Bundesliga 2003/2004, 13. Spieltag, Samstag, 22.11.03 in der Kölner Rhein-Energy-Arena

1. FC Köln - Hamburger SV 0:1 (0:1)

Das ist nun sage und schreibe das dritte HSV-Bundesligaspiel hintereinander, das ich nicht live gesehen habe. Also weder im Stadion noch im TV. Ich glaube, sowas hatte ich ewig nicht. Ich weiß gar nicht, ob ich schon mal 3 Spiele hintereinander nicht im Stadion gesehen habe in den letzten Jahren.

Eigentlich hätte ich auch nach Köln fahren wollen, aber mein Vater hatte am Vortag des Spiels seinen 78. Geburtstag. Und das ja doch schon ein eher betagtes Alter ist, habe ich es dann doch vorzegogen, meinen Vater am SPieltag in Berlin zu besuchen.

Das Spiel habe ich dann zusammen mit ihm am Radio verfolgt.

Leider wurde nur sehr wenig vom Spiel berichtet. Naja, war dann wohl auch nicht soo spannend. Aber für mich war es natürlich sehr spannend, da die ganze 2. Halbzeit bibbern zu müssen, ob der Ausgleich fällt.
Ich muß ehrlich sagen, daß ich mich eigentlich nur gefragt habe, WANN er fällt und ob wir dann doch noch verlieren.

Als es aber nur noch 10 Minuten waren, begann so der ernste Gedanke, daß es ja doch sehr ärgerlich wäre, so kurz vor Schluß mal wieder ein Gegentor fiele.

Als dann die Meldung aus Köln kam, daß das Spiel vorbei sei, war ich sehr glücklich. Und ich konnte mich beruhigt auf den Heimweg nach Bad Schwartau machen.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Köln weiter Tabellenletzter
 
Köln - Beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln herrscht vor der Jahreshauptversammlung am kommenden Donnerstag endgültig Weltuntergangsstimmung. Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den Hamburger SV schienen sich die Profis schon fast mit dem dritten Abstieg abgefunden zu haben. 

Presse-Boykott der FC-Spieler
Kein Aufbäumen mehr in den letzten 20 Minuten, keine Antwort auf irgendeine Frage nach dem Spiel und die üblichen Schmäh-Rufe am Marathontor: Die Spieler gingen allesamt wortlos an den versammelten Medienvertretern vorbei. Auf Köln gibt momentan in der Fußball-Bundesliga niemand mehr etwas. 
10 Niederlagen in 13 Spielen - und kein Anzeichen für irgendeine Veränderung zum Positiven.

Manager Rettig: "Das geht aufs Gemüt"
Selbst "Strahlemann" Andreas Rettig wirkt wie einer, der mit seinem Latein am Ende ist. "Das geht einem aufs Gemüt, die Situation hat sich dramatisch verschlechtert. Wir müssen jetzt zusammenrücken, die Jungs sind völlig fertig", sagte der Manager, der sich immerhin den Fragen stellte und sich auch von den "Rettig raus"-Rufen nicht beeindruckt zeigte.
Trainer Marcel Koller erweckte den Eindruck, als habe er auf dem falschen Schiff angeheuert. Seine Heim-Premiere hatte sich der 43 Jahre alte Schweizer anders vorgestellt. "Wir haben alles versucht", sagte er matt. "In den letzten Minuten hat sich gezeigt, dass die Kraft nicht reicht. Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen darauf hoffen, dass irgendwann das Erfolgserlebnis kommt."

FC-Fans hoffnungslos
Die eigenen Fans glauben daran derzeit nicht mehr, die "Absteiger, Absteiger"-Sprechchöre waren nicht mehr zu überhören. Die FC-Profis stellten sich gar nicht mehr - nur schnell in den Bus, nur weg. 
Den entscheidenden Treffer erzielte in der 41. Minute Sergej Barbarez vor 38.600 Zuschauern mit seinem vierten Saisontreffer.

Koller: "Kann nur mit dem arbeiten, was da ist"
Nun wartet Rekordmeister Bayern München auf die Kölner, dann geht es gegen Bayer Leverkusen, nach Rostock und gegen Hertha BSC - gut 
möglich, dass es zur Winterpause immer noch sieben Punkte sind.
Koller wehrt sich trotz der desaströsen Situation tapfer. "Ich kann nur mit den Spielern arbeiten, die ich habe", sagte der Schweizer und übte damit indirekt harsche Kritik am Personal, das ihm momentan zur Verfügung steht. Aber über Verstärkungen "können wir erst in der Winterpause nachdenken".

