Bundesliga 2003/2004, 12. Spieltag, 08.11.03 in der Hamburger AOL Arena.

Hamburger SV - 1860 München  3:1 (0:0)

Das war hoffentlich das erste und einzige Heimspiel dieser Saison, das ich verpaßt habe.
Ich war mit Freunden eine Woche in der Türkei und konnte das Spiel somit nicht sehen.

In der Türkei haben wir uns 60 Minuten lang mit SMS versorgen lassen und sind dann für die letzten 30 Minuten in ein Internetcafe gegangen und haben die Konferenz auf WDR2 im livestream genossen!

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Romeo und Rieger sorgen für Toppmöllers ersten HSV-Erfolg
 
Hamburg/München - Es geht also doch. Klaus Toppmöller hat seinen ersten Bundesliga-Sieg als Trainer des Hamburger Sportvereins gefeiert.
"Wir haben hoch verdient gewonnen", sagte er nach dem 3:1 (0:0)-Erfolg über den TSV 1860 München. "Am Anfang sind wir schwer reingekommen. Aber nach dem 2:1 hat man schon gesehen, dass wir Fußball spielen können."

Toppmöller legt Richtung Jara nach
Dabei hatte sich "Toppi" nach dem 2:3 in Dortmund noch massiv über die Kondition seiner Truppe beschwert. Unverhohlene Kritik an der Arbeit seines Vorgängers Kurt Jara.
Und selbst der Sieg über die "Löwen" hatte Toppmöller nicht beschwichtigt. "Ich habe extra noch einen Sportmediziner dazu geholt. Die Leistungsdiagnostik hat das bestätigt: Wir können keine 90 Minuten gehen."

"So spielt man Fußball"
Um so erstaunlicher, dass der HSV nach schwacher erster Hälfte nach der Pause das Gaspedal kräftig durchtrat. "Wir haben sehr hart gearbeitet diese Woche und viel ökonomischer gespielt", so Toppmöller Erklärung über den Endspurt.
"So spielt man Fußball. Wenn wir in Ballbesitz sind, muss der Gegner laufen. Wir waren aggressiv am Mann dran. In den Spielen zuvor haben wir zuviel Laufarbeit verrichten müssen."

Jaras größter Fehler trifft und trifft
Kondition hin, Kondition her - Jaras größter Fehler war wahrscheinlich ein anderer. Nämlich der, dass der Österreicher nicht durchgehend an Bernardo Romeo festgehalten hat.
Der Argentinier ist unter Toppmöller, der ihm bedingungslos den Rücken stärkt, wieder zur personifizierten Torgefahr geworden. Auch gegen 1860 traf Romeo - und das gleich doppelt (53./75.), bevor Mehdi Mahdavikia per Foulelfmeter (77.) die Partie entschied.

Trainer und Stürmer in Selbstkritik vereint
Fünf Tore in drei Spielen unter Toppmöller. Dazu gewonnen. Glücksseligkeit pur? Fehlanzeige. "Romeo hätte noch ein Tor mehr machen müssen", sagt der Trainer kritisch. Perfektionismus, der seinem Stürmer-Star sauer aufstößt?
Mitnichten. "Ich hätte noch mehr Tore machen müssen", meinte auch Romeo. Aber das trübte die Freude des Argentiniers nicht im geringsten. Und Romeo wusste auch, bei wem er sich nach seinem achten Bundesliga-Doppelpack zu bedanken hatte.

Romeos Dank an Rieger
Nämlich bei Hermann Rieger. Der Masseur hatte den mit einer Bänderdehnung kämpfenden Argentinier mit "Tag- und Nacht-Arbeit" (Toppmöller) rechtzeitig für das Spiel fit bekommen. Und dafür herzte Romeo das HSV-Urgestein nach beiden Treffern ausgiebig.
Das freute den Bayern, der seit 1978 für den HSV tätig ist, natürlich besonders. "Ich war Weihnachten bei ihm in Argentinien. Bernardo ist wie mein Bruder", sagte Rieger und strahlte übers ganze Gesicht.

Götz stinksauer auf seine Hintermannschaft
Und benutzte dabei Gesichtsmuskeln, die Falko Götz an diesem Tag so gar nicht anspannen wollte. Der Trainer der "Löwen" war nämlich stinksauer auf seine Mannschaft.
"Wir wussten, dass Romeo sich bei Flanken nach hinten wegschleicht. Aber dass hat meine Abwehrspieler einfach nicht interessiert", so Götz.

