Saisonausblick 2003/2004


Ich habe nun alle Spiele vor Beginn der Bundesliga abgewartet, bevor ich ein paar Worte zu meinen Erwartungen schreibe. Das hätte ich wohl besser nicht getan, denn natürlich ist es schwer, die Euphorie nach dem erstmaligen Gewinn des Liga-Cups zu unterdrücken.

Wer sich gegen der Spitzenmannschaften Hertha BSC, Bayern München und Borussia Dortmund durchsetzt, kann ja irgendwie nicht ganz so schlecht sein; auch wenn man natürlich berechtigt einwerfen kann, daß es eben alles nur Vorbereitungsspiele waren.

Vor diesen Spielen hätte ich auch schon die Hoffnung gehabt, daß wir den UEFA-Cup-Platz wieder erreichen können, aber ich hatte es für noch schwerer gehalten als ich momentan hoffe.

Nach den bisherigen Leistungen denke ich schon, daß wir eine realistische Chance haben werden, einen UEFA-Cup-Platz zu erreichen. Evtl. könnte auch der 3. oder mit äußerst viel Glück der 2. Platz drin sein, aber dazu müßte es über 34 Spieltage hinweg sehr perfekt laufen.

Obwohl ich denke, daß wir sehr gute Zugänge haben mit Meier, Schlicke, Reinhardt und ganz besonders Beinlich, macht mir unser Personal schon etwas Sorgen.

Dies gilt allerdings fast nur für den Sturm. Hier haben wir mit Takahara eigentlich nur einen richtigen Ersatzspieler, den man m.E. jederzeit bringen kann und der einen der anderen Offensivspieler ersetzen kann.

Wenn nun aber Romeo mal verletzt ist oder Barbarez mal gesperrt oder Mahdavikia mal wieder wochenlang zu iranischen Länderspielen reisen muß, haben wir ein Problem da vorn. 

Auch wenn ich da nie objektiv bin, so denke ich nach wie vor, daß es ein großer Fehler war, Erik Meijer einfach so gehen zu lassen. Er wäre genau der Mann gewesen, den man ebenfalls immer im Sturm bringen kann. Einer der sofort Leistung und Einsatz bringt und bei dem ich nicht nachdenken mußte, ob er dem Gegner wohl auch gewachsen ist.
Aber das Thema ist ja nun gegessen.

Grundsätzlich denke ich auch, daß die Personalpolitik des HSV unter Dietmar Beiersdorfer bisher sehr positiv war. Es sind viele "Altlasten" ausgesiebt worden und das Team wurde punktuell verstärkt. Beinlich wird uns m.E. besondere Freude machen, wobei man nach seiner Verletztengeschichte natürlich gerade bei ihm auch immer ein wenig Angst haben muß, ob er eine ganze Saison verletzungsfrei oder zumindest größtenteils verletzungsfrei überstehen kann. 

Ich hoffe natürlich, daß wir einen guten Start in die Saison erwischen. Da wir am 2. und 3. SPieltag gleich zwei Auswärtsspiele haben, kann die Truppe beweisen, daß sie auswärts mehr reißen kann und will als in der letzten Saison (o.k. - weniger geht auch kaum ... :-) ).
Aber unser Team dürfte nach der Vorbereitung mit dem fantastischen Gewinn des Liga-Cups vor Selbstbewußtsein strotzen. Ich hoffe und glaube, daß der Liga-Cup die optimale Saisonvorbereitung für uns war. Die Mannschaft hatte nun bereits vor dem 1. Spieltag mehrere SPiele, in denen es um viel ging. So war es das letzte Mal, als wir im UI-Cup bis ins Finale vorgedrungen waren. Die folgende Saison war unsere seit langem beste und endete mit dem 3. Platz und dem Erreichen der Champions League.

Wäre doch schön, wenn sich diese Geschichte wiederholen würde.

Wenn ich mich auf einen bestimmte Platzierung festlegen sollte, würde ich uns auf Rang 4 tippen; ansonsten würde ich sagen zwischen Platz 2 und 8 dürften wir einlaufen, denn es gibt ja viele Mannschaften, die den internationalen Wettbewerb erreichen wollen. Und die haben teilweise deutlich mehr in den Kader investiert. Eine eigespielte Truppe mit nur wenigen neuen Spielern kann aber auch durchaus vorteilhaft sein (auch hier sei an die CL-Saison erinnert, zu der nur 4 neue SPieler zu uns kamen).... wie gesagt: eine Duplizität der Ereignisse ist durchaus nicht ungewünscht... ;-)


 
kicker-Sonderheft. Bundesliga 2003/2004

Käpt´n Kurt:"Wo ich bin, ist der Erfolg"

Kurt Jara hatte schwere Zeiten in Hamburg. Doch raue See wehte dem Tiroler nicht den Hut vom Kopf. Der Einzig in den UEFA-Cup ist vor allem der Erfolg des Trainers. Nicht der letzte, wenns nach ihm geht. Jara hat noch viel vor.

