Bundesliga 2002/2003, 1. Spieltag, Sonntag, 11.08.02 in der Hamburger AOL Arena bei 22 Grad C und zeitweise Regen

Hamburger SV - Hannover 96 2:1 (0:1)

Nun ist das erste Spiel der Bundesliga-Saison für den HSV vorbei und ich weiß gar nicht so recht, wie ich mich fühlen soll.

Ich finde es ungemein wichtig, dass wir gewonnen haben – zumal die nächsten Spiele in Bremen und dann zu Hause gegen Bayern mit einer Niederlage im Rücken schwer anzugehen gewesen wären.

Trotzdem bin ich nicht zufrieden mit dem, was der HSV gezeigt hat. Spielerisch war mir das deutlich zu wenig. Über weite Strecken des Spiels haben wir nie richtig Fußball gespielt sondern den Ball immer nur blind nach vorne gedroschen.

Außerdem war in der 1. Hälfte zu sehen, was schon vorher in Testspielen oft gesagt wurde: Der HSV spielt sehr linkslastig mit den Spielern Hollerbach, Albertz und Rahn. Auf der rechten Seite waren heute Hertzsch und Kitzbichler. Nachdem mir Kitzi im Trainingslager und den Testspielen so gutgefallen hat, war er heute (wie auch im letzten Test gegen Manchester City) richtig schlecht. Und dahinter dann Ingo Hertzsch, der sehr gut verteidigt, aber der nun mal nicht für die Vorstöße zum gegnerischen 16er prädestiniert ist.

Die erste Hälfte war vollkommener Schrott. Das Gegentor war ja dermaßen dämlich. Alle rennen raus und irgendeiner pennt. Gott sei dank weiß ich noch nicht, wer da gepennt hat. Habe mir nur sagen lassen, dass die Entscheidung des Linienrichters korrekt war.

Danach ging nur gaaaanz wenig beim HSV. Zumindest zeigte Jara in der Pause, dass er sich das nicht ansehen will und nahm den schlechten Kitzbichler – und zu meiner Verwunderung – auch Rahn vom Platz. Dafür kamen Ledesma und Antar. Wir stellten die Taktik dann von 4-4-2 fast auf ein 4-2-4 um. Vor der 4er-Abwehr-Kette die beiden defensiven Mittelfeldspieler Wicky und Ledesma und davor links Albertz, mitte Heinz und Meijer und rechts Antar.

Es lief dann besser, aber richtig gut fand ich das auch nicht. Wir bekamen zwar Chancen, aber leider versemmelte Marek Heinz die meisten davon. Dann bekamen wir aber doch noch einen Elfer nach Attacke gegen Heinz und Ali verwandelte ihn. Das er dann sogar noch das 2:1 erzielen konnte, darf m.E. von einer heute eher schlechten Leistung von Ali nicht ablenken. Den fand ich im Training und Testspielen schon viel besser.

Wie gesagt ist dieser Sieg superwichtig für die Mannschaft. Und auch das Team hat gesehen, dass die ganzen Testspielsiege nichts mehr wert sind. Dieser Aufsteiger konnte kaum bezwungen wären.

Ich denke trotzdem, dass der Sieg nicht unverdient war, weil Hannover nach dem frühen Tor nur noch wenige gute Chancen hatte. Allein Heinz hatte glaube ich mehr Torschüsse als ganz Hannover zusammen.

Meine Spielerbewertung:

Piecke: beim Gegentor gegen 5 Gegner machtlos. Danach bekam er wenig zu tun. Zumindest einmal aber eine tolle Parade: Note 3

Baur: Wenn ich drüber nachdenke, war das heute der beste HSV-Spieler für mich. Er hat ein sehr gutes Zweikampfverhalten und gewinnt die meisten Zweikämpfe, weil er den Gegner schon bei der Ballannahme sofort attackiert.: Note 2

Ujfalusi: War sehr unauffällig heute, aber trotzdem sicher, wenn er mal gefordert war. Note 3

Hertzsch: In der Abwehrrolle sehr gut, aber wenn er als Außenverteidiger so oft nach vorne „gezwungen“ wird, sieht er dabei oftmals nicht gut aus: Note 3-