Immerhin, beim nächsten Spiel wird er es bei der Vorbesprechung einfacher haben. "Das Spiel gegen die Bayern ist für uns von der Motivation her ein Selbstläufer", sagte Götz. Na, dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen im Stadtderby...
 

Daten:
"Toppi" ist da und Romeo trifft
 
Mit Heimstärke geht's voran
Inklusive des UEFA Cups gewann der HSV vier der letzten fünf Heimspiele und knüpft an die Heimstärke der letzten Saison an.

Alles "Toppi"
Klaus Toppmöller gewinnt sein erstes Bundesligaspiel als HSV-Coach. Im Pokal gewann er mit den Hamburgern ja schon in Unterhaching.

Gastschwächen beim TSV
Die Löwen verloren vier der letzten fünf Auswärtsspiele in der Bundesliga.

Kopfsache
Danny Schwarz erzielte beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sein erstes Kopfballtor in der Bundesliga.

Nach der Pause legten die Hamburger zu
Vor dem Wechsel gaben in einer schwachen ersten Spielhälfte sogar die Gäste aus München mehr Torschüsse ab als die Hamburger. Nach der Halbzeitpause wachte der HSV auf, machte alle Tore und verbuchte im zweiten Spielabschnitt dann ein Torschussverhältnis von 11:8.

Verkehrter Romeo
Für gewöhnlich spielt Bernardo Romeo ein Bundesligaspiel unauffällig herunter und glänzt durch seine Tore, wie auch wieder im Spiel gegen den TSV. Im Spiel gegen die "Löwen" zeigte Romeo sich aber auch mal ganz anders: Der Argentinier hat von allen Spielern der Partie die meisten Torschüsse abgegeben (fünf) und gewann sogar gute 54 Prozent seiner Zweikämpfe.

Mehdi wirbelte
Mehdi Mahdavikia war im Spiel gegen den TSV nicht nur an zwei Toren seiner Mannschaft beteiligt (ein Tor, eine Torvorlage), sondern brachte obendrein noch viele weitere Impulse für die Offensive. Der Iraner war an fast der Hälfte der Torschüsse seiner Mannschaft beteiligt (7 von 15). Vier Torschüsse gab er selbst ab und drei hat er für einen Mitspieler vorbereitet.

Jarolim setzte keine Akzente
Hamburgs angeschlagener "Spielmacher" David Jarolim setzte in der Partie gegen den TSV 1860 München keine Akzente und wurde folgerichtig ausgewechselt. Der Tscheche war an keinem Torschuss seiner Mannschaft beteiligt und glänzte einmal mehr durch geringe Standfestigkeit. Von allen Spielern der Partie wurde Jarolim am häufigsten gefoult (sechsmal).

Doppelter Barbarez
Sergej Barbarez zeigte im Spiel gegen den TSV 1860 München mal wieder, wie wertvoll er für die Hamburger ist. Bernardo Romeo legte er per Flanke auf und den Elfmeter für Mehdi Mahdavikia holte er ebenfalls heraus. Zwei Torvorlagen in einem Bundesligaspiel gab er in dieser Saison noch nicht.


 
kicker:
Hamburger SV:  Wächter (3) - Schlicke (4,5), Hoogma (4), Ujfalusi (2,5), Wicky (4) - Maltritz (4) - Jarolim (3,5), Beinlich (4,5) - Mahdavikia (2,5), Barbarez (3), Romeo (2,5) - Trainer: Toppmöller

1860 München:  Hofmann (4) - Stranzl (3), Hoffmann (4), Costa (4,5), Tyce (5) - Cerny (4), Meyer (3,5), Schwarz (4), Weissenberger (4) - Lauth (5), Kioyo (4) - Trainer: Götz

Tore:   1:0 Romeo (53., Kopfball, Vorarbeit Mahdavikia), 1:1 Schwarz (57., Kopfball, Cerny), 2:1 Romeo (75., Kopfball, Barbarez), 3:1 Mahdavikia (77., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Barbarez)

Eingewechselt:   61. Jacobsen für Schlicke, 79. Benjamin für Jarolim, 88. Cardoso für Beinlich - 49. Görlitz (3,5) für Stranzl, 73. Agostino für Kioyo, 85. Borimirov für Meyer

Chancenverhältnis:  7:4

Eckenverhältnis:  5:1

Schiedsrichter:  Jansen  (Essen), Note 3 - keine gravierenden Fehler, aber teilweise Probleme bei der Bewertung von Zweikämpfen.

