Bundesliga 2003/2004, Achtelfinale DFB-Pokal, Mittwoch, 03.12.03, 20:30 Uhr im Münchener Olympiastadion

FC Bayern München - Hamburger SV 3:0 (1:0)

Das pokalspiel war ja dermaßen flau, daß es sich eigentlich überhaupt nicht lohnt, nur ein wort darüber zu schreiben. Da muß es der mühe genug sein, wenn man ein wenig während der täglichen Bahnfahrt auf dem pda schreibt. 

Das spiel habe ich glücklicherweise nur im tv gesehen. Mir tun alle leid, die sich den grottenkick live im stadion gegeben haben. 

Hätte ich das spiel nicht mit 2 freunden geguckt, wäre ich vermutlich nicht bis zum schluss am tv geblieben, sondern hätte das bett aufgesucht.

Das spiel war über 90 minuten totlangweilig. Die bayern nutzten ihre allererste torchance in der 29. Minuten zum eigentlich bereits  entscheidenden 1-0. Babarez spielt kurz vor der mittellinie einen grausamen querpass über das halbe feld. Den fing ein münchner ab, spielte vor der desorientierten hsv-abwehr pizzaro an und der drosch das ding glücklich an den innenpfosten.

Was für ein blödes tor, nachdem die bayern wirklich nicht besser waren als der hsv.

Wenn man sich zur halbzeit noch minimalen hoffnungen hingegeben hätte, so wurden diese direkt nach wiederanpfiff zerstört durch das 2-0, bei dem der hsv wieder nur geleitschutz bot.

Nun war das spiel endgültig durch und dad 3-0 tat nicht mal mehr richtig weh.

Wirklich schlimm fand ich an der niederlage, daß die bayern keineswegs übermächtig waren, sondern schwächen in der abwehr offenbarten.

Aber sie haben eben wie immer ihre chancen genutzt.

Auf spielernoten habe ich keinen bock. Man sieht im tv ja auch nicht alles. 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.


kicker:
Bayern München:  Kahn (3,5) - Salihamidzic (2,5), R. Kovac (3,5), T. Linke (3), Rau (3,5) - Hargreaves (4) - Schweinsteiger (3,5) - Santa Cruz (3,5), Zé Roberto (4) - Pizarro (3,5), Makaay (3,5) - Trainer: Hitzfeld

Hamburger SV:  Wächter (3) - Reinhardt (5), Hoogma (4), Ujfalusi (5,5) - Maltritz (4), Beinlich (3,5) - Wicky (3), Benjamin (3) - Mahdavikia (4), Rahn (5) - Barbarez (5) - Trainer: Toppmöller

Tore:   1:0 Pizarro (28.), 2:0 Makaay (47.), 3:0 Salihamidzic (73.)

Eingewechselt:   76. Guerrero für Santa Cruz, 82. Misimovic für Pizarro, 83. Sagnol für Schweinsteiger - 57. Takahara (3,5) für Rahn, 67. Jacobsen für Hoogma, 72. Cardoso für Benjamin

Schiedsrichter:  Wagner  (Kriftel), Note 3,5 - insgesamt ohne Probleme, aber zwei krasse Fehler bei Abseitsentscheidungen gegen die Gäste

Zuschauer:  8000

Gelbe Karten:  Maltritz, Barbarez
 

Analyse
Ottmar Hitzfeld musste die Elf, die am Samstag gegen den 1. FC Köln nicht über ein 1:1 hinaus kam, auf drei Positionen umbauen: Michael Ballack konnte wegen eines Blutergusses in der Ferse nicht auflaufen, ebenso mussten der erkrankte Demichelis und der angeschlagene Lizarazu passen. In der Abwehr liefen somit Linke und Rau auf, die Bayern begannen zudem mit Makaay als dritter Spitze. HSV-Coach Klaus Toppmöller vertraute dagegen im Wesentlichen der Elf, die gegen Bremen ein 1:1 erreichte und ersetzte nur Takahara durch Rahn. 

Die Partie im nebeligen Münchener Olympiastadion begann sehr verhalten, beide Teams agierten vorsichtig, die ersten fünfzehn Minuten konnte als „Abtastphase“ abgehakt werden. Erst Makaays Versuch aus zweiter Reihe ließ in der 16. Minute aufhorchen. Das Spiel nahm nun etwas an Fahrt auf, die Führung der Bayern resultierte jedoch aus einem katastrophalen individuellen Fehler: Ohne Not leistete sich Barbarez einen Fehlpass in der eigenen Hälfte und bediente unfreiwillig Zé Roberto mustergültig. Der legte vor für Pizarro, der ins linke untere Eck zum 1:0 vollendete. Nur vier Minuten später fast das 2:0: Nach Flanke von Zé Roberto köpfte Salihamidzic an die Latte. Die beste Chance zum Anschlusstreffer verpasste Mahdavikia, der wenige Minuten vor dem Seitenwechsel nach einer unübersichtlichen Situation im Münchener Strafraum knapp am rechten Torpfosten vorbeischoss. 

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Salihamidzic setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte überlegt in den Strafraum zum heranstürmenden Makaay, der mit links zum 2:0 vollendete. HSV-Coach Toppmöller reagierte, brachte Takahara für den enttäuschenden Rahn. Der Japaner sorgte für etwas mehr Bewegung im HSV-Spiel, hatte in der 65. Minute eine gute Chance, als er aus der Drehung Kahn erstmals ernsthaft prüfte. Kurz zuvor musste Linke für seinen Keeper einspringen, als der Bayern-Kapitän einen Distanzschuss von Mahdavikia nicht festhalten konnte und Benjamin einschussbereit stand. 

Etwas ab der 70. Minute hatten die Bayern wieder Oberwasser, verlegten sich nicht nur darauf, den Vorsprung zu verteidigen. Und wurden prompt belohnt: Nach einer Freistoßflanke von Zé Roberto erzielte Salihamidzic mit dem Hinterkopf das vorentscheidende 3:0. Der HSV war in der Schlussphase zwar noch um eine Ergebniskorrektur bemüht, doch insgesamt hatte der Titelverteidiger den Gegner im Griff und brachte das Resultat routiniert nach Hause. 

Mit einem klaren Erfolg konnten die Bayern nach zuletzt dürftigen Resultaten wieder Selbstvertrauen tanken. Nach einer zufriedenstellenden Leistung kann der deutsche Meister optimistischer den wichtigen Partien bei Werder Bremen, gegen den RSC Anderlecht und den VfB Stuttgart entgegensehen.