Die Helden von Athen waren Augenzeuge. Die letzte große Mannschaft des Hamburger SV, die am 24. Mai 1983 im Olympiastadion von Griechenland den Europapokal der Landesmeister eroberte, versammelte sich am letzten Mai-Wochenende 2003 an der Alster und bestaunte das Gesellenstück der Nachfahren. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach diesem historischen Datum in der HSV-Chronik erkämpfte sich die neue Generation bei den Hanseaten die Rückkehr nach Europa. Welch' ein Freudentag in der zuletzt nicht immer so genussvollen Gegenwart bei dem Traditionsklub. Alt und Jung feierten gemeinsam im berühmten "Hagenbecks Tierpark" den Triumph von einst und den Erfolg von heute.

"Wir werden noch etwas tun", kündigte in Feierlaune Dietmar Beiersdorfer, der neue sportliche Leiter, verstärkte Bemühungen an, dass die Qualifikation für den UEFA-Cup nicht gleichermaßen der Anfang und das Ende der intemationalen Renaissance gewesen sein soll für den Verein, der in der Saison 1999/2000 ein kurzes einjähriges Gastspiel in der Königsklasse Champions League gegeben hatte. Damals avancierte Frank Pagelsdorf zum Heros, der auch diese Truppe weitgehend noch ausgebaut hat. Diesmal sitzt Käpt'n Kurt Jara auf dem Thron. Ein Österreicher wie damals in den 80er Jahren, als der große Ernst Happel das Zepter schwang. Eine Erfolgsära, wie sie der vom ihm bewunderte Grande und Grantler aus Wien bewerkstelligt hat, schwebt dem Tiroler Jara vor, der als Erfolgsmensch gilt und diesen Anspruch auch an sich erhebt. Unter Minderwertigkeitskomplexen leidet der 52-Jährige gewiss nicht, wenn er behauptet: "Wo ich bin, ist Erfolg. Ich habe überall erfolgreich gearbeitet."

Dies trifft auf seine Lehrjahre in der Schweiz zu. Erst recht auf seine Gesellenjahre in als Meistermacher in Innsbruck Nun folgte das Meisterstück in Hamburg. So jedenfalls setzt Jara die Wertigkeit der UEFA-Qualifikation in der Bundesliga an: "So wertvoll wie ein Titel in Österreich."
"Käpt'n Kurt", der König von Hamburg. Ein König auf Bewährung.

Denn dass der neue "Ösi-Schwung" im hohen Norden, der  HSV wieder mal zur Nummer eins in dieser Region vor dem Uralt-Rivalen Werder und vor dem Neuzeit-Konkurrenten Wolfsburg empor schießen ließ, nun bestätigt werden muss, weiß der Pagelsdorf-Nachfolger,  der seit September 2001 im Am ist. Was er in dieser Zeit vollbracht hat: Auf Platz 15 hat er die Elf übernommen, als designierten Abstiegskandidaten. Auf Platz 4 hat er sie geführt, zu einer potenziellen Spitzenmannschaft geformt. Dabei den Verjüngungsprozeß vorangetrieben, Leute wie Panadic und Töfting abgegeben, Akteure wie Top-Verdiener Albertz aussortiert. "Jetzt will ich auch international angreifen", setzt sich der forsche Kurt zum Ziel. Eine Kampfansage, die die Fans gern hören. In der neuen AOL-Arena ist die Gemeinde wieder gewachsen. Über 45 000 Besucher strömten im Schnitt in den hypermodemen Fußball-Tempel im Volkspark. Mit über 25. 000 verkauften Dauerkarten für die neue Saison stellte der HSV einen neuen Rekord auf. Der Verein ist wieder "in" in Hamburg. Eine Topadresse in der Millionenstadt, wo das Publikum seit jeher verwöhnt ist.

Zumindest in die dritte Runde auf europäischem Sektor wollen sie vorstoßen. Auch Jaras Personal setzt sich dieses hoch gesteckte Ziel. "Warum sollte dem HSV nicht glücken, was dem UEFA-Cup-Gewinner FC Porto gelungen ist?" fragt Bernardo Romeo rhetorisch. Und der Argentinier, so leidenschaftlich mit dem Mundwerk wie bei der Torejagd, drückt das gestiegene Selbstvertrauen der Profis aus, die Jaras Motivationskünste zu Winner-Typen gemacht haben: "Als Vierter der Bundesliga können wir dies auch schaffen. Wir sollten im UEFA-Cup weit kommen."