Zuschauer:  44947

Gelbe Karten:  Ujfalusi, Jarolim, Barbarez - Meyer, Tyce, Costa, Görlitz

Spielnote:  4

Spieler des Spiels: 
 

Romeo, Bernardo
Löste sich zunehmend aus der anfangs guten Beschattung, ebnete mit seinem Doppelpack den Weg zum Erfolg.

Analyse
Der Trainer des Hamburger SV, Klaus Toppmöller, änderte seine Startformation gegenüber der 3:2-Niederlage in Dortmund am vergangenen Spieltag auf einer Position. Für Reinhardt kam Schlicke ins Team. Falko Götz, auf Seiten des TSV München 1860, musste nach dem 3:1-Sieg gegen Bochum am 11. Spieltag seine Mannschaft auf drei Positionen umbauen. Im Mittelfeld kamen Cerny und Meyer für Lehmann und Görlitz zum Einsatz, während im Sturm Kioyo den angeschlagenen Schroth vertrat.

Die Löwen starteten mit viel Selbstvertrauen und Offensivgeist in das Spiel. Sie setzten den HSV unter Druck, während die Hamburger mit dieser Situation offensichtlich nichts anzufangen wussten. Erst nach einer Viertelstunde kam der HSV in Tritt und erzielte auch gleich einen Treffer. Schiedsrichter Jansen erkannte das Tor aber zurecht, wegen eines vorausgegangenen Handspiels von Jarolim, nicht an. In der Folgezeit brachte der Hamburger SV das Spiel besser unter Kontrolle, wenngleich die Löwen mit Kontern versuchten, Gefahr auszustrahlen, was aber meist nicht gelang. Doch auch der HSV war nicht in der Lage, sein Übergewicht im Mittelfeld in Torchancen umzusetzen. Lediglich bei Ecken und Freistößen blitzte ein wenig Gefahr für das Tor von Löwen-Keeper Hofmann auf. Gegen Ende der ersten Hälfte zogen die Löwen das Tempo noch einmal an. Schnell kam der HSV in Bedrängnis, doch Weissenberger und Lauth scheiterten aus der Distanz. Danach wurde in einem niveauarmen Spiel mit 0:0 die Seiten gewechselt.

Personell unverändert, aber mit wesentlich mehr Engagement kamen beide Mannschaften zur zweiten Halbzeit. Von Beginn an kamen beide Teams zu Torchancen. Bereits in der 50. Minute ging der HSV in Führung. Hoogma setzte Mahdavikia per Steilpass ein. Der Iraner ließ zwei Gegenspieler stehen und zog aus zwölf Metern ab. Der Ball klatschte gegen den Pfosten und sprang ins Feld zurück. Romeo ließ sich nicht zwei Mal bitten und staubte zum Führungstreffer ab. Postwendend antworteten die Löwen mit dem Ausgleichstreffer. Bei einer hohen Flanke von Cerny in den Strafraum der Hamburger, wo sich kein Verteidiger für Schwarz zuständig fühlte. Der völlig freie Schwarz konnte sich in Ruhe eine Ecke aussuchen und ließ Wächter im HSV-Tor keine Abwehrchance gegen seinen Kopfball. Der HSV brauchte einige Minuten, um den Ausgleichstreffer der Löwen wegzustecken, startete dann jedoch wütende Angriffe gegen das Tor der Sechziger. Doch Romeo vergab zwei Mal in aussichtsreicher Position. Den Löwen schien in der Schlussphase die Luft auszugehen, und der HSV kam zu Chancen im Minutentakt. Diese nutzten die Hamburger dann auch aus. Zunächst setzte sich Barbarez auf der linken Seite gegen Hoffmann durch und flankte präzise auf Romeo. Der Argentinier hatte keine Mühe, mit einem Kopfball aus kurzer Distanz Löwen-Keeper Hofmann zu überwinden. Keine zwei Minuten später wiederholte sich diese Szene fast. Romeo flankte auf Barbarez. Diesmal eilte Hofmann aus seinem Tor und versuchte zu fausten. Dabei rammte er Barbarez um. Schiedsrichter Jansen entschied sofort auf Strafstoß. Den Elfmeter verwandelte Mahdavikia unhalbar ins linke obere Toreck. Die Löwen versuchten noch einmal zu antworten, doch ihre Bemühungen führten nicht mehr zu zwingenden Torchancen. Der HSV hatte die Situation unter Kontrolle und einen Torhüter, auf den man sich verlassen konnte.

