Bundesliga 2002/2003, 3. Spieltag, Samstag, 24.08.02  in der Hamburger AOL Arena bei 25 (etwas schwülen) Graden.

Hamburger SV - FC Bayern München

Ich hatte heute schon vor dem Spiel nicht wirklich das, was man so langläufig „Glaube an den Sieg“ nennt. Und das Spiel bot dann irgendwie auch das, was ich mir nicht erhofft hatte.

Der HSV spielte leider mit zunehmender Spielzeit wieder genauso wie in Bremen. Ein Spiel ohne Ball ist praktisch nicht vorhanden. Ujfalusi verschuldete Mitte der 1. Halbzeit auf ganz dumme Weise einen Freistoß im Mittelfeld. Ich fragte mich gleich, ob man den Bayern nun unbedingt so einen Freistoß schenken müsse. Natürlich ging der anschließende Kopfball perfekt in den Winkel.

Da stand es dann 0:1 und für mich war das Spiel innerlich gegessen. Ich hatte nie richtige Hoffnung, daß wir das Blatt nochmal wenden könnten. Die Bayern taten auch absolut nicht mehr als nötig. Sie hatten übrigens auch so gut wie keine weitere Torchance. Allerdings habe ich die erste richtige HSV-Chance auch erst um 16:52 Uhr gesehen – sagt das nicht schon alles ?

Dann hätten wir sogar doch noch den Ausgleich schaffen können bzw. haben ihn eigentlich geschafft. Nach Flanke legte Meijer auf Romeo ab und der köpfte den Ball nach ca. 80 Minuten ins Tor. Der Schiri gab das Tor allerdings nicht und zeigte ein Halten von Meijer an. Ob es das war oder nicht, kann ich ohne TV-Bilder nicht sagen – gesehen habe ich zumindest nichts. Aber irgendwie war es genauso wie in Bremen. Ich hätte mich natürlich über den Ausgleich gefreut, aber in Anbetracht der Spielweise wäre es wohl auch unverdient gewesen. Danach hatten die Bayern dann doch noch 2 Chancen, die sie zum 0:3 verwandeln konnten, was aber auch wirklich egal war.

Das man gegen Bayern verlieren kann, ist natürlich vollkommen klar. Es ärgert mich aber wirklich, daß (wie in Bremen) wieder nicht aufopferungsvoll bis zum Letzten gekämpft und alles gegeben wurde. Mit diesem Einsatz und der Lauffaulheit im Team wird es nicht leicht werden. Wenn wir das nächste Buli-Spiel in Wolfsburg verlieren, ist der Fehlstart perfekt.

Meine Spielerbewertung:
Piecke: Hatte ja kaum was zu tun. Die Tore waren allerdings auch alle ziemlich perfekt: Note 4

Hertzsch: schwer zu benoten! Defensiv würde ich ihm diesmal glatt eine 1 geben, aber da er heute wieder rechts in der Viererkette spielte, kam er auch oft mit nach vorne und da kann man ihm wohl nur eine 4 – 5 geben. Da er aber Verteidiger ist und das perfekt gelöst hat, gebe ich ihm: Note 2-

Hoogma: Erstmals wieder dabei in dieser Saison. Wenn er den Ball hat, wirkt er auch mich ballsicher und gut. Nur ist seine inzwischen desaströse Geschwindigkeit wirklich ein Unheil für die Abwehr. Ich würde ihn bestenfalls im defensiven Mittelfeld einsetzen: Note 4

Ujfalusi: Dusseliges, unnötiges Foulgeschenk vor dem 0:1. Ansonsten eigentlich ganz o.k. : Note 3
(nachdem ich nun die Fernsehberichte gesehen habe, würde ich ihm eher eine 4- bis 5 geben, weil er an zwei Gegentoren entscheidend beteiligt war)