Dabei konnte sich der Hamburger SV, mit einem Minus von 14,5 Millionen Euro aus der abgelaufenen Saison belastet, keine großen Sprünge leisten. Als Sparkommissar jedenfalls muss sich Bernd Hoffmann, seit Februar amtierende Vorstandsvorsitzender, vorkommen. Seine Vorgänger um Werner Hackmann, den DFL-Boss, hatten Vabanque gespielt und Miese einkalkuliert, um die Rückkehr ins internationale Geschäft zu gewährleisten. Es ging auf, wenn auch unter dem Strich mit einem erheblichen Fehlbetrag, zumal die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und speziell die Kirch-Krise sich nachteilig auswirkten. Also setzte Hoffmann, früher ein Stratege beim Vermarkter UFA/Sportfive, den Rotstift an: Reduzierung der Personalkosten von 28 auf 23 Millionen Euro, weitere Einsparungen bei einem unverändert hohen prognostizierten Gesamtumsatz von 62 Millionen Euro.

"Wir sind gut aufgestellt", betont Hoffmann nach den Transferaktivitäten. Auch der Coach zeigt sich zufrieden mit der Personalpolitik, wenngleich ihm nicht alle Wünsche erfüllt worden sind: Jara machte sich stark für das Bleiben der "ersten Ersatzspieler" Ingo Hertzsch und Erik Meijer, was ihm verwehrt wurde. Jara erhoffte sich Nationalspieler Oliver Neuville, was, wie er selbst sagt, "finanziell nicht machbar war. Das habe ich zu akzeptieren".

Doch das Entscheidende bei der Kader-Zusammenstellung:
Alle Stammkräfte konnten gehalten werden, inklusive der international begehrten Stars wie Mehdi Mahdavikia, dem besten Vorbereiter der Liga, und Tomas Ujfalusi, dem Defensivstrategen und tschechischen Nationalspieler.
"Wichtig ist," so Nico-Jan Hoogma, Kapitän und Jaras rechte Hand, vor seiner letzten Saison in Hamburg, "dass unsere Elf zusammen geblieben ist." Eingespielt sind sie. Und ein eingeschworer Haufen sind sie auch, wie spielsweise die Protestaktionen der Profis für ihre Kollege Hertzsch und Meijer verdeutlichten.

Die Neuen versprechen zudem einiges: Ex-Nationalspieler Stefan Beinlich, ablösefrei aus Berlin geholt, ist mehr als ein Ersatz für den mitunter schwächelnden Regisseur Rodolfo Esteban Cardoso. Mal sehen, vielleicht gelingt Jara ein Nebeneinander und nicht nur ein  Jobsharing. M it Junioren-Nationalspiel Björn Schlicke (für eine Million Euro von Greuther Fürth) Bastian Reinhardt (für 250 000 Euro aus Bielefeld) sind für den Defensivbereich ein Talent und ein gestandener Bundesliga-Spiele verpflichtet worden. Dazu kommt mit Alexander Meier, dem Heimkehrer aus St. Pauli, eine Alternative für die Offensive.

Die Spielerliste liest sich gut. Finanzboss Hoffmann, Planer Beiersdorfer und Praktiker Jara, Hamburgs neues "Dreigestirn", haben gute Vorarbeit geleistet. Nun geht "Käpt'n Kurt" aus Tirol an die Umsetzung, damit die Fete im Tierpark nicht die letzte gewesen ist.
HANS-GÜNTER KLEMM

Das muss besser werden: Aktenkundig ist der Schwachpunkt: nur 14 Auswärtspunkte, nur zwei Auswärtssiege. In der Fremde muss sich der HSV steigern. Außerdem sollten offensiv mehr Akzente auf der linken Seite gesetzt werden.

kicker-Prognose: Der HSV wird sich in der Spitzengruppe etablieren. Am Ende steht wieder der Einzug in den UEFA-Cup.
 

Trainer Kurt Jara: Wir wollen die dritte Runde im UEFA-Cup erreichen.:
kicker: Herr Jara, Sie haben den HSV wieder in den Europacup geführt. Was ist mit dieser Mannschaft international zu machen?
Kurt Jara: Nun sind wir wieder in Europa, nun wollen wir auch dort bestehen. Es hängt natürlich viel von der Auslosung ab, doch die dritte Runde wollen wir schon erreichen.
kicker: Sind Sie mit der Personalpolitik in diesem Sommer zufrieden?
Jara. Insgesamt ja. Beinlich und Schlicke haben wir früh verpflichtet. Mit Reinhardt habe ich den gewünschten Abwehrspieler bekommen, als Ersatz für Hertzsch. Ich wollte noch einen Stürmer, der zu Romeo passt. Leider hat die Sache mit Neuville nicht funktioniert. Der Transfer war finanziell einfach nicht machbar. Das muss ich akzeptieren. Dafür habe ich den jungen Meier, der zurück kommt, und für uns auch ein Gewinn werden kann.
kicker: Warum ist Ihre Mannschaft stärker als in der vergangenen Saison? Welche Defizite sind noch vorhanden?
Jara: Stärker sind wir vor allem, weil wir vom Stamm niemanden abgegeben haben. Wir können also auf eine eingespielte Truppe zurück greifen. Zudem haben wir mit Beinlich und Cardoso die Position des Spielmachers doppelt besetzt. Unsere Schwäche? Man muss nur in die Tabelle schauen. Wir müssen uns auswärts steigern.
kicker: Über Ihre Vertragsverlängerung ist noch nicht gesprochen worden. Ärgert Sie dies?
Jara: Nein, ich habe in der Angelegenheit keine Eile.
kicker: Wer wird Meister, und wo landet der HSV?
Jara: Favorit ist wie immer Bayern München. Unser Saisonziel ist klar: Wir wollen uns in der Spitzengruppe stabilisieren und wieder einen europäischen Platz. Und das schaffen wir auch.


