Bundesliga 2002/2003, 13. Spieltag, Samstag, 16.11.02 im Nürnberger Frankenstadion. 

1. FC Nürnberg - Hamburger SV 1:3 (1:1)

Das heutige Spiel habe ich leider wieder nicht live im Stadion gesehen. Naja, was heißt "leider" ?

Jetzt habe ich 2 Auswärtsspiele nicht gesehen und beide Male haben wir nicht verloren. Vorher prasselte es nur Niederlagen, wenn ich dabei bin. Da kann ich jetzt ja guten Gewissens immer zu Hause bleiben.

Hoffentlich klappt das auch noch in Leverkusen. Danach werde ich in Rostock nochmal für eine Niederlage "sorgen"... ;-)

Der HSV spielte heute sehr konzentriert gegen eine allerdings wirklich schwache Nürnberger Elf. Die erste Viertelstunde habe ich zwar nicht gesehen, aber danach war der HSV deutlich tonangebend. DIe Führung zum 0:1 durch Barbarez durchaus verdient. Nürnberg spielte (für ein Heimspiel ungewöhnlich) gar nicht richtig nach vorn. Ins Spiel gebracht wurden sie nur, wenn es grobe HSV-Schnitzer gab. Die erste Nürnberger Chance gab es nach katastrophalem Fehlpaß von Maltritz und den Ausgleich nach Abspielfehler im Mittelfeld und anschließemden bescheuerten Foul von Ujfalusi.

Bis dahin war der HSV dominant. Doch die restlichen Minuten bis zur Pause brach der HSV dann doch ein wenig ein und kam ab von seiner Linie. Aber dank Nürnberger Abwehrfehler durch Sanneh und TW Kampa durfte Maltritz ein eigentlich unmögliches Tor zur erneuten Führung schießen. Leider zog sich der HSV dann wieder etwas zurück, was gegen diesen schwachen Gegner unnötig war. Doch durch einen Konter konnte frühzeitig das 1:3 erzielt werden und damit war das Spiel dann auch gelaufen.
Bei etwas mehr Umsicht (insbesondere durch Romeo) hätte man den Gegner sogar noch demütigen können durch weitere Tore. So überirdisch war der HSV nun allerdings auch nicht. 

Der erste Auswärtssieg der Saison ist nun endlich errungen. Besonders auffallen konnten dabei unsere offensiven SPieler Cardoso, Barbarez und Mahdavikia.
Cardoso leitete alle 3 Tore mit ein. Zwei mal durch öffnende Pässe und einmal direkt durch einen Freistoß. 
Man kann wirklich nur beten, daß sein Knie weiter durchhält. Ohne ihn wäre der HSV spielerisch sofort deutlich ärmer. Aber es kann ja auch nicht immer alles schief gehen.

Eine Spielerbewertung mag ich nach bloßen Fernsehbildern nur ungern vornehmen, da man dort ja die Laufwege etc. überhaupt nicht sieht. Besonders gut haben mir wie gesagt, Barbarez, Cardoso und Mahdavikia gefallen. Eigentlich waren alle ganz gut. Leichte Abstriche würde ich beim heute unsicher wirkenden Pieckenhagen und den Elfmeter-verschuldenden Ujfalusi machen. Am schlechtesten fand ich mit Abstand Maltritz, der mir regelrecht Angst machte, wenn er in Ballbesitz war. Aber durch sein vorentscheidendes Tor hat er natürlich auch eniges wieder gut gemacht.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
TORE  
0:1 Sergej Barbarez (26.)
1:1 Sasa Ciric (40.)
1:2 Marcel Maltritz (51.)
1:3 Bernardo Romeo (66.)
 
GELBE KARTEN  
1.FC Nürnberg: Lars Müller (51.) , David Jarolim (70.) 
Hamburger SV: Bernardo Romeo (85.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Jürgen Jansen  
ZUSCHAUER :  26,000 
DATUM :  16.11.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
1.FC Nürnberg: Darius Kampa, Milorad Popovic, Marek Nikl, Anthony Sanneh, Tomasz Kos, David Jarolim, Sasa Ciric, Dusan Petkovic, Tommy Svindal Larsen, Lars Müller, Martin Driller

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Nico Jan Hoogma, Milan Fukal, Tomas Ujfalusi, Marcel Maltritz, Raphael Wicky, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Bernd Hollerbach, Rodolfo Esteban Cardoso, Bernardo Romeo
 
WECHSEL 
1.FC Nürnberg:
Cacau für Martin Driller (55.)
Junior für Anthony Sanneh (70.)