Hollerbach: bissig, aber auch ohne gute Offensivaktionen: Note 3

Baur: unauffällig: Note 4

Wicky: noch unauffälliger: Note 4-

Albertz: Der einzige, der überaupt mal so ganz minimal das Heft in die Hand nahm.: Note 3-

Heinz: heute ganz schlecht. Verlor fast jeden Zweikampf und zeigte überhaupt keine Laufbereitschaft bzw. gefährliche Aktionen: Note 5-

Meijer: fiel mehr durch Holzen als durch Fußball auf: Note 4-

Romeo: bot sich zumindest in der 1. Halbzeit oft zum Abspiel an. Allerdings weiß er dann ohnehin nichts mit dem Paß anzufangen. Außer seinem Abseitstor ohne Torszene das ganze Spiel über: Note 4-

Schiri Fröhlich: Ich hatte in einer Szene der 1. Halbzeit das Gefühl, daß wir eigentlich einen Elfer hätten bekommen können. Aber dazu konnte er sich wohl nicht durchringen und 100%ig gesehen habe ich es auch nicht. Ansonsten gab es in dem eher fairen Spiel nicht viel falsch zu machen: Note 2

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: 

SCHIEDSRICHTER :  Lutz Michael Fröhlich 
ZUSCHAUER :  55,516 
DATUM :  24.08.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: 
Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Michael Baur, Tomas Ujfalusi, Ingo Hertzsch, Raphael Wicky, Marek Heinz, Jörg Albertz, Bernd Hollerbach, Bernardo Romeo, Erik Meijer

FC Bayern München
Oliver Kahn, Thomas Linke, Ze Roberto, Michael Ballack, Robert Kovac, Jens Jeremies, 
Claudio Pizarro, Michael Tarnat, Hasan Salihamidzic, Owen Hargreaves, Giovane Elber
 

Souveräner Bayern-Sieg im Jubiläumsspiel beim HSV 
Zum 39. Bundesliga-Jubiläum konnte sich der Hamburger SV nicht selbst beschenken. Im 75. Nord-Süd-Gipfel unterlagen die Hanseaten gegen den FC Bayern München in der AOL-Arena 0:3. Seit 1996 warten die Hamburger auf einen Heimsieg gegen den Rivalen aus dem Süden. Zudem gelang den "Rothosen" seither nur ein einziger Treffer. Ganz anders die Bayern: Claudio Pizarro (25./85.) feierte seinen zehnten Bundesliga-Doppelpack und Alexander Zickler (90.) erhöhte seinen Marktwert. 

Kein Zauberfußball in Hamburg
Von Beginn an machten beide Mannschaften in der ausverkauften AOL-Arena klar, dass es kein Fußball-Leckerbissen werden würde. Viele kleine Fouls und verbale Schlagabtausche standen an der Tagesordnung. "Ich hatte ja bereits angedeutet, dass hier kein Zauberfußball stattfinden würde", erklärte Bayern-Keeper Oliver Kahn nach dem Spiel.

Die Kontrahenten waren mit großem Selbstbewusstsein angetreten. "Wir werden den Bayern einen heroischen Kampf bieten", versicherte HSV-Trainer Kurt Jara noch unter der Woche. Zu sehen war davon allerdings wenig. Nach Pizarros 1:0 Mitte der ersten Halbzeit machte sich Ratlosigkeit bei den Gastgebern breit. Auf der anderen Seite wusste sich Manager Uli Hoeneß bestätigt: "Sieben Punkte nach zwei Auswärtsspielen - wir sind auf dem besten Weg, unser Ziel zu erreichen. Und wir wollen Deutscher Meister werden."

Romeo und Heinz blieben blass
Marek Heinz wirkte überfordert in der Rolle des Spielmachers. Bernardo Romeo brachte es in den letzten beiden Spielen auf gerade einmal zwei Torschüsse. Jara, der nur zehn seiner 29 Partien als Hamburger Trainer gewinnen konnte, muss sich schleunigst etwas einfallen lassen. Nur auf den verletzten Sergej Barbarez zu warten, könnte sich als allzu optimistisch gedacht herausstellen.

