Bundesliga 2002/2003, 26. Spieltag, Samstag, 22.03.03 auf dem Mönchengladbacher Bökelberg.

VfL Borussia Möchengladbach - Hamburger SV 2:0 (0:0)

Ich habe das Spiel nur auf premiere gesehen. Um es gleich zu sagen. Es hätte auch nicht geschadet, wenn ich dafür nicht frühzeitig den 80. Geburtstag der Oma eines Freundes verlassen hätte...

Ich weiß nämlich gar nicht, was ich zu dem Spiel schreiben soll....
Es war wirklich sehr langweilig und nie hochklassig in meinen Augen.

Chancen gab es auf beiden Seiten wenig. Gladbach hätte in Führung gehen können und wir hätten es durch zwei Chancen durch Romeo in der ersten Halbzeit vielleicht sogar müssen.
Gerechtfertigt wäre eine Führung aufgrund der Spielanteile allerdings nicht gewesen.

Da wir mit einem 0:0 in die Halbzeit gingen, war ich eigentlich sehr hoffnungsfroh, daß wir heute etwas reißen könnten. Aber nun sollten wir ausnahmsweise mal erleben, daß wir in der zweiten Halbzeit schlechter agierten als in der ersten.

Irgendwann machte Gladbach ein Tor nach einer Ecke und damit war das Spiel eigentlich entschieden. Das 2:0 war dann das Ende. Der HSV versuchte es zwar, aber die Mittel waren absolut nicht ausreichend. Nicht mal hohe Flanken haben wir all den eingewechselten Stürmern vors Tor gebracht.

Das einzig schön an den Samstagsspielen war, daß keiner unserer Konkurrenten seine Spiele gegen potentiell schlechtere Gegner gewinnen konnte. Selbst wenn Sonntag sehr wahrscheinlich Herta und Stuttgart gewinnen, sind wir noch glimpflich davon bekommen.

Interessant in der HSV-Aufstellung fand ich die Tatsache, daß Jacobsen erneut rechter Verteidiger war und der nach Sperre zurückgekehrte Fukal dafür auf die linke Seite weichen mußte (für den gesperrten Hollerbach). Ich lese daraus so ein bißchen die Möglichkeit, daß Jacobsen in den letzten beiden Spielen so überzeugt hat, daß Fukal vielleicht im nächsten Spiel aus der Startformation verschwindet, wenn Hollerbach auch wieder spielen darf.
Heute konnte sich allerdings keiner der beiden besonders auszeichen.

Eine Spielerbewertung möchte ich im einzelnen wie immer nicht vornehmen, wenn ich es nur auf premiere gesehen habe.
Mir fällt auch einzig Piecke ein, der ein paar gute Aktionen hatte. Romeo fiel mir auch bei seinen Großchancen auf, aber davon hätte er auch mal eine machen müssen.
Ansonsten spielten fast alle Ihren Einheitsstiefel herunter - und das ist einfach zu wenig.

Gladbach war ja nun keineswegs ein übermächtiger Gegner. Die meisten Chancen hatte sie erst, als wir mehrere Offensivspieler nach dem Rückstand eingewechselt haben.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

TORE  
1:0 Marcelo Pletsch (55.)
2:0 Mikael Forssell (60.)
 
GELBE KARTEN  :
Borussia M'gladbach: Jeff Strasser (59.) 
Hamburger SV: Rodolfo Esteban Cardoso (45.), Lars Jacobsen (47.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Hartmut Strampe  
ZUSCHAUER :  30,550 
DATUM :  22.03.03   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Borussia M'gladbach: Jörg Stiel, Sladan Asanin, Jeff Strasser, Marcelo Pletsch, Max Eberl, Igor Demo, Mikael Forssell, Ivo Ulich, Peer Kluge, Bernd Korzynietz, Marcel Ketelaer

Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Lars Jacobsen, Marcel Maltritz, Milan Fukal, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Collin Benjamin, Rodolfo Esteban Cardoso, Bernardo Romeo

WECHSEL :
Borussia M'gladbach:
Stephan Schulz-Winge für Peer Kluge (70.)
Peter van Houdt für Marcel Ketelaer (88.)
Daniel Felgenhauer für Bernd Korzynietz (91.)

Hamburger SV:
Naohiro Takahara für Rodolfo Esteban Cardoso (59.)
Raphael Wicky für Ingo Hertzsch (68.)
Erik Meijer für Collin Benjamin (68.)
 