Newcomer Podolski überrascht positiv
Das harte Urteil des Schweizers: "Die Mannschaft hat im Kopf ein paar Probleme." Koller hatte nach dem Trainingslager in Hennef die Mannschaft auf vier Positionen umgestellt, die Abwehr mit Thomas Cichon versucht zu stabilisieren und in dieser Saison erstmals Andrew Sinkala und den erst 18 Jahre alten "U19"-Nationalspieler Lukas Podolski gebracht. 
Podolski machte ein sehr gutes Spiel, aber in dieser Mannschaft kann ein Greenhorn nichts bewegen. Rettig wollte Podolski auch nicht mit überzogenen Erwartungen überfrachten: "Wir dürfen ihm nicht zuviel aufbürden und werden ihn nicht als Heilsbringer mißbrauchen." Die Kölner Fans quitierten die Auswechselung des U-19-Nationaspielers mit Pfiffen.

Toppmöller freut sich über Defensivleistung
Neben dem Jung-Talent überzeugte nur Woronin. FC-Ikone Wolfgang Overath sagte: "Ich habe vorher gesagt, dass das Spiel gegen Hamburg entscheidend ist für den weiteren Weg. Es sieht nicht gut aus."
Trainer Klaus Toppmöller freute sich auf der Gegenseite über den ersehnten ersten Auswärtssieg. "Wir haben in der Defensive kompakt gestanden und keine ernsthafte FC-Chance zugelassen", sprach der HSV-Heilsbringer und übertrieb damit nicht. 

Barbarez: "Bremen soll sich warm anziehen"
Eine große Chance reichte aus, um die Kölner im RheinEnergieStadion zu schlagen. Nur noch 17 Mann hat Toppmöller zur Verfügung, spielte 
mit dem letzten Aufgebot. "Wir wollten zu Null spielen, in der Abwehr sicher stehen und unsere Konter nutzen. Das hat geklappt." 
Barbarez blickt schon eine Woche weiter: "Die Bremer sollen sich warm anziehen."
 

Daten: HSV beendet Auswärtsfluch

Erster HSV-Auswärtssieg 2003
Der HSV gewann erstmals seit November 2002 wieder ein Bundesligaspiel auf fremdem Platz (damals in Leverkusen) und beendete in Köln eine Durststrecke von 15 Auswärtsspielen ohne Sieg

Zehnte Kölner Niederlage
Köln verlor bereits zehnmal - Ligahöchstwert. Nie zuvor hat der 1. FC Köln 10 der ersten 13 Saisonspiele verloren. 

Kaum noch Hoffnung
In der Bundesliga-Historie hatten zuvor nur zehn Teams zehn oder mehr Spiele an den ersten 13 Spieltagen einer Saison verloren. Nur einTeam stieg am Saisonende nicht ab - Hannover 96 schaffte in der Saison 71/72 trotz zehn Niederlagen nach 13 Runden am Ende noch den Klassenerhalt.

Koller mit 6 Umstellungen
Kölns Marcel Koller hatte seine Anfangself auf 6 Positionen gegenüber dem 0:4 in Bochum verändert. Nie in der Vereinsgeschichte gab es beim FC mehr Veränderungen von einem Spieltag zum nächsten. Die vielen Umstellungen beim 1. FC Köln senkten das Durchschnittsalter der Startelf um fast 3 Jahre, auf 25,6 Jahre. Zuvor letztmals so jung war eine Kölner Startelf zuletzt im April 2001 gewesen.

Erstmals zu Null gespielt
Der HSV überstand erstmals in dieser Saison ein Bundesligaspiel ohne Gegentor - als letzter Bundesligaverein. Auch ein Verdienst von Torwart Wächter, der zwar keine Großchancen vereiteln musste, aber bei fünf Torschüssen auf dem Posten war und parierte.

Lottner nicht im Spiel
Der Regisseur war als einziger Kölner Feldspieler in den ersten 60 Minuten an keinem Torschuss beteiligt gewesen. Am Ende standen ein Torschuss und eine Torschussvorlage für ihn zu Buche. Als zentraler Mittelfeldspieler hatte er die wenigsten Ballkontakte (41), die schwächste Zweikampfbilanz (28 Prozent gewonnen) und eine miserable Passquote (37 Prozent Fehlpässe). Der schwache Lottner ist auch ein Verdienst seines Gegenspielers Maltritz, der Lottner beherrschte.

Erste Torbeteiligung von Beinlich
Beinlich bereitete das 1:0 durch Barbarez vor. Zum 1. Mal war "Paule" Beinlich an einem HSV-Bundesligator beteiligt. Insgesamt war es die 100. Torbeteiligung von Beinlich in der Bundesliga (51 Tore, 49 Torvorlagen). In Köln bereitete Beinlich die Hälfte der HSV-Torschüsse vor (4 von 8).

