Bundesliga 2003/2004, 15. Spieltag, Samstag, 06.12.03 im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion

VfB Stuttgart - Hamburger SV  0:0 (0:0)

Ich habe das Spiel nicht gesehen und trotzdem war es für mich persönlich wohl das bisher bedeutendste Auswärts"spiel". 
Naja, mehr will ich dazu hier gar nicht schreiben. Jedenfalls wird mir dieses Nikolauswochenende unvergessen bleiben.

Das Spiel habe ich dann nur in der Sportschau-Zusammenfassung gesehen. Da gabs ja nicht viel zu sehen. Im Radio habe ich die letzten 30 Minuten gehört. Nur wurde da wegen des schlechten Spiels immer gleich weiter geschaltet.

Tapfer wartete ich auf den Gegentreffer in letzer Minute - doch das passierte diesmal nicht. Schön!
Vielleicht sollte ich mir öfter Karten kaufen und dann gar nicht hingehen.... ;-)

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
VfB schwächelt gegen den HSV, stürzt aber nicht

Stuttgart - Bis zur 68. Minute hatte es den Anschein, als würde dem VfB Stuttgart zum Ende des Jahres die Luft ausgehen. Aber dann weckte Kevin Kuranyi, der bis dahin an keinem einzigen Torschuss beteiligt war, seine Elf auf. 
Das einzige, was dem Team zu diesem Zeitpunkt fehlte, war ein Erfolgserlebnis. Der Kopfball des freistehenden VfB-Angreifers verfehlte zwar das Ziel.

Weckruf für den Tabellenführer
Für den Tabellenführer war es der Weckruf. Von da an wurde das Spiel besser, und Imre Szabics hatte drei Minuten vor dem Abpfiff sogar den Siegtreffer auf dem Kopf, scheiterte aber aus sechs Metern kläglich am HSV-Keeper Stephan Wächter.
Trotz seiner Initialzündung wirkt VfB-Stürmer Kuranyi von den anhaltenden Vertragsverhandlungen verunsichert. "Die Sache mit der Vertragsverhandlung belastet mich. Das ist eigentlich schade", sagte Kuranyi, der immer noch von mehreren europäischen Spitzenklubs umworben wird.

Magath zufrieden
"Ich werde mir jetzt meine Zeit nehmen, um eine Entscheidung zu treffen", so der VfB Stürmer. "Das ist für mein ganzes Leben als Profi eine wichtige Entscheidung."
Trotz der Probleme Kuranyis war VfB-Trainer Felix Magath zufrieden: "Es war eine schwere Partie für uns, da Hamburg ziemlich defensiv gearbeitet hat. Man muss auch mit einem Remis zu Hause zufrieden sein. Hauptsache ist, dass wir keinen Gegentreffer erhalten haben." 

Magath sieht keinen Kräfteverschleiß
So endete ein alles in allem schwaches Bundesligaspiel vor 41.000 Zuschauern im Gottlieb Daimler Stadion torlos.
"Wir sind heute einfach nicht richtig ins Spiel gekommen. Wir waren zwar gewillt, wussten aber nicht, wie wir es anstellen sollten", so Magath, der aber von einem Kräfteverschleiß nichts wissen will. "Wenn wir platt wären, hätten wir die letzten 20 Minuten nicht so Gas geben können."

Fehlt die geistige Frische?
Zumindest hat es jedoch den Anschein, dass den Schwaben im Moment die geistige Frische fehlt. Schon beim 0:0 in Bochum zitterte sich die Magath-Elf am Ende über die Zeit. Und gegen Gladbach gab es nach 19 Pflichtspielen ohne Niederlage eine 2:4-Peite im DFB-Pokal.
Hinzu kommt noch, dass der VfB sich vor allem gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel zu Hause schwer tut. Gegen Hertha BSC, den 1. FC Köln und den HSV gab es torlose Unentschieden - übrigens genau wie in Bochum und auf Schalke. Fünf Mal 0:0 in dieser Saison ist Ligahöchstwert.

"Letzte drei Spiele werden leichter"
"Ich bin mir aber sicher, dass es in den letzten drei Spielen leichter wird, da Manchester, die Bayern und Leverkusen mitspielen und nicht so defensiv wie der HSV auftreten werden", sagt Magath.
Über weite Strecken der 41. Bundesligasaison war es bisher so, dass der VfB auch solche schwachen Spiele gewann, zurzeit machen die Angreifer jedoch einfach nicht die entscheidenden Tore. 

