Bundesliga 2003/2004, 22. Spieltag, Samstag, 28.02.04 in der Hamburger AOL Arena bei 6 Grad C

Hamburger SV - TSV Bayer 04 Leverkusen 3:1 (3:1)

Da mein PC seit Freitag defekt war, bin ich gar nicht mehr dazu gekommen, meinen Spielbericht zu schreiben. Nun also mit 2 Tagen Verzögerung.

Ich hatte vor dem Spiel schon ein wenig Bammel, denn wir sind ja immer sehr geneigt, als Aufbaugegner für schwächelnde Gegner herzuhalten. Und Leverkusen schwächelte ja wirklich schon sehr. In den Spielen der Rückrunde bisher nur ein Unentschieden und sonst nur Niederlagen.

Bei uns startete die Werkself eigentlich dann auch sehr gut ins Spiel. Die ersten Minuten war praktisch nur Leverkusen in Ballbesitz. Um uns herum fragten schon einige Zuschauer, wer denn eigentlich die Heimmannschaft sei?

Diese Bemühungen Leverkusens wurden aber ziemlich jäh gestoppt durch unseren Führungstreffer. Der Ball lag im Spielergewimmel im Strafraum (nahe des 5-m-Raumes) und Hoogma reagierte am schnellsten. Er schob den Ball aus der Drehung ins linke Eck. Da sich der Torwart nicht im geringsten bewegte, trudelte der Ball auch über die Linie. Erst später im TV sah ich, dass man bei diesem Tor m.E. durchaus auf Abseits hätte entscheiden können.  Vielleicht sogar müssen.  Jedenfalls stand Romeo genau zwischen Hoogma und dem Leverkusener Torwart Butt. Und das im Abseits. Nun hat er den Ball zwar nicht berührt und auch nicht aktiv eingegriffen, aber er hat dem Torwart wohl schon etwas die Sicht genommen. Ich habe jedenfalls schon viele ähnliche Szenen gesehen, in denen dann Abseits gepfiffen wurde.

Für den HSV ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Leverkusener Abwehr schwamm jetzt nur noch. Ergebnis war das 2:0. Nach einer Flanke von rechts köpfte Romeo an den linken Pfosten. Von dort sprang der Ball zur Mitte, wo Mahdavikia und Placente heraneilten. Beide gingen zu Boden und der Schiri entschied auf Elfmeter. 

Jeder Schiri hätte diesen Elfer wohl nicht gegeben, aber man muß schon sagen, dass Placente nicht nur bei Mehdis Füßen im Weg war, sondern auch noch die Hand an ihm dran hatte. Ich denke, man musste den nicht geben, aber man konnte. Eine Fehlentscheidung war es jedenfalls nicht. 

Mehdi und Barbarez standen am Elfmeterpunkt und wir ulkten darüber, was nun wohl passiert, wenn Barbarez wieder schießt. Mein Kumpel meinte jedenfalls, dass Butt den Ball dann auf keinen Fall halten würde, denn Barbarez schießt ja gern als Lattenkreuz. Ich sagte, dass sich Butt ja schon vorher in die Ecke stellen könne und Barbarez dann mit „Feigling, Feigling“ reizen könne ;-)

Jedenfalls entschied man sich, den Gefoulten, also Mahdavikia, selbst schießen zu lassen. Und Mehdi verwandelte sicher links unten ins Eck. Allerdings war Butt auch in der richtigen Ecke und hätte den Ball fast bekommen. Er war aber doch zu genau geschossen. Neben viel Jubel gab es dann später auch mehrmals hämische „Butt, Butt, Butt“ – Sprechchöre für unseren ehemaligen Angestellten. Eigentlich nach jedem Tor.

Und da der HSV weiter nach vorne spielte und die verunsicherte Leverkusener Abwehr durchlöcherte, bekam Herr Butt die Sprechchöre noch ein weiteres Mal in der 1. Halbzeit zu hören.