Köln konnte nicht zulegen
Köln gab seinen letzten Torschuss in der 66. Minute ab.Trotz Rückstand und Heimspiel.


 
kicker:
1. FC Köln:  Wessels - O. Schröder, Dogan, Cichon, Voigt - Kringe, Sinkala, Lottner, Springer - Podolski, Voronin - Trainer: Koller

Hamburger SV:  Wächter - Jacobsen, Hoogma, Ujfalusi, Wicky - Mahdavikia, Jarolim, Maltritz, Beinlich - Takahara, Barbarez - Trainer: Toppmöller

Tore:   0:1 Barbarez (42., Linksschuss, Vorarbeit Beinlich)

Eingewechselt:   73. Heinrich für Sinkala, 79. Scherz für Podolski, 88. Ebbers für Cichon - 58. Reinhardt für Takahara, 83. Benjamin für Mahdavikia, 88. Rahn für Jarolim

Schiedsrichter:  Stark 

Zuschauer:  40000 (ausverkauft)

Gelbe Karten:  Springer, Kringe - Takahara, Wicky
 

Spielbericht
Kölns Coach Koller stellte im Vergleich zur 0:4-Schlappe am letzten Spieltag gegen Bochum die komplette Abwehrreihe um: Für Cullmann, Klos, Sichone und Heinrich brachte der Schweizer Schröder, Dogan, Voigt und Cichon, wobei Letzterer etwas hinter den anderen drei agierte. Außerdem kam Sinkala für Helbig ins Team, und Amateur Podolski debütierte für Scherz im Sturm. HSV-Trainer Toppmöller musste nach dem 3:1-Erfolg über 1860 vor zwei Wochen auf Romeo (Probleme am Sprunggelenk) und Schlicke (Meniskusschaden) verzichten, Takahara und Jacobsen liefen von Beginn an auf.

Nach drei Niederlagen in Folge und dem Abrutsch auf den letzten Tabellenplatz waren die Domstädter zum Punkten verdammt. Ähnliches galt für die Hanseaten, die den Kontakt zum Mittelfeld nicht wieder verlieren wollten. 

Von Anbeginn erkannte man die Einsatzbereitschaft der Kölner, die früh störten und aggressiv in die Zweikämpfe gingen. Die Hamburger zeigten sich beeindruckt und ließen sich zunächst in die eigene Hälfte drücken. Das Plus in puncto Spielanteilen konnten die Mannen vom Rhein allerdings nicht in Zählbares umwandeln, zu bieder trugen sie die Kombinationen vor das HSV-Gehäuse. Ein pfeilschneller Voronin, der immer wieder gesucht wurde, war insgesamt zu wenig gegen die solide stehende Defensivkette des HSV. Regisseur Lottner fand keine rechte Bindung zum Spiel. Ohne seine Ideen waren die Domstädter zu leicht auszurechnen, die vereinzelten Weitschüsse wirkten wie Strohfeuer. 

Mitte der ersten Hälfte hielten die Hanseaten besser dagegen. Mit breit aufgezogenen Vorstößen versuchten sie, zum Erfolg zu kommen. Doch auch bei ihnen blieb die Torgefahr aus. Takahara, nominell einzige echte Spitze, stand gegen die neuformierte FC-Defensive auf verlorenem Posten, da er nur selten Unterstützung aus dem Mittelfeld erfuhr.

Den 40.000 Fans im RheinEnergie-Stadion bot sich ein eintöniges Bild. Keine der beiden Mannschaften war bereit, mehr auf Offensive zu setzen. Dementsprechend selten konnten sich die Offensivakteure auf beiden Seiten Freiräume erarbeiten, geschweige denn Überzahlsituationen kreieren. So ging das Warten auf die eine entscheidende Situation weiter.

Und siehe da, in der 42. Minute hebelte Barbarez per simplem Doppelpass mit Beinlich die FC-Defensive aus. Aus 15 Metern halbrechter Position ließ er Keeper Wessels mit einem Schuss ins linke obere Eck keine Chance. Die Führung der Norddeutschen bedeutete gleichzeitig eine hundertprozentige Chancenausbeute für die Toppmöller-Elf.

