| Bundesliga 2002/2003, 15. Spieltag, Samstag,
30.11.02 in der Leverkusener BayArena
TSV Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 2:3 (2:1) Das Spiel habe ich nicht live im Stadion gesehen, sondern nur auf premiere. Naja, sonst hätten wir ja auch verloren... ;-) Ach, das war schon ein mehr als unerwartet schöner Nachmittag. Ich war den ganzen vormittag schon müde und nach dem mittäglichen Einkaufen war ich so quengelig, daß ich schon überlegte, mich ins Bett zu legen, anstatt zum Freund zu fahren, um premiere zu gucken. ABer das ging natürlich nicht. Aber zumindest fuhr ich so spät los, daß ich die ersten 12 Minuten verpaßte. So schalteten wir den Fernseher ein und sahen bereits ein 1:1 auf dem Schirm stehen. Nach "Befragung" des Videotextes stellten wir fest, daß der HSV in Führung gegangen war (nach ran-Studium kann ich lächelnd sagen -durch einen kapitalen Bock von Butt- ) und dann den Ausgleich kassiert hatte. Da dachte ich sofort, daß ich dann gar nicht so unglücklich bin, daß ich das nicht gesehen habe. Beim 1:0 für den HSV wären sofort wieder Hoffnungen gekeimt, die beim 1:1 wieder erschüttert worden wären. Und was ich weiter von der ersten Halbzeit sah, war eigentlich niederschmetternd. Der HSV stellte sich nur hinten rein und Leverkusen hatte Chance auf Chance. Es grenzte schon fast an ein Wunder, daß Leverkusen nur eine 2:1-Führung zur Halbzeit herausgespielt hatte. Ein 3:1 oder 4:1 wäre durchaus möglich gewesen. Und so stellte auch Zoltan Sebescen im Halbzeit-Interview fest, daß
man wohl noch das dritte und vierte Tor schießen werde und dann vielleicht
noch mehr.
Aber es sollte in der zweiten Halbzeit ganz anders kommen.
Jedenfalls belebten die Einwechslung des wesentlich zweikampfstärkeren Wicky und auch Benjamin das Spiel. Leverkusen war zwar weiterhin in meinen Augen feldüberlegen, aber sie spielten sich praktisch keine Chance mehr heraus. Ich nörgelte zwar andauern vor mich hin, weil ich denke, daß der HSV viel zu spät angriff, aber - wie gesagt - die Leverkusener kamen kaum noch zu Chancen. Ich glaube, daß Pieckenhagen in der 2. Halbzeit nur noch einen Schuss direkt aufs Tor bekam. Der HSV hingegen konterte etliche Male geschickt und konnte 2 der vielen
guten Chancen zum 3:2-Sieg nutzen. Es wären durchaus noch mehr Tore
drin gewesen, aber da war meist der letzte Pass schlecht. Eine noch höhere
Führung wäre aber wohl auch vermessen gewesen, wenn man an die
drückende Überlegenheit Leverkusens in Halbzeit 1 denkt.
Für mich war es nach der 1. Halbzeit ein vollkommen unerwarteter Erfolg. Und während sich einer meiner HSV-Freunde wieder darüber ärgerte, daß man den Sieg gegen Cottbus in der Vorwoche so leichtfertig vergab, freute ich mich mehr über den heutigen Sieg. Als wir uns dann die Tabelle ansahen, stellten wir fest, daß wir jetzt 4. sein könnten und ich mußte so bei mir denken: Dafür, daß wir m.E. absolut keinen tollen Fußball spielen in den letzten Wochen, sind wir schon ganz schön weit oben. Wenn wir jetzt noch Pokal und LIga-Spiel gegen Bochum gewinnen, bin ich schon sehr glücklich. Weshalb ich nichts zum letzten Spiel des Jahres in Rostock sage? =>
Dort will ich hinfahren. Und ich habe bisher eine grausame Bilanz diese
Saison. Ich habe alle Auswärtsniederlagen gesehen und seitdem ich
nicht mehr auswärts fahre, haben wir kein Auswärtsspiel verloren....
Eine Spielerbewertung schreibe ich nicht gern, wenn ich das Spiel nicht im Stadion gesehen habe. Piecke war sehr gut. Ansonsten gefielen mir Wicky in der 2. Halbzeit sehr gut. |
Mailt mir
auch Euren Kommentar.