Das Fazit des wiedergenesenen Nico Jan Hoogma viel entsprechend deutlich aus: "Wir sind zu wenig gelaufen. Wir haben die Abwehr der Bayern nicht gefordert. Bayern München hat gezeigt, dass sie eine Klasse besser sind als wir. Das 3:0 geht völlig in Ordnung." Auch sein Coach suchte nicht nach Ausreden. "Alle drei Tore waren individuelle Fehler oder resultierten aus Naivität im Zweikampf. Die Bayernspieler mit ihrer individuellen Klasse nutzen solche Fehler natürlich aus."

Die Bayern sind noch nicht am Ziel
Die Bayern wussten, dass es schwer werden würde, an die Galavorstellung gegen Bielefeld anzuknüpfen. Im Endeffekt spulten sie ihr so oft gepriesenes und gescholtenes Standardprogramm herunter. Und am Ziel sind sie noch lange nicht. "Die Mannschaft muss sich weiter finden. Wir sind noch lange nicht auf dem Level, auf dem wir sein wollen. Wir machen immer noch zu viele Flüchtigkeitsfehler", meinte Kahn.

Für den HSV bleibt nun mehr als zwei Wochen Zeit, sich zu regenerieren und neue Kräfte zu tanken. Es ist eine willkommene Pause - vielleicht schon ein Ultimatum. Noch keine Worte von einem Fehlstart. "Von einem Saisonfehlstart spreche ich erst, wenn wir in Wolfsburg nicht gewinnen", sagte Trainer Kurt Jara. Doch der Österreicher musste einräumen: "Wir stehen jetzt unter Druck."

Fakten:
Hitzfeld erfolgreich
Hitzfeld zieht mit Csernai gleich: Ottmar Hitzfeld feierte den 87. Sieg mit den Bayern. Nur Udo Lattek holte mehr Siege mit dem FCB. 

Bayern nicht zu schlagen
Bayern nicht zu schlagen: Der HSV ist seit sieben Heimspielen gegen den FCB ohne Sieg. Und wartet nun schon über sechseinhalb Jahre auf einen Erfolg über die Bayern. 

Tor wie vernagelt
Kein Durchkommen: Dem HSV gelang in den letzten sieben Heimspielen gegen den Rekordmeister nur ein Treffer – einzig Sergej Barbarez traf beim legendären Saisonfinale 2000/01. 

Höchste Heimniederlage unter Jara
Das 0:3 gegen die Bayern ist die höchste HSV-Heimniederlage unter Kurt Jara für die Hanseaten. 

Schlaglichter:
Verdienter Auswärtssieg
In allen Belangen waren die Hanseaten den Bayern heute unterlegen und verloren völlig verdient mit 0:3. Die Münchner gaben fast doppelt so viele Torschüsse wie die Hausherren ab (18:10), hatte über weite Strecken des Spiels die größeren Spielanteile und gewannen 57 Prozent der Zweikämpfe, eine fast schon peinliche Bilanz für den HSV bei einem Heimspiel. Lediglich in der Anzahl der Fouls dominierten die Norddeutschen, ansonsten fehlten die Mittel. 

Zweikampfschwache HSV-Abwehr
Von der Viererabwehrkette des HSV gewann nur der angeschlagene Kapitän Nico Jan Hoogma über die Hälfte seiner Zweikämpfe, Hertzsch, Ujfalusi und Hollerbach fielen dagegen mehr durch Ballverluste und Reklamieren auf, als durch engagierte Abwehrarbeit. Wirkungsvoll in die Offensive schaltete sich lediglich Linksfuß Hollerbach ein, zählbares sprang dabei allerdings nicht heraus. 

