Bundesliga 2002/2003, 17. Spieltag, Samstag, 14.12.02 im Rostocker Ostseestadion bei saukalten ca. - 5 Grad C.

FC Hansa Rostock - Hamburger SV 0:0 (0:0)

Hauptmerkmal des heutigen Spiels war: bittere Kälte. Mir sind die Finger jetzt (um 18:07 Uhr) auch  noch so klamm, daß das Tippen etwas seltsam ist.

Das Spiel war leider auch kaum dazu angetan, daß es einem innerlich zumindest warm werden sollte. Dabei will ich auch nicht zu sehr meckern. Defensiv haben wir eine sehr ansprechende Leistung gebracht und erst zum Ende des Spiels dem Gegner zumindest mal ein paar ansatzweise Chancen ermöglicht.

Offensiv war es bei uns allerdings auch total mau. Da ging fast gar nichts. Grund war wohl in erster Linie das Fehlen von Barbarez (und meinetwegen auch Romeo). Es fehlte uns fast jede Gefahr vorne. Und leider konnte sich der zuletzt starke Mahdavikia auch fast nie entscheidend durchsetzen.

Als Barbarez-Ersatz wurde heute Kitzbichler aufgestellt, der allerdings auf den linken Flügel ging. Im sog. „Klein-Klein“ war er ganz gut, aber ansonsten konnte er sich praktisch nie durchsetzen. 
Und die Krönung der Ungefährlichkeit war im Sturmzentrum mit Kim Christensen aufgestellt. So sehr ich mich auch über die unendlich scheinenden Stockfehler von ihm aufgeregt habe, so hat mich auch eines „gefreut“: Nun haben alle Kim mal zwei Spiele zuschauen können und ich denke mal, daß jetzt kaum noch einer fordern wird, daß er unbedingt spielen muß. Ich glaube (auch wenn das hart klingt), daß wir kaum einen ungefährlicheren Stürmer haben. Ich denke, man sollte Kim verkaufen oder zumindest verleihen, damit er bei einem anderen Verein Erfahrungen sammeln kann.

In der kurzen Zeit, die Marek Heinz am Ende für Christensen spielte, gefiel mir Marek zumindest schon mal deutlich besser als Kim vorher. Ich will mich nicht auf ihn einschießen, aber er verlor nun wirklich fast jeden Ball; auch wenn er immer sehr bemüht und laufbereit war.

Tja, jetzt könnte ich fast schon aufhören mit meinem Bericht, denn es gab nun wirklich sehr wenig zu berichten. Ein total langweiliges und ödes Spiel im Grunde genommen. Den Bericht auf ran wird man nur mit Mühe und Not auf 2 Minuten bringen können. 

Vom HSV fällt mir genau eine richtige Torchance ein. In der 1. Halbzeit schoß glaube ich Benjamin einmal auf Rostocks Kasten, doch Schober parierte. Hätte er den Ball abprallen lassen, wäre es wohl ein Tor geworden, denn Cardoso lauerte schon.

Und von Rostock fällt mir auch nur eine richtige Chance ein. Ein Schuß gegen Ende der 2. Halbzeit, der allerdings neben das Tor ging.

Ansonsten gab es nur zu berichten, daß es kurz vor Schluß den Anschein hatte, als hätte der HSV einen Handelfemeter bekommen können. Das Fernsehen wird diese Frage hoffentlich klären können, wobei uns das dann ja auch nicht mehr weiter bringt.

Nun fällt mir wirklich nichts mehr ein......

Außer.... ach doch, das ist ja noch etwas ganz Wichtiges: Mein „Fluch“ ist gebrochen. Ich habe nun erstmals ein Auswärtsspiel dieser Saison gesehen, in dem der HSV nicht als Verlierer vom Platz gegangen ist.
Das ist doch schon mal was!
Man hatte mir auch schon angedroht, mich ansonsten zu steinigen....

