Bundesliga 2003/2004, 4. Spieltag, Sonntag, 24.08.03, 17:00 Uhr in der AOL Arena in Hamburg bei bewölkten 21 Grad C.

Hamburger SV - FC Bayern München 0:2 (0:1)

Eigentlich ist ja fast alles so gekommen, wie ich es heute erwartet hatte. 

Ach nee, eigentlich nicht ganz. Ich wollte mir am Stadion nämlich auch noch ein Heimtrikot in XXL kaufen, um es einfach mal zu haben. Und vielleicht auch als Anreiz, es vielleicht in fernen Jahren sogar einmal anziehen zu können.

Aber an allen normalen und Sonderständen, an denen ich war, gab es kein Heimtrikot in XXL. Wurden da wieder nur Kindergrößen bestellt ? Finde ich zumindest seltsam, denn ich habe es ja ca. 1,5 h vorm Spiel probiert.

Aber zumindest gab es ja noch den HSV-Spielkulturbeutel. Offenbar wurden die HSV-Spieler aber ein wenig derselben beraubt.

Ich muß aber zugeben, dass ich bei weitem nicht so enttäuscht bin wie nach dem Wolfsburg-Spiel in der letzten Woche.

Das heutige Spiel ging schon mal gleich schlecht damit los, dass Benjamin nach wenigen Sekunden das erste Mal Ze Roberto foulte. Und da sich der gute auch gleich einem Todeskampf ergab, zeigte Schiri Merk prompt gelb. Nach dem nächsten Foul Benjamins war es eigentlich bereits nach kurzer Zeit soweit, dass Collin direkt vor der gelb-roten Karte stand und Jacobsen sich bereits früh warmmachen durfte. Nur wurde Collin Benjamin nicht ausgewechselt...., was sich natürlich noch auszahlen sollte.

Bereits nach 15 Minuten war das Spiel praktisch entschieden. Nachdem der HSV schon ein paar erfolgversprechende Angriffe hatte, aber nicht zählbar umsetzen konnte, nutzte Bayern die genau 1. Chance direkt zum Führungstreffer.

Danach lief das Spiel dann Bayern-mäßig. Der HSV zwar sogar feldüberlegen, aber es kam kaum eine Chance heraus. Die Bayern mühten sich auch nicht ab.

Richtig schlimm wurde es dann aber in der 2. Halbzeit. Nach 50 Minuten bekam der HSV, was Trainer Jara scheinbar wollte man durfte das Spiel in Unterzahl weiterspielen. Collin Benjamin hatte nun wieder Ze Roberto gelegt und durfte mit gelb-rot vorzeitig duschen gehen. 

Spätestens jetzt hätte man das Spiel abbrechen können. Es war so was von langweilig. Bayern spielte ganz souverän und unspektakulär Ihren Stiefel runter. Da gab es nun nicht Chance auf Chance. Sowas haben die Bayern gar nicht nötig. Sie ließen einfach Ball und Gegner ein wenig laufen. Irgendwann machte Bayern dann das 2:0, bei der unsere Abwehr wiederrum zu weit entfernt vom Gegner stand.

Das wars dann mit dem Spiel. Man hätte einfach 10 Minuten vorm Spiel gehen sollen. Dann wäre man zumindest gut vom Parkplatz runtergekommen. Das die Bayern doch in einer anderen Klasse spielen als wir, hat sich leider wie beim Heimspiel des letzten Jahres gegen die Bayern gezeigt. Auch da war es so, dass der FC Bayern nur das Nötigste tat.

Gegen die Bayern kann man natürlich leider immer verlieren. Und sie haben uns ja auch nicht an die Wand gespielt. Vielleicht muß man dafür dankbar sein, denn ein Bein haben sie sich ja auch nicht ausgerissen.

Angst und Bange wird mir aber natürlich, wenn ich die Tabelle ansehe. 1 Punkt nach 4 Spielen und zum nächsten Spiel geht es nach Leverkusen. Gott sei dank findet das Spiel erst in 3 Wochen statt (wegen DFB-Pokal/Länderspielpause). Wäre es nächsten Samstag gewesen, hätte man wohl nur auf Leverkusen setzen dürfen.
Nun müssen wir hoffen, dass wir im DFB-Pokal gewinnen (andernfalls wäre das eine Katastrophe) und die Mannschaft sich dann ein wenig sammeln kann.

