Bundesliga 2003/2004, 24. Spieltag, Samstag, 20.03.04 letztmalig auf dem Gladbacher Bökelberg bei offensichtlich stürmischem Wind und Regen.

VfL Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV 3:0 (0:0)

Die Leistung und der Wille der Mannschaft sind es eigentlich gar nicht wert, daß man sich überhaupt nur 5 Minuten hinsetzt, um so eine Art Spielbericht zu schreiben. Ich hoffe dann mal auch, dass ich nicht so lange brauche.

Für die spielerische Zusammenfassung bräuchte ich nicht mal 2 Minuten, denn es fallen mir nicht mal richtig nennenswerte Chancen für uns ein. Es waren so ein paar Halbchancen dabei, aber absolut nichts, wo ich sagen würde „Da hatten wir eine 100 %ige“.

Daher ist das Drumherum des Spiels vielleicht interessanter. Toppmöller hatte die ganze Woche getönt, mal etwas anders machen zu wollen. Daher war man einen Tag früher angereist und es wurde auch angekündigt, dass es mindestens einen „Star“ erwischen würde ich Gladbach.

Die ganze Presse rechnete mit Mahdavikia, der letztendlich auch fehlte. Außerdem musste aber auch Romeo auf der Bank Platz nehmen. Dafür spielte erstmals Hleb von Beginn an im Sturm und der nach Sperre wieder einsetzbare Reinhardt rückte wieder ins Team. Allerdings nicht so richtig in die Abwehr, sondern davor. 

Die Aufstellung konnte man wohl durchaus als defensiv bezeichnen. Vor der 4er-Abwehrkette mit Hollerbach, Hoogma, Ujfalusi und Wicky spielten noch Benjamin und Reinhardt, die ja ebenfalls fast nur Defensiv-Arbeit leisten.

Für die Offensive blieben dann der heute vollkommen untergetauchte Barbarez sowie Rahn, Jarolim und Hleb. Wobei auch Rahn und Jarolim defensiv viel arbeiteten.

Das Spiel muß für den objektiven Zuschauer grausam gewesen sein. Die ersten 10 Minuten verpasste ich, weil ich mich auch nicht sonderlich beeilte, um rechtzeitig zum Anpfiff bei meinem Kumpel zum premiere-Gucken zu sein. Er rief schon an und fragte, wo ich denn bleibe. Ich sagte nur, dass ich heute erst nach dem Rückstand bei ihm einzutreffen gedenke....

Naja, der Rückstand kam ja nicht so früh, aber wie ich später in der Sportschau sah, hatte Gladbach in den ersten 10 Minuten bessere Chancen als im ganzen Rest der Halbzeit.

Während ich es sah, hatte Gladbach nur eine ordentliche Chance, als ein Spieler allein richtig Tor lief, sich aber von Holler saubern tackeln ließ und den Ball verlor. Ansonsten war kaum was, wobei ich zugeben muß, dass mir das Spiel zwar nicht gefiel, aber die Sicherheit der HSV-Deckung schon. Zumindest musste ich (bis auf obige Szene) nie zittern. 

In der 2. Halbzeit überließen wir dann aber leider den Borussen völlig das Spiel. Das wurde dann auch belohnt bei einer Ecke, die nach 2 Glanzparaden von Wächter entstand. Nach kurzer Ecke wurde der Ball scharf, flach hereingegeben und wurde zunächst von Barbarez Knie abgefälscht. Am langen Pfosten gab Reinhard dem Ball dann mit der Fußspitze noch die letzte Richtungsänderung und legte Strasser perfekt auf. Der schob den Ball aus kurzer Entfernung ein und damit hätte man auch schon den Heimweg antreten können. Denn wir wissen ja, wie es um das Aufbäumen unserer Mannschaft auswärts bestellt ist....

Ein paar Minuten versuchten wir was, doch dann schoss Gladbach nach wiederrum zweier peinlicher Abwehrfehler von Hoogma und Wicky das 2. Tor, weil ein Gladbacher allein auf Wächter zulief und vollstreckte.

Damit nicht die Abwehr immer nur Schnitzer liefert, leistete sich Wächter dann auch noch seinen Bock und stand bei einem hohen Ball ganz peinlich schlecht und ließ ihn passieren. 3:0 war das Ergebnis des langweiligen Nachmittags.