Hamburger SV:
Collin Benjamin für Sergej Barbarez (75.)
Michael Baur für Nico Jan Hoogma (81.)
Kim Christensen für Rodolfo Esteban Cardoso (90.)
 

Nürnberg schlapp - HSV holt ersten Auswärtssieg  

"Der HSV ist wieder da!" Die etwa 2000 mitgereisten Hamburger Fans wollten nach dem 3:1-Auswärtssieg gegen den 1.FC Nürnberg das Frankenstadion gar nicht mehr verlassen. Verständlich, mussten die Schlachtenbummler doch neun Monate warten, um ihre Lieblinge in einem fremden Stadion endlich einmal wieder feiern zu können. Zuletzt durften die Hanseaten am 24. Februar diesen Jahres beim Derby in Bremen jubeln - 1:0 hieß es damals nach 90 Minuten. Der letzte nominelle Auswärtssieg war das 4:0 gegen St. Pauli im April - jedoch in der AOL-Arena.

Eigentlich hätten sich die HSV-Fans ja schon nach 26 Minuten aufs Feiern konzentrieren können. Da schloss Sergej Barbarez einen blitzsauberen Konter zur HSV-Führung ab. Und da der "Club" schon die letzten 24 Male einen 0:1-Rückstand nicht mehr umbiegen konnte, stand der Gewinner eigentlich nach nicht mal einer halben Stunde fest.

Erschwerend dazu kam die Tatsache, dass der 1.FCN die Heimspiele der vergangenen neun Monate in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd gewinnt und verliert. Und vor zwei Wochen gegen Gladbach siegreich war...

Lieblingsgegner Nürnberg
Spätestens jetzt dürfte der "Club" einer der Lieblingsgegner des HSV sein. Zum achten Mal schon hintereinander gingen die Hanseaten gegen die Franken nicht als Verlierer vom Platz.

Und die Treffer von Barbarez (26.), Marcel Maltritz (51.) und Romeo (66.) vor 26.000 Zuschauern bedeuteten die Tore 89, 90 und 91 gegen Nürnberg in Hamburgs Bundesliga-Geschichte. Gegen keinen anderen Verein der Liga jubeln die Spieler mit der Raute auf dem Trikot häufiger.

50. Liga-Tor von Barbarez
Genug der Statistik. Der Aufschwung des HSV ist natürlich ganz eng mit dem Namen Rodolfo Esteban Cardoso verbunden. Sechs Monate fehlte der 34-Jährige den Hamburgern wegen eines Knorpelschadens im Knie. Jetzt endlich zieht der Argentinier wieder die Fäden im Mittelfeld.

Doch auch die Rückkehr von Mehdi Mahdavikia, der zwei Tore vorbereitete, und Sergej Barbarez, der sein 50. Bundesligator erzielte, bringen dem HSV lange vermisste Spielkultur wieder.

Barbarez, dessen Vater Lubo vor wenigen Tagen verstorben war, konnte die Tränen nach dem 1:0 nicht zurück halten. "Ich hab mir vorgenommen, ihm heute ein Tor zu schenken. Und das Tor und alle, die ich je gemacht habe, widme ich meinem Vater."

Geschlossene Mannschaftsleistung
"Die Mannschaft hat meiner Meinung nach hervorragend gespielt und hat sich auch nach dem Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das war der Grundstein zum Erfolg", sagte HSV-Trainer Kurt Jara nach der Partie natürlich zufrieden und zugleich erleichtert.

In der Tat überzeugten die Hamburger über die gesamten 90 Minuten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Wohl auch mit ein Verdienst von Jara, der auswärts teilweise mit drei Stürmern und einer kompakten Vierer-Abwehrkette agieren ließ.

