Bundesliga 2002/2003, 12. Spieltag, Samstag, 09.11.02 in der Hamburger AOL Arena bei . 6 Grad C und teilweise Regen.

Hamburger SV - TSV 1860 München 1:0 (1:0)

Tatsächlich haben wir schon wieder ein Heimspiel gewonnen und somit nun 16 Punkte. Dieser Sieg ist nach dem ersten Auswärtspunkt letzte Woche in Dortmund sehr wichtig. Da nun ein nicht unbedingt übermächtiger Auswärtsgegner mit Nürnberg kommt und danach ein Heimspiel gegen Cottbus besteht zumindest die Chance, mal eine Serie mit ungeschlagenen Spielen zu starten.

Rein nach Torchancen dürfte 1860 wohl vorne gelegen haben, aber spielerisch habe ich nicht sehr viel von Ihnen gesehen. So richtig 100%ige hatte 1860 allerdings auch nicht. Die besten Chancen der 60er leitete mal wieder der HSV ein. In der 1. Halbzeit gelang uns fast ein Eigentor (ich glaube durch Ujfalusi) und in der 2. Halbzeit patzte Hoogma und ermöglichte den 60ern Ihre beste Chance.

Damit fällt mir jetzt auch schon fast nicht mehr viel zum Spiel ein. Der HSV hatte zwar einige vielversprechende Szenen, aber richtig gute Chancen wurden zu selten daraus. Trotzdem empfinde ich den Sieg durchaus als gerechtfertigt. Der HSV war feldüberlegen und auch offensiver ausgerichtet. 1860.

Interessant war auf HSV-Seite zumindest die Aufstellung. Ich hätte Herrn Jara gar nicht zugetraut, daß er tatsächlich Rodolfo Cardoso von Anfang an bringt. Er tat dies aber und ließ ihn sogar durchspielen. Außerdem spielte sehr zu meiner Freunde auch Mehdi Mahdavikia wieder und belebte das Offensivspiel des HSV spürbar. Wir könnten offensiv wirklich noch wesentlich besser werden, wenn dann ab nächster Woche auch Barbarez wieder einsatzbereit ist (nach dem Verlust seines Vaters). Hoffentlich hält Cardosos Knie. Dann könnte man tatsächlich wieder etwas Hoffnung schöpfen. 

Jedenfalls war ich heute zufrieden, denn es ist schon schön, daß wir zu Hause doch offenbar wieder eine Festung sind. Umso schöner wäre es, wenn man jetzt auswärts auch zum zweiten Mal hintereinander punktet.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: fehlerlos. Bekam allerdings auch nur sehr wenige Schüsse aufs Tor: Note 3

Fukal: wird immer sicherer auf der rechten Abwehrseite: Note 3

Hoogma: er ist eben einfach zu langsam. Das führt in der HSV-Abwehr zu oft zu Problemen. Heute kam dann einmal sogar eine ungewohnte Unsicherheit am Ball dazu, die dem Gegner fast zum Ausgleich verholfen hätte: Note 4

Ujfalusi: Es nervt mich zwar, daß er außen den Gegner nie richtig beim Flanken stört, aber ansonsten war er heute sattelfest: Note 3

Hollerbach: der gefiel mir lange nicht so gut wie heute. Hollerbach fand ich heute richtig stark. Gut in der Defensive und auch offensiv bemüht: Note 2

Ledesma: Teilweise hatte ich das Gefühl, daß er auch ruhig mal grätschen könnte, um den Ball noch zu erreichen. Ansonsten merkt man ihm aber an, daß er an Sicherheit gewinnt und somit ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft werden kann: Note 3+

Maltritz: ich denke, daß er wohl der schlechteste Spieler der HSV heute war. Allerdings war er trotzdem nicht richtig schlecht oder mit verheerenden Fehlern, sondern er „stört“ einfach das Offensivspiel, weil der Ball von ihm meist nicht nach vorne sondern nach hinten gespielt wird: Note 4

