Bundesliga 2002/2003, 4. Spieltag, Mittwoch, 11.09.02 in Wolfsburg.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 2:1 (0:0)

Es sind ein paar Tage nach dem Spiel vergangen inzwischen, weil ich nicht gleich dazu gekommen bin, einen Spielbericht zu schreiben.
Und das ist wohl auch gut so.....

Sonst wäre das noch ein bösartige Pöbelei geworden.

Von „Spiel“ kann man auf Seiten des HSV wohl kaum sprechen. Ich bin erst so spät losgekommen, daß ich die ersten 5 – 10 Minuten verpaßt habe. Die dann folgenden 10 Minuten waren noch das beste, was ich in Wolfsburg vom HSV gesehen habe. Da hatte man nämlich zumindest versucht, in Richtung des gegnerischen Tores zu spielen.  Natürlich ohne jede Torgefahr, denn vorm 16er war immer Schluß. Aber zumindest versuchte man es da. Aber das ging auch nur 10 Minuten so. Dann war es vollkommen vorbei mit dem HSV.

Man zog sich zurück, bettelte ums Gegentor und das Flehen wurde schließlich erhört. In der 2. Halbzeit sollte seltsamerweise sogar der Ausgleich gelingen, aber das furchtbare Spiel des HSV durfte nicht mit einem Punkt belohnt werden – und wurde es auch nicht. Das 2:1 für die Wolfsburger fiel noch. 

Natürlich kann man einwenden, daß das erste Tor der VW-Städter aus einem Elfer resultierte, der wohl eher keiner war. Aber wenn man gegen eine wirklich nicht toll spielende Wolfsburger Mannschaft so wenig bringt, dann hat man auch nichts verdient.

Zum Spiel des HSV fällt mir ohnehin nur eine Umschreibung ein: Spielerischer UND taktischer Offenbarungseid. 
Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer fand: Wie sich die Spieler auf dem Feld schlagen oder mit welcher beschissenen Taktik sie offenbar auf´s Feld geschickt wurden...
Mir fehlt da jegliches Verständnis, wenn ich sehe, daß wir bei einem Unentschieden bei gegnerischen Freistößen, Ecken etc. ALLE Spieler weit in die eigene Hälfte zurückziehen. Da steht dann der vorderste Stürmer 30 m vor dem eigenen Tor. So eine beschissene Destruktivtaktik gehört bestraft. Welche Vorgabe bekommen die Spieler denn vom Trainer ? So lange wir nicht zurückliegen, ist alles in Butter ????

Eine Spielerbewertung verkneife ich mir.
Piecke war o.k.. Jakobsen gefällt offensiv besser als Hertzsch und Antar war der einzige, der mal ansatzweise versuchte, Fußball zu spielen.
Der Rest ? => Decken wir den Mantel des Schweigens drüber.....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1:

TORE  
1:0 Stefan Effenberg (51.)
1:1 Roda Antar (71.)
2:1 Hans Sarpei (83.)
 
GELBE KARTEN  
VfL Wolfsburg:
Miroslav Karhan (65.) 
Martin Petrov (70.) 
Stefan Schnoor (74.) 

Hamburger SV:
Tomas Ujfalusi (50.)
Bernardo Romeo (52.)
Marek Heinz (81.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Dr. Franz-Xaver Wack  
ZUSCHAUER :  17,546 
DATUM :  11.09.02   20:00 Uhr 

AUFSTELLUNG 
VfL Wolfsburg: Claus Reitmaier, Stefan Schnoor, Maik Franz, Charles Akonnor, Kim Madsen, Stefan Effenberg, Roy Präger, Tobias Rau, Miroslav Karhan, Diego Fernando Klimowicz, Martin Petrov

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Michael Baur, Lars Jacobsen, Tomas Ujfalusi, Nico Jan Hoogma, Raphael Wicky, Marek Heinz, Jörg Albertz, Roda Antar, Bernd Hollerbach, Bernardo Romeo
 
WECHSEL 
VfL Wolfsburg:
Marino Biliskov für Kim Madsen (51.)
Robson Ponte für Roy Präger (67.)
Hans Sarpei für Miroslav Karhan (75.)

