Bundesliga 2002/2003, 27. Spieltag, Samstag, 05.04.03, in der Hamburger AOL Arena bei klarem Wetter (teilweise Sonnenschein) und 9 Grad C.

Hamburger SV - Arminia Bielefeld 1:0 (1:0)

Heute habe ich eigentlich gar keinen Bock, irgendwas zu schreiben. Das Spiel war wirklich durch und durch langweilig. Naja, zumindest nach dem 1:0, das diesmal schon sehr früh für den HSV fiel. Allerdings war auch dieses Tor schon irgendwie typisch. Zwar war auch ein HSVer, nämlich Takahara, beteiligt, aber letztendlich fabrizierten 2 Bielefelder das Tor. Takahara schoß, und (wenn ich es im Stadion auf der Anzeigetafel richtig gesehen habe) der Bielefelder Verteidiger schoß dem Bielefelder Torwart den Ball an den Kopf, der von hier aus ins Tor ging. Es sei angemerkt, daß der Bielefelder Torwart schon seitlich zum Tor stand und der Ball ansonsten vom Bielefelder Torwart ins Aus gegangen wäre. 

Danach gibt es praktisch nichts mehr zu berichten. Der HSV wurde zusehends schlechter, wobei auch Bielefeld irgendwie nicht so recht was vorzeigen konnte. Bielefeld bemühte sich zwar und hätte vielleicht auch das Unentschieden erzielen können, aber viele gute Chancen hatten sie wirklich nicht.

In der zweiten Halbzeit wurde der HSV dann noch schlechter. Es gab auch keine Bindung mehr zwischen Abwehr und Verteidigung. Wie gesagt war Bielefeld glücklicherweise so schwach, daß au0ßer Kampf kaum etwas dabei herauskam.

Ein klein wenig geordneter wurde das Spiel als Wicky für Cardoso eingewechselt wurde, aber wirklich erfreuliches gab es nicht zu berichten.

Immerhin noch das absolute „Highlight“ der Nachmittags. Kurz vor Schluß hatte sich Takahara durchgesetzt und lief mit dem Ball allein aufs Tor zu. WIRKLICH allein. Der Torwart war auch schon raus. Und was macht der gute Naohiro ? Er schießt links neben das leere Tor. Man mag es gar nicht glauben. Irgendwie paßte es aber zum Spiel. 

Zumindest haben wir es geschafft, dann nicht noch ein Gegentor in der letzten Minute zu bekommen, wie es uns ja leider durchaus schon ein paar Mal „gelungen“ ist in dieser Saison.

Heimsieg. 1:0. Und da die anderen Ergebnisse weitestgehend sehr gut für den HSV waren, kann man letztendlich auch sehr zufrieden sein. Überhaupt spielen die anderen Mannschaften momentan sehr positiv für den HSV.

Ach, da habe ich doch glatt das wirklich einzig bemerkenswerte des heutigen SPiels aus Sicht des HSV vergessen. ERSTMALS, seitdem es für uns ganz gut läuft, hat Kurt Jara die taktische Grundformation geändert und (endlich mal!) einen defensiven Mittelfeldspieler geopfert und dafür einen weiteren Stürmer gebracht.
So spielten wir heute mit 4er Kette in der Abwehr, davor Maltritz, dann Cardoso als Spielmacher und in seiner Nähe irgendwo Barbarez und vorne praktisch mit 3 Stürmern. Links Takahara, rechts Mahdavikia und in der Mitte Romeo.
Diese taktische Aufstellungsvariante gefällt mir grundsätzlich besser als die defensivere Variante mit 2 defensiven Mittelfeldspielern.
ABER: Nach dem heutigen Ergebnis und vor allem auch der bescheidenen Spielweise über weite Strecken des SPiels, war das vermutlich ein einmaliger Versuch. Zumindest im nächsten SPiel zu Hause gegen Dortmund wird Jara gewiß nicht wieder so aufstellen. Gegen Dortmund würde ich das vermutlich aber auch nicht machen.

Eigentlich sind Einzelbenotungen heute überflüssig,; ich wäre geneigt, fast alle über einen Kamm zu scheren. Aber ich werde mich dann doch bemühen, zumindest 3 verschiedene Noten zu geben. 