Meine Spielerwertung: 

Pieckenhagen: unschuldig: Note 3

Benjamin: mit Unsicherheiten zu Anfang. Ob ich ihm die gelb-rote Karte anlasten mag, weiß ich gar nicht. Das er irgendwann gegen Ze Roberto wieder foulen müssen wird, war wohl jedem klar außer Kurt Jara. Note 4-

Hoogma: ließ Pizarro ungedeckt das 1:0 köpfen: Note 4-

Ujfalusi: schaute dann Elber beim 2:0 schön zu: Note 4

Rahn: konnte keine gefährlichen Flanken schlagen: Note 4

Maltritz: gefiel mir eigentlich noch mit am besten; musste aber trotzdem (zu) früh raus: Note 3+

Schlicke: durfte erstmals in der Bundesliga ran und das auch noch im defensiven Mittelfeld. Erfüllte seine Aufgabe ordentlich: Note 3

Beinlich: konnte überhaupt keine Akzente setzen: Note 4-

Barbarez: auch er konnte sich heute nicht gewohnt einbringen: Note 4

Takahara: arbeitete gut im Sturm und hatte in der 2. Halbzeit auch die beste HSV-Chance, die gegen einen anderen Torhüter wohl auch zum Erfolg geführt hätte: Note 3

Romeo: Wow. Das war wirklich ultimativ gar nichts. Fast würde ich mir gern das Spiel auf Video ansehen, um nachzugucken, ob er überhaupt ein einziges Mal den Ball zum Mitspieler gebracht hat oder einen Zweikampf gewann. Wurde recht früh ausgewechselt und mit Pfiffen bedacht: Note 6

Schiri Merk: Der Linienrichter brachte mich in der 1. Halbzeit teilweise in Rage. Ansonsten gab es aber nicht viel zu entscheiden, was man spielentscheiden hätte falsch machen können: Note 2

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

HSV feiert Jubiläum, Bayern den Sieg
Jubel bei den Bayern: Claudio Pizarro (m.) erzielte das 1:0 für den Rekordmeister  
München - Es ist ja oft so: Die, die die Feier ausrichten, haben am Ende viel Arbeit und wenig zu lachen.
So war es auch diesmal. Der Hamburger SV kümmerte sich liebevoll um den Rahmen für das Jubiläumsspiel anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Bundesliga, doch das Zählbare der Veranstaltung nahmen die Bayern mit nach Hause.

Pizarro und Elber treffen
Insofern werden die Münchner die Party in Hamburg in bester Erinnerung behalten. Claudio Pizarro (14.) und Giovane Elber (78.) trafen, 2:0 (1:0), Tabellenplatz zwei, es läuft schon wieder alles ziemlich rund beim Rekordmeister.
Das komplette Gegenteil ist beim HSV der Fall. Der Ligapokalsieger ist völlig verunsichert und findet sich nach vier Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. So schlecht sind die Hanseaten zuletzt vor 31 Jahren aus den Startlöchern gekommen.
 
"Es wird zu wenig gesprochen"
"Bayern war die absolut abgeklärtere Mannschaft", analysierte Trainer Kurt Jara und bemängelte: "Bei uns wird viel zu wenig gesprochen."
Nico Jan Hoogma hatte zwar unter der Woche viel gesprochen und heftig kritisiert ("Das ganze Gefüge passt nicht"). Doch das hat nichts genützt - auch bei ihm selbst nicht. Er spielte schwach, wie der Rest des Teams. Zu allem Überfluss sah Collin Benjamin auch noch Gelb-Rot (52.).

Hoffen auf bessere Zeiten
Am Ende blieb den Hamburgern nur der hoffnungsvolle Blick nach vorn. Die Wende müsse man nun eben gegen andere Mannschaften schaffen, teilte Jara mit. Lange sollten sie mit dem Umschwung allerdings nicht mehr warten. Die Krise steht schon vor der Tür.
Zurück zu den Bayern. Die haben sich hinterher noch mal um die Festivitäten verdient gemacht. Mit einer hübschen Inszenierung, so wirkte es jedenfalls.

