Bundesliga 2003/2004, 26. Spieltag, Sonntag, 28.03.04 bei bedecktem Wetter und vielleicht 10 Grad in der Hamburger AOL Arena:

Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 3:2 (1:0)

Wie hätte für mich an diesem Wochenende auch nur irgendwas schiefgehen sollen.... ?

Ging ja eigentlich gar nicht, denn ich habe vielleicht eines der schönsten Wochenenden meines bisherigen Daseins erleben dürfen. Er klappte wirklich alles von Freitag bis Sonntag.. Der HSV-Sieg war eigentlich nur noch der krönende Abschluss.

Aber in diesem Spiel klappte auch einfach sehr viel. Das war für mich eine rundum gelungene Veranstaltung. Obwohl Lautern ja zweimal Anschlusstreffer erzielte, war ich nie richtig beunruhigt, daß etwas passieren könnte.

Die ersten Minuten des Spiels war ich etwas abgelenkt und der HSV wohl auch noch, denn man ließ erstmal Lauterer Angriffe zu. So gab es einen Latteenkopfball durch Hristov (?), den Wächter kaum hätte parieren können.

Irgendwann wachten wir dann aber auf und konnten durch Rahn in der 30. Minute in Führung gehen. Und zwar durch einen Freistoß von ganz weit rechts außen. Kuno und mir war gleich klar, daß Rahn wohl eher schießen als flanken würde. Kuno sagte sofort, daß er den nun wohl reinsemmeln würde. Das tat er auch  - mit eineem mächtigen Pfund ließ er Torwart Wiese schlecht aussehen. War allerdings auch schwer für ihn, da direkt vor ihm ein Verteidiger den Ball noch ein wenig berührte.

Wiese durfte sich übrigens die ganze erste Halbzeit über immer wieder von der Nordtribüne anhören „Wiese ist ein Pornostar“. Da mußte ich auch schmunzeln, selbst wenn das natürlich unter der Gürtellinie ist, aber der sieht durch seine unnatürlichhe Bräune ja wirklich etwas danach aus.

So stand es 1:0 und der HSV versäumte es leider, noch weitere Tor in der 1. Halbzeit nachzulegen, obwohl sich mehrere gute Chancen dazu ergeben hatten.

Also mußte Rahn in der 2. Halbzeit wieder auf den Plan treten. Und das tat er sehr intensiv!!!

Direkt nach Wiederanpfiff konnte er mit einer starken Flanke das 2:0 einleiten, das Romeo in der Mitte durch geschicktes Lösen vom Gegner erzielte.

Dann ließ die Konzentration wieder nach und es fiel durch einen Klose-Kopfball der 2:1-Anschlußtreffer.

Trotzdem bekam ich es nie so recht mit der Angst zu tun, denn eigentlich kam bei Lautern viel zu wenig Gefahr rüber. Schließlich schoss der HSV durch erneut Rahn das 3:1. Das war ein prächtiger Schuss von Rahn, der den Ball aus spitzem Winkel beim Lauf aufs Tor unter die Latte hämmerte.

Trotzdem ließen wir die Lauterer nochmal auf 3:2 rankommen, bevor dann irgendwann der Schlusspfiff dieses schöne Spiel besiegelte. 

Für mich war es ein sehr entspannter Abend beim HSV, der mich kaum zittern ließ. Zwar lief nicht alles toll, aber es war für mich insgesamt doch recht ansehnlich.

Nun kann man ja wieder zum UEFA-Cup-Platz schielen, von dem uns nur 6 Punkte trennen. Aber mit solchen Gedanken befasse ich mich erst, wenn wir mal ein vernünftiges Auswärtsspiel gemacht habe. Nächste Woche bekommen wir wieder in Schalke einen auf die Mütze und dann war es das wieder. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
 

Als ich das bis hierher getippt habe gestern im Auto auf meinem alten, klapprigen Laptop, bin ich vor Müdigkeit schon fast eingeschlafen...