"Auge" ratlos
Völlig ratlos war dagegen Jaras Pendant auf Nürnberger Seite. "Manchmal frage ich mich, wann die Mannschaft das kapiert", antwortete Klaus Augenthaler auf die Frage, warum sich seine Elf schon zum achten Mal hatte auskontern lassen.

Aber mit einer Mannschaft, in der mit Ausnahme von Schlussmann Darius Kampa und Torschütze Sasa Ciric (40.) keiner Normalform erreichte, ist nun mal kein Bundesliga-Spiel zu gewinnen. Somit warten die Franken seit dem 5. März 1993 auf einen Heimsieg gegen Hamburg.

"Wir dürfen uns von der Tabellensituation nicht blenden lassen", meinte "Auge" zuvor warnend. Wie recht er doch damit hatte. Denn jetzt muss sich Nürnberg in der Tabelle - wie fast schon üblich - wieder nach unten orientieren.
 

Fakten:
Viele Nürnberger Niederlagen
Es war die siebte Saisonniederlage für den FCN nur Schlusslicht Cottbus verlor noch häufiger. 

Gesetz der Serie
In den letzten zwölf Nürnberger Heimspielen (seit Februar 2002) wechselten sich Sieg und Niederlage in schöner Regelmäßigkeit ab. Nun stehen sechs Siegen sechs Niederlagen gegenüber. 

Bann gebrochen
Nach zuletzt sechs Niederlagen und einem Remis in der Fremde feierte der HSV seinen ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten. Am 19. April hatte es zuletzt im Derby bei St. Pauli ein 4:0 gegeben. 

Miniserie für den HSV
Zum ersten Mal seit März blieb der HSV in drei Bundesligaspielen in Folge ungeschlagen. 

Schlaglichter:
Zweikampfstark und fair
Als einziger Nürnberger fand Marek Nikl gegen den HSV zu seiner Normalform oder sogar noch besser: Nikl hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz und die beste Zweikampfbilanz, wobei der Tscheche nur einen Zweikampf am Boden verlor und in 90 Minuten nicht einmal zum Foul greifen musste. Gegen Sergej Barbarez, auf den Nikl am häufigsten traf, gewann er sechs von sieben Duellen. Darüber hinaus kam Nikl noch zu gefährlichen Vorstößen und zwei Torschüssen. 

Der HSV braucht seinen Regisseur
Der lange verletzte Rodolfo Cardoso stellte seinen Wert für den HSV wieder unter Beweis. Bei seinen letzten vier Einsätzen (erst zwei davon in der laufenden Saison) war er jeweils an einem Hamburger Tor beteiligt (ein Tor, drei Torvorlagen). Vor einer Woche gegen 1860 leitete er das Siegtor ein, in Nürnberg schlug Cardoso den Freistoß, der zum 1:2 führte, und leitete mit präzisen Pässen auf Mahdavikia die beiden anderen Tore ein. Insgesamt bereitete der Argentinier die meisten Torschüsse aller Spieler vor. 

Sasa Ciric maximal
Sasa Ciric hat als einziger Bundesligaspieler mehr als die Hälfte der Tore seines Teams erzielt (neun von 16). In 26 Pflichtspielen 2002 hat der Mazedonier nun 23 Treffer markiert. Gegen den HSV konnte Ciric auch den vierten Elfmeter dieser Saison verwandeln. Ciric führt damit in der Bundesliga ganz klar (kein anderer hat mehr als zwei Elfertore). Und wieder traf er vor dem Wechsel: sieben seiner neun Treffer hat Ciric vor der Pause erzielt. 

Jarolim holt wieder Elfer heraus
Nürnberg hat außer Sasa Ciric noch einen Elfmeterspezialisten: David Jarolim. Der tritt die Strafstöße aber nicht selbst, sondern holt sie heraus. Jarolim hat ligaweit in dieser Saison die meisten Tore vorbereitet (sechs, wie Freier und Schroth) - die letzten drei dadurch, indem er einen Elfmeter herausholte, der verwandelt wurde. Insgesamt hat Jarolim in 42 Bundesligaspielen schon sieben Strafstöße herausgeholt: im Schnitt in jedem sechsten Spiel einen! 