Hamburger SV
Kim Christensen für Raphael Wicky (64.)
Cristian Raul Ledesma für Bernd Hollerbach (64.)
Collin Benjamin für Roda Antar (84.)
 

Fakten:
Prägers Serie hält
Zum elften Mal gab es in der Bundesliga das Nordderby zwischen Wolfsburg und dem HSV. Immer dabei: Roy Präger (sechsmal mit dem HSV, nunmehr zum fünften Mal mit dem VfL), dessen bemerkenswerte Serie hielt – noch nie verlor der 30-Jährige mit seinem Team eines dieser Derbys. 

Endlich wieder VfL-Sieg im Nordderby
Nach zuvor sechs sieglosen Spielen gegen den HSV gewann Wolfsburg erstmals seit März 1999 wieder das Nordderby. 

Verpatzter HSV-Start
Erst zum dritten Mal in der Bundesliga-Geschichte verlor der HSV drei der ersten vier Saisonspiele. Zuletzt war dies den Hamburgern vor zwölf Jahren passiert. 

100. Gegentor zuhause
Roda Antars Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 war das 100. Bundesliga-Gegentor Wolfsburgs im eigenen Stadion. 

Schlaglichter:
Überforderter Debütant
Lars Jacobsen gab in Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt für den HSV. Der Däne bekam dabei jedoch seine Grenzen aufgezeigt und zog gegen den agilen Petrov meistens den Kürzeren. Insgesamt gewann Jacobsen nur 30 Prozent seiner Zweikämpfe, die schwächste Quote auf dem Platz. 

Erschreckend schwacher HSV
Nach ausgeglichener Anfangsviertelstunde (4:4 Torschüsse) folgte ein Spiel auf ein Tor: 12:1 Torschüsse zugunsten der Wolfsburger lautete die Bilanz in den 30 Minuten bis zur Halbzeitpause. Beim HSV ging im Spiel nach vorne nichts mehr, besonders erschreckend die Fehlpassquote der Hanseaten (41 Prozent). Nach dem Seitenwechsel änderte sich nur wenig. Hamburg wachte erst nach dem Rückstand auf und kam aus heiterem Himmel zum Ausgleich, am Ende war Wolfsburgs Sieg aufgrund des überlegen geführten Spiels (26:14 Torschüsse und 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe) jedoch hoch verdient. 

Tordebüt für Sarpei
Hans Sarpei sprühte nach seiner Einwechslung in der 75. Minute nur so vor Tatendrang. Der Ghanaer verlor keinen einzigen Zweikampf und krönte seine Leistung durch sein erstes Bundesligator, mit dem er sein Team zum Sieg schoss. 

Verkehrte Welt
Hamburgs Sturm war in Wolfsburg ein laues Lüftchen. Die Angreifer Romeo und Heinz brachten es zusammen auf lediglich einen Torschuss (Heinz). Allerdings hingen die beiden Stürmer auch weitgehend in der Luft, da aus dem Mittelfeld kaum brauchbare Bälle kamen: Albertz lieferte nur eine Torschussvorlage, Antar gar keine. So ergab sich das konträre Bild, dass die zwei Angreifer die Torschüsse vorbereiteten (zusammen sieben) und die beiden offensiven Mittelfeldspieler abschlossen (zusammen achtmal). Verkehrte Welt. 

"Effe" wieder "Cheffe"
Zu Beginn der Partie der Partie lief das Spiel noch etwas an Stefan Effenberg vorbei, doch mit zunehmender Spieldauer wurde der Ex-Bayer immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt in den Offensivaktionen seines Teams. Effenberg lieferte die meisten Torschussvorlagen aller Spieler (sieben) und übernahm beim Strafstoß Verantwortung, die mit seinem ersten Tor für den VfL belohnt wurde. Auch beim zweiten Treffer war der Tiger beteiligt, als er Petrovs Pass für Sarpei passieren ließ. 