Was noch mindestens fehlte:

Sehr geil fand ich gestern mal die Stimmung im Stadion. Das immer wiederkehrende "Wiese ist ein Pornostar" wird bestimmt nicht alle gefreut haben, aber mich hat es zumindest belustigt.

Richtig geil war dann aber, daß sich einige Fans der Nordtribüne in der 2. Halbzeit dazu aufgemacht haben, uns lahmen Westtribünenpublikum mal etwas neues beizubringen.
Ein lautes H S V von der Nordtribüne beantwortete ein "Rudel" Fans, die sich kurzzeitig auf die Westtribüne gestellt hatten so lange ebenfalls mit H S V bis große Teile der Westtribüne es auch mitmachten und es somit quasi ein wundervolles "Echo" gab.

Später funktionierte es dann auch ohne die "Animateure". Ich hoffe mal, daß es nächstes Mal wieder klappt. Nur sollte man es auch nicht zu oft einsetzen; dann sind die Leute schnell genervt und rufen nicht mehr mit.

Meine Spielerwertung:

Wächter: Der wirkte gestern mal unsicher bei einigen Flanken. Zu halten bekam er praktisch gar nichts. Was rauf kam, war auch drin. Note 4

Hoogma: Nach TV-Studium stand er beim 1. Gegentor sehr schlecht bzw. bewegte sich nicht zum Ball. Vorher beim Lattenkopfball Lauterns hat er auch Hristov verlassen. Note 4

Ujfalusi: hat sich gesteigert: Note 3

Hollerbach: spielte einen soliden Part in der Abwehr. Note 3

Wicky: War für mich der überragende Defensivspieler. Wieviel Bälle hat er bitte vor seinem Gegenspieler gekommen? Ganz große Leistung: Note 1

Reinhardt: ist im defensiven Mittelfeld einfach fehlbesetzt. Dafür kann er aber ja nix: Note 4

Jarolim: ein sehr gutes Spiel von ihm, aber man konnte zumindest zweimal sehen, daß er sicherlich nicht nur nie ein Goalgetter wird, sondern daß ihm dazu irgendwie auch jeglicher Instinkt fehlt... ;-) Note 2

Rahn: was soll man dazu sagen? 2 Tore und das 3. vorbereitet. Dazu heute auch mal recht zweikampfstark. Mehr kann man nicht erwarten. Durch ihn sind die HSV-Standards nach langer Zeit endlich wieder gefährlich: Note 1

Barbarez: blieb gestern sehr blass, obwohl er die schöne Vor-Vorlage zum 2. Treffer gab: Note 4

Mahdavikia: dem kleinen Perser wollte auch nicht wirklich viel gelingen: Note 4

Romeo: gefiel mir erneut sehr gut. Er verrichtet in meinen Augen viel mehr Laufarbeit als früher und stand auch wieder einmal als perfekter Knipser zur Verfügung: Note 2+

Schiri: den Schiri konnte ich nun gar nicht leiden. Den habe ich schon montags beim VfB Lübeck gesehen, wo ich ausnahmsweise mal zu Gast war. Am Sonntag fand ich ihn super-kleinlich. Und außerdem trat er als totaler Selbstdarsteller auf.
Das Spiel war so fair, daß er nicht viel falsch machen konnte. Aber trotzdem total nervig: Note 4-

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Hamburg rettet Sieg dank Rahn

Der Hamburger SV hat sich gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder in Reichweite eines Uefa-Cup-Platzes gespielt.
Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara ist unterdessen die sportliche Revanche gegen seinen früheren Arbeitgeber Hamburger SV nicht gelungen.
Der Österreicher, der von den Hanseaten im Oktober vergangenen Jahres entlassen worden war, unterlag mit seinem Team in der AOL-Arena 2:3 (0:1). Vor dem Spiel hatte er noch zugegeben: "Ich bin etwas angespannter als sonst."

Lautern wieder im Abstiegssumpf
Nach zuletzt drei ungeschlagenen Spielen in Folge rutschten die Pfälzer damit wieder tiefer in den Abstiegssumpf. Der HSV verbesserte sich durch den vierten Heimsieg nacheinander auf Rang acht, hat aber immer noch sechs Punkte Rückstand auf einen Uefa-Cup-Platz.