Spielerbewertung:

Pieckenhagen: bekam nicht wirklich viel zu tun. Hielt alles. Note 2

Fukal: war heute sogar defensiv ganz gut: Note 3+

Hertzsch: ein paar nicht so tolle Pässe zwar, aber defensiv sehr stark. Und es kotzt mich wirklich an, wie viele Fans ihn beurteilen. Wenn Ujfalusi eine schwierige Abwehrsituation meistert und den Ball nach vorne schlägt, sind alle begeistert. Macht Ingo das, gibt es von einigen Leuten ein Gemurre, wenn er dabei nicht genau einen eigenen Spieler trifft. Ist mir echt unverständlich. Note 3

Ujfalusi: wirkte noch einen Tick sicherer als Ingo: Note 3+

Hollerbach: fiel heute kaum auf. Weder offensiv noch defensiv: Note 4

Maltritz: Licht und Schatten. Note 4

Cardoso: konnte heute auch nicht wirklich blühen: Note 4

Barbarez: Hatte zwar einige gute Szenen, aber auch einige entsetzlich schlechte (und vor allem für das eigene Team gefährliche) Rück- und Querpässe. Note 4-

Romeo: ganz entsetzliche Leistung heute von ihm. Eigentlich wie immer ;-)  Aber eben ohne Torerfolg: Note 5

Takahara: Trotz seines wirklich schlechten Torschusses, war er eigentlich der beste HSVer für mich auf dem Platz. Obwohl er wirklich auch alles andere als toll war. Note 2

Mahdavikia: war heute ebenfalls wesentlich blasser als sonst: Note 3-

Schiri Stark: einige seltsame Entscheidungen. Gefiel mir nicht sonderlich: Note 4

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
TORE 
1:0 Bastian Reinhardt (10.) Eigentor

GELBE KARTEN  :
Hamburger SV: Ingo Hertzsch (92.) 
DSC Arminia Bielefeld: Detlev Dammeier (85.)

SCHIEDSRICHTER :  Wolfgang Stark 
ZUSCHAUER :  46,160 
DATUM :  05.04.03   15:30 Uhr 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Martin Pieckenhagen, Milan Fukal, Bernd Hollerbach, Tomas Ujfalusi, Ingo Hertzsch, Marcel Maltritz, Naohiro Takahara, odolfo Esteban Cardoso, Bernardo Romeo, Sergej Barbarez, Mehdi Mahdavikia

DSC Arminia Bielefeld: Mathias Hain, Marcio Borges, Bastian Reinhardt, Benjamin Lense, Torjus Hansen, Detlev Dammeier, Momo Diabang, Fatmir Vata, Rüdiger Kauf, Bernd Rauw, Artur Wichniarek

WECHSEL 
Hamburger SV:
Lars Jacobsen für Bernd Hollerbach (54.)
Raphael Wicky für Rodolfo Esteban Cardoso (61.)
Erik Meijer für Bernardo Romeo (84.)

DSC Arminia Bielefeld:
Marek Heinz für Bernd Rauw (71.)
Doo-Ri Cha für Fatmir Vata (79.)
Massimiliano Porcello für Benjamin Lense (83.)
 

HSV macht gegen Bielefeld zehnten Heimsieg perfekt 
Im Fußball gibt es Fehler, die darf man sich erlauben. Denn der Erfolg heiligt bekanntlich die Mittel. Und dann gibt es Fehler, die können einen Kopf und Kragen kosten. Zwischen diesen beiden Extremen pendelte Hamburgs japanischer Stürmer Naohiro Takahara in der 89. Minute. 
Torwart Mathias Hain war aus dem Tor geeilt und senste am Ball vorbei. Vor Takahara lag nur noch das leere Tor und die wenig erquickende Aussicht, ein Pflichttor zu erzielen, oder sich dem Spott des Publikums auszusetzen. Takahara entschied sich für letzteres... 
Obwohl Takahara das Kunststück fertigbrachte, den Ball am leeren Tor vorbeizuschieben, hatte er nach dem Spiel dennoch Grund zu lächeln. Zum einen, weil Japaner bekanntlich aus dem Land des selbigen kommen. Zum anderen, weil Bielefeld es nicht schaffte, in den Schlussminuten noch den Ausgleich zu erzielen. 
Entsprechend nachsichtig zeigte sich HSV-Trainer Kurt Jara. "Wenn man 1:0 gewinnt, kann man über so was hinwegsehen. Wenn der Ausgleich noch gefallen wäre, wär's umso schlimmer gewesen."