Borussia siegt dank Ketelaers sportlicher Wiederauferstehung  
Um 17.15 Uhr erhoben sich am Samstag auch die letzten Zuschauer am Mönchengladbacher Bökelberg applaudierend von den Sitzen. Nicht etwa, weil Schiedsrichter Hartmut Strampe den 2:0-Erfolg der abstiegsbedrohten Borussia bereits mit dem Schlusspfiff besiegelt hätte. 
Sondern weil der neben Torhüter Jörg Stiel überragende Akteur der Gastgeber in der 88. Spielminute mit Wadenkrämpfen den Platz verließ: Marcel Ketelaer.  
 
Ketelaer meldet sich zurück
"Wir sind alle erleichtert, dass wir heute drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt eingefahren haben", meinte der gebürtige Mönchengladbacher nach dem Sieg, durch den die Borussia die Abstiegsplätze verlassen hat. "Meine eigene Situation ist da nicht so wichtig." Dabei war die sportliche Wiederauferstehung Ketelaers das Thema schlechthin.
Der Flügelstürmer war zu Saisonbeginn nach zwei unglücklichen Jahren beim Hamburger SV auf Leihbasis zu seiner Borussia zurückgekehrt. Doch unter Trainer Hans Meyer bekam er auch dort kein Bein auf den Boden. 

Bessere Karten unter Lienen
Meyers Nachfolger Ewald Lienen erinnerte sich des 14-maligen U-21-Nationalspielers und ließ ihn in der Vorwoche beim 1:4 auf der Bielefelder Alm erstmals in diesem Spieljahr von Beginn an ran. 
Ketelaer spielte schwach, wie die ganze Mannschaft. Doch gegen den HSV war er trotzdem wieder in der Startformation. 

Gelungene Widergutmachung
"Ich habe endlich mal die Chance bekommen, ein schlechtes Spiel wiedergutzumachen", sagte der 25-Jährige nach seiner starken Vorstellung gegen seinen Ex-Klub. "Das habe ich heute versucht." Es ist ihm eindrucksvoll gelungen. Er war Dreh- und Angelpunkt der Borussen-Offensive und ein ständiger Gefahrenherd. 
Zunächst brachte Ketelaer die Ecke herein, in deren Anschluss Marcelo Pletsch sein erstes Bundesligator zum 1:0 markierte (55. Minute). Dann bereitete er den zweiten Gladbacher Treffer von Mikael Forssell (60. Minute) mustergültig vor.

Beste Argumente
Bis 2005 läuft der Vertrag des Angreifers beim Hamburger SV. Will die Borussia Ketelaer am Niederrhein halten, muss sie bis Ende April ihre Option ziehen und 1,25 Millionen Euro an die Hansestädter überweisen. Ausgerechnet gegen Hamburg lieferte der Linksfuß endlich Argumente für eine Weiterbeschäftigung am Bökelberg. 
"Wohin es mit mir am Saisonende geht, liegt leider nicht in meiner Hand", meinte Ketelaer. Nicht nur, weil seine Mutter am Bökelberg eine Pommesbude betreibt, würde er wohl gerne bei der Borussia bleiben. 

Jara würdigt Ketelaers Leistung
Doch dem Gegner war Ketelaers Leistung natürlich auch nicht verborgen geblieben. "Er hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht", befand HSV-Trainer Kurt Jara. "Und er hat noch Vertrag bei uns." 
Eine Rückkehr Ketelaers nach Hamburg ist also nicht auszuschließen. Ansonsten nahmen die "Rothosen" wenig Erbauliches mit auf die Heimreise. Das unnötige 0:2 beendete ihren Höhenflug von nur einer Niederlage aus den jüngsten 15 Spielen und verschlechterte die Position der Hanseaten im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft.

Meijer bemängelt Offensivspiel des HSV
"Borussia hat nicht großartig gespielt. Das mussten sie aber auch nicht", meinte Stürmer Erik Meijer. "Bei uns lief nach vorne rein gar nichts. So kann man kein Spiel gewinnen." 
Die Hamburger Schwäche auf des Gegners stört auch Trainer Jara gewaltig: "Hätten wir eine halbwegs vernünftige Auswärtsbilanz, dann würden wir heute Bayern München jagen." 
 