Holler: fand ich heute leider wieder so wie vor 2 – 3 Jahren, als er mein meist“gehasster“ Spieler war. Jeden Ball drischt er hoch und weit nach vorne. In der zweiten Hälfte etwas besser: Note 4

Wicky: nicht so souverän, wie ich ihn sonst kenne: Note 3-

Ledesma (ab 45.): er ist wirklich total ballsicher und zweikampfstark. Allerdings gab es auch heute wieder nur Rück- und Querpässe von ihm. Durch seine Ballfertigkeit strahlt er allerdings sehr viele Ruhe aus: Note 3+

Kitzbichler (bis 45.): Das war ja nun fast gar nichts: Note 5

Rahn (bis 45.): war für mich etwas unverständlich, warum er ausgewechselt wurde. Schlechter als der Rest der Mannschaft in Halbzeit 1 war er auch nicht. Schwer zu bewerten, da er nur in der beschissenen 1. Hälfte gespielt hat: Note 4

Antar (ab 45.): Fing furios an und zeigte wesentlich mehr Anspielbarkeit als Kitzbichler. So dürfte er wohl beim nächsten Spiel auf der rechten Seite starten. Note 3

Albertz: Sorry, aber auch wenn er durch 2 Tore nun de facto der Matchwinner heute war, so darf das m.E. nicht über seine sehr durchwachsene Leistung hinwegtäuschen. Er war für mich eigentlich einer der schlechtesten Spieler heute beim HSV, konnte keine Akzente setzen und auch nicht durch gute Pässe glänzen: Note 4

Meijer: Spielerisch gefiel er mir heute nicht, da er sich kaum in Szene setzen konnte. Trotzdem ist er mit seiner Art des Kämpfens und Einpeitschen der Mitspieler und auch Fans enorm wichtig für das Team. Da fällt mir die Notengebung auch schwer... Note 4

Heinz: Gerade für ihn ist es unglaublich wichtig, dass wir das Spiel noch gewonnen haben. Jetzt ist ja schon wieder überall eitel Sonnenschein, weil wir gewonnen haben und er so viele Chancen hatte und beide Tore eingeleitet hat. Wenn wir allerdings nicht noch mal so spät zugeschlagen hätten, hätte man den Dreck kübelweise über ihm ausgeschüttet. Er hätte nämlich einfach mal eine seiner vielen Chancen ins Tor schießen müssen. Trotzdem war es toll zu sehen, dass er als Stürmer so oft anspielbar war und auch die meisten Bälle behauptet. Nun muß er nur noch kaltschnäutziger werden: Note 3+ 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

TORE 
0:1 Dariusz Zuraw (6.)
1:1 Jörg Albertz (82.)
2:1 Jörg Albertz (84.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV: Bernd Hollerbach (5.) , Michael Baur (29.) , Milan Fukal (85.) , Erik Meijer (92.) 

Hannover 96: Blaise N'Kufo (26.), Dariusz Zuraw (82.), Altin Lala (92.), 

SCHIEDSRICHTER :  Hermann Albrecht 
ZUSCHAUER :  52,139 
DATUM :  11.08.02   17:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Michael Baur, Tomas Ujfalusi, Christian Rahn, Ingo Hertzsch, Raphael Wicky, 
Marek Heinz, Jörg Albertz, Bernd Hollerbach, Erik Meijer, Richard Kitzbichler

Hannover 96: Jörg Sievers, Dariusz Zuraw, Marc van Hintum, Danijel Stefulj, Carsten Linke, Steven Cherundolo, Blaise N'Kufo, Altin Lala, Nebojsa Krupnikovic, Daniel Stendel, Jiri Stajner

WECHSEL 
Hamburger SV:
Roda Antar für Richard Kitzbichler (46.)
Cristian Raul Ledesma für Christian Rahn (46.)
Milan Fukal für Bernd Hollerbach (75.)

Hannover 96:
Mohamadou Idrissou für Blaise N'Kufo (59.)
Babacar N'Diaye für Steven Cherundolo (71.)
Markus Schuler für Marc van Hintum (86.)
 
