. Aber auch für mich war es eigentlich spätestens nach dem 1. Spiel im Jahre 2002 vorbei. Das war der 19. Spieltag in Stuttgart. Vorher hatte ich mir gesagt und auch ernsthaft gemeint, daß dieses Spiel über den Rest der HSV-Saison entscheiden würde. Entweder gewinnt man und kann sich nochmal in die Nähe der UEFA-Cup-Ränge kämpfen oder eben nicht und der Rest der Saison ist beutungslos. 

Naja, wir haben nicht gewonnen. Und der Rest der Saison war wirklich weitestgehend bedeutungslos. Im Grunde genommen hätten wir in der Rückrunde den Spielbetrieb auch beenden können.

Aber fangen wir mal – logischerweise – am Anfang an.

Als sollte es ein Zeichen sein, startete der HSV dort auswärts, wo er auch das letzte Auswärtsspiel der Vorsaison bestritten hatte – in Cottbus.
Und es ging auch gleich wieder ähnlich schön los wie es auswärts im Vorjahr endete. Natürlich in der letzten Spielminute wurde das Spiel verloren. Trotzdem war es auch ein lustloses Gekicke wie es sich der HSV-Fan gerade auswärts in dieser Saison sehr oft ansehen mußte. Da kann ich schon fast glücklich sein, daß ich nur 8 der 17 Auswärtsspiele besucht habe. Allerdings hatte ich bei diesen 8 Spielen alle (3) Auswärtssiege dabei. Glück, oder doch irgendwie schicksalhafte Fügung ? (was man sich als abergläubischer Fan ja doch gerne einbildet....)

Nach einem Auswärtsreinfall in Cottbus ging die Saison dann so la la weiter. Heimsieg gegen Stuttgart, auswärts unentschieden, zu Hause Niederlage, Auswärtsniederlage, Heimunentschieden 

Aber dieser 6. Spieltag war zumindest ein schicksalhafter Spieltag. Zum einen gab es in der Woche die Attentate auf Amerika (World Trade Center, Pentagon) und es war wirklich die ganze Welt schockiert. Zudem hatte unser Vorsitzender Hackmann vor der Partie „Weisung“ ausgegeben, daß aus diesem und dem nächsten Spiel 6 Punkte eingefahren werden müßten.

Als das schon durch den 6. Spieltag unmöglich wurde (Führung für den HSV in der 90. Minute und dann noch anschließender Ausgleich der Gladbacher in der 92. Minute) wollte Herr Hackmann sich ja gar nicht so verstanden wissen, als sei seine Aussage ein Ultimatum gewesen. Vielleicht hat er es wirklich nicht so gemeint. Dann war es aber äußerst dämlich sich so zu äußern vor dem Spiel. Zumindest wurde dann letztendlich doch ein Ultimatum für Frank Pagelsdorf daraus, denn er wurde in der Woche nach dem Spiel entlassen.

Damit ist die „Ära Pagel“ beim HSV diese Saison zu Ende gegangen. Ich empfand ihn ja als guten Trainer und habe ihm mit Erreichen der Champions League auch meine schönsten Erlebnisse und das schönste meiner HSV-Spiele (HSV-Juve) zu verdanken. Trotzdem sah auch ich es ein, daß es so wohl nicht mehr weitergehen konnte. Ich denke, es ging so lange bergauf, bis wir die CL erreicht hatten (wobei die Rückrunde der Vorsaison auch schon eher dürftig war). Dann wurde aber ein schwerer Fehler gemacht. Nachdem im Vorjahr nur partiell verstärkt wurde, wurde danach wie blöd eingekauft. Alles, was nicht schnell genug auf die Bäume kam, wechselte zu uns. Dabei will ich gar nicht mal die Klasse aller Einkäufe in Frage stellen, aber es war nun mal viel Durchschnitt dabei. Andere konnten sich trotz offensichtlichen Potentials (Heinz, Ketelaer) nie richtig durchsetzen. Ich glaube, daß Pagelsdorf da letztendlich zu viele Spieler geholt hat zur CL-Saison, weil man Angst hatte, daß die Personaldecke zu dünn war. Das war sie dann letztendlich auch. Die Langzeitausfälle von Kovac und Cardoso waren schwerwiegend. Und sie konnten nicht annähernd durch die Neueinkäufe ausgeglichen werden. So brach sich Pagel selbst das Genick.