Fakten:
Am liebsten daheim
25 ihrer 29 Punkte holten die Gladbacher am Bökelberg das entspricht 86 Prozent und gibt Hoffnung im Abstiegskampf. 

Heimstarke Defensive
Bereits zum achten Mal blieb Gladbach daheim ohne Gegentor. Das ist Ligaspitze. Nur Dortmund kassierte zuhause weniger Gegentore (sieben) als Gladbach (acht). 

Auswärts noch kein Spitzenteam
Seit sechs Gastspielen wartet der HSV auf einen Auswärtssieg. Ganz anders gehten die Rothosen in der AOL-Arena zur Sache: Alle Heimspiele der Rückrunde wurden gewonnen. 

Endlich Torschütze Pletsch
Marcelo Pletsch (Note 8,2) erzielte sein erstes Pflichtspieltor nach 54 torlosen Spielen in der Zweiten Liga und weiteren 44 in der Bundesliga. 

Schlaglichter:
 
Höheren Sieg vergeben
Die Borussia ließ den HSV lange machen, ehe sie selbst zuschlug. 55 Prozent Ballbesitz hatte der HSV am Ende. Doch nur vor der Pause sah es so aus, als könnten die Hamburger gewinnen. Danach erhöhte Gladbach das Tempo. Bei 17:9 Torschüssen war am Ende sogar ein deutlich höherer Borussen-Erfolg möglich. 

Takahara diesmal wirkungslos
Sofort nach dem 0:1-Rückstand reagierte Kurt Jara und wechselte Naohiro Takahara (Note 4,7) ein, der den HSV am vergangenen Wochenende gegen Schalke nach seiner Einwechslung auf die Siegstraße brachte (mit einem Tor und einer Torvorlage). Doch die Maßnahme verfehlte ihre Wirkung der Japaner blieb ohne eigenen Torschuss. 

Großer Rückhalt Stiel
Zum achten Mal gelang es Jörg Stiel (Note 9,1), seinen Kasten in einem Heimspiel sauber zu halten das ist Ligaspitze. Besonders vor der Pause hatte der Schweizer großen Anteil daran, dass der HSV nicht in Führung ging, als er zwei gefährliche Schüsse von Romeo entschärfte. Insgesamt fünf abgewehrte Torschüsse sprechen für die zurückgewonnene Souveränität des Borussen-Kapitäns. 

Ketelaer wirbelte zwischen den Rauten
Marcel Ketelaer (Note 9,0) musste sich in diesem Spiel empfehlen entweder für Borussia, damit sie die Kaufoption auf ihn zieht, oder für den HSV, bei dem er noch Vertrag bis 2005 hat. Der Flügelstürmer bearbeitete effektiv die linke Außenbahn und setzte in der Offensive Glanzlichter. Noch nie gab Ketelaer neun Torschussvorlagen in einem Spiel. Das erste Tor leitete er mit einem Eckball ein, das zweite bereitete er direkt vor Marktwert klar gesteigert. 

Trainer Ewald Lienen (Borussia Mönchengladbach):
"Ich bin zufrieden mit der kämpferischen Leistung. Zuletzt haben wir nicht den bedingungslosen Einsatz gezeigt, wie es nötig ist. In der ersten Halbzeit hatten wir noch Probleme, im zweiten Durchgang nach dem Führungstreffer das Spiel gut im Griff. Ich bin sehr zufrieden."    
 
Trainer Kurt Jara (Hamburger SV):
"Wir haben uns heute sehr viel vorgenommen, allerdings haben wir nicht das Tempo angeschlagen, um Gladbach in Schwierigkeiten zu bringen. Mir war zur Halbzeit schon klar, dass eine Standardsituation das Spiel entscheiden wird. So war es dann auch, leider zugunsten von Gladbach."  

Topspieler: Marcel Ketelaer (Borussia Mönchengladbach)
Die Hamburger Leihgabe spielte gegen seinen ehemaligen (und vielleicht wieder künftigen) Klub stark wie lange nicht. Dabei glänzte Ketelaer besonders als Vorbereiter. Gleich neunmal legte er seinen Mannschaftskollegen Torschüsse auf. Das wird in dieser Saison nur von Rodolfo Esteban Cardoso übertroffen, der es einmal auf zehn Vorlagen in einer Partie brachte. Ketelaers Zuspiel auf Forssell ging dem 2:0 voraus. Zudem bot sich der Flügelstürmer immer wieder als Anspielstation an, hatte die meisten Ballkontakte bei der Borussia. Für seine starke Vorstellung bekommt Ketelaer die Sport1-Note 9.  
 