Vor 41.100 Zuschauern war Christian Rahn der Mann des Tages.
Der Nationalspieler brachte die Gastgeber nach 30 Minuten mit einem sehenswerten Freistoßtreffer in Führung, bereitete das 2:0 durch Bernardo Romeo mustergültig vor (46.) und erzielte in der 70. Minute auch das vorentscheidende 3:1 durch einen spektakulären Schuss unter die Latte.

"Heißer Kandidat für Rudi Völler"
"Er ist jetzt auf einem guten Weg, denn er macht auch nach hinten sehr gut mit. Wenn er immer so spielt, ist er ein ganz heißer Kandidat für Rudi Völler", lobte HSV-Coach Klaus Toppmöller. 

Für Kaiserslautern trafen Miroslav Klose (53.) und Marian Hristov (79.). "Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit klare Chancen gehabt, von daher hätten wir mindestens einen Punkt verdient", meinte Klose enttäuscht. 
Trainer Kurt Jara ergänzte: "Wir müssen das Spiel schnell abhaken und uns auf die letzten acht Spiele konzentrieren. Wir haben noch vier Heimspiele und es selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen."

Mit dem Plakat "Schickt das Abstiegsgespenst in die Hölle" wollten die FCK-Anhänger in ihrer Mannschaft die letzten Reserven mobilisieren und schienen damit zunächst auch Erfolg zu haben. 
Doch Rahns Freistoß in der 30. Minute vom rechten Flügel, der von Lucien Mettomo noch leicht abgefälscht wurde und hinter FCK-Keeper Tim Wiese einschlug, beendete Lauterns Anfangsoffensive .

Klose am Knie verletzt
54 Sekunden nach dem Seitenwechsel konnten die Gastgeber erneut jubeln. Mit einer schönen Hereingabe verbuchte Rahn seinen zweiten Scorerpunkt der Partie und Romeo schob den Ball aus kurzer Distanz ins gegnerische Gehäuse.
Nachdem Jarolim in der 50. Minute die endgültige Entscheidung verpasst hatte, verkürzte Klose mit seinem zehnten Saisontreffer. Dabei verletzte er sich jedoch am Innenband des Knies und musste ausgewechselt werden. Eine größere Verletzung?
"Ich weiß noch überhaupt nichts. Das Knie muss sich der Doktor erst einmal ansehen. Ich konnte nach dem Zusammenprall mit Hoogma oder Ujfalusi gar nicht mehr laufen und es hatte keinen Zweck mehr", kommentierte Klose seinen Ausfall.

Toppmöller "stolz"
Auch Rahns zweiter Streich in Minute 70 sorgte nicht für Beruhigung, da Hristov Lautern noch einmal ranbrachte. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft nach dem 3:1 nicht mehr so konsequent war", kritisierte Trainer Toppmöller den Schlendrian seines Teams.
Dennoch zog er ein positives Fazit: "Ich bin mit dem Spiel heute zufrieden. Wir haben alles gegeben und verdient die drei Punkte geholt. Meine Bilanz von 28 Punkten in 17 Spielen ist klarer Uefa-Cup-Kurs. Da bin ich schon stolz drauf."
 

Daten:
Festung AOL-Arena 
Der HSV feierte seinen 400. Heimsieg. Nur Bayern und Bremen gewannen in der Bundesligahistorie noch mehr Heimspiele als der HSV.

Heimserie 
Der HSV ist seit elf Heimspielen ohne Niederlage, gewann die letzten vier in Folge.

Auswärts mit Problemen
Der FCK gewann nur 1 der letzten elf Gastspiele (zuletzt in Hannover nur sehr glücklich mit 1:0). Auf Grund der Auswärtsschwäche geht es weiter gegen den Abstieg.

Pfälzer Pechvögel
In der 16. Minute köpfte Marian Hristov den Ball an die Latte. Bereits zum 16. Mal scheiterte damit ein Pfälzer am Gebälk - Ligahöchstwert.