Es folgten zwei Spiele unter Aushilfs-„Trainer“ Hieronymus, die auch auf Ihre besondere Art und Weise denkwürdig waren. Eine 0:4-Klatsche gegen Bremen. Heimniederlagen tun immer weh. Aber gerade gegen den „verhaßten“ Nordkonkurrenten so eine übergebraten zu bekommen – das war schon bitter. Und dann ein Unentschieden in Nürnberg, bei dem so eine schlechte Leistung gezeigt wurde, daß die Fans sehr ungehalten waren am Ende und Hieronymus sich auch noch zu doch eher dümmlichen Kommentaren gegenüber den Fans hinreißen ließ. So in der Richtung, daß die Fans doch mal prüfen sollten, ob sie immer eine vorbildliche Leistung bei der Arbeit abgeben.

Nach diesem tollen Trainerdebüt wurde dann zum nächsten Spiel auch wieder ein neuer Trainer beim HSV präsentiert. Es geisterten verschiedenste Namen durch den Blätterwald wie z.B. Berger, Neururer oder Rapolder. Ausgewählt wurde dann aber derjenige, der wohl auch Wunschkadidat des Vorstands war. Nachdem man ihn mit einer Ablöse vom FC Tirol (AU) loseisen konnte, wechselte nun also Kurt Jara als neuer Trainer zum HSV.

So richtig beurteilen mag ich ihn auch jetzt, nach der Saison, noch nicht so richtig, denn er hatte ja nicht sein selbst zusammengestelltes Team zur Verfügung. Aber zumindest hatte er beim HSV einen genialen Einstand. 4:0 gegen Hertha BSC und dann anschließend der erste Sieg beim VfL Wolfsburg. 
Da wähnten wir uns schon wieder fast im 7. Fußballhimmel.

Aber auch jeder aufkeimender Hoffnungsschimmer sollte dann natürlich wieder gelöscht werden, indem wir das nächste Heimspiel gegen Rostock verloren. Und dann folgten die Hammerwochen mit den Gegnern Bayern, Schalke, Leverkusen, Pauli, Dortmund. Ganz gemäß Erwartung von einem Team, bei dem es nicht läuft, konnte außer dem Hamburger Derby nichts gewonnen werden. Im Derby allerdings überzeugten unsere Jungs in dieser Saison erstmals so richtig. Wenns auch nur für eine Halbzeit war... ;-)  Trotzdem war hier mal der Biss zu sehen, den man sich wünscht.

So hatten wir nach dem 16. Spieltag also dürftige 16 Punkte und der Abstiegsrang 16 war nur 4 Punkte von uns entfernt, während der UEFA-Cup-Platz 5 bzw. 6 immerhin schon 16 bzw. 12 Punkte entfernt war.

Gott sei Dank konnte in den Spielen 17 und 18 wenigstens ein Minispurt eingelegt werden und durch 4 Punkte aus den 2 Heimspielen gegen Freiburg und Cottbus hatten wir dann zumindest einen 6-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegskandidaten. Das ist zwar sehr wenig, aber trotzdem waren die Mannschaften, die ganz unten drin standen wie Pauli, Nürnberg und Köln eigentlich so beständig schlecht, daß ich mir schon zu diesem Zeitpunkt kaum noch Sorgen machte um einen möglichen Abstieg.

Die Rückrunde war dann, wie eingangs schon erwähnt, irgendwie weitestgehend bedeutungslos für den HSV. Nach der 2002-Auftakt-Niederlage in Stuttgart war irgendwie für mich schon fast alle vorbei. Zumindest alles, was irgendwie Hoffnung machte.

Aber es wurde uns zumindest in der Winterpause ein neuer Spieler präsentiert, der für Gesprächsstoff sorgte. Bernardo Romeo, Goalgetter aus Argentinien, sollte von an die neue HSV-Sturmhoffnung sein. Ich bin ja immer streitbar und gerade über Romeo habe ich das auch oft genug getan. Es bleibt auf jeden Fall zu konstatieren, daß er es geschafft hat, allein durch die Spiele der Rückrunde noch bester HSV-Torschütze zu werden. Immerhin 8 Tore in nur 16 Spielen (also 0,5 Tore pro Spiel) sind wirklich ein hervorragender Wert. Nur bin ich eben der Meinung, daß er noch mehr Tore hätte machen MÜSSEN. Aber bei diesem Schnitt darf ich mich wohl nicht beschweren.