Spielwertung: 2 Bälle (von 4)
 
Kommentar
Der Hamburger SV hat leichtfertig die Chance vergeben, seine Ausgangsposition im Kampf um die internationalen Startplätze zu verbessern. In der ersten Halbzeit hätte es wohl gereicht, wenn Romeo eine seiner beiden hochkarätigen Chancen genutzt hätte, um den wackeren, aber lange biederen Borussen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch der Führungstreffer von Pletsch löste bei den Gladbachern die Verkrampfung. Hätten auch noch andere Borussen eine Kaltschnäuzigkeit wie Mikael Forssell beim 2:0, dann wäre der Sieg sogar noch höher ausgefallen. Das gewonnene Selbstvertrauen über zwei Wochen auch ins nächste Auswärtsspiel herüberzuretten, ist nun die große Aufgabe von Ewald Lienen.
Martin van de Flierdt  

 
Taktik
Borussia Mönchengladbach: Vor Torhüter Stiel agierte eine Viererkette aus (v.l.) Asanin, Strasser, Pletsch und Eberl. Kluge sicherte im defensiven Mittelfeld die offensiveren Ulich und Demo ab. Die drei Gladbacher Spitzen waren (v.l.) Ketelaer, Forssell und Korzynietz. Mit Schulz-Winge kam für Kluge ein zusätzlicher Abwehrspieler (70. Minute) als Reaktion auf die Hamburger Einwechslung von Meijer. Van Houdt ersetzte in der Schlussphase Ketelaer (88.), Felgenhauer nahm den Posten von Korzynietz ein (90.).

Hamburger SV: Schlussmann Pieckenhagen stand hinter einer Defensivreihe aus (v.l.) Fukal, Hoogma, Hertzsch und Jacobsen. Benjamin und Maltritz hielten Spielmacher Cardoso den Rücken frei. Barbarez, Romeo und Mahdavikia (v.l.) hießen die drei Angreifer. Mit Takahara für Cardoso (58.) wechselte Trainer Jara einen vierten, mit Meijer für Hertzsch einen fünften Stürmer ein (68.). Wicky übernahm den Posten von Benjamin (68.).  


 
kicker:
Spielbericht 

Zwei Veränderungen in der Startaufstellung im Vergleich zur 1:4-Niederlage in Bielefeld am 25. Spieltag msste Ewald Lienen, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, in seiner Startformation vornehmen. Für Embers kam in der Abwehr Asanin in die Mannschaft, und für Aidoo spielte der defensivere Ulich. Auch HSV-Trainer Kurt Jara nahm zwei Veränderungen nach dem 3:1-Sieg in der Vorwoche gegen Schalke 04 vor. Für den Gelb-gesperrten Ujfalusi kam Hertzsch zum Einsatz, und Hollerbach wurde von Fukal ersetzt.

Von Beginn an erwartete Borussia Mönchengladbach mit massierter Deckung den Gegner in der eigenen Hälfte und setzte den Hamburger SV bereits im Aufbau unter Druck. So mussten sich die Hamburger zunächst auf Konter verlegen, hatten dabei allerdings die erste Torchance des Spiels, die jedoch Barbarez vergab. In der Folgezeit erarbeitete sich allerdings Mönchengladbach ein klares Übergewicht, tat sich aber seinerseits gegen eine gut gestaffelte Hamburger Abwehr schwer, zu guten Chancen zu kommen. Die wenigen Möglichkeiten, die sich für die Borussen boten, wurden jedoch vergeben oder von HSV-Keeper Pieckenhagen zunichte gemacht. Mitte der ersten Hälfte kam der HSV besser ins Spiel, und Gladbachs Keeper Stiel konnte nur mit Glanzparaden gegen Romeo und Jacobsen einen Rückstand der Borussia verhindern. Kurz vor der Pause kam Mönchengladbach noch einmal besser ins Spiel. Doch Pletsch vergab kurz vor dem Halbzeitpfiff die mögliche Führung gegen Pieckenhagen. So wurden torlos die Seiten gewechselt.

