Bundesliga 2003/2004, 20. Spieltag, Samstag, 14.02.04 in der Hamburger AOL Arena bei bewölkten 7-8 Grad C.

So, dann durften wir endlich mal wieder einen Sieg erleben beim HSV. Wurde ja auch Zeit. Und es war eigentlich wesentlich entspannter als ich gedacht hätte. 

Vor dem Spiel hatte ich wirklich Angst, daß wir nicht gewinnen würden. 

Aber das Spiel war dann einigermaßen locker. Allerdings merkte man den Spielern und vor allem auch den Zuschauern sehr viel Verkrampfung an. Beim jedem Kleinkram, der nicht 100 %ig glückte, gab es gleich ein Raunen von den Rängen. Das nervt mich echt, denn ich denke, daß das die Mannschaft verunsichert.

Das Spiel war ingesamt sehr arm an Torchancen. Beide Torhüter mußten kaum einen Ball halten. Aber Jentzsch mußte zumindest 2 mal hinter sich greifen ;-)

Bei Wächter hingegen kann ich mich nicht mal erinnern, daß er überhaupt einen einzigen richtigen Schuss halten mußte. Aber mit meiner Erinnerung ist es ja auch nicht besonders weit her...

Jedenfalls ging der HSV nach ca. 30 minuten durch Barbarez in Führung. Nach druckvollen Anfangsminuten kam es in dem Moment vielleicht sogar etwas überraschend. Barbarez bekam in der Mitte den Ball vorm 16er, spielte einen Gegenspieler aus und schoß den Ball dann mit dem rechten Fuß ins linke lange Eck. Ich dachte eigentilch, daß der Schuß zu schwach gewesen wäre und auch daneben gehen würde. Umso schöner also, daß mein Liebling doch wieder getroffen hat. Wobei ich sagen muß, daß es in der Wiederholung auf der Stadiontafel schon nicht sehr toll aussah für den Torwart. Jentzsch hatte sich zwar geschmissen, aber dabei gar nicht recht den Arm ausgefahren. Naja, mir kann es ja nur Recht sein.

Das Spiel dümpelte dann eigentlich lange Zeit so vor sich hin. Es war nicht schlecht vom HSV, sondern immer mit deutlichen Spielvorteilen, aber es sprangen nur sehr wenige gute Chancen heraus. Wie gesagt, mir fällt auch kaum ein richtiger Torschuß des HSV ein- Trotzdem waren wir sehr überlegen.

In der zweiten Halbzeit wurde es fast noch deutlicher. Hamburg offensiv, aber nicht zwingend genug und von Wolfsburg sah man fast gar nichts – außer einigen Fouls der Wolfsburgern. Die VW-Städter haben es dabei m.E. dem Schiri zu verdanken, daß sie das Spiel mit 11 Mann beenden durften. Ich hätte da 1 – 2 gelb-rote Karten vergeben.

So lief es eben weiter und in mir kam nur langsam die Angst hoch, daß Wolfsbur irgendwann einen einzigen guten Angriff fahren könnte und damit dann den Ausglich schaffen könnte. Und für sowas ist der HSV ja immer gut. Es wäre zwar ungerecht gewesen, aber wen interessiert das schon.

So ca. 15 Minuten vor Spielende fing der HSV dann an, sich etwas zurückzuziehen. Ich habe mich dann wirklich gefragt, ob das Absicht ist, um vielleicht mal einen Konter setzen zu können oder ob wir uns einfach wieder hinten reinfallen lassen aus Angst, Unvermögen oder sonstwas.

Aber die Wolfsburger gaben mir kaum Chancen, mich darüber aufzuregen, weil sie einfach nur ungfährlich waren. Und schließlich gelang es dem HSV kurz vor Schluß dann tatsächlich noch, einen Konter mit einem Tor zu beenden. 