 

Eiskalter Albertz rettet mit seinem Doppelpack den HSV 

"Ich dachte, wir schießen nie ein Tor", erklärte ein sichtlich erschöpfter Jörg Albertz nach dem Ende eines harten Arbeitstages. Bis zur 82. Minute sah es nach einen weiteren missglückten Bundesliga-Auftakt des Hamburger SV aus. 
Die "Rothosen", seit der Spielzeit 1993/1994 ohne Sieg im ersten Saisonspiel, rannten gegen Hannover 96 einem 0:1-Rückstand hinterher.Doch dann schnappte sich Albertz im Mittelfeld den Ball und spielte steil in die Spitze auf Marek Heinz. Der Tscheche, bedrängt von Hannovers Dariusz Zuraw, der nach sechs Minuten das 1:0 für die Niedersachsen erzielt hatte, ging zu Boden, und Schiedsrichter Albrecht entschied auf Strafstoß.
Obwohl der 11. August bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich der Tag des Jörg Albertz war, legte sich der 31-Jährige den Ball auf den Elfmeterpunkt. 
Ein Torschuss in der 9., ein weiterer in der 21. Minute - viel war es nicht, was der gebürtige Rheinländer den 52.139 Zuschauern in der AOL-Arena bis zu diesem Zeitpunkt geboten hatte. 

"Hammer-Ali" übernimmt Verantwortung
Nur noch acht Minuten, dieser Ball musste sitzen. Kurzer Anlauf, knallharter Flachschuss in die rechte Ecke und ein ohrenbetäubender Jubel aus Zigtausend Kehlen - "Hammer-Ali" hatte seinem Namen alle Ehre gemacht. Eiskalt verwandelt. 1:1. Wenigstens ein Punkt schien gerettet.
"Der Rückstand war wie ein Schock für uns", erklärte der Torschütze die Unfähigkeit seiner Mannschaft, gegen den überraschend starken Aufsteiger schon früher einen Treffer zu erzielen. "Glücklicherweise fiel dann der Elfmeter."

Dritter Doppelpack für Albertz
Damit nicht genug. Marek Heinz, der bis zur Schlussphase als einziger HSV-Profi Torgefährlichkeit bewiesen hatte, jedoch an seinen Nerven oder an Jörg Sievers gescheitert war, dribbelte am Hannoveraner Schlussmann vorbei und passte quer in den Strafraum auf Albertz. Nur zwei Minuten nach dem 1:1 brachte dieser den Ball erneut im Gehäuse der Gäste unter.
"Ich bin natürlich überglücklich, dass mir diese beiden wichtigen Tore gelungen sind", freute sich Albertz über seine Bundesliga-Treffer Nummer 28 und 29, die gleichzeitig seinen dritten Doppelpack für den HSV bedeuteten, und die drei Punkte im 30. Nordderby gegen Hannover.

"Haben uns erheblich gesteigert"
"Erst lief es nicht so, wie wir es haben wollten, aber dann haben wir uns erheblich gesteigert", analysierte der Matchwinner die 90 Minuten.
"Es war zunächst keine Bindung zwischen Sturm und Mittelfeld da", erklärte auch HSV-Trainer Kurt Jara. "Nachdem Wechsel haben wir Ali Albertz nach vorne gezogen und konnten endlich den Druck erzeugen, den wir zu Hause erzeugen wollten", so der Österreicher.

Hannover mit starker erster Halbzeit
Dass es ein Happy End für Albertz und den HSV gab, lag an der Unentschlossenheit der Gäste aus Niedersachsen. 
"Der HSV war nach dem 1:0 völlig verunsichert", trauerte 96-Trainer Ralf Rangnick den vergebenen Chancen seines Teams nach. "In der Phase haben wir versäumt das Spiel zu entscheiden", erklärte der 44-Jährige.

"Für Komplimente gibt es keine Punkte
Bis auf die letzten acht Minuten war das Spiel beim HSV für Hannover 96 ein gelungenes Comeback nach 13 Jahren Bundesliga-Abstinenz. Doch "für Komplimente gibt es keine Punkte", haderte Rangnick.
"Wir haben eine wirklich gute erste Halbzeit gespielt", ergänzte der nur sieben Jahre jüngere Sievers. "Danach konnten wir die Qualität nicht halten. Das hat der HSV eiskalt ausgenutzt."
 