Der Dribbelkönig bereitete zwei Tore vor
Mehdi Mahdavikia bereitete erstmals seit über zwei Jahren wieder zwei Tore in einem Spiel vor. Damit stellte der Iraner endlich auch einmal auswärts seine Gefährlichkeit unter Beweis, denn seine letzten sechs Torbeteiligungen verzeichnete er alle in der heimischen AOL-Arena: Erstmals seit Mai 2001 konnte Mahdavikia auswärts ein HSV-Tor einleiten. Insgesamt war der Schachzug von Kurt Jara, den dribbel- und auch zweikampfstarken Mann auf die Nürnberger Schwachstelle Popovic anzusetzen, eine goldrichtige Entscheidung. 
 
Trainer Klaus Augenthaler (1. FC Nürnberg):
"Wir hatten uns das Spiel ganz anders vorgestellt. Es ist genauso gekommen, wie ich vorher gewarnt hatte. Wir haben die erste Halbzeit geschlafen und zu pomadig gespielt. Einige Spieler waren indisponiert. Wenn drei, vier Totalausfälle dabei sind, ist es schwer, zu gewinnen."    

Trainer Kurt Jara (Hamburger SV):
"Ich glaube, dass jeder versteht, wie zufrieden und glücklich wir nach unserem ersten Auswärtssieg sind. Die Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt, wir haben Einsatz und Laufvermögen gezeigt. Wir hätten noch höher gewinnen können. Wir wollen aber auch nicht unverschämt sein. Die Mannschaft hat einer sehr gute Leistung gezeigt."  

Topspieler: Rodolfo Esteban Cardoso (Hamburger SV)
Cardoso is back! Nach dem überzeugenden Comeback letzte Woche überragte der Argentinier in Nürnberg alle. Leitete die Treffer eins und drei mit ein und bereitete den zweiten per Flanke vor. Insgesamt legte der 34-Jährige für fünf Torschüsse seiner Elf auf. Seit Cardoso im Mittelfeld des HSV wieder die Fäden zieht, legen die Hanseaten auch wieder so etwas wie Spielkultur an den Tag. Ein Hamburger SV ohne Cardoso ist einfach nur die Hälfte wert!  

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)
 
Kommentar:
Endlich der erste Auswärtssieg des HSV! Und das vollkommen verdient! Hamburg viel engagierter und von Trainer Kurt Jara erstaunlich offensiv ausgerichtet. Der Club dagegen enttäuschend. Viel zu pomadig. Abspielfehler en masse. Und das Schlimmste: Die Mannschaft stemmt sich nicht gegen die drohende Niederlage. Ein Wort noch zu den Nürnberger Fans: Zugegeben, Anthony Sanneh erwischte einen schwarzen Tag und war auch am zweiten Gegentreffer nicht schuldlos. Den eigenen Mann im eigenen Stadion jedoch gnadenlos auszupfeifen, hat mit Unterstützung nichts zu tun.
Stefan Rommel  
 
Taktik:
1.FC Nürnberg
Der Club mit dem gewohnten 4-4-2-System. Der sichere Kampa im Tor. Davor in der Vierer-Abwehr Nikl, Kos, Petkovic und Popovic. Im defensiven Mittelfeld Larsen zentral, Müller über links und Sanneh rechts. Etwas offensiver orieniert Jarolim. Im Sturm vertraute Trainer Augenthaler auf Ciric und Driller.

Hamburger SV
Der HSV bemerkenswert offensiv mit 4-2-3-1. Pieckenhagen im Kasten. In der Abwehrkette Hollerbach, Hoogma, Ujfalusi und Fukal (von links nach rechts). Wicky und Maltritz im zentralen defensiven Mittelfeld. Mahdavikia (rechts) und Barbarez (links) stießen immer wieder in die Spitze vor. Cardoso als Spielmacher. Romeo in vorderster Front.  


 
kicker:
Spielbericht 
  
1:0 siegten die Nürnberger vergangene Woche in Bielefeld - Club-Coach Klaus Augenthaler sah keinen Grund, seine erfolgreiche Formation zu ändern und schickte dieselbe Anfangself aufs Feld. Ebenfalls 1:0 konnte der HSV gegen 1860 gewinnen. Trainer Kurt Jara änderte seine Mannschaft auf zwei Positionen, brachte den nach Fußproblemen wieder genesenen Wicky für den angeschlagenen Ledesma sowie Barbarez für Christensen.