Ich wünsche ein schönes Weihnachtsfest. Vielleicht kann ich mich ja noch zu einem Halbjahres-Aus/Rückblick hinreißen lassen. Ich habe ja nur noch eine Woche Arbeit und dann 3 Wochen Urlaub ;-)

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: hatte nun wirklich gar nichts zu tun. Ich kann mich an keinen Torschuß der Rostocker erinnern. Da konnte er also kaum etwas gut oder falsch machen: Note 3

Hertzsch: die Verteidigung stand wie gesagt sattelfest. Note 3

Ujfalusi: Im Zweikampf noch etwas stärker als Ingo. Note 2

Fukal: Da er auch zu Verteidigung gehört, würde ich ihm eigentlich nichts schlechteres als ne 3 geben, aber er hat heute offensiv auch keine Impulse gesetzt (wobei das gegen den Gegner wirklich möglich gewesen wäre: Note 4

Hollerbach: Eigentlich ähnlich wie Fuki, aber zumindest sah er im Zweikampf besser aus: Note 3

Maltritz: der gefiel mir ausnahmsweise ganz gut. Defensiv stark, aber offensiv sollte man ihm nie den Ball geben: Note 3

Benjamin: war zumindest etwas um Offensivspiel bemüht, aber konnte auch keine Linie reinbringen: Note 4+

Cardoso: konnte ebenfalls nichts bewirken. Keine brauchbaren Anspiele: Note 4

Mahdavikia: wie oben schon gesagt, konnte er sich heute nie entscheidend durchsetzen: Note 4

Kitzbichler: bemüht, aber glück- und erfolglos. Und er hätte links auch mehr in die freien Räume die Linie runter gehen müssen: Note 4

Christensen: Wenn er nicht läuferisch zumindest durchgehend bemüht gewesen wäre, hätte ich ihm vielleicht sogar ne 6 gegeben, denn er hat wirklich jeden Angriff beendet, wenn der Ball erstmal bei ihm war. Sorry, Kim, aber so wird das wohl nichts mit Dir beim HSV: Note 5

Schiri: Es war ein faires Spiel und somit gab es kaum etwas zu entscheiden. Aber trotzdem „mußte“ der Schiri das Spiel ständig mit seinem kleinlichen Gepfeife aufhalten. Note 4

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

TORE    -  

GELBE KARTEN  
Hansa Rostock:
Marco Vorbeck (74.) 

Hamburger SV:
Collin Benjamin (59.)
Bernd Hollerbach (71.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Lutz Wagner  
ZUSCHAUER :  21,400 
DATUM :  14.12.02   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hansa Rostock: Mathias Schober, Delano Hill, Godfried Aduobe, Ronald Maul, Michal Kovar, Thomas Meggle, Magnus Arvidsson, Marcus Lantz, Gerd Wimmer, Peter Wibran, Rade Prica

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Kim Christensen, Mehdi Mahdavikia, Richard Kitzbichler, Rodolfo Esteban Cardoso, Marcel Maltritz, Bernd Hollerbach, Ingo Hertzsch, 
Milan Fukal, Tomas Ujfalusi, Collin Benjamin
 
WECHSEL 
Hansa Rostock:
Kevin Hansen für Gerd Wimmer (52.)
Marco Vorbeck für Rade Prica (59.)
Joakim Persson für Godfried Aduobe (65.)

Hamburger SV:
Raphael Wicky für Rodolfo Esteban Cardoso (67.)
Marek Heinz für Kim Christensen (67.)
 

Müdes Nord-Derby zwischen Rostock und dem HSV  

Nach dem 0:0 zwischen Hansa Rostock und dem Hamburger SV im Ostsee-Stadion brachte es HSV-Schlussmann Martin Pieckenhagen auf den Punkt: "Das war ein nicht so gutes Spiel. Mit dem Ergebnis kann eigentlich keine Mannschaft leben, aber auch nicht sterben. Das ist ein bisschen komisch."
Auch Rostocks Trainer Armin Veh wusste nach der müden "Nullnummer" im Nord-Derby nicht so recht, was er davon halten sollte: "Wir wollten die letzten zwei Niederlagen etwas vergessen machen, das ist uns zumindest teilweise gelungen."  
"Die Mannschaft hat alles gegeben, konnte sich aber nach vorne nicht durchsetzen. Aus den wenigen Möglichkeiten die wir hatten, haben wir nichts gemacht", sagt Veh in seiner Analyse.
Veh: "Das Ergebnis ging in Ordnung"
Hansa Rostock liegt im Soll, muss sich aber nach der Winterpause weiterhin auf Abstiegskampf pur gefasst machen. "Das Ergebnis geht in Ordnung. Mit 20 Punkten sind wir auf dem halben Weg zum Ziel Klassenerhalt", so Veh.
Nach dem glänzenden Saisonstart mit attraktivem Kombinations-Fußball ist die Realität in Rostock angekommen: "Wir spielen mit Hansa immer gegen den Abstieg. Das ist hier einfach so", sagte Markus Lantz und sein Trainer fügte an: "Man muss nur die Ziele korrekt definieren. Alle, die hier immer mehr verlangen, überschätzen unsere Möglichkeiten."

