Bundesliga 2003/2004, 1. Spieltag, Samstag, 02.08.03 in der Hamburger AOL Arena bei sonnigen 29 Grad C.

Hamburger SV - Hannover 96 0:3 (0:1)

Nun ist das erste HSV-Bundesliga-Spiel der Saison vorbei und wir sind wohl alle wieder einigermaßen auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt.

Wo vorher von der Meisterschaft oder MINDESTENS Champions League-Platz die Rede war, wird nun über Debakel und Angst vor der Saison berichtet.

Nun, ich habe vorher nicht an die Meisterschaft geglaubt und kann mir auch einen CL-Platz nur bei perfektem Saisonverlauf vorstellen.

Wir haben ein Spiel verloren. Wenn ich nicht unser Auftaktprogramm sehen würde, würde ich sogar sagen, daß es vielleicht gleich zum richtigen Zeitpunkt ein guter Schuss von den Bug war. Damit beim HSV niemand abhebt. Außerdem kann die Mannschaft jetzt ja Charakter zeigen. 

Aber wenn ich so sehe, gegen wen wir jetzt spielen, dann ist wirklich der Charakter der Mannschaft stark gefordert. Zweimal auswärts gegen Bochum und Wolfsburg. Danach das Heimspiel gegen die fast unbezwingbaren Bayern und danach in Leverkusen. Bei konstanten Auswärtsleistungen wie im letzten Jahr, hätten wir nach 5 Spieltagen ein Debakel.

Daher muß die Mannschaft nun auswärts richtig punkten. Ich halte das allerindgs durchaus für möglich, denn so schwarz sehe ich die Leistung von gestern gar nicht.

Ich fand, daß Hannover einfach auch sehr gut gespielt hat. Und wir hätten ja durchaus auch Chancen gehabt, selbst Tore zu erzielen. Wenn beispielsweise Hoogmas Kopfball in der 1. Halbzeit im Tor gelandet wäre oder Romeo eine seiner vielen Chancen genutzt hätte.... Aber das ist ja nun vorbei.

Mir war aber unverständlich, wieso große Teile der Zuschauer von unglaublicher Euphorie so schnell wieder in pfeifendes Entsetzen verfallen. Vermutlich hat mindestens 1/3 der Zuschauer mit einem deutlichen 4:0-Erfolg gerechnet gegen die minderwertigen Hannoveraner.

Das Hannover aber nicht so schlecht ist, haben wir letzte Saison ja bereits deutlich gespürt und in die hatten eine ebenso gelungene Saisonvorbereitung wie wir.

Ich fand also vieles längst nicht so schlecht wie (zugegebenermaßen: fast alle) anderen HSV-Fans, mit denen ich gesprochen habe. Es gab schon manchen Heimsieg, bei dem ich von der Leistung des HSV mehr enttäuscht war als gestern.

Ich denke allerdings, daß wir in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld nicht gut standen. Das ist aber auch nicht so verwunderlich, da Hannover mit quirligen und dribbelstarken Stürmern angriff und insbesondere unsere gestrige Innenverteidigung Hoogma/Reinhardt eher zu der Fraktion „Kopfballungeheuer“ gehört. Sie sahen schon oft schlecht aus und kamen einen Schritt zu spät.

Ich hoffe trotzdem, daß Jara bei der jetzigen Ausrichtung des Teams bleibt. Die ist m.E. offensiver als im letzten Jahr, da wir eine Position im defensiven Mittelfeld zugunsten von Stefan Beinlich aufgelöst haben. Der ackert zwar durchaus auch nach hinten; ist aber eben kein solcher Defensivmann wie Maltritz, Benjamin oder Wicky.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß bereits im nächsten Spiel (zumal es auswärts ist) Cardoso aus dem Team genommen wird und dafür z.B. Wicky ins Team kommt.