Rahn überragte
Überragender Hamburger war Christian Rahn, der sich im linken offensiven Mittelfeld immer besser zurecht findet. Der 24-Jährige war an zehn der 15 Hamburger Torschüsse beteiligt und fast folgerichtig an allen drei Toren. Rahn schnürte seinen ersten Doppelpack in der Liga und zeigte einmal mehr seine Gefährlichkeit bei Standardsituationen.

Klose beendete Torflaute
Nach 963 Minuten beendete Miroslav Klose seine erfolglose Zeit. Freuen konnte sich der Nationalstürmer darüber jedoch nicht. Bei seinen Tor verletzte sich Klose und musste kurze Zeit später die Pfälzer Niederlage von der Bank aus verfolgen.

Barbarez war nicht fit
Gehandicapt durch einen Fersensporn fand Sergej Barbarez überhaupt nicht ins Spiel. Der Bosnier war an keinem Torschuss beteiligt und gewann für seine Verhältnisse nur schwache 44 Prozent der Zweikämpfe. In der 63. Minute hatte Klaus Toppmöller dann auch ein Einsehen und wechselte den schwachen Bosnier aus.

Hristov mühte sich
In einer schwachen Pfälzer Mannschaft war Marian Hristov noch ein Lichtblick. Der Bulgare bestritt 46 Zweikämpfe, in keinem seiner vorherigen 137. Bundesligaspiele zeigte er sich so einsatzfreudig. Hristov hatte zudem die meisten Ballkontakte in seinem Team und erzielte sein sechstes Saisontor - persönlicher Rekord für eine Spielzeit. 


 
kicker: 

Hamburger SV:  Wächter (4) - Wicky (3,5), Hoogma (4), Ujfalusi (3), Hollerbach (3) - Reinhardt (3,5) - Mahdavikia (4), Jarolim (3,5), Rahn (1) - Barbarez (4) - Romeo (3,5) - Trainer: Toppmöller

1. FC Kaiserslautern:  Wiese (3,5) - Riedl (5), Mettomo (4), Wenzel (3), Drescher (3) - Bjelica (3), Michael Lehmann (3) - Nurmela (5), Hristov (3), Malz (4) - Klose (3,5) - Trainer: Jara

Tore:   1:0 Rahn (30., direkter Freistoß, Linksschuss), 2:0 Romeo (46., Rechtsschuss, Vorarbeit Rahn), 2:1 Klose (53., Kopfball, Drescher), 3:1 Rahn (70., Linksschuss, Takahara), 3:2 Hristov (79., Linksschuss, Bjelica)

Eingewechselt:   63. Takahara für Barbarez, 74. Schlicke für Wicky, 89. Fukal für Jarolim - 55. Halil Altintop (4) für Nurmela, 62. Dominguez für Klose, 72. Vreven für Malz

Chancenverhältnis:  8:5

Eckenverhältnis:  7:5

Schiedsrichter:  Trautmann  (Florstadt), Note 2,5 - ein unauffälliger Leiter

Zuschauer:  41020

Gelbe Karten:  Hollerbach, Rahn - Riedl, Mettomo, Michael Lehmann, Malz

Spielnote:  3,5

Spieler des Spiels:  

 
Rahn, Christian
Überragend seine Standards, diesmal aber auch ganz stark aus dem Spiel heraus - der Mister Effektiv über links

Analyse
Der Hamburger Coach Klaus Toppmöller baute seine Startformation nach dem 0:3 in Gladbach auf zwei Positionen um: Romeo und Mahdavikia kehrten zurück und Benjamin und Vyacheslav Hleb blieben zunächst draußen.

FCK-Trainer Kurt Jara baute seine Anfangself bei seiner Rückkehr nach Hamburg im Vergleich zum 2:2 gegen Bochum auf drei Positionen um: In der Abwehrkette ersetzte Drescher den Kameruner Tchato, im Mittelfeld kamen Nurmela und Lehmann zum Zug an Stelle von Dominguez und Lokvenc (Magen-Darm-Grippe) - so setzte Jara im Endeffekt mit Klose nur auf eine nominelle Spitze.