Ich kann mich schon nicht mal mehr über diese ewigen Auswärtsniederlagen ärgern. Soweit isses schon. Ich habe nur auch gar keinen Bock mehr, mir unsere Auswärtsspiele anzusehen. Nicht mal auf premiere. Für Schalke hätte ich ja Karten, aber ich denke, die werde ich meinem Cousin vermachen, der schon mal danach fragte...

Es ist wirklich elend. Es war heute zwar nicht so eine Arbeitsverweigerung wie in Rostock, aber die Mannschaft zeigt einfach zu wenig Biss. Es fehlte fast jede Offensivbemühung. Man hat wirklich das Gefühl, als hätten die alle einen Kötel in der Hose und spätestens beim Rückstand bricht alles zusammen.

Eigentlich spielten die anderen Teams gar nicht so schlecht für unsere UEFA-Cup-Träume, aber da wir verloren, können wir die nun wohl endgültig begraben. Wenn wir jetzt nicht zu Hause anfangen, genauso beschissen zu spielen, dürften wir aber auch vorm Tabellenende zumindest sicher sein.

Aber im nächsten Spiel kommt ja unser Ex-Trainer Jara mit seinen Lauterern. Und wir machen ja immer gern solche Geschenke.... Ich sehe da schon ein elendes Unentschieden. Ich will mich dieses Saison aber nicht am Ende auch noch um den Klassenerhalt sorgen müssen. UI-Cup wäre zwar für die Mannschafts-Saisonvorbereitung wohl schön, aber für meinen evtl. Urlaub im Trainingslager nicht, weil man das dann wieder nicht planen kann... Naja, eigentlich reicht mein Geld dieses Jahr ja ohnehin nicht dafür.... In diesem Sinne.... L

Die Spieler will ich nicht einzeln bewerten, weil man es im TV schlecht sieht. Als positiv wäre mir ohne seinen Bock nur Wächter eingefallen, aber der hat sich das ja auch noch verspielt. Richtig schlecht fand ich einzelne Spieler auch nicht. Barbarez bewirkte mir viel zu wenig, aber das taten sie ja eigentlich alle.

Lediglich den Schiri möchte ich bewerten. Herrn Kessler fand ich einfach furchtbar. Unglaublich, wie kleinlich der gepfiffen hat. Und dann permanent für Gladbach und gegen uns. Ganz beschissene Leistung, die jedoch mit unserer Niederlage nix zu tun hat: Note 5

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Gladbach gelingt der Befreiungsschlag

Unter der Woche noch mit Häme und Spott übergossen, zur Halbzeit gnadenlos ausgepfiffen, und am Ende mit "Standing Ovations" gefeiert:
Die "Pokal-Versager" von Borussia Mönchengladbach haben sich in nur 45 Minuten mit den eigenen Fans wieder versöhnt und durch den 3:0 (0:0)-Erfolg über "Aufbaugegner" Hamburger SV einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Fach kritisiert Fans
Die volle Breitseite an Wut und Enttäuschung war den Gladbachern nach dem blamablen Pokal-K.o. am vergangenen Mittwoch entgegen geschlagen, noch zum Anpfiff hatten die Borussen-Fans die Mannschaft durch Missachtung gestraft.
Harsche Kritik, die Trainer Holger Fach enttäuschte: "Da waren Beleidigungen der übelsten Art dabei. Das hat sehr weh getan und macht keinen Spaß. Solche Aktionen sind manchmal verständlich, in dieser Situation aber nicht."

Nach starker zweiten Hälfte kehrt Harmonie ein
Doch nach einer furiosen zweiten Halbzeit war die Harmonie auf dem Bökelberg wieder hergestellt.
Nach einer deutlichen Leistungssteigerung und Treffern durch Jeff Strasser (61.), Vaclav Sverkos (79.) und Broich (82.) war vor 33.000 Zuschauern der Absturz auf einen Abstiegsplatz zunächst einmal verhindert.