Verhaltener Beginn beider Teams im Frankenstadion. Der Club zwar mit mehr Ballbesitz, aber nur gefällig bis zum gegnerischen Strafraum. Der HSV zog sich weit in die eigene Hälfte zurück, machte die Räume eng und lauerte auf Konter.

Nach einer knappen Viertelstunde wagte sich die Jara-Elf weiter nach vorne. Zwei gefährliche Distanzschüsse von Fukal (13.) und Maltritz (15.) bedeuteten erste Gefahr fürs Club-Tor. Auf der Gegenseite Doppel-Prüfung für Pieckenhagen. Der Keeper klärte zunächst mit Faustparade gegen Cirics Schuss aus 22 Metern und zeigte sich auch bei Drillers Nachschuss aus 13 Metern auf der Hut (23.).

Wenig später gingen die abgeklärt auftretenden Norddeutschen dann in Führung. Cardoso schickte Mahdavikia mit einem guten Pass rechts auf die Reise. Der kleine Iraner verlor allein vor Kampa aus halbrechter Position zwar die Eins-zu-Eins-Situation gegen den Torhüter, der abwehren konnte. Der abprallende Ball aber kam zu Barbarez, der aus elf Metern flach eiskalt ins linke untere Eck vollstreckte (26.).

Die Maßnahme von Coach Kurt Jara, mit Cardoso, Mahdavikia und Barbarez im Offensivbereich auf spielstarke und ballsichere Akteure zu setzen, schien sich auszuzahlen. Denn der HSV hatte nach der Führung die Partie sicher im Griff, diktierte gegen die zu passiv agierenden Cluberer das Tempo nach Belieben. Die Nürnberger waren sichtlich geschockt vom Rückstand, gelungene Kombinationen der Franken eine Seltenheit. Eine Ausnahme bildete da das Zusammenspiel zwischen Nikl und Driller. Der Abwehrakteur prüfte Pieckenhagen mit einem Flachschuss aus 15 Metern (34.). 

Es folgte die bis dato beste Phase des Spiels. Im Gegenzug rettete Kos in höchster Not vor Barbarez, wieder zwei Minuten später strich ein Fernschuss Petkovics knapp über den Kasten.

Sieben Minuten vor dem Wechsel die stärkste Szene des bis dahin glücklosen Jarolim, der von Ujfalusi im Strafraum nur durch ein Foulspiel gebremst werden konnte. Ciric trat zum fälligen Elfmeter an, verwandelte mit Glück - doch Schiedsrichter Jansen ließ wiederholen, weil Driller zu früh in den Sechzehnmeterraum gestartet war. Erneut trat der Mazedonier an, traf diesmal bombensicher mit Saisontor Nummer neun zum glücklichen Ausgleich (39.).

Nach dem Wechsel hatten die Franken die erste Chance. Ciric setzte halbrechts Jarolim ein, der auf den Sechzehner zulief. Der Tscheche flankte an den linken Pfosten, wo Hoogma in letzter Sekunde vor Driller rettete, dabei fast ein Eigentor fabrizierte (50.).

Ein individueller Fehler brachte dann die Hamburger im Gegenzug wieder in Front. Cardoso zog eine Freistoßflanke ans linke Fünfereck. Sanneh unterlief den Ball, Maltritz ließ Kampa aus fünf Metern keine Chance (51.).

Im weiteren Spielverlauf die Franken zwar im Vorwärtsgang, aber allzu harmlos plätscherten die Angriffsbemühungen der Augenthaler-Elf dahin. Konstruktiver und gefährlicher wirkten die Gäste aus dem hohen Norden, die sich nun aufs Konterspiel verlegten - mit gutem Erfolg: Cardoso setzte auf der Außenbahn Mahdavikia ein, dessen Hereingabe von der rechten Seite köpfte Romeo unhaltbar für Kampa aus sechs Metern ins Netz (66.).