"Wir wollten unbedingt die 25 Punkte"
Der Hamburger SV hingegen ist seit sieben Spielen ungeschlagen und hält Kontakt zu den Uefa-Cup-Plätzen. Dass sah im Oktober noch ganz anders, doch nach einem "goldenen November" und einem zufrieden stellenden Dezember kann auch der noch vor zwei Monaten arg kritisierte Kurt Jara beruhigt in die Winterpause gehen.
"Wir wollten unbedingt die 25 Punkte, haben acht Punkte mehr als im Vorjahr und Tuchfühlung nach oben in Richtung Uefa-Cup-Plätze", meinte der Österreicher und erklärte: "Seit Oktober hat die Mannschaft sehr gut gespielt und wenn wir das auch im Frühjahr tun, dann können wir noch einiges erreichen."

HSV vermisste drei "sehr gute Stürmer"
Gegen Rostock haperte es jedoch im Offensivspiel. "Uns selbst fehlten drei sehr gute Stürmer, deshalb ging wenig nach vorn. Auf Grund der Leistung bin ich aber mit dem 0:0 zufrieden", so Jara.
Mit den Ausfällen von Sergej Barbarez (Gelb-Rot-Sperre), Bernardo Romeo (Bandscheiben-Vorfall) und Erik Meijer (Waden-OP) war in der Abteilung Attacke nicht viel los.

Kitzbichler katastrophal
Spielmacher Rodolfo Cardoso war bemüht, doch Angreifer Kim Christensen ohne Durchschlagskraft und Flügelspieler Richard Kitzbichler empfahl sich mit einer ganz schwachen (Nicht-)Leistung für ein Engagement in der österreichischen Liga zum neuen Jahr.
Immerhin stimmte die Defensiv-Leistung der Hamburger. Marcel Maltritz im Mittelfeld und die beiden Innenverteidiger Ingo Hertzsch und Tomas Ujfalusi überzeugten und machten die Räume geschickt eng.

Zufrieden oder nicht?
"Hamburg hat sehr kompakt gespielt und wir hatten nur ein zwei Torchancen", sagte der Rostocker Lantz und fügte an: "Das war ein typisches 0:0-Spiel." Auch Jara fand, dass seine Mannschaft "dem Gastgeber kaum eine Torchance zugestanden" hatte.
Somit waren beide Mannschaften mit der Punkteteilung irgendwie doch noch zufrieden. Oder doch nicht? "Wir hatten ein Heimspiel, das wollten wir gewinnen. Eigentlich ist ein Punkt nicht gut, aber ein Punkt ist ein Punkt", meinte Lantz in seiner Schlussbemerkung.
 
 
Fakten:
HSV-Jubiläum
Der HSV spielte auswärts zum 200. Mal unentschieden – so häufig wie kein anderer Verein. 

Hansa hat abgebaut
Hansa Rostock gewann nur eins der letzten zwölf Spiele – an den ersten fünf Spieltagen wurde noch vier Mal gewonnen. 

Stabile Hansa-Defensive
Hansa kassierte nie zuvor in der Hinrunde so wenige Gegentreffer wie jetzt – 20 Gegentore nach 17 Spieltagen bedeuten einen neuen Vereinsrekord. 

Gute Serie unter Jara
Der HSV ist seit sieben Spielen ungeschlagen, das ist die längste Serie unter Kurt Jara – nur Dortmund überstand in dieser Saison mehr Partien in Folge ohne Niederlage (elf). 

Schlaglichter:
Schlimmer Kick
Auf schwierigen Geläuf waren Offensivaktionen Mangelware: Es gab nur zwölf Torschüsse - "ewiger" Minusrekord seit Bestehen der Ran-Datenbank. 