Pizarro mit Doppelpack
Claudio Pizarro war der überragende Mann auf dem Platz: Stets anspielbar sprühte der Peruaner vor Spielfreude. Häufig konnte er sich gegen die Hintermannschaft des HSV durchsetzen, gewann sehr starke 64 Prozent seiner Zweikämpfe. Fast folgerichtig seine beiden Treffer, mit denen er die Partie fast im Alleingang entschied. Insgesamt kam der "Anden-Bomber" sechsmal zum Torschuss, am häufigsten von allen Akteuren. 

Ein laues Lüftchen...
Ganze vier Torschüsse gaben die HSV-Offensivspieler Meijer, Romeo und Heinz ab, kläglich für eine Offensivabteilung in einem Heimspiel. Lediglich einmal konnte sich Meijer entscheidend durchsetzen, als er aus kurzer Distanz wenige Minuten vor Schluss per Kopf an Kahn scheiterte. Romeo und Heinz dagegen blieben über die komplette Spielzeit blass, gewannen gerade einmal ein Drittel ihrer Zweikämpfe. 

...gegen zwei starke Innenverteidiger
Nicht allein Hamburgs Schwäche in der Offensive, vor allem die zweikampfstarken Thomas Linke und Robert Kovac in Bayerns Innenverteidigung ließen nicht mehr Torgefahr zu. Beide gewannen über 70 Prozente ihrer Zweikämpfe, wirkten abgeklärt und stellungssicher. Mit sicherem Aufbauspiel sorgten sie zudem für einen ungefährdeten Bayern-Sieg. 

Topspieler Claudio Pizarro (FC Bayern München):
Zum zehnten Mal in seiner Bundesliga-Karriere erzielte Claudio Pizarro einen Doppelpack. Im 75. Nord-Süd-Derby gegen den Hamburger SV war er der überragende Mann. In der 25. Minute traf der Peruaner per Kopf, in der 85. mit dem Fuß. Sechsmal schoss er auf Martin Pieckenhagens Tor. Die komplette HSV-Mannschaft gab nur zehn Torschüsse ab. Pizarro hatte starke 55 Ballkontakte und gewann überragende 64 Prozent seiner Zweikämpfe - der Durchschnitt eines Stürmers liegt bei 41 Prozent. 
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)

Kommentar:
Das 75. Nord-Süd-Derby machte vor allem eines klar: Im Norden weht ein wesentlich eisigerer Wind als im sonnigen Süden. Die Münchner waren mindestens eine Klasse besser. Sie spulten ihr "typisches" Programm herunter. Kurz gesagt: Bayern musste nicht, Hamburg konnte nicht mehr tun. Das Auffällige daran: Der Rekordmeister hat sein volles Potential noch längst nicht erreicht. "Wir sind noch lange nicht auf dem Level, auf dem wir sein wollen", erklärte Oliver Kahn. Auch die Hanseaten haben ihr Können noch nicht ausgeschöpft. Dass es selbiges gibt, war bislang kaum zu sehen. Vorbereitung hui, Saisonstart pfui. Besonders die Offensive blieb blass. Bernardo Romeo brachte es auf zwei Torschüsse in zwei Spielen. Marek Heinz kann sich mit dem Ball nicht anfreunden und wirkte als Spielmacher verloren. Keine Frage, Kurt Jara muss sich schnell etwas einfallen lassen. Man kann nicht bis zu Sergej Barbarezs Comeback warten.
Sebastian Stolz 

Taktik:
Hamburger SV:
Pieckenhagen hütete wie immer das Tor der Hanseaten. Davor stellte Trainer Jara eine Vierer-Abwehrkette mit Hollerbach, Ujfalusi, dem wieder genesenen Hoogma und Hertzsch (v.l.) auf. Baur spielte vor der Abwehr. Albertz ackerte auf der linken, Wicky auf der rechten Außenbahn. Heinz spielte zentral hinter den Spitzen Romeo und Meijer.