Ich pinne
ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch
einstmals bewegte.
| Sport1:
TORE
AUFSTELLUNG
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Milan Fukal, Tomas
Ujfalusi, Marcel Maltritz, Stephan Kling, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez,
Cristian Raul Ledesma, Rodolfo Esteban Cardoso, Bernardo Romeo
Hamburger SV
Bernardo Romeo besiegelt Bayer-Krise mit "Doppel-Pack"
Zur Pause noch 2:1 vorne
Lucio muss operiert werden
"Wir haben im Augenblick die Seuche"
Romeo mit Doppelpack
Bayer Fans gingen auf die Barrikaden
Fakten:
Der Lauf hält an
Lang war es her
Mahdavikia mit Auge
Schlaglichter:
Ein typischer „Pelu“
Tragischer Dimitar
Starker Balitsch
Topspieler: Bernardo Romeo (Hamburger SV)
Spielwertung: 3 Bälle (von 4) Kommentar:
Taktik
Hamburger SV:
|
| kicker:
Spielbericht
Nach nicht einmal 180 Sekunden traute Toppmöller seinen Augen nicht: Gerade hatte sein Torhüter Jörg Butt versucht, einen langen Ball von Barbarez auf Romeo abzulaufen und zu diesem Zwecke seinen Strafraum verlassen. Das einzige aber, was er erwischte, war das Bein von Lucio, der Weg war frei für Romeo. Ohne Mühe versenkte der Argentinier den Ball zur frühen Führung im Bayer-Gehäuse. Doch Toppmöllers Mannen antworteten prompt, einen Ballverlust des reichlich indisponiert wirkenden Ledesma nutzte Balitsch nach präzisem Zuspiel von Schneider nur acht Minuten später ebenso platziert zum Ausgleich. Wiederum nur elf Minuten später war es Bastürk, der sich aus rund 20 Metern ein Herz fasste, seinem Linksschuss gab Hertzsch´ Fußspitze den entscheidenden Drall. Pieckenhagen im HSV-Tor war kein Vorwurf zu machen, im Gegenteil: Mit Glanzparaden gegen Lucio und drei Mal Berbatov bewahrte er die Norddeutschen vor einem noch höheren Rückstand. Der HSV musste sich zu dieser Phase den Vorwurf gefallen lassen, nach der frühen Führung nicht entschlossen genug nachgesetzt und so Kapital aus der anfänglichen Leverkusener Verunsicherung geschlagen zu haben. Die eigene Abwehr präsentierte sich nur selten sattelfest, vor allem Schneider freute sich über die ihm gewährten Freiräume, die er immer wieder zu sehenswerten Zuspielen nutzte. Angesichts der teils schwachen Darbietungen in den ersten 45 Minuten brachte Jara mit dem Seitenwechsel folgerichtig zwei neue Leute: Wicky sollte an Stelle Ledesmas die Kreise Schneiders einengen, Benjamin ersetzte den blass gebliebenen Cardoso. Die Umstrukturierungen sollten sich schnell auszahlen. Nach einer Hereingabe von Kling verpasste zwar zunächst Barbarez, doch der am langen Pfosten lauernde Romeo bugsierte das Leder mit feiner Technik über die Linie. Es war das zweite Tor des Argentiniers an diesem Nachmittag, bereits das dritte Mal in der laufenden Saison, dass ihm ein solches Kunststück gelang. Leverkusen dagegen schien den zuvor an den Tag gelegten Schwung in der Kabine vergessen zu haben, auch Schneider konnte sich nicht mehr wie noch im ersten Durchgang in Szene setzen. Der Bruch im Spiel des Nationalspielers war gleichbedeutend mit dem Ende aller Offensivbemühungen der Gastgeber, die sich rein darauf beschränkten, das Unentschieden zu verwalten. Toppmöller versuchte, dieser Entwicklung mit der Einwechslung zweier frischer Offensivkräfte entgegenzuwirken. Bierofka und Brdaric kamen für die entkräfteten Bastürk und Berbatov. Das Tor jedoch fiel auf der Gegenseite. Und erneut war es Butt, der seinem Ex-Verein tatkräftig zur Seite stand: Statt Zivkovic eine Mahdavikia-Flanke in Ruhe wegschlagen zu lassen, behinderte er seinen Kollegen derart einschneidend, dass es Barbarez ein Leichtes war, den Ball zum 3:2 im Bayer-Kasten unterzubringen. Als der Schlusspfiff ertönte, glich Toppmöllers Miene wieder der 87 Minuten zuvor gezeigten. Manager Rainer Calmund hatte da schon lange seinen Tribünenplatz verlassen. Sollte es im Umfeld der BayArena noch immer Personen geben, die ernsthaft
glauben, der Abstiegskampf fände ohne Bayer statt, sollten sie diese
Gedanken schleunigst beiseite schieben. Gewinnt Hannover morgen Abend gegen
Schalke, trennt Bayer nur noch ein Punkt von einem Abstiegsrang. Der HSV
triumphiert in einer im Vorfeld als „richtungsweisend“ hochstilisierten
Partie mit 3:2 und hält damit Anschluss an die internationalen Ränge.