Der heute wieder sehr quirlige Jarolim wurde rechts geschickt und flankte am Strafraum flach quer vors Tor. Am langen Pfosten grätsche der eingewechselt Rahn in den Ball und beförderte ihn ins Tor. Sehr schön.

Kurze Zeit später pfiff der Schiri ab und man konnte endlich mal wieder so richtig zufrieden sein. Natürlich hätte verschiedenes besser laufen können, aber ich bin insgesamt zufrieden, weil man bei allen Spielern gesehen hat, wie sehr sie sich bemüht haben. 

Leider waren die Ergebnisse auf den anderen Plätzen nicht alle so toll für uns. Aber wir haben es uns ja selbst zuzuschreiben, daß wir in den beiden Spielen davor so wenig gerissen haben. Nun müssen wir nach München und treffen dort auf Bayern, die schon wieder auswärts verloren haben. Ich befürchte, daß sie gegen uns dann wieder aufwachen. Man könnte natürlich auch argumentieren, daß die Bayern jetzt gerade am Boden liegen und es jetzt gerade mal die Chance gäbe, etwas gegen Sie zu erreichen. Aber ich gebe mich da keinen Hoffnungen hin. Danach kommt Leverkusen zu uns, die auch schon wieder nur einen Punkt geholt haben. Wir haben also noch alles in eigener Hand.

Meine Spielerbewertung:

Wächter: Hatte absolut nichts zu tun. Einige seiner Abwürfe waren schlecht. Aber deshalb kann ich ihn nicht abwerten: Note 3

Reinhardt: Gewann sehr viele Duelle gegen Klimowicz und gestatte ihm keine Chance. Note 3+

Hoogma: fiel kaum auf. Mich nervte er aber einige Male, als er vor dem Gegner stand und selbst noch ruch einen anderen HSVer abgesichert wurde und trotzdem nicht angriff, sondern den Gegner immer weiter Richtung Strafraum laufen ließ. Note 4

Wicky: Abermals eine sehr gute Defensivleistung und nebenbei auch immer nochmal nach vorne unterwegs: Note 2

Beinlich: gefiel mir heute sehr gut, Er scheint sich sein letztes schlechtes Spiel zu Herzen genommen zu haben und war heute sehr kampf- und laufstark. Außerdem konnte ich mich heute wenigstens mal mit seinen Ecken anfreunden, die so kamen, daß man bei einem gewonnenen Kopfballduell zumindest eine Chance bekommen hätte: Note 2

Hollerbach: defensiv sehr ordentlich, aber mit zu wenig Drang nach vorne: Note 4

Jarolim: Wie immer sehr emsig. Mir gefällt er ja meistens ganz gut. Auch heute überzeugte mich der Junge wieder. Insbesondere finde ich es toll, wie er den Gegner immer stört. Sehr schön auch für ihn, daß er heute mal eine Torvorlage geben konnte. Note 2-

Barbarez: Spielte heute teilweise sehr zurückgezogen und leistete sehr viel Defensivarbeit. Er hatte zwar nicht so viele offensive Szenen, aber dabei schoß er ja immerhiin das wichtige Führungstor. Note 2-

Mahdavikia: Mehdi bliebt heute mal wieder sehr blass. Er hat momentan nicht sehr viel gute Szenen und kann sich kaum im Dribbling durchsetzen: Note 4

Takahara: glücklos umscheibt sein Spiel heute wohl mal wieder sehr gut. Er wurde auf den linken Flügel beordert, aber es gelang ihm dort nicht sehr viel. Defensiv arbeitete er aber sehr viel und auch sehr gut: Note 3-

Romeo: Ich weiß gar nicht so recht warum, aber der gefiel mir heute mal sehr gut. Und das obwohl er glaube ich überhaupt keine Torchance hatte. Mir gefiel heute aber einfach seine Laufleistung sehr gut. Er ist ständig vorne rumgerannt und hat den Gegner attackiert. Dabei hat er zwar nie den Ball bekommen, aber ich fand es wirklich gut, daß er so viel in Bewegung war. Note 3