Der fromme Elber 
Elber trat in der Rolle des demütigen Angestellten auf und machte das so vortrefflich, dass manch einer wohl geschmunzelt haben wird. Noch immer steht nicht fest, ob der Brasilianer nun in München bleibt oder nicht. Die Angebote stapeln sich, Elber will von konkreten Interessenten aber angeblich nichts wissen.
Dass Pizarro trotz Länderspielreise am Samstag den Vorzug bekam, habe er voll akzeptiert. Auch Roy Makaay könne nur in Form kommen, wenn er spiele. Wirklich löblich, diese Haltung. "Ich will bleiben", sagte Elber, fügte aber hinzu: 
"Wenn es für den Verein besser ist, dann gehe ich. Ich will dem Verein nicht schaden. Ich hatte sechs super Jahre hier. In meinem siebten Jahr will ich nicht alles kaputt machen." So schlimm wird es wohl kaum kommen.

Warten auf den 31. August
Es ist wohl einfach so: Elber pokert. Flattert ihm bis zum 31. August noch eine Offerte nach seinem Geschmack auf den Tisch, geht er. Ansonsten bleibt er eben.
Deshalb gibt er sich nun extrem diplomatisch, so bleiben ihm beide Optionen. Bis Ende nächster Woche herrscht Klarheit, dann schließt die Transferliste.

"Elber so fit wie noch nie"
Der Standpunkt der Mannschaft ist schon jetzt klar. Michael Ballack wiederholte nochmal: "Die ganze Mannschaft hat sich für ihn ausgesprochen. Es wäre schade, wenn er gehen würde. Wir können ihn gut gebrauchen." Bester Beleg war sein Treffer: Drei Minuten im Spiel, der dritte Ballkontakt, Tor.
"Giovane hängt sich rein. Er war körperlich noch nie so fit wie jetzt", sagt Hitzfeld. Irgendwie klingt das nicht wie eine Formulierung fürs Abschiedszeugnis
 

Schlechtester HSV-Auftakt seit 31 Jahren 
So schlecht wie in diese Saison starteten die Hamburger zuletzt 1972/73. Aus den ersten vier Spielen holte der HSV nur einen von zwölf möglichen Punkten. Vor 31 Jahren verloren die Hanseaten die ersten vier Partien.

Schwächste HSV-Offensive aller Zeiten 
Der HSV erzielte nur zwei Tore an den ersten vier Spieltagen - so wenige wie nie zuvor! 

Der Bundesliga-Gigant 
Die Bayern gewannen in ihrem 1300. Bundesligaspiel zum 722. Mal. Zum Vergleich: Der HSV mit den drittmeisten Siegen gewann 560 Mal, Bremen auf Platz zwei 561 Mal. 

Bayern-Serie gegen Hamburg 
Die Bayern sind seit 15 Spielen gegen den HSV ungeschlagen. Den letzten Hamburger Erfolg gab es vor sieben Jahren!

Souveräner FC Bayern, chancenloser HSV
Der FC Bayern wurde in der AOL-Arena kaum gefordert, musste nicht mehr als nötig tun. Die Münchner ließen nur sieben Torschüsse der Gastgeber zu - besonders in der zweiten Halbzeit, als ein Aufbäumen erwartet worden war, kam der HSV kaum gefährlich in Richtung Kahns Tor. Nur zwei Torschüsse in der zweiten Halbzeit belegen die Hilflosigkeit der Hanseaten...

Makaay verbessert, aber erfolglos
Roy Makaay bewies beim HSV aufsteigende Form, wurde von seinen Konkurrenten dennoch in den Schatten gestellt. Der Niederländer gab drei Torschüsse ab (die meisten auf dem Platz), genauso viele wie Claudio Pizarro und Giovane Elber zusammen. Doch während der Neuzugang erneut leer ausging, sorgten die beiden Südamerikaner mit ihren Treffern für den Sieg.

Pizarro mit einem Lauf
Claudio Pizarro konnte zwar nicht an die Glanzvorstellungen der letzten Wochen anknüpfen, erzielte dennoch als einziger Spieler der Liga in jedem der vier Saisonspiele einen Treffer. In der AOL-Arena beschränkte sich der Peruaner auf die eine Szene, die zum 1:0 führte. Es war sein einziger Torschuss im Spiel. Zudem war er der zweikampfschwächste Spieler auf dem Platz (nur 24 Prozent gewonnene Duelle). Eine eher schwache Leistung war ausreichend, um den FC Bayern auf die Siegerstraße zu bringen.