Meine Spielerwertung:
Pieckenhagen: Glücklicherweise schossen die Hannoveraner die meisten ihrer hochkarätigen Chancen über das Tor, denn da hätte Pieckenhagen wohl teilweise auch kaum eine Chance gehabt. Beim 1. Gegentor sah er ganz bitter schlecht aus und beim 3. auch nicht gerade besonders gut. Wie sagt man so schön? Mund abwischen und weiter geht’s! Trotzdem: Note 5

Jacobsen: Eigentlich ist der schon recht schnell, aber er wurde trotzdem zeitweise von Idrissou MIT Ball überlaufen. Offensiv keine gute und defensiv eine eher schlechte Leistung: Note 4-

Rahn: defensiv mit einigen Schwächen, aber offensiv belebt er endlich die linke Seite, sodaß unsere Angriffe nicht mehr so statisch über rechts vorgetragen werden: Note 3

Hoogma: Sah zusammen mit Reinhardt nicht gut aus in der Innenverteidigung. Beim 3. Gegentor löste er z.B. die Abseitsstellung auf: Note 5

Reinhardt: Er wirkt sehr hölzern und unbeweglich. Das mag natürlich auch an seiner Note geben, aber Sicherheit strahlt er nicht aus. Ich denke auch, daß er sogar verunsichert war, denn er traute sich kaum, den Ball mal selbst ein paar Meter nach vorn zu tragen. Er spielte dann immer nur zum nächsten Verteidiger weiter: Note 5

Maltritz: Den habe ich heute endlich mal besser gesehen als sonst. Und prompt höre und lese ich von vielen, daß er heute schlecht war.... Naja, zumindest hat er mal nicht mehr nur defensiv geackert, sonder hier und da auch nach vorne gespielt. Ich finde, daß man ihm das gestiegene Selbstvertrauen deutlich anmerkt (wie auch Rahn): Note 3

Beinlich: Es mutet zwar seltsam an, bei einer 0:3-Heimniederlage, aber ich fand Beinlichs Auftritt perfekt. Ich bete, daß er sich die ganze Saison über nicht verletzt.  Das war für mich ein echter Spielmacher, wenn auch etwas nach links versetzt. Er wirkt stets souverän am Ball. Und mich begeistert wirklich, daß er auch nach hinten arbeitet. Man benötigt also niemanden extra, der ihn absichert. Starker Auftritt. Hoffentlich noch viel in dieser Art (mit etwas mehr Leistung der Mannschaft in seiner Manier): Note 1

Cardoso: war in diesem Spiel wirklich gar nicht zu sehen. Immer nur mal Hacke 1-2-3, mehr kam leider heute nicht von ihm. Wurde m.E. zu Recht in der Halbzeit ausgetauscht: Note 4-

Takahara (ab 2.Halbzeit für Cardoso): Er konnte seine gute Form aus der Vorbereitung mit ins 1. Spiel nehmen. Durfte aber leider nur 1 Halbzeit ran. Sehr agil und zweikampfstark: Note 2

Barbarez: In der 1. Halbzeit kam praktisch gar nicht von ihm. In der 2. Halbzeit fand ich ihn aber deutlich besser. Da hat er wieder viele unserer Torchancen eingeleitet. Aber die HSV-Fans sehen leider meistens eher seine Ballverluste als die Chancen, die er für den HSV erspielt: Note 3-

Mahdavikia: blieb doch sehr blass. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, fällt mir praktisch überhaupt keine Szene von ihm ein. Wirklich gar nichts. Kann aber auch an meinem schwachen Gedächtnis liegen.... Note 4

Schiri Wacker: Hatte zweimal die Chance, einen Elfer für den HSV zu geben. Als 100 %ig würde ich die beiden nach Fernsehstudium allerdings auch nicht bezeichnen. Und ansonsten hat er im Spiel meiner Meinung nach eher deutlich für uns gepfiffen. Nur die (bzw. DER) Linienrichter spielten nicht mit.: Note 3

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Telegramm
 
TORE 
0:1 Jiri Stajner (11.)
0:2 Thomas Brdaric (76.)
0:3 Mohamadou Idrissou (79.)
 
GELBE KARTEN 
Hamburger SV : Nico Jan Hoogma (61.), Christian Rahn (63.), Bastian Reinhardt (73.)
Hannover 96 :Julian de Guzman (62.)
 