 
 
Sportbild Sonderheft Bundesliga 2003/2004

Auch in Zukunft auf dem höchsten Niveau spielen.

Noch im letzten Herbst hätten die Fans den trainer am liebsten davongejadt. Doch mit einem Mal ist alles ganz anders: Erfolg macht geduldig, aber hoffentlich nicht blind.

Von Christoph Sonnenberg:

Sogar in den Ferien hat Kurt Jara (52) noch gespürt, was es bedeutet, Trainer beim HSV zu sein. In seinem Urlaubsort an der spanischen Costa del Sol gratulierten auf einmal Einheimische fröhlich zum Einzug in denUefa-Cup. »Es ist etwas Schönes, beim HSV zu arbeiten«, hat Jara da für sich gedacht. »Es gibt nicht viele Steigerungen zu diesem Klub.«

Dieses Glücksgefühl war freilich nicht immer da. Als der HSV zu Beginn der letzten Saison zeitweise auf Platz 15 abrutschte, hätten die Hamburger Fans den Österreicher am liebsten zurück in die Alpen verfrachtet, notfalls auch zu Fuß.

Emotionsloser Fußball, verordnet von einem emotionslosen Trainer. "Ich bin eben keiner, der sich für  einen Sieg in der Kurve feiern lässt", verteidigte Jara seine Distanz zu den Fans. Stattdessen stellte er sich auch nach wenig ansehnlichen Spielen vor seine Mannschaft.

Genau das war letztlich ein wichtiger Baustein zum Erfolg. Jara baute um Torwart Martin Pieckenhagen, Kapitän Nico Jan Hoogma und Sergej Barbarez eine Hierarchie auf, schweißte das Team zusammen. Quertreiber wie Jörg Albertz, der nach seiner Ausmusterung öffentlich Kritik übte, sortierte Jara dagegen gnadenlos aus.

Augenscheinlich hat es sich gelohnt. Achtmal punktete der HSV trotz eines 0:1-Rückstands (zwei Siege, sechs Remis) - keinem Team der Liga gelang das häufiger. »Das zeigt die Moral, die in dieser Mannschaft steckt«, fühlt Jara sich bestätigt.

Diese Mentalität will er auch in der neuen Saison sehen. Zum einen das Bewusstsein, dass »Erfolg nur über das Kollektiv zu erreichen ist«. Zum anderen, dass der HSV wieder zum ganz großen Namen im Fußball wird. "Zuletzt waren wir nur auf Grund der großen Tradition wer. Jetzt sind wir endlich auch wieder in der Gegenwart erfolgreich«, freut sich Kurt Jara. »Das muss allen beim HSV Selbstvertrauen geben.«

Jara macht es vor. Das Saisonziel lautet: direkte Qualifikation für den internationalen Wettbewerb (»ein Muss für einen Klub mit dem Anspruch des HSV«), und er freut sich auf die Herausforderung, den Beweis antreten zu können, dass der Erfolg kein Zufall war.

Wie schwer das wird, ahnt auch HSV-Legende Uwe Seeler: »Klubs mit ähnlichen Ambitionen wie der HSV konnten sich verstärken. In Hamburg wird auf Talente gesetzt. Jetzt müssen wir hoffen, dass es eine gute Saison wird.« Denn Geld, das Klubs wie Schalke oder Hertha in neue Spieler investierten, wird in Hamburg zum Stopfen von Finanzlöchern gebraucht: 15 Millionen Euro fehlten in der letzten Saison zur Deckung des Etats.