Schiri: Wie ich oben schon sagte, hätte er m.E. den Wolfsburger mal gelb-rot zeigen müssen, aber ansonsten fand ich seine Leistung sehr gut. Zumindest hätte ich die Freistöße auch fast alle so entschieden ;-)  Note 2- 

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

HSV beherrscht zahnlose "Wölfe"
 
Knapp 14 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg vor und während der Saison für Verstärkungen ausgegeben - doch die teuerste Mannschaft in der Geschichte der Niedersachsen leistete am Samstag beim Hamburger SV einen "offensiven" Offenbarungseid. 
In 90 Minuten brachte das kostspielige Starensemble bei der 0:2 (0:1)-Niederlage nicht einen einzigen gefährlichen Torschuss zustande. Der VfL offenbarte damit eine neue Schwäche: Erstmals versagte nicht die Abwehr, sondern der bislang durchweg starke Angriff. 

Korrektur der Ziele
Statt am Uefa-Cup- oder gar den Champions-League-Rängen zu schnuppern, richtet sich der Blick der Verantwortlichen nach der dritten Niederlage in Folge gegen die unmittelbare Konkurrenz um den internationalen Wettbewerb aus Bochum, Dortmund und Hamburg jetzt nach unten.
Das ist eine Riesenenttäuschung, das haben wir uns alle anders vorgestellt", sagte VfL-Manager Peter Pander, "über den Uefa-Cup müssen wir nicht mehr diskutieren, sondern aufpassen, dass wir nicht nach unten durchgereicht werden."

Toppmöllers Worte zeigen Wirkung
Die zahnlosen "Wölfe" leisteten mit ihrem Auftritt vor 41.017 Zuschauern wertvolle Aufbauhilfe für den HSV, der ebenfalls in diesem Jahr noch sieglos war. 
Der überragende Sergej Barbarez (18.) sowie Christian Rahn (88.) trafen für die Hanseaten, der Sturm im Wasserglas um die öffentliche Kritik von Trainer Klaus Toppmöller an seinen Spielern hat sich damit wieder gelegt. 
"Toppi Tacheles" hatte Erfolg: 58 Prozent der Zweikämpfe gewann sein Team, ging agressiv und engagiert zu Werke und war nie in Gefahr.
"So stelle ich mir Fußball vor, auch wenn natürlich nicht alles ein Leckerbissen war", sagte Toppmöller, und Vereinschef Bernd Hoffmann war auch zufrieden: "Ich konnte heute auf dem Platz nichts erkennen, was auf ein Problem zwischen Mannschaft und Trainer hindeutet." 

"Eigendynamik der Verunsicherung"
Beim VfL sprang Trainer Jürgen Röber nach der Pleite für seine Spieler so vehement in die Bresche, wie es sich die Hamburger wahrscheinlich in der Vorwoche von Toppmöller gewünscht hätten. 
"Ich würde meiner Mannschaft nie unterstellen, dass sie nicht voll mitzieht oder nicht will", sagte Röber, aber wenn man die Punkte nicht holt, gewinnt die Verunsicherung eine Eigendynamik."

Trainerdiskussion unausweichlich
Die mitgereisten Fans hatten jedenfalls bereits die Schnauze voll. Manager Pander weiß, was nun auf den Klub zukommt: "Wenn man verliert, steht man mit dem Rücken zur Wand, und es ist auch normal, dass die Frage nach dem Trainer kommt." Jedenfalls von außen. 
Pander selbst ist noch nicht so weit: "Dafür bin ich zu lange im Geschäft um nach drei Niederlagen solch eine Diskussion nicht zu führen." Doch der Druck nimmt vor dem Heimspiel am Samstag gegen 1860 München zu. "Wir brauchen da dringend drei Punkte, damit die Mannschaft wieder das Gefühl bekommt, gewinnen zu können", meinte der Manager - aber er hat in Hamburg auch festgestellt: "Diesem Druck haben einige nicht standhalten können."