Diesmal schickte Jarolim Mahdavikia mit einem schönen Pass in die Tiefe hinter die Leverkusener Abwehr. Mehdi bekam den Pass gerade noch vor der Auslinie und spielte ihn zurück zum lauernden Romeo. Da sich sein Gegenspieler Lucic völlig fehlorientierte, stand Romeo mutterseelenallein am 2. Pfosten und konnte den Ball locker einschieben. 

So hatten wir schon 3 Tore geschossen und sagte zu meinem Kumpel, dass ich nun ja doch Hoffnung hätte, dass wir das Spiel gewinnen würden.

Prompt gab es einen kleinen Rückschlag. Schneider schoss aus der 2. Reihe aufs Hamburger Tor und der Ball ging wie ein Strich ins linke untere Eck. Da war Wächter machtlos und das Spiel ging mit 3:1 in die Halbzeit.

Nun hatte man gesehen, dass die Leverkusener zwar passabel nach vorne spielen können, aber hinten doch äußerst verwundbar waren. Das ist vielleicht auch nicht verwunderlich, da mit Juan und Lucio zwei etatmäßige Verteidiger ausfielen.  Es gab also durchaus die Hoffnung, dass es in der 2. Halbzeit so weitergehen könnte. Hätte es vielleicht auch können, aber leider zog sich der HSV so zurück bzw. Leverkusen drückte so, dass eigentlich nur noch Leverkusen das Spiel machte. 

Glücklicherweise kam dabei nichts Zählbares heraus, außer einem Abseits-Kopfballtor von Berbatov. Der HSV hatte allerdings so gut wie gar keine Chance. Das war mir viel zu wenig. Das wir uns zurückziehen, kennt man ja leider schon. Ich fand es aber sehr enttäuschend, dass wir nicht mal ordentliche Konterchancen herausspielten. Erst ziemlich zum Schluss hatten wir mal eine, die dann allerdings vergeben wurde.

Trotzdem verstehe auch ich nicht, weshalb vom Publikum dann in der 2. Halbzeit so viel gepfiffen wird. Wir haben ja nun schließlich 3:1 geführt. Das soll lt. Presse auch dem Trainer und der Mannschaft sehr aufgestoßen sein.

Das Spiel wurde dann schließlich mit 3:1 abgepfiffen und ich war glücklich, dass nichts mehr passiert ist. Wenn wir jetzt bloß mal auswärts in Rostock einen Sieg einfahren würden... Dann könnte man sehr ernsthaft wieder auf den UEFA-Cup-Platz schauen, auf den wir momentan 6 Punkte Rückstand haben. 

Bemerkenswert war heute noch, dass Rahn von Beginn an spielen durfte und Benjamin den wohl leicht angeschlagenen Beinlich im Mittelfeld ersetze (obwohl Beinlich dann später eingewechselt wurde; was ja gegen eine Verletzung spricht).

Meine Spielerwertung:

Wächter: Hatte einen dicken Klops dabei, als ein Ball vor ihm aufsetzte und an ihm vorbeisprang. Den hätte er aber selbst noch vorm Tor bekommen, wenn Schlicke ihn nicht schon weggedroschen hätte. Ansonsten gewohnt sicher: Note 3

Hoogma: Er fiel mir, wie immer, kaum auf. Hat aber schließlich das erste Tor gemacht: Note 3+

Reinhardt: auch der fiel mir kaum auf: Note 3

Kling: wirkt auf mich immer etwas unsicher. Jedenfalls habe ich latente Angst, dass es etwas auf seiner Abwehrseite passiert: Note 4

Schlicke: spielte einen sicheren Part auf der rechten Abwehrseite und versuchte hier und da, sich nach vorne einzuschalten: Note 3

Benjamin: nach längerer Pause durfte Collin mal wieder ran und spielte im defensiven Mittelfeld einen ordentlichen Part: Note 3

Jarolim: spielte wie gewohnt gut. Hier und da sieht er unglücklich aus, weil er den Ball nicht schnell weiter spielt. Nun sehen da viele Zuschauer auch nicht, dass sich vorne keiner bewegt und so die Anspielstationen fehlen: Note 3