Harmloses HSV-Mittelfeld
Die drei Mittelfeldspieler des Hamburger SV blieben blass. Stefan Beinlich, Marcel Maltritz und Björn Schlicke gaben keinen einzigen Torschuss ab und nur Beinlich bereitete einen vor (als er vor einem Freistoß gefoult wurde). Wenigstens der Debütant Schlicke wusste zu gefallen. Er gewann 79 Prozent seiner Zweikämpfe und war in dieser Hinsicht der beste auf dem Platz.


 
kicker:

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Pieckenhagen - Benjamin, Hoogma, Ujfalusi, Rahn - Schlicke - Maltritz, Beinlich - Takahara, Barbarez, Romeo - Trainer: Jara

Bayern München:  Kahn - Sagnol, R. Kovac, T. Linke, Lizarazu - Ballack, Jeremies - Salihamidzic - Zé Roberto - Pizarro, Makaay - Trainer: Hitzfeld

Tore:   0:1 Pizarro (14., Kopfball, Vorarbeit Sagnol), 0:2 Elber (77., Rechtsschuss, Ballack)

Eingewechselt:   55. Jacobsen für Romeo, 71. Wicky für Maltritz, 71. Kling für Rahn - 76. Elber für Pizarro, 81. Deisler für Zé Roberto, 82. Schweinsteiger für Ballack

Schiedsrichter:  Merk, Dr. 

Zuschauer:  55500 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karten:  Benjamin (52.)

Gelbe Karten:  Wicky, Hoogma - Ballack, T. Linke, Zé Roberto
 

Spielbericht
Hamburgs Trainer Kurt Jara tauschte gegenüber der 1:5-Pleite in Wolfsburg drei Akteure aus: Für Jacobsen, Wicky und den verletzten Mahdavikia (Bänderdehnung) standen Schlicke, Benjamin und Romeo in der Anfangsformation.

Bayerns Coach Ottmar Hitzfeld ließ nach dem 2:0-Erfolg gegen Bochum sein Team auf zwei Positionen rotieren: Kuffour und Hargraeves nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür standen Sagnol und Kovac auf dem Rasen.

Beide Teams schenkten sich nichts und begannen den Nord-Süd-Klassiker mit fast schon übertriebener Härte. Die erste Gelbe Karte gab es schon nach zehn Sekunden für den Hamburger Benjamin. Die umkämpfte Anfangsphase dominierte der HSV, der den FC Bayern geschickt unter Druck setzte. Viel Ballbesitz, starkes Zweikampfverhalten und gutes Pass-Spiel zeichnete die Hamburger aus. Das stürmische Dreigespann Romeo/Takahara/Barbarez setzte die Vierer-Abwehr-Kette unter Druck, aber die bayerische Abseitsfalle funktionierte.

Nach erst 14 Minuten zeigten sich die Bayern vor dem Tor der Hamburger, und wie: Makaay passt quer auf Sagnol, der das Leder präzise auf den Kopf von Pizarro brachte. Der Peruaner, der sich von Hoogma gelöst hatte, köpfte auf sechs Metern vorbei an Pieckenhagen. Der erste Angriff - das erste Tor - 100% Effektivität. München bewies seine Kaltschnäuzigkeit. In der Folgezeit war der HSV zwar weiterhin die Ton angebende Mannschaft, aber es war den Hausherrn anzumerken, dass der Schock tief saß. Das Kombinationsspiel ließ nach, so war vor dem Strafraum der Bayern meist Schluss. Die Münchner kamen nicht wirklich in Fahrt, traten aber im Stile des Rekordmeisters auf: Sie standen sicher, ließen den HSV kommen, zeigten dem Gegner aber seine Grenzen auf.

Unter der Passivität der Bayern litt das Niveau der Partie. Da die Münchner nicht konsequent in die Spitze stießen und der HSV zu harm- und hilflos war, um vor Kahns Tor für Gefahr zu sorgen, ergab sich ein unattraktives Mittelfeldgeplänkel ohne gefährliche Torszenen.

Erst kurz vor der Halbzeitpause nahm die Hitzfeld-Truppe das Heft in die Hand und diktierte das Spielgeschehen. So hatte Makaay das 2:0 auf dem Fuß, doch Pieckenhagen vereitelte dies mit einem klasse Reflex. So stand es zur Pause völlig verdient 1:0 für den Meister.