Wieder nicht mit "Super-Ritchie"
Richard Kitzbichler konnte auch in Rostock den Nachweis seiner Bundesligatauglichkeit nicht erbringen: Kein Torschuss, keine Vorlage, 33 Prozent der Zweikämpfe gewonnen - das klingt nicht nur tragisch, es war es auch. Der Österreicher sollte froh sein, dass er überhaupt noch Angebote aus der Heimat bekommt (Salzburg) - und sie schleunigst annehmen. 

Guter Hill
Delano Hill vertrat den gesperrten Andreas Jakobsson und bot eine sehr gute Leistung. Von allen Hansa-Spielern gewann Hill die meisten Zweikämpfe. 

Hand in Hand
Keine der beiden Mannschaften hatte den Sieg verdient - eine Niederlage wäre allerdings auch für beide Teams ungerecht gewesen. Sowohl die Zweikämpfe als auch die Ballkontakte waren gleich verteilt: 625 zu 625 und 134 zu 134 - das kommt auch nicht alle Tage vor. 
 

Trainer Armin Veh (Hansa Rostock):
"Die Mannschaft hat alles gegeben, aber wir haben uns nach vorne nicht durchsetzen können. Wir haben in der Hinserie gute Phasen gehabt und teilweise spielerisch richtig guten Fußball gezeigt, aber dann auch wieder viele leichte Fehler zugelassen. Es muss einfach mehr Kontinuität in die Mannschaft, aber das dauert etwas Zeit. Ich werde definitiv in der Winterpause Gespräche über meine Zukunft in Rostock führen und dann meine Entscheidung bekannt geben."    
 
Trainer Kurt Jara (Hamburger SV):
"Auf Grund der Leistung bin ich mit dem 0:0 zufrieden. Wir haben dem Gastgeber Hansa kaum eine Torchance zugestanden. Uns selbst fehlten drei sehr gute Stürmer, deshalb ging wenig nach vorn. Gegen Rostock darf man aber auch nicht einfach so stürmen, denn Hansa ist sehr konterstark. Wir wollten unbedingt die 25 Punkte und haben nach wie vor Tuchfühlung nach oben."  

Topspieler: Ingo Hertzsch (Hamburger SV)
Die Hamburger Defensive hielt in Rostock bis zum Schlusspfiff durch, leistete sich keinen Fehler und nach 90 Minuten stand die Null. Neben Tomas Ujfalusi glänzte Ingo Hertzsch mit alten Tugenden. Hertzsch war in die meisten Zweikämpfe der Hamburger verwickelt und entschied gute 66 Prozent für sich. Er zeigte sich zum Jahres-Ausklang von seiner besten Seite, von Nervenflattern keine Spur. Mehr solcher Leistungen und Hertzsch hat wieder gute Karten im Vertragspoker.  

Spielwertung: 1 Ball (von 4)

Kommentar:
Vor der Partie meinte HSV-Coach Jara, dass seine Spieler "heiß" seien und "drei Punkte holen" würden. Doch davon war weder beim HSV, noch bei den Rostockern etwas zu sehen. Spieler aus der zweiten Reihe, allen voran Kitzbichler, drängten sich nicht auf, versagten total. Seine "letzte Chance" nutzte der Österreicher nicht, eine Trennung zur Winterpause ist die einzige Lösung. Der HSV bewies in Rostock, dass ohne Barbarez, Romeo und Meijer im Sturm Flaute herrscht und geplante Verstärkungen (Takahara, D'Alessandro und Revivo) Sinn machen, wenn man noch ins internationale Geschäft will. Rostock hingegen muss sich mit 20 Punkten nach der Winterpause auf einen heißen Abstiegskampf gefasst machen.
André Elsner  

 
Taktik
Hansa Rostock:
Vor Schober im Tor eine Viererkette: Maul, Hill, Kovar und Wimmer (von links). Davor sicherte Adoube zentral defensiv ab. Halblinks unterstützte Lantz, halbrechts Wibran Spielmacher Meggle im zentralen offensiven Mittelfeld. Im Sturm das Schweden-Duo Arvidsson und Prica.