SCHIEDSRICHTER :  Dr. Franz-Xaver Wack 
ZUSCHAUER :  53224 
DATUM :  02.08.2003   15:30 

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV : Martin Pieckenhagen, Christian Rahn, Nico Jan Hoogma, Bastian Reinhardt, Lars Jacobsen, Marcel Maltritz, Rodolfo Esteban Cardoso, Stefan Beinlich, Sergej Barbarez, Mehdi Mahdavikia, Bernardo Romeo

Hannover 96 : Gerhard Tremmel, Vinicius Bergantin, Steven Cherundolo, Kostas Konstantinidis, Julian de Guzman, Altin Lala, Nebojsa Krupnikovic, Jan Simak, Thomas Christiansen, Mohamadou Idrissou, Jiri Stajner
 
WECHSEL 
Hamburger SV :
Naohiro Takahara für Rodolfo Esteban Cardoso (46.)
Alexander Meier für Lars Jacobsen (70.)

Hannover 96 :
Christoph Dabrowski für Thomas Christiansen (53.)
Thomas Brdaric für Jan Simak (64.)
Daniel Stendel für Jiri Stajner (84.)
 

Hannover 96 holt den HSV auf den Boden der Tatsachen zurück

Hamburg - Kurt Jara schien restlos bedient. Nach dem Sieg im Ligapokal war von "Selbstvertrauen" die Rede, vom "Glauben an die eigene Stärke", und bei einigen Spielern kursierte gar der Begriff "Bayern-Jäger". Nach den ersten 90 Minuten Bundesliga-Fußball und der bitteren 0:3 (0:1)-Heimpleite im Nord-Derby gegen Hannover 96 jedoch müssen diese Kraftausdrücke dem Österreicher fast wie Hohn in den Ohren klingen.
"So kann man kein Spiel gewinnen, Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen und 65 Minuten unter jeder Kritik gespielt", polterte der Coach verärgert. `Auch bei uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel", ergänzte Sportchef Dietmar Beiersdorfer frustriert - und muss wohl eher zartere Gewächse kurz über der Grasnarbe suchen.

Erste Heimniederlage seit 24. August 2002
Denn der HSV zeigte über weite Strecken kein Engagement, war behäbig im Spielaufbau und schwach im Abschluss. "Die Hamburger sind nach ihrem Triumph im Ligapokal als klarer Favorit ins Spiel gegangen und waren deshalb wohl ein wenig überheblich", analysierte 96-Schlussmann Gerhard Tremmel und traf den Nagel damit offenbar auf den Kopf. "Wir müssen intern besprechen, wie wir in die Partie gegangen sind. Jetzt haben wir zwei Auswärtspiele, da wird es schwierig, dies wieder gerade zu biegen", erklärte Beiersdorfer im Hinblick auf die Spiele beim VfL Bochum und VfL Wolfsburg. In der vergangenen Saison holten die Hanseaten auf fremden Plätzen gerade einmal zwei Siege.
Jiri Stajner (11.), Thomas Brdaric (76.) und Mohammadou Idrissou (79.) sorgten vor 53.224 Zuschauern für den verdienten Erfolg der Niedersachsen, die erstmals seit knapp 30 Jahren wieder in Hamburg triumphieren konnten und den Gastgebern die erste Heimniederlage seit dem 24. August vergangenen Jahres beibrachten. In der gesamten Rückrunde der vorigen Spielzeit hatte HSV-Keeper Martin Pieckenhagen vor eigenem Publikum insgesamt nur dreimal hinter sich greifen müssen.