Der HSV kam mit dem nötigen Engagement aus der Kabine, bei Collin Benjamin war es aber zu viel des Guten: Der vorgewarnte Namibier sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (52.). Hamburgs Coach Kurt Jara reagierte und brachte mit Jacobsen (für Romeo) einen Defensiv-Mann, der das Loch stopfen sollte. Damit änderte sich das taktische Konzept: Hinten sollte die Abwehr dicht halten und vorne sollte über Konter der Ausgleich erzielt werden. Das klappte auch ganz gut, denn in der 59. Minute hatten die Norddeutschen durch Takahara ihre bislang beste Chance, doch Kahn war gut postiert und konnte den Schuss aus kurzer Distanz klären.

Die Bayern auf der anderen Seite hätten schon lange 2:0 führen müssen, doch Makaay vergab aus aussichtsreicher Position (51.) und Zé Robertos Schuss hielt Pieckenhagen noch mit den Fingerspitzen (64.). Insgesamt waren die Süddeutschen die Spiel bestimmende Mannschaft, aber sie waren sich ihrer fast zu sicher, so dass sich immer wieder Fehler einschlichen und der dezimierte HSV Raum zum Kontern hatte.

Nach 70 Minten gestaltete sich die Begegnung wieder ausgeglichener, im Mittelfeld konnte der Sportverein dem FCB gut Paroli bieten. Die Bemühnungen der Hamburger verpufften aber meist an der jetzt sattelfesten Defensive der Bayern. Trainer Ottmar Hitzfeld brachte in der 76. Minute Elber für Pizarro, diese Maßnahme zahlte sich nur eine Minute später aus: Ballack spielte einen langen Ball in den Rücken der Hamburger Vierer-Kette. Der Brasilianer löste sich von Ujfalusi, nahm das Leder mit und schoss vorbei an Pieckenhagen zum 2:0 ein. Das war die Entscheidung, denn die Nordlichter fügten sich fortan ihrem Schicksal.

Das Jubiläumsspiel zum 40. Geburtstag der Bundesliga war kein hochklassiges Spiel und hatte mit dem FC Bayern den verdienten Sieger. Die Münchner traten souverän auf und rücken mit dem Sieg auf Rang zwei der Tabelle vor. Der HSV findet sich nach nur einem Unentschieden in dieser Saison auf dem vorletzten Platz wieder und steht jetzt enorm unter Zugzwang.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
78
 Die Vorentscheidung! Ballack spielt einen langen Ball in den Rücken der Hamburger Vierer-Kette. Der eingewechselte Elber löst sich von Ujfalusi, nimmt das Leder mit und schießt vorbei am herausstürmenden Pieckenhagen zum 2:0 ein. 
 
64 Bei einem Konter greift Jacobsen Zé Roberto nicht konsequent an und der Brasilianer schießt aus 16 Metern. Pieckenhagen macht sich lang und ist noch mit den Fingerspitzen dran. Das Spielgerät fliegt ins Toraus. 
 
59 Der HSV mit seiner bislang größten Chance. Barbarez leitet den Ball zu Takahara, der an Kovac vorbei geht und aus neun Metern schießt. Kahn ist gut postiert und klärt. 
 
52
 Nach wiederholtem Foulspiel holt sich Benjamin bei Schiedsrichter Dr. Merk die Gelb-Rote Karte ab. Damit sind die Norddeutschen nur noch zu zehnt. 
 
51 Gute Chance für die Bayern. Pizarro flankt von rechts auf Makaay, der den Ball direkt nimmt. Der Schuss aus zehn Metern geht nur knapp am Pfosten vorbei. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
43 Ballack probiert es mit einem Distanzschuss, aber der Ball fliegt am Tor vorbei. 
 
39 Pizarro spielt das Leder in den Lauf von Makaay, der Ujfalusi abgehängt hatte, aber aus 14 Metern an dem herauseilenden Pieckenhagen scheiterte. 
 
26 Rahn tritt eine Ecke von links. Hoogma schraubt sich hoch, aber sein Kopfball aus zehn Metern Entfernung fliegt am Tor vorbei. 
 
14
 Die Führung für den FC Bayern! Makaay spielt quer auf Sagnol, der das Leder weit in den Strafraum bringt. Pizarro hatte sich von Hoogma gelöst und köpft aus sechs Metern vorbei an Pieckenhagen zum 1:0 ein. 
 