Hambuger SV:
Pieckenhagen im Tor. Davor die bewährte Viererkettte mit Hollerbach, Ujfalusi, Hertzsch und Fukal (von links). Hinter Spielmacher Cardoso sicherten Benjamin halblinks und Maltritz halbrechts ab. Als einzige Sturmspitze Christensen, flankiert von Kitzbichler (links) und Mahdavikia (rechts).    


 
kicker:

Spielbericht 
Rostocks Coach Armin Veh stellte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:3-Pleite bei Arminia Bielefeld auf zwei Positionen um: Für den Gelb-Rot gesperrten Jakobsson rückte Hill in die Innenverteidigung. Meggle durfte wieder von Anfang an spielen, dafür nahm Hirsch auf der Bank Platz.

Hamburgs Trainer Kurt Jara musste gegenüber dem 1:1-Unentschieden gegen Bochum auf den gesperrten Barbarez (Gelb-Rot) verzichten. Kitzbichler, der seit dem 1. Spieltag zum ersten Mal wieder in der Anfangsformation stand, rutschte ins Mittelfeld. Damit war Christensen die einzige nominelle Spitze.

Trotz des zum Teil gefrorenen Bodens sahen die 21 400 Zuschauer eine sehr temporeiche Partie zu Beginn. Nach fünf starken Minuten des HSV kamen die Gastgeber in Fahrt und hatten mit Arvidsson die erste gute Chance, doch der Schwede vergab nach einer guten Maul-Flanke per Kopf (7.). Insgesamt ließen sich die Rostocker aber in der Anfangsphase zu sehr hinten reindrängen. Die Hamburger verstanden es hingegen nicht, aus der optischen Überlegenheit zwingende Chancen zu erspielen. Die Hanseaten konterten geschickt und machten in der Defensive die Räume eng.

Nach einer Viertelstunde wurden die meisten Hansa-Konter durch Fehlpässe unterbrochen. Rostocks Spielmacher Meggle schaffte es kaum, eine Bindung zwischen Mittelfeld und Sturm herzustellen. So wurde die Begegnung im Vergleich zum Spielbeginn immer statischer und zerfahrener. Beide Teams schoben das Leder im Mittelfeld herum, nur wenige Spieler boten sich an, Tormöglichkeiten blieben Mangelware.

Nach einer guten halben Stunde befreiten sich die Ostseestädter etwas, doch es gab weiterhin nur „Plätscherfußball“ zu sehen. Dies änderte sich auch nicht bis zur Halbzeit.

Die zweite Hälfte ging genauso weiter, wie die erste aufgehört hatte. Kaum Bewegung im Spiel, viele lange Bälle, die nicht ankamen, nur Stückwerk war erkennbar. Erst nach einer guten Stunde brachten drei Einwechslungen auf Seiten der Rostocker einen leichten Wind in das Offensivspiel der Gastgeber. Die Veh-Elf nahm das Heft in die Hand und hatte Möglichkeiten durch Arvidsson, dem Hertzsch das Leder vom Fuß spitzelte (63.), und dem eingewechselten Vorbeck, der aus 16 Metern neben den Pfosten schoss (69.). HSV-Coach Kurt Jara reagierte und brachte Wicky und Heinz (für Cardoso und Christensen). Damit schien das taktische Konzept klar, das 0:0 über die Zeit zu retten. Die Hamburger setzten das um und standen in der Defensive sehr sicher. Hansa arbeitete sich höchstens bis zum Strafraum vor, ehe der Ball verloren ging.

Auch die Schlussphase brachte nicht die vom Publikum gewünschte Wende, so endete die Begegnung torlos.

Insgesamt ein sehr schwaches und wenig ansehnliches Spiel. Den Spielern waren die frostigen Temperaturen und der kalte Ostseewind anzumerken. Die Teams konzentrierten sich auf die Abwehrarbeit, so gab es so gut wie keine Torchancen. 

Spielereignisse im Detail 
Schlusspfiff 
 
90     Auch die Schlussphase bringt nicht die vom Publikum gewünschte Wende. Es gab keine Torchancen. 
 
69     Vorbeck setzt einen Schuss aus 16 Metern knapp neben den Pfosten. 
 
63     Endlich mal eine Offensiv-Aktion. Hansen passt auf Arvidsson, der Ujfalusi stehen lässt, aber Maltritz klärt, bevor es zu gefährlich wird. 
 