Nach dem Wechsel nahm die Partie an Fahrt auf, was vor allem an den Rheinländern lag. Konsequent nutzten sie die Lethargie der Hamburger, die nun zu wenig taten und auf Abwarten setzten. Die Außen der Kölner setzten sich nun besser in Szene und spielten so ein ums andere Mal Schusschancen heraus. Dabei blieben sich die Kölner treu, die Weitschüsse offensichtlich als taktische Marschroute mit auf den Weg bekommen hatten. Sinkala (53.), Voronin (56.) und Lottner mit einer sehenswerten Direktabnahme (61.) scheiterten nur knapp, der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen.

Nach gut einer Stunde Spielzeit bekam die Toppmöller-Elf das Geschehen wieder besser in den Griff. Dass der Coach mit dem Ergebnis nicht unzufrieden war, zeigte die Hereinnahme von Abwehrspieler Reinhardt für Stürmer Takahara (58.) ein deutliches Zeichen. Hinten absichern und auf Konter warten.

Gegen Ende der Partie machte sich der Kräfteverschleiß bei der Heimmannschaft bemerkbar. Fast jeder Zweikampf, fast jedes Laufduell ging nun verloren. Der HSV hatte Platz, im Mittelfeld nach Belieben zu agieren. Müssen sich die Hanseaten einen Vorwurf gefallen lassen, dann den der mangelnden Cleverness beim Ausnutzen der sich bietenden Räume.

Mit der vierten Niederlage in Folge setzen sich die Kölner weiter hinten fest. 20 gute Minuten nach der Pause waren zu wenig, um die trägen, am Ende aber souverän agierenden Hamburger an ihrem ersten Auswärtssieg seit dem 30. November 2002 (3:2 in Leverkusen) zu hindern.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
90 Benjamin passt quer auf den heraneilenden Barbarez. Der Bosnier nimmt direkt aus 12 Metern ab, Wessels kann per Fußabwehr klären. 
 
82 Barbarez trägt den Ball weit in die gegnerische Hälfte und tanzt Cichon aus. Sein Schuss bleibt allerdings hängen, an seinem Mitspieler Jarolim. 
 
78 Der HSV hat die Partie nun wieder besser im Griff und setzt auf Konter aus der durch Reinhardt verstärkten Defensive. 
 
66 Und wieder: Dieses Mal ist es Sinkala, der einen Abpraller aus dem Strafraum für einen Weitschuss nutzt. Aus gut 35 Metern verfehlt er das Tor nur knapp, Wächter wäre jedoch da gewesen. 
 
61 Tolle Aktion von Kapitän Lottner, der einen Querpass 16 Meter vor dem Tor in halbrechter Position volley nimmt. Die Kugel streicht nur um Haaresbreite über die Latte. 
 
58 Barbarez zieht einen Freistoß vom rechten Strafraumeck direkt auf die kurze Ecke. Das Netz wackelt, allerdings schlug das Leder von Außen ein - alle Aufregung umsonst. 
 
56 Köln probiert es weiter aus der Distanz. Voronins satter Vollspann-Schuss verfehlt das Gehäuse nur knapp, wieder ist Wächter im Glück. 
 
53 Größte Chance für den FC: Sinkala kommt vom linken Strafraumeck zum Schuss. Die Kugel wird von Hoogma abgefälscht und fliegt am rechten Pfosten vorbei. Wächter wäre geschlagen gewesen. 
 
50 Beinlich legt per Brust zurück auf Maltritz, der aus 23 Metern per Vollspann abzieht. Das Leder zischt einen Meter am linken Pfosten vorbei. 
 
46 Podolski luchst Wicky am rechten Strafraumeck den Ball ab. Der Bundesliga-Debütant zieht direkt ab, trifft den Ball aber nicht voll. Wächter hält sicher. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
42
 Die überraschende HSV-Führung: Barbarez kreuzt von rechts nach innen, ein Doppelpass mit Beinlich reicht aus, um aus halbrechter Position zum Schuss zu kommen. Aus 15 Metern lässt er Wessels keine Abwehrmöglichkeit. 
 
35 Weiterhin sind die Torleute quasi arbeitslos. Keine der beiden Mannschaften ist derzeit in der Lage, mit einer überraschenden Aktion für Gefahr zu sorgen. Die vereinzelten Weitschüsse der Kölner sind nur Strohfeuer. 
 
30 Wieder versucht ein Kölner aus der Distanz sein Glück. Voronin zieht mit rechts aus 27 Metern ab, Wächter hat keine Probleme. 
 
23 Das Leder ist im Tor! Nach einem Lottner-Freistoß trifft Dogan zunächst die Latte um dann im Nachschuss zu treffen. Doch alle Aufregung umsonst, Dogan stand hauchdünn im Abseits. Schiedsrichter Stark hatte bereits abgepfiffen. 
 