Cardoso: tolle Rückkehr in die Bundesliga, nachdem er bereits in der Woche im Pokal erstmals wieder spielte. Er weiß eben fast immer, was im jeweiligen Moment das richtige ist und ist sehr ballsicher. Das ganze Team spielt einfach anders (besser!), wenn seine ordnende Hand dabei ist. Man kann nur beten, daß sein Knie jetzt mal ein bißchen durchhält und er ein bißchen durchhält: Note 2

Mahdavikia: Eine sehr gute Belebung des offensivspiels, weil man ihn in Gassen spielen kann und er eben auch mal in der Lage ist, ein Dribbling zu gewinnen. Auch bei ihm kann man nur hoffen, daß er nicht wieder so schnell von Verletzungen zurückgeworfen wird: Note 2

Christensen: bemüht, aber teilweise fehlt ihm die Übersicht, den Ball mal rechtzeitig abzuspielen: Note 4

Romeo: Das Tor schien ihn wirklich zu beflügeln. War heute fiel unterwegs und konnte endlich auch wieder ein Tor für den HSV, für sich und sein Selbstbewußtsein erzilen: Note 2

Schiri Krug: war heute souverän. Das Spiel war aber auch fair und ich konnte mich gar nicht über ihn aufregen ;-)  Note 1

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

TORE  
1:0 Bernardo Romeo (29.)
 
GELBE KARTEN  
Hamburger SV:
TSV 1860 München:

SCHIEDSRICHTER :  Hellmut Krug  
ZUSCHAUER :  36,370 
DATUM :  09.11.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Milan Fukal, Tomas Ujfalusi, Marcel Maltritz, Bernd Hollerbach, Mehdi Mahdavikia, Cristian Raul Ledesma, Rodolfo Esteban Cardoso, Bernardo Romeo, Kim Christensen

TSV 1860 München: Simon Jentzsch, Marco Kurz, Tomas Votava, Rodrigo Costa, Remo Meyer, Uwe Ehlers, Markus Schroth, Torben Hoffmann, Thomas Häßler, Benjamin Lauth, Davor Suker
 
WECHSEL 
Hamburger SV:
Collin Benjamin für Cristian Raul Ledesma (67.)
Ingo Hertzsch für Kim Christensen (72.)

TSV 1860 München:
Michael Wiesinger für Marco Kurz (24.)
Paul Agostino für Uwe Ehlers (70.)
Markus Weissenberger für Remo Meyer (78.)
 

Überragender Cardoso führt HSV zum Sieg über 1860 München  

Mit einem starken Bundesliga-Comeback nach sechsmonatiger Verletzungspause hat Rodolfo Esteban Cardoso den Hamburger SV zu einem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den TSV 1860 München verholfen. "Das hat Spaß gemacht", sagte der Argentinier nach der Partie freudestrahlend. Kein Wunder, denn der 34-Jährige hat eine traumhafte Woche hinter sich. Vergangenen Samstag spielte er gegen die Amateure von Leverkusen erstmals in dieser Saison ein Pflichtspiel – und erzielte gleich das Siegtor. Unter der Woche durfte er im DFB-Pokal gegen Duisburg ran und bereitete das entscheidende 2:0 vor.  
 
Und nun sein Freistoß, mit dem er das "Goldene Tor" von Bernardo Romeo (29.) vorbereitete. "Bernardo weiß, wohin ich schieße, deshalb stand er da", sagte der Spielmacher.Ein perfekter Abschluss einer tollen Woche für Cardoso, den sie beim HSV sehnlichst wieder zurück erwartet hatten. "Wichtig ist erst einmal, dass mein Knie hält. Alles andere kommt dann von alleine", meinte Cardoso bescheiden.

Gerade einmal 17 Spiele konnte der Argentinier in den abgelaufenen beiden Spielzeiten bestreiten. Ein Knorpelschaden am mehrfach operierten Knie ist die Ursache dafür. Auch in dieser Spielzeit musste ein Comeback-Versuch nach der Sommerpause erst einmal auf Eis gelegt werden.