Petrov nie auszuschalten
Martin Petrov war der gefährlichste Angreifer auf dem Platz und von den Hamburgern zu keiner Zeit der Partie zu kontrollieren. Der Linksaußen des VfL spielte mit dem Bundesliga-Debütanten Jacobsen Katz und Maus und war mit 69 Prozent gewonnenen Duellen der zweikampfstärkste Spieler seines Teams. Zudem standen für den Bulgaren am Ende der Partie 14 Torschussvorlagen zu Buche – Einstellung des Saisonrekords von Markus Münch. 
 

Effenberg etabliert sich als Chef – Hamburger SV enttäuschend  
Mit einem gelungenen und erfolgreichen Heimdebüt hat Stefan Effenberg alle Zweifler an seiner Chefrolle beim VfL Wolfsburg eines Besseren belehrt. Beim 2:1 (0:0)-Erfolg über den Hamburger SV überzeugte der "Tiger" nicht nur kämpferisch, sondern hielt im Mittelfeld auch alle Fäden in der Hand. Und wie es sich für einen Führungsspieler gehört, war er an den entscheidenden Situationen auch direkt beteiligt. Dennoch lehnte er persönliches Lob hinterher ab: "Das war ein Verdienst der ganzen Mannschaft".  

Richtig, denn die ganze Mannschaft lieferte ein absolut überzeugendes Spiel ab. Einziges Manko bei 26 Torschüssen: Die mangelnde Chancenverwertung. So blieb es Effenberg vorbehalten, den umstrittenen Foulelfmeter (Tomas Ujfalusi an Diego Klimowicz) in der 51. Minute souverän zu seinem 69. Bundesliga-Tor zu verwandeln. Chefsache eben.

Beim ausgelassenen Jubel danach konnte man die Erleichterung förmlich spüren, die Effenberg empfand. "Hauptsache, der Ball ist drin", urteilte der Ex-Nationalspieler hinterher. Mit der Führung im Rücken ließen sich die Wolfsburger auch vom zwischenzeitlichen 1:1 durch Roda Antar (71.) nicht mehr aus der Bahn werfen.

Effenberg, Wolf und die Siegermentalität
Und wieder war es der "Tiger", der nach Petrovs Pass mit einer geschickten Täuschung den Weg zu Hans Sarpeis Siegtreffer (83.) ebnete. "Das ist die Mentalität, die man hier auch sehen will in so einer Situation, dass die Mannschaft immer auf Sieg spielt".

Worte, die sein Trainer gerne gehört haben dürfte. "Effenberg muss die Siegermentalität bei uns einführen", hatte Wolfgang Wolf schon vor der Partie gefordert. Und dürfte mit der Umsetzung seines "Leitwolfs" sehr zufrieden gewesen sein. So sparte Wolf auch nicht mit Lob.

Akzeptanz bei Fans und Mannschaft
"Effenberg fügt sich einhundertprozentig ein, hilft den jungen Spielern. Das gefällt mir sehr gut", so der VfL-Coach. Und auch die Akzeptanz in der Mannschaft scheint schon vorhanden zu sein. "Effenberg hat nicht umsonst in seiner Karriere so viel gewonnen", fasste Stefan Schnoor den Respekt in Worte.

Und wer sich so gut und problemlos einfügt, erntet auch Anerkennung von den Rängen. Die 17.500 Zuschauer bejubelten fast jeden Ballkontakt des "Tigers". "Das war in Mönchengladbach so und hier jetzt auch", stellte "Effe" fest. Und in München? Man konnte die flapsige Bemerkung auf Effenbergs Lippen fast schon greifen – aber er verkniff sie sich. Erfolgreichen Menschen fällt eben vieles leichter.

Welches Spiel sah Kurt Jara?
Schwer in die Gänge kommen dagegen die Hamburger. Drei Niederlagen aus vier Spielen – das hat der HSV vorher erst zweimal in seiner Bundesliga-Geschichte erlebt, zuletzt vor 12 Jahren. "Der Elfmeter war unberechtigt. Bis dahin hatten wir das Spiel im Griff", zog Kurt Jara dennoch ein überraschend positives Fazit.