Spielereignisse im Detail
|
| dpa meldet: Herber Rückschlag für Leverkusen: 2:3 für
HSV
Von Andreas Schirmer, dpa Leverkusen (dpa) - Bayer 04 Leverkusen hat in der Fußball- Bundesliga einen weiteren Rückschlag erlitten. Mit 2:3 (2:1) unterlag der deutsche Vizemeister vor 22 500 Zuschauern dem Hamburger SV und musste die vierte Heimpleite der Saison hinnehmen. Für den HSV trafen Bernardo Romeo (3./52. Minute) und Sergej Barbarez (76.), während für die Leverkusener Hanno Balitsch (11.) und Yildiray Bastürk (22.) die Tore erzielten. Die Hanseaten blieben auch im fünften Spiel hintereinander ungeschlagen. «Wir haben damit einen Schritt nach vorne gemachte», freute sich HSV-Coach Kurt Jara. Als «absolut bitter und enttäuschend» bezeichnete Bayer-Trainer Klaus Toppmöller dagegen die erneute Niederlage. Drei Tage nach dem Champions League-Spiel gegen den FC Barcelona (1:2) begann die Partie für Bayer mit einem Schock. Nach 180 Sekunden erzielte Romeo völlig unerwartet das 1:0 für die Gäste und nutzte dabei einen Fehler von Bayer-Torwart Jörg Butt, der herausgeeilt war, aber nicht konsequent dazwischen ging. Doch der Vizemeister fing sich schnell und konnte bereits in der elften Minute durch Balitsch den Ausgleich schaffen. Für ihn war es der erste Treffer im Leverkusener Dress. Danach waren bis zur Halbzeitpause nur noch die kämpferisch und spielerisch überzeugenden Gastgeber, die ohne die Verteidiger Zoltan Sebescen, Diego Placente und Juan antreten mussten, am Zuge. Die druckvolle Offensive wurde in der 22. Minute auch ein zweites Mal belohnt, als Bastürk das verdiente 2:1 erzielte. Fünf Minuten später hätten Lucio - der verletzt ausgewechselt wurde und wohl für Wochen ausfällt - und Dimitar Berbatow sogar den Vorsprung ausbauen können, doch HSV-Keeper Martin Pieckenhagen parierte beide Kopfbälle glänzend. «Wir hätten das 3:1 machen müssen, dann wäre es anders gelaufen», meinte Toppmöller. Der in Bestbesetzung angetretene HSV konnte in den ersten 45 Minuten, abgesehen vom Führungstor, kaum Akzente setzen. Eklatant waren die Schwächen in der hanseatischen Abwehr, die sich in einem Eckenverhältnis von 11:0 für Bayer widerspiegelten. Die Bayer- Herrlichkeit verblasste allerdings einmal mehr nach dem Seitenwechsel. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff nutzte Romeo mit seinem zweiten Treffer eine Abwehrschwäche der Bayer-Elf zum Ausgleich. Obwohl die Leverkusener alles daran setzten, um doch noch den Erfolg zu erzwingen, nutzten wiederum die Gäste eine Konterchance durch Barbarez (76.) zum Siegtreffer. |