Fach: "Die Mannschaft hat vieles richtig gemacht"
So fand Fach im Gegensatz zu seiner "Generalkritik von Aachen" diesmal lobende Worte: "Die Mannschaft hat vieles richtig gemacht. Sie hat gefightet und 100-prozentigen Einsatz gebracht. Wenn sie es immer so tut, werden wir die Klasse halten."
Ähnlich sieht es auch der für seine Personalpolitik schwer in die Kritik geratene Sportdirektor Christian Hochstätter: "Ich bin sicher, dass wir die Liga halten, zumal wir noch fünf Heimspiele haben und dort den Grundstein legen können."

Borussia zunächst konzeptlos
Die jüngste Negativserie mit nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen hatte bei der Mannschaft allerdings Spuren hinterlassen. Völlig verunsichert, zum Teil konzept- und ideenlos hatte sich die Borussia lange Zeit wie ein Absteiger präsentiert.
"Da muss man aber auch mal Rücksicht haben", forderte Fach: "Das wird noch ein beschwerlicher Weg, aber wir haben den Klassenerhalt selbst in der Hand."

HSV hakt Uefa-Cup ab
Dabei erwies sich der HSV allerdings auch als idealer "Aufbaugegner" (Trainer Klaus Toppmöller). Mehr als über eine Stunde dauerte es, bis sich der HSV die erste Torchance erarbeite. Da war die vierte Auswärtsniederlage in Folge schon längst besiegelt. Dementsprechend schonungslos analysierten die Verantwortlichen die Lage.
"Sobald wir ein Gegentor kassieren, brechen wir auseinander. Nach so einem Spiel ist es unrealistisch, noch über Platz fünf zu reden", meinte Sportchef Dietmar Beiersdorfer, und Toppmöller erkannte: "Wir haben nicht die Klasse, um oben dranzubleiben."

Kritik an Toppmöllers Aufstellung
Allerdings muss sich der frühere Leverkusener Erfolgscoach auch Kritik an seiner "Angsthasen-Taktik" gefallen lassen. So wollte Toppmöller gegen "einen verunsicherten Gegner" (Bastian Reinhardt) lieber in der Abwehr kompakt stehen und ließ die Stürmer Mehdi Mahdavikia, Bernardo Romeo und Naohiro Takahara zunächst auf der Bank.
Geholfen hat die Maßnahme freilich nichts. "Ich bin enttäuscht, aber nicht verzweifelt", meinte Toppmöller weiter und verordnete zwei Tage trainingsfrei: "Da kann sich die Mannschaft mal überlegen, wie sie das nächste Auswärtsspiel gewinnt."
 

Daten: Auswärtsschwache Hamburger
 
Kantersieg
Das 3:0 war der höchste Saisonsieg Borussias.

Willkommener Gast
Gladbach fuhr den 2. Rückrundensieg ein. Gegner HSV liegt der Borussia: Seit 6 Heimspielen ist Gladbach gegen die Hamburger ungeschlagen. 

Die Auswärtsschwäche hat sie wieder
Die Hamburger verloren erstmals in dieser Saison 4 Auswärtsspiele in Folge. Nach einem kurzen Zwischenhoch ist der HSV auswärts wieder das, was er vor der Toppmöller-Ära war: Ein Punktelieferant.

Premieren für Strasser
Jeff Strasser trug erstmals in der Bundesliga die Kapitänsbinde, nachdem Hausweiler ausgewechselt wurde und schoss sein 1. Saisontor.

Verdienter Sieg
Gladbach erhöhte nach einer schwachen 1. Spielhälfte nach dem Seitenwechsel den Druck und erarbeite vor allem über die Flügel (23:12 Flanken) immer wieder Möglichkeiten, die letztlich zum Sieg führten.

Foule Hamburger
Der Gast aus Hamburg verteilte am Bökelberg hauptsächlich Fouls. 27 waren es am Ende, die Gladbacher ihrerseits waren wesentlich fairer und begingen nur 14 Fouls.

Agiler Korzynietz
2 der 3 Gladbacher Tor fanden ihren Ursprung zwar auf der linken Seite, doch war lange der rechte Flügel dank Bernd Korzynietz der aktivere. Der Flügelflitzer hatte die meisten Ballkontakte (65) und die beste Zweikampfbilanz (69% gewonnene Duelle) auf dem Platz.