Die Ironie an der Geschichte: Ex-Vorstandsboss Werner Hackmann ließ sich vom Aufsichtsrat zusätzliche Gelder genehmigen, um mit dem HSV ins internationale Geschäft einzuziehen. Das hat der HSV geschafft - aber nun fehlt Geld, um sich für Gala-Auftritte in Europa zu verstärken. Kurt Jara fügt sich in sein Schicksal, keine teuren Transfers tätigen zu können. »Natürlich hätte ich gerne mehr eingekauft. Aber die finanzielle Basis des Klubs darf nicht zerstört werden.« 
Mit Stefan Beinlich (31) kam aus in nur eine echte Verstärkung. "Auf der Position des Spielmachers brauche ich einen Spieler, der sofort führende Rolle übemehmen «, erklärt Jara. Probleme mit Cardoso, wie Beinlich Linksfuß und Spielmacher, sieht Jara nicht. »Stefan kann auch defensiver spielen.« Bastian Reinhardt (27) kam vom Absteiger Bielefeld. Er soll den zu Leverkusen abgewanderten Ingo Hertzsch ersetzen. »Und falls Nico Jan Hoogma ausfallen sollte, kann Bastian auch ihn dank seiner Bundesliga-Erfahrung ersetzen.«
Björn Schlicke (22/Greuther Fürth) und Alexander Meier (20/St. Pauli) sieht der Trainer eher als Zukunftsspieler. »Das zeig dass hier perspektivisch gedacht wird. «

Jara fühlt sich gut gerüstet, den HSV dauerhaft in der Spitze zu etablieren. Der Klub soll spüren, wie schön es ist, ihn als Trainer zu haben - und erst recht die Fans. 

Sport-Bild-Prognose:
So gut, wie der Verein 2002/2003 als Tabellenvuierter dastand, hat er sich nicht wirklich präsentiert. Da war auch viel Glück im Spiel. Was die Mannschaft tatsächlich kann, wird sich definitiv jetzt zeigen - hoffentlich ohne böses Erwachen. UEFA-Cup ist nicht alles.


 
 
BILD: Max Merkel testet die Bundesliga.

Der Klassiker. Heute: Hamburger SV. Hamburger Spar-Verein. Sie kürzen sogar die Haare vom Chef. 

Von MAX MERKEL: 

In Hamburg gibt's für mich immer was zu feiern. Wiedersehen mit Uwe Seeler. Oder das Sensations-Essen im Fischereihafen-Restaurant. 

HSV-Kurt Jara schmeckt's auch. Der Kurtl aus Tirol plötzlich mit Balkon überm Hosengürtel. Sah nach Vorgänger Pagelsdorf aus, als der beim HSV dick im Geschäft war. 

Jetzt rennt sich Jara wieder schlank.  Kummer speck braucht er nicht. Mit dem Sprung in den UEFA-Cup hat er gute Arbeit geleistet. 

Doch der HSV kehrt als Hamburger Spar-Verein auf Europas Bühne zurück. Sie sparen und kürzen überall. Statt mit dem Charterflieger geht's mit dem Zug zum Pokalspiel nach Dresden. 

Die Gehälter oder Prämien werden gekürzt. Sogar das Haar vom Sportchef ist gekürzt! 

Dietmar Beierdorfer sieht nicht mehr aus wie eine Kreuzung aus "Prinz Eisenherz" und Spät-Hippie. Der neue Schnitt passt auch besser zu seinem Job. Zehn Spieler hat er schon rasiert. 

Bei 14,5 Millionen Miesen aus nur einer Saison musst du beim Thema "Kürzen" an alles denken. Sogar an die Trikots. Spart Waschpulver! 

Einen Trikot-Sponsor haben sie immer noch nicht. Dafür aber Millionen verpulvert für Gaucho-Fehlkauf Ledesma und für Abfindungen. Hammer-Ali Albertz ist jetzt der "Hammel-Ali" in Shanghai. Neben dem Bett hat er zwei Sacke stehen. In dem einen ist Reis, im anderen Kohle... 

In China wirst du als Fußballer schon gefeiert, wenn du hoch übers Tor schießt. 

In Hamburg haben sie Takahara wie den Kaiser von Japan empfangen. Sein erstes Sushi-Essen am Fischmarkt wurde von 20 Kameras in die Heimat übertragen. Drei "Tole" und zwei "Sponsolen" hat Taka dem HSV auch geliefert. Die Kädels an der Elbe lieben ihn und seine Glatze. 

Wer den Fußball liebt, kommt an Rodolfo Cardoso nicht vorbei. Da kann Landsmann Romeo Buden knipsen, wie er will. Mit Cardoso steht (und fällt, wenn er wieder mal wg.Verletzung fehlt) das HSV-Spiel. Deshalb soll Stefan Beinlich aus Berlin den Tango-König im Mittelfeld entlasten. Allerdings war Paule auch nicht mehr ganz so frisch unterwegs. Aus den beiden könnte man einmal Extra-Klasse zusammenschrauben. So aber wird Jara immer mal wieder einer ausfallen. 

Geld in die HSV-Kasse bringt mal Ujfalusi (gesprochen Uifaluschi). Sieht mit seiner Matte von hinten aus "Uschi", geht aber in der Abwehr zur Sache. Italiens Serie A hat ihn im Auge. Aber er wird teuer (Vertrag bis 2007). 

Auf den Sportkameraden Hollerbach schaut eher die Schiedsrichter-Innung. Gegner begrüßt "Holler" schon mal mit ausgefahrenem Ellbogen: Hallo, Burschi, ich hab dich kürzlich schon mal getroffen... 