Dennoch zeigten sich die Pfälzer in den ersten Minuten recht forsch im Spiel nach vorne. Die Hamburger Abwehr brauchte einige Zeit, um sich auf die in die Spitze nachrückenden Mittelfeldspieler der Lauterer – namentlich Hristov und Malz – einzustellen. 

Nachdem der FCK durch Hristovs Lattenkopfball die erste Torchance hatte (16.), wachten die Hanseaten langsam auf und setzten die Pfälzer immer stärker unter Druck. Allerdings präsentierte sich die Hintermannschaft der Jara-Elf in den meisten Szenen sehr kopfballstark, so dass außer Romeos Chance (25.) zunächst wenig Torgefahr vom HSV ausging. 

Das änderte sich in der 30. Minute bei einem direkten Freistoß von Christian Rahn: Lehmann hatte Jarolim auf dem rechten Flügel zu Boden gezerrt und der Hamburger Linksfuß hämmerte die Kugel aus spitzem Winkel ins lange Eck. Wieses Rettungsversuch ging knapp daneben, auch weil der scharf getretene Ball von Mettomos linkem Oberarm noch leicht abgefälscht wurde. 

Kaiserslautern hätte im Gegenzug durch Malz ausgleichen können (32.), doch insgesamt ging die Halbzeitführung absolut in Ordnung, weil die Pfälzer offensiv zu wenig Akzente setzen konnten, um den HSV ernsthaft zu gefährden. 

Die zweite Hälfte begann flott. Der FCK, gedanklich wohl noch in der Kabine, ließ nach einem schnell ausgeführten Freistoß Rahn auf links ungehindert auf Romeo flanken und der Argentinier brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten und schon hieß es 2:0. Nachdem Jarolim drei Minuten später das 3:0 leichtfertig vergab, führte eine schöne Kombination über Malz und Drescher zum Anschlusstreffer. Der Torschütze für den FCK hieß Miroslav Klose, der sich im Kopfball-Duell gegen Hoogma durchsetzte und mit dem 1:2 seine persönliche Seuchenzeit von 964 torlosen Minuten beendete. Kurze Zeit später musste der Nationalstürmer aber wegen Knieproblemen (Innenband) ausgetauscht werden.

Das Gegentor zeigte Wirkung bei den Hanseaten, die nun die Initiative zu sehr aus der Hand gaben. Die Pfälzer spielten nun mutiger nach vorne und nutzten dabei schlichtweg den Platz, den die nicht mehr so konsequent nachrückenden Hamburger ihnen boten. Doch echte Chancen konnten sich die Pfälzer nicht erarbeiten. In dieser Phase befreite der "Hammer-Mann" Rahn die Hanseaten von ihrer Unsicherheit. Der Linksfuß drosch das Leder humorlos aus spitzem Winkel in die Maschen zum 3:1. 

Doch auch damit war die Partie noch nicht entschieden, denn Bjelica konnte den Ball ungehindert zu Hristov durchstecken, der das Leder unter Wächter zum erneuten Anschlusstreffer durchschob. Nun begann der HSV wieder zu zittern, doch reichte die Offensivqualität des FCK an diesem Abend nicht aus, um die verunsicherte HSV-Deckung nochmals zu knacken. Vielmehr war der HSV dem vierten Tor mehrmals näher (Takahara, Fukal). 

Der Hamburger SV zitterte sich trotz zweimaligen Zwei-Tore-Vorsprung zu einem knappen 3:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Damit ging das Wiedersehen von FCK-Trainer Kurt Jara mit seinem Ex-Klub daneben. Die Hamburger schmecken mit dem Heimsieg wieder ein wenig an die UEFA-Cup-Plätze ran.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
87 Die nächste Großchance für den HSV. Rahn auf Takahara, der sich drehen muss, aber am herausstürzenden Wiese scheitert. 
 