Schnoors Appell ohne Wirkung
Dabei hatte Kapitän Stefan Schnoor sein Team vor der Partie auf dem Rasen demonstrativ in einem Kreis zusammengeholt und eine eindringliche Ansprache gehalten. 
Nur ein Sieg und ein Unentschieden stand schließlich in dieser Saison auswärts auf des Gegners Platz zu Buche. Gefruchtet hat das alles nichts. Schnoor ließ sich beim 0:1 von Barbarez verladen wie ein Anfänger. Danach brach das Wolfsburger Spiel völlig zusammen. 
 
 

Joker sticht gegen harmlose "Wölfe"
Heimbastion
Unter Trainer Klaus Toppmöller bleibt der HSV dank dieses Sieges zu Hause ungeschlagen. Und endlich stand die Deckung: Zum ersten Mal in dieser Saison spielte der HSV zu Hause zu Null (als letztes Bundesliga-Team).

Erneute Niederlage für Jürgen Röber
Nach wie vor stottert der Motor des VfL in diesem Jahr - Wolfsburg startete erstmals in seiner Bundesligageschichte mit drei Niederlagen in ein Kalenderjahr.

Letzte Ausfahrt Wolfsburg
Keine Mannschaft kassierte mehr Auswärtsniederlagen als Wolfsburg. In Hamburg verloren die Niedersachsen bereits das achte Mal in dieser Saison ein Spiel in der Fremde.

Rudi weiß, warum
Kein Stammplatz - aber in Rudi Völlers Aufgebot: Christian Rahn sorgte in dieser Woche für Verwunderung. Gegen Wolfsburg zeigte der Nationalspieler, warum Völler ihm weiter vertraut. Nach seiner Einwechslung in der 67. Minute traf der Linksfuß zum 2:0. Mit drei Joker-Toren ist er nun der erfolgreichste Einwechselspieler der Saison (ligaweit).

Enttäuschende Offensivleistung
Die für ihre Offensivstärke bekannten Wolfsburger präsentierten sich in Hamburg ungewohnt harmlos: In 90 Minuten kam der VfL nur zu vier Torschüssen ? Saisonminusrekord für den VfL.

Romeo ohne Liebhaber
Erstmals unter Trainer Klaus Toppmöller erzielte Bernardo Romeo kein Tor. Der Gaucho bekam diesmal zu wenig Zuspiele. Resultat: Nur ein Torschuss gab Romeo ab. Da ist man ? gerade in Heimspielen ? ganz anderes vom HSV-Angreifer gewohnt.

Schnoor überfordert
Man kann Wolfsburgs Kapitän Stefan Schnoor vieles nachsagen ? aber am nötigen Einsatz lässt er es nicht fehlen. Wenn dann ? wie in Hamburg ? am Ende nur 36 Prozent gewonnene Zweikämpfe zu Buche stehen und er sich vor dem 1:0 des HSV wie ein Schüler ausspielen lässt, dann muss einfach mal die Frage nach seiner sportlichen Klasse gestellt werden. In der Regionalliga in Braunschweig wäre Schnoor sicherlich ein Leistungsträger?

Techniker-Schicksal
Andres D'Alessandro feierte nach seiner Verletzungspause sein Comeback. Dabei zeigte der Spielmacher gute Ansätze, war aber an keinem Torschuss seiner Mannschaft direkt als Vorbereiter oder Schütze beteiligt. Ein Grund: Immer wieder wurde der Wolfsburger vom HSV hart ran genommen und insgesamt acht Mal gefoult.
 


 
kicker: 

Hamburger SV:  Wächter - Wicky, Hoogma, Reinhardt, Hollerbach - Jarolim, Beinlich - Mahdavikia, Barbarez, Takahara - Romeo - Trainer: Toppmöller

VfL Wolfsburg:  Jentzsch - Sarpei, Biliskov, Franz, Weiser - Karhan, Schnoor - Topic, D'Alessandro, Petrov - Klimowicz - Trainer: Röber