18 Erneut probiert es Kringe aus etwa 30 Meter Distanz, dieses Mal fliegt das Spielgerät um gut zwei Meter am rechten Toreck vorbei ins Aus. 
 
15 Schröder bringt von rechts eine Flanke gefährlich vor das HSV-Gehäuse. In der Mitte steigt Lottner hoch, das Leder rutscht dem Kapitän aber über den Scheitel. 
 
13 Köln zeigt großen Einsatz und geht aggressiv in die Zweikämpfe, die Hamburger sind noch nicht im Spiel. 
 
5 Springer zieht von der rechten Seite in die Mitte und fasst sich aus 30 Metern ein Herz. Sein Schuss trudelt rechts am Tor vorbei. 
 
1 Dank der Fertigstellung des Unterrangs der Gegengerade passen zum ersten Mal 40.000 Zuschauer in die RheinEnergie-Arena. 
 
1 Herzlich Willkommen zur Partie des Tabellenletzten aus Köln gegen den HSV. Bemerkenswert: FC-Coach Koller baute nach dem 0:4 gegen Bochum seine komplette Abwehrreihe um.  
 
Anpfiff 


 
dpa: Kölner Talfahrt hält an - HSV-Auswärtsfluch beendet

Von Morten Ritter, dpa

Köln (dpa) - Die sportliche Talfahrt des 1. FC Köln hält an. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga verlor auch das zweite Spiel unter dem neuen Trainer Marcel Koller und musste sich dem Hamburger SV mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.

Vor 38 600 Zuschauern im ausgebauten RheinEnergiestadion erzielte Sergej Barbarez (41. Minute) den Treffer zum Sieg für die erstmals seit einem Jahr auswärts erfolgreichen Hanseaten, die den zweiten Punkte-Dreier in Serie unter ihrem neuen Trainer Klaus Toppmöller feierten und mit nunmehr 15 Punkten den Sicherheitsabstand zu den Abstiegsrängen vergrößerten. Die Kölner hingegen stecken nach der fünften Heimniederlage im Tabellenkeller fest.

«Ich bin sehr zufrieden, dass wir erstmals nach einem Jahr wieder auswärts gewonnen und zu Null gespielt haben», sagte Toppmöller, der sein Team drei Tage lang im Trainingslager auf die Partie vorbereitet hat. FC-Coach Koller sagte: «Die Mannschaft hat alles versucht, war aber nach vorne zu überhastet und hatte am Ende keine Kraft mehr.»

Eine Woche nach dem ersten gemeinsamen Trainingslager mit seiner neuen Mannschaft präsentierte Koller vor der Rekordkulisse im schmucken Kölner Stadion eine auf sechs Positionen veränderte Formation, in der der 18 Jahre alte A-Junioren-Stürmer Lukas Podolski erstmals von Beginn an auflief. In die neue Vierer-Abwehrkette berief der FC-Trainer gleich vier neue Spieler, die gegen das Hamburger Stürmer-Trio zunächst konzentriert zu Werke gingen. Allerdings musste HSV-Coach Toppmöller auch auf den am Fuß verletzten Torjäger Bernardo Romeo verzichten. In der Defensive vertrat Lars Jacobsen den verletzten Björn Schlicke.

Die Gastgeber waren gegen die offensiv ausgerichteten, aber doch sehr verhalten agierenden Hanseaten zunächst die etwas druckvollere Mannschaft, fanden aber viel zu selten den Zug zum gegnerischen Tor. Zwei harmlose Distanz-Schüsse von Alexander Voigt (20.) und Andrej Woronin (29.) blieben lange Zeit die einzigen bescheidenen Bemühungen zum Torerfolg. Viel mehr hatte bis dahin auch der HSV nicht zu bieten, ehe Barbarez die erste Möglichkeit für sein Team nutzte. In der 41. Minute spitzelte der Bosnier den Ball überraschend zur 1:0- Führung in Tor.

Im zweiten Abschnitt verstärkte der FC seine Offensiv-Bemühungen. Zunächst scheiterte Nachwuchsstürmer Podolski zwei Mal. In der 53. Minute vergab Andrew Sinkala eine gute Möglichkeit, kurz darauf verfehlte Woronin mit einem Distanz-Schuss nur knapp das HSV-Tor. Toppmöller reagierte und brachte mit Bastian Reinhardt einen weiteren Abwehrspieler für den offensiven Naohiro Takahara. Kapitän Dirk Lottner und erneut Sinkala scheiterten mit weiteren Chancen gegen die verstärkte HSV-Abwehr, die bis zum Ende sicher stand und die Basis für den ersten Auswärtssieg nach 15 Spielen legte.