Nur Beinlich mit Normalform
Dabei hätte für die Hanseaten mit einem "Dreier" zum Auftakt alles perfekt sein können. Schon vor Saisonbeginn hatte der "Bundesliga-Dino" seinen ersten Titel seit 16 Jahren eingefahren, auf den letzten Drücker präsentierte der Klub jüngst noch einen Trikotsponsor, und im Umfeld herrschte trotz einer Etatlücke von 14,5 Millionen Euro aus der abgelaufenen Spielzeit Aufbruchstimmung. "Das Spiel war ein Schritt in die falsche Richtung", sagte Zugang Stefan Beinlich, der als einziger HSV-Akteur Normalform erreicht hatte.
Aufbruchstimmung dürfte nun vielmehr bei Hannover zu finden sein. Zwar verlief die Vorbereitung mit zwölf Siegen über zum Teil hochkarätige Gegner schon optimal, doch einen derartigen Erfolg in Hamburg hatten wohl auch die größten Optimisten nicht erwartet. Kapitän Altin Lala sah sich daher auch genötigt, die Euphorie sofort zu bremsen. "Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt. Der Sieg gegen den HSV war nur ein Spiel. Wir haben noch 33 schwierige Partien vor uns", sagte der Albaner.

Simak mit starkem Comeback
Ein gutes Comeback im 96-Trikot feierte der von Bayer Leverkusen zurückgekehrte Jan Simak. Zwar blieb dem Mittelfeldspieler ein Treffer verwehrt, doch gerade in der ersten Hälfte sorgte der Tscheche für einige Unruhe in der HSV-Defensive. "Jans Formkurve hat einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht", erklärte Hannovers Trainer Ralf Rangnick.


 
kicker:
Spielbericht
Zum Saisonauftakt vertrauten beide Trainer zum größten Teil den Stammkräften aus der Vorsaison. HSV-Coach Kurt Jara stellte lediglich die Neueinkäufe Reinhardt und Beinlich in die Startformation. Hannovers Trainer Ralf Rangnick ersetzte den abgewanderten Torjäger Bobic durch Neuzugang Christiansen und brachte Rückkehrer Simak von Anfang an im Mittelfeld.

Beide Mannschaften begannen das Spiel hochkonzentriert und versuchten zunächst den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten. Nach zehn Minuten nutzte Hannover allerdings den ersten Fehler des HSV. Simak hatte sich an der linken Strafraumecke durchgesetzt und auf das HSV-Tor geschossen. Keeper Pieckenhagen ließ den Ball nach vorne abprallen, wo mit Stajner und Christiansen zwei Hannoveraner Stürmer lauerten. Schließlich sagte Stajner „Danke“ und staubte zum Führungstreffer für die Niedersachsen ab. Durch diesen Treffer kam Hannover viel besser ins Spiel und durch Christiansen und Simak auch zu guten Torchancen. Die Hamburger brauchten zunächst Zeit, um den Schock des Rückstandes zu verarbeiten. Im Aufbau schlichen sich Abspielfehler ein, und zu Torchancen kam der HSV über weite Strecken der ersten Halbzeit gar nicht. Erst kurz vor der Pause brachten die Hamburger das Tor von Tremmel in Gefahr. Ein Weitschuss von Beinlich strich über die Latte, und einen Kopfball von Hoogma fischte 96-Keeper Tremmel per Fußabwehr von der Linie. Doch auch Hannover war bei gut vorgetragenen Kontern stets gefährlich, versäumte es allerdings, die Führung auszubauen. Idrissou setzte einen Direktschuss über das Tor, und HSV-Torwart Pieckenhagen reagierte bei einem Simak-Schuss glänzend. So konnte sich der HSV bedanken, dass er zur Halbzeit nur 0:1 zurücklag.

Schwungvoll startete Hannover auch in die zweite Hälfte. Binnen 120 Sekunden vergab aber Stajner zwei Möglichkeiten. Dann allerdings kam der HSV besser ins Spiel. Barbarez übernahm die Rolle von Cardoso, für den Takahara eingewechselt wurde, hinter den Spitzen. Dies führte zu mehr Druck auf das Tor von Hannover. Innerhalb von drei Minuten hatte Romeo drei Riesenchancen, den Ausgleich zu erzielen, doch der Argentinier schaffte es nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Aber der HSV war jetzt besser im Spiel, hatte wohl die Nervosität der ersten Hälfte abgelegt. Immer wieder ergaben sich Torchancen, doch die Hamburger übertrafen sich im Auslassen derselben. Auf der Gegenseite konterte Hannover gefällig, doch auch den 96ern fehlte die Sicherheit beim Abschluss. Erst der, kurz zuvor eingewechselte, Brdaric brach den Bann. Stajner hatte von der Torauslinie Lala in Szene gesetzt, der mit viel Übersicht den Ball quer zu Brdaric schob. Der musste nur noch den Fuß hinhalten, um den Ball ins Tor abtropfen zu lassen. Der HSV warf daraufhin alles nach vorne und wurde prompt ausgekontert. Stajner trieb den Ball ungestört durch die ganze Hamburger Spielhälfte, ließ Hoogma und Pieckenhagen aussteigen und wartete an der Torauslinie auf den mitgelaufenen Idrissou. Der hatte keine Mühe, das Zuspiel von Stajner ins leere Tor zu schießen. Der HSV gab daraufhin wohl auf, und Hannover konnte den Sieg ungefährdet über die Zeit bringen.