Wir haben danach nicht aufgesteckt und verdient den Ausgleich erzielt", so der HSV-Coach weiter. Zugegeben, der Elfmeter war fragwürdig. Aber von einem guten Spiel seiner Mannschaft oder einer unglücklichen Niederlage konnte nun wirklich keine Rede sein. Und so passte sich der Österreicher in seiner Beurteilung dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft nahtlos an.

Topspieler: Stefan Effenberg (VfL Wolfsburg)
Bei seinem Heimdebüt schwang sich der "Tiger" erstmals zum klaren Chef im Wolfsburger Mittelfeld auf. Zu sieben Torschüssen gab "Effe" die Vorlage - niemand auf dem Platz hatte in dieser Kategorie mehr zu bieten. Und der Ex-Bayer suchte auch selbst dreimal den Abschluss. Mit 76 hatte er zudem die zweitmeisten Ballkontakte auf dem Platz und führte alle Standardsituationen der "Wölfe" aus. Und auch die Zweikampfbilanz war eines Chefs würdig. Starke 62 Prozent seiner Zweikämfe gewann Effenberg.  

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)

Kommentar:
Der VfL gewann absolut verdient, weil die Mannschaft über weite Strecken den gößeren Siegeswillen an den Tag legte. 26:14 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 52 Prozent Ballbesitz untermauern das. Nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig - eigentlich hätten die Wolfsburger höher gewinnen müssen. Für die Leistung des HSV kann es nur ein Wort geben - enttäuschend. Mut- und ideenlos präsentierten sich die Hanseaten lange Zeit. Erst nach dem 1:0 wachte die Mannschaft von Kurt Jara auf - zuwenig, will man am Ende der Saison ins europäische Geschäft kommen.
Christof Greiner  

Taktik:
VfL Wolfsburg:
Reitmaier im Tor, davor eine Dreierkette mit Madsen, Schnoor und Franz (von links). Auch im Mittelfeld eine Dreierkette mit Rau, Akonnor und Karhan (von links). Davor Effenberg in einer zentalen Rolle. Im Angriff wirbelten die ständig rochierenden Petrov und Präger auf den Außen, Klimowicz agierte als Mittelstürmer.

Hamburger SV:
Pieckenhagen im Tor hinter einer Dreierkette mit Hoogma, Baur und Ujfalusi (von links). Eine defensive Dreierkette davor im Mittelfeld mit Hollerbach, Wicky und Jacobsen (von links). Davor die offensiveren Albertz und Antar hinter den beiden Spitzen Romeo und Heinz.  
 
Wolfgang Wolf (Trainer VfL Wolfsburg):
"Unsere Zuschauer haben ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. Die Spieler sind marschiert und haben toll kombiniert, leider hat in der ersten Halbzeit das erlösende Tor gefehlt. Wir wussten, dass das ins Auge gehen kann und haben nach unserem 1:0 ja auch prompt den Ausgleich kassiert. Allerdings war das die einzige Chance des HSV und deshalb bin ich froh, dass wir das Spiel zum Schluss für uns entscheiden konnten."    
 

Kurt Jara (Trainer Hamburger SV):
"Beim Elfmeter weiß ich nicht, was der Schiedsrichter gesehen haben will. So verliert man ein Spiel, das man eigentlich bis dahin im Griff hatte. Wir haben in der ersten Halbzeit nur zweimal nicht gut ausgesehen und sonst kompakt gestanden. Nach dem Gegentor hat die Mannschaft nicht aufgesteckt und verdient den Ausgleich erzielt. Leider haben wir ein dummes Tor zum 1:2 kassiert."  


 
kicker:
Chancenverhältnis: 6:3 
Eckenverhältnis: 5:5 
Schiedsrichter: Wack, Dr. (Biberbach), Note 4,5 - entschied zu Unrecht auf Elfmeter, wirkte zudem in einigen Szenen unsicher 
Zuschauer: 17546 
Gelbe Karten: Karhan, Petrov, Schnoor - Ujfalusi, Romeo, Heinz 
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels:  
Karhan - Der Wolfsburger Kapitän stand nicht nur sicher in der Defensive, sondern setzte auch immer wieder Akzente in der Offensive. 