Tore:   1:0 Barbarez (18., Rechtsschuss, Vorarbeit Mahdavikia), 2:0 Rahn (88., Linksschuss, Jarolim)

Eingewechselt:   67. Rahn für Takahara, 82. Schlicke für Romeo - 65. Hrgovic für Franz, 74. Menseguez für D'Alessandro, 87. Ponce für Sarpei

Schiedsrichter:  Stark 

Zuschauer:  41017

Gelbe Karten:  Hollerbach, Beinlich - Topic, Schnoor, Franz
 

Spielbericht
HSV-Trainer Klaus Toppmöller veränderte seine Startaufstellung im Vergleich zum 1:1 gegen den VfL Bochum auf einer Position. Für Meier spielte Takahara als zweite Spitze neben Romeo, Barbarez rückte dafür zurück ins offensive Mittelfeld. Vier Wechsel in der Anfangself beim VfL Wolfsburg nach der 2:4-Heimschlappe gegen Borussia Dortmund: Für Quattrocchi spielte Biliskov im Abwehrverbund. Sarpei, der sich unter der Woche mit den Niedersachsen auf eine Vertragsverlängerung bis 2007 einigte, ersetzte Menseguez im rechten Mittelfeld. Die verletzten Thiam (Innenbandriss im Knie) und Baiano (Knieverletzung) wurden durch den wieder genesenen Spielmacher D’Alessandro sowie Topic ersetzt.

Die Hamburger starteten aggressiv in die Begegnung und erspielten sich ein leichtes Übergewicht. Mahdavikia und Beinlich hatten die ersten kleineren Gelegenheiten für den HSV. Erst nach knapp einer Viertelstunde kamen auch die Wolfsburger zu ihren ersten nennenswerten Offensivaktionen. Franz und Petrov scheiterten aber im Abschluss. Dann aber die Führung für die Hanseaten: Mahdavikia legte vor dem Strafraum auf Barbarez, der Bosnier düpierte Schnoor und zog aus gut 21 Metern mit rechts ab. Der platzierte Schuss schlug neben dem linken Pfosten in den Maschen des VfL-Tores ein (18.). In der Folge zog sich der HSV etwas zurück, überließ den „Wölfen“ die Initiative. Die Röber-Schützlinge wussten mit den Freiheiten wenig anzufangen, einzig D’Alessandro ließ ab und an kreative Ansätze erkennen. So schickte der Argentinier nach einer halben Stunde Petrov mit einem schönen Pass Richtung Hamburger Tor, doch der Bulgare ließ sich abdrängen und flankte letztlich deutlich über das Tor. Auch wenn die Toppmöller-Elf gegen Ende der ersten Hälfte wieder mehr eigene offensive Aktionen zeigte, war die Partie doch in der Hauptsache von Fouls geprägt. Der Spielfluss war dadurch empfindlich gestört, so dass größere Tormöglichkeiten vor der Halbzeit nicht mehr zu verzeichnen waren. 

Die Hanseaten starteten engagiert und druckvoll in den zweiten Abschnitt. Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn vergab Beinlich freistehend eine Riesenmöglichkeit, die Führung weiter auszubauen. Nach schöner Vorarbeit von Takahara vergab der Ex-Nationalspieler die Kopfballchance, weil er das Leder nicht richtig traf. Die Hamburger blieben spielbestimmend, die Wolfsburger fanden keine spielerischen Mittel, um das Tor von Wächter ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit zunehmender Spieldauer legte der HSV mehr Wert auf solides Defensivspiel, war allerdings in seinen Angriffsaktionen nach wie vor zwingender als die harmlosen Niedersachsen. Auch die Hereinnahmen von Hrgovic und Menseguez für Franz und D’Alessandro brachten nicht den von VfL-Coach Röber erwünschten frischen Wind in die Angriffsaktionen seiner Schützlinge. Da auch von einer Schlussoffensive nichts zu sehen war, um den knappen Rückstand noch zu egalisieren, kam es wie es kommen musste: Kurz vor Ende besorgte der eingewechselte Rahn nach schöner Vorarbeit von Jarolim die endgültige Entscheidung (88.). 