FC Bayern München:
Im Tor stand Nationalkeeper Kahn. Die Vierer-Abwehrkette musste etwas umgestellt werden: Es spielten Tarnat, Robert Kovac, Linke und Hargreaves (v.l.). Jeremies und Ballack verteilten die Bälle im Mittelfeld, wobei Ballack die offensivere Position ausfüllte. Die Außenbahnen wurden von Trainer Hitzfeld mit Ze Roberto (links) und Salihamidzic (rechts) besetzt. Im Sturm agierten Pizarro und Elber. 

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV):
"Alle drei Tore waren individuelle Fehler oder resultierten aus Naivität im Zweikampf. Die Bayernspieler mit ihrer individuellen Klasse nutzen solche Fehler natürlich aus. Wir hatten uns hier was ausgerechnet und wollten immer nach vorne spielen. Aber uns fehlt vorne Barbarez. Den kann der HSV nicht ersetzen. Jetzt müssen wir in Wolfsburg gewinnen, dann sind wir wieder im Soll." 

Trainer Ottmar Hitzfeld (Bayern München):
"Ich bin sehr glücklich über den ersten Auswärtssieg. Das Ergebnis ist höher ausgefallen, als das Spiel aussah. Wir haben es versäumt, in der ersten Halbzeit weitere Tore zu schießen. In der zweiten Halbzeit war der HSV dem Ausgleich nahe. Der Sieg war nicht ungefährdet, wir hatten heute Schwerstarbeit zu verrichten. 


 
kicker meldet: 

Chancenverhältnis: 3:6 
Eckenverhältnis: 7:3 
Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin), Note 4,5 - hätte Hollerbach wegen einer Tätlichkeit gegen Ballack (42.) die Rote und Meijer bei einem Zweikampf mit R. Kovac (64.) die Gelbe Karte geben müssen. Entschied bei der Bewertung von Zweikämpfen mitunter zu Gunsten der Bayern. 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels:  
Pizarro - Krönte seinen insgesamt starken Auftritt mit zwei Treffern, vereinte pure Entschlossenheit vor dem 0:1 mit Kaltschnäuzigkeit beim 0:2. 
 
Analyse 
Hamburgs Trainer Jara stellte im Vergleich zum 1:2 in Bremen aus der Vorwoche wie folgt um: Hoogma (Saisoneinstand) und Meijer rutschten für Ledesma und Groth in die Startelf. Meijer begann im Sturm, Heinz, gegen Bremen noch Angreifer, ging zurück ins Mittelfeld. Beim FC Bayern kam es nach dem tollen 6:2 gegen Bielefeld zu folgenden personellen Änderungen: Robert Kovac begann an Stelle von Kuffour, Tarnat stand links in der Abwehrkette, Hargreaves war rechts Vertreter von Sagnol. Im Mittelfeld und im Angriff änderte Trainer Hitzfeld nichts.

Beide Teams begannen sehr offensiv. Der HSV versteckte sich nicht, attackierte früh bereits weit in der Bayernhälfte. Angetrieben vor allem vom agilen Albertz hatten die zweikampfstarken und hellwachen Hanseaten in der Anfangsphase ein optisches Übergewicht. Die Bayern setzten mehr auf Konter, die jedoch ganz schnell nach vorne getragen wurden. So kam Pizarro nach einer Viertelstunde nach Doppelpass mit Elber aus 14 Metern halbrechter Position zum Schuss, doch der Ball ging rechts an Pieckenhagens Kasten vorbei.

Die Partie war sehr rasant, mit hohem Tempo geführt. Der HSV war äußerst emsig und engagiert, die Münchner abgeklärter und spielstärker. Dennoch fiel die Führung für den FCB etwas überraschend: Hargreaves brachte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld weit nach innen, Pizarro schraubte sich am höchsten und köpfte druckvoll aus elf Metern in den rechten Torwinkel (25.).

Im Anschluss agierten die Bayern sehr überlegt und ruhig, mitunter technisch fein gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Norddeutschen. Höhepunkte in den beiden Strafräumen blieben jedoch Mangelware.