Ich dachte schon, sein Jubiläum (100. Gelbe) zum Bundesliga-Start müsste verschoben werden. Nixda, Holler ist ein harter Hund. Läuft vier Tage nach seiner Sprunggellenk-OP schon wieder. 

Beim HSV Läuft's auf dem Platz soweit auch: UEFA-Cup wieder drin. 

Zeugnis: 
Abwehr: **** 
Mittelfeld: **** 
Stumr: *** 
Trainer: **** 
Managemnt: *** 

*** = Durchschnitt 
**** = stark 
max. ****** = perfekt 


 
 
Sportbild

Günter Netzer über den HSV

Der HSV darf den Erfolg nicht zu optimistisch sehen. Es war richtig, dass Kurt Jara Jörg Albertz aussortiert hat. Mit diesen Fans und dem Stadion ist alles möglich.: 

Aus der Entfernung lebe ich noch immer mit dem Hamburger SV, weil ich überwiegend gute Erinnerungen an die Zeit habe, in der ich Manager dieses Vereins war. Deshalb hat es mich wirklich richtig gefreut, dass der HSV den Sprung in den Uefa-Cup geschafft hat. 

Wichtig ist, dass die Hamburger jetzt die Politik der kleinen Schritte beherzigen. Gesundes Wachstum sage ich dazu immer. Für kurze Zeit ist es möglich, drei Schritte auf einmal zu nehmen - aber dann stürzt man meist immer ab. 
Natürlich bleibt die Champions League ein Ziel, aber man muss sich überprüfen, ob das wirklich realisierbar ist. Für den HSV gilt: Sie dürfen diesen Erfolg nicht zu optimistisch sehen. Denn die Kluft zu den etablierten Vereinen bleibt groß. Es ist erst der Anfang, da ist noch eine Menge zu tun. 

Für die Hamburger war es eine wechselhafte Saison. Noch im Oktober stand Kurt Jara kurz vor der Entlassung. Und es war auffällig, dass sich damals viele Spieler für ihren Trainer stark machten. Aber ich bin strikt dagegen, dass Spieler befragt werden, ob ein Trainer bleiben darf oder nicht. Solche Aktionen verurteile ich sogar. 
Aber letztlich haben die Spieler auf dem Platz gezeigt, dass sie mit Kurt Jara weiterarbeiten möchten. So soll es sein, das verlange ich von mündigen Spielern. Das sind die richtigen Antworten. 

Ein entscheidender Punkt war sicherlich auch die Trennung von Jörg Albertz. Solche Aktionen gehören zum Trainer-Handwerk dazu. Er muss aussortieren, wer nicht mitzieht oder nicht seinen Anforderungen entspricht. Und da macht man am besten nicht vor den so genannten Stars Halt. Mehr noch, man muss sich in solchen Fällen sogar an den Großen orientieren. 

Ich habe immer Trainer gern gehabt, die sich nicht an Schwachen großgetan haben, sondern an den Stars. Das hat Kurt Jara getan. Das hat Beachtung innerhalb der Mannschaft erzeugt. Nach dem Motto: Hoppla, hier wird durchgegriffen! Das spornt an und ist sehr hilfreich in festgefahrenen Situationen. 

Im Fall Albertz war das ein schmaler Grat, denn er war ja in den Medien und im Umfeld sehr beliebt. Aber hier muss der Trainer seine Linie haben, sonst verleugnet er seinen Beruf und seine Persönlichkeit. Er darf nicht wie ein Fähnchen im Wind Entscheidungen treffen. Das geht auf Dauer nie gut. Unter dem Strich muss der Erfolg stehen. Und den schafft man nicht, indem man sich mit Aktionen eine gute Presse erkauft. Auch hier hat Trainer Jara sehr umsichtig gehandelt. 

Im Umfeld des Vereins hat sich im Laufe der Saison viel getan. Werner Hackmann wurde im Vorstand von Bemd Hoffmann ersetzt, Sportdirektor Holger Hieronymus von Dietmar Beiersdorfer abgelöst. 

Für den Erfolg einer Mannschaft ist es absolut notwendig, dass im Vorstand gute Leute tätig sind, die den Verein im Griff haben und nur zum Wohle des Vereins arbeiten, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Das überträgt sich selbstverständlich auch auf die Mannschaft. Dass die Spielermerken, dass es sich lohnt, vielleicht sogar mehr als nötig für diesen Klub zu arbeiten. Das schafft Vertrauen, was sich in Erfolgen zeigen wird. 