Falsch aufgestellt?
Während Vyacheslav Hleb bei seinem ersten Einsatz von Beginn an ebenso wie Sturmkollege Sergej Barbarez ohne Torschuss blieb, sorgten die eingewechselten Mehdi Mahdavikia (1) und Romeo (2) immerhin für 3 Torschüsse.


 
kicker: 
Bor. M'gladbach:  Reitmaier - Asanin, Gaede, Strasser - Korzynietz, Ulich, Hausweiler, Demo, Carnell - Sverkos, Maric - Trainer: Fach

Hamburger SV:  Wächter - Wicky, Hoogma, Ujfalusi, Hollerbach - Reinhardt, Benjamin - Jarolim, Barbarez, Rahn - V. Hleb - Trainer: Toppmöller

Tore:   1:0 Strasser (61., Rechtsschuss), 2:0 Sverkos (79., Rechtsschuss, Vorarbeit Reitmaier), 3:0 Broich (82., direkter Freistoß, Rechtsschuss)

Eingewechselt:   46. Broich für Hausweiler, 69. van Lent für Maric, 86. Pletsch für Asanin - 58. Mahdavikia für Rahn, 65. Takahara für V. Hleb, 65. Romeo für Benjamin

Schiedsrichter:  Keßler 

Zuschauer:  33000

Gelbe Karten:  Maric, Sverkos - Ujfalusi, Reinhardt, Jarolim
 

Spielbericht
Am vergangenen Mittwoch verlor die Borussia das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Alemannia Aachen mit 0:1 und verspielte damit eine große Chance auf den Einzug in den UEFA-Pokal. Somit zählt für die Gladbacher nur noch der Klassenerhalt. Trainer Holger Fach änderte sein Team auf zwei Positionen: Mit Maric (für Routinier van Lent) sollte ein frischer Stürmer kommen. Zudem verdrängte Demo nach Kapsel- und Bänderanriss Broich.

HSV-Coach Klaus Toppmöller baute nach dem 2:0-Erfolg gegen Berlin wieder auf Reinhardt, der eine Gelb-Sperre abgesessen hatte. Außerdem kam überraschender Weise Hleb zu seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an. Die Stammspieler Mahdavikia und Romeo mussten vorerst auf die Bank.

Nach dem Pokal-Aus wäre die Borussia fast mit einem Eigentor in das Spiel gestartet, doch Demos Abwehrversuch mit dem Kopf ging ganz knapp am Tor vorbei (1.). Der HSV blieb dran und drängte mit den drei offensiven Kräften Jarolim, Barbarez und Rahn immer wieder nach vorne. Erst nach zehn Minuten befreiten sich die „Fohlen“ aus der Hamburger Umklammerung. Die Partie gestaltete sich ausgeglichener, zudem standen beide Abwehrreihen sehr massiert, so dass sich das Geschehen im Mittelfeld bündelte.

Mit zunehmender Spieldauer nahm das Niveau der Partie ab, Schiedsrichter Keßler musste wegen vieler kleiner Fouls das Spiel immer öfter unterbrechen. Keine Kombination wurde zu Ende geführt, wie folgendes Beispiel zeigt: Strasser unterlief ein Fehler, Jarolim schnappte sich das Leder und stieß bis zur Grundlinie vor, passte zurück zu Hleb, der das Leder vertändelte.

Nach einer halben Stunde baute die Borussia mehr und mehr Druck auf, doch trotz diesem Engagement und der resultierenden Überlegenheit, fehlte jegliche Form von Durchschlagskraft. Vor allem durch Standardsituationen versuchte die Fach-Elf gefährlich zu werden, doch der orkanartige Wind machte den Akteuren zusätzlich zu schaffen. Kurz: Das Spiel war völlig zerfahren. Wegen diesem schwachen Niveau verabschiedeten die Zuschauer die Teams mit einem Pfeifkonzert in die Pause.