Analyse 
  
Nach der 0:1-Pleite beim Aufsteiger Bielefeld stellte Wolfsburgs Coach Wolfgang Wolf auf drei Positionen um: Rau ersetzte Weiser, der wegen Adduktorenproblemen ausfiel, Präger verdrängte den leicht angeschlagenen Ponte und Franz stand für Rytter in der Anfangsformation. Im Brennpunkt war der Neuzugang und Regisseur Effenberg, der seine Heimpremiere feierte.

Gegenüber der 0:3-Niederlage gegen Bayern München entschied HSV-Trainer Kurt Jara zwei Akteure in seiner Elf auszuwechseln: Mit Jacobsen, der sein Bundesligadebüt gab, und Antar setzte der Coach auf die Jugend. Meijer und Hertzsch mussten weichen.

Die beiden Teams ließen das Nord-Derby langsam angehen, wobei der VfL die besseren Ansätze zeigte. Vor allem Präger wirkte gegen seinen Ex-Club sehr agil und motiviert, er rochierte mit Petrov auf den beiden Außenbahnen. Nach zehn Minuten kamen die „Wölfe“ immer besser in Fahrt. Sie steigerten das Tempo, setzten Akzente im Offensivbereich. Karhan, der oft aus der Tiefe kam, setzte die Dreier-Sturmreihe in Szene. Durch Präger (10.) und Klimowicz (14.) erspielten sich die Hausherren gute Möglichkeiten in der Anfangsphase. Der HSV ließ sich immer mehr hinten reindrängen, fand kein Rezept, die Außen Präger und Petrov, der von Minute zu Minute stärker wurde, zu bändigen. Einzig Hoogma hatte seinen Gegenspieler Klimowicz gut unter Kontrolle. Zwingende Chancen ergaben sich für die Schützlinge von Trainer Wolf nicht. Ein Grund hierfür war Effenberg, dem kaum eine Aktion gelang, er wirkte wie ein Fremdkörper.

Nach einer guten halben Stunde wollte es der VfL wissen und steigerte den Druck nochmals. Der HSV stand tief in der eigenen Hälfte und vergab die wenigen sich bietenden Chancen kläglich. Eine Reihe guter Chancen hingegen hatten die „Wölfe“: Karhan (34.), Schnoor (35.) und Effenberg (36.) scheiterten jedoch.

Zur Halbzeit stand es 0:0. Den Wolfsburgern fehlte die Durchschlagskraft, sie schafften es nicht sich hundertprozentige Möglichkeiten herauszuspielen. Bei der Jara-Elf waren Ujfalusi, Hoogma und Pieckenhagen die einzigen, die Normalform zeigten, der Rest des Teams präsentierte sich äußerst schwach.

Von Beginn an des zweiten Durchgangs machten Effenberg & Co das Spiel, doch im Vergleich zum ersten kam der Spielmacher wesentlich besser ins Spiel und übernahm Verantwortung. In der 51. Minute wurden die Angriffsbemühungen endlich belohnt: Petrov spielte einen langen Ball auf Klimowicz, der im Duell mit Ujfalusi zu Fall kam. Schiedsrichter Dr. Wack zeigte auf den Punkt. Den zweifelhaften Elfmeter verwandelte Effenberg mit einem Gewaltschuss in die Tormitte. Die „Wölfe“ blieben dran, kontrollierten weiter das Spielgeschehen, gingen zielstrebiger zu Werke. Petrov spielte immer stärker auf, fast jeder Angriff lief über den Bulgaren. In der 53. Minute probierte er es selbst, in der 54. Minute bediente er Klimowicz, doch beide Male vergebens.