48     Mauls Freistoß aus 25 Metern geht weit am Tor vorbei. 
 
 Anpfiff 2. Halbzeit 
 
 Halbzeit 
 
45     Einen Freistoß von Meggle boxt Pieckenhagen aus dem Strafraum, Lantz nimmt den Ball volles Risiko und schießt das Leder Richtung Himmel. 
 
34     Hollerbach versucht es mit einem Distanzschuss aus knapp 25 Metern. Schober hat das Leder sicher. 
 
30     Nach einer halben Stunde dominieren zwar die Hamburger, schaffen es aber nicht die gut gestaffelte Hansa-Abwehr auszuhebeln. Chancen bleiben Mangelware. 
 
15     Cardoso tritt einen Freistoß vor das Tor. Benjamin köpft gefährlich. Für den Aufsetzer muss sich Schober strecken, aber Schiri Wagner pfeift wegen Foulspiel von Christensen ab. 
 
7     Erste gute Chance für die Rostocker. Maul setzt sich über links durch und schlägt eine Flanke in den Rücken der Abwehr. Arvidsson köpft aus neun Metern, kann den Ball aber nicht richtig runterdrücken. 
 
Anpfiff 


 
dpa meldet: Hansa Rostock und HSV sehen sich im Soll

Von Gert Glaner, dpa
Rostock (dpa) - Das Derby hielt nicht annähernd, was es versprach. Aber dennoch sehen Hansa Rostock und der Hamburger SV der weihnachtlichen Bescherung relativ gelassen entgegen. «20 Punkte sind nicht schlecht», konstatierte Hansa Rostocks Trainer Armin Veh nach dem torlosen Remis gegen norddeutschen Rivalen einigermaßen zufrieden.

Und auch der Kontrahent von der Alster bemühte sich trotz der überaus schwachen Partie um ein positives Hinrunden-Resümee. «Immerhin haben wir acht Punkte mehr als vor einem Jahr. Das zeigt, dass die Mannschaft einen Riesenschritt nach vorn gemacht hat», sagte Coach Kurt Jara.

Als weiteren Beleg für den Aufwärtstrend führte der 52-jährige Österreicher die mittlerweile über sieben Punktspiele anhaltende Serie ohne Niederlage an. «Wir haben Anschluss an die UEFA-Pokal- Plätze gehalten. Das macht uns Hoffnung, dass wir im Frühjahr auch angreifen können, wenn wir vom Start weg so spielen, wie wir vom Oktober an gespielt haben», betonte Jara.

«Wir nehmen es als positiven Punktgewinn mit. Der HSV ist kräftemäßig noch voll da. Es ist fast schade, das die Hinrunde schon vorbei ist», bestätigte Torhüter Martin Pieckenhagen. Der 31-jährige frühere Hansa-Keeper hatte an seiner einstigen Wirkungsstätte so wenig Bewährungsmöglichkeiten zu bestehen wie wohl selten zuvor in seiner Karriere. Die ran-Datenbank registrierte mit nur acht Torschüssen beider Vertretungen so wenige wie nie seit ihrem Bestehen. Nur der HSV hatte dafür eine Entschuldigung, denn mit dem verletzten Romeo und dem gesperrten Ex-Rostocker Sergej Barbarez fehlte die etatmäßige Torfabrik.

HSV-Regisseur Rodolfo Cardoso hatte angesichts des trostlosen Geschehens Mitleid mit den 21 400 frierenden Anhängern im gut gefüllten Rostocker Ostseestadion. «Für die Zuschauer war es heute schlecht, aber für uns okay. Es war ein grausames Spiel, aber immerhin gab es einen Punkt für uns», befand der 34-jährige Argentinier.

Cardoso lag mit seinem Fazit voll auf einer Wellenlänge mit seinen hanseatischen Kontrahenten, auch wenn die wesentlich niedrigere Maßstäbe anlegen. «Ein Punkt ist ein Punkt, aber gut ist es nicht. Hansa spielt immer gegen den Abstieg, insofern ist das keine neue Sache», meinte Mittelfeldspieler Marcus Lantz. Der 27-jährige Schwede kennt die Lage seit seinem Dienstantritt in Rostock im November 1999 nicht anders. Für seinen erst im Sommer des Jahres gekommen Landsmann Rade Prica ist sie zwar neu. Aber in der Konsequenz stimmen beide überein: «Wir müssen in der Rückrunde zu Hause mehr gewinnen.»