Mit Dietmar Beiersdorfer hat der HSV einen guten Sportdirektor bekommen. Ich selbst habe ihn 1986 als Spieler zum HSV geholt. An meinem letzten Arbeitstag als Manager für den HSV bin ich nachts nach Fürth gefahren und habe Dietmar Beiersdorfer geholt. Ich halte einiges von ihm, er ist ein intelligenter junge, der Charakter hat und in seine Aufgabe weiter reinwachsen wird. Ich traue ihm noch einiges zu. Er hat bei den Trennungen von Spielern wie Erik Meijer und Ingo Hertzsch bewiesen, dass er sehr konsequent handelt. Das ist immens wichtig in der Position eines Sportdirektors. 

Nein, wirklich, mit diesem HSV bin ich sehr zufrieden. Die vergangene Saison war eine entscheidende für die Zukunft. Wenn sie wieder nichts erreicht hätten, müsste man den Klub mit großer Sorge betrachten. Aber jetzt haben sie ein Fundament geschaffen. 

Und wenn ich mir diese Infrastruktur anschaue, hat der HSV eine echte Chance. Mit diesem Stadion, mit diesen wunderbaren Fans. 

Wenn sie nicht übertriebene Wunschvorstellungen haben, kann am Ende mehr herausspringen, als 
sich jeder vorstellen kann. 


 
 
kicker-Test: Hamburger SV - 28.07.2003 12:36

Jara ist der absolute Testsieger

--------------------------------------------------------------------------------
Der Trainer ist der Star: Er hat sich Verdienste erworben an der Elbe, er ist unumstritten - und er hält einen kuriosen Rekord.
--------------------------------------------------------------------------------

Kommen & Gehen: Abgespeckt hat der HSV. Nach dem Abgang des aussortierten Top- Stars Albertz gingen zehn Akteure, lediglich Hertzsch und Meijer dürfen als Verlust bewertet werden. Im Gegenzug hat Jara mit Junioren-Nationalspieler Schlicke (Greuther Fürth) und dem erfahrenen Reinhardt (Bielefeld) die Defensive gestärkt. Berlins Beinlich, als möglicher Vertreter für den mitunter schwächelnden Cardoso geholt, erweist sich auch als Gewinn im defensiven Mittelfeld. Meier (St. Pauli) kann allein die schwache Besetzung in diesem Mannschaftsteil nicht wettmachen. 

Tests & Tore: Jaras Rekord steht: Seit er beim HSV amtiert, hat er noch kein Testspiel verloren. Die Erfolge im Liga- Pokal gegen Bayern (3:3, im Elfmeterschießen 4:1) und Hertha (2:1) überstrahlen alles, sind Beleg für eine gute Frühform. 

Stärken & Schwächen: Kaum Veränderungen im Team, alle Stammkräfte blieben trotz der Flirts europäischer Spitzenklubs mit Ujfalusi und Mahdavikia - das Eingespieltsein ist der große Trumpf für Coach Jara. Mit Beinlich und Reinhardt sowie dem wieder erstarkten Rahn und dem forschen Dänen Jacobsen erhöhen sich die Alternativen für den Österreicher. Die kompakte Defensivabteilung bleibt dabei die Trumpfkarte. Fraglich, ob das Potenzial in der Offensive ausreicht. Fraglich zudem, ob Cardosos Knie hält. 

System & Taktik: Das Erfolgssystem des Vorjahres wird nicht verändert. Soll heißen: Viererabwehrkette, davor zwei defensive Mittelfeldspieler, ein Spielmacher, zwei Außenstürmer, eine zentrale Spitze. Offensive Ausrichtung versprochen, zumal mit Rahn und Jacobsen als Vertreter für die verletzten Hollerbach und Fukal eher noch mehr Akzente in der Vorwärtsbewegung gesetzt werden können, zumal Beinlich aus der halblinken Defensivposition auch für das Spiel nach vorn steht. Varianten auf der Spielmacher-Position denkbar: Barbarez und Beinlich, falls Cardoso schwächelt. 

Trainer & Umfeld: Kurt Jara ist unumstritten. Seine Verdienste bei der Verjüngung und beim Formen einer neuen Elf stehen außer Frage und wurden gewürdigt mit der lautlosen und unspektakulären Verlängerung seines Kontraktes bis 2005. Die neue Führung mit Hoffmann und Beiersdorfer harmoniert. Einziger schwarzer Fleck, gerade für den Marketing-Experten Hoffmann: Die werbefreie Brust, gleich bedeutend mit einem finanziellen Manko von rund fünf Millionen Euro. 

Stimmen & Stimmungen: "Ich muss die Euphorie bremsen", sagt Kurt Jara. Er meint die überzogene Erwartungshaltung, entstanden durch die Erfolge im Liga-Pokal. Wohltuend realistisch geben sich indes Trainer und Profis. Kapitän Hoogma: "Wir sind auf einem guten Weg." 

Fazit & Prognose: Alles wird gut. Der Nina-Ruge-Spruch könnte zutreffen, der HSV zeigt mehr als vielversprechende Ansätze, zeigt gesteigertes Selbstvertrauen. Die Mannschaft ist ein Geheimfavorit. Ihr ist zuzutrauen, den UEFA-Cup-Platz des Vorjahres zu bestätigen und mit Glück sogar ins Rennen um die Champions- League-Qualifikation einzugreifen. 