Während die Saison also so dahindümpelte mit Höhepunkten wie dem 1:0 Auswärtssieg in Bremen und der 0:6-Klatsche in Berlin wurde es eigentlich erst ab dem 29. Spieltag wieder interessant. Nicht, daß der HSV da für seinen Tabellenstand noch etwas großartiges erreichen hätte können. Nein, es standen wieder die Hammerwochen gegen die Spitzenteams an, und da es nun Saisonende war, und es der Spielansetzer des DFB/DFL sehr gut mit dem HSV meinte, kamen nun die Meisterschaftskandidaten nacheinander in die AOL-Arena.

Es begann am 29. Spieltag mit dem FC Bayern. Denen konnte man ein 0:0 abringend und Ihnen damit ganz wichtige Punkte im Meisterschaftskampf klauen. Nach einer „unwichtigen“ Auswärtsniederlage auf Schalke (unser Stadion ist schöner, bäh!) folgte Bayer Leverkusen, die man auch nicht gewinnen ließ und wieder ein Unentschieden abrang. Dazu muß man aber sagen, daß der HSV beide Heimspiele sehr gut hätte gewinnen können. Während man vorher befürchten mußte, daß der HSV vielleicht untergeht, da es für die eigene Situation ja kaum noch Auswirkungen hatte, so wurden wir doch positiv überrascht. Es wurden in den letzten Heimspielen gute bis sehr gute Leistungen gebracht und das Publikum wieder etwas mehr auf die Seite der Mannschaft gezogen.

Nach dem Leverkusen-Spiel folgte das 2. Stadtderby der Saison. Diesmal ein „Auswärtsspiel“ in der AOLArena. Von den Choreographien her war es für mich überwältigend, was auf beiden Seiten abging. Schön natürlich für uns, daß wir nach schwacher Anfangsphase dann durch einen von Piecke gehaltenen Elfer doch noch „in die Spur“ kamen und schließlich Pauli mit 4:0 abfertigten.

Es folgte am vorletzten Spieltag das letzte Saisonhighlight gegen Borussia Dortmund. Leider sorgte der Schiedsrichter in meinen Augen entscheidend mit dafür, daß Dortmund 3:2 gewinnen konnte und somit einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machte, da Leverkusen zeitgleich in Nürnberg verlor.

Das letzte Spiel in Freiburg hatte dann wieder nur statistischen Wert und ging, irgendwie typisch für den HSV, mit 3:4 beim Absteiger verloren.

Wie gesagt hatte diese Saison sehr viel Deprimierendes für mich. Einzig die letzten 4 Heimspiele in der AOL Arena konnten mich ein wenig hoffnungsvoll auf die nächste Saison stimmen. Da es aber ob der Kirch/premiere-Pleite wesentlich weniger Geld für die BuLi-Mannschaften geben wird, wird es vermutlich auch kaum essentielle Verstärkungen geben. 

So habe ich in den letzten Wochen oft den Satz bemüht, daß ich so langsam versuche, mich damit abzufinden, daß ich mit der CL-Teilnahme in der Vorsaison und dem Traumspiel gegen Juve schon meinen HSV-Höhepunkt hinter mir habe. Das ist zwar traurig, aber es kommt mir leider so vor. Wenn ich bedenke, daß das nicht mal 2 Jahre her ist.... Es kommt mir so vor, als wären das schon 5 bis 10 Jahre..... Alles ziemlich traurig.

Das einzige, was für mich in dieser Saison wirklich positiv war: Die Saisonvorbereitung mit einer gemeinsamen Woche mit dem Team im österreichischen „Krallerhof“ war richtig geil und daraus resultierte, daß ich erstmals auch einen Spieler ein bißchen besser kennengelernt habe. 
Tja, so traurig ist das. Das Positivste dieser Saison sind für mich also ganz persönliche Erlebnisse, weil das Sportliche dem nicht das Wasser reichen kann.