Jara lobt Cardoso
Aber der Kurzauftritt gegen Duisburg und die 90 Minuten gegen die "Löwen" zeigten eindrucksvoll: Einen Mann vom Kaliber Cardosos haben die Hamburgern im bisherigen Saisonverlauf schmerzlich vermisst. "Sein Pass vor dem 2:0 war genial", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer schon nach dem DFB-Pokal-Spiel gegen Duisburg.

"Er ist sehr wertvoll für die Mannschaft. Wir brauchen einen routinierten Spieler, der im richtigen Moment den Pass nach vorne spielen kann", meinte auch Kurt Jara zu Cardosos Potenzial. Der HSV-Trainer dürfte besonders erleichtert über Cardosos starke Leistung gewesen sein. Vergangene Woche der erste Auswärtspunkt beim Deutschen Meister, jetzt der fünfte Heimsieg der laufenden Saison – der zuletzt hart kritisierte Jara kann erst einmal durchschnaufen.

Pacult unterliegt Jara erneut
"Wir haben um den Sieg gekämpft, wir sind um den Sieg gelaufen. Deshalb haben wir ihn verdient", so der Österreicher. "Wichtig ist, dass wir wieder einen Heimsieg geschafft haben. Das ist die Basis für alles". Über die Genugtuung, seinen österreichischen Landsmann Peter Pacult im direkten Duell zum zweiten Mal geschlagen zu haben, verlor er kein Wort. "Dass wir beide Österreicher sind, ist doch in den 90 Minuten völlig egal", hatte Jara schon vor der Partie gesagt.

Ob es Pacult auch egal war, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass der Trainer von 1860 nach dem Spiel mit dem Schicksal haderte. "Meine Mannschaft hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen, nur die Chancenverwertung war schlecht", so Pacult. Nun ja. Aufmerksamen Beobachtern dürfte nicht entgangen sein, dass die "Löwen" im Spiel nach vorne die letzte Entschlossenheit vermissen ließen.

1860 noch nicht reif für ganz oben
Zwar waren durchaus Torchancen für 1860 vorhanden. Aber dass ausgerechnet der Hamburger Tomas Ujfalusi mit seinem Klärungsversuch an den eigenen Pfosten einem Torerfolg für die Gäste am nächsten kam, war symptomatisch. Der zuletzt so effektive Sturm mit Benjamin Lauth und Markus Schroth war größtenteils ein "laues Lüftchen".

Die Spitzenmannschaft, die manche in den "Löwen" nach den letzten Siegen und dem Sprung auf Platz drei bereits gesehen haben wollten, sind die Münchner noch lange nicht. Das erkannte auch Stürmer-Talent Lauth: "Um ganz vorne zu sein, hätten wir hier punkten müssen", so der 21-Jährige. So aber ist der Höhenflug der "Löwen" erst einmal gestoppt.

Fakten:
550. Hamburger Sieg 
Zum ersten Mal in dieser Saison blieb der HSV in zwei Bundesligaspielen in Folge ungeschlagen. Gleichzeitig gelang dem "Dino" der 550. Sieg in der Bundesliga. Der HSV kann sich weiter auf seine Heimstärke verlassen: Der HSV hat die vergangenen vie Heimspiele in Folge gewonnen. Insgesamt sind fünf Siege in sechs Heimspielen eine beeindruckende Bilanz. 

Chance vertan
Nach zuletzt drei Siegen in Folge gab es für die Löwen wieder eine Niederlage. Damit versäumten die "60er", sich ganz oben festzusetzen. In Hamburg war nicht unbedingt mehr zu erwarten: Die Löwen haben nur eins der vergangenen zehn Spiele gegen den HSV gewonnen. 

Erfolgsrezept: Hertzsch out
Zum ersten Mal in seiner Karriere musste "Super-Ingo" Hertzsch vier Spiele in Folge auf der Bank Platz nehmen. Der Stabilität der HSV-Defensive (drei Gegentreffer in den letzten vier Spielen) hat dies nicht geschadet – im Gegenteil. Endlich hat der HSV eine Stamm-Abwehr: Erstmals in dieser Saison startet der HSV drei Spiele in Folge mit der gleichen Abwehr (Vierer-Kette Fukal, Hoogma, Ujfalusi, Hollerbach). 