Katastrophenspiel in Halbzeit zwei
Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Takahara machte trotz der einen Szene ein gutes Spiel. Der Japaner gab vier Torschüsse ab, mehr als jeder andere auf dem Feld, und bestritt viele Zweikämpfe. Und einer seiner Schüsse führte - abgefälscht durch Reinhardt - zum 1:0 für den HSV.
Doch insgesamt bekleckerte sich der HSV trotz der drei Punkte nicht gerade mit Ruhm. "Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns. Die erste Halbzeit ging noch, aber die zweite war eine Katastrophe", meinte Torwart Martin Pieckenhagen.

Jara setzt auf Offensive
Unverständlich schwach eigentlich, denn Jara ließ gegen Bielefeld extrem offensiv spielen. 
Mit Marcel Maltritz war lediglich ein defensiver Spieler neben fünf offensiv ausgerichteten Spielern (Rodolfo Cardoso, Sergej Barbarez, Mehdi Mahdavikia, Takahara und Bernardo Romeo) in Mittelfeld und Sturm aufgeboten worden. 
Eine Aufstellung, die Jara folgendermaßen erklärte:"Bei Bielefeld sind zwei wichtige Spieler ausgefallen (Ansgar Brinkmann und Christoph Dabrowski, Anm. d. Red.), und wir wollten hier ein Zeichen setzen und nach vorne spielen. Das hat sich ausgezahlt."

HSV vor richtungweisendem Spiel gegen BVB
Nach dem neuerlichen Erfolg schnuppert der HSV auf Platz vier sogar an den Champions-League-Rängen. Eine Option, die für Jara ganz klar mit dem nächsten Gegner verbunden ist. "Wir spielen nächste Woche gegen den Deutschen Meister Dortmund und das Spiel wird sicherlich richtungweisend sein."
Bielefeld dagegen muss sich weiter im Abstiegskampf herumplagen. Mit 31 Punkten haben die Arminen nur zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. 

Hain glaubt an Klassenerhalt
Torwart Mathias Hain ist dennoch zuversichtlich: "Wir werden am Ende auf jeden Fall die Klasse halten. Es mag sein, dass wir auch mal auf einem Abstiegsplatz stehen, aber das sollte uns nicht verunsichern. Am 34. Spieltag wird abgerechnet und da wird Arminia mindestens 15. sein."
Dann sollte sich Bielefeld in den nächsten Partien aber geschickter verhalten als beim 0:1, als Kapitän Bastian Reinhardt den Ball ins eigene Netz beförderte. "Ich glaube, es war der erste Ballkontakt in dem Spiel, da musste ich schon ganz schön schlucken."
Immerhin: Torwart Hain, der den von Reinhardt abgelenkten Ball noch mit dem Kopf berührte, nahm's mit Humor: "Mein erstes Kopfballtor in der Bundesliga, da bin ich echt stolz drauf!"
 

Kurt Jara (Hamburger SV): 
"Ich habe bis zu diesem Spiel nicht gewusst, dass man ein Spiel auch nur mit 45 Minuten gewinnen kann. Wir haben nach der Pause aufgehört, Fußball zu spielen. Aber wenn man oben steht, dann gewinnt man solche Spiele tatsächlich 1:0. Die Leistung in der zweiten Halbzeit ist nicht zu akzeptieren. Wir können nur durch den Sieg darüber hinwegsehen." 

Benno Möhlmann (Arminia Bielefeld): 
"Wir haben diese Partie in der ersten Halbzeit viel zu zaghaft begonnen, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und hatten zu wenig zwingende Aktionen nach vorne. Auch wenn das Tor unglücklich gefallen ist, dürfen wir uns über den Rückstand nicht beschweren. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt und waren auch kämpferisch besser. Wenn die hundertprozentige Chance von Artur Wichniarek reingeht, wird es noch ein interessantes Spiel. Insgesamt müssen wir unsere Chancen einfach besser nutzen." 