Rahn: machte zwar kein tolles Spiel, aber zumindest ein anständiges. Einige gute Flanken und kaum Fehler: Note 3-

Barbarez: spielte wieder recht defensiv und wusste somit im defensiven Part auch mehr zu gefallen als in der Offensive. Eigentlich hätte ich ihm auch wieder ne 3 gegeben, aber da alles auf mich einreden, dass er so schlecht gewesen sei (wegen einiger Fehlpässe): Note 4

Mahdavikia: endlich mal wieder ein richtig gutes Spiel von ihm. Schoss ein Tor selbst und legte ein anderes auf. Note 2+

Romeo: war heute mal wieder wesentilch weniger zu sehen als zuletzt. Trotzdem ein Tor. Note 3+
 

Schiri Fröhlich: Ich denke, dass er uns zu schnell die gelben Karten gegeben hat. Wir bekamen teilweise bei jedem Foul eine, während z.B. Ramelow zigmal foulte, in einer Tour rummotzte und dafür nie die gelbe Karte bekam. Ansonsten o.k.: Note 3-

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
Toppi stürzt Bayer tiefer in die Krise

Klaus Toppmöller hat das erste Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein Bayer Leverkusen siegreich gestaltet.
Toppmöller: "Tore im richtigen Moment"
Mit seinem neuen Verein Hamburger SV kam Toppmöller zu einem ungefährdeten 3:1 (3:1)-Heimsieg gegen Bayer und brachte den Leverkusenern bereits die vierte Pleite im fünften Rückrundenspiel bei.
"Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt", freute sich "Toppi" anschließend. "Wir waren aggressiv im Zweikampf, haben sehr gut nach vorne gespielt und im richtigen Moment die Tore gemacht", lobte der HSV-Trainer.

Jetzt ist ein Essen fällig
Mit Lob allein wird es aber nicht getan sein. Denn als Anreiz für einen Sieg hatte Toppmöller seiner Mannschaft ein Essen versprochen. Seiner neuen Mannschaft natürlich, dem HSV.
Dennoch dürften die Bayer-Akteure an diesem Spiel schwerer zu schlucken haben. Bereits nach gut einer halben Stunde und den Treffern von Nico-Jan Hoogma (10.), Mehdi Mahdavikia (16., Elfmeter) und Bernardo Romeo (35.) war alles gelaufen.

Calmund: "Zwei dumme Fehler"
"Wir kriegen wieder ein ganz billiges Tor zum 1:0", motzte Trainer Klaus Augenthaler. Und auch Rainer Calmund gab Nachlässigkeiten zu: "Wir haben zwei dumme Fehler gemacht."
In der Tat: Das 1:0 war bereits das fünfte Gegentor nach einer Standardsituation, dass Leverkusen in der Rückrunde kassierte. Und das beim HSV, der bei Standards eher schwach ist (seit 286 Ecken ohne Torerfolg).

Placente und Nowotny unterirdisch
Doch die Art und Weise, wie sich die Leverkusener Hintermannschaft auseinander nehmen ließ, öffnete dem Gegner Tür und Tor. Besonders negativ taten sich dabei Jens Nowotny und Diego Rodolfo Placente hervor.
"Das darf so einem erfahrenen Mann wie Placente nicht passieren", kritisierte Augenthaler den Argentinier öffentlich. Placente machte bei allen drei Gegentoren eine schlechte Figur. Besorgnis erregend aber auch, wie sich Jens Nowotny präsentiert. Vor seiner Knie-Verletzung ein Weltklasse-Verteidiger, zur Zeit nur eine lebende Slalomstange.