Fakten:
Hannover ohne Fortune
Hannover 96 hat in der Saison 1969/70 zuletzt ein Auftaktspiel in der Bundesliga gewonnen, auch dieses Mal hat es nicht geklappt. Jetzt sollte in der nächsten Woche gegen 1860 München ein Heimsieg her. 

HSV siegte endlich zum Start
Nach acht sieglosen Auftaktspielen in Folge gewann der HSV dank des Doppelpacks von Albertz. Wie in der letzten Saison beim 3:3 gegen Mönchengladbach (6. Spieltag, 15.9.01) gelangen "Hammer-Ali" zwei Treffer. 

Ein Novum bei "Jaras HSV"
Im Vergleich zum letzten Spiel der Vorsaison standen beim HSV sieben neue Spieler in der ersten Elf (auch aufgrund von Verletzungen). Das gab es in der gesamten HSV-Geschichte noch nie! Die Neuzugänge Kitzbichler und Baur waren die Österreicher Nummer vier und fünf in der Historie des HSV - erstmals standen dabei zwei „Ösis“ im HSV-Trikot gemeinsam auf dem Platz. 

Routine, aber keine Erfahrung
Von der ersten Elf Hannovers hatte nur Daniel Stendel schon in der Bundesliga gespielt - sieben Spiele für den Hamburger SV in der Saison 1995/96. Kurios: Hannover hatte zwar noch kaum Bundesligaerfahrung, stellte aber die älteste Elf des ersten Spieltages (im Schnitt 29,9 Jahre alt). 

Schlaglichter:
Hannover baute ab
Hannovers erster Torschuss in der Bundesliga seit 1989 führte gleich zum Tor – ein Auftakt nach Maß. Nach der Pause hatte der Aufsteiger dem Dauerdruck des HSV allerdings zu wenig entgegen zu setzen, wie 15:2 Torschüsse für die Hamburger nach der Pause belegen. So kann Hannover auf dem Spiel durchaus aufbauen, muss aber den gerechten Sieg anerkennen. 

Jörg Albertz schlug zu
„Hammer-Ali“ ging als echter Kapitän seiner Mannschaft voran. In der 82. Minute verwandelte er nervenstark einen Strafstoß, zwei Minuten später legte er den 2:1-Endstand nach. Es war für Albertz der dritte Doppelpack in der Bundesliga – und wahrscheinlich sein wichtigster. 

Marek Heinz war nicht zu halten
Marek Heinz musste lange warten, bis seine überaus engagierte Leistung belohnt wurde: Mit Hilfe seiner beiden Torvorlagen drehte Jörg Albertz das Spiel gegen Hannover noch um. Heinz` bemerkenswerte Bilanz: die meisten Torschüsse und die meisten Torschussvorlagen aller Spieler, dazu zweikampfstärkster Stürmer auf dem Platz. Nachdem er in der letzten Rückrunde von Kurt Jara aussortiert wurde, sieht Heinz jetzt vielleicht einer goldenen Zukunft entgegen. 

Sievers überzeugte
An Routinier Jörg Sievers lag es am wenigsten, dass die Elf von Ralf Rangnick am Ende als Verlierer vom Platz ging – ganz im Gegenteil. Der Spät-Debütant in der Bundesliga erwies sich lange Zeit als unbezwingbar und brachte den HSV fast zur Verzweiflung. Insgesamt wehrte Sievers neun Torschüsse ab, das ist Spieltagsrekord. 

Topspieler: Jörg Albertz (Hamburger SV)

Lange Zeit lieferte Jörg Albertz eine wenig überzeugende Vorstellung ab. Doch als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen, stellte sich der Mittelfeldspieler der Situation und verwandelte in der 82. Minute einen Foulelfmeter eiskalt zum 1:1. Der ehemalige Mönchengladbacher hatte zudem den Pass auf Heinz gespielt, der zum Strafstoß führte. Zwei Minuten später vollstreckte Albertz nach Vorarbeit des aufopferungsvoll kämpfenden Heinz zum 2:1-Siegtreffer und drehte mit diesen beiden Aktionen das Spiel zu Gunsten seiner Mannschaft. 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4)