Topspieler: Tomas Ujfalusi (Hamburger SV)
Hamburgs tschechischer Abwehrspieler machte gegen Arminia Bielefeld ein Klassespiel. Der Innenverteidiger gewann sensationelle 89 Prozent seiner Zweikämpfe (16 von 18 Duellen Mann gegen Mann). Damit war der Tscheche zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz. Eine Leistung, die ihm die super11-Note 8,8 einbrachte. Und auch beim Hamburger SV weiß man, was man an Ujfalusi hat. "Er ist eine Stütze unseres Teams, und wir wollen zusammen mit ihm den Weg nach oben bestreiten", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer über den Tschechen. 

Spielwertung: 1 Ball (von 4)

Kommentar:
Der HSV siegte gegen Bielefeld, ohne sonderlich zu überzeugen. Das Team von Trainer Kurt Jara zeigte zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten machte der HSV das Spiel, Bielefeld fand überhaupt nicht statt. In der zweiten bauten die Hanseaten aber merklich ab. Viel mehr brauchten sie aber auch nicht zum Sieg. Denn Bielefeld versteifte sich zu sehr auf ihre Taktik, durch Standards zum Erfolg zu kommen. Bis zum Spiel gegen den HSV gab es nämlich nur drei Teams, die mehr Tore nach Freistößen erzielt hatten als die Arminen (sieben Tore). In der Zweiten Liga war das noch das Erfolgsrezept der Ostwestfalen, in der Bundesliga stecken die Arminen mit nur 31 Punkten tief im Abstiegskampf.
Markus Schmidt 

Taktik:
Hamburger SV:
Vor Torwart Pieckenhagen agierte eine Viererkette mit Hollerbach, Ujfalusi, Hertzsch und Fukal. Davor sicherte Maltritz ab. Im offensiven Mittelfeld teilten sich Cardoso und Barbarez die Spielmacherrolle. Im Sturm spielten Mahdavikia (links), Takahara (rechts) und Romeo gab den Mittelstürmer.

Arminia Bielefeld
Im Tor Hain, vor ihm die vier Verteidiger Borges, Lense, Reinhardt und Hansen. Auf der linken Außenbahn Dammeier, rechts Kauf. Zentral sicherte Rauw ab. Im offensiven Mittelfeld zog Vata die Fäden. Im Sturm rochierten Diabang und Wichniarek. 


 
kicker:
Spielbericht 

Nach der enttäuschenden 0:2-Schlappe in Gladbach änderte HSV-Coach Jara seine Elf auf drei Positionen: Für Jacobsen und Hoogma liefen wieder Ujfalusi und der zuletzt Gelb-gesperrte Hollerbach auf. Zudem ersetzte Takahara Benjamin. Zwei Änderungen nahm dagegen Bielefelds Coach Möhlmann im Vergleich zum 0:0 gegen Dortmund vor. Rauw ersetzte den verletzten Brinkmann (Hexenschuss) und Lense kam für den grippekranken Dabrowski ins Team.

Südamerikanische Stimmung in der Hamburger AOL-Arena: Der Rasen war gänzlich überzogen mit weißen Papierfetzen. Die Orientierung verloren die Hamburger deshalb aber nicht. Von Anbeginn setzten sie die Bielefelder schon in deren Hälfte mit konsequentem Pressing unter Druck. Eine Tatsache, die sich schon bald auszahlen sollte. In der neunten Minute schickte Barbarez Takahara steil in den Strafraum. Der Japaner fackelte nicht lange und zog ab. Der Rettungsversuch von Reinhardt trifft Keeper Hain am Kopf, von dort flog das Leder über die Linie.

Im Anschluss zeigte sich der HSV Spiel bestimmend aber abwartend. Ein Risiko wollten die Hanseaten nicht eingehen, deshalb drängten sie nicht bedingungslos auf das 2:0. Ihre technische Überlegenheit und die Tatsache, dass die Norddeutschen noch hätten zulegen können, waren aber stets deutlich zu spüren.

Den Bielefeldern kam die Hamburger Zurückhaltung natürlich entgegen. So setzten sie ihrerseits auf Konter. Wenn auch die klaren Chancen fehlten, die schnellen Wichniarek und Diabang waren ständig in Bewegung.

Dennoch hatten beide Teams bis zum Pausenpfiff die Möglichkeit, für Zählbares zu sorgen. Sowohl Fukal auf der einen Seite (34.) als auch Lense auf der anderen (39.) vergaben aber leichtfertig. 