85 Fast das dritte Tor von Rahn. Wieder ein Freistoß des Linksfußes, den Wiese zwar aufnimmt, doch der Keeper fällt mit der Kugel beinahe ins eigene Tor. 
 
79
 Von wegen Vorentscheidung: Der FCK kommt durch Hristov wieder auf ein Tor ran. Bjelica steckt den Ball durch die Lücke und der Bulgare schiebt das Leder unter Wächter durch. 
 
71
 Der nächste Hammer von Christian Rahn. Der eingewechselte Takahara legte den Ball schön ab auf Rahn. Der Linksfuß fackelt nicht lange und drischt das Leder vom Strafraumeck unter die Latte des FCK-Tores. 
 
62
 Torschütze Klose muss raus - offensichtlich hat sich der Nationalstürmer bei der Szene zum Anschlusstreffer verletzt - sein rechtes Knie wird gekühlt. 
 
59 Indirekter Freistoß durch FCK-Abwehrchef Wenzel. Mit links drischt er das Leder flach auf den Kasten von Keeper Wächter, doch die Kugel rauscht einen halben Meter vorbei. 
 
53
 Eine schöne Kombination über Malz und Drescher bringt Klose in Position. Der FCK-Stürmer ist einen Tick schneller als Hoogma und nickt nach 963 torlosen Minuten zum Anschlusstreffer ein - nur noch 1:2. 
 
49 Fast das 3:0. Wiese muss in höchster Not gegen Romeo klären, dessen Fußabwehr landet bei Jarolim, doch der Tscheche lupft den Ball über den leeren Kasten des FCK. 
 
46
 Offensichtlich ist der FCK aber gedanklich noch in der Kabine. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß kann Rahn auf links ungehindert in den Strafraum eindringen und Romeo bedienen - der Argentinier hält den Fuß zum 2:0 hin. 
 
46 Beide Teams kommen unverändert aus den Kabinen ... 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
44 Wenn was geht, dann nach Standards. Langer Ball in den Strafraum des FCK, Reinhardt steigt hoch und köpft Richtung langes Eck, doch die Kugel trudelt an Feind und Freund vorbei. 
 
42 Die Aktionen spielen sich seit einigen Minuten im Mittelfeld ab, wo beide Teams die Räume extrem eng machen. 
 
32 Die prompte Antwort durch den FCK. Drescher bringt die Flanke mit letztem Einsatz nach innen, HSV-Keeper Wächter unterläuft den Ball und Malz könnte einschieben, doch er zögert zu lange und die Kugel wird ihm vom Fuß gespitzelt. 
 
30
 Lehmann zerrte Jarolim auf dem rechten Flügel zu Boden. Den direkten Freistoß hämmert Rahn mit seinem starken linken Tor brutal auf das Tor - vor Keeper Wiese tummeln sich zahlreiche Spieler und der Ball schlägt links oben ein. 
 
25 Nun kontrolliert der HSV das Geschehen, wobei die Toppmöller-Elf zu verspielt agiert. Plötzlich flankt Jarolim auf Romeo und der Argentinier setzt den Kopfball gut einen Meter neben das Tor von FCK-Schlussmann Wiese. 
 
17 Nun taucht auch der HSV erstmals gefährlich vor dem FCK-Gehäuse auf: Flanke Mahdavikia, Hoogma legt per Brust auf Jarolim ab, doch der Tscheche schiebt den Ball aus sechs Metern deutlich drüber. 
 
16 Die erste Chance und die hat der FCK. Freistoß-Flanke von Bjelica auf Hristov, der Bulgare schraubt sich hoch und setzt sich gegen Reinhardt und Ujfalusi durch - doch sein Kopfball klatscht nur gegen die Latte. 
 
13 Die Hamburger sind nun im Spiel. Über den linken und rechten Flügel kommen die Hanseaten zum Flanken, doch den Hereingaben fehlt noch die Präzison. Rahn flankt in Grasnarben-Höhe und Romeo hinter den Kasten. 
 