Soldo fehlt gegen Bayern
Jedenfalls brechen für den Spitzenreiter jetzt "die elf Tage der Wahrheit" an. Erst geht es am Dienstag in der Champions League gegen Manchester United, dann müssen die Schwaben zum FC Bayern München reisen und zum Jahresabschluss kommt Bayer Leverkusen.
Bitter für die Magath-Elf ist, dass gegen die Bayern der Kopf der Mannschaft fehlt. Kapitän Zvonimir Soldo sah gegen den HSV seine fünfte Gelbe Karte und muss daher im Münchner Olympiastadion pausieren.

Heldt und Hinkel bringen es auf den Punkt
Routinier Horst Heldt bringt es für die Schwaben auf den Punkt: "Irgendwie müssen wir die letzten drei Spiele noch hinter uns bringen. Körperlich sind wir aber noch nicht kaputt."
Das sieht Andreas Hinkel genauso: "Jetzt müssen wir die drei Spiele bis zur Winterpause noch durchziehen und das werden wir auch tun." 

HSV setzt Serie an
Unterdessen scheint es mit Trainer Klaus Toppmöller beim HSV zu laufen. Seit vier Spielen sind die Hanseaten nun ohne Niederlage. "Diese Serie wollen wir fortsetzen", so der Coach der Hamburger.
"Wir sind hier heute hergekommen, um zu punkten. Deshalb können wir mit dem 0:0 zufrieden sein", stellte Sergej Barbarez fest.

Toppmöller besser als Jara
Und "Toppi" ist mittlerweile besser als Kurt Jara. In sechs Bundesligaspielen holte der HSV unter seinem neuen Trainer neun Punkte - das ist ein Zähler mehr als sein Vorgänger in ganzen neun Spielen einfuhr.
Seit zwei Jahren blieben die Hanseaten endlich wieder in zwei Auswärtsspielen in Folge ohne ein Gegentor (zuvor 1:0-Sieg in Köln).
Ein Wermutstropfen bleibt aber bei den Hanseaten. Schließlich war das 0:0 das erste torlose Spiel unter der Regie von Toppmöller.
 
 

HSV-Keeper Wächterwird immer besser
 
Kleiner Einbruch
Erstmals in dieser Saison blieb der VfB drei Pflichtspiele in Folge ohne Sieg. 

Schon wieder torlos
Zum fünften Mal in dieser Saison spielten die Stuttgarter 0:0 - Ligahöchstwert. 

Besser als Jara
Toppmöller holte in sechs Bundesligaspielen neun Punkte als HSV-Trainer. Das ist ein Punkt mehr als Vorgänger Jara in neun Spielen.

Flaute unter Toppmöller 
Zum ersten Mal erzielte der HSV unter der Regie von Toppmöller in der Bundesliga kein Tor. 

Eine Stunde Anlaufzeit für Kuranyi
Über eine Stunde war von Stuttgarts Starstürmer Kevin Kuranyi nichts zu sehen. Dann legte er los, kam insgesamt noch vier Mal zum Torschuss, das wurde von keinem Spieler überboten. Seine einzige Großchance vergab er allerdings kläglich, als er in der 68. Minute völlig freistehend zum Kopfball kam - und der Ball noch vor der Torlinie "verhungerte". Eine Szene, beispielhaft für die Saison. Denn Kuranyi nutzte im Schnitt nur jede dritte Großchance - höchst mäßig. 

Wichtiger Wächter
Der HSV blieb erstmals seit über zwei Jahren zwei Auswärtsspiele in Folge ohne Gegentor. In beiden Partien stand Stefan Wächter zwischen den Pfosten. Der 25-Jährige war früher der Dauer-Ersatzmann (82 Spiele in Folge auf der Bank). Mittlerweile hat er sich aber nicht nur den Respekt der Kollegen, sondern auch den der Gegner erarbeitet. Beim VfB bekam er zwar nur zwei Schüsse auf sein Tor - aber vor allem, wie er den aus kurzer Distanz abgegebenen Kopfball von Imre Szabics kurz vor Schluss parierte, war so richtig Klasse. 

Hinkel der Wilde unter den Langweilern
Von wegen "Junge Wilde" - wie schon letzte Woche in Bochum waren die Stuttgarter eher die "Jungen Langweiler". Eine der wenigen Ausnahmen war Andreas Hinkel. Der Nationalspieler hatte die meisten Ballkontakte beim VfB (86) und auch die beste Zweikampfbilanz. In der Defensive hatte er gegen Stephan Kling und Stefan Beinlich keine Probleme und fand so immer wieder Gelegenheit, sich in die Offensive einzuschalten. Am Ende hatte er zwei Torschüsse abgegeben und drei weitere vorbereitet - allein die Früchte seiner Arbeit wollten sich nicht einstellen. 