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
86 96-Torhüter Tremmel faustet einen Beinlich-Freistoß aus dem Torwinkel. 
 
79 Ein Traumkonter von Hannover. Stajner geht links auf und davon, lässt Hoogma und Pieckenhagen aussteigen und wartet dann kurz auf den mitgelaufenen Idrissou. Der schießt den Ball aus vollem Lauf ins leere HSV-Tor. 
 
76 Die Vorentscheidung in Hamburg ? Stajner spitzelt den Ball von der Auslinie zu Lala, der alleine im Strafraum auftaucht. Lala legt quer auf Brdaric, der aus kurzer Distanz den Ball nur noch ins Tor tropfen lassen muss. 
 
68 Takahara schlängelt sich durch den Strafraum von Hannover und legt dann quer auf Romeo. Der versucht aus kurzer Distanz einzuschieben, doch Torhüter Tremmel hechtet den Ball noch von der Linie. 
 
61 Lala setzt Stajner mit einem Steilpass ein, doch der verzieht mit einem Direktschuss über das Tor. 
 
55 Wieder ist Romeo in aussichtsreicher Position, verstolpert aber zehn Meter vor dem Tor den Ball. 
 
47 Drei Riesenchancen für Romeo binnen zwei Minuten. Erst schiesst er einen Querpass von Beinlich über das leere Tor. Dann köpft er aus acht Metern am Tor vorbei, und schließlich hebt er den Ball aus vier Metern über das Tor. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
45 Simak narrt die halbe Hamburger Abwehr und zieht aus 12 Metern ab. Pieckenhagen klärt mit einer Riesen-Parade zur Ecke. 
 
45 Riesenchance für den HSV. Nach einer Ecke kommt Hoogma frei zum Kopfball, doch 96-Keeper Tremmel kann mit einer Fußabwehr spektakulär klären. 
 
42 Hannover kontert wie aus dem Lehrbuch. Stajner setzt von rechts Idrissou auf der linken Seite ein. Doch der verzieht mit seinem Direktschuß. 
 
36 Gewirr vor dem Tor von Hannover. Reinhardt legt den Ball mit dem Kopf quer vor den Kasten von Tremmel, wo mehrere Spieler zum Kopfball hochsteigen. Tremmel kann den Ball noch abblocken und schließlich klärt de Guzman auf der Linie. 
 
33 Vinicius hämmert einen Freistoß aus über 30 Meter Richtung HSV-Tor. Doch der Ball geht knapp drüber. 
 
31 Erste Chance für den HSV. Mahdavikia legt 22 Meter vor dem Tor auf für Beinlich. Dieser zieht volley ab. Der Ball streicht nur knapp über das Tor von Hannover. 
 
27 Stajner setzt vor dem Strafraum Simak in Szene. Der verlädt Hoogma und zieht aus 19 Metern ab. Der Ball streicht nur knapp am Pfosten des HSV-Tores vorbei. 
 
19 Lala setzt Christiansen im linken Strafraum der Hamburger ein. Der zieht direkt ab, hämmert den Ball aber knapp über das HSV-Tor. 
 
11 Simak setzt an der linken Strafraumecke durch und zieht aus 16 Metern ab. Pieckenhagen im HSV-Tor lässt den Ball nach vorne abprallen. Stajner sagt "Danke" und staubt zum Führungstreffer ab. 
 