6 In der Anfangsphase ist der FCK feldüberlegen. Die Pfälzer gehen energisch in die Zweikämpfe und verlagern so das Geschehen in die HSV-Hälfte. Die Hamburger suchen nach ihrem Rhythmus. 
 
2 Der HSV wieder mit Romeo und Mahdavikia für Hleb und Benjamin. Beim FCK sind Drescher, Nurmela und Lehmann neu in der Startelf. 
 
Anpfiff 


 
dpa: 
HSV bleibt Heimstark: 3:2 gegen Kaiserslautern 

Von Volker Gundrum, dpa

Hamburg - Ausgerechnet Nationalspieler Christian Rahn hat Kurt Jara die Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte verdorben. Der neue Trainer des 1. FC Kaiserslautern kassierte bei seinem Ex-Club Hamburger SV eine verdiente 2:3 (0:1)-Niederlage und verpasste damit den vorentscheidenden Schritt aus dem Abstiegsstrudel.

Umjubelter Matchwinner war vor 41 020 Zuschauern der unter Jaras HSV-Regentschaft zum Reservisten degradierte Rahn. Der von Nachfolger Klaus Toppmöller geförderte Mittelfeldspieler erzielte in der 30. und 70. Minute zwei Tore selbst, bereitete den dritten Treffer durch Romeo (46.) vor und spielte überragend auf.

Dagegen lagen bei Kaiserslautern Freud und Leid dicht beieinander. Nationalspieler Miroslav Klose beendete zwar nach 963 torlosen Minuten seine Flaute mit dem Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 1:2. Allerdings zog sich der Lauterer Sturmführer dabei eine Bänderverletzung am Knie zu und muss deshalb um seinen Einsatz im Länderspiel gegen Belgien bangen. "Ich konnte nicht mehr laufen. Ich weiß nicht, was jetzt wird. Der Doktor muss sich das Knie erst einmal anschauen", meinte Klose niedergeschlagen. Den Schlusspunkt in einer unterhaltsamen Partie setzte Marian Hristow (78.) mit dem 2:3, doch änderte dies nichts mehr an der ersten Pleite nach zuvor drei Spielen in Serie ohne Niederlage.

"Wir haben jetzt in 17 Spielen unter meiner Regie 28 Punkte geholt. Darauf bin ich stolz", sagte Klaus Toppmöller nach dem vierten Heimsieg in Folge und lobte neben der eigenen Bilanz vor allem Rahn. "Christian ist auf einem guten Weg. Wenn er immer so spielt, ist er sicherlich ein heißer kandidat für Rudi Völler."

Vorgänger Jara, der nach der 0:4-Hinspielpleite in Kaiserslautern seinen Stuhl beim HSV räumen musste, hatte nur vor dem Anpfiff Grund zur Freude. Die meisten HSV-Spieler begrüßten ihren ehemaligen Vorgesetzten freundlich per Handschlag, und auch die HSV-Fans sorgten mit Sprechchören und Transparenten ("Willkommen zu Hause, Kurt") für einen warmherzigen Empfang.

Auf dem Rasen aber gab es keine Zugeständnisse. Die Lauterer begannen zwar schwungvoll und hatten durch einen Kopfball von Hristov an die Latte (16.) eine Großchance zur Führung. Doch dann übernahmen mehr und mehr die Hamburger die Initiative und profitierten dabei von Rahns Entschlossenheit. Mit der geballten Schusskraft seines linken Fußes hämmerte er den Ball zwei Mal unter die Querlatte, dazwischen bewies er mit seiner Hereingabe auf Romeo viel Gefühl. Fünf Minuten vor Schluss hatte Rahn sogar die Möglichkeit zum Dreierpack: Seinen Freistoß aus 25 Metern parierte Torhüter Tim Wiese mit größter Mühe.

Die Lauterer, bei denen der grippekranke Vratilsav Lokvenc nur auf der Bank saß, überzeugten in der AOL-Arena lediglich kämpferisch. Im Aufbau aber haperte es, und in den letzten Minuten hatten die Pfälzer sogar Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.