Parallelen zu Toppmöllers Ende
Immerhin hatte der Nationalspieler das Rückgrat, sich nach dem Spiel den Fans zu stellen. Aber die Krise in Leverkusens lässt sich nicht einfach wegreden. Auch wenn die Mannschaft mit und nach Bernd Schneiders Anschlusstor (39.) Moral zeigte.
Nur ein Pünktchen aus fünf Spielen. Das erinnert langsam an das Ende der Ära Toppmöller. Der flog im Februar 2003 nach fünf Niederlagen in Folge. So weit dürfte es mit Augenthaler nun zwar noch nicht sein.

Keine Heilung über Nacht 
Aber Hoffnung auf baldige Besserung mochten weder "Auge" noch Calmund verbreiten. "Das ist wie bei einem schwer Kranken. Der wird auch nicht über Nacht wieder gesund", konstatierte der Trainer trocken.
Calmund versuchte immerhin schon mal das Positive in den Vordergrund zu stellen. "Auf Moral und Einstellung können wir aufbauen", befand der Manager. Wenn er es sich da mal nicht etwas zu einfach macht.

"Da sieht uns wenigstens niemand"
Augenthaler war näher an der Wahrheit. "Heute Abend gehen wir hier in Hamburg noch ins Musical. Da sieht uns wenigstens niemand, genau wie nachher im Bus."
Verstecken dürfen sich die Leverkusener allerdings nicht mehr allzu lange. Sonst wird es auch in der nächsten Saison keinen internationalen Fußball in der Bay-Arena geben.
Also, Aufstehen und Leistung zeigen. Am besten schon beim nächsten Spiel. Denn dann kommt immerhin der FC Bayern München. Nicht gerade der ideale Aufbaugegner.
 
 

Daten

Heimbastion
Unter Toppmöller bleibt der HSV zu Hause ungeschlagen. Für den HSV-Coach war es der dritte Sieg im zehnten Duell mit Leverkusen - der erste seit seiner Entlassung bei Bayer. 

Deutlich verbessert
Zum Auftakt dieser Saison hatte der HSV nach fünf Spieltagen nur einen Punkt und war Tabellenletzter. Jetzt holten die Hamburger gegen die gleichen Gegner immerhin sieben Punkte. 

Mit Vollgas nach unten
Bayer bleibt im Jahr 2004 das erfolgloseste Team der Liga - von 15 möglichen Punkten wurde nur einer geholt. Damit wurde der schlechteste Rückrundenstart seit der Saison 1980/81 perfekt gemacht. In der Hinrunde hatte Bayer gegen die gleichen Gegner zwölf Zähler erreicht.

Bayer ohne Brasilianer
Erstmals seit dem 16. Dezember 2000 (Bayer verlor 0:2 in Wolfsburg) stand in der ersten Elf von Leverkusen kein Brasilianer. Lucio war erstmals in dieser Saison nicht dabei, Juan war gesperrt - dadurch wurde mit Lucic und Fritz eine neue Viererkette gebildet, in der Placente der größte Schwachpunkt war.

Leverkusen scheiterte an den Abwehrschwächen 
In einem temporeichen und ausgeglichenen Spiel nutzte der HSV vor der Pause die Unsicherheiten in Bayers Abwehr eiskalt aus: Von den ersten acht Torschüssen verwerteten die Hamburger drei zu Toren. Bayer spielte durchaus engagiert, hatte insgesamt 59 Prozent der Ballkontakte und erreichte 18:14 Torschüsse - den 0:3-Rückstand konnten die Gäste aber nicht mehr aufholen.

Schneider überzeugte endlich mal wieder
Der Lichtblick in Bayers Team war nicht nur wegen seines Tores Bernd Schneider - der Nationalspieler setzte sich nach einigen ganz schwachen Partien diesmal gut in Szene, hatte 76 Ballkontakte und gab sieben Torschüsse ab. Mit seinem fünften Tor hat Schneider seinen persönlichen Saisonrekord schon eingestellt, häufiger traf er in einem Spieljahr noch nie.

Romeo stand wieder richtig
Bernardo Romeo erzielte im achten Spiel unter Klaus Toppmöller sein achtes Tor! Nachdem er vor dem Elfmeter mit einem Pfostenkopfball Pech hatte, stand er beim 3:0 richtig und staubte in typischer Romeo-Manier ab.

