Bundesliga 2002/2003, DFB-Pokal, Achtelfinale am 03.12.02 in der Hamburger AOL Arena bei 6 Grad C

Hamburger SV - VfL Bochum 0:1 (0:1)

Heute ein ganz kurzer Bericht, weil ich jetzt ins Bett möchte.

Wenngleich man auch dem Linienrichter einen nicht kleinen Anteil an der Niederlage des HSV zuschreiben kann, so haben wir uns letzten Endes doch selbst geschlagen.

Der Schiri hat in der 2. Halbzeit zwei Tore des HSV wegen bermeintlichen Abseits abgepfiffen. Nach den TV-Bildern waren beide Szenen knapp, aber jeweils kein Abseits.

Aber ganz abgesehen davon, haben wir das Spiel praktisch schon in der 1. Viertelstunde verloren. Da hatten wir bereits 3 - 4 gute Chancen, von denen wir keine genutzt haben.
Danach wurde das Spiel merklich schlechter.

Bochum konnte durch einen Konter nach dusseligem Ballverlust im Aufbauspiel des HSV das goldene Tor erzielen, weil Freier nach Doppelpass ganz frei auf Piecke zulief.

Danach gab es m.E. keinen weiteren Schuss mehr von Bochumer Seite, den Piecke parieren mußte. Ein Freistoß aus 40 m knapp neben das Tor und in der 2. Halbzeit eine Hunderprozentige, als ein Bochumer aus kurzer Entfernung nicht mal aufs Tor schießt.

Die HSV-Chancen hingegen kann ich nicht aufzählen. Ich denke, daß es wohl so ca. 10 - 15 Schüsse aufs Tor gab und davon etliche hochgefährliche. Aber der Bochumer Keeper zog die Bälle magisch an. 
2 Mal nicht, aber da stand ja wie gesagt der Schiri-Assi dann Pate, um den HSV-Treffer zu verhindern.

Alles in allem also sehr ärgerlich, daß man so ausscheidet. Nötig war es nicht, obwohl ich es spielerisch sehr mau fand, was wir boten. Fast nie konzentriertes Aufbauspiel, sondern immer nur kick ´n rush.

Spielerbewertung:
Piecke: Hatte nichts zu tun. Am Gegentor schuldlos: Note 3

Hertzsch: war heute leider in der 2. Halbzeit ständig der Spieler, der den Ball nach vorne tragen bzw. schießen mußte. Dabei auch ein paar Mal mit Ballverlusten: Note 4

Ujfalusi: sehr unauffällig, aber das ist ja o.k. für einen Abwehrspieler: Note 3

Fukal: Hätte früh das 1:0 machen können/müssen durch einen Kopfballtorpedo. Später fiel er kaum noch auf: Note 4

Holler: lieferte sich heftige Zweikämpfe mit Freier und Wosz und schlug etliche hoch-weit-quer-Pässe nach vorne. Da es spielerisch ohnehin nicht lief, kann man ihm das wohl heute nicht vorwerfen: Note 3

Wicky: hatte heute nicht seinen besten Tag. Sein Auswechslung fand ich verständlich.: Note 4-

Maltritz: mit Licht und Schatten. Einige unnötige Ballverluste, dafür teilweise mit schönen Offensivpässen: Note 4

Cardoso: Heute konnte ich seine Auswechslung nicht nachvollziehen, denn er hatte viele Ballkontakte: Note 4

Mahdavikia: auffälligster Offensivspieler, über den viele Angriffe liefen. leider bemerkte man heute deutlich, daß er keinen linken Fuß hat: Note 3

Barabrez: mehrere gute Chancen. Trotzdem habe ich ihn schon oft besser gesehen als heute: Note 4

Romeo: auch er hatte mehrere Chancen, die er nicht verwerten konnte (sowie ein Tor, das ihm verwertet wurde): Note 4

Schiri: Den fand ich einfach peinlich und kleinlich. Und damit meine ich gar nicht die Abseitstore, die ja mehr sein Assi "verbrochen" hat: Note 4-

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 
Hamburger SV: Pieckenhagen - Fukal, Hertzsch, Ujfalusi, Hollerbach - Wicky, Maltritz - Mahdavikia, Cardoso - Barbarez, Romeo - Trainer: Jara 

VfL Bochum: Vander - Colding, Kalla, Fahrenhorst, Meichelbeck - Tapalovic, Schindzielorz - Freier, Wosz - T. Christiansen, Hashemian - Trainer: Neururer 

Tore:  0:1 Freier (35.) 
Eingewechselt:  53. Benjamin für Wicky, 65. Christensen für Cardoso - 53. Bemben für Tapalovic 
Schiedsrichter: Sippel 
Zuschauer: 33000 
Gelbe Karten: Romeo 

Spielbericht 
HSV-Trainer Kurt Jara änderte seine Stammformation im Vergleich zum 3:2-Sieg in Leverkusen auf zwei Positionen: Für Kling rückte Hollerbach in die Anfangself und für Ledesma kam Wicky. Im Gegensatz zur empfindlichen 0:3-Pleite gegen Aufsteiger-Kollege Bielefeld wechselte Bochums Trainer Peter Neururer ebenso zwei Mal: Im zentralen Mittelfeld spielte Tapalovic für Gudjonsson und in der Offensive begann Hashemian für Buckley.

Die Hamburger erwischten in der gut gefüllten AOL-Arena einen schwungvollen Start, doch Abwehrmann Fukal vergab mit einem Kopfball die beste von mehreren guten Chancen (4.), bei dem sich VfL-Keeper Vander auszeichnen konnte. Der Ersatzkeeper des am Knie verletzten van Duijnhoven stand auch in der 9. Minute bei einem Schuss von Romeo im Blickpunkt und entschärfte letztlich auch den 16-Meter-Hammer von Sergei Barbarez unmittelbar vor der Halbzeit. 

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 1:0 für die Bochumer, nachdem Nationalspieler Freier mit dem Ex-Hamburger Hashemain einen schönen Doppelpass spielte und Hamburgs Schlussmann Pieckenhagen ohne Chance ließ (35.).

In der zweiten Halbzeit fielen zwei Tore für den HSV, doch Schiedsrichter Peter Sippel entschied sowohl bei Romeos Tor (52.) als auch bei Barbarez' Treffer fünf Minuten später auf Abseits. In der hektischen Schlussphase spielte die Jara-Elf Alles oder Nichts, doch Fahrenhorst rettet für seinen schon geschlagenen Torhüter Vander auf der Linie. Auf der Gegenseite hätte Schindzielorz das 2:0 machen müssen, doch der Mittelfeldmann traf in der 76. Minute das leere Tor nicht. 

Die Bochumer ziehen mit etwas Glück ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Obwohl die Hamburger vor allem im ersten Abschnitt die klar besseren Chancen besaß, machte der VfL das goldene Tor und verteidigte den Vorsprung bis zum Schluss.