Ujfalusi hart - aber fair
Dass Stuttgarts Stürmer Kevin Kuranyi und Imre Szabics über weite Strecken blass blieben, war vor allem der Verdienst von HSV-Manndecker Tomas Ujfalusi. In den Zweikämpfen behielt er gegen beide klar die Oberhand. Am Ende hatte der Tscheche sogar die beste Zweikampfbilanz aller Spieler - nicht zuletzt, weil er nur einmal unfair einstieg. Kurz vor Spielende wurde Ujfalusi von seinem eigenen Manndeckerkollegen Bastian Reinhardt so ungeschickt so schwer umgetreten, dass er verletzt raus musste. 


 
kicker:
VfB Stuttgart:  Hildebrand (2,5) - Hinkel (3,5), Meira (3), Wenzel (3,5), Lahm (4) - Soldo (3) - Vranjes (4), A. Hleb (3) - Heldt (4) - Kuranyi (5), Szabics (5) - Trainer: Magath

Hamburger SV:  Wächter (2,5) - Ujfalusi (2,5), Hoogma (2,5), Reinhardt (3,5) - Wicky (4), Maltritz (3,5), Kling (3) - Beinlich (4) - Barbarez (3) - Mahdavikia (3), Takahara (4,5) - Trainer: Toppmöller

Eingewechselt:   66. Centurion für Heldt, 74. Tiffert für Vranjes - 80. Benjamin für Ujfalusi, 84. Rahn für Takahara

Chancenverhältnis:  4:4

Eckenverhältnis:  5:6

Schiedsrichter:  Wack, Dr.  (Biberbach), Note 2 - sehr konsequent und sicher, kleinere bei Abseitsentscheidungen

Zuschauer:  41000

Gelbe Karten:  Soldo - Kling

Spielnote:  3,5

Spieler des Spiels:  Hoogma, Nico-Jan
Ein sicherer Chef der Abwehr, dirigierte das Hamburger Defensivverhalten als lautstarker und umsichtiger Aufgabenverteiler.

Analyse
Nach dem Pokal-Aus in Gladbach (2:4) stand wieder Stammkeeper Hildebrand für Heinen zwischen den Pfosten. Lahm rückte für Gerber auf der linken Defensivseite in die Anfangsformation, außerdem kam Vranjes für Tiffert über die rechte Mittelfeldseite.

Auch der HSV erreichte das Viertelfinale im DFB-Pokal nicht - ein 0:3 bei den Bayern bedeutete das Aus für die Toppmöller-Truppe. Mit Benjamin und Rahn wurde die linke Seite aufgelöst, dafür erschienen die Namen von Kling und Takahara (als zweiter Stürmer neben Barbarez) in der Startelf. Der gegen den deutschen Rekordmeister zentral spielende Beinlich rückte als offensiver Mann vor Kling auf die linke Außenbahn.

Beiden Teams fehlte von Beginn an die Feinabstimmung, dennoch sahen die Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion in der Anfangsphase eine temporeiche Partie. Die Gäste aus Hamburg spielten zu Beginn munter mit und zeigten kaum Respekt vor dem Tabellenführer aus Schwaben, allerdings mit zunehmender Spieldauer immer weniger Mut zum Risiko. Mehr vom Spiel hatten die Stuttgarter: Oft war es der agile Hleb mit seinen Dribblings, der Schwung in die Partie brachte, doch das Einsetzen der Stürmer gelang auch ihm nicht. Der HSV versuchte, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und die VfB-Verteidigung zu überrumpeln. Allein, für Torgefahr sorgte keine der beiden Mannschaften. Lediglich über Standards kam das Leder in den Genuss, die Strafräume kennen zu lernen. Ein Lob verdienten sich lediglich die beiden sicher stehenden Abwehrreihen. Bei den Hamburgern war dies allerdings kein Wunder, beschränkte sich die Toppmöller-Elf bis zum Halbzeitpfiff immer mehr auf die Defensivarbeit, während die doch recht ideenlos wirkenden Schwaben gegen das Bollwerk anrannten.