Kommentar:
Mit einem echten Kraftakt gewinnt der Hamburger SV das 30. Nordderby gegen Hannover 96 2:1 (0:1). Ein etwas glücklicher, aber letztendlich verdienter Erfolg, denn die Niedersachsen waren im zweiten Abschnitt zu passiv. Nachdem die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick im ersten Durchgang das wesentlich frischere, beweglichere und gefährlichere Team war, kamen die Niedersachsen nach dem Wechsel kaum noch vor das Tor von Martin Pieckenhagen. Hannover überzeugte in der ersten Halbzeit mit schnellem Kombinationsspiel, musste aber am Ende bei seinem ersten Bundesligaspiel nach 13 Jahren Lehrgeld zahlen. Der HSV hatte über weite Strecken Mühe im Spielaufbau. Das Fehlen der verletzten Angreifer Romeo und Barbarez machte sich stark bemerkbar. Am Ende gab der nimmermüde Einsatz den Ausschlag zu Gunsten der Hanseaten.
Thorsten Mesch 

Taktik:
Hamburg:Vor Torwart Martin Pieckenhagen agierten die "Rothosen" in der Abwehr mit einer Viererkette, in der Hollerbach, Ujfalusi, Baur und Hertzsch (v.l.) spielten. Im Mittelfeld bildeten Rahn, Albertz, Wicky und Kitzbichler eine weitere Viererkette. Im Angriff vertraute Trainer Jara auf den Zweier-Sturm Meijer und Heinz.
Hannover: Sievers im Tor, davor bildeten van Hintum, Zuraw, Linke und Cherundolo (v.l.) eine Viererkette. Im Mittelfeld spielten Krupnikovic (links und Lala (rechts) den defensiven Part, während Stajner die Offensive ankurbelte. Im Sturm vertarute Trainer Rangnick auf eine Dreier-besetzung mit Stefulj (links), Stendel (rechts) und N'Kufo. 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV):
"Wir sind heute auf einen starken Aufsteiger getroffen. Nach dem frühen 0:1 haben wir den Faden verloren und planlos die Bälle nach vorne geschlagen. In der Pause habe ich umgestellt, so dass wir noch verdient gewonnen haben." 

Trainer Ralf Rangnick (Hannover 96):
"Der HSV war nach dem 0:1 total verunsichert. Leider haben wir es in der Phase versäumt, das zweite Tor zu erzielen. In der zweiten Halbzeit war uns der HSV total überlegen." 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 10:3 
Eckenverhältnis: 2:2 
Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren), Note 2 - souverän, bei kniffligen Entscheidungen (erstes Tor und dem Elfmeter) lag er richtig 
Zuschauer: 52139 
Spielnote: 2,5 
Spieler des Spiels: 
Albertz - Sorgte in neuer Rolle im zweiten Durchgang für enormen Druck und erzielte die beiden Treffer. Er marschierte voran. 

Analyse 

Hamburgs Trainer Kurt Jara musste zum Saisonauftakt auf die Stammkräfte Hoogma, Groth, Cardoso, Barbarez und Romeo verzichten. Von den Neuzugängen standen Baur, Kitzbichler und Rahn in der Startelf, der 4-Millionen Einkauf Ledesma saß vorerst auf der Bank. Beim Aufsteiger aus Niedersachsen kamen zwei Neue zum Zuge: Neben dem Tschechen Stajner durfte auch N’Kufo von Beginn an ran.
Während der HSV auf ein klassisches 4-4-2-System setzte, blieb Hannovers Trainer Ralf Rangnick seiner offensiven Linie auch in der ersten Liga treu und ließ mit drei Stürmern plus einem offensiven Mittelfeldspieler (Stajner) angreifen.

Und die 96er setzten die Vorgaben ihres Trainers auf dem Platz um. Mit attraktiven Angriffsfußball wurde der HSV im eigenem Stadion überrascht. Als bei einem Freistoß durch Stajner die Abseitsfalle der HSV-Hintermannschaft misslang, konnte Zuraw nach Stefulj-Vorlage unbedrängt das 1:0 für die Niedersachsen erzielen (6.).

Der Rückstand verunsicherte die Hanseaten noch mehr. Weder Albertz noch Wicky konnten dem Spiel ihren Stempel aufdrücken, und auf den Außenbahnen blieben Kitzbichler und Rahn meistens zweite Sieger. Gefahr für das Tor von 96-Keeper Sievers entwickelte der HSV im ersten Abschnitt nicht, lediglich nach einem kapitalen Fehler von van Hintum hatte Wicky eine Möglichkeit, doch Sievers war auf dem Posten. (26.).