Zunächst hatte in der zweiten Hälfte der HSV mehr vom Spiel, doch nach 56 Minuten gelang Borussia Mönchengladbach der 1:0-Führungstreffer. Asanin hatte eine Ecke auf das Tor von Pieckenhagen geköpft. Der Hamburger Keeper reagierte glänzend und fischte den Ball von der Linie. Doch Pletsch reagierte vor dem Tor am Schnellsten und drosch den Abpraller aus kurzer Distanz ins Netz. Kaum hatte der HSV sich von diesem Schock erholt, schlug die Borussia erneut zu. Bei einem Konter setzte Ketelaer Forssell mit einem kurzen Zuspiel ein. Forssell lief mit dem Ball auf und davon, umkurvte noch Torhüter Pieckenhagen und schob den Ball aus halblinker Position ins leere Tor. Ein Rückstand, von dem sich der HSV nicht mehr erholte. Obwohl Kurt Jara mit Takahara und Meijer zwei weitere Stürmer in die Partie warf, blieb Borussia Mönchengladbach die überlegene Mannschaft. Bei Kontern blieben die Borussen stets gefährlich, verschenkten aber bei einigen Torchancen unkonzentriert einen möglichen höheren Sieg. Der HSV setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte, blieb aber im Abschluss erfolglos.

Spielereignisse im Detail 

Schlusspfiff 

90     Turbulente Szene im Borussen-Strafraum. Doch Romeo und Fukal stochern den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. 

88     Ulich läuft alleine auf das HSV-Tor zu und versucht Pieckenhagen aus spitzem Winkel zu überraschen, doch der Schuß geht knapp am Tor vorbei. 

86     Wicky spielt Barbarez am Elfmeterpunkt an. Der tanzt einen Verteidiger der Gladbacher aus, sein Schuss wird dann allerdings von Strasser abgeblockt. 

84     Ulich legt von rechts auf für Strasser, doch der wird kurz vor dem HSV-Tor von Hoogma behindert und säbelt über den Ball. 

79     Barbarez dreht einen Freistoß aus 20 Metern um die Mauer, doch Torwart Stiel hat aufgepasst und kann den tückischen Schlenzer halten. 

69     Ketelaer spielt Korzynietz vor dem Tor frei, doch dessen Hammer aus zehn Meter fliegt über das Tor. 

68     Pieckenhagen hält gegen einen Direktschuss von Demo phantastisch. 

66     Ulich legt zurück auf Demo, der aus 23 Metern abzieht. Doch der Flachschuss verfehlt sein Ziel. 

61     Der Doppelschlag ist perfekt. Ketelaer setzt bei einem Konter Forssell ein. Der umkurvt noch Torhüter Pieckenhagen und netzt den Ball von links mühelos ins HSV-Tor ein. 

59     Bei einem Cardoso-Direktschuss muss Torhüter Stiel Kopf und Kragen riskieren, um den Ball über das Tor zu fausten. 

56     Eine Ecke köpft Asanin Richtung Tor. Pieckenhagen kann mit einem Reflex den Ball von der Linie schlagen. Allerdings reagiert Pletsch am schnellsten und drückt den Abpraller aus kurzer Distanz ins Netz. 

53     Kluge versucht es nach einem Anspiel von Ketelaer aus der Distanz, doch sein Schuss geht über das HSV-Tor. 

50     Mahdavikia kommt an der Strafraumgrenze zum Schuss, doch der flache Ball ist für Torhüter Stiel keine grosse Herausforderung. 

 Anpfiff 2. Halbzeit 

 Halbzeit 

44     Pletsch kommt nach einer Ecke frei zum Kopfball. HSV-Keeper Pieckenhagen kann den gut platzierten Ball gerade noch von der Linie angeln. 

36     Romeo läuft sich frei und zieht dann aus 15 Metern ab, doch Torhüter Stiel im Gladbacher Kasten ist Herr der Lage und kann den Schuss herunterpflücken. 

33     Wieder hält Gladbachs Torhüter Stiel nach einem Jacobsen-Schuss glänzend. 

30     Mahdavikia hebt einen Freistoß in den Strafraum der Borussia. Romeo kommt zum Kopfball und Gladbachs Torhüter Stiel kann nur mit einem Blitzreflex retten. 

26     Ulich kommt aus 20 Metern zum Schuss, doch Pieckehagen fliegt ins bedrohte Eck und kann den Ball halten. 

17     Ketelaer hämmert einen Freistoß aus 22 Metern knapp über die Latte des HSV-Tores. 

16     Kluge spielt Forssell im Strafraum auf halblinker Position an. Der dreht sich blitzschnell um seinen Gegenspieler und schießt auf das HSV-Tor. Doch Pieckenhagen steht sicher und kann den Ball abwehren. 