Auch die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit verlief in einem faden Aufeinandertreffen zweier zu vorsichtig agierender Teams ereignislos. Ein erstes Hallowach setzte Barbarez in der 62. Minute. Aus 30 Metern zog der Bosnier ab, doch VfB-Keeper Hildebrand klärte zur Ecke. Fünf Minuten später wurde auch Stuttgart gefährlich. Meira flankte von rechts auf Kuranyi, der mit dem Kopf auf Szabics ablegen wollte, anstatt aufs Tor zu köpfen. Der Versuch endete in der Hamburger Abwehr. Kurz darauf machte es Kuranyi aus 24 Metern mit einem Rechtsschuss selbst und verfehlte das Ziel nur knapp. Bitter für den HSV war die Verletzung von Tomas Ujfalusi, der in der 80. Minute mit Verdacht auf einen Innenbandriss ausschied.

In der Schlussphase machten die Gastgeber nochmals Druck und wären fast belohnt worden. Szabics scheiterte jedoch mit seinem Kopfball nach einer Flanke von Lahm aus drei Metern an HSV-Keeper Wächter. Einen Sieger hatte diese Partie aber auch nicht verdient. 

Keine Tore und kaum Chancen - positiv ist bei diesem müden Kick lediglich herauszuheben, dass es eine äußerst faire Partie war und beide Teams mit dem Punkt durchaus leben können. Der VfB bleibt Tabellenführer und ist seit 15 Spielen ohne Niederlage, während Hamburg sich einen wichtigen Zähler bei einem Meisterschaftsaspiranten ergattert.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
88 Riesenchance für Szabics, der vollkommen frei aus drei Metern zum Kopfball kommt. Der Ungar zielt aber nicht genau genug, so dass Wächter seinen Kasten sauber hält und das Leder aus der Gefahrenzone bugsiert. 
 
77 Ein frecher Versuch von Mahdavikia. Aus spitzem Winkel zielt der Iraner von rechts aufs kurze Eck, Hildebrand kann gerade noch klären. 
 
70 Gleich nochmal Kuranyi. Der VfB-Stürmer geht ein paar Schritte mit Ball und schießt aus 24 Metern. Das Leder rauscht knapp am Tor vorbei. 
 
69 Jetzt ist auch der VfB aufgewacht! Nach einer Meira-Flanke kommt Kuranyi völlig frei zum Kopfball, will aber auf Szabics ablegen, anstatt aufs Tor zu köpfen. Der Versuch misslingt jedoch. 
 
62 Der HSV sorgt für etwas Aufregung. Aus 30 Metern zieht Barbarez ab, Hildebrand klärt zur Ecke. Diese verlängert Vranjes unfreiwillig auf Takahara, der per Kopf das Leder am langen Pfosten nicht mehr aufs Tor bekommt. 
 
56 Sollten die Zuschauer die ersten zehn Minuten verpasst haben - macht nichts. Kein Torschuss, keine Torchance, eine fade Partie. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
42 Die Zuschauer sehnen sich langsam nach der Halbzeit in dieser Abwehrschlacht. Der VfB ist jetzt zwar überlegen, doch die Ideen fehlen. Der HSV gibt sich momentan zufrieden mit der Nullnummer. 
 
34 Ein gutes Spiel - aber nur von allen auf dem Platz stehenden Abwehrspielern. Sowohl der VfB als auch der Gast aus Hamburg lässt fast keine Torchancen zustande kommen. 
 
28 Schöne Kombination des VfB über Hinkel, der Heldt bedient. Der Ex-Löwe zieht mit seinem starken linken Fuß von der Strafraumgrenze ab, doch Wächter ist schnell genug unten. 
 
23 Jetzt auch der HSV mit der ersten Chance. Aus 25 Metern zirkelt Mahdavikia einen Freistoß über die Mauer - knapp am Pfosten vorbei. 
 
19 Da war er, der erste Torschuss des Spiels. Hleb zog nach einem seiner Tempodribblings aus 16 Metern mit links ab, im letzten Moment klärt Ujfalusi zur Ecke. 
 
11 Noch keine Torschüsse im Gottlieb-Daimler-Stadion. Dennoch ist die Partie nicht unansehnlich, da beide Teams sich durchaus bemühen und viel Tempo im Spiel ist. 
 
1 Im Spiel der Pokalverlierer kam es zu einigen Umstellungen. Hildebrand, Lahm und Vranjes rückten für Heinen, Gerber und Tiffert in die Startelf, beim HSV waren Kling und Takahara für Rahn und Benjamin mit dabei. 
 
Anpfiff