Beide Teams kamen personell unverändert aus der Kabine. Nach 50 (!) Minuten musste Bayern-Keeper Kahn das erste Mal eingreifen. Heinz hatte Hollerbach freigespielt, der sofort vom linken Strafraumeck abzog, doch Kahn tauchte ab und fing den Flachschuss sicher.

Die Bayern taten zunächst nicht mehr als nötig, das Spiel des HSV war gefällig, aber zu ungefährlich. Das hohe Tempo aus Halbzeit eins wiederholte sich nicht.

Mit zunehmender Spieldauer wirkte das Spiel der Bayern fast arrogant, sie wollten die Hamburger vorführen. Hinten allerdings agierte der Rekordmeister sehr konzentriert, so dass sich der HSV nicht entscheidend durchsetzen konnte. Das Niveau sank mehr und mehr, die Teams boten gemächlichen Sommerfußball. Mitunter glich der immer müder werdende Kick einem Nichtangriffspakt.

Kurz vor dem Ende gab's dann doch noch zwei Höhepunkte: Zunächst Konter über links, wo sich Salihamidzic wunderbar durchsetzt. Der Bosnier spielt Pizarro rechts im Strafraum frei, der trocken mit rechts ins linke Eck schießt (86.). Kurz darauf nutzt Zickler am rechten Strafraumeck einen Fehler von Ujfalusi, geht auf Pieckenhagen zu und vollendet ins linke Eck (90.).

Ein hoch verdienter Sieg des Rekordmeisters, dem in Hälfte zwei gegen zu harmlose Hamburger eine höchstens durchschnittliche Leistung genügte. 

Spielbericht 
Hamburgs Trainer Jara stellte im Vergleich zum 1:2 in Bremen aus der Vorwoche wie folgt um: Hoogma (Saisoneinstand) und Meijer rutschten für Ledesma und Groth in die Startelf. Meijer begann im Sturm, Heinz, gegen Bremen noch Angreifer, ging zurück ins Mittelfeld. Beim FC Bayern kam es nach dem tollen 6:2 gegen Bielefeld zu folgenden personellen Änderungen: Robert Kovac begann an Stelle von Kuffour, Tarnat stand links in der Abwehrkette, Hargreaves war rechts Vertreter von Sagnol. Im Mittelfeld und im Angriff änderte Trainer Hitzfeld nichts.

Beide Teams begannen sehr offensiv. Der HSV versteckte sich nicht, attackierte früh bereits weit in der Bayernhälfte. Angetrieben vor allem vom agilen Albertz hatten die zweikampfstarken und hellwachen Hanseaten in der Anfangsphase ein optisches Übergewicht. Die Bayern setzten mehr auf Konter, die jedoch ganz schnell nach vorne getragen wurden. So kam Pizarro nach einer Viertelstunde nach Doppelpass mit Elber aus 14 Metern halbrechter Position zum Schuss, doch der Ball ging rechts an Pieckenhagens Kasten vorbei.

Die Partie war sehr rasant, mit hohem Tempo geführt. Der HSV war äußerst emsig und engagiert, die Münchner abgeklärter und spielstärker. Dennoch fiel die Führung für den FCB etwas überraschend: Hargreaves brachte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld weit nach innen, Pizarro schraubte sich am höchsten und köpfte druckvoll aus elf Metern in den rechten Torwinkel (25.).

Im Anschluss agierten die Bayern sehr überlegt und ruhig, mitunter technisch fein gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Norddeutschen. Höhepunkte in den beiden Strafräumen blieben jedoch Mangelware.

Beide Teams kamen personell unverändert aus der Kabine. Nach 50 (!) Minuten musste Bayern-Keeper Kahn das erste Mal eingreifen. Heinz hatte Hollerbach freigespielt, der sofort vom linken Strafraumeck abzog, doch Kahn tauchte ab und fing den Flachschuss sicher.