Kurz-Arbeiter
Für "Löwen"-Kapitän Marco Kurz war bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Spiel bereits vor der Pause zu Ende. Zweimal wurde er verletzt (in Stuttgart und Hamburg), einmal sah er Rot (gegen Schalke). 

Schlaglichter:
Die Hamburger kämpften sich frei 
Der TSV 1860 München bekam in der AOL-Arena zu spüren, wie stark der Hamburger SV vor eigenem Publikum spielt. Mit dem 1:0-Sieg gegen die "Löwen" holten die Hanseaten 15 der möglichen 18 Heimpunkte in der Liga. Die Hamburger hatten mehr Ballkontakte (52 Prozent), gaben mehr Torschüsse ab als die Gäste (15:10) und gewannen mehr Zweikämpfe (51 Prozent). Zudem musste Martin Pieckenhagen keinen Torschuss abwehren und hatte bei einem Pfostenschuss der Löwen das nötige Glück. 

Cardoso mit tollem Comeback
Rodolfo Esteban Cardoso, der sein letztes Bundesligaspiel zuvor am 4. Mai bestritt, zog im Hamburger Mittelfeld die Fäden wie in seinen besten Tagen. Erstmals seit dem 19. April (4:0-Heimsieg gegen Pauli) konnte er mit seinem Freistoß wieder ein Tor vorbereiten. Cardoso hatte die meisten Ballontakte aller Akteure und war zudem an acht der 15 HSV-Torschüsse beteiligt – ein tolles Comeback bei seinem ersten Saisoneinsatz. 

Turm Nummer Eins
Tomas Ujfalusi, der in den beiden vergangenen Pflichtspielen der Hamburger mit ein Garant für die zwei siegreichen Spiele in Folge ohne Gegentor war, machte auch in der Partie gegen die "Löwen" kurzen Prozess und ließ dem Supersturm der Sechziger mit Markus Schroth und Benjamin Lauth keine Chance. Der Innenverteidiger, der in der gesamten Partie ohne Foul auskam, gewann 83 Prozent seiner Zweikämpfe (beste Bilanz der Partie) und gewann alle seine fünf Duelle gegen Lauth. 

Turm Nummer Zwei
Milan Fukal, der auf seiner rechten Seite in der Hamburger Defensive ein sehr gutes Spiel machte, hatte nach Primus Tomas Ujfalusi die beste Zweikampfbilanz der Partie (68 Prozent gewonnen) und verlor keines seiner acht Kopfballduelle. Zudem fand der rechte Außenverteidiger immer wieder Zeit für die Offensive und hatte nach Rodolfo Esteban Cardoso und Bernd Hollerbach die meisten Ballkontakte der Partie (83). Gegen den Topscorer der "Löwen", Markus Schroth verlor der Tscheche nur eins der fünf direkten Duelle. Milan Fukal und Tomas Ujfalusi bewiesen, dass sie zu Recht in den Kader der tschechischen Nationalmannschaft berufen wurden. 

Kurt Jara (Trainer Hamburger SV):
"Ich bin sehr glücklich, dass wir wieder einen Heimsieg gelandet haben. Das ist die Basis für alles. Die Mannschaft hat taktisch sehr gut gespielt und die Räume eng gemacht. Wir haben bei dem Pfostenschuss der Sechziger natürlich Glück gehabt, aber am Ende haben wir uns den Sieg durch die kämpferische Leistung verdient."    

Peter Pacult (Trainer 1860 München):
"Ich kann meiner Mannschaft nur einen Vorwurf machen, dass sie ihre Chancen nicht genutzt hat. Es war eine sehr gute Leistung. Leider haben wir die Punkte in Hamburg gelassen. Wir haben alles versucht, leider haben wir einmal bei einer Standardsituation nicht aufgepasst."  