10 10 Minuten sind gespielt in der Hamburger AOL-Arena. Beide Mannschaften gehen konzentriert zur Sache, doch zwingende Torchancen konnte sich noch niemand erabeiten. 
 
  Anpfiff


 
dpa meldet:

Hannover schockt Liga-Pokal-Sieger HSV mit 3:0

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Hoch gehandelt und gleich tief gefallen: Hannover 96 hat Liga-Pokal-Sieger Hamburger SV aus allen Träumen gerissen und den ersten Sieg seit 30 Jahren in der Hansestadt eingefahren. «Die Euphorie hat uns nicht gut getan», konstatierte der geschockt wirkende Sergej Barbarez nach dem 0:3 (0:1), das alle Ambitionen als möglicher «Bayern-Jäger» zunichte machte. 

«Wir wurden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt», lautete der knappe Kommentar des enttäuschten HSV-Präsidenten Bernd Hoffmann. Mit flottem Konterspiel und einem überragenden Spielmacher Jan Simak entzauberten die Niedersachsen den Meister der Vorbereitung schon am ersten Spieltag.

Nach 15 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage in der heimischen AOL-Arena wirkte der HSV fast schon überheblich, verlor die Mehrzahl der Zweikämpfe und scheute den körperlichen Einsatz. «Wir wollten zu schön spielen und haben den Kampf vergessen», lautete die Erklärung von HSV-Coach Kurt Jara, der nach einer verschlafenen ersten Halbzeit mit dem frühen Gegentor von Jiri Stajner (10.) den Totalausfall Rodolfo Cardoso herausnahm und auf totale Offensive setzte.

Doch trotz mehrerer hundertprozentiger Torchancen nach der Pause schien für den sonst so sicheren Bernardo Romeo das Tor wie vernagelt zu sein. «Ich hatte einen rabenschwarzen Tag. Uns fehlt noch sehr viel, besonders am Zusammenspiel müssen wir hart arbeiten», meinte der Argentinier. Schwachpunkt des letztjährigen Vierten war neben der mangelnden Spielgestaltung auch die überforderte Viererkette, in der vor allem der gesperrte Tomas Ujfalusi schmerzlich vermisst wurde.

Das tschechische Duo Simak/Stajner harmonierte blind und spielte die HSV-Abwehr schwindelig. «Stajner hat ein hervorragendes Spiel gemacht. Simak ist noch lange nicht bei hundert Prozent», deutete 96- Coach Ralf Rangnick an, dass seine Topspieler durchaus noch steigerungsfähig sind. Thomas Brdaric (76.) und Mohmmadou Idrissou (79.) verwerteten nur zwei von etlichen Chancen für 96.

Besonders Leverkusen-Rückkehrer Simak machte den Unterschied aus, seine Ideen machten die Konter der Niedersachsen so gefährlich. «Wir kommen gut mit Jan aus. Dabei müssen wir nur aufpassen, dass auch außerhalb des Platzes alles glatt läuft», sagte Rangnick, der die Eskapaden des Tschechen allzu gut kennt. In der zweiten Saison in der Beletage ist der Schwabe gelassener geworden und sicher, dass sein Team nicht mehr um den Abstieg spielen wird: «Wir sind routinierter geworden und haben aus unseren Fehlern gelernt.»

Abheben werden die «Roten» von der Leine nicht. «Bei uns redet keiner vom UEFA-Cup. Unser Ziel ist klar, wir wollen uns im Mittelfeld etablieren», sagt Hannovers Boss Martin Kind. Aus sportlicher Sicht ist der FC Bayern am kommenden Wochenende im Niedersachsenstadion willkommen: «Wir sind wieder krasser Außenseiter, aber die Rolle liegt uns», weiß Rangnick. Doch die kräftige Erhöhung der Preise wegen der auf 22 000 reduzierten Zuschauerkapazität treibt die Fans auf die Palme. «Ein Präsident, der uns verachtet, hat unseren ganzen Hass gepachtet», stand auf einem Plakat am Samstag zu lesen.