10     Erste Chance auch für Mönchengladbach. Ketelaer legt vor dem Strafraum quer auf Demo. Der zieht aus 17 Metern ab, doch HSV-Keeper Pieckenhagen ist auf dem Posten und taucht den Ball aus der Ecke. 

7     Erste Chance für den HSV. Jacobsen legt den Ball lang auf Barbarez, der die gesamte Borussia-Abwehr überläuft. Doch der Ball springt Barbarez bei der Annahme zu weit weg. Stiel im Tor kann klären. 

 Anpfiff 


 
dpa meldet:
Gladbach zu Hause eine Bastion: 2:0-Erfolg gegen HSV

Von Morten Ritter, dpa

Mönchengladbach (dpa) - Borussia Mönchengladbach kann sich im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga weiterhin auf seine Heimstärke verlassen. Im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Ewald Lienen bezwangen die «Fohlen» den Hamburger SV mit 2:0 (0:0) und konnten mit nunmehr 29 Punkten die Abstiegsränge vorerst verlassen. 

Vor 30 550 Zuschauern im Bökelberg-Stadion erzielten Marcelo Pletsch (55.) und Mikael Forssell (60.) die Treffer für die Gastgeber, die ihren siebten Heimsieg feierten. Für die zuletzt stark aufspielenden Hamburger hingegen bedeutet die Niederlage einen Rückschlag im Bemühen um einen internationalen Startplatz für die kommende Saison.

«Ich bin sehr zufrieden mit der kämpferischen Leistung», sagte Lienen, «denn wir hatten nach dem grottenschlechten Spiel in Bielefeld einiges gut zu machen.» HSV-Trainer Kurt Jara war enttäuscht nach der schwachen Auswärtsleistung: «Wir hatten uns so viel vorgenommen. Aber das war zu wenig, um Gladbach zu gefährden.»

Trainer Lienen hatte nach dem miserablen Auftritt seiner Mannschaft vor einer Woche beim 1:4 in Bielefeld vor allem Leidenschaft und Aggressivität gefordert. Personell konnte der Borussen-Coach wegen der Ausfälle von sechs Spielern wenig ändern, lediglich Ivo Ulich und Sladjan Asanin rückten wieder ins Team auf. Aus verstärkter Defensive übernahmen die Gastgeber früh die Initiative und hatten durch Igor Demo (10.) und Forssell (15.) die ersten Torchancen. Die Hanseaten, bei denen Ingo Hertzsch und Lars Jacobsen für die gesperrten Bernd Hollerbach und Tomas Ujfalusi in der Innenverteidigung spielten, begannen sehr verhalten, sorgten aber mit langen Bällen aus der Abwehr immer für Gefahr.

In einer lange Zeit zerfahrenen und hektischen Partie hatte die Borussia zwar die größeren Spielanteile, konnte diese aber nicht in zwingende Torchancen umsetzen. HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen konnte lediglich bei einem Distanzschuss von Ulich (26.) sowie bei einem Kopfball von Pletsch (44.) sein Können unter Beweis stellen. Auf der anderen Seite zeigte die Hamburger Kreativabteilung um Rodolfo Cardoso und Sergej Barbarez zu wenig, um die Gladbacher ernsthaft in Gefahr zu bringen. Ein Kopfball von Bernardo Romeo (30.) und ein 16-Meter-Schuss des Argentiniers (36.) wurden eine Beute von Borussen-Schlussmann Jörg Stiel.

Auch nach dem Wechsel war Mönchengladbach die Ton angebende Mannschaft. Nach 55 Minuten fiel der verdiente Führungstreffer für die Gastgeber: Nach einem Kopfball von Asanin traf Innenverteidiger Pletsch mit seinem ersten Bundesliga-Tor. Im Gegenzug verhinderte Gladbachs Torwart Stiel bei einem Distanzschuss von Cardoso den Ausgleich. Die Entscheidung zu Gunsten der Westdeutschen fiel nach einer Stunde, als der finnische Mittelstürmer Forssell bei einem Pass von Ketelaer zum 2:0 traf. Beim nächsten Auswärtsspiel gegen den TSV München 1860 müssen die Gladbacher auf Jeff Strasser verzichten. Der Luxemburger sah seine fünfte Gelbe Karte.