Der Hamburger SV gewann hochverdient gegen äußerst harmlose Wolfsburger. Von Beginn an engagiert, erarbeitete sich die Toppmöller-Elf wichtige drei Punkte. Die Niedersachsen standen in der Defensive zwar solide gegen die druckvollen Hamburger, vergaßen dabei aber völlig das Offensivspiel. Trotz Rückstands wurde in der zweiten Hälfte nicht eine einzige Torgelegenheit herausgespielt. 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
88
 Die endgültige Entscheidung: Mit einem schönen Solo dringt Jarolim in halbrechter Position in den Strafraum ein und passt nach innen. Am langen Pfosten lässt sich Joker Rahn die Gelegenheit nicht entgehen und netzt ein. 
 
82 Von einer Schlussoffensive der Röber-Elf ist bisher nichts zu sehen. Die Hamburger stehen sicher gegen die einfallslosen Aktionen der Niedersachsen. 
 
69 Das Niveau der Begegnung ist verflacht. Der HSV hat das Tempo etwas heruntergeschraubt, kontrolliert das Spiel aber bis dato souverän. Den Wolfsburgern fehlt es an zündenden Ideen, um gefährlich vor das Tor der Hanseaten zu gelangen. 
 
59 Jarolim dringt im Doppelpass mit Barbarez in den Strafraum ein und sucht den Abschluss. Abgefälscht vom Bein des Slowaken Karhan senkt sich das Leder auf das Tornetz. 
 
56 Glück für den VfL: Nach einer Freistoßhereingabe köpft Biliskov den Ball nur knapp einen halben Meter am eigenen Tor vorbei. 
 
49 Riesenchance zum 2:0 für Beinlich: Takahara spielt sich schön an der Eckfahne frei und flankt hoch nach innen. Beinlich steht mutterseelenallein am Fünfmeterraum. Er trifft den Ball per Kopf jedoch nicht richtig. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
42
 Maik Franz sieht die 5. Gelbe Karte der Saison und fehlt daher im Heimspiel in einer Woche gegen 1860 München. 
 
38 Die Toppmöller-Elf ist wieder etwas erwacht, nachdem man nach der Führung den Wolfsburgern die Initiative weitgehend überlassen hatte. Hauptsächlich ist das Spiel aktuell allerdings von zahlreichen Fouls und Unterbrechungen geprägt. 
 
30 D'Alessandro passt wunderbar auf Petrov, doch der lässt sich auf seinem Weg Richtung Tor zu sehr abdrängen, so dass sein Abschluss unkontrolliert über das Gehäuse des HSV fliegt. 
 
18
 Führung für die Hamburger!! Mahdavikia spielt vor dem Strafraum Barbarez an. Der Bosnier düpiert Schnoor und zieht aus gut 21 Metern mit rechts ab. Der platzierte Schuss landet neben dem linken Pfosten in den Maschen des VfL-Tores. 
 
12 Erste gute Aktionen der "Wölfe": Erst scheitert Franz mit einem Kopfball an Wächter, dann vergibt Petrov aus spitzem Winkel im Fünfmeterraum. 
 
8 Beinlich versucht es mit einem Distanzschuss aus circa 28 Metern in zentraler Position. Der Ball streicht nur knapp am rechten Pfosten der Wolfsburger vorbei. VfL-Keeper Jentzsch wäre wohl machtlos gegeben. 
 
4 Erste Gelegenheit für den HSV: Nach einem Freistoß auf der rechten Seite kommt der Ball zu Mahdavikia, der aus halbrechter Position im Strafraum das Leder allerdings nicht voll trifft. 
 