Topspieler: Rodolfo Esteban Cardoso (Hamburger SV)
Schöner kann man sein Comeback kaum gestalten. Mit der Freistoßvorlage zum einzigen Tor der Partie half Cardoso kräftig mit, dass die drei Punkte in Hamburg blieben. Bei seiner ersten Bundesliga-Partie seit Mai spielte er gleich 90 Minuten durch, schoss fünf Mal aufs Tor und legte zu drei Torschüssen auf. Dazu hatte er 91 Ballkontakte - ein sensationeller Wert für den Argentinier, der schon im Pokal gegen Duisburg ein Tor vorbereitete.  

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)

Kommentar:
Völlig verdient fährt der HSV im sechsten Heimspiel den fünften Sieg ein. Gegen biedere "Löwen" genügte dem HSV eine konzentrierte Defensiv-Leistung, um die drei Punkte einzufahren. Gegen das kompakte Mittelfeld konnten sich die "60er" nur selten in Szene setzen. Für ein Spitzenteam, das manche in den "Löwen" sehen, das sie aber längst noch nicht sind, war das schlicht und einfach zu wenig.
Christof Greiner  

Taktik:
Hamburger SV:
Pieckenhagen im Tor, davor eine Viererkette mit Hollerbach, Ujfalusi, Hoogma und Fukal (von links). Maltritz und Ledesma im defensiven Mittelfeld. Cardoso spielte zentral, Christensen (links) und Mahdavikia (rechts) kamen hinter der einzigen echte Spitze Romeo über die Außen.

1860 München:
Jentzsch im Tor, davor eine Viererkette mit Hoffmann, Costa, Votava und Ehlers (von links). Meyer und Kurz im defensiven, Suker und Häßler im offensiven Mittelfeld. Lauth und Schroth spielten im Angriff.  


 
kicker:
Spielbericht 
Der Hamburger SV spielte mit drei Änderungen im Vergleich zum 1:1 bei Borussia Dortmund. An Stelle von Benjamin und Rahn, beide auch im Pokal beim 2:0 gegen Duisburg noch aktiv, und Meijer spielten Mahdavikia, Christensen und Spielmacher Cardoso. 1860-Coach Pacult baute sein Team nach dem 3:1 gegen Bielefeld in der Vorwoche auf zwei Positionen um. Für den verletzten Cerny (Oberschenkelprobleme) kam Ehlers in die Mannschaft, zudem spielte Kurz wie beim 8:7-Elfmeterkrimi im DFB-Pokal gegen Wolfsburg, Borimirov musste auf die Bank. Für Weissenberger kam wie gegen Bielefeld Suker zum Einsatz.

Von Beginn an zeigten beide Teams Bemühungen im Offensivbereich. Mit gutem Laufspiel auch ohne Ball und schnellen Pässen entstanden einige brenzlige Situationen, die allerdings durch mangelndes Abschlussvermögen zunächst folgenlos blieben. Nach gut 15 Minuten hatten die Löwen zwei gute Gelegenheiten, in Führung zu gehen, als ein Ujfalusi-Abwehrversuch gegen Lauth und Schroth am eigenen Pfosten landete (14.). Kurz darauf verpassten Hoffmann und Schroth nach einer Hereingabe von Häßler die Führung nur knapp (18.). Nach der verletzungsbedingten Auswechselung von Marco Kurz (24.), für den Wiesinger kam, gelang es dem HSV mehr und mehr, die Begegnung zu kontrollieren, obgleich Chancen der Hanseaten Mangelware blieben. Etwas überraschend war dann auch die Führung für die Jara-Schützlinge (29.). Die Abwehrspieler der Löwen ließen Romeo ungehindert vor Jentzsch hochsteigen und die Freistoß-Hereingabe zur Führung einnicken. Bis zum Pausenpfiff von FIFA-Schiedsrichter Krug gelang es dem TSV 1860 München nicht, gegen die nun etwas defensiver orientierten Hamburger zu guten Gelegenheiten zu kommen. 