Wie aus dem Nichts erzielte der HSV in der 74. Minute den Ausgleich: Romeo passte von der rechten Außenbahn in die Mitte auf den völlig freistehenden Antar. Der Libanese ließ sich die Chance nicht entgehen und traf aus 14 Metern ins Schwarze. Der VfL war frustriert, blieb aber weiter in der Offensive konzentriert. Ponte (73.) und Petrov (77.) fanden in Pieckenhagen ihren Meister. Zwischenzeitlich hätten die Hamburger sogar die Führung erzielen können, doch einen Albertz-Pass vor das Tor von Reitmaier verpassten Christensen und Romeo. Die Überlegenheit der „Wölfe“ wurde aber doch noch belohnt: Petrov spielte auf Effenberg, der für Sarpei durchließ. Der eingewechselte Ghanaer (kam für den starken Karhan) schloss kaltschnäuzig aus sieben Metern ab. So brachte die Wolf-Elf den Vorsprung über die Zeit und sicherte sich auf Grund der Dominanz über die gesamte Spielzeit verdient den Dreier im Nord-Derby. 

Schlusspfiff 
 
89     Albertz hämmert aus zwölf Meter drauf. Reitmeier hat das kurze Eck abgesichert. 
 
83     2:1! Der alte Abstand ist wieder hergestellt. Petrov spielte einen Ball vor das Tor von Pieckenhagen. Effenberg ließ für Sarpei durch, der aus sieben Metern kaltschnäuzig verwandelte. 
 
78     Bei einem Konter passt Albertz von der linken Seite quer, doch Christensen und Romeo verpassen. 
 
77     Erneut Petrov. Diesmal versucht er es von der rechten Seite, doch wieder steht Pieckenhagen goldrichtig. 
 
73     Ponte kommt aus 16 Metern zum Schuss. Den Schlenzer kann Pieckenhagen klären. 
 
71     1:1! Der Ausgleich. Romeo passt von der rechten Seite auf Antar, der völlig frei aus zentraler Position zum Schuss kommt. Das Pfund aus 14 Metern kann Reitmeier nur noch in die Maschen ablenken. 
 
63     Klimowicz und Petrov im Zusammenspiel. Der Bulgare spielt vor Pieckenhagen hoch auf Spanier, doch der bekommt hinter seinen Kopfball keinen richtigen Druck, so dass die Chance erneut vergeben ist. 
 
54     Aus der zweiten Reihe versucht es Petrov mit einem Schlenzer, doch das Leder ist zu ungenau plaziert. 
 
53     Effenberg schickt Präger auf die Reise. Der Ex-Hamburger zieht aus 15 Metern ab, aber Pieckenhagen lenkt den Ball über die Latte. 
 
51     1:0! Jubel für den VfL. Petrov spielt einen langen Ball auf Klimowicz, der an Ujfalusi hängen bliebt und hinfällt. Schiri Wack entschiedet auf Elfmeter. Den umstrittenen Strafstoß verwandelt Effenberg sicher. 
 
46     Wicky mit einem Weitschuss aus 25 Metern. Das Leder fliegt knapp am Winkel vorbei. 
 
 Anpfiff 2. Halbzeit 
 
 Halbzeit 
 
38     Karhan legt für Effenberg auf, der aus 15 Metern schießt. Wieder ist es Ujfalusi, der den Ball abblockt. 
 
35     Eine Ecke von Petrov köpft Schnoor in der Rückwärtsbewegung aufs Tor. Auch dieser Versuch verfehlt sein Ziel. 
 
34     Karhan spielt einen Doppelpass mit Klimowicz. Der Slowake hat schießt auf zentraler Position, doch im letzten Moment wirft sich Ujfalusi in den Schuss. Den Abpraller nimmt Akonnor volley, doch der Ball wird abgefälscht. 
 