Mahdavikia wirbelt Placente weg
Mehdi Mahdavikia war gegen Bayer Leverkusen der entscheidende Mann auf dem Platz: Er verwandelte den selbst herausgeholten Elfmeter zum 2:0 sicher und bereitete das 3:0 durch Romeo mustergültig vor. Sein Gegenspieler Diego Placente konnte mit dem Antritt des Iraners einfach nicht mithalten und hat heute Nacht wahrscheinlich Albträume von fliegenden Teppichen...


 
kicker: 
Hamburger SV:  Wächter (3,5) - Schlicke (4), Hoogma (3), Reinhardt (3), Kling (4) - Benjamin (3), Jarolim (3,5), Rahn (4) - Mahdavikia (2) - Barbarez (3,5) - Romeo (3) - Trainer: Toppmöller

Bayer Leverkusen:  J. Butt (3) - C. Fritz (4), T. Lucic (5), Nowotny (5), Placente (5) - Ramelow (4) - B. Schneider (3), Babic (3,5) - Neuville (5), Bierofka (3), Berbatov (4) - Trainer: Augenthaler

Tore:   1:0 Hoogma (10., Rechtsschuss), 2:0 Mahdavikia (17., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Vorarbeit Mahdavikia), 3:0 Romeo (36., Rechtsschuss, Mahdavikia), 3:1 B. Schneider (39., Rechtsschuss)

Eingewechselt:   63. Takahara für Rahn, 83. Beinlich für Romeo, 89. Fukal für Jarolim - 46. Franca (3,5) für Neuville

Chancenverhältnis:  8:4

Eckenverhältnis:  4:5

Schiedsrichter:  Fröhlich  (Berlin), Note 4 - wertete Romeos Abseitsstellung beim 1:0 zu Unrecht als passiv, zückte in der an sich fairen Partie frühzeitig und zu häufig Gelb.

Zuschauer:  43023

Gelbe Karten:  Schlicke, Hoogma, Barbarez - Placente, Nowotny, Babic

Spielnote:  4

Spieler des Spiels:  Mahdavikia, Mehdi
Endlich wieder mit alter Spielfreude und Dribbelstärke, gegen den überforderten Placente gut als Vorbereiter und Vollstrecker.

Analyse
Mit vier Änderungen im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Bayern München in der vergangenen Woche ging Klaus Toppmöllers HSV in die Partie. Für die Gelb-gesperrten Wicky und Hollerbach kamen Hoogma und Rahn in die Mannschaft. Im Mittelfeld ersetzte Benjamin Beinlich und im Sturm kam Romeo für Takahara zum Zug. Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler baute sein Team im Vergleich zu der 1:3-Heim-Niederlage gegen Bochum ebenfalls auf vier Positionen um. Der Gelb-Rot-gesperrte Juan wurde von Placente vertreten. Lucic ersetzte den verletzten Lucio und im Mittelfeld mussten Franca und Balitsch für Schneider und Bierofka weichen.

Bayer Leverkusen begann vorsichtig, hatte aber trotzdem ein kleines spielerisches Übergewicht in den Anfangsminuten. Doch der HSV kam nach zehn Minuten ins Spiel und auch gleich zum Führungstreffer. Rahn schlug einen Freistoß hoch in den Leverkusener Strafraum. Romeo kam zwar nicht zum Kopfball, doch Nowotny legte mit einem unglücklichen Kopfball den Ball in die Beine von Hoogma. Der HSV-Verteidiger ließ sich nicht zwei Mal bitten und zog aus der Drehung ab. Gegen den Flachschuss aus acht Metern hatte Bayer-Keeper Butt keine Abwehrchance. Bayer zeigte sich zunächst nicht geschockt und versuchte sofort dagegen zu halten. Doch Lucic hatte mit einem Kopfball an die Latte nach einem Babic-Freistoß Pech.