Hannover ließ sich nach der Führung leicht zurückfallen, stieß bei Ballbesitz mit schönen Ballstafetten aber immer wieder gefährlich vor das HSV-Tor. Die Führung für die technisch überlegenen Hannoveraner war nach den ersten 45 Minuten verdient verdient.

Zur Pause reagierte HSV-Coach Kurt Jara und brachte mit Ledesma und Antar frische Kräfte für die Offensive, Kitzbichler und Rahn blieben in der Kabine. Diese Maßnahme sollte sich auszahlen. Die Hamburger zeigten nun viel mehr Engagement und setzten Hannover mächtig unter Druck. Und sofort ergaben sich Tormöglichkeiten. Doch in den ersten fünf Minuten nach dem Seitenwechsel scheiterte Heinz zwei Mal an Sievers und Antars Volley-Schuss konnte Stendel von der Torlinie schlagen.

Hannover brauchte lange Zeit, um gegen einen wie verwandelt auftretenden HSV wieder in die Partie zu finden. Entlastung für die Abwehr fand kaum noch statt, abgewehrte Bälle kamen postwendend wieder zurück. Erst nach rund 20 Minuten konnten die „Roten“ die Partie beruhigen. Der HSV blieb zwar die optisch überlegene Elf, doch der Aufsteiger stand nach den turbulenten Anfangsminuten der zweiten Hälfte nun wieder deutlich besser sortiert.

Mit fortdauernder Spielzeit nahm die Anzahl der Fehler beim HSV wieder zu. Hannover konnte nun die Angriffsbemühungen der Hanseaten immer wieder erfolgreich überwinden. Doch die Hanseaten ließen in ihren Bemühungen keinen Deut nach und wurden für ihren Mut belohnt. In einem Laufduell mit Zuraw kam Heinz zu im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Albrecht zeigte auf den ominösen Punkt. Albertz ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:1 (82.).

Und nur zwei Minuten später brachte Albertz sein Team sogar in Führung. Nach einem langen Ball konnte Heinz den etwas überhastet herauseilenden Sievers an der rechten Strafraumgrenze ausspielen, seinen überlegten Querpass verwandelte der Kapitän des HSV aus rund zehn Metern zum 2:1.

In einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten wurde der Hamburger SV für seine unermüdlichen Bemühungen belohnt und erzwang durch einen Doppelschlag seines Kapitäns Albertz einen schwer erkämpften 2:1-Sieg gegen Aufsteiger Hannover 96. Die Niedersachsen, die über lange Strecken eine gute Vorstellung ablieferten, verkauften sich teuer, hatten in der Endphase dem HSV aber nichts mehr entgegenzusetzen. 

Das Spiel im Ticker:
Schlusspfiff 

84     Doppelschlag für den HSV!! Heinz kann sich nach einem langen Ball an der rechten Strafraumgrenze gegen Sievers durchsetzen, seinen überlegten Querpass verwandelt erneut Albertz zur Führung für die Hanseaten!! 

82     Der Ausgleich!! Zuraw bringt Heinz im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Albrecht gibt Elfmeter. Albertz tritt an und verwandelt eiskalt. 

74     Der HSV will es nun wissen. Zunächst bleibt erneut Heinz mit einem Drehschuss hängen, kurze Zeit später scheitert Meijer mit einem Kopfball an Sievers. 

69     Marek Heinz zum dritten Mal. Hereingabe von Hollerbach, Heinz dreht sich um Linke und zieht ab, doch sein Ball streicht haarscharf am rechten Pfosten vorbei. Eine Quer-Ablage auf Meijer wäre zudem noch möglich gewesen. 

56     Nächste Riesenmöglichkeit zum Ausgleich: Langer Ball von Baur auf Heinz, doch der tschechische Stürmer scheitert frei stehend erneut an Sievers. Im zweiten Abschnitt spielt bisher nur der HSV. 

52     Nächste Großchance für den HSV: Antar nimmt einen Eckball volley ab, Sievers ist geschlagen, doch Stendel klärt auf der Torlinie!