Klaus Toppmöller gewinnt damit sein erstes Bundesligaspiel als Trainer des HSV, der sich damit ein Stück weit aus der Abstiegszone absetzt. Für München 1860 bedeutet die Niederlage, dass man sich mit einem Platz im Mittelfeld bis auf Weiteres zufrieden geben muss.
 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 

90 Jacobsen spielt Barbarez frei. Der zieht von der Strafraumgrenze ab, doch der SChuß ist zu unplatziert. Torhüter Hofmann fängt die sichere Beute. 

83 Jacobsen legt von der Grundlinie auf für Mahdavikia, doch der kommt in Rücklage und schiesst über das Tor. 

80 Die Löwen wehren sich. Allerdings ist der raffiniert angeschnittene Freistoß von Tyce eine sichere Beute von HSV-Torwart Wächter. 

79
 Mahdavikia hämmert den Ball unhaltbar unter die Latte des Löwen-Tores. 

78
 Bei einer Flanke von Romeo eilt Hofmann aus dem Tor und räumt Barbarez über den Haufen. Schiedsrichter Jansen entscheidet sofort auf Strafstoß. 

76
 Die Löwen scheinen stehend ko. Barbarez setzt sich gegen Hoffmann auf der linken Seite durch. Er flankt präzise auf Romeo, der mit einem Kopfball aus kurzer Distanz Löwen-Keeper Hofmann keine Chance lässt. 

72 Beinlich spielt Romeo auf der linken Seite frei. Der versucht es alleine und scheitert an Torhüter Hofmann. Barbarez wäre in der Mitte völlig frei gewesen. 

60 Romeo mit einer Doppelchance. Eine Flanke von Barbarez köpft der Argentinier an den Oberschenkel von Costa. Die Nachschusschance entschärft dann Löwen-Keeper Hofmann. 

58
 Postwendend der Ausgleich für die Löwen. Cerny flankt hoch in den Strafraum, wo niemand für Schwarz zuständig zu sein scheint. Schwarz kann sich, völlig frei, die Ecke aussuchen und lässt mit seinem Kopfball Wächter keine Chance. 

54
 Der erste gute Konter der Hamburger und das 1:0. Hoogma legt den Ball in den Lauf von Mahdavikia. Der zieht aus 13 Metern ab. Der Ball klatscht gegen den Pfosten und springt ins Feld zurück. Romeo staubt aus kurzer Distanz ab. 

53 Schwarz zirkelt einen Freistoß auf den Kopf von Costa, doch der bekommt den Ball nicht optimal auf die Stirn, so dass Wächter keine Probleme bekommt. 

51 Weissenberger legt auf für Cerny, der auf der rechten Seite durchgelaufen war. Cerny zieht sofort ab, doch HSV-Keeper Wächter kann den Ball locker halten. 

  Anpfiff 2. Halbzeit 

  Halbzeit 

39 Hoffmann haut aus über 30 Metern drauf, doch der Ball verfehlt sein Ziel um gut einen Meter. 

37 Lauth zieht aus 20 Metern ab. Wächter ist im bedrohten Eck, lässt den Ball allerdings nach vorne Abprallen. Doch im Nachfassen kann er die Situation klären. 

27 Wieder versucht es Maltritz mit einem Distanzschuß, doch Löwen-Keeper Hofmann hält sicher. 

27 Costa und Hofmann können nach längerer Behandlungspause weiterspielen. 

24 Mahdavikia spurtet durch die gesamte Löwen-Abwehr und taucht frei im Strafraum auf. Costa kann gerade noch mit einer riskanten Grätsche klären. Dabei prallt er mit Torhüter Hofmann zusammen, der verletzt liegen bleibt. 

19 Der Ball ist im Tor der Löwen, doch es zählt nicht.Schiedsrichter Jansen hat bei der Ballannahme durch Jarolim ein Handspiel erkannt. 

16 Maltritz setzt ein Zeichen für den HSV. Aus vollem Lauf wuchtet er das Leder aus 35 Metern auf das Löwen-Tor. Der Ball streicht knapp am linken Pfosten vorbei. 

13 Die erste kleine Chance für München 1860. Weissenberger dreht einen Freistoß in den Strafraum. Kioyo versucht den Ball direkt zu nehmen, doch Hoogma kann den Schuss abblocken. Den Rest erledigt HSV-Keeper Wächter. 

10 Das Spiel ist noch sehr zerfahren. Die Löwen verstecken sich nicht und setzen den HSV unter Druck. Die Hamburger wissen mit dieser Situation wenig anzufangen und kommen kaum geordnet über die Mittellinie. 

Anpfiff