Dann spielte nur noch der HSV. Immer wieder deckten die Hanseaten die Schwächen in der Leverkusener Abwehr, vor allem bei hohen Bällen, auf. Eine hohe Flanke führte folgerichtig auch zum 2:0. Schlicke hatte auf Romeo geflankt, der das Kopfball-Duell gegen Lucic für sich entschied, und den Ball gegen den Pfosten köpfte. Placente und Mahdavikia sprinteten beide nach dem Abpraller. Mahdavikia kam dabei zu Fall und Schiedsrichter Fröhlich entschied ohne zu zögern auf Strafstoß. Mahdavikia verwandelte den fälligen Elfmeter sicher in die linke untere Ecke. Jetzt war Bayer zunächst völlig von der Rolle. Der HSV hatte Torchancen im Minutentakt, doch ein Tor wollte zunächst nicht gelingen. 

Die HSV-Fans mussten bis zur 37. Minute warten, ehe Bayer-Keeper Butt wieder hinter sich greifen musste. Jarolim hatte Mahdavikia am rechten Flügel steil geschickt. Der HSV-Stürmer ließ Placente locker stehen und flankte von der Toraus-Linie in den Rücken der Leverkusener Abwehr. Dort stand ein völlig freier Romeo, der aus sechs Metern ohne Probleme verwandeln konnte.

Leverkusen versuchte dagegen zu halten, rannte sich allerdings an der HSV-Abwehr fest. Nur ein Erfolgserlebnis war Bayer vergönnt. Eine Flanke von Nowotny prallte unglücklich von Hoogma ab. Schneider schnappte sich den Ball und ließ HSV-Keeper Wächter mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke keine Chance. 

Die ersten Minuten der zweiten Hälfte verschlief der HSV scheinbar völlig. Über den eingewechselten Franca stürmte Leverkusen nach vorne und erarbeitete sich auch Torchancen. Doch Franca und Schneider vergaben in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff. Nach gut 60 Minuten meldete sich der HSV im Spiel zurück. Doch Takahara vergab eine große Chance, indem er freistehend über das Tor zielte. 

Weiterhin überließen die Hamburger Leverkusen das Spiel, zogen sich weit zurück und warteten auf Konter. Doch das Spiel des HSV war über weite Strecken der zweiten Hälfte zu ungenau. Der Schwung der ersten 45 Minuten war dahin. Die Leverkusener konnten mit dem Platz, der ihnen im Mittelfeld gewährt wurde allerdings auch nicht viel anfangen, so dass die Partie über weite Strecken der zweiten Hälfte ohne echte Torchancen auskommen musste. Erst in der Schlussphase kamen beide Mannschaften noch einmal zu Gelegenheiten, doch Schneider für Leverkusen und Mahdavikia für Hamburg scheiterten.

Mit dieser Niederlage setzt sich die Talfahrt von Bayer Leverkusen, weiterhin nur ein Punkt aus den nunmehr fünf Spielen der Rückrunde, fort, während der Hamburger SV mit den drei Punkten wieder mit einem Auge auf die lukrativen UEFA-Cup-Plätze schielen kann.

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
90 Butt pariert einen Distanzschuss von Barbarez. 
 
90 Mahdavikia taucht alleine vor Torhüter Butt auf, jagt den Ball allerdings in die Wolken. 
 
88 Riesenparade von Torhüter Wächter. Berbatov hatte an der Strafraumgrenze per Kopf abgelegt für Schneider, der sofort abzog. Doch Wächter taucht den Ball aus der Ecke. 
 
86 Schneider schiesst einen Freistoß aus 22 Metern direkt in die Arme von HSV-Keeper Wächter. 
 
80 Bierofka flankt in die Mitte, wo sich Berbatov in den Ball wirft. Der Kopfball des Bulgaren landet zwar im Netz des HSV-Tores, doch der Treffer wird wegen Abseits nicht anerkannt. 
 
76 Schlicke spielt auf dem rechten Flügel Placente aus und flankt auf den freien Jarolim. Der versucht einen Direktschuss, scheitert aber kläglich. 
 