Die Bayern taten zunächst nicht mehr als nötig, das Spiel des HSV war gefällig, aber zu ungefährlich. Das hohe Tempo aus Halbzeit eins wiederholte sich nicht.

Mit zunehmender Spieldauer wirkte das Spiel der Bayern fast arrogant, sie wollten die Hamburger vorführen. Hinten allerdings agierte der Rekordmeister sehr konzentriert, so dass sich der HSV nicht entscheidend durchsetzen konnte. Das Niveau sank mehr und mehr, die Teams boten gemächlichen Sommerfußball. Mitunter glich der immer müder werdende Kick einem Nichtangriffspakt.

Kurz vor dem Ende gab's dann doch noch zwei Höhepunkte: Zunächst Konter über links, wo sich Salihamidzic wunderbar durchsetzt. Der Bosnier spielt Pizarro rechts im Strafraum frei, der trocken mit rechts ins linke Eck schießt (86.). Kurz darauf nutzt Zickler am rechten Strafraumeck einen Fehler von Ujfalusi, geht auf Pieckenhagen zu und vollendet ins linke Eck (90.).

Ein hoch verdienter Sieg des Rekordmeisters, dem in Hälfte zwei gegen zu harmlose Hamburger eine höchstens durchschnittliche Leistung genügte.
 

Das Spiel im Ticker:

Schlusspfiff 
90     Zickler nutzt am rechten Strafraumeck einen Fehler von Ujfalusi, geht auf Pieckenhagen zu und vollendet ins linke Eck. 

89     Heinz flankt von links auf Meijer, der Kahn aus einem Meter anköpft. 

86     Konter über links, wo sich Salihamidzic wunderbar durchsetzt. Der Bosnier spielt Pizarro rechts im Strafraum frei, der trocken mit rechts ins linke Eck schießt.

83     Albertz spielt Meijer auf links frei, der passt flach in den Fünfmeterraum, wo Romeo und Heinz aber verpassen. 

77     Thiam flankt von rechts auf den eben eingewechselten Scholl, doch der Köpft aus zehn Metern genau Pieckenhagen in die Arme. 

71     Albertz probiert's mit links aus 20 Metern halbrechter Postion, schießt aber links vorbei. 

58     Das Tempo ist raus aus der Partie. Der HSV spielt gefällig, aber zu ungefährlich. Die Bayern tun nicht mehr als nötig. 

51     Heinz spielt Hollerbach frei, der sofort vom linken Strafraumeck abzieht, doch Kahn taucht ab, fängt den Flachschuss sicher. 

46     Beide Teams kommen personell unverändert aus der Kabine zurück. 

 Anpfiff 2. Halbzeit 

 Halbzeit 

39     Pizarro nimmt eine zu kurze Kopfball-Abwehr aus 20 Metern volley, doch sein Aufsetzer ist kein Problem für Pieckenhagen. 

33     Hollerbach setzt sich links gegen Hargreaves durch, passt von der Grundlinie zurück auf Heinz, doch dessen Schuss blockt Hargreaves noch ab. 

29     Heinz flankt von rechts weit in den Strafraum, Hargreaves verpasst knapp, doch auch Hollerbach, der in seinem Rücken herangerauscht kam. 

25     Hargreaves bringt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld weit nach innen, Pizarro schraubt sich am höchsten und köpft druckvoll aus elf Metern in den rechten Torwinkel. 

21     Tarnat spielt hoch und steil auf Elber, Hoogma und Ujfalusi sind unsortiert, doch Elber lupft freistehend aus sieben Metern über das Tor. 

16     Pizarro setzt sich nach Doppelpass mit Elber rechts gegen Ujfalusi durch, schießt aber aus 14 Metern halbrechter Position rechts vorbei. 

12     Hoogma sieht nach einem taktischen Foul an Salihamidzic zu Recht die erste Gelbe Karte des Spiels. 

6     Beide Teams mühen sich, die Oberhand im Mittelfeld zu erringen. Der HSV attackiert früh, zieht sich keineswegs zurück. Chancen gab's noch keine. 