1 Schiedsrichter Stark hat das norddeutsche Duell angepfiffen. Beide Teams benötigen dringend Punkte, um den Anschluss an die UEFA-Cup-Ränge nicht vollends zu verlieren. Der VfL kann wieder auf Spielmacher D'Alessandro bauen. 
 
Anpfiff 


 
dpa: Toppmöllers Kritik stachelt HSV an - 2:0-Sieg

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Klaus Toppmöller redete Tacheles, und der HSV spurte. Nach ernsten Verstimmungen, die der Coach des Bundesliga-Achten mit harter Kritik an einzelnen Spielern entfacht hatte, glänzten die gescholtenen Profis mit Engagement und besiegten den schwachen VfL Wolfsburg mit 2:0.

«Ich bin angetreten, um Erfolg zu haben. Die Jungs, die mitziehen, das sind meine Jungs», sagte Toppmöller nach dem «Kampfspiel» und demonstrierte Geschlossenheit nach dem ersten Rückrundenerfolg: «Wir haben ein gutes Verhältnis.»

Das half Gegenüber Jürgen Röber bisher nicht viel weiter: Erstmals in der Bundesliga-Historie starteten die Niedersachsen mit drei Niederlagen in die Rückrunde und müssen nun ihr Saisonziel korrigieren. «Wir haben gesagt, wir wollen in den UEFA-Cup, darauf abonniert sind wir aber nicht», meinte Röber nach dem Nordderby.

Manager Peter Pander versuchte, die Gemüter zu beruhigen und wollte von einer Trainerablösung ganz und gar nichts wissen: «Ich bin schon lange im Geschäft und habe solch eine Situation auch schon öfter erlebt. Wir müssen jetzt das Umfeld beruhigen. Den Trainer in Frage zu stellen oder eine Standpauke helfen gar nicht weiter.»

In Hamburg wirkte es so, als hätte die deftige Standpauke von Toppmöller tatsächlich eine Trotzreaktion ausgelöst. «Gegen einen forschen und offensiven Trainer ist nichts einzuwenden, wenn das Engagement am Ende in die richtige Richtung geht», betonte der erleichterte Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. Sportchef Dietmar Beiersdorfer sah sogar «Ansätze einer Spielkultur», die vor allem der umtriebige Sergej Barbarez (18. Minute) mit seinem achten Saisontreffer belebte. «Heute hat jeder für den anderen gearbeitet», befand Stefan Beinlich, der sich am kommenden Spieltag bei den Bayern mindestens ein Pünktchen ausrechnet: «Die Bayern haben sich den Start auch anders vorgestellt.»

Dafür müssen sich die Hanseaten aber um einiges steigern. Zwar funktionierte das Zusammenspiel von Beinlich und David Jarolim als Kreativachse besser als zuvor, die Chancenverwertung war aber wieder einmal mangelhaft. Mit seinem dritten Jokertor erlöste Christian Rahn (88.) die Norddeutschen, aber trotz seiner guten Flanken hat der Nationalspieler seinen Stammplatz auf der Ersatzbank sicher. «Nach vorn ist er gut, aber nach hinten hat er Probleme. Und gegen Bayern werden wir sicher nicht mit der Offensivgewalt spielen wie gegen Wolfsburg», sagte Toppmöller und wehrt sich gegen die Forderungen aus dem Umfeld, dem Nationalspieler von Beginn an eine Chance zu geben.

Arge Personalengpässe drücken die Niedersachsen vor dem Heimspiel gegen 1860 München. Angesprochen auf den Winterschlussverkauf, bei dem sechs Profis gingen und nur einer kam, meinte Pander: «Ich bereue nichts, was hinter mir liegt. Es werden schon elf Spieler auf dem Platz stehen.» Zurückgemeldet aus der Krankenstation hat sich zumindest Spielmacher Andres d'Alessandro, auch wenn der Argentinier unauffällig blieb. Für Toppmöller ist er ein Juwel, das den «Wölfen» noch viel Freude bringen wird.