Wir sind 11. Geworden. Aber sogar das mußte ich nachschlagen, weil ich es gar nicht gewußt hätte. 11., 12., oder 13. – alles scheißegal. Mitten im Niemandsland. Und ich kann leider nicht umhin einzugestehen, daß wir nun leider zur grauen Maus verkommen sind. Vielleicht kann uns das nächste Jahr rausreißen (man hofft ja immer), aber ich müßte lügen, wenn ich ernsthaft behaupten wollte, daß ich den UEFA-Cup für ein realistisches Ziel halte. Wunsch ist er natürlich, aber realistisch müßte ich wohl zufrieden sein, wenn wir nächste Saison zumindest den UI-Cup erreichen und damit einen einstelligen Tabellenplatz. 

Trotzdem bin ich gewiß keiner der Fans, die jetzt danach schreien, daß man auch mal Risiko eingehen müsse bei Neueinkäufen. Gemeint ist damit eine Verschuldung des Vereins, um Spieler kaufen zu können. Davon halte ich nichts. Schon gar nicht in Zeiten wie diesen, in denen die TV-Rechteinhaber Pleite gehen und niemand weiß, wieviel Geld in Zukunft fließen.
Noch viel entschiedener bin ich gegen eine Ausgliederung des Vereins, mit dem Ziel, durch Anteilsverkauf von 10 oder 20 % dann die richtigen Spieler kaufen zu können. Niemand weiß, ob Neueinkäufe einschlagen – und dafür würde ich niemals das Tafelsilber verkaufen.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Meine Durschnittsnote: 2,39 / bei 21 bewerteten Spielen): Wie auch meine Notengebung (mich) bestätigt, so würde ich Piecke als besten HSVer der Saison bezeichnen. Während in der Hinrunde vielleicht noch nicht alles perfekt war, war er in der Rückrunde für mich herausragend. Tolle Reflexe und Paraden. Und er hält auch mal die sog. „Unhaltbaren“: Note 1-

Hoogma: (3,22 / 17)Seine Zeit ist m.E. definitv vorbei. Er hat ja nun auch eine Dauerverletzung am Fuß. So gut seine Übersicht auch sein mag; er ist einfach zu langsam. Legendär sind für mich in dieser Saison seine Bodychecks geworden. Ich finde es immer wieder köstlich, wenn er den Gegner voll auflaufen läßt. Das ist gar nicht böse gemeint. Meist verhindert er dadurch ja den gegnersichen Angriff. Ich möchte Nico für seine Zeit danken (wenn ich auch befürchte, daß er auch nächste Saison unsere Abwehr ordnen wird): Note 4

Hertzsch: (3,06 / 18) „Inge“ hat zwar nicht mehr so desaströse Fehler wie in der Vorsaison gemacht, aber er kann nun sehr langsam wieder an seine einstmals gute Form anschließen. Ich hoffe, daß er sich endlich wieder fängt und auch etwas weiterentwickelt: Note 4

Panadic: (4,13 / 4) Pana hat den HSV ja schon in der Saison verlassen. Und das ist auch gut so ;-)  Wenn Pana auch als Mensch wirklich toll gewesen sein soll und ich ihn auch sympathisch fand, so stimmte seine sportliche Leistung fast gar nicht mehr. Auch er litt (wie Hoogma) dabei insbesondere unter seinen läuferischen Defiziten. Note 5

Fukal: (3,09 / 11) Fukal kam erst unter Jara wieder zum Einsatz, da der zunehmend mit der 4-er Abwehrkette agierte. Dort mag er auf der rechten Seite agieren können, aber in der Innenverteidigung dürfte er niemals kicken. Ich halte ihn längst nicht für so gut wie die Allgemeinheit. Er hat in der Abwehr – und das ist ja nun mal sein Job – starke Defizite. Gerade von schnellen Spielern wird er ein fürs andere Mal übertölpelt. Stark ist er dafür, wenn er vorm gegnerischen Tor zum Kopfball kommt. Note 4