Mit dem Mute der Verzweiflung, aber ohne spielerische Mittel rannten die Franken gegen die sicher stehende Defensive des HSV an. Die ließ bis zum Ende nichts mehr anbrennen, wurde gegen den schwachen Angriff des Club aber auch wenig gefordert. Kampa verhinderte gegen HSV-Konter in der Schlussphase eine höhere Niederlage seiner Farben.

Verdienter Sieg des HSV gegen schwache Nürnberger. Die reifer wirkenden Hamburger zeigten eine souveräne Abwehrleistung, konstruktives Konterspiel und kamen zum ersten Auswärtssieg in dieser Spielzeit.
 

Spielereignisse im Detail 
Schlusspfiff 
 
90     Romeo steht nach Fehler von Petkovic allein vor Kampa. Der Argentinier scheitert am gut reagierenden Club-Keeper. 
 
85     Wieder ist es Petkovic, der Pieckenhagen mit einem Freistoß aus 20 Metern auf den Plan ruft. Der Torhüter klärt mit guter Parade. 
 
79     Auf der anderen Seite versucht es Petkovic. Sein Nachschuss nach einem Abpraller von der Abwehrmauer geht zwei Meter übers Tor. 
 
77     Cardosos Freistoß aus 25 Metern streicht zwei Meter rechts am Kasten vorbei. 
 
69     Kos prüft Pieckenhagen mit einem Fernschuss aus 25 Metern. Der Keeper faustet die Kugel ins Feld zurück. 
 
66     Der Club wird ausgekontert. Cardoso auf Mahdavikia, der von der rechten Außenbahn flankt. Romeo siegt im Zweikampf gegen Nikl, köpft zum dritten Hamburger Treffer ein. 
 
65     Konter der Hamburger. Barbarez scheitert aus halblinker Position aus dreizehn Metern an Kampa. 
 
63     Nürnberg nun im Vorwärtsgang, aber im Angriff ohne Durchschlagskraft. 
 
57     Jarolim auf Müller, der sofort flankt. Seine Hereingabe fliegt an Freund und Feind vorbei durch den Fünfmeterraum ins Aus. 
 
51     Erneute Führung des HSV. Cardoso zieht aus halbrechter Position eine Flanke ans linke Fünfereck. Sanneh unterläuft den Ball, Maltritz trifft mit rechts ins linke Eck. 
 
50     Ciric auf Jarolim, der halbrechts allein auf den Strafraum zustrebt. Der Spielmacher des Club flankt, Hoogma rettet vor Driller. 
 
 Anpfiff 2. Halbzeit 
 
 Halbzeit 
 
45     Kampa lässt den Kopfstoß Ujfalusis aus elf Metern abklatschen, muss im Nachfassen gegen Romeo Kopf und Kragen riskieren. 
 
40     Der Ausgleich für die Franken. Jarolim wird im Strafraum von Ujfalusi gefoult. Ciric tritt zum Elfer an, verwandelt mit Glück. Doch Schiri Jan lässt wiederholen - Ciric tritt erneut an, verwandelt diesmal bombensicher. 
 
36     Petkovics Fernschuss geht knapp drüber. 
 
34     Driller legt im Strafraum auf Nikl auf, dessen Schuss aus 15 Meter aber zu schwach. Im Gegenzug Majdavikia halbrechts allein gegen Kampa. Er überflankt den Keeper, Kos klärt im letzten Moment gegen Barbarez. 
 
32     Die Hamburger haben die Partie fest im Griff. Der Club sichtlich geschockt vom Gegentreffer findet kein Mittel gegen die HSV-Defensive. 
 
26     Die Führung für den HSV! Cardoso schickt Mahdavikia rechts auf die Reise, der scheitert zunächst an Kampa. Den abprallenden Ball nimmt Barbarez auf und schiebt ihn mit rechts aus zehn Meter links unten ein. 
 
23     Größte Möglichkeit der Partie für den Club. Zuerst faustet Pieckenhagen einen 22-Meter-Schuss von Ciric ins Feld zurück, dann scheitert Driller im Nachschuss aus 15 Metern am Hamburger Keeper. 
 