 Anpfiff 


 
dpa meldet: 
Bayern im Schongang - HSV nach 0:3 erneut vor Zittersaison

Hamburg (dpa) - Typisch FC Bayern: Im Schongang hat der Fußball-Rekordmeister aus München im Nord-Süd-Klassiker der Bundesliga dem Hamburger SV in schonungsloser Deutlichkeit die Grenzen aufgezeigt. Vor 55 516 Zuschauern in der ausverkauften AOL-Arena gewann das Star-Ensemble von der Isar mit minimalem Aufwand durch zwei Tore von Claudio Pizarro (25./85.) und einem Treffer von Alexander Zickler (90.) mit 3:0 (1:0). 

Die Münchner feierten damit bereits den 46. Sieg im 75. Aufeinandertreffen. Der HSV hatte sich den ersten Erfolg seit sechs Jahren erhofft. Doch am Ende standen die Hanseaten wieder mit leeren Händen da. «Unser Sieg ist zu hoch ausgefallen», tröstete Trainer Ottmar Hitzfeld die niedergeschlagenen Verlierer.

In der stickig-heißen AOL-Arena gab der Rekordmeister den Ton an. Das Hitzfeld-Team war nicht nur in der Spielanlage überlegen, sondern wirkte auch spritziger. Der HSV spielte hausbacken, vieles blieb dem Zufall überlassen. Selbst von dem «heroischen Kampf», den Trainer Jara den Zuschauern versprochen hatte, war nicht viel zu sehen. «In verschiedenen Situationen waren wir zu naiv. So etwas nutzen die Bayern rigoros aus», prangerte der Österreicher die Fehler seiner Spieler im Zweikampf an.

Obwohl Kapitän Nico Jan Hoogma nach fünfwöchiger Verletzungspause wieder in die HSV-Elf zurückgekehrt war, kam seine Abwehr ins Schwimmen. Giovane Elber (21.) vergab zunächst die beste Gelegenheit, ehe Pizarro nach einem Freistoß von Owen Hargreaves per Kopf die verdiente Führung erzielte. «Nach dem 0:1 haben wir den Kopf hängen lassen, die Leidenschaft vermissen lassen», kritisierte Jara-Assistent Armin Reutershahn in der Pause.

Erst nach dem Wechsel kamen die Hausherren zu ihrer ersten Chance. Fast 50 Minuten hatte es gedauert, bis Torwart Oliver Kahn seine Klasse zeigen und einen Fernschuss von Bernd Hollerbach souverän parieren konnte. Die Bayern taten nur noch das Nötigste. Die Elf stand sicher in der Abwehr. In der Schaltzentrale im Mittelfeld versuchte sich Michael Ballack immer wieder mit wechselndem Erfolg.

Der HSV, der als einzige Mannschaft seit 39 Jahren erstklassig ist, brachte den Libanesen Roda Antar und den Argentinier Christian Raul Ledesma, doch die Schluss-Offensive wurde nicht belohnt. Am Ende hatten die Münchner Glück. Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich gab ein Tor von Bernardo Romeo nach einem Offensivfoul von Erik Meijer an Pablo Thiam zu Recht nicht. «Jara hat alles riskiert und offensiv ausgewechselt. Da hatten wir Schwerstarbeit zu verrichten», gab Hitzfeld zu.

Seine Leistung krönte nach dem Schreckschuss der überragende Pizzaro, der nach einer Flanke des ebenfalls starken Ex-Hamburgers Hasan Salihamidzic seinen dritten Saison-Treffer erzielte. Nach einer Großtat von Kahn gegen Meijer besorgte der eingewechselte Zickler den Endstand. Der Meisterschaftsfavorit aus München ist nun bereits Tabellen-Dritter, während der HSV aus dem Mittelmaß nicht herauszukommen scheint.