Ujfalusi: (3,09 / 19) „Ujfi“ oder auch „Unfall-Uschi“ ;-)  ist unser bester Abwehrspieler und hat auch noch Steigerungspotential. Er hat diese Saison sowohl als Innenverteidiger als auch im defensiven Mittelfeld agiert. Er kann grundsätzlich beides, aber er scheint sich in der Verteidigung wohler zu fühlen. Im defensiven Mittelfeld wirkt er auf mich zumindest immer gehemmt. Aber auch kann noch zulegen: Note 3

Maltritz: (4,28 / 9) Er hat den schlechtesten Notenschnitt bei den von mir bewerteten Partien. Und das wundert mich auch nicht, weil ich wirklich sehr wenig von ihm halte. Für mein Empfinden ist er einfach nicht bundesligareif. Er macht selten grobe Schnitzer, aber ich habe schon jedesmal Angst, wenn der Ball nur zu ihm kommt. Vielleicht bin ich da auch ungerecht, aber ich sehe ihn weit weg von der 1. Mannschaft: Note 5

Töfting: (4,14 / 9) Stig konnte leider wieder nicht an seine einst gute Form anschließen und landete schließlich auf der Bank. Daher ist er in der Rückrunde nach England gewechselt. Ich wünsche dem bekloppten Dänen (der mich unvergleichliche Erlebnisse bereitete, die ich hier gar nicht nennen kann) aber alles Gute! Note 4-

Wicky: (3,39 / 7) Kam erst in der laufenden Saison zum HSV. Er legte sehr gut los, stotterte dann ein bißchen wurde am Ende wieder besser. Ich halte ihn für einen guten Spieler. Wenn er in dieser Saison richtig eingespielt ist, sollte er eine klare Verstärkung sein: Note 3-

Hollerbach: (3,28 / 18) Holler spielte eigentlich eine für ihn typische und gleichförmige Saison. Ohne große Hochs und Tiefs. Ich bin ja mittlerweile nicht mehr so gegen meinen einstigen „Hass-Spieler“ eingestellt. Ich finde aber auch, daß er inzwischen viel besser nach hinten arbeitet als noch vor Jahren. Note 3

Groth: (3,78 / 8): Groth spielte ganz zu Anfang der Saison unter Pagel – und das m.E. ziemlich erbärmlich. Nachdem er dann ewig nicht spielte, durfte er in den letzten Saisonspielen wieder ran. Da war er ganz anständig. Aber auch seine Zeit ist m.E. vorbei. Auch bei ihm sind es die läuferischen Mängel, die mich ihn nicht mehr in der 1. Mannschaft sehen lassen: Note 4

Benyamin: (3,71 / 7) Mal Licht, aber noch mehr Schatten. Wäre wohl noch entwicklungsfähig, aber ich glaube, daß er nur wenig Einsatzchancen bekommen wird: Note 4

Albertz: (3,5 / 14) Da fällt mir die Bewertung wirklich schwer. Er hat sehr lange äußerst bescheiden gespielt. Erst kurz vor der Ende der Hinrunde hatte er endlich eine gute Form, die dann von der Winterpause und Verletzung unterbrochen wurde. Danach dauerte es wieder ewig, bis er einigermaßen in Form kam, wobei ich ihn bis Saisonende noch nicht richtig gut fand. Er wird eine komplette und verletzungsfreie Vorbereitung benötigen, um irgendwie in Tritt zu kommen. Noch so eine Saison und er hat beste Chancen zum Buhmann zu werden: Note 4-

Cardoso (2,9 / 5) Hat nur selten gespielt und ist daher abschließend nur schwer zu bewerten. Ich hatte ja schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt, daß er überhaupt nochmal spielen wird. Es wäre schön, wenn er verletzungfrei bleibt. Dann könnte er dem HSV auch nochmal richtig helfen: Note –

Antar: (3,05 / 5) Der Junge scheint durchaus entwicklungsfähig zu sein. Er hat diese Saison seine ersten Bundesligaeinsätze bestritten und konnte einige Mal schon überzeugen. Muß aber natürlich noch konstanter werden: Note 3-

Mahdavikia: (2,92 / 3) ist für mich nicht zu bewerten. Sowas wie in dieser Saison darf nicht nochmal passieren. Erst war er zig Wochen für den Iran unterwegs und dann lange verletzt. Note –