 
 
Tagesspiegel.de: 

Die Angriffslustigen. In 18 Tagen durch die Liga (15) – wie die Bundesliga-Klubs aufgestellt sind. Heute: Hamburger SV:

Die neue Saison der Fußball-Bundesliga beginnt am 1. August. Bis zum Start beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den 18 Vereinen.

Wer hat das Sagen? Als „Die Welt“ im Februar mal bei Bernd Hoffmann anfragte, wie es um einen Wechsel von Stefan Effenberg zum HSV stehe, antwortete der Vorstandschef: „Für die sportliche Planung ist bei uns der Sportdirektor in Abstimmung mit dem Cheftrainer verantwortlich.“ Die Kompetenzfrage ist damit geklärt: Jeder hat das Sagen, allerdings nur in seinem Bereich. In Konfliktsituationen behält sich Hoffmann vor, das letzte Wort zu haben. Das klappt bisher. Noch vor einem Jahr war das ganz anders: Unter Werner Hackmann als Verantwortlichem blühte die Streitkultur. Mitunter kamen da bei einer internen Gesprächsrunde unter Dreien vier kontroverse Meinungen heraus, die Diskussion wurde danach öffentlich weitergeführt.

Was ist das Besondere? Seit der Gründung der Bundesliga 40 Jahre lang ununterbrochen erstklassig zu sein, das schaffte kein anderer deutscher Klub. Solche Tradition verschafft dem HSV aber keinen Respekt in der Fremde: Von den 17 Auswärtsspielen der vorigen Saison gewann die Mannschaft nur zwei. Im Kontrast dazu stand allerdings die Heimstärke: In der AOL-Arena gab es nur eine Niederlage – gegen die Bayern.

Was hat sich verbessert? Das Klima insgesamt. Der HSV ist nicht mehr so abgehoben-arrogant, man gibt sich volksnäher. Was nicht nur daran liegt, dass Bernd Hoffmann bevorzugt mit der S-Bahn in die AOL-Arena fährt. Und auf dem Spielfeld: Rodolfo Cardoso, der nach seiner Genesung hauptverantwortlich am sportlichen Aufschwung des HSV beteiligt ist, trägt nach der Verpflichtung von Stefan Beinlich nicht mehr allein die Verantwortung bei der Regieführung.

Wie sicher ist der Trainer? Ganz sicher, gerade erst hat Kurt Jara seinen 2004 auslaufenden Vertrag vorzeitig um ein Jahr verlängert. Aber der Österreicher weiß, dass sich der Wind im Fußballgeschäft schnell dreht. „Alles hängt vom Erfolg ab. Viel Zeit kriegst du in der Bundesliga nicht“, sagt der Trainer.
Wie passen die Neuen? Beinlich harmoniert in der Vorbereitung überraschend gut mit Cardoso. Die beiden haben längst alle Zweifel zerstreut, dass zwei so ähnliche Spielertypen nicht gemeinsam in eine Elf passen. Bastian Reinhardt wird es schwer haben, sich in der Abwehr gegen Ujfalusi oder Fukal zu behaupten, Talente wie Björn Schlicke (22 Jahre) und Alexander Meier (20) sollen von Kurt Jara behutsam aufgebaut werden.

Wie wird gespielt? Kurt Jara pflegt die Offensive. Von den drei Stürmern Mahdavikia, Romeo und Barbarez kann er schlecht einen auf die Bank setzen. Dahinter treibt Cardoso an. Und damit sich Torwart Pieckenhagen bei so viel Offensive nicht allzu einsam vorkommt, sichern Maltritz und Beinlich nach hinten. Die Viererabwehrkette mit Hoogma als Chef, der definitiv seine letzte Saison beim HSV bestreitet, steht.

Wer sind die Stars? Je nach Geschmack. Cardoso ist der Mann für die Fußball-Feingeistigen auf der Tribüne, Hollerbach der Typ für die Liebhaber des Brachialfußballs. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben liegen auch der kleine Perser Mahdavikia sowie Ujfalusi.

Was gibt das Stadion her? Es geht in Hamburg das Gerücht um, dass manch einer, der in die AOL-Arena geht, gar nicht den HSV sehen will, sondern nur einmal live die einmalige Atmosphäre in diesem modernen Stadion erleben möchte – und danach immer wiederkommt. Vielleicht auch deshalb sind die zur Verfügung stehenden 55 000 Plätze inzwischen zu wenig.

Wie sind die Fans? Sehr treu. 45 600 Zuschauer kamen in der Vorsaison im Schnitt zu den Heimspielen, mehr als je zuvor. Und auf der Nordtribüne herrscht immer noch eine Stimmung, die Gänsehaut verursacht – auch beim Gegner. 

Karsten Doneck 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.