Nach der Pause sollte Broich in der Offensive der Borussia für mehr Bewegung und Durchsetzungskraft sorgen. Die Gladbacher wirkten aber eher noch desorganisierter. Erst in der 58. Minute hatten die „Fohlen“ eine gute Möglichkeit, als Sverkos nach einem Freitstoß aus 14 Metern vergab. Dies weckte die Borussia auf, sie witterte ihre Chance. So musste Wächter erst gegen Broich, dann gegen Demo klären (60.), doch die anschließende Ecke wurde von Erfolg gekrönt: Broich flankte von links vor den Fünfmeterraum, wo Reinhardt unglücklich auf Strasser ablegte. Der Luxemburger schoss aus acht Metern unhaltbar ins lange Eck ein (61.).

Nach der Gladbacher Führung ging der HSV engagierter zu Werke und beschränkte sich nicht wie zuvor nur auf die Defensive. Zusätzlich wollte Klaus Toppmöller die Offensive mit Romeo und Takahara unterstützen. Die Hanseaten zeigten einige gute Ansätze, doch das Kombinationsspiel lahmte, es unterliefen zu viele Fehler. Einzig Romeo hatte eine gute Möglichkeit, als er das Leder gegen den Pfosten spitzelte. Die „Fohlen“ auf der anderen Seite spielten in der Offensive befreit auf und erzielten folgerichtig das 2:0. Nach einem weiten Abschlag von Reitmaier machte Wicky einen Stellungsfehler und Sverkos war alleine durch. Der Tscheche schloss vor Wächter eiskalt ab (79.). Die Fach-Elf spielte sich nun in einen Rausch und legte auch noch den dritten Treffer nach: Broich zirkelte einen 20-Meter-Freistoß aus halblinker Position um die Mauer aufs lange Eck. Wächter stieg hoch, verschätzte sich und unterlief den Ball. Das Leder zappelte in den Maschen (82.). Damit war der HSV geschlagen.

Unterm Strich war der Sieg in der Höhe für die Borussia verdient, denn fast über die gesamten 90 Minuten dominierten die Hausherren. Gladbach gewinnt somit drei wichtige Punkte im Abstiegskampf, Hamburg hingegen kann seine Chancen auf den UEFA-Cup immer mehr abschreiben.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
82
 Gladbach macht den "Sack" zu! Broich legt sich den Ball aus gut 20 Metern zurecht. Der Youngster zirkelt den Ball um die Mauer, auf das lange Eck. Wächter verschätzt sich und unterläuft den Ball. Das Leder zappelt in den Maschen. 
 
79
 Das 2:0! Reitmaier mit einem langen Abschlag auf Sverkos. Wicky macht einen Stellungsfehler und der Tscheche ist alleine durch. Der Jungspund nutzt seine Chance eiskalt und schiebt das Leder an Wächter vorbei ins Tor. 
 
79 Gute Möglichkeit für Romeo der im Zweikampf mit Strasser noch mit der Fußspitze an den Ball kommt und diesen gegen den Außenpfosten lenkt. 
 
75 Broich mit einer Freistoß-Flanke. Van Lent schraubt sich hoch und köpft aus 15 Metern. Das Leder knallt gegen den Pfosten, aber Strasser kommt angestürmt und grätscht mit beiden Beinen in den Ball. Wächter hat den Nachschuss sicher. 
 
61
 Das 1:0! Broich führt eine Ecke kurz aus und flankt vor dem Fünfmeterraum. Reinhardt wehrt unglücklich auf Strasser ab, der das Leder aus acht Metern mit dem rechten Fuß ins lange Eck einschiebt. 
 
59 Broich mit einem Freistoß, den Wächter wegboxt. Demo bekommt den Ball, geht an drei Hamburgern vorbei und schießt aus halblinker Position. Wächter kann noch zur Ecke klären. 
 
58 Demo legt sich bei einem Freitsoß aus gut 20 Metern das Leder zurecht. Der Schuss des Mittelfeldspielers bleibt aber an der Mauer hängen. Sverkos lauert und schießt aus 14 Metern in Rückenlage. Wächter hat den Ball sicherer. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
26 Korzynietz tritt einen Freistoß aus gut 20 Metern. Wächter hat Probleme, da sich der Ball stark abdreht, aber dann bekommt er das Leder doch noch unter Kontolle.  
 
23 Benjamin verliert den Ball und Ulich treibt den Konter nach vorne. Da kein Kollege mitzieht muss er sich im Eins-zu-Eins-Duell gegen Hollerbach durchsetzten, doch der Hamburger grätscht dem Tschechen das Leder geschickt vom Fuß. 
 