Barbarez: (3,2 / 14) Für mich der beste Feldspieler des HSV. Diesen Eindruck hat er allerdings hauptsächlich in der Rückrunde gefestigt. In der Rückrunde brauchte er nach Verletzungspausen doch einige Zeit, um wieder in Tritt zu kommen. In der Rückrunde konnte er an seine guten Leistungen der Vorsaison anschließen: Note 2- (wegen der Hinrunde)

Romeo: (3,27 / 11) Über den könnte ich Romane schreiben. Ganz ehrlich: Direkt nach Saisonende hätte ich ihm nichts besseres als eine 4 gegeben. Er bringt mich eben oft zum Verzweifeln. Er versiebt ganz eindeutig zu viele Chancen. Was mich aber auch betrübt ist, daß er nur über sehr wenig spielerische Mittel verfügt. Die Spione wußten schon, was sie meinten als sie ihn als Kirsten-Typ bezeichneten. Er ist eben der pure Vollstrecker. Recht langsam und so gut wie Dribbling-unfähig. Und er versiebt auch viel zu viele glasklare Chancen. Mit der Abseitsregel steht er auch auf Kriegsfuss.  Wenn ich mir allerdings seine Torquote ansehe, muß ich mein Gemecker wohl doch ein wenig zurückschrauben. 8 Tore in 16 Spielen... Eine Quote von 0,5 Toren pro Spiel ist schon äußerst gut. Vielleicht schont er ja nächste Saison etwas mehr meine Nerven: Note 3+  (oder vielleicht doch 2--)

Meijer: (3,32 / 14) Der sympathische Holländer ist von mir nicht mehr richtig objektiv zu bewerten. Ich versuche seine Leistung glaube ich oft auch ein wenig zu beschönigen. Richtig gut war er zum Saisonende. Da hat er oftmals gezeigt was in ihm steckt. In einem System mit 3 Stürmern wüßte ich allerdings nicht, wo ich ihn hinstellen würde: Note 3-

Präger: (3,17 / 9) Hat mir diese Saison eigentlich wieder sehr viel besser gefallen. Von dem Moment an, als er sich für die Rückkehr nach Wolfsburg entschloß, durfte er nicht mehr spielen. Das fand ich o.k. vom Trainer, da er dann lieber andere Leute einsetzen kann, die auch noch länger beim HSV sind. Stark fand ich aber trotzdem von Roy, daß er darüber überhaupt nicht gemurrt hat. Zumindest nicht nach außen. Ich wünsche Roy „Ratte“ Präger noch ein paar schöne Jahre in Wolfsburg. Er wirkte auf mich immer sympathisch und noch als „normaler Mensch“. Note 3

Heinz (4 / 3) und Ketelaer (3,65 / 5) sind vom spielerischen her schwer zu bewerten. Es ist aber doch irgendwie enttäuschend, daß sich beide nicht durchsetzen konnten. Da haben wir zwei Talente, von denen ich mir viel versprochen hatte. Aber beide sind nicht nur bei Pagel sondern auch bei Jara durchgefallen. Das kann ja nicht nur am Trainer liegen. Es ist sehr schade, daß diese beiden Talente den HSV nun wohl verlassen werden, ohne sich hier durchgesetzt zu haben. 

Mannschaftsnote gesamt: Allein die letzten Spiele konnten über die äußerst bescheidenen Leistungen die ganze Saison über hinwegspielen. Nur gut, daß man das, was zuletzt war, ja immer besser in Erinnerung hat. Es war insgesamt eindeutig zu wenig. Das Team hatte vielleicht nicht das Potential um um die CL- oder UEFA-Cup-Plätze direkt mitzuspielen, aber sie haben uns ja öfter gezeigt, was in Ihnen steckt. Besonders am Ende gegen die „Großen“ und in den Derbies gegen Pauli. Warum wurde diese Leistung nicht öfter abgerufen: Note 4
 

Noch eine Anmerkung: Ich würde mich freuen, wenn auch mir Euren Saisonrückblick zumailt. Ich veröffentliche ihn dann hier. Wenn ich keine Lust zu so viel Getippe habt, könnte Ihr Euch natürlich auch kurz fassen oder beispielsweise nur eine Spielerbewertung schreiben. Nur zu!

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.