33     Einen Karhan-Einwurf köpft Effenberg aus acht Metern aufs Tor, doch Pieckenhagen hat aufgepasst. 
 
27     Romeo passt auf Antar, der aus spitzem Winkel zum Schuss kommt. Das Leder geht knapp am langen Pfosten vorbei. 
 
23     Bei einem Konter über Petrov hat Karhan eine gute Schussposition, doch Hollerbach stellt sich in den Weg. 
 
19     Ein 25-Meter-Flachschuss von Petrov geht knapp am rechten Torpfosten vorbei. 
 
14     Petrov flankt von links auf Klimowicz, der aus einer guten Position auf den HSV-Keeper Pieckenhagen köpft. 
 
12     Die erste gute Möglichkeit für den HSV. Eine Wicky-Ecke köpft Hoogma aus sieben Metern auf das lange Eck. Der Ball fliegt jedoch drüber. 
 
10     Petrov legt per Hackentrick für Präger auf, der es aus 18 Metern versucht. Der Flachschuss des Ex-Hamburgers hat Pieckenhagen sicher. 
 
5     Gute Aktion des Bundesligadebütanten Jacobsen. Seine Flanke von der rechten Seite können Meijer und Heinz nicht verwerten, da sie sich gegenseitig behindern. 
 
2     Karhan mit dem ersten Freiatoß des Spiels. Der 20-Meter Schuss des Slowaken bleibt in der Mauer hängen. 
 
 Anpfiff 


 
dpa meldet: Effenberg feiert Heimdebüt mit Tor und Sieg über HSV:
Stefan Effenberg hat sein Heimdebüt beim VfL Wolfsburg mit einem Tor und einem 2:1 (0:0)-Sieg gegen den HSV gefeiert. Der Mittelfeldstar brachte die «Wölfe» mit einem Elfmetertor (51.) in Führung. Hans Sarpei (83.) ließ die VfL-Fans vor 17 546 Zuschauern nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Roda Antar (71.) endgültig jubeln und stürzte die Hamburger in eine Krise. 
Effenberg fiel Sarpei vor Freude um den Hals. Die spielerisch überlegenen Gastgeber vergaben zahlreiche Möglichkeiten zu einer frühen Entscheidung. Der HSV musste seine Formation kurzfristig ändern. Abwehrspieler Ingo Hertzsch blieb wegen einer Magen-Darm-Grippe zu Hause; der gerade nach halbjähriger Verletzungspause genesene Flügelspieler Mehdi Mahdavikia zog sich im Abschlusstraining eine Innenbandzerrung zu und musste seinen Platz an den Libanesen Roda Antar abtreten. Allein die Umstellungen waren für die harmlose Spielweise der Gäste aber nicht verantwortlich.
Der VfL war die wesentlich agilere Mannschaft, überbrückte das Mittelfeld in wenigen Zügen, konnte aber die Tormöglichkeiten nicht nutzen. Effenberg konnte seinem Ruf als geniale Schaltzentrale im Mittelfeld noch nicht gerecht werden. Der Ex-Bayer spielte eher zurückhaltend und hatte mit seinen langen Pässen nicht immer Glück. Beim Elfmeter, den HSV-Abwehrspieler Tomas Ujfalusi an Diego Klimowicz verwirkte, leistete er allerdings Maßarbeit.
Der wieselflinke Roy Präger sprühte gegen seinen Ex-Verein HSV vor Ehrgeiz und sorgte mehrfach für Aufregung im Strafraum der Hamburger. Mit einem Distanzschuss aus 20 Metern scheiterte der Blondschopf an Martin Pieckenhagen (10.), drei Minuten später fand Diego Klimowicz in Pieckenhagen seinen Meister. Karhan (22.), Akonnor (34.) und Schnoor per Kopf (35.) vergaben weitere Möglichkeiten.
Auf der Gegenseite war für den HSV zumeist am Strafraum der Wolfsburger Endstation. Bernardo Rome setzte einen Kopfball neben das Gehäuse (12.), Antar schon in der 27. Minute den Ball zwar am herausstürzenden VfL-Torwart Claus Reitmaier, aber auch am linken Pfosten vorbei.
Wolfburg machte auch in der zweiten Halbzeit ständig Druck, konnte sich aber lange nicht entscheidend durchsetzen. Antar gelang zwar der Ausgleich für den HSV, aber Sarpei machte für den VfL doch noch alles klar.