Nach dem Wechsel wurde die Arminia mutiger und versuchte, selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Dies gelang ihnen überraschend gut, da die Hanseaten wenig entgegensetzten. So hatte man es an der Elbe Keeper Pieckenhagen zu verdanken, der sich bei Wichniareks Flugkopfball auszeichnen konnte (56.).

HSV-Trainer Jara reagierte und brachte mit Wicky für Cardoso eine weitere Kraft im defensiven Mittelfeld. Doch es schien, als hätte Hamburg, das äußerst spielstark begann, den Faden verloren. Auch in puncto Aggressivität erarbeitete sich der DSC nun deutliche Vorteile. Doch die Arminen zogen das Spiel vornehmlich in die Breite, nach vorne mangelte es ihnen an Präzision.

Gegen Ende stand die Partie unter einem Motto: Hamburg versuchte sich über die Zeit zu schaukeln, Bielefeld versuchte viel, die Durchschlagskraft fehlte jedoch. Ein Kuriosum am Ende: Takahara verpasste es in der 90. Minute, den Ball ins leere Tor zu schieben.

Es hätte, gemessen an der Anfangsphase, eine Gala des HSV werden können, aber nach der frühen Führung konnte man an der Elbe froh sein, nicht noch den Ausgleich gegen engagierte Bielefelder bekommen zu haben.
 

Spielereignisse im Detail 
Schlusspfiff 

90     So etwas hat die Bundesliga lange nicht gesehen: Takahara spielt bei einem Konter Hain aus und läuft alleine auf das Bielefelder Tor zu. Unglaublich, aber der Japaner schafft es, das Leder neben das Tor zu setzen. 

86     Weiter keine Torszenen: Bielefeld will, kann aber nicht, und der HSV will sich über die Zeit mogeln. 

72     Barbarez kommt nach einer verunglückten Faustabwehr von Hain in gute Schussposition etwa 16 Meter vor dem Kasten. Der Ball bleibt in der Abwehr der Bielefelder hängen. 

68     Echte Chancen fehlen derzeit, doch die Bielefelder agieren aggressiv und versuchen alles, zum Ausgleich zu kommen. 

56     Dammeier flankt von rechts und findet Wichniarek in der Mitte. Der Pole versucht's per Flugkopfball, Pieckenhagen steht aber goldrichtig. 

53     Vata bringt das Leder von der linken Seite herein. Diabang nimmt direkt ab, trifft jedoch nicht richtig. Pieckenhagen braucht nicht einzugreifen. 

49     Mahdavikia flankt erneut präzise von der rechten Seite nach innen. Dort steigt Takahara hoch und verfehlt das Tor nur knapp per Kopf. 

 Anpfiff 2. Halbzeit 

 Halbzeit 

44     Tor für Hamburg - allerdings stand Romeo klar im Abseits. Der Treffer zählt nicht. 

41     Takahara zieht etwa 35 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse ein Solo an. Von der Strafraumkante zieht der Japaner ab und findet in Hain seinen Meister, der den Ball sicher hält. 

39     Wieder ein Freistoß der Arminen von der rechten Seite. Barbarez kann per Kopf nicht klären und so kommt Lense vier Meter vor dem Tor in beste Schussposition. Zu überhastet vergibt der Abwehrspieler. 

34     Romeo bringt den Ball per Rückzieher von der rechten Strafraumseite in den Gefahrenbereich. Dort kommt Fukal an das Leder, sein Drehschuss geht jedoch knapp vorbei. 

22     Nun auch mal die Arminia: Nach einem Freistoß von der linken Seite steigt der aufgerückte Reinhardt am höchsten, sein Kopfball verfehlt den linken Pfosten jedoch knapp. 

21     Mahdavikia flankt von der rechten Seite in den Strafraum. Dort steht Barbarez der die Hereingabe per Dropkick verwertet, aber an einem Bielefelder Abwehrspieler scheitert. 

19     Hamburg ist weiterhin spielbestimmend, Risiko gehen sie allerdings nicht ein. Abwarten heißt die Devise, von den Bielefeldern ist nicht viel zu sehen. 