50     Fehler von Linke, Heinz hat freie Bahn, doch nach dem langen Dribbling scheitert der HSV-Angreifer in der eins-zu-eins-Situation an Sievers. 

 Anpfiff 2. Halbzeit 

 Halbzeit 

45     Flanke Hollerbach, Meijer probiert es mit einer Kopfball-Verlängerung auf Heinz, doch der Versuch misslingt. 

44     Knifflige Situation im HSV-Strafraum. Stajner fällt im Zweikampf mit Ujfalusi, doch Schiedsrichter Albrecht entscheidet nicht auf Straftoß, sondern auf Abstoß. 

40     Schuss von Stendel aus rund 18 Metern zentraler Position, doch HSV-Keeper Pieckenhagen ist auf dem Posten. 

39     Konter der Hannoveraner. Stendel flankt von der rechten Seite in die Mitte, doch der Schuss von N'Kufo geht rechts am Tor vorbei. 

27     Riesenchance für den HSV zum Ausgleich. Wicky läuft in den Strafraum, Hannovers van Hintum schlägt unbedrängt über den Ball. Wicky ist plötzlich völlig frei, doch Sievers im Tor der 96er kann den Schuss abwehren. 

20     Die Führung für die 96er ist bis dato verdient. Der Aufsteiger spielt in der AOL-Arena frisch und frech auf. Der HSV findet zurzeit noch kein Mittel, um die Hannoveraner in Bedrängnis zu bringen. 

6     Die Führung für den Aufsteiger. Freistoß für Hannover durch Stajner. Der HSV spielt auf Abseits, doch die Falle schnappt nicht zu. Stefulj legt den Ball auf Zuraw zurück, der den Ball zum 1:0 für die 96er über die Linie drückt. 

 Anpfiff 


 
dpa meldet: 
Hamburg (dpa) - Jörg Albertz hat den Hamburger SV vor einem Fehlstart in die 40. Bundesliga-Saison bewahrt. Mit seinem Tore-Doppelpack in der 82. und 84. Minute bescherte der Kapitän seinem HSV in der Schlussphase einen ebenso glücklichen wie kaum noch erwarteten 2:1 (0:1)-Heimerfolg über Hannover 96. 

Vor 52 139 Zuschauern in der AOL-Arena hatte Dariusz Zuraw (6.) den nach 13-jähriger Erstliga- Abstinenz eine Halbzeit lang überlegenen Aufsteiger im Nord-Derby früh in Führung gebracht. Der HSV beendete damit eine schwarze Serie: Nach zuletzt acht sieglosen Saison-Auftaktspielen gab es endlich wieder einen «Dreier» zum Start.

Für «96» hätte das Comeback im Oberhaus gar nicht besser beginnen können. Denn gleich die erste Einschussmöglichkeit führte zur Führung, als Zuraw aus Nahdistanz abstauben konnte. Der mit drei Neuzugängen, aber ohne das Leistungsträger-Trio Sergej Barbarez, Bernardo Romeo und Nico-Jan Hoogma angetretene HSV war geschockt und konnte nicht an die gute Form aus den Vorbereitungsspielen anknüpfen.

Vor allem im Spiel nach vorn agierten die verunsichert wirkenden Gastgeber ideenlos. So bot sich Raphael Wicky die einzige Chance vor der Pause, doch er scheiterte an Torwart Jörg Sievers (27.). Ganz anders die technisch und taktisch cleveren Niedersachsen, bei denen Neuzugang Jiri Stajner brillierte: Nach brandgefährlichen Kontern hätten Daniel Stendel (22.), Blaise N'Kufo (39.) und Zuraw (43.) vor der Halbzeit alles klar machen können für die respektlosen Gäste.

Mit Hereinnahme der Mittelfeldstrategen Cristian Ledesma und Roda Antar stärkte HSV-Coach Kurt Jara nach dem Wechsel das spielerische Moment. Und prompt lief es besser: Marek Heinz (50./56.) scheiterte am starken Sievers, Antars Schuss klärte Marc van Hintum auf der Linie (51.) und auch Eric Meijer fand in dem immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens rückenden Sievers seinen Meister. Der beste Mann wurde dann aber doch noch zweimal von Albertz bezwungen: Erst per Foulelefmeter und dann mit einem satten Nachschuss.