7 Der HSV versucht von Anfang an die Initative zu ergreifen. Takahara schießt einen Freistoß von der rechten Außenbahn direkt. Kahn hat aufgepasst und hat das Leder sicher. 
 
1 Die Bundesliga ist 40 Jahre alt. Das Jubiläumsspiel zwischen dem HSV, der seit dem bestehen der Bundesliga erstklassig spielt, und Rekordmeister Bayern München ist angepfiffen. 
 
Anpfiff 


 
dpa meldet:
Bayern siegt im Jubiläumsspiel beim HSV 0:2

Von Franko Koitzsch, dpa

Hamburg (dpa) - Ausgerechnet im Jubiläumsspiel ließ der FC Bayern München den letzten «Bundesliga-Dino» Hamburger SV uralt aussehen. Am 40. Geburtstag der höchsten deutschen Spielklasse rutschte das einzige ununterbrochen vertretene Mitglied mit der 0:2 (0:1)-Niederlage auf den vorletzten Platz und in eine schon existenziell anmutende Krise.

Während Bayerns Millionen-Einkauf Roy Makaay auch im zweiten Pflichtspiel ohne Erfolgserlebnis blieb, schlugen die Sturmpartner zu: Claudio Pizarro brachte den Titelverteidiger in der 12. Minute in Führung. Der mit einem Wechsel kokettierende Giovane Elber (79.) erzielte in seinem vielleicht letzten Spiel für den FC Bayern seinen insgesamt 133. Bundesliga-Tor. Anschließend sagte der Brasilianer über seine Zukunft: «Wenn es für den Verein besser ist, wenn ich gehe, dann gehe ich. Ich möchte bleiben.»

Dieser Darstellung widersprach Trainer Ottmar Hitzfeld: «Wenn Giovane einen Verein findet, wo er gesetzt ist und der in der Champions League spielt, dann will er gehen.» Michael Ballack widerholte den Standpunkt der Kollegen: «Die ganze Mannschaft hat sich für ihn ausgesprochen. Es wäre schade, wenn er gehen würde.»

Vor 55 500 Zuschauer in der ausverkauften AOL-Arena waren die enttäuschender Hamburger bereits nach 55 Minuten dezimiert, weil Collin Benjamin nach wiederholtem Foulspiel an seinem Gegenspieler Ze Roberto die Gelb-Rote Karte erhalten hatte. Völlig unverständlich war dabei, dass HSV-Trainer den völlig überforderten und bereits nach zehn Minuten am Rande des Platzverweises wandelnden Namibier nicht früher vom Platz nahm. «Bayern war die absolut abgeklärtere Mannschaft», analysierte Jara und bemängelte an der eigenen Mannschaft: «Bei uns wird viel zu wenig gesprochen.»

Auf der Gegenseite durfte Millionen-Neuzugang Makaay erstmals über 90 Minuten durchspielen. Der Niederländer hatte noch unübersehbare Anpassungsprobleme, deutete aber zwei Mal seine Gefährlichkeit an. In der 39. Minute scheiterte er aus spitzem Winkel am reaktionsschnellen HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen, in der 51. Minute traf er freistehend das Tor nicht. «Er braucht noch Zeit», meinte Hitzfeld.

Ein größerer Unruheherd im Hamburger Strafraum war der Peruaner Pizarro, der seine starke Leistung mit dem vierten Saisontreffer krönte. Nach einer Flanke von Willy Sagnol nutzte Pizarro per Kopfball einen Stellungsfehler von Nico-Jan Hoogma. Der offenbar mit einem Wechsel nach Frankreich liebäugelnde Torschützenkönig Giovane Elber schmorte bis zur 76. Minute auf der Ersatzbank, ehe er für Pizarro eingewechselt wurde. Nur drei Minuten später nutzte er ein brillantes Zuspiel von Michael Ballack zur Entscheidung.

Die Bayern waren über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft, ohne dabei zu brillieren. Der große Unterschied spielte sich zwischen beiden Teams im Mittelfeld ab, wo der von einer Wadenverletzung genesene Ballack eine sehr starke Vorstellung bot. Dagegen waren beim HSV der von einer Grippe genesene Bosnier Sergej Barbarez und Ex-Nationalspieler Stefan Beinlich nur Schatten ihrer selbst. Auf Mehdi Mahdavikia und Rodolfo Cardoso konnte Jara verletzungsbedingt nicht zurückgreifen.