10     Das frühe 1:0 für den HSV: Barbarez schickt per Steilpass Takahara in den Strafraum, der Japaner zieht sogleich scharf ab. Reinhardt versucht noch zu retten, schießt jedoch Keeper Hain an, von dessen Kopf das Leder über die Linie geht. 

3     Romeo setzt sich toll in Szene: Nach einem halbhohen Anspiel an der Strafraumgrenze zieht der Argentinier direkt ab. Hain braucht nicht eingreifen, das Leder zischt am linken Pfosten vorbei. 

 Anpfiff 


 
dpa meldet: Bielefeld im Pech: Eigentor sorgt für HSV-Zittersieg

Von Volker Gundrum, dpa

Hamburg (dpa) - Mit Glück und Geschick kämpft sich der Hamburger SV weiter in Richtung Europacup. Mit einem schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Erfolg über «Lieblingsgegner» Arminia Bielefeld festigten die Hanseaten vor 46 360 Zuschauern in der AOL-Arena ihre gute Ausgangsposition im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz und verbesserten sich in der Tabelle mit 43 Punkten auf Rang vier. 

Arminen-Torwart Mathias Hain (10. Minute) sorgte mit einem kuriosen Eigentor für den zehnten HSV-Heimsieg der Saison. «Nach der Pause haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Wir wollten das 1:0 verwalten», monierte Trainer Kurt Jara, der sich trotzdem über einen «wichtigen Sieg» freute. Sein Gegenüber Benno Möhlmann klagte, dass man «zu zaghaft begonnen» habe, stellte aber fest: «Unter dem Strich können wir uns nicht beschweren.»

Besonders Naohiro Takahara, der von Jara überraschend in die Anfangsformation berufen wurde, setzte auf HSV-Seite Akzente. Der Japaner war es auch, der mit seinem Einsatz dem HSV den Führungstreffer bescherte. Aus eigentlich aussichtsloser Position schoss er Bastian Reinhardt an, der den Ball so unglücklich abfälschte, dass ihn Torwart Mathias Hain mit einem «Kopfball» nur noch noch in das eigene Netz befördern konnte. «Diese Szene kann ich mir in diesem Jahr noch einige Male anschauen», sagte Reinhardt.

Obwohl der HSV auf den verletzten Kapitän Nico Jan Hoogma verzichten musste, spielten die Hausherren zunächst souverän auf. Die Hanseaten bedrängten munter das Gästetor, doch sie trafen nicht. Sergej Barbarez (21.) vergab die größte Gelegenheit, da sein Schuss von Bernardo Romeo abgeblockt wurde. Die vom ehemaligen HSV-Coach Möhlmann trainierten Bielefelder wurden danach stärker und gaben durch Reinhardt (22.) ihren ersten Warnschuss ab.

Hoogma-Vertreter Ingo Hertzsch wurde danach zum Sicherheitsrisiko, doch die Gäste konnten aus den dicken Fehlern des Nationalspielers kein Kapital schlagen. Nach der Pause drängten die Bielefelder, die noch nie in Hamburg gewinnen konnten, auf den Ausgleich. Die HSV- Abwehr kam gehörig ins Schwimmen. Artur Wichniarek (55.) sorgte für die größte Schrecksekunde unter den HSV-Fans, doch Torwart Martin Pieckenhagen fing das Leder kurz vor der Linie ab. «Das hätte der Ausgleich sein können», sagte Möhlmann.

Die Bielefelder, die im Oktober 1996 beim 2:2 ihren einzigen Bundesliga-Punktgewinn in Hamburg feierten, stürmten dem Ausgleich entgegen. Die Hamburger kamen kaum zu Entlastungsangriffen, die Fans forderten ihre Elf mit Sprechchören zum Kampf auf. Jara reagierte: Der Österreicher brachte für den enttäuschenden Regisseur Rodolfo Cardoso den Schweizer Raphael Wicky. Zuvor war Lars Christian Jacobson für Bernd Hollerbach ins Spiel gekommen, später versuchte noch Erik Meijer für Romeo sein Glück. In der Schlussphase kam der HSV wieder besser ins Spiel, doch Barbarez vergab kurz nacheinander drei hochkarätige Chancen. Kurz vor Schluss vollbrachte Takahara das Kunststück, den Ball aus Nahdistanz am leeren Tor vorbei zu schießen.