In der zweiten Halbzeit zeigten beide Mannschaften deutlich weniger Elan als noch in den ersten 45 Minuten. Der HSV konnte sich auf Defensivarbeit beschränken und hatte wegen der schwachen Löwen sogar mehr Offensivaktionen, auch wenn der letzte Zug im Abschluss fehlte. Gegen die gut gestaffelte und bewegliche Abwehr kamen die 60er nur bei individuellen Fehlern, wie von Hoogma in der 63. Minute, der Schroth den Ball unfreiwillig auflegte, zu seltenen Möglichkeiten. Erst in den Schlussminuten versuchten die Pacult-Schützlinge, die Hamburger stärker unter Druck zu setzen, aber auch diese Bemühungen blieben erfolglos, so dass die Hanseaten den zweiten Heimsieg binnen einer Woche nach dem Pokalerfolg gegen Zweitligist Duisburg feiern konnten. 

Der Hamburger SV gewann verdient, da man über die gesamte Spielzeit das wachere und engagiertere Team gewesen war. Während 1860 München nur in den ersten zwanzig Minuten gute Chancen erarbeitete und insbesondere in der zweiten Halbzeit kein Mittel gegen die gut stehende Defensive der Norddeutschen fand, wirkten diese auch nach der Führung in ihren offensiven Aktionen zielstrebiger, allerdings ohne glänzen zu konnen. 
 
Spielereignisse im Detail 
Schlusspfiff 
 
82     Der eben eingewechselte Weissenberger zieht eine Direktabnahme nach Zuspiel von Suker nur wenige Zentimeter über das rechte Toreck. 
 
80     Mahdavikia vergibt eine gute Chance zur Vorentscheidung aus etwa sieben Metern. 
 
76     Einen abgefälschten Distanzschuss von Hollerbach versucht Cardoso per Seitfallzieher im Tor unterzubringen, aber Jentzsch hält sicher. 
 
74     Der HSV wirkt recht souverän. Defensiv solide bleibt bei den Hanseaten auch noch Zeit für gelegentliche Offensivattacken, während 1860 keinerlei Mittel zu finden scheint, um zum Ausgleich zu gelangen. 
 
63     Hoogma mit einem schlimmen Faux-pas ermöglicht Schroth eine sehr gute Schussmöglichkeit, aber der scheint zu überrascht und verzieht deutlich. 
 
55     Meyer flankt in die Mitte zu Lauth, der sich gegen Hoogma durchsetzt und den Ball per Kopf nur knapp über die Querlatte setzt. 
 
53     Die Partie plätschert zu Beginn der zweiten Hälfte etwas dahin. Das Tempo ist langsamer geworden, die Löwen lassen bisher die letzte Konsequenz vermissen, um den Rückstand aufzuholen. 
 
 Anpfiff 2. Halbzeit 
 
 Halbzeit 
 
40     Die Hamburger ziehen sich nach dem Treffer etwas mehr zurück, bleiben aber mit Gegenstößen gefährlich, 1860 gelingt es noch nicht, zu zwingenden Aktionen vor Pieckenhagen zu kommen. 
 
29     1:0 für den HSV! Mit der ersten "richtigen" Chance beschert eine argentinische Co-Produktion durch Freistoß-Flanke von Cardoso, die Romeo ungehindert einnicken konnte, den Hanseaten die Führung. 
 
26     Mahdavikia prüft Jentzsch mit einem Freistoß aus gut 27 Metern. Der Keeper der Münchner pariert den nicht gut platzierten Ball allerdings per Faust sicher. 
 
24     Löwen-Trainer Peter Pacult muss Marco Kurz wegen einer Sprunggelenksverletzung für Michael Wiesinger auswechseln. 
 
18     Nach Freistoßhereingabe von Häßler von der rechten Seite verpassen Hoffmann und danach Schroth die Führung für die 60er, unbedrängt von HSV-Spielern, nur knapp. 
 