15     Erneut ist ein Fernschuss, der für Gefahr vor dem Club-Tor sorgt. Maltritz schießt aus 22 Metern zwei Meter links am Pfosten vorbei. 
 
13     Die Norddeutschen tauchen am gegnerischen Sechzehner auf. Fukals Knaller aus 18 Metern verfehlt das Ziel um fünf Meter. 
 
11     Nürnberg tut sich schwer gegen die kompakt stehende HSV-Abwehr. Die Hamburger lauern auf Konter... 
 
7     Erste gute Flanke in den Strafraum des HSV. Nikl sucht Ciric, doch Hoogma passt auf, gewinnt das Kopfballduell und klärt. 
 
3     Der Club erweist sich in den Anfangsminuten als das aktivere Team, ohne sich Chancen erspielen zu können. 
 
 Anpfiff 


 
dpa meldet: 
HSV mit 1. Auswärtssieg: 3:1 beim 1. FC Nürnberg

Nürnberg (dpa) - Angeführt von einem überragenden Rodolfo Cardoso hat der Hamburger SV seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und durch ein 3:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg den ersten Auswärtssieg der Saison erzielt. Sergej Barbarez (26. Minute), Marcel Maltritz (51.) und Bernardo Romeo (66.) trafen für die Hanseaten. 

Sasa Ciric (40.) hatte vor 26 000 Zuschauern im Frankenstadion per Foulelfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich für den FCN erzielt. Während der HSV durch seinen sechsten Saison-Erfolg die Position im Mittelfeld der Liga festigte, verpasste der «Club» nach zuletzt drei Spielen ohne Niederlage den Sprung in die obere Hälfte der Tabelle.

«Es kann sich jeder vorstellen, wie glücklich wir über diesen Erfolg sind. Jetzt haben wir eine gute Plattform und können uns nach oben orientieren», sagte HSV-Trainer Kurt Jara. Nur die Verletzung von Nico-Jan Hoogma trübte die Freude. Der Holländer musste mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden. Erbost reagierte Nürnbergs Trainer Klaus Augenthaler auf die Leistung seiner Mannschaft. «Ich habe vor dem HSV gewarnt. Mit drei bis vier Totalausfällen ist es aber schwer, in der Bundesliga zu gewinnen», sagte der Coach.

Augenthaler vertraute der Mannschaft, die in Bielefeld den zweiten Auswärtssieg geschafft hatte. Jara ersetzte Cristian Ledesma (Pferdekuss) durch Raphael Wicky. Zudem rückte Babarez als zweite Spitze neben Romeo in den Angriff. Trotzdem waren die Hanseaten zunächst defensiv ausgerichtet. Der «Club» tat sich lange mit dem Spielaufbau schwer. Martin Driller (23.) hatte die erste Chance, als HSV-Torwart Martin Pieckenhagen einen Schuss von Ciric nicht festhalten konnte. Kurz darauf gingen die Gäste etwas überraschend in Führung. Cardoso spielte einen Traumpass auf Mehdia Mehdavikia. Während der Iraner noch an Nürnbergs Schlussmann Darius Kampa scheiterte, war Barbarez im Nachschuss mit seinem zweiten Saisontreffer zur Stelle.

Die Führung gab den Hamburgern Sicherheit. Besonders Cardoso und Barbarez sorgten für ein ansehnliches Spiel. Nach einem herrlichen Anspiel von Ciric konnte Tomas Ujfalusi Club-Spielmacher David Jarolim im Strafraum allerdings nur mit einem Foul stoppen. Ciric ließ sich in seinem 50. Bundesliga-Spiel die Chance zu seinem neunten Saisontor nicht nehmen.

Die Hamburger starteten schwungvoller in die zweite Halbzeit und gingen durch Maltritz erneut in Führung. Der 24-Jährige kam nach einem Cardoso-Freistoß und einem Stellungsfehler des völlig indisponierten Anthony Sanneh zum ersten Bundesliga-Tor seiner Karriere. Als die Nürnberger ihre Offensivbemühungen verstärkten, nutzten der HSV geschickt die Räume. Erneut leitete Cardoso mit einem feinen Anspiel einen Angriff ein, den Romeo nach einer Flanke von Mahdavikia zum Endstand nutzte.