67 Endlich ist auch der HSV in der zweiten Halbzeit angekommen. Barbarez flankt auf Takahara, der mit vollem Risiko volley abzieht. Doch der Schuss geht über das Tor. 
 
56 Babic hebt einen Freistoß zum zweiten Pfosten. Lucic legt den Ball per Kopf quer und Nowotny versucht in den Ball zu grätschen. Doch HSV-Torwart Wächter kann dem Leverkusener den Ball von Fuß angeln. 
 
54 Wieder Bayer, wieder Franca. Diesmal kommt der Brasilianische Stürmer frei zum Kopfball, doch der Ball geht knapp über das HSV-Tor. 
 
52 Placente spielt auf dem linken Flügel Schlicke aus und flankt zu Franca. Der versucht einen Drehschuss, der aber abgeblockt wird. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
45 Barbarez schnippelt einen Freistoß knapp am Gehäuse von Butt vorbei. 
 
40
 Leverkusen verkürzt auf 3:1. Nowotny versucht zu flanken, spielt den Ball aber in die Beine von Hoogma. Der Ball prallt ab zu Schneider, der von der Strafraumgrenze mit einem platzierten Flachschuss Wächter keine Chance lässt. 
 
37
 Jetzt wird Bayer ausgespielt. Jarolim legt den Ball steil auf Mahdavikia. Der hängt Placente locker ab, flankt flach auf Romeo, der völlig freistehend Butt aus sechs Metern keine Chance lässt. 
 
34 Riesenpatzer von HSV-Keeper Wächter. Er läuft an einem Heber von Schneider vorbei, ohne den Ball zu berühren. Gerade noch kann der zurück geeilte Hoogma den Ball zur Ecke schießen. 
 
31 Bayer kommt nach dem zwei-Tore-Schock langsam wieder ins Spiel. Einen Weitschuss von Bierofka kann Wächter im HSV-Tor aber locker halten. 
 
27 Wieder ein Freistoß für den HSV, wieder ist die Leverkusener Abwehr nicht im Bilde. Hoogma kommt frei zum Kopfball, doch Bayer-Keeper Butt ist auf dem Posten und kann den Ball halten. 
 
20 Gleich noch einmal der HSV. Mahdavikia flankt über die Abwehr der Leverkusener. Am langen Pfosten kommt Romeo zum Kopfball, doch der Ball geht ans Außennetz. 
 
18
 Mahdavikia verwandelt den fälligen Elfmeter trocken ins linke untere Eck. Torhüter Butt hat keine Abwehrchance. 
 
18
 Schlicke flankt auf Romeo, der den Ball gegen den Pfosten köpft. Der Ball prallt ins Feld zurück. Placente und Mahdavikia sprinten danach und der HSV-Stürmer kommt zu Fall. Schiedsrichter Fröhlich entscheidet auf Strafstoß. 
 
17 Barbarez flankt flach in die Mitte, wo sich Mahdavikia in den Ball wirft. Doch der HSV Stürmer kommt zu spät. 
 
12 Leverkusen versucht sofort zu antworten. Babic spielt einen Freistoß hoch auf Lucic, doch dessen Kopfball kann HSV-Keeper Wächter abwehren. Den Nachschuss befördert Lucic neben das Tor. 
 
11
 Kurioses Tor in Hamburg ! Rahn hebt einen Freistoß in den Leverkusener Strafraum. Nowotny versucht zu klären, köpft aber Lucic in den Rücken. Der Abpraller kommt zu Hoogma, der aus kurzer Distanz Butt keine Chance lässt. 
 
7 Mahdavikia nimmt aus dem Mittelfeld Anlauf und spielt Placente und Nowotny aus. Aus 15 Metern zieht er ab, doch Leverkusens Torhüter Butt taucht in die bedrohte Ecke und klärt. 
 
1 Wegen Sperren und Verletzungen laufen beide Teams in stark veränderter Formation auf. 
 
Anpfiff