15 Rahn nutzt einen Fehler von Asanin aus und schießt aus der zweiten Reihe. Der Schuss des Linksaußen geht einen Meter am Pfosten vorbei. 
 
9 Korzynietz schlägt von rechts eine Flanke in den Strafraum. Sverkos kommt noch mit dem Fuß dran, doch der Schuss aus sieben Metern ist zu ungenau. 
 
4 Gladbach hält dagegen. Ulich setzt sich über rechts durch und will kurz vor der Torauslinie quer spielen. Maric lauert in der Mitte, doch Wächter hat aufgepasst und kann den Ball vor dem Kroaten weg boxen. 
 
1 Erste gefährliche Möglichkeit für den HSV am Bökelberg. Rahn schlägt einen weiten Freistoß in den Strafraum. Demo setzt sich zwar im Kopfballduell gegen Hoogma durch, doch der Abwehrversuch geht knapp am Tor vorbei. 
 
  Anpfiff


 
dpa: Gladbach mit Wiedergutmachung: 3:0 gegen HSV

Von Andreas Schirmer, dpa

Mönchengladbach (dpa) - Borussia Mönchengladbach hat drei Tage nach dem Pokal-K.o. in Aachen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga Boden gut gemacht. 

Mit dem 3:0 (0:0) gegen den Hamburger SV durch Tore von Jeff Strasser (61. Minute), Vaclav Sverkos (79.) und Thomas Broich (82.) gelang den Gladbachern dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit vor 33 000 Zuschauern die Rehabilitation für die Pokalpleite. Der HSV hingegen entfernt sich mit dieser Niederlage immer weiter vom Ziel UEFA-Cup.

«Es ist ein erster Schritt, nicht mehr und nicht weniger», sagte Borussia-Trainer Holger Fach, dessen Mannschaft auf Platz 13 kletterte. Der Sieg sei verdient, «aber vielleicht ein Tor zu hoch». Verärgert war sein Kollege Klaus Toppmöller: «Wir hatten uns so viel vorgenommen, stehen nun aber wieder mit leeren Händen da.»

Beide Mannschaften boten in der ersten Halbzeit eine äußerst traurige Vorstellung, die nicht einmal Zweitliga-Niveau erreichte. Die Gastgeber, die von den Fans im Stadion aus Protest mit einem Pfeifkonzert begrüßt wurden, waren zwar bemüht, die Scharte von Aachen auszuwetzen, agierten aber verunsichert. Zahlreiche Fehlpässe und fehlender Mut vor dem gegnerischen Strafraum waren die Folge und Chancen Mangelware. Auch Neuzugang Tomislav Maric, der erstmals von Beginn an für Arie van Lent stürmen durfte, konnte keine Gefahr erzeugen. Glück hatten die Gladbacher gleich in der 1. Minute, als Igor Demo nach einer HSV-Flanke per Kopf fast ins eigene Tor getroffen hätte.

Die Hamburger, die zum letzten Mal am 17. November 1995 am Bökelberg gewinnen konnte, passten sich dem schwachen Niveau an. Auch bei den Hanseaten, die sich seit Donnerstag bei einem Kurz- Trainingslager auf die Partie vorbereitet hatten, war von einem konstruktiven Spielaufbau keine Spur. Nennenswerte Tormöglichkeiten konnte der HSV, der im Angriff unerwartet Wjatscheslaw Hleb für Romeo aufbot, nicht herausarbeiten.

Borussia-Coach Fach muss seinen Profis in der Kabine ordentlich Dampf gemacht haben. Plötzlich trumpften die Gladbacher mit enormem Kampfgeist auf und kamen durch Strasser, der aus zehn Metern einschoss, zum 1:0. Nachdem der eingewechselte Romeo für Hamburg in der 79. Minute nur den Pfosten getroffen hatte, konnte Augenblicke später Sverkos für die Vorentscheidung sorgen. Beim 3:0 für die Platzherren war HSV-Keeper Stefan Wächter der Wegbereiter: Einen Freistoß von Broich ließ er durch die Hände ins Tor gleiten.