14     Dicke Chance für 1860! Lauth wird steil Richtung Tor von Pieckenhagen geschickt und will zum völlig frei stehenden Schroth passen. Doch Ujfalusi versucht zu retten, grätscht den Ball aber aus circa 15 Metern an den linken Pfosten. 
 
8     Beide Mannschaften starten durchaus selbstbewußt in die Partie. Durch schnelles Spiel in die Spitze entstehen bereits in den Anfangsminuten kleinere Torgelegenheiten. 
 
Anpfiff 


 
dpa meldet: 
HSV stoppt mit 1:0 Erfolgsserie der Löwen 
 
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV bleibt im eigenen Stadion eine Macht und hat mit einem 1:0 (1:0) den Angriff des TSV 1860 München auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestoppt. 

Bernardo Romeo mit seinem fünften Saisontor (29. Minute) sorgte für den fünften Heimerfolg der Hanseaten. Die enttäuschenden Münchner mussten dagegen nach drei Siegen nacheinander die erste Niederlage hinnehmen. «Wir haben um den Sieg gekämpft, wir sind um den Sieg gelaufen. Deshalb haben wir ihn verdient», sagte ein erleichterter HSV-Trainer Kurt Jara.

Der zuletzt unter Druck geratene Coach hat sich mit dem Arbeitssieg etwas Luft verschafft und zugleich das zweite Bundesliga- Duell mit seinem österreichischen Trainer-Kollegen Peter Pacult zu seinen Gunsten entschieden. Im Februar hatte es ein 2:1 des Jara- Teams über die Pacult-Elf gegeben. «Leider bleiben die Punkte wieder in Hamburg. Aber meine Mannschaft hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen, lediglich die Chancenverwertung war schlecht», erklärte der «Löwen»-Trainer.

Vor 36 370 Zuschauern in der AOL-Arena stellten die Münchner sein neues Selbstbewusstsein nur in der Anfangsphase zur Schau und brachte dabei die Gastgeber mit frechen Attacken in Bedrängnis. Dabei hinterließ die Hintermannschaft des HSV nicht den sichersten Eindruck. Die größte Chance der 60er inszenierte allerdings ein Hamburger. Einen Schuss von «Löwen»-Stürmer Benjamin Lauth lenkte Tomas Ujfalusi an den eigenen Pfosten (14.). Im Nachsetzen rettete Kapitän Nico-Jan Hoogma vor dem einschussbereiten Markus Schroth.

«Wichtig ist, dass wir wieder einen Heimsieg geschafft haben. Das ist die Basis für alles», meinte HSV-Trainer Kurt Jara. Den Hamburgern fehlten in Sergej Barbarez, der wegen eines Todesfalls in der Familie auf einen Einsatz verzichtete, sowie dem gesperrten Erik Meijer und dem verletzten Raphael Wicky drei wichtige Spieler. Dafür feierte Regisseur Rodolfo Esteban Cardoso nach monatelanger Verletzungspause sein Bundesliga-Comeback.

Der 34 Jahre alte Argentinier legte den Grundstein für den Erfolg. Einem Freistoß servierte er seinem Landsmann Romeo aus 35 Metern maßgerecht auf den Kopf, so dass dieser aus kurzer Distanz wenig Mühe hatte, zur Führung zu vollenden. Cardoso war zwar nicht der auffälligste Akteur auf dem regennassen Rasen, doch mit seiner Routine, dem Blick für die Nebenleute und seinen gefährlichen Pässen verlieh er dem HSV-Spiel die zuletzt vermisste Ordnung und Zielstrebigkeit.

Im Gegensatz zu Cardoso blieb der Münchner Spielmacher Thomas Häßler blass. Der 36-Jährige wusste lediglich bei Standards zu gefallen. Nach dem Führungstor gewann der HSV mehr Sicherheit und drückte dem Spiel seinen Stempel auf, ohne dabei zwingende Tormöglichkeiten herauszuspielen. Die besseren Chancen hatte gar bis zum Schluss die Gäste. Doch die ansonsten treffsicheren Schroth (47., 63.) und Lauth (53.) verfehlten das Tor.